Tag-Archiv | Pferdeliebe Sissi

Wie wird man eine Kaiserin?

Immer wieder stellt man mir diese Frage, deswegen will ich sie Euch nun beantworten Muss man dazu einen Kaiser heiraten? Früher einmal ja, heute nein!

Viele von Euch mögen es für ein Märchen halten und weil alle Märchen immer mit „es war einmal…“ beginnen, fange ich ebenso an.

Es war einmal …

….ein Ball in Bad Ischl, zu dem Tanzpaare aus ganz Österreich anreisten.

Die „Ballmutter“ war eine liebe Freundin von mir und da sie meine Tanzleidenschaft kannte, war es nicht verwunderlich, dass sie mich überredete, die Eröffnung zu tanzen.

Welche Geschichte hätte besser zu Ischl gepasst als die von Kaiser Franz Josef und seiner Sisi?

Nach fast einem halben Jahr Kostüm- und Tanzproben war es so weit, die Fledermausquadrille erklang im Theaterhaus Bad Ischl, Tanzpaare tuschelten, verneigten sich, tanzten miteinander…

Le quadrille français, Pantalon, Été…

Und dann setzte die Musik aus, ein Scheinwerfer erhellte die Tanzfläche, der junge Kaiser betrat das Ischler Parkett, eine rote Rose in der Hand.

Angespanntes Schweigen gefolgt von einem leisen Raunen der Menge rund um mich.

Der Kaiser verneigte er sich vor mir….

Da man einem Kaiser keinen Korb gibt, wie schon Erzherzogin Sophie sagte, nahm ich die Rose an.

Die ersten Takte des Kaiserwalzers gehörten nur uns allein. Ein Gefühl, das ich nie wieder vergessen werde.

Aller Augen auf uns beide gerichtet, jeder Schritt, jede Bewegung war einstudiert und dennoch war meine größte Angst aufs Kleid zu treten oder gar hin zu fallen.

Eine Handbewegung und der Hofstaat setzte in den Walzerreigen ein, tosender Applaus erklang und wir verneigten uns vor dem Publikum 

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Foto: sternenkaiserin.com – Sisi

Aus diesem einem Ball, dieser einen Märchennacht,  wurde ein jahrelanges Hobby, getrieben vom Anspruch immer steigender Perfektion.

Als „Tourismus Kaiserin“ von Bad Ischl wurde ich auch das Gesicht Kaiserin Elisabeths der Sisi Straße..

Es folgten unzählige Publikumsveranstaltungen, von der Dampflok bis zum Handkuss von Franz Klammer.

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Foto: sternenkaiserin.com – Sisi

So unterschiedlich wie das Programm mussten in meinen Augen auch die Kleider sein!

Für mich war der Anspruch, die ehemals „schönste Frau der Monarchie“ darzustellen,  immer weit mehr als das vom Tourismus gezeichnete Bild vom „weißen Kleid und den Sternen in den Haaren“.


Wer kennt es nicht, das weltberühmte Gemälde von F.X.Winterhalter:

Die Kaiserin im Sternenkleid und den Diamantsternen im kunstvoll geflochtenen Haar? Mehr über dieses sagenumwobene Kleid findet ihr hier:

Das Sternenkleid – Kleid aller Kleider

Aber wer weiß schon, dass dieses Kleid eigentlich nur ein Ballkleid war, das Elisabeth zur Hochzeit ihres Bruders trug?

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Es ist doch kurzsichtig zu denken, eine Kaiserin ginge 365 Tage im Jahr in einem solchen Aufzug durchs Leben!


Eine Dame zu der Zeit wechselte bis zu 5 mal am Tag die Garderobe!

Es gab Morgenkleider, Tageskleider, Dinnerkleider, Reitkleider, eigene Trauerkleider und selbstverständlich auch Ballkleider, Galakleider, Krönungskleider und das in unzähligen unterschiedlichen Modeepochen!

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Foto: sternenkaiserin.com – Marie

Elisabeth durchlebte eine Zeit der modischen Veränderungen und galt als Trendsetterin! Am Höhepunkt ihrer Schönheit stand die Krinoline, während hingegen am Ende ihres Lebens keinerlei Reifröcke mehr getragen wurden!

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Foto: sternenkaiserin.com – Marie

Ich begann mich mit der Mode der damaligen Zeit intensiv zu beschäftigen und die jeweils zum Anlass passenden Kleider zu schneidern.

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Foto: sternenkaiserin.com – Marie

Ihr könnt mir glauben, es war nicht immer einfach die Vorstellung eines Kleides in die Tat umzusetzen. Da ich keine gelernte Kostümschneiderin bin, brachte mich meine Fantasie immer wieder an die Grenzen des Machbaren.

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Foto: sternenkaiserin.com – Marie

Ihr könnt Euch nicht vorstellen, wie es jetzt nach fast 8 Jahren bei mir zu Hause aussieht.

Zwei Räume randvoll mit Kleidern, Hüten, Schirmen, Handschuhen etc.

Kleider für alle Jahreszeiten, Pelzmäntel, Muffs, Strohhüte, Schnürschuhe und unzählige Accessoires stapeln sich in Kisten und Kartons!

Von der Zither bis zum Tintenfass, dem Rosenkranz und Taschentüchern mit Monogramm, es wird immer mehr…

Geschirr, Waschschüsseln, Silberbesteck, alles was in einem Haushalt des 19. Jahrhunderts Verwendung fand, stapelt sich inzwischen bei mir.

Manches vom Flohmarkt, manches edle Geschenk von Freunden und Familie, auch einige Geschenke von treuen Fans sind dabei und werden immer wieder zum „Beiwerk“ auf Maries Fotos.

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Foto: sternenkaiserin.com – Marie

Zu Beginn war ich zugegebener Maßen mehr „touristisch“ als „historisch“, ich wusste es aber auch nicht anders… mit jedem Kleid, mit jedem Schloss lerne ich immer noch dazu.

Bücher über Korsettentwicklung stehen neben Ratgeber für adelige Damen und dem großen Ellmayer in meinen Regalen.

Die Unterwäsche einer Kaiserin (hier mehr dazu)

„Eine Krinoline macht noch lange keine Kaiserin!“

Diese Zeit ist eine Lebenseinstellung!

Benimm und Etikette bestimmen jede Bewegung!

Was ein Fächer alles verspricht… (hier mehr dazu)

Inzwischen lege ich großen Wert auf korrekte Bekleidung und trage diese wenn möglich auch dementsprechend bis ins letzte Detail!


Der Fixpunkt in meinem „Elisabeth – Jahr“ wurde das Traubenfest in Meran. Mit den Gärten von Schloss Trauttmansdorff habe ich einen wundervollen Partner gefunden, um für ein paar Tage im Jahr die Kaiserin in Meran aufleben zu lassen. Dieser erste Besuch damals war der erste Anlass um ein bestimmtes Kleid zu nähen. Denn eines war klar, wenn ich auf diesem Balkon stehen würde, dann in genau diesem Kleid. 😉

Für mich ist es immer wieder etwas ganz Besonderes wenn ich meine  inzwischen liebgewonnenen Freunde in Südtirol besuchen darf!

Schloss Trauttmannsdorff – Die schwarze Frau von Meran (hier mehr dazu)

Foto: sternenkaiserin.com – Marie


Zahlt diese Kleider jemand?

Nein!

Es ist nur ein Hobby!

Mein Hobby!

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Foto: sternenkaiserin.com – Marie

Wieso tue ich mir das an?

Nähe Tage- und Wochen- manchmal Monatelang an einem einzigen Kleid.

Lasse mich bis zu 15 Stunden ins Korsett schnüren.

Flechte stundenlang meine Haare.

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Foto: sternenkaiserin.com – Marie

Ganz einfach, weil ich es liebe und mit Marie einen Menschen gefunden habe, der mir all meine Träume ermöglicht!

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Foto: Prinz Barbara Fotografie mit Herz

Jemand, der diese Liebe mit mir teilt!

Weil es für mich immer wieder berührend ist, wie die Menschen reagieren, nicht nur kleine Mädchen, die plötzlich eine Prinzessin vor sich sehen, Erwachsene allen Alters, egal ob Mann oder Frau, kaum jemand, dem nicht plötzlich ein Lächeln im Gesicht erscheint, wenn er mich erblickt.

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Foto: sternenkaiserin.com – Sisi

Als Marie vor 3 Jahren in mein Leben trat dachte ich mir nur:  wieder eine, die mir das Blaue vom Himmel verspricht, die neben mir glänzen will.

Aber auch wenn ich eigentlich bereits mit diesem so speziellen Hobby abgeschlossen hatte, war da doch etwas an ihr, etwas das mich ihr glauben lies.

Sie schleppte mich nach Wien und ich tat es nur, um sie nicht zu enttäuschen, nicht weil ich zu dem Zeitpunkt noch an mich glaubte… den Glauben hatte ich längst verloren, war verraten und verkauft…

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Foto: sternenkaiserin.com – Marie

Aber Marie glaubte an mich! Vom ersten Tag an, an dem sie mich sah.

Ein Jahr voller Träume… (wenn ihr wissen wollt wie Mariechen mich zum ersten Mal sah, könnt ihr das hier erfahren)

Von all den unzähligen Menschen, die sich um mich scharrten, die durch mich zum Kaiser, zum Adjutant, zur Hofdame, zu was auch immer wurden, waren am Ende nur noch zwei über!

Marie und Ida!

Die treuesten Begleiterinnen der Kaiserin! Eine Freundschaft, die bis ans Lebensende gehalten hatte…

Und nach all den Enttäuschungen habe ich auch meine Marie gefunden, oder eigentlich sie mich!

…sie ist die Seele die mich verstand.

Ihre Perfektion trieb mich und treibt mich immer weiter, schönere Kleider, perfektere Haare… mit jedem Besuch, jedem Shooting werden wir besser.

Verstehen uns blind, agieren wie ein altes Ehepaar…


Neben all den historischen Kleidern gibt es aber auch noch eine zweite Kollektion.

Die Filmkleider!

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Foto: sternenkaiserin.com – Marie

Wer von uns kennt nicht die Filme mit Romy Schneider?

Sissi, die bayrische „Prinzessin“, die sich in den Kaiser verliebt und dann vom Wiener Hof mit der bösen Schwiegermutter flüchtet?

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Foto: sternenkaiserin.com – Marie

Das gelbe Kleid aus Madeira, das weiße Kleid vom Schiff, oder Sissi´s Reitkleid aus Ungarn sind nur einige der Filmkleider die inzwischen in meiner Kleiderkammer hängen.

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Foto: sternenkaiserin.com – Marie

Egal in welchem Kleid, ob nun mit oder ohne Sternen – die ich ausschließlich nur zu diesem einem bestimmten Kleid trage – gibt es kaum jemanden, der nicht erkennt, wen er vor sich hat….


„Gibt es ein Tutorial zu deiner Frisur?“

Auch so eine Frage, die ich immer wieder gestellt bekomme.

Nein gibt es nicht und wird es auch nie geben!

Ich habe fast 7 Jahre lang geflochten und probiert, bis ich den Dreh raus hatte. Denn ihr könnt Euch vorstellen, dass es  unmöglich ist, auf Reisen auf gut Glück zum örtlichen Frisör zu gehen, ihm eine Schachtel voll Haarnadeln hin zu halten und dann zu erwarten, dass er ohne zu üben mit Haaren die bis über den Hintern reichen, eine solche Frisur zaubert, die dann auch noch den ganzen Tag hält…

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Foto: sternenkaiserin.com – Marie

Also blieb mir nichts anderes übrig als genau das selbst zu lernen und deswegen ist und bleibt das auch mein Geheimnis!

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Foto: sternenkaiserin.com – Marie

Denn schon Ludwig von Bayern sagte: „ein ewiges Rätsel will ich bleiben“

Ich hoffe der Einblick in meine kaiserliche Welt hat Euch gefallen und ihr seid auch weiterhin dabei, wenn es heißt:

„Die Kleider sind gepackt….“

Interview auf der „the munich show“ in München/Video: sternenkaiserin.com – marie

Eure Sisi


Rechtliche Hinweise:
Text: Sisi
Fotorechte: sternenkaiserin.com
Videorechte: sternenkaiserin.com

Zwischen Auerhahn und Dampflok…

Es war ein sonniger, strahlend blauer Herbsttag als wir uns in Reichenau, einem ehemaligen k&k Kurort trafen. Die Berge schienen zum Greifen nah und das Laub begann sich bereits leicht zu färben.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Vor uns erstrahlte die Rudolfsvilla im goldenen Licht der Herbstsonne und ließ den längst vergangenen Glanz des Anwesens erahnen. Durch ein großes, reichlich verziertes, schmiedeeisenes Tor betraten wir den Park der einst hochherrschaftlichen Villa.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Die Rudolfsvilla steht in der Thalhofstraße in der Marktgemeinde Reichenau mit Blick auf das wunderschöne Raxgebirge im Bezirk Neunkirchen in Niederösterreich.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Als am 5. Mai 1842 der erste Abschnitt der Südbahn von Wien bis Gloggnitz eröffnet wurde, avancierte das Semmeringgebiet zur bevorzugten Sommerfrische der Wiener Gesellschaft.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Als Unterkunftsmöglichkeit für das allerhöchste Paar wurde 1856/1857 eine schlossartige Villa an der Stelle vom ehemaligen „Haus an der Waag“ nach den Plänen des Architekten der Ringstraße, Anton Hefft errichtet.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Der Kaiser nutzte das Gebiet rund um die Rax zur Jagd, während Kaiserin Elisabeth ausgedehnte Ausritte und Wanderungen unternahm, Gesellschaften gab oder die Kinder besuchte.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Wie auch andernorts üblich, folgte der Adel und die feine Gesellschaft der kaiserlichen Familie und erbaute rund um den Semmering viele herrschaftlichen Villen, die teilweise heute noch erhalten sind.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Den Hobbies der Kaiserin entsprechend, wählte ich ein Reitkleid für diesen Besuch. Da sie sogar ihren langjährigen Freund Graf Andrassy hier empfangen hatte, konnte ich nicht anders, als das Kleid aus der Szene der Sissi Trilogie anzuziehen, in dem Romy mit dem Graf durch die ungarische Puszta ritt, fehlte nur noch das Pferd.

Video: sternenkaiserin.com – marie

Die im romantischen Historismus mit Elementen der Tudor-Gotik erbaute Villa steht oberhalb der Schwarza in einer gestalteten Parkanlage des Vorgängerbaues. Die Villa verfügt über 2 Stockwerke, die Fassade besticht durch schmale, polygonale Pfeiler und einem Fries aus Terrakotta. Talseitig zeigt sich ein Giebelrisalit mit einem Gitterbalkon, zur Straße wartet ein kleiner Ehrenhof mit einem Gitterzaun und Pfeilern auf seine Besucher.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

In mitten des Ehrenhofes steht ein Marmorwandbrunnen mit Maskarons und Muschelschalen, ursprünglich stand dieser als Einzelbrunnen beim alten Burgtheater und wurde später hier her gebracht. In der Mitte des Brunnens befindet sich nun eine Büste von Kaiser Franz Josephs auf einem Pyramidenpfeiler. Die Büste stand ehemals vor der Schule des Ortes und wurde erst um 1970 hier aufgebaut.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Elisabeth´s Aufenthalte in Reichenau sind dokumentiert durch Aufzeichnungen im Haus-, Hof- und Staatsarchiv und in den lokalen Pfarrgedenkbüchern.

Am 23.Juli 1859 begleitete sie ihre Kinder zum ersten Mal in die Reichenauer Sommerfrische und kam später zu tage- oder wochenweisen Séjours alleine, in Begleitung des Kaisers, der Kinder oder auch ihrer Schwester Nene wieder.

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Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Elisabeth zu Pferde von rechts; links in einem vierspannigen Pomirwagen Kronprinz Rudolf und Herzogin Gisela; im Hintergrund das Tal von Reichenau mit dem Schneeberg / Foto: europeana.eu

Des Öfteren tauchte die Kaiserin mitten in der Nacht auf, um vom strengen Wiener Hof zu fliehen und reiste bereits am nächsten Morgen wieder ab.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

1862 blieb sie – unterbrochen von einer kurzen Kur – mehrere Monate und verbrachte die Tage wie auch in den Folgejahren mit Empfängen, Ausfahrten, Promenaden, Ausritten und am liebsten mit Forellenfischen.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

1865 feierte sie gemeinsam mit ihrer Familie den eigenen Geburtstag mit einer Vokalmesse zu ihren Ehren in der St.Barbarakirche am 23. Dezember.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Neben Kaiserin Elisabeth waren noch viele andere Mitglieder der kaiserlichen Familie in Reichenau zu Gast.

Kaiser Franz-Josef I nutzte das Anwesen vor allem für seine Jagdaufenthalte.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Kronprinz Rudolf verbrachte die ersten sechs Jahre als Kind jeden Sommer in der Reichenauer Sommerfrische, wodurch das zuvor als „Kaiservilla“ bekannte Haus zur „Rudolfsvilla“ wurde.

Erzherzogin Gisela begleitete den um zwei Jahre jüngeren Rudolf in die Reichenauer Villa.

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 Kronprinz Rudolf und Erzherzogin Gisela von Österreich in Reichenau an der Rax vor dem „Jagdhaus“ das er zum Geburtstag erhalten hatte und die im Park der Rudolfsvilla aufgestellt wurde. Fotografie von Ludwig Angerer / Foto: Bundesmobilienverwaltung

Erzherzog Karl-Ludwig, der jüngere Bruder von Kaiser Franz Josef mietete nach dem Auszug des Kaiserpaares die Rudolfsvilla drei Sommer lang für seine eigene große Familie.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Thronfolger Franz Ferdinand, Sohn von Erzherzog Karl Ludwig und späterer Thronfolger verbrachte dadurch ebenfalls mehrere unbeschwerte Sommer mit seiner Familie im Sisi-Schloss Rudolfsvilla.

Nachdem wir herzlich in der Rudolsvilla empfangen wurden, besichtigten wir die inzwischen leider leeren Räume, die jedoch gerade zu entzückenden Ferienwohnungen umgebaut werden.

(Wer mehr dazu wissen möchte: http://sisi-schloss.at/ )

Heute ist die Rudolfsvilla nach ihrem vielleicht berühmtesten Gast zu „Sisi Schloss -Rudolfsvilla“ umbenannt worden

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Der Luster im Treppenhaus stammt möglicherweise noch aus adeligen Besitz. Die jetzigen Besitzer sind damit beschäftigt in liebevoller Kleinarbeit, dem einstigen kaiserlichen „Wochenendhaus“ wieder neues Leben einzuhauchen.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Bilder und Gemälde im und am Haus zeigen eindrucksvoll dessen Geschichte und so kann man bereits im Vorbeifahren erkennen, wer einst hier wohnte.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Über einen kleinen Steig erreichten wir den großzügigen Landschaftsgarten, der das Haus umgibt und in dem man noch heute die Schienen der ehemaligen Privatbahn des Kronprinzen erkennen kann.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Die Sonne versank hinter den Berggipfeln und langsam wurde es auch für uns Zeit, diesem märchenhaften Fleckchen österreichischer Geschichte Lebe wohl zu sagen.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Wir bedanken uns für die Einladung und den herrlichen Nachmittag in Reichenau und freuen uns schon darauf, bald wieder auf „Sommerfrische“ zu fahren.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Sisi 


Rechtliche Hinweise:
Bildrechte: Sternenkaiserin,com – marie, wikimedia/commons, Bundesmobilienverwaltung

Videos: sternenkaiserin.com – marie

Textrechte: Sisi, Sisi Schloss – Rudolfsvilla

Reitausflug mit meinen Husaren

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Georg Raab Foto: Schloss Schönbrunn

 

„Wenn des Kaisers Angelegenheiten in Italien schlecht gehen, so schmerzt es mich, wenn aber das gleiche in Ungarn der Fall ist, so tötet es mich!“

Die vielleicht einzige Liebe, die die Kaiserin fähig war zuzulassen, war die zu den Ungarn.

Ein Volk, dem die Liebe zur Freiheit über alles ging. Stolz und nach Unabhängigkeit kämpfend, wie sie selber.

Graf Andrássy, mit dem sie Zeit Lebens eine tiefe Freundschaft verband, bezeichnete  sie als „Ungarns schöne Vorsehung“.

Elisabeth schrieb über Andrássy: „eine Freundschaft, die niemals durch die Liebe vergiftet wurde“.

Noch immer besteht dieses Band zwischen der Kaiserin und dem ungarischen Volk.

 


 

Zum ersten Mal traf ich am 18. August 2012 auf „richtige ungarische Husaren“.

6 Reiter reisten mit ihren Pferden nach Ischl, um dort an der Parade zu Ehren des Geburtstags von Kaiser Franz Josef teil zu nehmen.

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Foto: sternenkaiserin.com – Sisi

Ein Tag, dem ich wochenlang entgegen fieberte. Ein lieber Freund ermöglichte mir, an der Seite der Ungarn daran teil zunehmen.

Elisabeth war bekannt als eine der besten Reiterinnen ihrer Zeit, sie nahm an vielen Parforcejagden unter anderem in England teil, also gab es auch für mich nur eine Möglichkeit, „meine Husaren“ würdig zu empfangen.

Auch wenn ich beinahe so lange reite, wie ich laufen kann, im Damensattel war das ganze etwas völlig anderes.

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Foto: sternenkaiserin.com – Sisi

 

Ich erwartete meine Begleiter und auch wenn wir uns kaum verständigen konnten, so war es doch etwas ganz besonderes.

Die Husaren formierten sich, und geleitet von goldverschnürten Uniformen ritt ich durch die jubelnde Menge bis zum Kreuzplatz vor der Kirche.

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Foto: sternenkaiserin.com – Sisi

Die Kaiserin am Pferd, ein dunkelblaues Reitkleid, bewacht von ihren Ungarn.

Eine Szene, die Filmreif hätte sein können.

Aber soll ich Euch verraten, was das schönste an dem ganzen war?

Der absolute Höhepunkt?

Nach der ganzen Feier, taten die Husaren, was sich sonst keiner getraut hätte.

Sie wendeten ihre Pferde, und wir jagten im gestreckten Galopp über die Wiese vor der Kaiservilla, bergauf Richtung Jainzen.

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Foto: sternenkaiserin.com – Sisi

Seither habe ich immer wieder verschiedene Husaren getroffen und kennengelernt. Mit vielen davon verbindet mich inzwischen eine wundervolle Freundschaft, und ich freue mich stets, sie wieder zu treffen.

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Foto: sternenkaiserin.com – Sisi

*Sisi*


Rechtliche Hinweise:
Fotorechte: Schloss Schönbrunn, sternenkaiserin.com – Sisi 
Textrechte: Sisi