Tag-Archiv | Sisi Straße

Träume und Gedichte – April 2017

 
Dornröschen war ein schönes Kind,
Schönes Kind, schönes Kind,
Dornröschen war ein schönes Kind,
Schönes Kind.
Dornröschen nimm dich ja in acht,
Ja in acht, ja in acht,
Dornröschen nimm dich ja in acht,
Ja in acht.
Da kam die böse Fee herein,
Fee herein, Fee herein,
Da kam die böse Fee herein
Und rief zu ihr:
„Dornröschen schlafe hundert Jahr,
Hundert Jahr, hundert Jahr,
Dornröschen schlafe hundert Jahr
Und alle mit.“
 
Kinderlied, Verfasser unbekannt
 

Foto: @Bertl Jost


 
Und wüßtens die Blumen, die kleinen,
Wie tief verwundet mein Herz,
Sie würden mit mir weinen,
Zu heilen meinen Schmerz.
Und wüßtens die Nachtigallen,
Wie ich so traurig und krank,
Sie ließen fröhlich erschallen
Erquickenden Gesang

Heinrich Heine

 

Foto: @Bertl Jost


„Na komm schon Marie, ich möcht doch einmal wissen, was hier oben ist! Solang die Erzherzogin in Baden ist, wird uns auch niemand daran hindern“

Foto: @Charlotte Schwarz|Fotogräfin 2017


„Geh bittschön Marie, du weißt doch, dass ich keinen Schmarrn mag. In Gotts Namen, dann sollns mir halt eine Suppn bringen, damit du mich in Ruh lässt mit der ewigen Esserei“

Foto: @Charlotte Schwarz|Fotogräfin 2017


„Ein bisserl noch Marie, ich komm ja gleich. Du weisst doch das mich die Gesellschaft am Hof nicht interessiert! Lass mir noch ein paar Minuten in Freiheit!“

Foto: @Charlotte Schwarz|Fotogräfin 2017


Der Römische Brunnen

Aufsteigt der Strahl und fallend gießt
Er voll der Marmorschale Rund,
Die, sich verschleiernd, überfließt
In einer zweiten Schale Grund;
Die zweite gibt, sie wird zu reich,
Der dritten wallend ihre Flut,
Und jede nimmt und gibt zugleich
Und strömt und ruht.

(Konrad Ferdinand Meyer, 1882)

 
 

Foto: @Charlotte Schwarz|Fotogräfin 2017

 
 

Draußen ist Freiheit.
Ein Glück, das keine Schranken kennt.
Draußen ist Freiheit.
Weit fort von allem, was uns trennt,
beginnt, was man Leben nennt.

Majestät, ich eile und hole den Schlüssel….

Textauszug aus Song „Draußen ist Freiheit“ aus dem Musical „Tanz der Vampire“.
Musik: Jim Steinman, Text: Michael Kunze


Majestät, Sie müssen wieder zurück. Sie wissen doch, dass die Erzherzogin Sophie wartet.

Foto: @Charlotte Schwarz|Fotogräfin 2017


„Ich bin wie in einem goldenem Käfig gefangen, siehst du das denn nicht Marie?
Was hilft mir all der Reichtum, wenn ich doch niemals frei bin? Was hab ich von all dem Geschmeide, wenn ich es nur tragen muss, um begafft zu werden?
Was hilft mir der größte Park, wenn ich doch nicht gehen kann, wohin ich will?
Wozu der Ring an meinem Finger, wenn ich doch immerzu nur allein bin?“

Foto: @Charlotte Schwarz|Fotogräfin 2017


„Manchmal denk ich mir Marie, der Kaiser kann ja gar nichts dafür, dass er ist, wie er ist. Wie soll man auch hinter solchen kalten Mauern fröhlich sein.
Nicht ein einziges Fenster ist offen, um wenigstens das Singen der Vogerln rein zu lassen.
Mein armer Franz, wahrscheinlich ist er noch mehr eingesperrt als ich….“

Foto: @Charlotte Schwarz|Fotogräfin 2017


„Lauft meine Pferdchen, lauft. Zieht weit weg meinen Wagen von der Kerkerburg.
Nie und nimmer will ich wieder hier gefangen sein.
Madeira und Korfu sollen als Heimat mir dienen, und mich die grauen Mauern vergessen lassen…“

Foto: @Charlotte Schwarz|Fotogräfin 2017


Majestät, ich bitte Vernunft anzunehmen. Sie müssen nach Hause. Wir sind seit Stunden weg. Erzherzogin Sophie wird schon ungehalten sein.

Foto: @Charlotte Schwarz|Fotogräfin 2017


Ach, warum bin ich nur in das lästige Wien zurückgekommen. Nichts als Pflichten und Aufgaben. Nichts als Umziehen und Präsentieren.

Foto: @Charlotte Schwarz|Fotogräfin 2017


„Kommt schon ihr beiden, Frühstücken könnt ihr auch später noch, ich bin es leid den ganzen Tag in der Kerkerburg auf den Kaiser zu warten!
Und Marie sorg dafür, dass mich keiner stört!“
 

Foto: @Privat

 


Bitte Majestät, erzählen Sie mir mehr von Madeira. Ich bin so unverschämt Neugierig und aufs höchste erfreut, wenn Sie mir von diesem wunderschönen Ort erzählen.

Foto: @Privat


Majestät, war es auf Madeira auch so farbenfroh? Es duftet so schön hier, da können Majestät sogar Wien besser aushalten.

Foto: @Privat


„Nein Marie, ich will nicht zurück! Die Tante Sophie sekkiert mich, und der Kaiser sagt wieder nichts dazu. Ich werd nicht umdrehen, und jetzt komm! Sonst geh ich allein weiter!“

Foto: @Charlotte Schwarz|Fotogräfin 2017


Märchen erzählen Kindern nicht, dass Drachen existieren. Denn das wissen Kinder schon. Märchen erzählen den Kindern, dass Drachen getötet werden können.

Foto: @Charlotte Schwarz|Fotogräfin 2017


Siehst du Marie wieder sind die Herren wichtiger! Also komm, wir wollen nicht länger warten. Gehen wir ohne den Kaiser in den Prater, ich will sehen, ob die Bäume blühen“

Foto: @Charlotte Schwarz|Fotogräfin 2017


 
Ich gehe durch die Stadt wie durch ein Niemandsland,
inmitten all der vielen Menschen bleib ich unbekannt.
Ich habe mich in Stille und in Einsamkeit gehüllt,
ich suche meine Schattenwege abseits dieser Welt.
Niemand, niemand da der mich beim Namen nennt,
der mein Geheimnis kennt.
 
Text: Einsames Gewand
Spotlight Musical & D. Martin
 

Foto: @Charlotte Schwarz|Fotogräfin 2017

 


„Eine gewisse Ähnlichkeit zwischen Ludwig und mir besteht wohl Marie, dazu gehört auch ein Hauch von Schwermut und die Sehnsucht nach Einsamkeit….“

Foto: @Charlotte Schwarz|Fotogräfin 2017


 
 
Liebe Gräfin, schön haben Sie es hier. Ich freue mich sehr, dass wir uns endlich auf einen Tee treffen.
Marie, bitte lauf zur Kerkerburg zurück und lass der Erzherzogin ausrichten, dass ich heute zum Dinner nicht erscheinen werde. Und dann komm bitte wieder her.

Palais Daun-Kinsky – www.palaisevents.at – Vielen herzlichen Dank für diese unglaubliche Möglichkeit!
 
 

Foto: @Charlotte Schwarz|Fotogräfin 2017


Majestät, lassen Sie uns abwarten, wie viele Personen noch geladen sind. Dann können Sie immer noch entscheiden, ob Sie bleiben.

Palais Daun-Kinsky – www.palaisevents.at – Vielen herzlichen Dank für diese unglaubliche Möglichkeit

Foto: @Charlotte Schwarz|Fotogräfin 2017


Wie Schatten flieht die Lieb‘, indem man sie verfolgt. Sie folgt dem, der sie flieht, und flieht den, der ihr folgt.


Die lustigen Weiber von Windsor, 2. Akt, 2. Szene, William Shakespeare
Vielen Dank an das Palais Kinsky www.palaisevents.at für diese Möglichkeit!

 

Foto: @Charlotte Schwarz|Fotogräfin 2017

 


 
Majestät, ich bitte Sie ganz lieb, seien Sie nicht so traurig. Morgen scheint wieder die Sonne, dann ist es auch in Wien schön.
Schauns, die Standeln stehn schon, morgen beginnt der Ostermarkt.
 
Vielen Dank an das Palais Kinsky www.palaisevents.at für diese Möglichkeit!
 

Foto: @Charlotte Schwarz|Fotogräfin 2017


„Komm Marie, es wird Zeit!
Erinnere mich daran, der Gräfin für den netten Nachmittag zu danken! Wir werden sie demnächst nach Laxenburg einladen.“

Vielen Dank Palais Kinsky www.palaisevents.at für diese unglaubliche Ehre!

Foto: @Charlotte Schwarz|Fotogräfin 2017


 
„Es gibt nirgends bessere Veilchen als die vom K. u K. Hofzuckerbäcker DEMEL mein lieber Herr Oliver!
Egal wohin meine Reise mich führt, Marie sorgt stets dafür, dass wir genügend davon bei uns haben, damit sie mir die Zeit in der Eisenbahn ein wenig damit versüßen kann!“ 

Einen ganz besonderen Dank an Herrn Oliver und sein zauberhaftes Team.
Besonderen Dank auch an die K. u K. Hofzuckerbäcker Demel!

 

Foto: @Charlotte Schwarz|Fotogräfin 2017


 
Ave Maria, gratia plena;
Dominus tecum;
benedicta tu in mulieribus,
et benedictus fructus ventris tui, Iesus.
Sancta Maria, Mater Dei,
ora pro nobis peccatoribus
nunc et in hora mortis nostrae.
Amen.
 
 

Foto: @Die Gärten Trauttmannsdorff


 

Halleluja

Halleluja, denn der Herr, der allmächtige Gott, herrschet
Halleluja…

Das Königreich dieser Welt ist zum Königreich unseres Herrn geworden
und seines Christus
und er wird regieren auf immer und ewig

König der Könige, für immer und ewig, halleluja
und Herr der Herren, für immer und ewig, halleluja, halleluja
König der Könige und Herr der Herren

Er wird regieren
Und er wird regieren für immer und ewig
Hallelujah

Georg Friedrich Händel, Messias, Halleluja

 
 
 

Foto: @Die Gärten Trauttmannsdorff


Liebes Häschen

Liebes Häschen, willst du morgen
uns für Ostereier sorgen?
Liebes Häschen, bringe bald
bunte Eier aus dem Wald.

Weiches Moos und grüne Ästchen
holen wir für dich fürs Nestchen
und daneben legen wir
Gras und Klee zur Speise dir

(Kinderreim)

 

Foto: @Privat


„Komm Mariechen lauf, fang den Rudi, dann wollen wir jausnen gehen, es gibt bestimmt Gugelhupf für Euch beide!“

Foto: @Privat


Der Osterhase

Seht, wer sitzt denn dort im Gras!
Ist das nicht der Osterhas´?
Guckt mit seinem langen Ohr
aus dem grünen Nest hervor.
Hüpft mit seinem schnellen Bein
über Stock und über Stein.
Seht auch her, was in dem Nest
liegt so rund und auch so fest:
Eier rot und blau gefleckt
hat er in dem Nest versteckt.
Muss er sie gut verstecken,
sucht schnell in allen Ecken!

(Volksgut)

Foto: @Privat


 
Mir setzt man keine Grenzen,
ich halt mich nicht daran
Auch wenn nicht alles geht,
Ich will selbst sehen, was ich kann.
Zu lang wollt ich geliebt sein, darum spielte ich ihr Spiel.
Ist das der Preis für Liebe, kostet sie zuviel!
 
Auszug aus Stephen Schwartz;
Wicked – Die Hexen von Oz
 
 

Foto: @Charlotte Schwarz|Fotogräfin 2017

 


Majestät, Frau Gräfin hat gesagt, dass Sie das Popscherl vom Engerl streicheln sollen. Es bringt Glück.

Vielen Dank Palais Kinsky www.palaisevents.at für diese unglaubliche Ehre!

Foto: @Charlotte Schwarz|Fotogräfin 2017


„Komm Marie, wir wollen wieder ein bisserl einkaufen gehen. Du weisst doch, wie sehr sich die Erzherzogin immer echauffiert, wenn ich über den Kohlmarkt laufe!“

Vielen Dank Palais Kinsky www.palaisevents.at für diese unglaubliche Ehre!

Foto: @Charlotte Schwarz|Fotogräfin 2017


„Schau nur Marie wie hübsch das Doserl ist, das bringen wir dem Rudi mit, du weisst doch, wie gern er die Tiere hat! Und die Veilchenpralinen essen wir unterwegs!“

Lieben Dank Zum Schwarzen Kameel)

Foto: @Charlotte Schwarz|Fotogräfin 2017


„Du wirst das Leben bald
Durch meine Augen sehen,
Und jeden Tag mich ein wenig mehr verstehen… (…)
…lass mich nie allein“
Musical Elisabeth – „Nichts ist schwer“ Silvester Levay und Michael Kunze;
Vielen Dank Palais Kinsky www.palaisevents.at für diese unglaubliche Ehre! 
 
 

Foto: @Charlotte Schwarz|Fotogräfin 2017


 
Liebe Mami!
Schau wie schön meine verehrte Kaiserin heute wieder ist. So traurig ist sie, weil wir in Wien sind. Aber bald schon fahren wir nach Venedig, da wird sie glücklich sein. Ich freu mich auf unser Wiedersehen, die Kaiserin ist schon neugierig auf dich.
1000 Küsse.
Deine
Marie 
 

Foto: @Charlotte Schwarz|Fotogräfin 2017


 
Warum so nachdenklich, Majestät?
Kommens, die Gräfin wartet mit dem Tee und hat sogar Veilchen-Eis besorgt.
 
Vielen Dank Palais Kinsky www.palaisevents.at für diese unglaubliche Ehre! 
 
 

Foto: @Charlotte Schwarz|Fotogräfin 2017


„Komm mein liebster Avolo, um mir vorzuschreiben wohin, und wie ich reiten darf, sollen sie uns erst einmal einholen.“ 

Foto: @Privat


Wenn deine Seele eins mit der Kraft des Pferdes,
etwas anderes als die Unendlichkeit vor sich sieht,
so begreift sie die Fülle der Geheimnisse nicht.
 
Rudolf Binding
 

Foto: @Privat


„Siehst du mein Liebling, wie schön man den Park schmückt?

Sogar die Pferdchen tragen Schleifchen um deinen Geburtstag zu feiern!“

Foto: @Privat


Valerie, Rudi, schenkt der Mama euer schönstes Lächeln.
Der Kaiser freut sich sicher über die lieben Grüße von deinem Geburtstag.

Foto: @Privat


An die Türen will ich schleichen,
Still und sittsam will ich steh’n;
Fromme Hand wird Nahrung reichen,
Und ich werde weitergehn.
Jeder wird sich glücklich scheinen,
Wenn mein Bild vor ihm erscheint;
Eine Träne wird er weinen,
Und ich weiß nicht, was er weint.
 
J.W. Goethe
 
Vielen Dank Palais Kinsky www.palaisevents.at für diese unglaubliche Ehre! 
 

Foto: @Charlotte Schwarz|Fotogräfin 2017

 
 

 

Nichts ödet meine Kaiserin mehr an, als steife Staatsbankette. Sie schaut so traurig aus und doch muss ich sie ermahnen, sich zum Umziehen auf den Weg zu machen.

 
Vielen Dank Palais Kinsky www.palaisevents.at für diese unglaubliche Ehre! 
 

Foto: @Charlotte Schwarz|Fotogräfin 2017


 
Freudvoll
Und leidvoll,
Gedankenvoll sein,
Hangen
Und bangen
In schwebender Pein,
Himmelhoch jauchzend,
Zum Tode betrübt –
Glücklich allein
Ist die Seele, die liebt.
 
J. W. von Goethe
 

Foto: @Privat


„Nicht schon wieder weinen, Sisi“ mahnte Mama und reichte mir hastig ein Taschentuch.
„sieh nur all die Menschen jubeln Dir zu. Sie freuen sich für Dich und wünschen Dir Glück zu Deiner Hochzeit! Sie wollen Dich lächeln sehn, und nicht traurig schluchzen.“Wie sollte ich lächeln, wenn mir vor lauter Abschiedsschmerz alles weh tat? Ich verließ meine Heimat, die Menschen die ich liebte, um in das fremde Wien zu reisen….

„Majestät müssen sich wieder fassen!“
„Du mußt mehr Haltung zeigen, Sisi!“
„Das kommt davon wenn man ein Kind zur Kaiserin macht!!!“

Die letzte Bemerkung tat weh! Sie verletzte meinen Stolz und sorgte dafür, dass meine Tränen versiegten.

 

Foto: @Privat


Ein Elfenbeinturm hat keine Fenster.


Prof. Dr. Hermann Simon

 
Vielen Dank Palais Kinsky www.palaisevents.at für diese unglaubliche Ehre! 
 
 

Foto: @Charlotte Schwarz|Fotogräfin 2017


Marie, komm jetzt. Ich ertrage diesen intriganten Haufen nicht mehr. Lass uns zum Heindl gehen, ich möchte Veilchen….

Vielen Dank an Confiserie Heindl für diese leckeren Veilchen.

Foto: @Charlotte Schwarz|Fotogräfin 2017


 
Flieder, blühst du,
stillt sich die Sehnsucht, –
lösest ganz leise die Flügel der Seele,
lähmst durch ein wonnig-weiches Ermüden
die vor Erwartung erregten Gedanken,
wandelnd Lust und Leid in lauter
blühendes, liebendes All-Empfinden.

Karl Ernst Knodt

 

Foto: @Charlotte Schwarz|Fotogräfin 2017


Die warme Luft, der Sonnenstrahl
Erquickt mein Herz, erfüllt das Tal.
O Gott! wie deine Schritte tönen!
In tiefer Lust die Wälder stöhnen.
O Frühling! trunken bin ich dein!
O Frühling! ewig bist du mein!

Nikolaus Lenau
Auszüge aus dem Gedicht „Frühling“

 
 

Foto: @Charlotte Schwarz|Fotogräfin 2017


Geh Marie sei so gut, und richt‘ mir das Bett her, die Fahrt nach Meran dauert ja doch ein bisserl länger. Ich möcht jetzt was lesen“

Meinen herzlichsten Dank an das Technisches Museum Wien, für die einzigartige Möglichkeit, Fotos im Hofsalonwagen  machen zu dürfen!

Foto: @Charlotte Schwarz|Fotogräfin 2017


Aber Marie, jetzt sei doch nicht immer so ängstlich, was meinst du, auf wieviele Bäume ich schon geklettert bin?
Und dem Kaiser? Dem Kaiser sagen wir einfach nichts davon“

Foto: @Charlotte Schwarz|Fotogräfin 2017


„Ja Marie, ich komm ja schon. Ohne uns wird man ohnehin nicht mit dem Abendessen beginnen.

Leben Sie wohl Gräfin, und herzlichen Dank für die Einladung. Wirklich schön haben Sie’s hier“

Vielen Dank Palais Kinsky www.palaisevents.at für diese unglaubliche Ehre! 

Foto: @Charlotte Schwarz|Fotogräfin 2017


 

Erinnerung

In meiner Erinnerung erblühen
Die Bilder, die längst verwittert –
Was ist in deiner Stimme,
Das mich so tief erschüttert?
Sag nicht, dass du mich liebst!
Ich weiß, das Schönste auf Erden,
Der Frühling und die Liebe,
Es muss zuschanden werden.
Sag nicht, dass du mich liebst!
Und küsse nur und schweige,
Und lächle, wenn ich dir morgen
Die welken Rosen zeige.

Heinrich Heine

 
 

Foto: @Charlotte Schwarz|Fotogräfin 2017

 


Unterm weißen Baume sitzend,
Hörst du fern die Winde schrillen,
Siehst, wie oben stumme Wolken
Sich in Nebeldecken hüllen;

Siehst, wie unten ausgestorben
Wald und Flur, wie kahl geschoren;
Um dich Winter, in dir Winter,
Und dein Herz ist eingefroren.

Plötzlich fallen auf dich nieder
Weiße Flocken, und verdrossen
Meinst du schon, mit Schneegestöber
Hab‘ der Baum dich übergossen.

Doch es ist kein Schneegestöber,
Merkst es bald mit freud’gem Schrecken;
Duft’ge Frühlingsblüten sind es,
Die dich necken und bedecken.

Welch ein schauersüßer Zauber!
Winter wandelt sich in Maie,
Schnee verwandelt sich in Blüten,
Und dein Herz, es liebt aufs neue.

Heinrich Heine

Foto: @Charlotte Schwarz|Fotogräfin 2017


 
Die blauen Frühlingsaugen
Schaun aus dem Gras hervor;
Das sind die lieben Veilchen,
Die ich zum Strauß erkor.

Ich pflücke sie und denke,
Und die Gedanken all,
Die mir im Herzen seufzen,
Singt laut die Nachtigall.

Ja, was ich denke, singt sie
Lautschmetternd, daß es schallt;
Mein zärtliches Geheimnis
Weiß schon der ganze Wald.

Heinrich Heine

 
 

Foto: @Privat


 
Es gibt viele Wege, der Einsamkeit zu entfliehen.
Findet man den Weg nicht,
ist die Einsamkeit ein Fluch.

Karin Obendorfer
 

Foto: @Privat

 


 

Zu Besuch bei Graf Daun Kinsky

„Von der Innenausstattung des Palais konnte selbst das Kaiserhaus nur träumen“

Mit diesem Satz wurden wir herzlich im Foyer eines der schönsten Palais in Wien begrüßt.

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Das Palais Daun–Kinsky steht mitten in Wien an der Freyung, mit Blick auf die Schottenkirche und ist ein wahres Barockjuwel.

 

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Johann Lucas von Hildebrandt, Foto: @Wikimedia/Commons

Erbaut wurde es von Feldmarschall Wirich Phillip Laurenz Graf von und zu Daun Fürst von Thiano.

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Wirich Philipp Graf Daun, Portrait Unbekannt, Heeresgeschichtliche Museum Foto: @Wikimedia/Commons

Als Baumeister wurde Lucas von Hildebrandt, der unter anderem auch das Obere Belvedere, das Palais Schwarzenberg oder Schloss Mirabell in Salzburg baute beauftragt. Zwischen 1713 -1719 entstand dieses einmalige Gebäude mit italienischen Flair.

Stuckdekor von Alberto Camesina und märchenhafte Fresken von Carlone und Marcantonio Chiarini regen die Besucher zum Träumen und Staunen an.

„Gestatten ich bin nicht von der Freyung“ wurde zum geflügelten Wort unter den Adeligen. Je näher man der Hofburg war, desto näher der Kontakt zum Kaiserhaus. Um seinen Stand gleich anfänglich zu definieren, wurde dieser Spruch zu einem geflügelten Wort.

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Schon allein der Eingang ins Palais ist sehenswert, durch eine schwere Tür betritt man dann das Treppenhaus mit seiner Prunkstiege.

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Normalerweise war es üblich, dass die Familie im Parterre gewohnt hat und den Gästen der 1. Stock zur Verfügung stand. In diesem Falle war es aber umgekehrt. Die Gäste wurden im Parterre untergebracht und die Familie residierte im 1. Stock. Als Dank für die Mühe des Aufstieges, ließ Graf Daun dieses Deckenfresko erstellen. Die Damen werden es ihm täglich gedankt haben, denn im enggeschnürten Korsett täglich die Treppen rauf und runter zu steigen, war sicher kein leichtes.

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Am Weg zum absoluten Highlight des Palais, dem ovalen Saal, kommt man an 4 Engerln vorbei, beim dritten, so sagt sie Legende, soll man stehen bleiben und den Popo reiben.

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Der wohl aufwendigste Saal des ganzen Palais ist der ovale Festsaal, in dem auch heute noch Hochzeiten oder Empfänge statt finden! Es war der letzte ovale Festsaal der gebaut wurde, danach wurde nur noch rechteckig gebaut. Der Aufwand und die Kosten waren einfach enorm.

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Vergoldeter Stuck und rote Wandtapeten machen diesen Raum unvergleichlich.

Wer vor hat eine Märchenhochzeit zu feiern, in diesen Räumlichkeiten werden Prinzessinenträume Wirklichkeit.

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Wir gingen von einem Raum zum Nächsten und wenn man mich nun fragen würde, welcher Saal der Schönste ist, ich könnte es nicht sagen, da jeder für sich absolut traumhaft ist.  Es gab wie zu dieser Zeit üblich, einen eigenen Herrensalon in zart blaugrau gehalten, mit einem wunderschönen Kamin.

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Der Damensalon wurde in zarten rosa und gold Tönen gestaltet.  Mit ein bisschen Fantasie kann man sich hier noch Gräfin Daun vorstellen, wie sie zum Nachmittagstee einlud.

Von hier aus kann man sehr gut die gesamte Freyung überblicken.

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Der gelbe Salon war der ehemalige Speisesalon des Fürsten Kinsky. Die Vertäfelung an den Wänden besteht aus einem ehemaligen Chorgestühl.

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Das Palais verfügt über eine wechselhafte Geschichte, der Sohn des Erbauers verkaufte 1746 aus finanziellen Gründen das Palais an den Reichsgraf Khevenhüller zu Aichelberg.

1761 wurde es wieder verkauft, dieses Mal an Ferdinand Bonaventura, Graf von Harrach. Dessen Tochter, die den Grafen Joseph Kinsky von Wchynitz und Tettau heiratete, erbte es 1778 und somit wurde aus dem „Daun“ das „Daun-Kinsky“

Bis 1938 blieb das Palais im Familienbesitz und wurde dann von der deutschen Wehrmacht beschlagnahmt.

Erst 1986 verkaufte der in Argentinien aufgewachsene Sohn Franz Ulrich am 12. Juni das Palais.

1997 wurde das „Daun-Kinsky“ von der Karl Wlaschek Privatstiftung gekauft und zwischen 1998 und 2000 gründlich renoviert.

Seit 2002 ist das Palais in die „Palais Event Veranstaltungen GmbH“ eingegliedert.

Seit 2011 Eingliederung in die Österreichische Verkehrsbüro Gruppe.

Ich bedanke mich, für diesen wunderschönen Nachmittag, und die einzigartige Gelegenheit, diese wundervollen Bilder zu machen.

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☆Sisi☆

 


Rechtliche Hinweise:
Text: Sisi, Palaisevents
Bildrechte: Charlotte Schwarz|Fotogräfin


 

Sisis Hochzeitskleid – Der Vespermantel – Capa pluvial Traje nupcial de Sissi

Silberhochzeitskleid Kaiserin Elisabeth, Ausstellung 2016, Sisi Schloss Aichach, Foto: myheimat.de

Bis heute ist nicht wirklich bekannt, wie das gesamte Brautkleid von Kaiserin Elisabeth aussah. Meinen Beitrag zur Hochzeit findet ihr hier.

Laut Prager Tagblatt vom 27.4.1879 trug Kaiserin Elisabeth das Kleid noch einmal zu ihrem 25. Hochzeitstag. Für diese Festlichkeit, wurde ihr Hochzeitskleid, das bis dato in Possenhofen aufbewahrt wurde, nach Prag gebracht und dort nach den Wünschen der Kaiserin umgeändert.

Die erste Aufzeichnung als Inventarium in der Basilika Maria Taferl ist von 1890. Demnach wurde das Hochzeitskleid von Kaiserin Elisabeth gestiftet.

Das Kleid selbst wurde zerlegt und der Silberfaden herausgetrennt. 1895 wurde der daraus entstehende Vespermantel der Öffentlichkeit präsentiert.

Heute befindet sich der Mantel noch immer in der Schatzkammer von Maria Taferl, allerdings kann er nur zeitweilig besichtigt werden.

Mir wurde die Ehre zu Teil und ich freue mich euch exklusiv mein Video und Fotos vom Vespermantel in Maria Taferl zu zeigen.

Ich bedanke mich nochmals ganz herzlich bei der Silberkammer von Maria Taferl.

 

A dìa de hoy no se sabe a ciencia cierta como fue realmente el traje de novia de la emperatriz Isabel. El texto sobre la boda se encuentra en este link.

Segun el el diario Prager Tagblatt en su ediciòn del 24.04.1879, la emperatriz llevò el mismo vestido para la celebraciòn de sus bodas de plata. Para esta ocasiòn se llevò el vestido nupcial a Praga (hasta ese momento se habia guardado en Possenhoffen) y allì fue modificado siguiendo los deseos de la emperatriz.

El vestido aparece como donaciòn por primera vez en el inventario de la basilica Maria Taferl en 1890. Fue desmontado y con sus hilos de plata se confeccionò una capa pluvial que fue presentada en 1895.

Hoy en dìa esta capa se encuentra aùn en la sala del tesoro de la basilica de Maria Taferl, aunque muy rara vez puede ser visitada.

Yo tuve el gran honor de poder verlo y me alegra muchisimo poder presentaros en exclusiva los videos y fotos que hice.

Desde aqui, de nuevo mi mas sincero agradecimiento a la sala del tesoro de Maria Taferl.

Otras piezas del vestido nupcial fueron enviadas a la iglesia de San Matias en Budapest, donde se usaron los hilos de oro para confeccionar una casulla que fue usada en 1867 para la coronaciòn de Francisco Josè e Isabel como reyes de Hungria y que se encuentra expuesta en este iglesia desde entonces.

 

 

 

 

 

 

Foto: sternenkaiserin.com – Marie 

Foto: sternenkaiserin.com – Marie 

 

Foto: sternenkaiserin.com – Marie 

Weitere Teile wurden in die Matthiaskirche nach Budapest gebracht, wo der Goldfaden für ein Messgewand verwendet wurde. Dieser Mantel wurde bereits 1867 zur Krönung von König Franz Joseph und Königin Elisabeth getragen.

Foto: sternenkaiserin.com – Maria José 

Foto: sternenkaiserin.com – Maria José 

 

~ Marie ~

 

 

 


Rechtliche Hinweise:
Textrechte: Marie Festetics
Bildrechte: myheimat.de, sternenkaiserin.com
Videorechte: sternenkaiserin.com


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Träume und Gedichte – März 2017

 

Ach, die Augen sind es wieder,
Die mich einst so lieblich grüßten,
Und es sind die Lippen wieder,
Die das Leben mir versüßten!
 
Heinrich Heine

 

 
 
 

 
Wenn man nicht nach seinen Wünschen glücklich sein darf,
so bleibt einem nichts anderes übrig,
als das eigene Leid zu lieben.

 

„Wenn du nur kein Kaiser wärst, wir könnten für immer glücklich sein…“

 

Foto: @Privat

 
 

 

„Schau Sisi, es wird Zeit, dass du einmal dein neues Heimatland kennen lernst, damit Du nicht immer Heimweh nach Bayern haben musst“

 

 

Foto: @Privat

 
 
 

 

Zum Glück brauchst du Freiheit, zur Freiheit brauchst du Mut.

Perikles

 
 

Foto: @Privat

 
 
 

 

“O Romeo! Warum denn Romeo? Verleugne deinen Vater, deinen Namen! Willst du das nicht, schwör dich zu meinem Liebsten, und ich bin länger keine Capulet!“

Romeo & Julia, William Shakespeare, Julia, 2. Akt, Szene 2

 
 
 
 
 

 

„Schau Marie, sieh die nur an, kaum wirds ein bisserl warm, kommen die Wiener wieder in unseren Park! Zeit wirds, dass wir wieder verreisen, ich mag nicht ständig davon laufen, nur um meine Ruh zu haben!“

 

Foto: @Privat

 


 
 

Ida, schau sie dir an. Die Damen ins Korsett gepresst und die Herren im glänzenden Orden. Wie ekelt mich alles an. Diese verlogene Gesellschaft. Ich bin Königin von Ungarn und trotzdem werden sie mich nicht bezwingen.

 

 

Foto: @Privat

 


 

„Guten Morgen Ida, steh auf!
Du weisst doch, dass mir solche Dinge nicht wichtig sind, wenn wir allein sind. Wann erwartet uns der Kaiser?“

Foto: @Privat

 


 

Bay, ich bin so glücklich wieder hier zu sein. Endlich kann ich wieder frei atmen. Komm Red Rose reite mit mir in die Freiheit…

Foto: @Privat

 


Majestät, nicht so traurig. Nur noch wenige Tage. Dann seid Ihr wieder bei Euren Pferden in Irland. Mister Middleton wird hocherfreut sein, Majestät zu sehen.

 

Foto: @Bertl Jost


 

Ich bitte nicht um Glück auf Erden;
Nur um ein Leuchten dann und wann:
Daß sichtbar deine Hände werden,
Ich deine Liebe ahnen kann.
Nur in des Lebens Kümmernissen
Um der Ergebung Gnadengruß;
Dann wirst du schon am besten wissen,
Wieviel ich tragen kann und muß.

Annette von Droste-Hülshoff

 

 

Foto: @Bertl Jost

 


 
Nun jauchzet alles weit und breit,
Da stimmen froh wir ein:
Der Frühling ist die schönste Zeit!
Was kann wohl schöner sein?

Annette von Droste-Hülshoff

 

Foto: @Bertl Jost

 


Es gibt nichts Wunderbareres und Unbegreiflicheres und nichts, was uns fremder wird und gründlicher verloren geht als die Seele des spielenden Kindes.


Hermann Hesse

Foto @R.Hörmandinger

 


Wir meinen, das Märchen und das Spiel gehöre zur Kindheit: wir Kurzsichtigen! Als ob wir in irgend einem Lebensalter ohne Märchen und Spiel leben möchten!


Friedrich Wilhelm Nietzsche

Foto: @Bertl Jost

 


 

Hansi? Hansi! Komm her… Schau, ich hab dir gutes Futter mitgebracht. Sei lieb und tröste mich. Tante Sophie quält mich mit dem Hofzeremoniell und der Kaiser war arg garstig zu mir. Hansi, ich komm zu dir…wart!

 

Foto: @Privat

 


 

„Einmal fiel die goldene Kugel der Königstochter nicht in ihr Händchen, sondern vorbei auf die Erde und rollte geradezu ins Wasser hinein….“

Der Froschkönig
Gebrüder Grimm

Foto: @Bertl Jost

 


 

„Marie sag alle meine Termine ab, ich will niemanden sehen, ich bin es leid, immer nur zu lächeln.

Das Abendessen mit seiner Majestät?
Nun er soll es lieber mit seinen Herren genießen, da er sie mir auch sonst vorzieht!
Und jetzt geh, lass mich allein!“

 

Foto: @Privat

 


 
Im Mondenglanze ruht das Meer,
Die Wogen murmeln leise;
Mir wird das Herz so bang und schwer,
Ich denk der alten Weise,
Der alten Weise, die uns singt
Von den verlornen Städten,
Wo aus dem Meeresgrunde klingt
Glockengeläut und Beten –
Das Läuten und das Beten, wißt,
Wird nicht den Städten frommen,
Denn was einmal begraben ist,
Das kann nicht wiederkommen.

Heinrich Heine

 

Foto: @Privat

 


„Sieh nur Marie, die ersten Gäste zum Ball kommen bereits. Hörst du die Kutschen, die Tritte der Hufe? Das Geschnattere der Damen, und das Zusammenschlagen der Absätze der Herren?
Am liebsten wär‘ mir, wir würden einsteigen, und weit weg fahren.
Aber den einen Walzer, den ich dem Kaiser versprochen habe, werd ich ihm heut schenken, weil er gar so lieb war, und mir die englischen Pferde versprochen hat“

 

 

Foto: @Privat

 


„Essen? Marie, quäl mich nicht! Wer will schon seine Zeit mit Essen vergeuden, wenn doch das Wetter gerade noch hält! Essen kann man auch noch wenn es regnet. Und jetzt komm endlich!“

 

Foto: @Privat

 


 

„Wenn du einmal Kummer und Sorgen hast, dann geh mit offenen Augen durch den Wald und in jedem Baum, in jedem Strauch, in jedem Tier und in jeder Blume wird dir die Allmacht Gottes zum Bewusstsein kommen und dir Trost und Kraft geben“

Zitat aus dem Sissi Film

 

Foto: @Privat

 


 
„Ida wo bleibst du denn schon wieder? Immer muss ich auf dich warten!
Geh, und lauf zurück zum Schloss, lass dem Kaiser bestellen, ich werde nicht am Empfang teilnehmen“

„Marie, das Buch des Meisters! Lies mir weiter vor“

Foto: @Privat

 


 

Wo?

Wo wird einst des Wandermüden
letzte Ruhestätte sein?
Unter Palmen in dem Süden?
Unter Linden an dem Rhein?

Werd‘ ich wo in einer Wüste
eingescharrt von fremder Hand?
Oder ruh‘ ich an der Küste
eines Meeres in dem Sand?

Heinrich Heine

 
 

Foto: @Privat

 


Ich fliehe vor der Welt sammt ihren Freuden,
Und ihre Menschen stehen mir heut‘ fern;
Es sind ihr Glück mir fremd und ihre Leiden;
Ich wandle einsam, wie auf anderm Stern.

Aus „An die Zukunfts-Seelen“, 7. Absatz, S 214-216 aus Kaiserin Elisabeth – Das poetische Tagebuch, Brigitte Hamann, 3. Ausgabe 1995, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften

 

Foto: @Privat

 


 

Ach Marie, ein Spaziergang am Morgen macht den Teint frisch, die Glieder stark und den Geist munter.

 

Foto: @Privat

 


„Marie, jetzt komm endlich. Warum muss ich immer auf dich warten?“

„Ja, Majestät, ich eile ja schon so schnell ich kann.“

„Nicht schnell genug!“

 

 

Foto: @Privat

 


 

Frühling, Frühling,
sieh welche Macht,
der Frühling hat die Sonne gebracht.

Frühling, Frühling,
sieh welche Pracht,
der Krokus ist wieder in Schönheit erwacht.

Er blüht in weiß, in gelb, in blau und lila,
ich sitz umringt,
bald blüht der Flieder.

P. Sebastian

 

Foto: @Privat

 


„Sieh nur Marie, der Fächer! Ein Geschenk meiner liebsten Freundin aus Spanien“

„Mira Marie, este abanico es un regalo de mi querida amiga española“

 

 

Foto: @Privat

 


 

Oh Heimat, fremde Heimat
was bist du mir so fern,
Ich habe große Sehnsucht
dir niemals nah zu sein.

P. Sebastian

Foto: @Privat

 


„Schneller Annerl, du willst doch nicht den Kaiser warten lassen, seine Majestät erwartet mich doch bei der Gloriette zum Kaffee“

 

Foto: @Privat

 


„Kann man denn nicht ein einziges Mal alleine sein?
Sag er dem Kaiser, es wär recht nett, wenn er mir wenigstens solche Aufpasser hinterher schickt, die genügend Abstand halten, um nicht entdeckt zu werden“

 

Foto: @Privat

 


 
Schattenküsse, Schattenliebe,
Schattenleben, wunderbar!
Glaubst du, Närrin, alles bliebe
Unverändert, ewig wahr?

Was wir lieblich fest besessen
Schwindet hin, wie Träumerein,
Und die Herzen, die vergessen,
Und die Augen schlafen ein.

Heinrich Heine

 

Foto: @Bertl Jost

 


 

„Leb wohl mein Engel, komm bald zurück zu mir“

 

Foto: @Privat

 


 

Anfangs wollt ich fast verzagen,
Und ich glaubt, ich trüg es nie;
Und ich hab es doch getragen –
Aber fragt mich nur nicht, wie?

Heinrich Heine

 

Foto: @Privat

 


 

„Sehen Sie nur Herr Oberst, all die Gaffer, die nur darauf warten, einen Blick auf uns zu erhaschen“

 

Foto: @Privat

 


 

„Meine liebste kleine Valerie, meine Einzige. Mein Sonnenschein, sieh dir die Berge an, den Wald, lausche der Stille, und dann wirst du verstehen, warum ich Ischl so lieb gewonnen habe. Es erinnert mich an mein Bayern!“

 

Foto: @Privat

 


 

Frühlingsbotschaft

Leise zieht durch mein Gemüt
Liebliches Geläute.
Klinge, kleines Frühlingslied,
Kling hinaus ins Weite.
Kling hinaus bis an das Haus,
Wo die Veilchen sprießen!
Wenn du eine Rose schaust,
Sag, ich laß sie grüßen

Heinrich Heine

 

Foto: @Bertl Jost

 


 
Du musst mir
nichts geben
nur lass mir
mein Leben
Denn ich gehör nur mir.

Textauszug „Ich gehör nur mir – Reprise“ 1. Akt, Ende
Elisabeth – Musical
Text: Michael Kunze, Musik: Sylvester Levay

 

Foto: @Privat

 


 

Und will ich die Sterne, dann finde ich selbst dorthin.
Ich wachse und lerne und bleibe doch wie ich bin.
Ich wehr mich, bevor ich mich verlier!
Denn ich gehör nur mir.

Textauszug „Ich gehör nur mir“
Elisabeth – Musical
Text: Michael Kunze, Musik: Sylvester Levay

 

Foto: @Bertl Jost

 


 

 

Bei dem Gedanken an das Dinner wird mir kalt. Danke, Marie, dass du mir die Stola gebracht hast.

 

Foto: @Privat

 


 

Ach, müsst ich nicht zu diesem Dinner, das Herz wird mir so schwer, es wäre doch viel schöner, zu sitzen jetzt am Meer…

P. Sebastian

 

Foto: @Privat

 


 

Ich weiß nicht, in wen die Rose verliebt;
ich aber lieb euch all:
Rose, Schmetterling, Sonnenstrahl,
Abendstern und Nachtigall.

Auszug aus „Der Schmetterling“
Heinrich Heine

 

Foto: @Privat

 


 

 

Marie, sieh her der kleine Brunnen.
So schön und plätschernd leis.
Vielleicht entsagen wir heute, dem erlauchten Dinnerkreis?

Ich möchte auch so sanfte fließen,
wie das Wasser in meiner Hand,
ach könnt ich es nur mehr genießen,
doch die Freiheit ist mir ein verbotenes Band.

P. Sebastian

 
 

Foto: @Bertl Jost

 


 

„Man soll das Verdeck der Kutsche schließen Marie, ich bin es leid angestarrt zu werden, als wäre ich ein seltenes Tier in der Menagerie des Kaisers“

 

Foto @Dirk Safert

 


„Träumen und Gedichte schreiben – ich schließe die Augen und fliehe in eine Welt, fern ab von allen Zwängen, eine Welt, in der es keine Verpflichtungen, keine Titel und kein Protokoll gibt. Eine Welt voller magischer Wesen, und ich – die Feenkönigin“

Foto: @Bertl Jost

 


„Je mehr Menschen um mich sind, umso mehr sehne ich mich nach der Einsamkeit. Der Stille des Waldes, der Ruhe auf den Bergen und dem Rauschen des Meeres. Wenn ich aber dann dort bin, so will ich doch nicht einsam sein, und vermisse die Menschen um mich. Was ist das nur mit mir Ida? Manchmal scheint mir gar, nicht die Menschen passen nicht zu mir, sondern ich passe nicht zu Ihnen“

Foto @Trauttmansdorff – Die Gärten

 


„Eine Teestunde mit der Fürstin? Ach nein Ida, man soll ihr sagen, ich habe schreckliche Kopfschmerzen. Hol dein Tuch, wir gehen an die frische Luft, bevor ich in diesen Mauern ersticke“

 

Foto: @Privat

 


 
„Mein lieber Franzl,
Ich hoffe doch, du bist wohl auf? Ich danke Dir tausendmal recht schön für deine vielen, und sehr langen Briefe, und entschuldige mich dafür, so selten zu schreiben. Aber du weisst ja, wie ja wie das ist mit mir, das still sitzen fällt mir doch recht schwer.
Morgen will ich mit Ida eine Bergtour machen, Meran hat so wundervolle Berge, es würde Dir bestimmt gefallen, hier einmal auf die Pirsch zu gehen. Stell Dir nur vor, sie jammert jetzt schon heimlich, und fürchtet sich vor wunden Füßen.
Wenn du nur bei mir sein könntest, so wie damals in Ischl.

Grüße die Maman und sag dem Rudi, die Mama schickt ihm ein Bussi, auch Gisela gib einen Kuss von mir“


☆Sisi☆

Foto: @Privat

 


„Aber Annerl, du denkst doch nicht wirklich, dass ich tragen werde, was die Erzherzogin wünscht?
Leg es weg, und bring mir das fliederfarbene Kleid“

 

 

Foto: @Privat

 


 

Bei einem morgendlichen Spaziergang durch die Gärten von Schloss Trauttmansdorff

„Je weiter weg vom Hof ich bin Marie, umso leichter fällt mir das Atmen. Fast als wäre ich so frei wie ein Vogel, als müsst ich nur noch die Flügel ausbreiten, und könnte wegfliegen, wohin ich wollte…“

„…und ja, ich werde die Briefe des Kaisers später beantworten, leg sie zu den anderen, und lass mir noch ein wenig meine Träume…“

 

 

Foto: @Privat

 


 

 

 

William George „Bay“ Middleton

Cpt. William George „Bay“ Middleton Foto: Wikimedia/Commons

Wir gedenken heute einem der besten Freunde von Kaiserin Elisabeth.

Cpt. William George „Bay“ Middleton wurde am 16.4.1846 in Glasgow geboren. Seine Eltern waren George Middleton und Mary Margaret Middleton. Über seine Kindheit und generell sein Leben ist wenig bekannt. Er war ein ausgezeichneter Cricket Spieler und Jockey. Seine Reitkünste waren über die Lande hinaus hoch beachtet. Er gewann viele Rennen und widmete fast sein ganzes Leben ausschließlich den Pferden.

Earl of Spencer, Foto: Wikimedia/Commons

Am 2.8.1874 reiste Kaiserin Elisabeth das erste Mal nach England, wo sie John Poyntz 5. Earl of Spencer (*27.10.1835, †13.8.1910) kennenlernte. Dort traf sie mit Bay zusammen, nahm aber keine weitere Notiz von ihm.

Ihr Charme und generell ihre Begleitung waren heiß begehrt. Am meisten von Hector (*21.9.1851, †2.1.1916) und Alexander Baltazzi (*16.5.1850,  †24.11.1914), welche die Brüder von Helene Baltazzi, besser bekannt als Helene Vetsera (Mutter von Mary Vetsera) waren.

 

 

Alexander Baltazzi, Foto: Wikimedia/Commons

Hector Baltazzi, Foto: Wikimedia/Common

Königin Marie von Neapel, Foto: Wikimedia/Commons

Hector und Alexander waren ständige Begleiter von Marie von Neapel, einer Schwester von Kaiserin Elisabeth, welche im Exil lebte und sich ihre Langeweile mit dem Reiten vertrieb. Die beiden Brüder beteten die junge schöne Königin an und wohin sie auch ging, die Baltazzi Brüder folgten ihr. Marie, Gräfin von Festetics, eine Hofdame von Kaiserin Elisabeth betrachtete dies mit großer Besorgnis. Sie notierte in ihr Tagebuch: „Man muß sehr achtgeben… Die Brüder gehen im Sport auf, reiten famos, drängen sich überall hin, sind gefährlich, weil sie ganz englisch sind, und wegen der Pferde!“ (1) Als Hector und Alexander begannen mit Kaiserin Elisabeth zu reiten, war Königin Marie von Neapel schnell vergessen. 

Diese wiederum betete Bay Middleton an und bat ihn mehrmals ihr Reitbegleiter zu werden. Bay lehnte jedes Mal ab. Er hatte keine Lust, eine arrogante, gelangweilte Frau der Hocharistokratie, die zu dem als lausige Reiterin galt, zu begleiten. Marie gab jedoch nicht auf. Sie wollte unbedingt mit Bay reiten. 

Im März 1876 hatte sich Kaiserin Elisabeth bei ihrem Gemahl Kaiser Franz Joseph erneut durchgesetzt. Sie reiste zum Reiten nach England. Bay wurde dazu bestimmt, ihr Pilot zu sein. Bay weigerte sich beharrlich und zeigte keinerlei Interesse eine hohe Dame zu geleiten. Kaiserin Elisabeth kam die Art wie Bay über sie sprach zu Ohren und hatte von Anfang an größten Respekt vor ihm. Einmal eine Person die nicht kuschte, nur weil sie als Kaiserin vor ihm stand.

Karikatur Bay Middleton, 1883, veröff. Vanity Fair 30.6.1883 „Men of the Day“, Zeichner: Théobald Chartran, Foto: Wikimedia/Commons 

Bay war ein kleiner stämmiger, rothaariger, etwas spröde wirkender Mann, der sehr rauhe Manieren hatte und lieber unter seines Gleichen blieb. Er war um 9 Jahre jünger als Kaiserin Elisabeth und dazu noch schwerhörig.

Bay Middleton – das Pferd von dem Bay Middleton wahrscheinlich seinen Spitznamen bekam Foto: Wikimedia/Commons

Wie genau er zu seinem Spitznamen kam, ist nicht mehr zu eruieren. Entweder durch seine rötlich-braunen Haare, die wie eine „Bay“ (Bucht) „schimmerten“, oder weil ein Pferd, welches „Bay Middleton“ hieß, beim Epsom Derby 1836 als Sieger hervorging. Auf alle Fälle nannte ihn jeder in seiner Umgebung „Bay“.

Doch es half kein Zetern und kein Weigern: Bay wurde zum Begleiter von Kaiserin Elisabeth bestimmt. Als sie sich trafen, zeigte sie keinerlei Interesse an dem kleinen Mann und verzog keine Miene. Seine vorgefertigte Meinung über die Kaiserin, ließ ihn allerdings seine ausgezeichneten Marineren nicht vergessen. Im schönsten Reitdress begegnete er Sisi, wenn auch reserviert und zugeknöpft.

Das Eis war gebrochen, als Kaiserin Elisabeth ihre Künste zeigte. Sie trieb ihr Pferd zu Höchstleistungen an und ritt den äußerst anspruchsvollen Parcours von hinten. Das völlig erschöpfte und müde Pferd musste im gestrecktem Galopp über eine Hecke, was in einer Katastrophe endete. Die Kaiserin stürzte, blieb aber unverletzt. Das Pferd überlebte diese Strapaze leider nicht. Es musste noch an Ort und Stelle erschossen werden. Bay Middleton war zutiefst beeindruckt und konnte ab sofort den Blick nicht mehr von der jungmädchenhaft wirkenden Kaiserin abwenden. Ab sofort waren die beiden unzertrennlich. Sehr zum Missfallen ihrer Schwester Marie, die von schwerer Eifersucht geplagt wurde.   

Von Bay ließ sich Kaiserin Elisabeth herumkommandieren. Er half ihr aufs Pferd oder zog sie aus dem Sumpf oder Graben, wenn sie gestürzt war. Er trieb sie zu Höchstleistungen an, keiner der ihr sagte „sie solle aufhören“ oder es „übertreiben“. Elisabeth liebte diese Herausforderungen und nahm sie täglich aufs Neue an. Nur durch Bays Hilfe wurde sie zur besten Reiterin der Welt. Für eine Dame ihres Standes etwas einzigartiges, bisher nie dagewesenes.

Kaiser Franz Joseph in Wien bangte täglich mehr um seine schöne Frau. Die Berichte die ihm zu Ohren kamen, machten ihm viele Sorgen. Elisabeth jedoch beschwichtigte ihn in zahlreichen Briefen, dass alles nicht so schlimm sei und sie überglücklich wäre Bay an ihrer Seite zu Wissen.

Kronprinz Rudolf hoch zu Ross, Ölbild Tadeuz Ajdukiewicz, Foto: Wikimedia/Commons

Elisabeth vertraute ihm blind. Bay kaufte ihre Pferde, kümmerte sich um diese und ließ sie zureiten. Bay wurde zu Weihnachten nach Ungarn auf Schloss Gödöllö eingeladen. Ein Umstand, der schwere Probleme mit sich bringen sollte. Die ungarischen Magnaten waren beleidigt, weil ihnen ein schottischer „Barbar“, wie sie ihn nannten, vor die Nase gesetzt wurde und Kaiser Franz Joseph war wieder einmal schwer überfordert. Kronprinz Rudolf war noch weniger angetan, als die ungarischen Freunde. Zwischen Bay und ihm entstand der direkte Kampf um die Gunst der Verehrten. 

Privat weiß man von Bay relativ wenig. Er war mit Charlotte Baird seit 1875 verlobt und verschob solange die Hochzeit, bis sich Charlotte nicht mehr hinhalten ließ. Es wurde zwischen 1874 bis 1882 immer wieder kolportiert, dass Bay und Elisabeth eine Affäre hatten. 

Diese Affärengerüchte nahmen ihren Anfang bei der mehr als nur eifersüchtigen Königin Marie von Neapel. Als Kaiserin Elisabeth 1879 aus politischen Gründen nach Irland reisen musste, anstatt nach England, nahm sie kurzerhand ihren Sohn Rudolf mit. Ein schwerer Fehler wie sich später herausstellen sollte. 

Schloss Summerhill, Irland Foto: Wikimedia/Commons

Zu dieser Zeit war sie Gast von Herzog von Malborough und wohnte im Schloss Summerhill, welches feudal umgebaut werden musste. So bestand Sisi auf eine Hauskapelle, einen eigenen Bahnsteig und einen Telegraphenapparat, um schneller mit ihren Lieben kommunizieren zu können. Weiters wurden neue Möbel angeschafft, ein Turnsaal eingerichtet und ein eigener Eingang gebaut. Die Kosten für diese Umbauten, gingen zu Lasten von Kaiser Franz Joseph, der mit jeder Rechnung – die schlussendlich einige Millionen ausmachte – aufstöhnte. 

Kaiserin Elisabeth hoch zu Pferd Foto: Wikimedia/Commons 

Doch Sisi war in ihrem Element. Neben den Pferden, den teuren Reitkostümen aus Rehleder und der gesamten Ausstattung, gab Elisabeth für ihr „Hobby“ ein immenses Geld aus. Selbst die Grundgrenzen der Bauern waren ihr egal und sie ritt in einem Höllentempo über die Felder und zerstörte dabei die mühsam angebauten Getreidesorten der Bauern. Obwohl Bay sie warnte, ritt er hinter oder neben ihr her. Auch diese Kosten musste von Kaiser Franz Joseph in Wien ersetzt werden. 

Dies alles war dem Kaiser ein Dorn im Auge. Er hätte lieber früher als später der Reiterei einen Riegel vorgeschoben. Noch dazu waren ihm die verliebten Augen von Bay Middleton auf seiner schönen Frau nicht verborgen geblieben. Doch Elisabeth nahm das alles nicht wahr. Sie hatte nur Augen für ihren Sport, ihre Pferde und ihren Spaß. 

Marie, die auch jedes Mal nach Sisis Abreise in England blieb, versuchte weiterhin ihr Glück Bay zu einem Reitabenteuer zu überreden. Doch dies blieb ohne Erfolg. Bay blieb stur und abweisend. Dies brachte Marie so zur Räson, dass sie dem anwesenden Kronprinz Rudolf zu berichten wusste, dass seine angebetete Mutter eine Affäre mit ihrem Reitlehrer hatte. Rudolf, von Eifersucht rasend, hinterfragte diesen Tratsch nicht, sondern nahm ihn als gegeben, so dass es an einem gemeinsamen Abend zu einem Affront kam. 

Kaiserin Elisabeth verließ darauf hin wortlos das Zimmer und sah für den Rest der Zeit weder ihren Sohn, noch ihre Schwester an. Mit Marie wechselte sie Zeit ihres Lebens kein Wort mehr. Das früher so gute Verhältnis zerbrach durch dieses von Marie in die Welt gesetzte Gerücht. 

Mit Kronprinz Rudolf sprach Elisabeth erst wieder, als die beiden wieder zu Hause waren. Ihre Reise und ihr Abenteuer konnte Elisabeth nicht genug genießen, so dass sie frühzeitig Irland verließ. Bay war wie vor den Kopf gestossen. 

Combermere Abbey, Foto: Wikimedia/Commons

In Wien beklagte sich Elisabeth bei ihrem Mann und konnte eine neue Reise, diesmal nach Combermere Abbey, welches ebenso nach ihren Wünschen umgebaut werden musste, durchsetzen. Diesmal bekam Kaiserin Elisabeth sogar eine eigene Treppe in die Küche, damit sie spät nachts ihre Mahlzeit einnehmen konnte. Wieder musste die sündhaft teuren Umbauarbeiten Kaiser Franz Joseph bezahlen. Im Februar 1882 war es soweit. Kaiserin Elisabeth brach mit ihrem Gefolge auf. 

Doch auch diese Reise stand unter keinem guten Stern. Captain Bay Middleton sprang mit den Pferden nicht besonders freundlich um, schlug diese mehr über die Hindernisse, als sie von selbst springen zu lassen und stürzte so schwer, dass er für einige Zeit sogar bewusstlos war. Das Pferd erlitt bei dem Sturz einen Genickbruch. Er wollte Kaiserin Elisabeth anspornen, noch mehr aus sich herauszuholen, denn die gemeinsame Zeit würde bald vorbei sein. 

Charlotte ließ sich nicht mehr hinhalten und die Hochzeit wurde festgesetzt. Kaiserin Elisabeth verließ drauf hin frühzeitig im Februar 1882 Irland und kam nie wieder zurück. All ihre Pferde wurden verkauft, das Gestüt aufgelassen. Und weil Kaiserin Elisabeth unerbittlich in ihrem Tun war, sah sie Bay nie wieder und nahm auch nie wieder Kontakt mit ihm auf. Auch in Wien ließ sie all ihre Pferde verkaufen; mit einem Mal war ihre Reitfreude dahin. Sie setzte sich nie wieder auf ein Pferd, stattdessen fing sie stundenlange Spaziergänge an, die ihre Hofdamen an den Rand der Erschöpfung bringen sollten. 

Am 25.10.1882 heiratete schließlich Bay Charlotte Baird. 1886 kam die gemeinsame Tochter Violet Georgina Middleton zur Welt. Bay war aber auch weiterhin sehr umtriebig und blieb dem Reitsport treu.

Clementine Hozier verh. Churchill Foto: Wikimedia/Commons

Bis heute hält sich hartnäckig das Gerücht, dass er der Vater von Clementine Hozier (geb. 1.4.1885) war, welche in weiterer Folge Winston Churchill heiratete.

Clementine war die „eheliche“ Tochter von Lady Henrietta Blanche Ogilvy, welche mit Col. Henry Hozier verheiratet war. Dieser war aber zeugungsunfähig. Lady Henrietta war für ihre außerehelichen Abenteuer bekannt. Für die Elternschaft wurde auch Algernon Bertram verantwortlich gemacht, der wiederum der Ehemann der Schwester von Lady Henrietta war. In den Biografien von Clementine geht man aber von Bay Middleton aus.

 

 

 

Gedenkstein Bay Middleton, Unglücksstelle Edgehill in Kineton, Victoria (GB), Foto: myheritage.co.uk

Grabstelle von Bay Middleton in Haselbech, Northamptonshire (GB) Foto: myheritage.co.uk

Bay starb wie er lebte. Schnell und am Pferd.

Er stürzte am 9.4.1892 – kurz vor seinem 46. Geburtstag – am Edgehill in Kineton am „Parlamentarischen Hindernis“ so schwer, dass er sich das Genick brach. Seine Tochter Violet war zu dem Zeitpunkt 6 Jahre alt.

An der Unglücksstelle ist bis heute ein Denkmal zu sehen.

Bay wurde im kompletten Reitkostüm in Haselbech, Northamptonshire begraben.

 

 

~ Marie ~

 

 

 

 


Rechtliche Hinweise:
Textrechte: Marie Festetics
Bildrechte: Wikimedia/Commons, myhertiage.co.uk, 
Es konnten keine weiteren Urheberrechte zu den Bildern festgestellt werden. Sollten wir gegen ein Urheberrecht verstoßen haben, bitten wir um Kontaktaufnahme: sternenkaiserin[at]gmx.at


Literatur Hinweis:

1. S. 120/1
Sigrid Maria Grössing
Kaiserin Elisabeth und ihre Männer
Ueberreuter Verlag, 1998, 1. Ausgabe – nur noch antiquarisch erhältlich

Brigitte Hamann
Elisabeth: Kaiserin wider Willen
Amalthea Verlag, 11. Auflage, 1992

 


 

Träume und Gedichte – Februar 2017

Franz-Joseph:
Komm heim, Sisi. Wir gehören zusammen. Ich glaube immer noch daran. Ich liebe dich. Und Liebe, sagt man, kann alle Wunden heilen…

Elisabeth – Musical
Text: @Michael Kunze, Musik: @Sylvester Levay

 

Foto: @Privat


 
 
Vor Kälte ist die Luft erstarrt,
es kracht der Schnee von meinen Tritten,
es dampft mein Hauch, es klirrt mein Haar;
nur fort, nur immer fort geschritten!

Wie feierlich die Gegend schweigt!
Der Mond bescheint die alten Fichten,
die sehnsuchtsvoll zum Tod geneigt,
den Zweig zurück zur Erde richten.
Frost! Friere mir ins Herz hinein!

Tief in das heißbewegte, wilde!
Daß einmal Ruhe mag da drinnen sein,
wie hier im nächtlichen Gefilde
 
Auszug aus dem Gedicht „Winternacht“
Nikolaus Lenau
(Hinweis: statt „Bart“, wurde „Haar“ eingesetzt)
 
 

Foto: @Artgraphy.at

 


 
 
Nicht soll Titania unter Menschen gehn
in diese Welt, wo niemand sie versteht
wo hundert Gaffer sie umstehen
neugierig flüsternd. „Seht die Närrin, seht!“
Wo Mißgunst neidisch pflegt ihr nachzuspähen,
die jede ihrer Handlungen verdreht,
sie kehre heim in jene Regionen,
wo ihr verwandte schön´re Seelen wohnen.
 
Titania
aus Elisabeth Das poetische Tagebuch – Brigitte Hamann

Foto: @Bertl Jost

 


 
 
Mit deinen blauen Augen
Siehst du mich lieblich an,
Da wird mir träumend zu Sinne,
Daß ich nicht sprechen kann.

An deine blauen Augen
Gedenk ich allerwärts;
Ein Meer von blauen Gedanken
Ergießt sich über mein Herz.
 
Heinrich Heine

Foto: @Bertl Jost

 


 
Eine Stunde, wenn sie
glücklich ist, ist viel.
Nicht das Maß
der Zeit entscheidet,
das Maß des Glücks.
 
Theodor Fontane
 

Foto: @Privat

 
 

 

Liebe Ida!

Ich arbeite für eine verrückte Frau.
Ihre Majestät erscheint so wie gewöhnlich, die Worte, die aus ihrem Mund kommen, und, wie sie immer gewesen sind, aber ihre Seele ist verkümmert.
Sie ist eine bloße Reflexion von sich selbst.

Brief von Marie, Gräfin Festetics an Ida, Gräfin von Ferenczy
Elisabeth Kaiserin wider Willen, Brigitte Hamann

 

Foto: @Privat

 
 


Der große Wunsch, dem Größeren weicht,
nie zieht ins Herz genügen ein.
Und hast du einst dein Glück erreicht,
so hört es auf, dein Glück zu sein

Kaiserin Elisabeth von Österreich

Foto: @Bertl Jost

 


 

Schönheit ist die Ursache und der Zweck aller Dinge

Kaiserin Elisabeth von Österreich

 

 

Foto: @Bertl Jost

 


 

Glücklich ist, wer vergisst,
was doch nicht zu ändern ist.

Zitat aus der Fledermaus

 

Bild: @Bertl Jost

 


 
 
Nun kann sie weiter wandern,
Nichts hemmt mehr ihren Lauf;
Ein Hügel nach dem andern
Führt abwärts bald, bald auf.

Doch in dem Buchenlaube
Was schimmert wohl so licht?
Bedeckt vom Silberstaube
Kommt jetzt der See in Sicht.
 
Teile aus den „Cyclamen II.“, Winterlieder,
Brigitte Hamann – Das poetische Tagebuch

 

Foto: @Artgraphy.at

 


 

Je besser ich die Menschen kennenlerne,
desto mehr bewundere ich Hunde.


Madame de Sévigné

Ein besonders großes Danke an Garret und Chiba

 
 

Foto @Artgraphy.at

 


 

Die Leute wissen nicht was sie mit mir beginnen sollen,
weil ich in keine Traditionen und längst anerkannten Begriffe hineinpasse.
Sie wollen nicht, dass man ihre Schubladenordnung störe. So gehöre ich denn mir ganz.“

Kaiserin Elisabeth von Österreich

 

Foto: @Die Gärten vonTrauttmansdorff

 


 

Ein Leben ohne Hund ist möglich,
aber sinnlos.

Loriot

Wir wünschen allen unseren Freunden und Fans einen wunderschönen Valentinstag!

Foto: @Artgraphy.at

 


 

Ich bitte Gott, Er möge gnädig senden
Dir manchen Sommer noch, wie du ihn liebst,
Wo Frische dir die Sonnenstrahlen spenden
Und Stunden du im Buchenhaib verbliebst.
Nachts aber soll der Mond sein Antlitz wenden
Dir zu, wie Du entzückt mir jüngst beschriebst.
Wem die Natur so lieblich weiss zu blühen,
Vor dem wird lange noch das Alter fliehen!
 
 
Kaiserin Elisabeth an ihre Mutter Ludovika
Brigitte Hamann – Kaiserin wider Willen
 
 

Foto: @Bertl Jost

 


 
 
Ich hätt‘ getanzt heut‘ nacht
die ganze Nacht heut‘ nacht!
So gern‘, und noch viel mehr.
Ich hätt‘ mir viel erlaubt,
wovon ich sonst geglaubt,
das das wohl sündhaft wär‘.
 
Textauszug aus Song: „Ich hätt getanzt heut nacht“,
Musical: My fair Lady
Text: Alan Jay Lerner
Deutsche Übersetzung: Robert Gilbert
 

Foto: @Bertl Jost

 


Ich möchte so reich sein, wie unsere Gesellschaft an Langeweile…

Elmar Kupke
Textauszug aus: Der Stadtphilosoph

Foto: @Bertl Jost

 


 

Sei verlassen, sei verdammt
Bis ans Ende dieser Welt gerannt,
Finde nur ein Telefon
Und schon –
Steht Dir offen jedermann.

Geht er ran?

Mortzcampus

 
 

Foto: @Bertl Jost

 


 
 
Ich wollt, ich wär‘ eine Königin,
Dann stieg ich herab vom Throne
Und legte zu deinen Füßen hin
Reichsapfel, Scepter und Krone.

Und wär‘ ich weiser als Salomo,
Dein Wort hielt doch ich in Ehren,
Denn weiser als aller Sterblichen Wort
Erschienen mir deine Lehren.

Ich bin nicht weise, bin ohne Macht,
Hab nichts als ein Herz zu vergeben,
Doch ist’s an Lieb und Treue so reich,
Wie keins du mehr findest im Leben.

Emma von Brandis-Zelion

 
 

Foto: @Bertl Jost

 


Was mich nicht umbringt,
macht mich stark,
ich werde es allen beweisen,
seine Schuld gibt mir das Recht
die Kette zu zerreißen
Geh…!

Textauszug aus dem Song Maladie, Elisabeth Musical
Text & Musik Silvester Levay & Michael Kunze

 

Foto: @Daniel Leitner

 


 

Reihenweise sind ihr die Männer um sie herum verfallen.

Sie ist der eiskalte Engel;
eine liebliche Fee,
die lockt,
ohne die kleinste Annäherung zu erlauben…

*Sisi*

 

 

Foto: @Privat

 


Sie hat etwas in ihrem Wesen,
das fasziniert.

Irma Gräfin Sztáray, Hofdame der Kaiserin

Foto: @Privat

 


 

 

Sturm mit seinen Donnerschlägen
Kann mir nicht wie du
So das tiefste Herz bewegen,
Tiefe Meeresruh!

Du allein nur konntest lehren
Uns den schönen Wahn
Seliger Musik der Sphären,
Stiller Ozean!
 
Kaiserin Elisabeth bei der innig vertieften Lektüre von Nikolaus Lenau in Ungarn

Auszug aus dem Gedicht „Meeresstille“ von Nikolaus Lenau

 

Foto: @Privat

 


 

„Ich bin die Sklavin meiner Haare.“

Kaiserin Elisabeth von Österreich
Kaiserin wider Willen, Elisabeth Hamann

 

Foto: @Privat

 


 
Auf Titania, schmücke dich
Heut‘ mit Diamanten!
Sonntag ist’s, es nahen sich
Wieder die Verwandten.
(…)
Oberon im Feensaal
Winket schon den Gästen,
Die sich dem Familienmahl
Nah’n von Ost und Westen.
(…)
Schwermutvoll ihr Auge blickt,
Träumend in die Weite;
Ihre Jugend ist geknickt,
Trübsal ihr Geleite
 
Elisabeth von Österreich, Das poetische Tagebuch – Brigitte Hamann
 

Foto: @Privat

 


 

„Warum muß man mich immer mit dem Hofzeremoniell Sekkieren? Reicht es nicht, daß ich mich Anstarren laße…?“

 

Foto: @Privat

 


 

„Marie! Ein Photograph!, Sorge bitte dafür, dass Ich Privat sein möchte. Lass den Paravent vor mich stellen. Ida, Lies bitte weiter.“

„Jawohl, Majestät!“

So oder so ähnlich könnte sich die Szene abgespielt haben.
Wir zeigen Euch in Zukunft Tagesabläufe im Leben von Kaiserin Elisabeth, dass macht sie unserer Meinung nach Lebendiger.

 

Foto: @Privat

 

 

Eljen Erzsébet

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Georg Raab Foto: @Schloss Schönbrunn

 

„Wenn des Kaisers Angelegenheiten in Italien schlecht gehen, so schmerzt es mich, wenn aber das gleiche in Ungarn der Fall ist, so tötet es mich!“

 

Die vielleicht einzige Liebe, die die Kaiserin fähig war zuzulassen, war die zu den Ungarn.

Ein Volk, dem die Liebe zur Freiheit über alles ging. Stolz und nach Unabhängigkeit kämpfend, wie sie selber.

Graf Andrássy, mit dem sie Zeit Lebens eine tiefe Freundschaft verband, bezeichnete  sie als „Ungarns schöne Vorsehung“.

Elisabeth schrieb über Andrássy: „eine Freundschaft, die niemals durch die Liebe vergiftet wurde“.

Noch immer besteht dieses Band zwischen der Kaiserin und dem ungarischen Volk.

 


 

Zum ersten Mal traf ich am 18. August 2012 auf „richtige ungarische Husaren“.

6 Reiter reisten mit ihren Pferden nach Ischl, um dort an der Parade zu Ehren des Geburtstags von Kaiser Franz Josef teil zu nehmen.

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Ein Tag, dem ich wochenlang entgegen fieberte. Ein lieber Freund ermöglichte mir, an der Seite der Ungarn daran teil zunehmen.

Elisabeth war bekannt als eine der besten Reiterinnen ihrer Zeit, sie nahm an vielen Parforcejagden unter anderem in England teil, also gab es auch für mich nur eine Möglichkeit, „meine Husaren“ würdig zu empfangen.

Auch wenn ich beinahe so lange reite, wie ich laufen kann, im Damensattel war das ganze etwas völlig anderes.

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Ich erwartete meine Begleiter und auch wenn wir uns kaum verständigen konnten, so war es doch etwas ganz besonderes.

Die Husaren formierten sich, und geleitet von goldverschnürten Uniformen ritt ich durch die jubelnde Menge bis zum Kreuzplatz vor der Kirche.

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Die Kaiserin am Pferd, ein dunkelblaues Reitkleid, bewacht von ihren Ungarn.

Eine Szene, die Filmreif hätte sein können.

Aber soll ich Euch verraten, was das schönste an dem ganzen war?

Der absolute Höhepunkt?

Nach der ganzen Feier, taten die Husaren, was sich sonst keiner getraut hätte.

Sie wendeten ihre Pferde, und wir jagten im gestreckten Galopp über die Wiese vor der Kaiservilla, bergauf Richtung Jainzen.

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Seither habe ich immer wieder verschiedene Husaren getroffen und kennengelernt. Mit vielen davon verbindet mich inzwischen eine wundervolle Freundschaft, und ich freue mich stets, sie wieder zu treffen.

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Sisi

 

 


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