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Hofburg Innsbruck

Vor zwei Jahren machte ich Urlaub in Tirol und musste natürlich auch die Hofburg in Innsbruck besuchen. Was verbindet ihr mit Innsbruck? Ich muss zugeben, das erste woran ich dachte war natürlich das Goldene Dachl, gleich gefolgt vom Alpenzoo.

Da ich eine Österreich Rundreise machte, suchte und plante ich natürlich bereits Wochen im Voraus kaiserliche Ziele.

Dabei stieß ich dann auf die Sisi Appartements in der Hofburg.

Nun verbinden die meisten vermutlich Wien mit dem Namen Hofburg, ohne zu wissen, dass es in Innsbruck ebenfalls eine solche gibt, die ihrem Wiener Pendant um nichts nachsteht.

Ich besuchte also das Museum und war begeistert von den Räumen der Kaiserin, die ihr Schwager eigens für sie errichten ließ!  Man könnte anhand dieser Räume fast ein wenig den Sissi Filmen Glauben schenken und denken Karl Ludwig wäre ein bisschen in seine Schwägerin verliebt. 

Kaum war ich zu Hause rief ich natürlich mein Mariechen an und schwärmte von diesem Besuch. Nicht nur die Räume für die Kaiserin, sondern auch der Riesensaal hatte mich schwer beeindruckt.

Da wir letztes Jahr nach Meran im Palast Hohenems zu Gast waren, (Link: Gräfin Hohenembs – Ein Pseudonym das Weltruhm erlangte….. – Palast Hohenems)  behielten wir die Möglichkeit im Zuge dieser Reise Westösterreich zu besuchen bei und suchten nach möglichen Zielen.

Schloss Ambrass, Schloss Tratzberg, Schlösser und Burgen gibt es unzählige im Heiligen Land Tirol, eines schöner wie das andere. Irgendwann bei einem unserer fast täglichen Telefonate scherzte ich dann und sagte, „wieso fragen wir nicht gleich in der Hofburg?“

Wie ihr alle wisst, sind meine Wünsche Maries Befehle und so dauerte es nicht lange, dass sie mich zurück rief und erstmal nur ins Telefon quietschte.

Beim ersten Ton war mir sofort der Grund für diesen Ausbruch klar.

Wir hatten tatsächlich die Erlaubnis bekommen in diesen Räumen zu fotografieren.

Aber nicht nur das, man erlaubte uns auch das Benutzen sämtlicher Möbel…

Könnt ihr Euch vorstellen, was das für ein Gefühl war?

Nachdem der erste Schock verdaut war kam sofort der nächste Gedanke… WELCHES KLEID???

Wir gingen gemeinsam alle Kleider durch, fanden ein scheinbar passendes und verwarfen es sofort wieder. Je mehr ich darüber nachdachte, umso deutlicher wurde die Erinnerung an die grellen Farben der Seidentapeten, das bunte Muster des Teppichs und im nächsten Augenblick war eines klar:

„Ich habe nichts anzuziehen, ich brauche ein neues Kleid“

Nun könnte man meinen, bei über 60 Kleidern müsste doch was Passendes dabei sein, aber nein, es war nichts dabei, das dieser Einladung gerecht werden würde.

Historisch korrekt sollte es sein, dezent in den Farben und auf jeden Fall einer Kaiserin würdig. Und schon begann es in meinem Kopf zu rattern. Nun, vielleicht sollte ich dazu sagen, all das geschah ungefähr 3 Wochen vor unserer Abreise. Also könnt ihr Euch denken, wie kurz meine Nächte wurden… Nachdem unsere Mädels davon erfahren haben kam sofort Hilfe aus der Schweiz und unser Minnerl bot im nächsten Augenblick ihre Hilfe an. Denn so weit entfernt Innsbruck von mir ist, so nah ist es in die Schweiz.

Nun zu dritt hatten wir natürlich weit mehr Möglichkeiten und einstimmig beschlossen wir, dass das Sternenkleid in diesem Fall mit musste!

Link:    Das Sternenkleid – Kleid aller Kleider

Keines der Ballkleider würde besser dorthin passen als das weltberühmte Sternenkleid.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Wir verließen Meran mit einem lachenden und einem weinenden Auge und machten uns auf den Weg nach Innsbruck.

Die Sonne strahlte und das Kaisergebirge lud ein die Gipfel zu erklimmen.

Nachdem wir im Burghof unsere „Kutsche“ abgestellt hatten wurden wir sofort freundlich empfangen und man zeigte uns die Garderobe.

Minnerl begann die Unterröcke auszubreiten, zog die Schnüre am Korsett an, enger und noch enger…

Dann war es soweit. In einem schwarz weißen Tageskleid, bestehend aus Bluse mit einer Swisswaist und einem aufwendig gerafften Rock mit Spitzenfransen besetzt folgte ich dem Aufsichtspersonal durch die Gänge und durchquerte den Riesensaal.

Die beiden Mädels staunten nicht schlecht und waren kaum dazu zu bewegen sich weiter zu bewegen.

Im Riesensaal begegneten wir der Familie von Maria Theresia, hier sind all ihre Kinder und Enkelkinder verewigt. Der Name Riesensaal stammt allerdings aus früheren Zeiten, als Fresken der griechischen Mythologie die Wände schmückten.


Aber bevor ich Euch jetzt in die Räume der Kaiserin entführe, werfen wir einen Blick auf die eindrucksvolle Geschichte des Hauses.

Bereits 1350 bestand die romanische Stadtmauer, die später in den Osttrakt der Hofburg integriert wurde.

Ab 1396 kaufte Herzog Leopold von Österreich die ersten Grundstücke auf denen nun die heutige Hofburg steht.

Zwischen 1453 und 1463 erbaute Herzog Sigmund der Münzreiche eine rechtwinkelige Burg um das Stadttor.

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Sigismund von Tirol – Foto: wikimedia/commons

Nachdem Kaiser Maximillian die damalige Burg ausbauen und umbauen ließ, galt sie als schönstes Bauwerk der Spätgotik.

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Maximilian I. Kaiser des Heiligen Römischen Reiches – Foto: wikimedia/commons

Zwischen 1536 und 1570 wurde aus der Burg ein Renaissance Schloss und erhielt Wandmalereien in den Innenhöfen.

1577 ließ Kaiser Ferdinand II. die Silberkapelle im Verbindungsgang zur Hofkirche errichten.

1665 verlegten die Habsburger ihren Regierungssitz nach Wien und somit diente Innsbruck nur noch als kaiserliche Unterkunft auf der Durchreise.

Zwischen 1754 und 1756 wurde die Hofburg erneut umgebaut, Maria Theresia machte aus der Hofburg ein Barockschloss.

Nach einem weiteren Umbau gehörte die Hofburg nun zu den bedeutendsten Repräsentationsbauten von Österreich.

1805 wurde die Hofburg zur bayrischen Nebenresidenz, nachdem Tirol an Bayern gefallen war.

Erst 1815 kam Tirol nach dem Wiener Kongress zurück an Österreich und somit die Hofburg wieder in Habsburger Besitz.

1848 flüchtete Kaiser Ferdinand im März mit der gesamten kaiserlichen Familie nach Innsbruck und kehrte erst im August wieder nach Wien zurück.

1858 kam es dann unter Karl Ludwig dem Stadthalter von Innsbruck zur Neugestaltung der Wohnräume. Die Sisi Appartements wurden errichtet.

1900 wurde ein Großteil der wertvollen Möbel nach Wien überstellt.

Bereits vor dem ersten WK war es erlaubt die Kaiserappartements an gewissen Tagen zu besichtigen.


Durch ein Vorzimmer gelangten wir anschließend in die Wohnräume der Kaiserin.

Der erste Raum war der Salon der Kaiserin, der zeitgemäß im Stil des zweiten Rokokos gestaltet wurde. Die Seidentapeten wurden originalgetreu nach Originalmustern von 1858 in einem aufwendigen Verfahren nachgewebt und wieder hergestellt.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Mein absolutes Lieblingszimmer kam als nächstes. Wir betraten das Toilettezimmer ihrer Majestät der Kaiserin von Österreich. Ganz in rosa gehalten ist dieses Zimmer, wohl der Inbegriff jedes Mädchentraumes!  Ab hier begann auch der Privatbereich.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Man nutzte diesen Raum zur Körperpflege, zum Kämmen, zum Wiegen und zum Erfrischen hieß es bereits im Elisabeth Musical, und ich muss sagen, es gibt vermutlich kaum einen schöneren Ort um sich die Haare flechten oder die Hände maniküren zu lassen.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Allen Protesten zum Trotz musste ich mich aus der rosa Chaiselongue erheben und mich ins Schreibzimmer begeben, denn mein Mariechen drängte zur Eile. Man wollte ja in jeden Raum, auch wenn sie kaum ein Argument finden konnte um mich von meinem Traum in Rosa weg zu bringen. Ihr könnt Euch nicht vorstellen, wie es ist in ihren Räumen auf ihren Stühlen zu sitzen, auf ihrer Chaiselongue zu liegen, aus dem Fenster zu sehen und zu träumen…

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Nicht nur die Besucher des Museums staunten nicht schlecht, als diese Räume so wieder zu neuem Leben erwachten. Auch die Mitarbeiter, die an Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft nicht zu überbieten waren, kamen um zu helfen und um zu staunen. Wir lachten herzlich als dann irgendwann die Aussage fiel „die Kaiserin ist wieder zu Hause“

Der nächste Raum den ich betreten durfte war das Schreibzimmer der Kaiserin. Ein Turmzimmer vollkommen in Türkis tapeziert.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Fast sah es so aus als würde der Schreibtisch nur darauf warten, benutzt zu werden. Standen doch Tintenfass und andere Gebrauchsgegenstände bereit einen Brief an die Lieben zu verfassen.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Ein Sofa gegenüber dem Tisch auf dem vielleicht Ida oder Marie gesessen haben und vorlasen, während Marie Valerie auf dem Teppich spielte.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Wir verließen das Schreibzimmer und gingen durch das Toilettezimmer weiter in ein kleines Kabinett, das als Ankleidezimmer und Aufenthaltsraum der Dienstboten diente, um das Schlafzimmer der Kaiserin zu betreten.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Elisabeth selbst war 4 Mal in der Hofburg in Innsbruck zu Gast und ganz wie es sich für die damalige Zeit gehörte, stand auch hier neben dem Bett der Kaiserin ein Betstuhl.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Wie schon im Toilettezimmer stand auch im Schlafzimmer eine Chaiselongue, die wie man uns erzählte eigens für die Kaiserin gefertigt wurde.

Vielleicht um sich am Nachmittag ein wenig auszuruhen?

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Denn komplett geschnürt und mit Krinoline ist selbst das Sitzen am Sofa nicht sonderlich entspannend.

Ganz anders jedoch auch bei diesem besonderen Stück, auch wenn es diesmal wie der restliche Raum dunkelgrün und nicht rosa war. Es war dennoch ausgesprochen entspannend hier Platz zu nehmen, denn ein kleines Geheimnis will ich Euch nun verraten: man kann natürlich ein Korsett enger oder weniger eng schnüren, was sich massiv auf den Tragekomfort auswirkt.

Wir machen es meist von Ort und Anlass abhängig, nur welchen Ort könnte es geben, der einen höheren Stellenwert als die Hofburg haben würde?

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Dann wurde es Zeit die kaiserlichen Appartements wieder zu verlassen und Lebewohl zu sagen, wenn auch nur um das Kleid zu wechseln.

Denn wir hatten ja noch etwas ganz Besonderes vor.

Wir wollten das Sternenkleid im Riesensaal fotografieren.

Also gingen wir zurück in unser „Kabinett“ und Minnerl begann das Tageskleid zu öffnen, das Korsett nach zu schüren und mir dann Schicht für Schicht das Sternenkleid anzulegen.

Aber seht selbst, ich denke, in diesem Fall sprechen die Bilder für sich….

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Ich möchte mich hiermit aufrichtig und aus tiefsten Herzen bei der Burghauptmannschaft Österreich für diese einzigartige Möglichkeit bedanken.

Die Innsbrucker Hofburg wird für immer eines der absoluten Highlights nicht nur für mich, sondern auch für mein Team bleiben!

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Euch, meine Lieben, kann ich nur sagen, „auf nach Tirol!“ besucht die kaiserliche Hofburg, ein Ort an dem die Kaiserin beinahe immer noch spürbar ist ;

Das Museum hat täglich von 9.00 bis. 17.00 geöffnet!

Genau Infos findet ihr unter:  

http://www.hofburg-innsbruck.at/623/php/portal.php?language=de

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Sisi


Rechtliche Hinweise:

Bildrechte: Sternenkaiserin,com – marie, wikimedia/commons, 

Videos: sternenkaiserin.com

Textrechte: Sisi 

Lebende Denkmäler, oder wie der Kaiser ins Waldviertel kam… – Schloss Zogelsdorf

[bezahlte Partnerschaft]
Es war einmal im schönen Monat April…

Ich teilte auf Instagram ein Video aus meinem geliebten „Gödöllö“ alias Schloss Ruegers, das innerhalb kürzester Zeit die unfassbare Reichweite von 59.420 Personen erreichte. Darunter war auch der Waldviertel Tourismus.

Es dauerte nicht lange und man kontaktierte mein Mariechen, um mich Teil des Projektes „lebenden Denkmäler“ werden zu lassen, oder besser gesagt, diese zu beleben…

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Zahlreiche Mails und Anrufe später hatten wir die perfekte Runde zusammen gestellt und unsere Reise konnte losgehen.

Am Plan standen 2 Schlösser und 2 Burgen, von denen ich zugeben musste, zuvor noch nie gehört zu haben! Umso größer war meine Bewunderung für diese Kulturschätze, als ich sie dann betreten durfte!


Aber nun folgt mir ins 1. Schloss.

Das Auto war vollgepackt, Sommerkleider, Ballkleider, Trauerkleider, Tageskleider…

Wir wussten ja nicht wirklich was uns erwartete und so packte ich eben alles ein, von dem ich dachte, es könnte eventuell für diese Locations passen.

Wobei ich von Anfang an das Gefühl hatte, für Zogelsdorf, denn so hieß das erste Schloss, musste das rosa Kleid das Richtige sein. Mariechen wollte es romantisch, sie sollte ein Kleid vor ihre Kamera bekommen, das romantischer nicht sein konnte.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Schloss Zogelsdorf liegt direkt an der Bundesstraße des Ortes Zogelsdorf im Waldviertel. Bekannt ist der Ort unter anderem durch den Zogelsdorfer Stein, einem Kalksandstein den man hier abbaute und der teilweise als Baumaterial für Schloss Schönbrunn und den Wiener Stephansdom diente. Mitunter wurden damit auch verschiedenste Figuren von zb.: Stift Geras, Stift Altenburg, der Karlskirche, dem Michaelertor sowie an der Nationalbibliothek (Hofburg), am Stadtpalais des Prinzen Eugen, im Palais Liechtenstein oder auch im Schloss Esterházy in Ungarn gefertigt. Damit war dieses Gestein zusammen mit dem Kaiserstein aus dem Kaisersteinbruch eines der wichtigsten Baumaterialien vor allem in Wien.

Das Waldviertel, wurde früher „Viertel ober dem Manhartsberg“ genannt  und ist der nordwestliche Teil Niederösterreichs. Die ursprüngliche Anlage stammt aus dem 16. Jahrhundert.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Ab 1522 war der ehemalige Gutshof im Besitz verschiedener adeliger Familien. 1628 ging er an Harmannsdorf, wurde 1670 umgebaut und um die doppelgeschossigen Arkaden an der Süd- und Ostseite des Innenhofs erweitert. Diese haben im Untergeschoss ein Kreuzgratgewölbe auf toskanischen Säulen und im Obergeschoss Steinbalustraden.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Kaum das wir angekommen waren, wurden wir bereits von der Dame des Hauses, samt dazu gehörenden Schlosshund freudig begrüßt. Nach einer kurzen Unterhaltung führte uns dann der Hausherr durch Schloss und Garten. 1831 wurde aus dem Gutshof ein Gasthof und gehörte ab 1839 der Familie Suttner. Diesen Namen werden die meisten von Euch natürlich kennen 😉 

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Die Freiherrn von Suttner waren ein österreichisches Adelsgeschlecht, aus dem der kaiserliche Leibarzt und Protomedicus Dr. med. et phil Matthias Suttner 1715 in den Ritterstand erhoben und am 10. Dezember 1727 unter die neuen niederösterreichischen Ritterstandsgeschlechter aufgenommen wurde.

Das berühmteste Mitglied dieser Familie war Bertha Freifrau von Suttner (geboren 1843, gestorben 1914), eine geborene Gräfin Kinsky von Wchinitz und Tettau die 1905 als erste Frau den Friedensnobelpreis bekam. Mehr über die Familie Kinsky werden wir auf unserer Reise noch erfahren. 

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Bertha von Suttner (Fotografie von Carl Pietzner, 1903) Foto: wikimedia/commons

Wie kam aber jetzt der Kaiser ins Waldviertel?

Im Revolutionsjahr 1848 war es in Wien nicht mehr sicher genug und so verließ man die Stadt und verbrachte ganze 3 Monate bei Freiherrn Karl Gundakar Ritter von Suttner in Zogelsdorf. Er beherbergte nicht nur den kaiserlichen Hof und somit auch den künftigen Kaiser Franz Josef,  sondern in den Folgejahren auch die Mitglieder des Reichskriegsministeriums in seinem Schloss.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

An der Südfront von Schloss Zogelsdorf befindet sich mittig ein Balusterbalkon mit volutenförmigen Konsolen und einem Pultdach, der auf zwei toskanischen Säulen ruht.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Im Erdgeschoß des Hauses befinden sich die Eingangshalle und Räume aus dem 16. Jahrhundert mit Tonnengewölben. Dort ist ein Ordensmuseum untergebracht, das von der IOU-Gesellschaft für Ordenskunde, Heraldik und Familienforschung betrieben wird und der ganze Stolz des Hausherren ist. Zu sehen sind verschiedene Ehrenzeichen, Auszeichnungen, Medaillen und Ordensinsignien.

Das restliche Schloss befindet sich im Privatbesitz und wird von der Familie Perko bewohnt.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Im Innenhof versteckt sich ein romantischer Garten mit einem Steinbrunnen, der die Martinslegende zeigt.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Es war ein ebenso heißer wie interessanter Besuch in einem verborgenem Juwel österreichischer Geschichte, der noch lange in unserer Erinnerung bleiben wird. 

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Und so machten wir uns auf, um weiter zu reisen, aber das ist eine andere Geschichte….

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Vielen Dank für die Einladung an
Schloss Zogelsdorf & Waldviertel Tourismus
Mit der bezahlten Kooperation mit Waldviertel Tourismus „Mit Unterstützung von Interreg V-A Österreich – Tschechische Republik | Kofinanziert aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung. 

Sisi


Rechtliche Hinweise:

Bildrechte: Sternenkaiserin,com – marie, wikimedia/commons, 

Videos: sternenkaiserin.com – marie

Textrechte: Sisi, Schloss Zogelsdorf

Rosen und Ritterrüstungen – ein Tag im Gartenschloss Herberstein

Nach einer langen Winterpause war es endlich wieder soweit, als es hieß „die Schuhe sind geputzt und die Kleider gebügelt…“

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Der erste Ausflug in diesem Jahr führte uns in die wunderschöne Oststeiermark. Pünktlich zur Apfelblüte folgten wir der Einladung in das traumhafte Gartenschloss Herberstein.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Schloss Herberstein liegt in der Gemeinde Stubenberg, in der Nähe von Gleisdorf und ist von der steirischen Landeshauptstadt Graz ca. 45 Minuten entfernt. Es steht hoch oben auf einem Felsbrocken der nach Norden hin steil in die Feistritzklamm abfällt.

Der mittelalterliche Bau ist daher auch nicht aus der Ferne zu sehen und gleicht auf den ersten Blick eher einer Festung, als einem Schloss.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Die ältesten Bauteile des Schlosses stammen vom Ende des 13. Jahrhunderts. Die nach Herwig von Krottendorf Herwigstein genannte kleine Burg, stand unter dem Lehen der Stubenberger.

Kern der heutigen Anlage ist der zweigeschossige Palas (Steinhaus) und der hoch aufragende Bergfried. Diese Bauteile stammen aus dem frühen 12. Jahrhundert und wurden 1290 von der Familie Herberstein erworben.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Um 1400 wurde die Burg durch eine mächtige Vorburg erweitert, die die schon früher errichtete, gotische Katharinenkapelle mit einschloss.

Die Vorburg wurde im 15. Jahrhundert mehrfach erweitert.

Mitte des 16. Jahrhunderts wurde die Burg in einen Wohnbau mit Renaissance-Elementen umgestaltet und ein weiteres Mal vergrößert, um den zahlreichen Nachkommen Platz zu bieten.

Der Rittersaal, dessen prunkvolle Stuckdecke vom italienischen Meister Alessandro Serenio entworfen wurde, diente früher wie heute als festlicher Raum für Empfänge, Feiern und Konzerte sowie als Ahnengalerie, ihr könnt ihn aber auch für private Feiern oder Hochzeiten mieten!

Am offenen Steinkamin zeigt die eingravierte Inschrift, dass es sich hier um ein Geschenk von Papst Paul V. an Alexander von Herberstein im Jahre 1615 handelt.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Bis 1624 konnte der tiefe Burggraben überbaut und damit der heutige Rittersaaltrakt im Rohbau vollendet werden. Auch die Ecktürme des späteren Arkadenhofes stammen aus dieser Zeit.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Zwischen 1648 und 1667 erhielt Schloss Herberstein schließlich sein heutiges Aussehen durch Vereinheitlichung der Dachlandschaft und Vollendung des Rittersaaltraktes mit dem Glockenturm. Nach italienischem Vorbild entstand unter Anton Solar der Florentinerhof mit der Zisterne und dem prächtigen Hauptportal.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Die 400-jährige Baugeschichte von Schloss Herberstein endet mit dem 1690 vollendeten Gärtnerhaus und dem 1663 erbauten Meierhof.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Im 17. und 18. Jahrhundert gehörte rund ein Fünftel der Steiermark zur Grundherrschaft der Grafen Herberstein, rund 1000 Bauernhöfe waren dem Schloss zinspflichtig.

Mehr als ein Dutzend Burgen und Schlösser von Istrien bis Böhmen, von Kärnten bis Schlesien machten die Herbersteins zu einer Macht in Europa. Es gab kaum einen Krieg gegen Venezianer, Türken, Preußen oder Franzosen an dem nicht wenigstens ein Herberstein als Hauptmann, Festungskommandant oder Generalfeldmarschall teilnahm.

Das Schloss ist auch heute noch im Besitz der Familie Herberstein und dient als Wohn- und Verwaltungssitz. Ein Teil der Anlage kann in Führungen besichtigt werden.

Wir folgten dem idyllischen Weg entlang der Feistritz bis sich das imposante Bauwerk vor uns erhob und wurden dort bereits am Schlosstor sehr freundlich empfangen. Nach dem man uns erst einmal eine eigene kleine Wohnung, die ansonsten für die Hochzeitsgäste reserviert ist, zur Verfügung stellte um uns ein wenig zu erfrischen, betraten wir den Schlosshof um anschließend im Prunksaal den Ahnen der Herbersteiner zu begegnen.

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Wer waren sie nun, diese Herbersteiner?

Die erste urkundliche Erwähnung der Herbersteiner geht zurück auf den 6. Dezember 1290, als der Ritter Otto von Hartberg die Veste Herberstein erwarb und sich nach ihr benannte. Mit ihm beginnt die sichere Stammreihe der Familie.

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Familienwappen Herberstein – Foto wikimedia/commons

Die Herbersteiner begannen ihre jahrhundertelangen Dienste in den Ländern der Habsburger als Lehensträger landesfürstlicher Güter. Nahezu 400 männliche Träger des Namens sind bekannt.

Sie stellten fünf Landeshauptleute der Steiermark, Offiziere aller Grade bis zum Feldmarschall, Diplomaten, Beamte, Hofleute und einen Staatsminister sowie Geistliche und Bischöfe.

Unter den Vertretern der Familie finden sich auch Mathematiker sowie Professoren der Philosophie, der Grammatik und der Weltgeschichte.

1537 stiegen die Herbersteiner in den Reichsfreiherrenstand auf.

„Eh wieg’s, dann wag’s – so nachts wie tags“ lautet die Familiendevise der Herbersteins.

Dieser Satz ist in ein Richtschwert aus dem 16. Jahrhundert graviert. Auch Johann Josef von Herberstein trug diese Worte in seinem Herzen. 1686 wurde dem Ritter, fernab von der wilden romantischen Landschaft um Herberstein das Kommando der gesamten Malteserflotte übertragen. Er blieb siegreich über die Geschwader der „Raubstatten“ Algier, Tunis und Tripolis.

1644 erhielten sie den erbländisch-österreichischen Grafentitel und 1710 erlangten sie den Reichsgrafenstand.

Gezielte Besitzerweiterungen und günstige Heiratsverbindungen ab dem 14. und 15. Jahrhundert trugen zur zunehmenden Festigung ihrer Position bei.

So gelangte unter anderem durch die Heirat des Reichsgrafen Leopold von Herberstein mit Eleonore von Eggenberg auch die bedeutendste Schlossanlage der Steiermark, das Grazer Schloss Eggenberg in den Besitz der Familie.

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Schloss Eggenberg/Graz Foto: wikimedia/commons

Die Eggenberger könnte man mit den Fuggern vergleichen. Die Mitglieder einer Grazer Patrizierfamilie wurden zu bedeutendsten und einflussreichsten Männer des heiligen Römischen Reiches und federführenden Diplomaten der Habsburger, die letztlich sogar in den Fürstenstand erhoben wurden.

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Kaiser Leopold I. (1672) Foto: wikimedia/commons

Johann Seyfried von Eggenberg war Gastgeber der kaiserlichen Braut Kaiser Leopolds I. vor deren Eheschließung im Jahre 1673. Vor dieser einzigen Hochzeit eines Kaisers, die in Graz stattfand, residierte die zukünftige Kaiserin Claudia Felicitas von Tirol in der neuen Familienresidenz der Eggenberg.

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Carlo Dolci – Erzherzogin Claudia Felizitas von Österreich-Tirol, Öl auf Leinwand, 1672, Kunsthistorisches MuseumWien

Nach dem Tod Johann Seyfrieds 1713 hatte seine Linie noch durch zwei Generationen männliche Nachkommen.

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Johann Seyfried, Fürst von Eggenberg (1644–1713) Foto wikimedia/commons

Im Jahr 1716 starb sein einziger Sohn Johann Anton II. von Eggenberg (1669–1716) im Alter von 47 Jahren.

Ein Jahr später starb auch dessen einziger Sohn Johann Christian II. von Eggenberg im Alter von 13 Jahren an einer Blinddarmentzündung. Mit seinem Tod im Jahr 1717 erlosch die männliche Linie der Eggenberger.

Eine der beiden Schwestern Johann Christians II., Maria Eleonore Reichsfürstin zu Eggenberg (1694–1774), in erster Ehe 1719 verheiratet mit Josef Patrik Graf Leslie (1694–1732), in zweiter Ehe 1733 mit Andreas Siegmund Graf von Welz und in dritter Ehe 1740 mit Johann Leopold Graf Herberstein (1712–1789), verstarb im Jahre 1774 kinderlos, daher wurde ihr dritter Ehemann ihr Universalerbe.

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Maria Eleonore Reichsfürstin zu Eggenberg (1694–1774) Foto: Universalmuseum Johanneum

Ihr gesamter Besitz mit dem Schloss Eggenberg, sowie dem Eggenberger Stadtpalais – dem heutigen Palais Herberstein, gelangte dadurch in den Besitz der Familie Herberstein, die beide Häuser bis 1939 besaß.

Wir begegneten den beiden letzten Eggenbergern auf unserer Privatführung durch die Herbersteiner Prunkräume, wie ihr auch in unserem Video sehen könnt.

https://youtu.be/8WEEgUk2I1A

 

Nachdem der Chef der steirischen Linie, Graf Johann Maximilian von Herberstein im Jahr 1935 nach einer kinderlosen Ehe in Wien verstarb und die Verlassenschaft erst 1937 verhandelt wurde, verwaltete dessen Bruder Graf Johann Herbert das Erbe und übernahm die Herrschaften Herberstein, Neuberg und Eggenberg und die dazugehörigen Ländereien.

Johann Herbert Graf von Herberstein war ein österreich-ungarischer Feldmarschallleutnant, Divisionsführer im Ersten Weltkrieg und Obersthofmeister des Erzherzogs Friedrich

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Feldmarschall-Leutnant Johann Herbert Graf von Herberstein, 1917 Foto wikimedia/commons

Johann Herbert wurde als zweites von vier Kindern des Grafen Johann Siegmund zu Herberstein (14. Juni 1831 – 31. März 1907), Freiherr zu Neuberg und Gutenhag, Oberst-Erblandkämmerer und Truchsess im Herzogtum Kärnten, erbliches Mitglied des Herrenhauses des österreichischen Reichsrates und der Julie Gräfin Herberstein (1835–1898), geb. Festetits des Tolna geboren.

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Die Familie verbrachte die Sommer auf dem Familienstammsitz Schloß Herberstein in der Oststeiermark, die Winter zuerst im Haus der Festetics de Tolna in Wien-Leopoldstadt und ab 1868 in Graz. Die Kindheit verbrachte Johann Herbert und seinen drei Geschwistern hauptsächlich in Graz.

Nachdem sein älterer Bruder Johann Maximilian (1862–1935) als Chef des Hauses vorgesehen war, wurde Johann Herbert wie damals so oft üblich für die militärische Laufbahn vorgesehen. Ab 1868 besuchte er eine Volksschule in Graz, dann als Privatschüler das Gymnasium, wobei er das zweite Semester 1873 im Klagenfurter Gymnasium absolvierte, 1887 maturierte er schließlich in Graz

1881/82 besuchte er die k. k. Kavallerie-Kadettenanstalt zu Mährisch Weißkirchen, die er als Leutnant verließ. Bis zur Aufnahme in die Kriegsschule 1889 diente er beim Dragoner Regiment Windisch-Grätz Nr. 14.

1889 verließ er als Oberleutnant das Dragoner-Regiment Nr. 6 um in die Kriegsschule nach Wien zu wechseln, deren Besuch die Voraussetzung für die Aufnahme in den Generalstab war.

Ab 1891 stand er bei verschiedenen Garnisonen im aktiven Truppendienst. In den nächsten Jahren diente er im Stab der 9. Kavallerie-Truppendivision in Lemberg und beim Korpskommando III in Graz.

Am 29. November 1895 legte er sein Diplom ab und war von 1900 bis 1909 als k.u.k. Militärattaché in Paris tätig.

Während dieser Zeit wurde er Major im Generalstab. Nach seiner Rückkehr 1909 von einer Studienreise durch Algerien wurde Johann Herbert zum Oberst befördert und Schwadronenführer im Husarenregiment Nádasdy Nr. 9 in Sopron.

Am 20. Dezember 1912 wurde er zum Obersthofmeister des Erzherzog Friedrich bestellt und stand dessen Haushalt im Wiener Albrechtspalais, in dem die Albertina untergebracht ist vor.

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Erzherzog Friedrich (1916) Foto wikimedia/commons

Am 31. Mai 1914 wurde Graf Herberstein zum Generalmajor befördert. Bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges folgte er Erzherzog Friedrich an die Front und fungierte als Adjutant im Hauptquartier des Armeeoberkommando und wurde zum Chef des Kriegshofquartiers in Chyrów ernannt.

Die ständigen Gefechte und die Kälte zwangen Graf Johann Herbert, der an Bronchitis litt, zu einem vierwöchigen Kuraufenthalt in Meran.

Am 10. September 1915 erhielt er das Kommando über das neu aufgestellte Kavalleriekorps Herberstein. Schon Anfang November 1915 wurde Graf Johann Herbert aus dem Feld abberufen, um wieder dem Armeeoberkommandando zu dienen. Als Generaladjudant begleitete er Erzherzog Friedrich 1916 auf sämtlichen Inspektionsreisen an die italienischen Front.

Am 29. Mai 1917 wurde der Graf von Herberstein zum Feldmarschalleutnant ernannt. Johann Herberts Neffe, der 22-jährige Johann Albert, fiel am 11. August 1917 an der Piave-Front als Flugzeugführer.

Im August 1917 erhielt Graf von Herberstein wieder ein aktives Frontkommando und war an der rumänischen Front stationiert. Bereits im Dezember wurde Herberstein von der rumänischen Grenze abberufen, um bis zum Kriegsende im November 1918 wieder als Generaladjudant des Erzherzog Friedrichs zu fungieren. Nach dem Zusammenbruch der Monarchie wurde er verabschiedet und am 1. Januar 1919 offiziell pensioniert.

Mit der Verwaltung der landeseigenen Güter vollauf beschäftigt, erfolgte 1939, kurz vor Beginn des Krieges, der Verkauf des Schlosses Eggenberg an das Land Steiermark.

Johann Maximilian hatte seinen Neffen Johann Otto (1897–1938) adoptiert und als Haupterben der Herberstein-Eggenbergischen Güter eingesetzt. Nach Johann Ottos frühem Tod mit 41 Jahren erbte sein gleichnamiger ältester Sohn Johann Otto (1937–1994) als Einjähriger die Güter.

Auf Initiative dessen zweiter jungen Ehefrau Andrea, wurde Mitte der 1970er Jahre mit der Renovierung der Gebäude des Schlosses Herberstein begonnen.

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Andrea Herberstein, Foto: ORF.at

Die entscheidende Hilfe dazu war die im Schloss stattfindende Landesausstellung 1986 „Die Steiermark– Brücke und Bollwerk“. In Folge wurde auch der Tierpark zu einer touristischen Attraktion ausgebaut. Herbersteins jüngste Tochter Felicitas erbte laut einem Testament von 1988 alles, teilte aber ihr Vermögen gleichmäßig mit ihren beiden Geschwistern Catherine und Maximilian. Nachfolgend wurde die Herberstein OEG gegründet, deren Geschäftsführer Maximilian (geboren 1977) wurde.

Doch das Schloss, das heute noch in der 21. Generation von der Familie bewohnt wird und dessen Bewohner alle samt eines gemeinsam haben, nämlich den Vornamen Johann oder Johanna, besteht nicht nur aus Stein und Fels. Dieses Stück Steiermark steht für die Menschen, die diesen Ort geschaffen und geprägt haben.

Hier ist die Heimat des 1486 geborenen Siegmund Herberstein, den seinerzeit 69 diplomatische Missionen nach Osteuropa – unter anderem an den Hof Solimans des Prächtigen – führten.

Herberstein, das waren Ritter wie der Freiherr Georg von Herberstein, dessen prachtvoller Harnisch heute noch den Besuchern zum greifbaren Symbol von Macht und Größe wird.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Das wirklich wundervolle und ausgesprochen gepflegte Schloss Herberstein lädt zu einem Besuch in der schönen Oststeiermark ein und bietet nicht nur für Geschichtsfans einiges, sondern ist ein Ausflugsziel für die ganze Familie.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Ich kann gar nicht mehr zählen, in wie vielen schönen Schlössern, Palais und Burgen mich meine Reisen bisher geführt haben und doch gibt es immer wieder liebevolle Überraschungen die jedes davon einzigartig und unvergesslich machen.

Der Tag den wir im Gartenschloss Herberstein verbringen durften, war relativ kalt und ihr könnt Euch vorstellen, dass es hinter diesen dicken Steinmauern nicht sonderlich warm war.

Da ich eigentlich auf Sonnenschein und warmes Wetter gehofft hatte, wählte ich ein dazu passendes, eher dünnes Blümchenkleid.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Wir durften einen Rundgang durch das Schloss machen und man zeigte uns die wirklich liebevoll eingerichteten Räume der Ausstellung „Leben im 19. Jahrhundert“

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Vom Damensalon, in dem ich mich erst einmal wieder ordentlich frisieren musste, gingen wir weiter durch das Studierzimmer der Kinder.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Betraten das Kinderzimmer und eine der insgesamt 4 Schlossküchen, in der man nur darauf wartete, dass der Koch um die Ecke kommen würde um uns einen Kaiserschmarrn zu machen 😉

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Ich durfte Klavier im Musikzimmer der Familie spielen und im Salon Tee trinken, wo ich wie so oft, wieder einmal auf mein Mariechen warten musste.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Anschließend besichtigten wir noch die umfassende Porzellansammlung der Familie Herberstein samt festlich gedeckter Tafel.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Eines meiner persönlichen Highlights waren natürlich Sattelkammer und Wagenburg des Schlosses. Vom Kinderschlitten bis zu unterschiedlichsten Damensätteln war alles vorhanden, was mein Reiterherz zum Jubeln brachte. Übrigens die Kapelle des Schlosses ist dem Hl. Georg geweiht, der ja bekanntlicher Weise der Schutzpatron der Reiter ist.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Nachdem wir die Rüstung von „Georg dem Breiten“ bestaunt hatten, führte unser Weg durch die Prunkräume des Schlosses. Eindrucksvolle Wandteppiche aus der schleßischen Linie der Herbersteiner schmückten dort neben Portraits der Familie die Wände.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Wieder im großen Rittersaal angekommen war ich beinahe zur Eiskönigin erstarrt, aber unser charmanter Begleiter wusste auch hierbei sofortige Hilfe und so brannte nach wenigen Minuten ein wärmendes Feuer im offenen Kamin.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Die lodernden Flammen von Herberstein werden diesen Ausflug für immer einzigartig machen, denn so etwas haben wir bisher noch in keinem anderen Schloss erlebt!

Ich kann Euch nur sagen, ich hätte nicht gedacht, wie warm ein so riesiger Saal in so kurzes Zeit durch ein brennendes Feuer werden kann.

Nachdem wir uns ordentlich gewärmt hatten, war inzwischen auch die Sonne komplett zum Vorschein gekommen und es hatte tatsächlich frühlingshafte Temperaturen.

Endlich konnten wir den berühmten Rosengarten besichtigen!

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Wir gingen durch den ehemaligen Wehrgang hinauf zum Frühstücksgarten der Familie, den ihr nur benützen dürft, wenn ihr im Märchenschloss an der Feistritzklamm heiratet und genossen den eindrucksvollen Blick auf das Schloss.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Erst hier kam die gesamte Größe des Bauwerks erst so richtig zur Geltung und ließ uns ein wenig verharren, gebannt durch den zauberhaften Anblick des Schlosses, umgeben von unberührter Natur. Wir waren uns sofort einig, der Kaiserin hätte es bestimmt gefallen!

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Vom Frühstücksgarten setzten wir unseren Weg fort, am ehemaligen Gärtnerhaus vorbei, bis zum Rosengarten, dessen Herzstück ein luftiger Pavillon ist, mit Blick auf die Kattas des Tiergartens. 58721776_2181756692134806_285448817891868672_n

Unweit von uns hüpften die Kängarus der Tierwelt Herberstein um die Wette, doch wie üblich scheiterte der weitere Weg durch den Tiergarten, an meinen schlecht trainierten Hofdamen und so kehrten wir über den Hauptweg am Gironcoli Museum zum Schloss zurück. 😉

Wieder im Schloss nutzen wir noch die wunderschönen Arkardengänge um ein wenig die Abendsonne zu genießen, bevor wir dem Gartenschloss „Lebe wohl“ sagten.

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Wir freuen uns jetzt schon darauf, wenn wir dieses schöne Schloss erneut besuchen dürfen uns bedanken uns herzlich für die freundliche Einladung!!

Sisi


 

Rechtliche Hinweise:
Bildrechte: Sternenkaiserin,com – marie, wikimedia/commons, Universalmuseum Joanneum

Videos: sternenkaiserin.com – marie

Textrechte: Sisi, Gartenschloss Herberstein

Liebe auf den ersten Blick – Wasserschloss Totzenbach

Nach dem doch etwas bedrückendem Besuch in Wallsee und einer kleinen Stärkung, machten wir uns auf den Weg in ein weiteres, mir bis dahin völlig unbekanntes Schloss.

Schloss Totzenbach – eines der letzten wirklichen Wasserschlösser Österreichs. Ein wahres Märchenschloss, ein Fleckchen Erde, das schöner nicht sein könnte!

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Foto: Prinz Barbara Fotografin mit Herz

Nach einer etwas abenteuerlichen Fahrt durch das Mostviertel, mit immer kleiner werdenden Straßen, die eher an vergangene Urlaube auf griechischen Inseln erinnerten, wurde dann irgendwann doch der Turm des kleinen Schlösschens sichtbar. Eine weitere mittelalterliche Burgmauer war zu erkennen und meine ersten Gedanken waren, noch so eine „Burg“ wie Wallsee.

Zugegeben war es wohl auch auf Grund einer etwas schlaflosen Nacht zuvor, dass meine Laune nicht gerade am Höchstpunkt war. Das schwarze Kleid in Wallsee und der Friedhofsbesuch am Grab von Marie Valerie machten das nicht gerade besser, aber Einladung war  Einladung und so ließ ich mich ein zweites Mal an diesem Tag ins Geschirr spannen.

Am Parkplatz angekommen, richteten wir die letzten Kleinigkeiten, sowie den Strohhut und die Schleifen am Kleid. Die einzige Information, die mir mein Mariechen mitteilte war „zieh was romantisches an!“

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Foto: Prinz Barbara Fotografin mit Herz

Also tat ich, wie geheißen und wählte für dieses Schloss ein Krinolinenkleid um 1860. Ein Tageskleid mit Streublumenmuster.

Als ich die ersten Schritte über die Holzbrücke lief und die langersehnten Sonnenstrahlen, die sich inzwischen durch die Regenwolken gedrängt hatten, die Wasserfontäne des Springbrunnen im Innenhof zum Funkeln brachte, war es passiert:

Ich war verliebt, Liebe auf den ersten Blick!

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Foto: Prinz Barbara Fotografin mit Herz

Das kleine Schlösschen sollte in den nächsten Stunden zu meinem ganz persönlichen Märchenschloss werden.

Kein Zimmer, kein Winkel des Gartens, der nicht an eine Geschichte oder ein Märchen aus Kinderzeiten erinnerte.

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Foto: Prinz Barbara Fotografin mit Herz

Das Kellergewölbe in dem vielleicht die arme Müllerin Stroh zu Gold spann, das Turmzimmer  aus dem Rapunzel ihr Haar fallen lies, oder der kleine Goldfischteich auf der Rückseite des Schlosses, der uns sofort wie könnte es anders sein, an den Froschkönig erinnerte.

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Foto: Prinz Barbara Fotografin mit Herz

Es ist selten, dass mich ein Plätzchen derart verzaubern kann wie dieses Schloss in der kleinen Gemeinde Kirchstetten.

Jedes Schloss hat seine ganz eigene Geschichte und je mehr ich mit ihnen beschäftige, umso mehr werden mir die Zusammenhänge klar, die Besitzverhältnisse, vielleicht manchmal die Tragödien die hinter solchen Mauern stattgefunden hatten.

Hätten die Gebrüder Grimm einen Ort gebraucht, an dem sie all ihre zauberhaften Geschichten schreiben konnten, Schloss Totzenbach wäre perfekt gewesen.

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Foto: Prinz Barbara Fotografin mit Herz

Herr Mag. Berger führte uns mit Stolz durch seinen Besitz, erzählte uns so manche Anekdote und auch die Probleme, die man hat, wenn  man eine mittelalterliche Burg renovieren will.

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Foto: Prinz Barbara Fotografin mit Herz

Es war ein sehr persönlicher, ja fast familiärer Nachmittag, den wir in diesen zauberhaften Mauern verbringen durften.

Mauern, die beinah das Schicksal vieler anderer Schlösser erlitten hätten. Um ein Haar wäre aus dem einstigen Schloss eine Ruine geworden.

Totzenbach ist aber der Beweis dafür, dass es manchmal auch den umgekehrten Weg gibt. Denn gelegentlich, man möchte fast meinen, mit ein wenig Magie, Liebe zum Detail und natürlich auch viel Geduld werden auch aus Ruinen wieder Schlösser!

Wie bei all diesen Objekten hat auch „mein Märchenschloss“ eine wechselhafte Geschichte hinter sich:

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Foto: @Kirchstetten.at

Es gab zwei Familien, die sich nach Totzenbach nannten. Die ältere mit dem Personennamen Winther trat im Gefolge der Ollersbacher und Hagenauer auf.

1147 wird eine neue Familie, die sich auch nach dem Ort nannte urkundlich erwähnt. Sie kam aus Gleiss bei Waidhofen/Ybbs.

In Ulrich von Liechtensteins Werk „Frauendienst“ verwendet Otto V von Lengenbach immer wieder den turniererfahrenen Ritter Gottfried von Totzenbach als Boten. Er war erster Turniergegner der Frau Venus in Korneuburg und ebenfalls Minnesänger.

Hans von Totzenbach (1335 – 1385) ließ die Pfarre Totzenbach errichten und dotierte sie reichlich. Nach dem Tod des letzten Totzenbachers 1394 fiel die Herrschaft an die Polheimer, danach wechselten die Eigentümer recht häufig.

Um 1513 fiel die Burg an David von Trauttmansdorff. Ein Name dem wir immer wieder begegnen. So war zum Beispiel Schloss Trauttmansdorff in Meran im Besitz derselben Familie.

Die Trauttmansdorffer waren ein hochadeligens, österreichisches und böhmisches Adelsgeschlechts, das dem steiermärkischen Uradel entstammte.

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Wappen der Familie Trauttmansdorff Foto: @Wikimedia/Commons

In der Zeit der Türkeneinfälle diente die Burg Totzenbach als Zufluchtsort für die Bevölkerung, blieb aber sowohl 1529 als auch 1683 von Angriffen verschont.

1588/89 ließ Job Hartmann von Trauttmansdorff rund um die alte Burg ein Renaissanceschloss errichten. Er spielte in den Türkenkriegen eine militärische Rolle, fiel jedoch 1596 beim Sturm auf die Veste Hatvan in Ungarn.  

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Foto: @Totzenbach.at

Wie einem Vischer-Stich zu entnehmen ist, war Totzenbach damals ein stattliches Schloss. Es wurde jedoch von den Trauttmansdorffern kaum bewohnt. Die Rechte und Pflichten der Herrschaft wurden von Verwaltern wahrgenommen.

Der bekannteste Schlossherr von Totzenbach war Maximilian Graf von Trauttmansdorff. Er war Ritter des Goldenen Vlieses, Kaiserlicher Geheimer Rat, Kämmerer und Obersthofmeister des Kaisers

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Maximillian von Trauttmansdorff Foto: @Wikimedia/Commons

Er setzte als Diplomat 1619 die Krönung Ferdinands II zum Deutschen Kaiser durch.

1623 bekam er für seine Verdienste die Grafenwürde verliehen.

1639 kaufte Trauttmansdorf, der zuvor bereits seit 1627 einen kleineren Wohnsitz an den Tuchlauben hatte, das heute Palais Trauttmansdorf genannte Anwesen in der Wiener Herrengasse, nahe dem kaiserlichen Hof, das bis 1940 im Familienbesitz war. 

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Palais Trauttmansdorff, Wien Foto: @Erich Schmid

Er war einer der ersten, der das Doppelspiel Wallensteins durchschaute, leitete im kaiserlichen Auftrag die Untersuchungen gegen den Generalissimus und war maßgeblich am Zustandekommen des Westfälischen Friedens beteiligt, der 1648 den Dreißigjährigen Krieg beendete.

Eine Büste des Grafen ist in der von König Ludwig I. von Bayern errichteten Walhalla aufgestellt. Er hat den Wittelsbachern zur Kurfürstenwürde verholfen.

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Walhalla Foto: @Michael Zirbes

Wie einflussreich die Familie Trauttmansdorff einst war, zeigen die zahlreichen Besitztümer.

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Palais Trauttmansdorff, Graz – Foto: @Andi Oisn

Schloss Trauttmansdorff in Meran, sowie Schloss Trautenfels um nur einige zu nennen. 

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Schloss Trauttenfels/Steirmark Foto: @Wikimedia/Commons

1822 ging das Schloss an die Fürsten Liechtenstein auf Neulengbach über. Aber auch diese hatten kaum eine Verwendung für den Bau.

Johann Joseph Fürst von Liechtenstein, Herzog von Troppau und Jägerndorf war ein österreichischer Feldmarschall und 10. Fürst von und zu Liechtenstein.

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Johann Joseph Fürst von Liechtenstein, Herzog von Troppau und Jägerndorf Foto: @Wikimedia/Commons

Johann, der durch den Tod seines älteren Bruder zum Fürst von Liechtenstein wurde, nahm dennoch an der Dreikaiserschlacht bei Austerlitz mit der österreichischen Kavallerie teil. Als Gesandter des Kaisers handelte er erst einen Waffenstillstand und später den Frieden zu Pressburg aus.

1806 wurde er von Kaiser Franz I. zum Kommandeur der Stadt und Festung Wien ernannt.

1809 kämpfte er gegen Napoleon bei Aspern und Znaim und handelte erneut den Waffenstillstand aus.

Nach dem Rücktritt von Erzherzog Karl übernahm Fürst Liechtenstein den Oberbefehl über die k&k Armee und schloss am 14. Oktober 1809 den Schönbrunner Frieden zwischen Napoleon Bonaparte und Kaiser Franz I..

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Nach der Niederlage von Austerlitz baten Franz I. (links) und Johann von Liechtenstein (Mitte) Napoleon um Waffenstilland und Frieden – Foto: @Wikimedia/Commons

Insgesamt hatte Österreich rund 100.000 km² mit etwa 3.500.000 Einwohnern abzutreten. 85 Millionen Francs Kriegskontribution waren an Frankreich zu zahlen. Das Land musste sich der anti-britischen Kontinentalsperre anschließen und sein Heer auf 150.000 Mann reduzieren. Die Festung auf dem Grazer Schloßberg, die Hackher zu Hart verteidigt hatte, war zu schleifen. Einzig der heute noch bestehende Uhrturm wurde von der Bevölkerung freigekauft und ist heute das Wahrzeichen der steirischen Landeshauptstadt.

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Grazer Uhrturm am Schlossberg – Foto: @Wikimedia/Commons

 

Aber auch nach diesem Gebietsverlust war Österreich mit rund 600.000 km² und über 24 Millionen Einwohnern eine Großmacht.

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Marie Louise von Österreich
(Porträt von François Gérard) Foto: @Wikimedia/Commons

 

Folgen des mit dem Friedensschluss verbundenen außenpolitischen Kurswechsels durch Metternich waren die Ehe Napoléons mit der österreichischen Kaisertochter Marie Louise und ein Militärbündnis, das Österreich dazu zwang, am Russlandfeldzug 1812 teilzunehmen. 

 

Ab 12. September 1809 wurde Johann Joseph Fürst von Liechtenstein, Herzog von Troppau und Jägerndorf zum Feldmarschall, verließ aber im selben Jahr die k&k Armee um sich seinem eigenem Land zu widmen.

 

Schloss Totzenbach indes lag im Dornröschenschlaf und der Verfall nahm seinen Lauf.

Es diente bald nur mehr dem Förster und dem Dorfschulmeister als Wohnung und verfiel immer weiter.

1857 war der Osttrakt bereits so desolat, dass er abgerissen werden musste. Die Steine wurden zum Teil für den Bau des Bahnhofes Kirchstetten verwendet. Nach der Errichtung einer neuen Dorfschule erfolgte 1894/95 auch der Abbruch des Südtraktes, der bis dahin als Schule diente.

Über die folgende Zeit bis 1970 konnte ich auch nach langem suchen keine Besitzer finden.

1971 kaufte die Gemeinde Totzenbach die nunmehrige Schlossruine und verkaufte sie drei Jahre später an den Antiquitätenhändler Josef Figl. Der Zustand der Gebäude war damals so desolat, dass die Gemeinde bereits die Sprengung der Ruine erwogen hatte.

Herr Figl ließ den Burggraben ausbaggern und baute in vierjähriger Arbeit das Schloss wieder auf.

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 Foto: Prinz Barbara Fotografin mit Herz

2002 kaufte die Familie Ruschitzka die Anlage.

Seit 2003 gehört Totzenbach der Familie Berger. Das Schloss ist seither wieder dauerhaft bewohnt und der Festsaal kann für private Veranstaltungen gemietet werden.

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Foto: Prinz Barbara Fotografin mit Herz

Das „heutige“ Schloss Totzenbach ist vollständig von einem Wassergraben umgeben und somit eines der wenigen, noch wirklichen Wasserschlössern von Österreich.

Über eine Holzbrücke mit Steinsäulen gelangt man zu einem breitgelagerten Torturm, der mit einem steilen Walmdach gedeckt ist und durch ein eisernes Fallgitter verschlossen werden kann.

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Foto: Prinz Barbara Fotografin mit Herz

Der große Innenhof wird von einer relativ niedrigen Wehrmauer umfasst. Sie ist durch einen, in das Wasser vorspringenden Rundturm mit Kegeldach verstärkt.

Inmitten des Hofes, den heute ein Springbrunnen ziert, stand die mittelalterliche Burg, die irgendwann nach 1672 abgerissen wurde.

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Foto: Prinz Barbara Fotografin mit Herz

In trockenen Sommern zeichnen sich immer noch die Grundmauern in der Rasendecke des Schlosshofes deutlich ab. Da nur mehr der Nord- und der Westtrakt erhalten sind, wirkt der Hof besonders geräumig.

Der schlichte Nordtrakt ist der jüngste Teil des Schlosses. Er ersetzte vor 1836 den Hauptturm und zwei Wohntrakte.

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Foto: Prinz Barbara Fotografin mit Herz

Nach einem Spaziergang um den Schlossteich, dem Besuch der römischen Ruine und des wundervollen Rosenpavillion

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Foto: Prinz Barbara Fotografin mit Herz

machten wir eine kurze Rast auf der Terrasse, um noch ein wenig die untergehende Sonne zu genießen bevor wir die Räume des Schlosses betraten.

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Foto: Prinz Barbara Fotografin mit Herz

Herr Berger führte uns durch einen schmalen hölzernen Übergang in den Rittersaal, der heute oftmals für Veranstaltungen genutzt wird.

Auf halben Weg allerdings, fiel uns fast sprichwörtlich das Herz in Hose: Ein Gaudium vergangener Zeiten war es, die Damen zu erschrecken. Genau auf der Hälfte des Ganges ertönte, mechanisch durch einen Seilzug ausgelöst, das ohrenbetäubende Läuten einer Sturmglocke.

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Foto: Prinz Barbara Fotografin mit Herz

Ein Spaß, der in Totzenbach auch heute noch der Belustigung des Burgherren dient.

Nach dem wir uns wieder gefasst hatten, betraten wir den großen Saal. Vollständig mit Holz vertäfelt dient der Raum heutzutage unter anderem als Standesamt.

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Foto: Prinz Barbara Fotografin mit Herz

Alle unter Euch, die auf der Suche nach einer romantischen Location zum Heiraten sind, liegen in Totzenbach genau richtig. Aber Achtung, das kleine aber sehr feine Schlösschen vergibt jedes Jahr nur wenige Termine, also solltet ihr Euch rechtzeitig darum kümmern, um Euer persönliches Märchen wahr werden zu lassen.

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Foto: Prinz Barbara Fotografin mit Herz

Es war inzwischen längst dunkel geworden und aus dem geplanten, kurzen Besuch war inzwischen beinah doch ein ganzer Tag geworden, als uns Herr Berger auch noch in die privaten Räume des Schlosses führte.

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Foto: Prinz Barbara Fotografin mit Herz

Er öffnete uns den Salon, der zum Lesen und schreiben einlud, das Speisezimmer und schließlich noch die einstigen Räume der Kinder.

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Foto: Prinz Barbara Fotografin mit Herz

Wir waren wohl alle so gefangen von unserem Ausflug in die Vergangenheit, dass selbst der Herr Magister davon infiziert wurde. Er tauschte Bilder gegen Spiegel, verrückte Stühle und öffnete Fensterbalken, nur um „die Kaiserin“ in seinen Mauern glücklich zu machen.

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Foto: Prinz Barbara Fotografin mit Herz

Ich bin mir ganz sicher, wäre sie auf einer Ihrer unzähligen Reisen hier vorbei gekommen, es hätte Ihr gefallen.

So ungezwungen und frei erinnert es ein wenig an Possenhofen, vielleicht liegt es aber auch an den schützenden Mauern und dem Wassergraben, die das Schloss vollständig umgeben, die diesen ganz besonderen Zauber ausmachten.

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Foto: Prinz Barbara Fotografin mit Herz

Ich möchte mich noch einmal ganz herzlich für diesen Ausflug ins Märchenland bei allen die ihn ermöglicht haben bedanken!

Ein Ausflug, der uns wohl allen für immer in liebevoller Erinnerung bleiben wird und nun mit all den Bildern von unserer Babsi wieder auflebt.

Persönlich freue ich mich ganz besonders über die Einladung von Herrn Mag. Berger jederzeit wieder kommen zu dürfen!

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Foto: Prinz Barbara Fotografin mit Herz

Eine Einladung, die wir ganz bestimmt wahrnehmen werden.

Da das Schloss öffentlich nicht zugänglich ist, bitte ich Euch dies zu respektieren und den Besitz nicht ungefragt zu betreten!

Ich persönlich freue mich heute schon auf den Tag, an dem es für mich wieder heißen wird: „Es war einmal in einem kleinem, romantischen Schloss am See….“

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Foto: Prinz Barbara Fotografin mit Herz


Ich möchte mich hiermit noch einmal recht herzlich bei Herrn Mag. Berger für diesen wirklich zauberhaften Nachmittag bedanken!!!

Mein besonderer Dank gilt natürlich wie immer meinem Mariechen, die diesen Ausflug ins Märchenland als Überraschung für mich geplant hat.

Danke an Maria José für ihre unermüdliche Ausdauer, wenn es darum geht, mich an-aus-und-umzuziehen… :-).

Und nochmals ein besonders herzliches Danke an unsere Babsi, die ihren Urlaub umplante, um uns zu begleiten!

*Sisi*


Rechtliche Hinweise:
Textrechte: Sisi
Bildrechte: totzenbach.at, kirchstetten.at, burgenundschloesser.at, Wikimedia/Commons, Andi Oisn, Michael Zirbes, Erich Schmid, Prinz Barbara
Es konnten keine weiteren Urheberrechte zu den Bildern festgestellt werden. Sollten wir gegen ein Urheberrecht verstoßen haben, bitten wir um Kontaktaufnahme: sternenkaiserin[at]gmx.at