Tag-Archiv | Schloss Ruegers (bereits mehrfach)

3 Jahre Sternenkaiserin – Aus der Sicht von Marie

Immer wieder werden wir gefragt: „Wie habt ihr euch kennengelernt? Nun, die Frage möchte ich gerne beantworten. Während Sisi schon viel länger als „Sisi“ tätig war, kam ich erst in den letzten Dezember-Tagen von 2016 dazu. Sisi hat euch die Story „Wie wurde ich zur (Sternen)Kaiserin“ hier zusammengefasst.

Heute vor drei Jahren ging diese Seite „on air“. Sprich, sie eroberte die Welt. Und das wortwörtlich. 

Es war im Jahr 2013, als ich Elisabeth das erste Mal als Kaiserin Elisabeth sah. Wo anders soll das gewesen sein als in Bad Ischl. Ich war mit einer Bekannten zum Musical „Hello Dolly“ nach Ischl unterwegs und war extrem überrascht, dass so viele Leute im Dirndl und Lederhosen herumliefen. Also zumindest mehr als sonst. Als ich dann irgendwo ein Plakat sah auf dem „Kaisertage“ stand wurde mir bewusst, dass ich unbewusst mitten in der Kaisergeburtstagswoche die Tickets gebucht hatte.

Mir fiel es wie Schuppen von den Augen: Da muss Sisi irgendwo sein. SIE muss da doch irgendwo sein.

Und so lief ich – ohne auf meine Bekannte noch zu achten – einfach los um Kaiserin Elisabeth zu suchen. Wahrscheinlich muss ich ausgesehen haben, wie eine Irre, die mit Handy in der Hand drauflos stürmt und mitten im Tummel die Bekannte vernachlässigt stehen lässt.

Doch – Entschuldigung liebe Leute: Da MUSS Kaiserin Elisabeth irgendwo sein.

Und tatsächlich. Da stand sie. Leibhaftig. Mit Schirm, Fächer, schlank, groß, mit Hut und – in Schwarz.

In SCHWARZ.

Eine schwarze Sisi.

Mich traf halb der Schlag. Da sehe ich endlich „die Kaiserin“ und dann rennt sie in „schwarz“ herum. Ich hätte nicht unglücklicher sein können – zumindest dachte ich das 2013 noch.

Ihr müsst wissen, dass ich die „schwarze Kaiserin“ nicht so wirklich mag.

Diese depressive, teils bösartige Frau, ist mir persönlich als lebensfrohen, immer lebensbejahenden Menschen sehr fremd. Ansonsten liebe ich „Sisi“ seit meiner Kindheit. Natürlich hat wie bei fast jedem von euch, das Fieber mit „Sissi“ angefangen. Romy Schneider ist, wie für jedes kleine Mädchen der wahrgewordene „Prinzessinen“traum. Keine Disney-Prinzessin kann dies einfangen, wie Romy als Sissi. Ihre Anmut, ihre Schönheit – ist einfach legendär.

Doch je älter ich wurde und wir in der Schule irgendwann im Geschichtsunterricht bei den Habsburgern landeten, war ich fasziniert, von der echten Prinzessin, die gar keine Prinzessin war. Denn sie war „nur“ eine Herzogin. Und genau das sollte ihr Zeit ihres Lebens zum Verhängnis werden. Wer mehr Informationen dazu möchte, liest meinen Beitrag zum Thema „in oder von Bayern, wo ist der Unterschied?“ hier nach. 

Als das Buch von Brigitte Hamann erschien, kaufte ich es. Ja, liebe Leute, das Buch erschien in den späten 80er Jahren. So alt bin ich schon *lol*. 

Nun stand sie vor mir. Die „echte Kaiserin im jetzigen Jahrhundert“. So eine Ähnlichkeit, so eine strahlende Schönheit. Ich war wie vom Donner gerührt. Tränen traten mir in die Augen. Sisi. Da war sie. In schwarz. Ich konnte es nicht glauben. Leider habe ich die Fotos nicht mehr gefunden, die ich damals von ihr gemacht habe. Mit Fächer und kaltem Blick schaute sie mir in die Kamera. Kann es je echter gewesen sein? 

Ich fand sie danach auf Facebook und ein loser Kontakt entstand.

Foto: sternenkaiserin.com – Marie

Foto. ÖGEG

Das nächste Mal sah ich sie 2016. Zum 100jährigen Todestag von Kaiser Franz Joseph entschied ich mich, mit dem Kaiserzug am 15.8.2016 nach Bad Ischl zu fahren. Da ich am 13.8. Geburtstag habe, hat mir mein Ehegespons die Fahrkarte dafür gekauft. Ich konnte nicht glücklicher sein. Ich freute mich auf den Tag, zog sogar ein Dirndl an, machte mir mit der „Sisi-Sternenhaarspange“ eine Frisur und wir starteten früh morgens los. Was dann geschah, könnt ihr mir hoffentlich jetzt verzeihen: Mich traf halb der Schlag.

Da stand sie. In Attnang Puchheim. Mit Dr. Seeburger am Arm. In SCHWARZ! *kreisch* 

Meine Gesichtsfarbe wich mir aus dem Gesicht, als ich die restlichen Begleiter erblickte.

 

Foto: sternenkaiserin.com – Marie

Foto: sternenkaiserin.com – Marie

Ihr gesamter Hofstaat folgte in Hoftrauerkleidung nach. Tiefes schwarz, d.h. Kleid, Schleier, Schmuck, Handschuhe, Schirm. Alles schwarz. 

Ich war untröstlich. Ich hätte niemals geglaubt, dass mich der Schock von 2013 nochmals einholen konnte. Damals – in schwarz -. 3 Jahre später: wieder in schwarz. 

3 Jahre sah ich mir die schönsten Kleider auf Facebook an: lila, gelb, rot, weiß… und in welchem Kleid sehe ich sie?

Richtig: in schwarz.

30 Grad, Sonnenschein, ein traumhafter Tag und Kaiserin Elisabeth steht 2016 in Hoftrauerkleidung vor mir. Ich konnte nicht unglücklicher sein.

 

Foto: sternenkaiserin.com – Sisi

Sisi und ich Foto: sternenkaiserin.com – Marie José

Schon kurze Zeit später traf ich Elisabeth wieder. Ich erhielt eine Einladung zum „Hofball in Mödling“, welcher am 8.12.2016 stattfand. Sie stand in einem Traum von Kleid vor mir: im ungarischen Delegationskleid, welches nur ein einziges Mal kurz von Brigitte Hamann beschrieben wurde. Ich war im siebten Himmel. Endlich einmal kein schwarz! Wie so ein Groupie, ließ ich mich mit der Kaiserin fotografieren. Wer sich jetzt wundert und den Namen „Maria José“ unter dem Foto sieht: Ja, auch sie war bei dem Ball. Dort lernten wir uns kennen. Auch Ida lernte ich an jenem Tag näher kennen – sie begleitete allerdings Sisi schon im August in Ischl.

Leider war der Ball nicht der Erfolg, der er hätte sein müssen, jedes weitere Wort dazu ist überflüssig.

Unsere Elisabeth brauchte Trost und so trieb uns das Schicksal zueinander. Sie war untröstlich und das einzige was ich am Telefon vor lauter Schluchzen heraushörte, war: „Ich höre auf. Die Kleider kommen auf den Dachboden. Das wars. Ende.“

OH NEIN! Sicher nicht! Das durfte nicht sein. Nicht du!

Ich versprach ihr: „Wenn du dich neu erfindest, werden dir Türe und Tore geöffnet, die du nicht für möglich gehalten hättest. Steige wie ein Phoenix aus der Asche. Lasse alles Negative hinter dir. Du kannst das. Du schaffst das.“

Und dann folgte ein Satz, der mich – ich seh mich heute noch vor der Lieblingspizzeria frierend stehen, hinter mir die Massen vorm Punschstandl des Linzer Christkindlmarktes – aus heiterem Himmel traf: „Hilfst du mir?“

Meine Antwort musste nicht lange warten: „Ja, wenn du das möchtest helfe ich dir. Das einzige was du tun musst ist mir zu vertrauen.“ Wer die Geschichte, „Wie wurde ich zur (Sternen)Kaiserin“ von Sisi gelesen hat, weiß, dass ihr das grad alles andere als leicht fiel. Vertrauen. Ein Wort, dass in ihrem Wortschatz nach dem Dilemma des Hofballes nicht mehr vorkam. Zu viele vor mir hatten sie verraten und verkauft, ihr Vertrauen missbraucht und sie ausgenutzt.

Doch ich brauchte das Vertrauen, um mit ihr die Wege zu gehen, die ich vorhatte.

Und so wagten wir den Neubeginn.

Wir starteten gemeinsam durch.

Ich erfand die „Sternenkaiserin“, eröffnete die Homepage, die gleichzeitig ein Blog war. Wir gestalteten die neue Facebook- und Instagram-Seite. Das alles ist nun 3 Jahre her. Am 27.12.2016 fiel somit der Startschuss für unser Tun. 

Mein Handeln kommt nicht von ungefähr. Ich habe schon einmal als PR-Beraterin gearbeitet, doch mehr möchte ich dazu nicht erzählen. Ich dachte niemals, dass ich jemals wieder in diesen Beruf zurück käme, doch mein Know-how war wichtig, um die Wege zu gehen, die sich Sisi erträumte.

Und so fingen wir an. Langsam, zaghaft und unwiderruflich nach vorne zu blicken: Träume groß, schau nie zurück (*).

Das ist zu unserem Motto geworden.

Hofsalonwagen von Kaiserin Elisabeth, Technisches Museum Wien, Foto: Charlotte Schwarz|Fotogräfin 2017

Schloss Wallsee, Privatbesitz Margaretha Habsburg-Lothringen, Foto: Prinz Barbara Fotografie mit Herz

Und so führte uns der Weg im ersten Jahr vom Husarenball in Sopron (der genauso ein Albtraum war, wie Mödling; seit dieser Zeit nehmen wir solche Einladungen nicht mehr an) über den Hofsalonwagen Ihrer Majestät im Technischen Museum, Palais Ferstl, Palais Daun-Kinsky und der ersten großen Tour im Waldviertel: Renaissanceschloss Greillenstein, Wasserschloss Totzenbach, Schloss Wallsee. Die Segnung im Stephansdom von Dompfarrer Faber ist bis heute ein Highlight.

Viele Abenteuer warteten auf uns. Viele Türen wurden uns geöffnet. Und bei aller Arbeit fehlte der Spaß nie. 

 

Dompfarrer Faber, Stephansdom Foto: Charlotte Schwarz|Fotogräfin 2017

Im Grunde braucht ihr nur in der Rubrik „Sisis Photoreportagen“ lesen. Hier sind die wichtigsten Stationen von unseren 3 Jahren beschrieben. Klickt euch durch. Ihr werdet eine Menge über unser Tun und Darstellung erfahren. Sisi schreibt diese Geschichten immer mit viel Herzblut. Sogar die historische Seite der Objekte die wir betreten, notiert sie. Und so entstehen ganz persönliche Eindrücke von der damaligen Zeit bis zu unserem Besuch.

 

 

 

Dennoch möchte ich euch von einer der lustigsten Touren aus dem 1. Jahr erzählen: 

Ein Tag nach Prinz Charles sind wir zu Gast beim k.u.k. Hofzuckerbäcker Demel, April 2017 Foto: Charlotte Schwarz|Fotogräfin 2017

Im April 2017 hatten wir einen Terminmarathon an einem Tag abzuhalten: Angefangen beim k. und k. Hofzuckerbäcker Demel, ins Palais Daun-Kinsky, danach zum Restaurant „Zum Schwarzen Kameel“ und schießlich zur Confiserie Heindl war alles dabei.

Unser Unglück war es, dass es in Wien wie aus Eimern schüttete und wir so unser „Wandeln im Volksgarten“ verschieben mussten. Wir harrten beim Demel aus bis zum Palais Daun-Kinsky Termin, was aber auch die Ursache hatte, dass uns der Demel eine Kulinarik nach der anderen auf den Tisch stellte. Wir aßen uns durch Torten, Brötchen und Veilcheneis.

Nach dem Shooting im Palais Daun-Kinsky mussten wir „Zum Schwarzen Kameel“ und zum großen Schock aller: weiteressen

Eine Praline nach der anderen stopften wir uns in die Wangen. Wie Hamster standen wir da. Konnten nicht vor und nicht zurück. Ausspucken? Viel zu kostbar und lecker das Gereichte. Außerdem wäre das mehr als unhöflich gewesen. Doch der Magen war schon übervoll.

Sisi in der Confiserie Heindl, April 2017 Foto: Charlotte Schwarz|Fotogräfin 2017

Sisis Augen wurden immer größer. Aber es half nichts. Immer rein damit. Schlucken. Wird schon gut gehen.

Als wir schon glaubten, Heil aus der Sache herausgekommen zu sein, ging es mit dem letzten Termin des Tages weiter: Die Confiserie Heindl wartete auf Sisi.

Und so wurden wir in der Rotenturmstraße-Filiale freudig mit Pralinen begrüßt. Pralinen. Oh mein Gott. Alleine das Wort „Pralinen“ ließ uns schon alles zusammenziehen. Bitte nicht. Und doch… Die Confiserie Heindl begleitet mich als Wienerin natürlich schon mein halbes Leben und so wusste ich welche Köstlichkeiten auf uns warteten; aber doch nicht nach Anna Demel-Torte, Sisi-Veilchen, Schinkenröllchen, Veilcheneis und Sisi-Pralinen vom Kameel. Ohhh wei. Es half nichts: Sisi Taler, Sisi Veilchen, Grazer Uhrturm und Mozarttaler mussten verspeist werden.

Starr schaute mich Sisi an, während ich ihr die Pralinen in den Mund stopfte. Das Korsett schnürte ihr sicherlich schon den Magen ein. In ihrem Gesicht war abzulesen: „Ich kann nicht mehr“. Ihre Augen wurden immer größer. Flehend sah sie mich an. Doch ich bin ja nicht umsonst „Marie Festetics“. Ich kenne kein Erbarmen. Los Sisi, rein damit. Sisi hasste mich in der Zwischenzeit schon. An dem Tag wurde ich zur (Erzherzogin) „Sopherl“ und intern blieb mir das bis heute. Immer wenn ich gar zu streng bin, werde ich vom „lieben Mariechen“, zum „bösen Sopherl“. So schnell kanns gehen. Zwei Personen in Einer *lol* 

Doch auch wenn uns nachher fürchterlich schlecht war, wir lachten unentwegt. Ich glaube, ich habe einen Monat keine Schokolade mehr angesehen. Sisi und ich haben die Angewohnheit, wenn wir dann endgültig nach Hause fahren, zu telefonieren. Wir lassen das Erlebte somit Revue passieren; gehen nochmal Pleiten und Pannen durch und/oder teilen uns mit, wie wir was einfacher in Zukunft gestalten könnten. Aber an diesem Tag, erzählten wir uns 2 Stunden lang, wie schlecht uns sei. Und trotzdem lachten wir uns halbtot. 

Aber so geht es uns immer, wenn wir unterwegs waren bzw. sind. Spaß, Ernst und viel Aufregung. Sobald ich eine Location lukriert habe – was oft Monate an intensiver Arbeit ist – geht es los:

Ungefähr so spielt es sich ab:

Whats app:
Ich: tülditütütü
Ich: tülditütütütüütttüüüü
Ich: tülditütütütüüttüüüütüttüütütütttüüüüüü

Meistens…wirklich meistens, wenn ich eine Locationszusage habe – hat Sisi ihren 12 Stunden Dienst. Ihr wisst ja: Sisi ist Krankenschwester. Sie kann natürlich nicht 12 Stunden lang vorm Telefon hocken. Und ich zähle dann meistens die Stunden. 

Zurück zum Whatsapp:
Sisi: Was
Sisi: Wahas
Sisi: WAHHHHAAAASSSSSS?????

Hehe, jetzt rächte ich mich und machte auf „nicht erreichbar“. Ätsch.

Naja und dann ruft die Neugierdsnase natürlich in ihrer Mittagspause an, weil sie es ja nicht aushält. Und dann kommt das obligatorische: „Ich weiß etwas was du nicht weißt. Ätsch. Bätsch.“ Und so verplempern wir ihre kostbare Mittagspause und kurz bevor sie wieder zurück muss, sage ich ihr wo es hingeht. Gemein, oder? Denn die nächsten 6 Stunden verbringt sie damit ihrer harten Arbeit nachzugehen und hat natürlich keine Zeit darüber nachzudenken, was sie anziehen könnte.

Deshalb telefonieren wir dann wenn sie Dienstschluss hat. Es glüht regelrecht die Leitung. Welches Kleid, welche Frisur. Wann, wo, wie? Tagelang. Immer dasselbe. Und meistens fängt sie an zu Nähen. Und irgendwann ist sie an der Reihe:

Whats app:
Sisi: tülditüttü
Sisi: tülditütütütüütttüüüü
Sisi: tülditütütütüüttüüüütüttüütütütttüüüüüü 

Meistens sitze ich dann vorm Laptop und recherchiere „Tote“, wie sie immer so schön sagt. Denn mein dritter Spitzname ist: „Leichenfledderer“ Ich befasse mich soviel mit den Toten jener Zeit, dass sie immer sagt: „Was willst mit den Toten. Die sind ja eh tot.“ Und so sitze ich über Bücher und Bücher und Laptop und recherchiere und bekomme das Handygeläut nicht mit.

Diese Leichenfledderei hat uns die zweite Facebook bzw. Instagram-Seite beschert, welche uns zwar viel Arbeit, aber auch eine Menge Spaß bringt. Die (Facebook)Seite „Sternenkaiserin – Mythos Kaiserin Elisabeth“ musste einige Namensänderungen durchmachen, bis sich die Richtung zeigte, in die sie sollte. Auf ihr schreiben wir alles was mit dem Mythos zu tun hat. Ich schreibe die (Kurz)Biografien von Verwandten, Wegbegleiter, Freunde und auch diverser Gerüchten. Sisi bringt euch den Brauchtum, die Etikette, die Mode des 19. Jahrhunderts und den Glauben der Habsburger näher. Ihr zweiter Spitzname ist „Brauchtums-Nerd“. Die Instagramseite „sternenkaiserin_mythoshabsburg“, ist das Pendant der Facebook-Seite. 

Oft wurde und wird uns vorgeworfen: „Was tut ihr euch eigentlich so viel an. Ist doch nur ein Hobby.“ Ein Hobby? Ja, vielleicht. Aber ein Hobby, welches vom Herzen kommt. Und wir konnten und können nur das erreichen, weil wir uns die Arbeit antun. Weil wir so genau wie möglich recherchieren, weil das Kleid historisch korrekt ist, weil die Frisur echt und keine Perücke ist, weil wir beide das Lieben was wir tun. 

Ich erfahre also mit diesem „tülditüttü“, dass das Kleid fertig ist, aber gezeigt wird es mir aus Prinzip nicht. Da hilft kein Betteln und Flehen. Warum? Das erzähle ich euch jetzt:

Eines unserer ersten Shootings war das „Untere Belvedere“ in Wien

Unteres Belvedere, Foto: Charlotte Schwarz|Fotogräfin 2017

Unteres Belvedere, Foto: Charlotte Schwarz|Fotogräfin 2017

Unteres Belvedere, Foto: Charlotte Schwarz|Fotogräfin 2017

 

 

 

 

 

 

 

An diesem Tag sah ich zum ersten Mal das „große“ Sternenkleid, das „kleine“ Sternenkleid, die große „rote Ballrobe“ und ein Original nachgeschneidertes Tageskleid von Kaiserin Elisabeth mit „Schweizer Bluse“.

Und obwohl wir direkt im „Unteren Belvedere“ parkten, lief ich ungefähr 50x zwischen Kleider, Auto und Berge von Accessoires hin und her. In 3 Stunden 4 Kleider zu shooten, war einfach zu viel. Und obwohl mich Sisi warnte, glaubte ich ihr nicht. Ich schwor mir: NIE wieder! Und das habe ich bis heute eingehalten. 

Doch als ich ihr dann das allererste Mal „DAS Sternenkleid“ anzog, war es um mich geschehen. Die Tränen rannen mir herab. Da stand sie vor mir. In dem Kleid der Kleider. Den Beitrag zum Sternenkleid könnt ihr hier nachlesen.

Und so ist es bis heute. Im Elisabeth Musical lautet eine Textzeile „Bis du dich umdrehst…“ (**) Und jedesmal verzaubert sie mich und jedesmal wieder weiß ich, warum sie mir vorher die Kleider nicht zeigt. Dieser Moment. Dieser einzigartige Moment ein Kleid das allererste Mal zu sehen, ist jedesmal ein Ereignis. Auch wenn ich sie ins Korsett schnüre, ihr das Kleid anziehe. Dieser Augenblick, wenn sie sich umdreht, kann nur derjenige verstehen, der sie das allererste Mal sieht. Dieser einzigartige Augenblick….

In den gezeigten Aufnahmen verschweigen wir natürlich auch vieles. Peinlichkeiten oder Pannen oder lustige Momente, wie zB als unsere geliebte und geschätzte Maria José im Schlosspark Laxenburg einen Purzelbaum vom Baum machte und beim Aufstehen sich den Kopf am Ast anstieß. Unser Gröhlen war wahrscheinlich bis zum Eingang zu hören und wer den Schlosspark kennt, wird wissen, wie groß der ist. *lol* Wir hatten und haben, trotz aller Arbeit, trotz aller enormen Vorbereitungen, bei all unseren Shootings Spaß. 

Aber was uns noch viel mehr beschäftigt, ist, wen wir aller Kennenlernen: egal ob die Familie Habsburg-Lothringen (Schloss Wallsee, Ball in Kärnten) Familie Kuefstein mit dem Renaissanceschloss Greillenstein, Graf Waldburg-Zeil mit dem Palast Hohenems – die alle durch die Verwandtschaft mit Erzherzogin Marie Valerie zur Familie gehören oder Gräfin Alix mit dem Schloss Artstetten, die durch Erzherzog Franz Ferdinand mit der Familie verbunden ist oder Graf Pilati mit seinem wunderschönen Schloss Ruegers. Der erste Blick auf unsere Sisi war und ist immer eindeutig: Staunen, Lob und vollkommenes Hingerissen sein.

Denn das ist man von ihr: Hingerissen

Sisi ist privat eine Schönheit, das könnt ihr mir glauben.

Sisis echte Haare, Schloss Fuschl, im 2ten Jahr (2018), mit Minnerl, Foto: sternenkaiserin.com – Marie

Aber als Kaiserin Elisabeth erstrahlt sie im vollkommenen Licht. Ihre Haare lässt sie wachsen, obwohl sie sie im Alltag stören.

Ihre Kleider werden auf die kleinste Präzession genäht und wir stimmen immer die Kleider auf die jeweilige Locations ab.

Kutsche von Sisi, vollgepackt für Schloss Ruegers, 2019 Foto: sternenkaiserin.com – Sisi

Generell ist der Aufwand groß. Ihr könnt euch nicht vorstellen, was für ein Aufwand das alles wirklich ist. Kleidersäcke, Kisten mit Accessoires, was nehmen wir wohin mit. Recherchen zu den Locations müssen gemacht werden, damit wir euch (meistens Live) in den Videos von jener berichten können. Jeder Artikel muss recherchiert werden. Das ist ein enormer Aufwand, der eines Historikers würdig ist. Auch die Fotos wollen nach jedem Shooting entwickelt werden. Oft muss ich mich durch 4000 Fotos wühlen, was jedesmal eine Herausforderung ist. Das ich überhaupt zur Fotografin wurde, war gar nicht vorgesehen. Zuerst begleitete uns eine Fotografin, von der wir uns aus privaten Gründen trennten, danach folgte uns Barbara Prinz. Doch sie hat Mann und Kinder und die Termine waren nicht immer kompatibel. Und so begann ich zu fotografieren. Mittlerweile gehört mir eine stattliche Kamera mit ordentlichen Objektiv (Danke, Babsi für den Verkauf!). Ein Jahr brauchte ich, um das Bildbearbeitungsprogramm halbwegs zu verstehen. Learning by doing. Doch nicht nur die Locations, und Fotos, auch jedes Kleid ist detailgetreu und eine Heidenarbeit. Eine Arbeit die viel Liebe und viel Verrücktheit erfordert. Und ja, wir sind verrückt. Aber das ist uns egal. Wir lieben was wir tun. Denn der Erfolg gibt uns Recht. 

Wie verrückt wir sind, erzähle ich euch mit dieser Anekdote:

Sisi hat euch ja schon den Beitrag zu Schloss Ruegers geschrieben den ihr hier nachlesen könnt. Die Geschichte mit dem Paravent hat sie nur angedeutet. Ich erzähle sie euch wie sie wirklich war.

Der 300 Jahre alte Paravent. Schloss Ruegers. Foto: sternenkaiserin.com – Marie

Neues „Reise-Foto“, Schloss Ruegers 2019, Foto: sternenkaiserin.com – Marie

2017, Schloss Ruegers erster Besuch: Ihr alle kennt unser Foto, wenn wir auf die Reise gehen.

Nun, das hätte so in der Art nicht entstehen können, wenn Sisi und ich den Paravent nicht 3 Zimmer weit geschleppt hätten.

Ich entdeckte ihn schon am Vortag, während unseres Shootings. Das es einen Tag 2 geben würde, konnte nur der Großzügigkeit von Graf Pilati zugeschrieben werden, denn so konnten wir endlich unseren Traum die Nachstellung der Winterhalter-Gemälde mit offenen Haaren verwirklichen.

Ich wusste, dass der Paravent im Schlafzimmer mehr Sinn machen würde, als im Damensalon. Und so schnappte ich mir Sisi und wir trugen das 300 Jahr alte „Ding“ durch 3 große Räume des Schlosses.

Unsere Angst hätte nicht größer sein können: er hätte ja auseinander brechen oder wir hinfallen können etc – denn eins kann ich euch sagen: Der hatte ordentlich Gewicht. Als wir ihn endlich in Position hatten, konnten wir wunderbare Fotos machen.

Den Blick der Führerin, die 1x pro Stunde mit Touristen durchs Schloss ging, werden wir nie vergessen. Wir wissen nicht, ob sie den Paravent nicht erkannt hat, aber wusste, dass der vor einer Stunde noch nicht da stand, oder ob sie so geschockt war, dass wir es wagten die 300 Jahre alte Antiquität, den schon Maria Theresia gesehen hatte, tatsächlich zu verwenden. 

Mittlerweile waren wir bereits zwei weitere Male im Schloss Ruegers und haben alleine einen Tag dafür gebraucht das halbe Schloss umzudekorieren. Und natürlich fand sowohl 2018, als auch 2019 der Paravent wieder seinen Platz im Schlafzimmer. Wir trugen ihn also wieder durch 3 Räume. Wir richteten das Schloss wirklich nach unseren Geschmack ein. Dafür putzen wir Tische, Kästen, Böden und sogar das Nippes, welches wir verwendeten. Nach dem Shooting, stellen wir alles wieder exakt an den Platz zurück. Dafür macht Maria José immer „vorher Fotos“. Dies erleichtert uns die Arbeit. 

Auch das im Jahr 2017 gedrehte Video „Sisi hustet“ ist in Schloss Ruegers entstanden. Ich wollte sie unbedingt auf der Chaiselongue  fotografieren. Ohne einem Accessoires sah dies aber sehr langweilig aus. Also ging ich ins Nebenzimmer und holte aus dem kleinen Regal ein weißes Büchlein heraus. Ich drückte es Sisi in die Hand und meinte O-Ton: „Tu so, als ob du die Schwindsucht hättest“. Dass ich ausgerechnet ein Buch aus dem ausgehenden 18. Jahrhundert erwischt hatte, konnte ich nicht wissen. Und so hustete sie wirklich. Denn der Staub aus dem Büchlein kitzelte ihr massiv in der Nase. Wer also ganz genau hinhört, wird mich im Video leise kichern hören. Als das Video zu Ende war, mussten wir laut losprusten.

Hier das Video zu eurer Belustigung. 

Video: sternenkaiserin.com – Marie

 

Schloss Ruegers, Sommer 2018, Foto: sternenkaiserin.com – Marie

Mit diesem Fotos – eines meiner absoluten Lieblingskleider – verbinden wir eine ganze besondere Geschichte. Es war im Sommer 2018, als wir erneut für 3 Tage alleine, nur mit Maria José, im Schloss Ruegers waren. Wir bekamen nicht nur den Schlüssel fürs Schloss, sondern durften – wie bereits erwähnt – umdekorieren. Ein ganz besonderen Gefühl: denn man brachte uns hier ein großes Vertrauen entgegen. 

Maria José ist ein Springkinkerl. Was so viel heißt wie: sie kann nicht ruhig stehen und noch weniger ruhig sitzen. Sie singt unentwegt. Von Elisabeth bis zu spanischen Liedern ist alles dabei. Ihr Repertoire ist groß. An diesem Tag war es extrem heiß und eigentlich überlegten wir schon in den Teich zu springen. Maria José hatte einen Sombrero auf (fragt mich nicht mehr, wo der herkam) und fing an „Luftukulele“ zu spielen und sang lautstark: Cielito lindo. (Text geht in etwa: ey ey ey ey cielito lindo…)

Ihr kennt das Alle. Hört es euch auf youtube an. Wir konnten nicht mehr. Wir haben uns gekringelt vor lachen. Sisi drehte sich dabei um und bevor sie laut loslachte, entstand dieser Schnappschuss. 

Jetzt wisst ihr, was es heißt: wir hatten und haben Spaß! Manchmal gröhlen wir ohne Ende! 

Ich kann euch leider nicht alle Storys erzählen, die wir erlebt haben. Es würde jeden Rahmen sprengen. 

 

 

 

 

Schloss Ruegers, Sommer 2019, Foto: sternenkaiserin.com -Marie

Auch dieses Jahr hatten wir wieder ein großes Shooting im Schloss Ruegers. Diesmal wieder mit Minnerl und Ida. Sogar Lily von Hunyday und Gräfin Bellgarde besuchte uns. Das ungarische Ballkleid wurde präsentiert und diese beiden Hofdamen begleiteten Sisi zum großen Ball. Danach besuchte Ida uns und Minnerl musste eine Geburtstagstorte für Gräfin Ida durchschneiden. Die Angst im Video zu versagen war für Minnerl riesig. Wir probten im Leerlauf. Als es dann hieß: „Klappe die Erste“, war sie so nervös, dass wir 3x drehen mussten. Aber alles ging gut. 

In vielerlei Hinsicht müssen wir Videos oft 3x drehen. Das zerrt oft an den Nerven, führt aber dazu, dass wir immer besser werden. Fehler passieren trotzdem. Wie zB. dieses Jahr in der Hofburg Innsbruck. Die Sprache des 19. Jahrhunderts ist gar nicht so einfach.

Viele von euch schreiben in den Kommentaren immer „Eure Majestät“. In Wirklichkeit heißt es „Ihre Majestät“ für Kaiserin Elisabeth und „Seine Majestät“ für Kaiser Franz Joseph.

In der Hofburg Innsbruck ist mir heuer beim Dreh der Fehler passiert. Das Video „Sisi beim Frühstück“ sollte gedreht werden und ich sagte darin „der Kaiser lässt ausrichten“. Erst viel später fiel Sisi ein, dass es für mich als „Gräfin“ natürlich „Seine Majestät lässt ausrichten“ heißen müsste. Tja. Das Video ist aber nun mal mit „der Kaiser lässt ausrichten“. Manchmal können wir solche Kleinigkeiten nicht ändern. Auch wenn sie uns ärgern.

Wir sind auch nur Menschen. Auch wenn uns das manchmal von Menschen, die uns Kommentare hinterlassen, die nicht so freundlich sind, aberkannt wird. Auch wir mussten lernen mit Neid und Missgunst oder Besserwisserei umzugehen. Und manchmal fällt uns das verdammt schwer. Bei allem Bemühen. Negative Kommentare tun weh. Immer. 

Doch die meiste Zeit können wir uns nur bei euch bedanken: Für eure Likes, eure Kommentare, euer Feedback und euer Interesse. Ohne euch, wäre die Sternenkaiserin nicht so erfolgreich.

Meinen besonderen Dank möchte ich unseren Freundinnen ausspreche:
Unsere Maria José (auch Lily Hunyady und Minnerl), die unermüdlich durch die Länder fährt, um uns bei den großen Shootings tatkräftig zu unterstützen. Ohne dich, sind wir nichts! Auch sie ist es, die immer wieder Gräber besucht und ich euch somit Videos und Fotos davon zeigen kann. Manchmal muss man etwas verlieren, um den Wert zu erkennen…. 

Unsere Ida (auch Bellegarde und Annerl), welche immer wieder Kommentare beantwortet oder die nicht so freundlichen von der Seite entfernt. Ohne dich, sind wir aufgeschmissen. Deine Hilfe ist sehr wichtig, denn wir können nicht 24 Std. erreichbar sein. Als Ida bist du unverzichtbar. 

Wir freuen uns auf viele weitere Abenteuer mit euch. Die 4 Musketiere. 

Naja und dann möchte ich noch das Schlusswort an die Eine richten: Ohne dich würde es keine Sternenkaiserin geben. Du bist, du warst und wirst es immer sein: Meine Elisabeth. Meine Sisi. Meine über alles geliebte Freundin. Denn das bist du. Die Beste die es je geben wird. 

… und es ist soviel mehr als nur ein Hobby … 

3 Jahre liegen hinter uns. Viele Jahre liegen noch vor uns. 

Denn wir …

Träumen groß! (*)

 ~ Marie ~ 


Weiterführende Informationen: 

Wer sich für die Statistik interessiert: hier zum Nachlesen

Besuchte Orte zwischen 2017 – 2019:

k.u.k. Hofzuckerbäcker Demel (bereits mehrfach), Palais Daun-Kinsky, Zum Schwarzes Kameel, Confiserie Heindl, Hofsalonwagen Technisches Museum Wien, Palmenhaus Schloss Schönbrunn, Café Dommayer, Unteres Belvedere, Schloss und Schlosspark Laxenburg, Café Central, Palais Ferstl, Schokomuseum Heindl, Heindl Shoperöffnung Kohlmarkt, Schloss Artstetten (bereits mehrfach), Stephansdom mit Segnung von Dompfarrer Toni Faber, Schloss Schönbrunn, Make a wish-Foundation, der letzte Kaiserzug nach Bad Ischl, Schloss Wallsee, Wasserschloss Totzenbach (bereits mehrfach) Renaissanceschloss Greillenstein, Schloss Ruegers (bereits mehrfach), Winterpalais Prinz Eugen, Schloss Esterhazy, Dreharbeiten für France 5 in Schloss Schönbrunn, Juwelier Köchert, Restaurant Onkel Taa (bereits mehrfach), k.u.k. Museum Bad Egart (bereits mehrfach), Hotel Adria (bereits mehrfach), Schloss Trauttmannsdorff (bereits mehrfach), Gärten von Schloss Trauttmannsdorff (bereits mehrfach), Traubenumzug Meran (bereits mehrfach), Oper Graz, Hotel Kaiserhof Wien (bereits mehrfach), Majestic Train, Schloss Hof, Hotel Kaiserin Elisabeth Wien, Albertina Wien (bereits mehrfach), Spanische Hofreitschule, Hotel Imperial, Wasserschloss Laudon, Schloss Eckartsau (bereits mehrfach), Schloss Fuschl, Sisi Schloss (Rudolfsvilla Reichenau an der Rax), Münchner Messe, Palast Hohenems, Franzensburg, Palais Schönburg, Burg Rappottenstein, Burg Heidenreichstein, Schloss Zogelsdorf, Hofburg Innsbruck, 

Ich glaube, das kann sich sehen lassen.

Auf ins Jahr 2020!


Rechtliche Hinweise:
Zitat (*): Schikaneder Musical, Text: Michael Kunze

Zitat (**): Elisabeth Musical, Text: Michael Kunze 
Text: Marie 
Fotorechte: Charlotte Schwarz|Fotogräfin 2017, sternenkaiserin.com – Marie, sternenkaiserin.com – Sisi, sternenkaiserin.com – Maria José
Videorechte: sternenkaiserin.com – Marie