Tag-Archiv | Kaiserreich

Zwischen Auerhahn und Dampflok…

Es war ein sonniger, strahlend blauer Herbsttag als wir uns in Reichenau, einem ehemaligen k&k Kurort trafen. Die Berge schienen zum Greifen nah und das Laub begann sich bereits leicht zu färben.

44074970_2060106800966463_1911686773763735552_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Vor uns erstrahlte die Rudolfsvilla im goldenen Licht der Herbstsonne und ließ den längst vergangenen Glanz des Anwesens erahnen. Durch ein großes, reichlich verziertes, schmiedeeisenes Tor betraten wir den Park der einst hochherrschaftlichen Villa.

44067931_2060106977633112_3139060948036222976_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Die Rudolfsvilla steht in der Thalhofstraße in der Marktgemeinde Reichenau mit Blick auf das wunderschöne Raxgebirge im Bezirk Neunkirchen in Niederösterreich.

44091721_2060106840966459_2391630209242628096_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Als am 5. Mai 1842 der erste Abschnitt der Südbahn von Wien bis Gloggnitz eröffnet wurde, avancierte das Semmeringgebiet zur bevorzugten Sommerfrische der Wiener Gesellschaft.

43952985_2060106327633177_1264940672662634496_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Als Unterkunftsmöglichkeit für das allerhöchste Paar wurde 1856/1857 eine schlossartige Villa an der Stelle vom ehemaligen „Haus an der Waag“ nach den Plänen des Architekten der Ringstraße, Anton Hefft errichtet.

44178839_2060105774299899_1848415085085589504_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Der Kaiser nutzte das Gebiet rund um die Rax zur Jagd, während Kaiserin Elisabeth ausgedehnte Ausritte und Wanderungen unternahm, Gesellschaften gab oder die Kinder besuchte.

66416687_2392545537472397_431379239535640576_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Wie auch andernorts üblich, folgte der Adel und die feine Gesellschaft der kaiserlichen Familie und erbaute rund um den Semmering viele herrschaftlichen Villen, die teilweise heute noch erhalten sind.

66797035_2392545527472398_8573983250966380544_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Den Hobbies der Kaiserin entsprechend, wählte ich ein Reitkleid für diesen Besuch. Da sie sogar ihren langjährigen Freund Graf Andrassy hier empfangen hatte, konnte ich nicht anders, als das Kleid aus der Szene der Sissi Trilogie anzuziehen, in dem Romy mit dem Graf durch die ungarische Puszta ritt, fehlte nur noch das Pferd.

Video: sternenkaiserin.com – marie

Die im romantischen Historismus mit Elementen der Tudor-Gotik erbaute Villa steht oberhalb der Schwarza in einer gestalteten Parkanlage des Vorgängerbaues. Die Villa verfügt über 2 Stockwerke, die Fassade besticht durch schmale, polygonale Pfeiler und einem Fries aus Terrakotta. Talseitig zeigt sich ein Giebelrisalit mit einem Gitterbalkon, zur Straße wartet ein kleiner Ehrenhof mit einem Gitterzaun und Pfeilern auf seine Besucher.

44028120_2060106677633142_2708580052450148352_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

In mitten des Ehrenhofes steht ein Marmorwandbrunnen mit Maskarons und Muschelschalen, ursprünglich stand dieser als Einzelbrunnen beim alten Burgtheater und wurde später hier her gebracht. In der Mitte des Brunnens befindet sich nun eine Büste von Kaiser Franz Josephs auf einem Pyramidenpfeiler. Die Büste stand ehemals vor der Schule des Ortes und wurde erst um 1970 hier aufgebaut.

44042045_2060106517633158_442323516285517824_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Elisabeth´s Aufenthalte in Reichenau sind dokumentiert durch Aufzeichnungen im Haus-, Hof- und Staatsarchiv und in den lokalen Pfarrgedenkbüchern.

Am 23.Juli 1859 begleitete sie ihre Kinder zum ersten Mal in die Reichenauer Sommerfrische und kam später zu tage- oder wochenweisen Séjours alleine, in Begleitung des Kaisers, der Kinder oder auch ihrer Schwester Nene wieder.

15508_5031.jpeg

Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Elisabeth zu Pferde von rechts; links in einem vierspannigen Pomirwagen Kronprinz Rudolf und Herzogin Gisela; im Hintergrund das Tal von Reichenau mit dem Schneeberg / Foto: europeana.eu

Des Öfteren tauchte die Kaiserin mitten in der Nacht auf, um vom strengen Wiener Hof zu fliehen und reiste bereits am nächsten Morgen wieder ab.

66835188_2392545664139051_8370277534847205376_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

1862 blieb sie – unterbrochen von einer kurzen Kur – mehrere Monate und verbrachte die Tage wie auch in den Folgejahren mit Empfängen, Ausfahrten, Promenaden, Ausritten und am liebsten mit Forellenfischen.

44022894_2060106627633147_2771388503135617024_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

1865 feierte sie gemeinsam mit ihrer Familie den eigenen Geburtstag mit einer Vokalmesse zu ihren Ehren in der St.Barbarakirche am 23. Dezember.

44083351_2060106150966528_586442178989916160_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Neben Kaiserin Elisabeth waren noch viele andere Mitglieder der kaiserlichen Familie in Reichenau zu Gast.

Kaiser Franz-Josef I nutzte das Anwesen vor allem für seine Jagdaufenthalte.

44047457_2060106477633162_7486963728844324864_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Kronprinz Rudolf verbrachte die ersten sechs Jahre als Kind jeden Sommer in der Reichenauer Sommerfrische, wodurch das zuvor als „Kaiservilla“ bekannte Haus zur „Rudolfsvilla“ wurde.

Erzherzogin Gisela begleitete den um zwei Jahre jüngeren Rudolf in die Reichenauer Villa.

375px-Rudolf_und_Gisela_1861

 Kronprinz Rudolf und Erzherzogin Gisela von Österreich in Reichenau an der Rax vor dem „Jagdhaus“ das er zum Geburtstag erhalten hatte und die im Park der Rudolfsvilla aufgestellt wurde. Fotografie von Ludwig Angerer / Foto: Bundesmobilienverwaltung

Erzherzog Karl-Ludwig, der jüngere Bruder von Kaiser Franz Josef mietete nach dem Auszug des Kaiserpaares die Rudolfsvilla drei Sommer lang für seine eigene große Familie.

67118041_2392545607472390_8434769810281201664_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Thronfolger Franz Ferdinand, Sohn von Erzherzog Karl Ludwig und späterer Thronfolger verbrachte dadurch ebenfalls mehrere unbeschwerte Sommer mit seiner Familie im Sisi-Schloss Rudolfsvilla.

Nachdem wir herzlich in der Rudolsvilla empfangen wurden, besichtigten wir die inzwischen leider leeren Räume, die jedoch gerade zu entzückenden Ferienwohnungen umgebaut werden.

(Wer mehr dazu wissen möchte: http://sisi-schloss.at/ )

Heute ist die Rudolfsvilla nach ihrem vielleicht berühmtesten Gast zu „Sisi Schloss -Rudolfsvilla“ umbenannt worden

66496534_2392545744139043_1008246892745719808_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Der Luster im Treppenhaus stammt möglicherweise noch aus adeligen Besitz. Die jetzigen Besitzer sind damit beschäftigt in liebevoller Kleinarbeit, dem einstigen kaiserlichen „Wochenendhaus“ wieder neues Leben einzuhauchen.

44077237_2060106340966509_1246741483185242112_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Bilder und Gemälde im und am Haus zeigen eindrucksvoll dessen Geschichte und so kann man bereits im Vorbeifahren erkennen, wer einst hier wohnte.

66430622_2392545700805714_8912535830485008384_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Über einen kleinen Steig erreichten wir den großzügigen Landschaftsgarten, der das Haus umgibt und in dem man noch heute die Schienen der ehemaligen Privatbahn des Kronprinzen erkennen kann.

44050720_2060105920966551_7603904843521982464_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Die Sonne versank hinter den Berggipfeln und langsam wurde es auch für uns Zeit, diesem märchenhaften Fleckchen österreichischer Geschichte Lebe wohl zu sagen.

44028937_2060105514299925_4974356754868469760_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Wir bedanken uns für die Einladung und den herrlichen Nachmittag in Reichenau und freuen uns schon darauf, bald wieder auf „Sommerfrische“ zu fahren.

44040572_2060106714299805_1130148454132088832_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Sisi 


Rechtliche Hinweise:
Bildrechte: Sternenkaiserin,com – marie, wikimedia/commons, Bundesmobilienverwaltung

Videos: sternenkaiserin.com – marie

Textrechte: Sisi, Sisi Schloss – Rudolfsvilla

Die süßeste Versuchung seit es Kaffeehäuser gibt ;)

Bereits zum zweiten Mal erhielten wir eine Einladung in Wien´s schönste Zuckerbäckerei, der k&k Hoflieferant Demel verwöhnte uns mit Wiener Apfelstrudel und wie könnte es anders sein, dem von der Kaiserin so geliebten Veilcheneis.

demel_multiblockitem_anschnitt.jpg

Foto: Demel

Nachdem mein Mariechen mir mitteilte, dass wir erneut die Ehre hätten beim Demel zu gastieren, überlegte ich natürlich sofort welches Kleid denn nun passen könnte?

Bei unserem ersten Besuch trug ich ein violettes Tageskleid, passend zu Sisi´s geliebten kandierten Veilchen, also wollte ich nicht noch einmal in der selben Farbe erscheinen. Ein Filmkleid? Nein, das würde nicht zu einer der traditionsreichsten Konditoreien Wien´s passen.

61192088_2197957863848022_3418528611651551232_n.jpg

Foto sternenkaiserin.com – marie

Also musste ein neues Kleid her! Eines, das farblich und auch historisch zur Geschichte des Hauses passte.

 

Gegründet wurde der Demel bereits im Jahre 1786 und noch heute präsentieren sich die Demel-Salons im wunderschönen Rokoko–Stil der Architekten Portois & Fix, einer der vornehmsten und solidesten Einrichtungsfirmen der Monarchie.

60959899_2197830613860747_1859767942074335232_n

Foto sternenkaiserin.com – marie

Der aus Württemberg stammende Zuckerbäcker Ludwig Dehne eröffnet am Michaelerplatz, gegenüber dem Bühneneingang des alten K.u.K. Hofburgtheaters seine erste Konditorei.

Einige Jahre später wird der Betrieb bereits zum offiziellen Hoflieferanten und betreut als Monopol das Hofburgtheater.

1799 stirbt Ludwig an Tuberkulose und seine Witwe führt mit ihrem späteren 2. Ehemann Gottlieb Wohlfahrt den Betrieb weiter, nach dessen Tod übernimmt August Dehne, Sohn aus erster Ehe gemeinsam mit der Mutter die Zuckerbäckerei und verkauft sie 1857 an seinen ersten Lehrling, Christoph Demel, da sein eigener Sohn lieber Jurist statt Zuckerbäcker wurde.

August_Dehne_1875_Illustrirtes_Wiener_Extrablatt

August Dehne (Illustrirtes Wiener Extrablatt, 1875 Foto: wikimedia/commons

10 Jahre später übernehmen seine Söhne Joseph und Karl die nun gleichnamige Zuckerbäckerei: Ch. Demel’s Soehne.

1887 dann die Übersiedlung ins Palais am Kohlmarkt, 1888 wird das alte Burgtheater am Michaelerplatz abgerissen und der gesamte Platz umgestaltet, daher siedeln die Gebrüder Demel vom Michaelerplatz in das Palais am Kohlmarkt. Die Architekten Portois & Fix werden mit der Gestaltung der Gewölbe beauftragt, welche die Räume im Stil des Rokoko und die Einrichtung im Stil des Regency gestalten.

Neben Kaiserin Elisabeth sind viele weitere bekannte Mitglieder der Wiener Gesellschaft wie Katharina Schratt und Pauline Metternich Stammgäste beim Demel.

Eine Besonderheit sind auch die Demelinnerinnen, die stets weibliche Bedienung wurde ursprünglich aus Klosterschulen rekrutiert und trug eine einheitliche lange, schwarze Tracht mit weißer Schürze.

Traditioneller Weise pflegten diese Damen auch eine eigene Sprache, das „Demel – Deutsch“ eine Art Höflichkeitsform in der dritten Person Mehrzahl ohne persönlicher Anrede. Geklungen hat das dann ungefähr so „Haben schon gewählt?“ oder „wünschen zu Speisen?“

61776781_2197830623860746_577976759794794496_n

Foto sternenkaiserin.com – marie

Nachdem Carl Demel stirbt (sein Bruder Josef starb noch früher), führt seine Witwe, Maria Demel, geb. Griensteidl, die Tochter des bekannten Cafetiers, die nächsten zwanzig Jahre den Demel.

Nach ihrem Tod übernimmt deren Sohn Karl Demel das Geschäft, das er bis zu seinem Tode 1917 offiziell führt.

Die eigentliche Hausfrau ist allerdings seine Schwägerin, Anna Demel, geb. Siding. Anna´s Schwester, Flora Siding, die beim Theater war, lebte ebenfalls zurückgezogen im Hause am Kohlmarkt. Ihre, aus einer unglücklichen Verbindung zu dem ungarischen Magnaten Nikolaus von Szemere entstammende Tochter Klara, wurde von Anna Demel adoptiert und war mehr oder weniger die letzte Frau, die ihr Leben ganz in den Dienst des Demel stellte.

annademel1_medium

Anna Demel Foto: geni.com

Wie bereits üblich wurden wir sofort freudig begrüßt und zu unserem Platz geführt.

Ein Tisch am Fenster, mit Blick auf den Kohlmarkt, dessen Name jeder Sissi Fan natürlich kennt, denn wer erinnert sich nicht an die Szene, in der Romy ihrem Kaiser freudestrahlend erzählt, wie ihr die Wiener Bevölkerung am Kohlmarkt beinahe vor Begeisterung das Kleid zerrissen hat?

61218884_2197831767193965_1226079628179800064_n

Foto sternenkaiserin.com – marie

Ein Zustand, den ich nur zu gut nachvollziehen kann. 😉

Meine ganz persönliche Demelinnerin brachte wie stets ein Kännchen warmer Milch und dazu dieses Mal ein Wiener Frühstück.

Ein Kaisersemmerl und Ei im Glas, kennt ihr das? Weiches Ei in einem kleinen Schüsserl ohne Schale serviert?

61512730_2197831230527352_1646732289972895744_n

Foto sternenkaiserin.com – marie

Nach ein paar, zumindest damals verbotenen Blicken in die Tageszeitung folgte ich einer weiteren Tradition. Ich durfte die Tortenkünstler in der Backstube besuchen und man bot mir die feinsten Köstlichkeiten zum Probieren an.

61039360_2197831357194006_7269821568316866560_n

Foto sternenkaiserin.com – marie

Nun könnt ihr Euch ja vorstellen, dass es mir unmöglich war all diese Herrlichkeiten zu versuchen und so beschränkte ich mich, wie üblich, auf meine Lieblingsnascherei, die ich auch stets auf all unseren Reisen mitführe, die kandierten Veilchen.

61136044_2197830993860709_5685184515350200320_n

Foto sternenkaiserin.com – marie

Zuckerbäcker aus der ganzen Welt bemühen sich um eine Ausbildungsstelle in diesem altehrwürdigen Haus und so staunte ich nicht schlecht, als mir ein Mädchen aus Boston/Amerika eine Kostprobe reichte.

61063811_2197830983860710_4842829368612880384_n

Foto sternenkaiserin.com – marie

Nun ist der Demel nicht nur für „meine“ Veilchen bekannt, sondern bietet natürlich eine Vielfalt von Köstlichkeiten, die das Herz jeder Naschkatze höher schlagen lassen.

Spezialität des Hauses ist jedoch die Anna Demel Torte, benannt nach der Grand Dame des Hauses.

18033361_1689893994359755_7975273215719553916_n

Foto: Charlotte Schwarz|Fotogräfin 2017

Als die Österreichisch – Ungarische Monarchie unterging, schien im Demel die Zeit still zustehen. Anna Demel wachte streng darüber, dass der alten Ordnung Genüge getan wurde.

Im Demel blieb ein Graf auch in der Republik noch ein Graf, man hielt seinem aristokratischen, verarmten Vorkriegspublikum die Treue.

Trotz Verbot und Strafe ließ Anna Demel weder auf dem Portal noch auf den Konfektschachteln das Emblem K. u. K. Hofzuckerbäcker entfernen.

Anna Demel ist auch heute noch, lange nach ihrem Tod im Jahre 1956, als Pionierin bekannt, die als erste Frau den Titel „Kommerzialrat“ erhielt (1952) und der im Demel mit der berühmten Anna Torte – einer Verführung aus feinsten Nougat, auch heute noch Tribut gezollt wird.

Nach Anna’s Tod übernimmt ihre Adoptivtochter Klara Demel die Geschicke der Hofzuckerbäckerei.

Nach dem Tode seiner Gemahlin Klara 1965 führt ihr Mann Baron Federico v. Berzeviczy-Pallavicini den Demel weiter. Der hochbegabte Künstler Federico v. Berzeviczy-Pallavicini begründet die bis heute bestehende maßgebende Stellung des Demel. Während seiner Zeit bei Demel begründete er die Tradition, aus Schaustücken des Zucker- und Schokoladenhandwerks extravagante, neobarocke Inszenierungen zu gestalten.

federico-berzeviczy_pallavicini_klein.jpg

Federico Berzeviczy-Pallavicini Foto: Demel

Er prägt mit seinen faszinierenden Auslagen und kunstvoll gestalteten, verspielten Designs das Erscheinungsbild des Demel.

Zahlreiche dieser Motive sowie viele weitere wunderschöne Jahrhundertwende- und Wiener Werkstättenmotive, finden sich bis heute zum Teil unverändert auf den einzigartigen Bonbonschachteln und Verpackungspapieren wieder.

18010691_1689893784359776_3997225798891676588_n

Foto: Charlotte Schwarz|Fotogräfin 2017

Nachdem Federico v. Berzeviczy-Pallavicini das Familienunternehmen 1972 verkaufte, um sich in Italien und New York künstlerisch zu betätigen, begann für den Demel eine unruhige Zeit, als er kurzer Hand vom österreichischen Enfant Terrible Udo Proksch,- damals unter dem Synonym Serge Kirchhofer, Besitzer von 17 Telefonnummern, 38 Mänteln im Military-Look und zahlreichen Geburtsdaten,- übernommen wurde.

Proksch gründet daraufhin den, im zweiten Stock residierenden „Club 45“ in dem sich sämtliche Politiker, Künstler und Medienrepräsentanten trafen die damals Rang und Namen hatten.

20 Jahre später wechselt der Demel wieder den Besitzer, nachdem Proksch aufgrund der Versenkung des Schiffes ‚Lucona‘ verhaftet wird.

Ende 2002 wird der Demel Teil des international-tätigen Österreichischen Cateringunternehmen DO & CO, das stets darauf achtet den Betrieb traditionsgerecht weiterzuführen und die wertvolle Marke Demel zu bewahren.

Nach dem Ausflug in die Backstube kehrte ich unter den neugierigen und staunenden Blicken der internationalen Gäste zu meinem Platz zurück und ließ mir die Köstlichkeit, der auch die Kaiserin persönlich verfallen war servieren, das Veilchensorbet.

61045188_2197831753860633_6132178293174042624_n

Foto sternenkaiserin.com – marie

Falls ihr jemals im Frühling (dies Köstlichkeit ist nur im Frühjahr erhältlich) in Wien seid, müsst ihr es unbedingt versuchen, es gibt nichts Vergleichbares.

Eine weitere Köstlichkeit, die auch von Elisabeth sehr geschätzt wurde, ist natürlich der handgezogene Apfelstrudel, sehr zum Leid meines Mariechens natürlich standesgemäß mit Rosinen! Daneben gibt es nicht nur Demeltorte, Dobostorte, Fächertorte, russische Punschtorte, Esterházy-Torte und weitere Konditorei-Spezialitäten sondern auch die Demel Sachertorte, die zum Unterschied zur „Original Sacher Torte“ keine zusätzliche Marmeladeschicht in der Mitte hat. Erfunden hat sie Franz Sacher, vollendet zur heutigen Form hat sie allerdings sein Sohn Eduard Sacher, während seiner Ausbildung beim Demel.

Nach einem jahrelangen Rechtsstreit heißt die Demelsche Torte heute „Demel´s Sachertorte“, die andere „Original Sacher Torte“

61192296_2197831370527338_958759334668402688_n

Foto sternenkaiserin.com – marie

Wie immer war es ein ausgesprochen süßer, wenn auch kalorienreicher Besuch in unserem Lieblings Kaffeehaus.

Ich bedanke mich für die Einladung und vielen Köstlichkeiten und freue mich auf das nächste Mal.

Sisi


Rechtliche Hinweise:
Bildrechte: Sternenkaiserin,com – marie, Demel, Foto: Charlotte Schwarz|Fotogräfin 2017

Text: Sisi

Videos: sternenkaiserin.com – marie

Im selben Zimmer wie Queen Elizabeth….

Unsere Wege führten uns bereits in unzählige Schlösser und an viele besondere Orte in und um Österreich, aber ein Hotel der Luxusklasse wie das Imperial in Wien war noch nicht dabei. Mein Mariechen koordinierte den Termin seit Wochen und ging wieder einmal ihrer Lieblingsbeschäftigung nach: perfekte Planung bis ins kleinste Detail. Die Informationen, die sie mir mitteilte waren kurz und präzise wie immer und lauteten „auf dieser Stiege brauchen wir eine Schleppe“!

Leichter gesagt als getan, denn welches Kleid mit Schleppe passt dort hin? Ich wälzte Bücher, befragte das Internet und wurde schließlich in einem Ausstellungskatalog des V&A Museum in London fündig. Ein Tageskleid, reichlich verziert mit Borten und Fransen, geschmückt mit Bändern, Spitzen UND Schleppe. Ich änderte die Farbe, verlängerte die Schleppe und los ging’s. Es entstand ein Kleid in der Farbe der Fürstensuite – Royalblau.

31351294_1934679786842499_5857416492080955392_n

Foto: sternenkaiserin.com – Marie

Fast 75 m Seidenband fassten die 25 m Rüschen und bildeten so, wie ich meine, eine würdige Schleppe für die Prunktreppe des Imperials. Die Fürstensuite war bereit gestellt, frische Blumen schmückten alle Tische, Obst stand bereit und das Personal war zum Empfang der Kaiserin aufgestellt. Wir betraten das ehrwürdige Hotel und wurden vom Concierge begrüßt. Zwei Hausdiener öffneten die große Flügeltür und die Hotelpagen kümmerten sich ums Gepäck, auch die Hutschachteln und Krinolinen, etc. wollten versorgt werden.  

Was für ein Empfang!

31376081_1934679843509160_5806217724543631360_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Das Hotel Imperial Vienna wurde zwischen 1862 und 1865 im Auftrag von Phillip von Württemberg als Palais an der Ringstraße erbaut. Baumeister war Heinrich Adam, der das Gebäude im italienischen Neo-Renaissance Stil errichtete. Die Innenräume sind zum Teil mit Stein verkleidet: die Pfeiler der großen Halle sind aus Carraramarmor, die Pilaster im Festsaal haben Auflagen des gelben Marmors Giallo di Siena, Wandflächen und Säulen bestehen aus Kunstmarmor.

Bei der Feststiege sind die Wandflächen, Balustraden und die großen Säulen aus Kunstmarmor, die Stufen sind aus Kaiserstein.

28577748_1909909762652835_2672683542675307000_n

Foto:: sternenkaiserin.com – Marie

Herzog Phillip Alexander Maria Ernst von Württemberg war der Sohn von Herzog Alexander Friedrich Wilhelm von Württemberg und Marie Christine von Orléans, er bewohnte das Palais mit seiner Gemahlin, der geborenen Erzherzogin Marie Therese von Österreich, von 1866 bis 1871, und verkaufte es danach an den Bankier Horace von Landau .

31353701_1934679876842490_1087170150920093696_n

Foto: sternenkaiserin.com – Marie

Das Palais wurde zu einem Hotel umgebaut und am 28. April 1873 zur Wiener Weltausstellung 1873 in Anwesenheit von Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Elisabeth feierlich eröffnet.

Während der Monarchie kamen Gäste wie Fürst Otto von Bismarck, Graf Patrice de Mac-Mahon, König Milan von Serbien, Zar Ferdinand von Bulgarien, Richard Wagner usw. ins Hotel Imperial. Während des Ersten Weltkrieges lief der Betrieb fast normal weiter, nur das Personal wurde zunehmend weiblich. 1928 erhöhte man das Gebäude um zwei Stockwerke. Nach dem Anschluss Österreichs logierte hier Adolf Hitler, in der Besatzungszeit machten die Russen das Hotel zu ihrem Hauptquartier und hinterließen einige Schäden, die Möbel verschwanden während dieser Zeit fast vollständig. Nach dem Krieg wurde das Haus saniert und die Möbel wieder angeschafft. 

Traditionellerweise logieren Staatsgäste im Hotel Imperial. Die bekanntesten waren John F. Kennedy und Nikita Chruschtschow bei ihrem Gipfeltreffen 1961 in Wien. Richard Nixon, König Olav von Norwegen, Marschall Tito, König Leopold von Belgien, die indische Premierministerin Indira Gandhi, Königin Elisabeth von England, König Juan Carlos von Spanien sowie Kaiser Akihito und Kaiserin Michiko von Japan, gaben sich ebenso mehr oder weniger die Klinke in die Hand. Auch zahlreiche prominente Künstler waren zu Gast im Hotel Imperial, darunter Otto Preminger, Walt Disney, Otto Klemperer, Alfred Hitchcock, Frank Sinatra, Woody Allen, Yul Brynner, Peter Ustinov, Michel Piccoli, Zubin Mehta, Vladimir Horowitz, Riccardo Muti, Mick Jagger, Mariah Carey und Sofia Coppola. Michael Jackson schrieb hier den berühmten Song: Earth Song.

Man führte uns über die Prunkstiege hinauf zu „unserer“ Suite, ein wahrlich atemberaubender Anblick, bei dem sich bestimmt auch der Märchenkönig Ludwig wohl gefühlt hätte.

31437427_1934679693509175_4287798394287554560_n

Foto: sternenkaiserin.com – Marie

Mich zumindest erinnerten diese Räume an den Adler, der seiner Möwe einsame Gedichte schrieb. Es mag wohl an den bayrischen Farben oder den Lilien gelegen haben, aber irgendwie hätte dieses Zimmer genauso gut in Neuschwanstein sein können.

31387909_1934679670175844_1740806453305802752_n

Foto: sternenkaiserin.com – Marie

Mit „Fannys“ Hilfe begannen wir Bilder zu machen und taten das, was auch die Kaiserin getan hätte: wir wechselten die Kleider, richteten die Haare und nahmen dann, mit Blick auf das Winterhaltergemälde unseren Tee, serviert vom eigenen Butler, ein.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Fotos: sternenkaiserin.com – Marie

Natürlich servierte man uns dazu die berühmte Imperialtorte. Ein wahrer Schokogenuss, der mit nichts zu vergleichen ist.

31302028_1934679760175835_1496266378569580544_n

Foto: sternenkaiserin.com – Marie

Frisch gestärkt mit einer Tasse Milch zeigte man mir eine ganz besondere Landkarte, die in einem der Gänge aufgehängt ist und die noch aus Mozarts Zeiten stammt – also 18. (!) Jahrhundert. Darauf ist der innere Kern von Wien zu sehen, die Stadtmauer und seine vielen Vororte, die heute alle zu Wien gehören: also Penzing, Hietzing, Döbling, Nussdorf, Grinzing usw. Ein Prachtexemplar an alter Karte, die uns die Wandlung der Zeit präsentierte. Kaiser Franz Joseph war es ja, der die Stadtmauer abreißen ließ und die Prachtstraße – Ringstraße – erbauen ließ. 

28661254_1910392165937928_953467413913822157_n.jpg

Foto: sternenkaiserin.com – Marie

Wieder zurück in der Suite nutzen wir den Salon um ein wenig zu Lesen, ein paar Briefe zu schreiben und um weitere Pläne zu besprechen. Mein „Leben als Kaiserin“ ist mit einem unglaublichen Aufwand verbunden. Stundenlange Planungen und aufwendige Vorbereitungen sind nötig um das Ergebnis zu erzielen, was ihr dann auf Fotos und Videos präsentiert bekommt. Es muss so perfekt wie möglich sein.

28950896_1910391702604641_3436388184077242135_n

Foto: sternenkaiserin.com – Marie

Jeder von uns hat seine Aufgaben, die er erfüllt, denn ohne dieses Vertrauen und die gegenseitige Unterstützung wäre das „Projekt Sternenkaiserin“ nicht möglich.

„Wir träumen groß…..“ wurde in den letzten Monaten zu unserem Leitsatz und der Erfolg gibt uns Recht, man öffnet uns Türen, rollt rote Teppiche aus von denen wohl niemand von uns noch vor einem Jahr zu Träumen gehofft hätte.

Ohne dich Mariechen, wär ich nicht ICH, ohne dich gäbs kein UNS und ohne uns gäbs keine Träume und somit keine Sternenkaiserin!

Natürlich waren wir nicht nur zum Reden in diesem wundervollen Hotel, sondern zum fotografieren und das taten wir dann auch.

Ich möchte Euch einladen, mit den folgenden Bildern die vermutlich prunkvollste Suite des Landes zu genießen.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Fotos: sternenkaiserin.com – Marie

Das Hotel Imperial wurde 1994 zum besten Hotel der Welt gekürt. Bereits 1961 erhielt das Betreiberunternehmen die staatliche Auszeichnung und damit das Recht, das Bundeswappen im Geschäftsverkehr zu verwenden. Seit 2016 ist das Imperial im Besitz von Al Habtoor Investment aus den Vereinigten Arabischen Emiraten.

31301916_1934679893509155_2338950773204844544_n

Foto: sternenkaiserin.com – Marie

Übrigens, im Erdgeschoß des Hotels befindet sich das Café Imperial, dort könnt ihr die Spezialität des Hauses – die Imperial-Torte, die nach einem Geheimrezept aus Mandeln, Marzipan und Milchschokolade zubereitet wird, jederzeit selbst versuchen. In Holzschachteln verpackt wird sie weltweit versandt. Entstanden sein soll sie angeblich so: ein Küchenjunge namens Franz-Xaver Loibner erfand die Imperial-Torte für Kaiser Franz Joseph I. anlässlich der Eröffnung des Hotels.

28871143_1910391879271290_7017376793834723301_n (1).jpg

Foto: sternenkaiserin.com – Marie

 

Herzlichen Dank an das gesamte Team vom Hotel Imperial für die Gastfreundschaft! Danke auch an unsere Fanny!

Sisi 


Rechtliche Hinweise:
Textrechte: Sisi, Hotel Imperial
Bildrechte: sternenkaiserin.com 


 

Eine Tragödie, die traurigen Weltruhm erlangte.

Mayerling, wer kennt sie nicht die Geschichte über den Tod des Kronprinzen und seiner angebliche Geliebten?

Mehrfach wurden die letzten Tage des österreichischen Kronprinzen verfilmt. 1969 drehte man eine Version mit Omar Sharif als Rudolf und Catherine Deneuve als Mary in den Hauptrollen. Als Kaiserin Elisabeth besetzte man die weltberühmte Ava Gardner.

Mayerling

 Foto: @ORF/Kirch Media

Rudolf Prack schlüpfte zuvor, bereits 1956 in diese tragische Rolle.

An seiner Seite spielten Christiane Hörbiger-Wessely und Lil Dagover, die bereits zum 2. Mal die Rolle der österreichischen Kaiserin übernahm. 1931 spielte sie in „Elisabeth von Österreich“ die Titelrolle.

Kronprinz Rudolfs letzte Liebe

Im Bild: Lil Dagover, Rudolf Prack und Christiane Hörbiger. Foto: @orf.at

Max von Thun spielte 2006 in der 2 teiligen Neuverfilmung neben Klaus Maria Brandauer, der dieses Mal den Kaiser verkörperte.

1831451,mImnab2HXXN3UIAbLZQw3fOn7LyxpEH+PoF7QOkkNfo56y+CqdOQLqy9_w3R68FDRkbxkhKrAiv22aJ4mTB4YQ==

Sandra Ceccarelli, Max von Thun, Daniela Golpashin, Klaus Maria Brandauer, Francesca von Habsburg, Lothar Michael Proksch, Kronprinz Rudolfs letzte Liebe, Kronprinz Rudolf Foto: @orf.at

Unzählige Bücher sind zu diesem Thema der österreichischen Geschichte verfasst worden. Von der Kriminalgeschichte bis hin zu Verschwörungstheorien, immer wieder dient die Tragödie von Mayerling als Thema für Neuerscheinungen.

Ebenfalls 2006 feierte das Musical „Rudolf“ Weltpremiere in Budapest.


 

Irgendwann stand fest, dass auch wir dem Jagdschloss einen Besuch abstatten würden. Ähnlich wie die Kaiserin bei ihrem ersten Besuch anlässlich des ersten Todestages, reisten auch wir dieses Mal mit einer ganzen Gruppe an diesen verwunschenen Ort.

Die Geschichte dieses sehr besonderen Tages möchte ich Euch heute erzählen. Dabei werde ich immer wieder historische Daten in meine Gedanken einflechten und bitte Euch, dies nicht als geschichtliche Dokumentation zu sehen, sondern einfach als das was es ist.

Meine Gedanken und Erinnerungen an Rudolf.

KronprinzRudolf_vonOesterreich(Naturaufnahme)

Foto: Wikimedia/Commons

 

Schon während ich früh morgens meine Haare zu flechten begann, ließen mich die Gedanken an Elisabeth und ihr „Bubi“ nicht mehr los.

101 Salutschüsse erklangen als man die Geburt des Thronfolgers feierte.

Der Kaiserin selbst teilte nach langer, schwerer Geburt mit den erlösenden Worten „A Bua, es is a Bua“ eine Hofdame mit, dass endlich nach den beiden Töchtern der langersehnte Thronfolger geboren wurde.

Was musste es wohl für sie bedeutet haben, endlich die Verpflichtungen gegenüber ihrem Mann und ihrem Volk, wie es die Erzherzogin bezeichnete, erfüllt zu haben?

Was in ihr vorging, als sie völlig erschöpft endlich den Buben sah, ist wohl nur für wenige nachzuvollziehen.

War es Erleichterung, Freude über den langersehnten Sohn oder Trauer darüber, ein weiteres Kind an die Schwiegermutter zu verlieren?

Es liegt mir fern das Verhältnis der Beiden zu beurteilen, oder gar eine historische Aufarbeitung über das Drama von Mayerling zu schreiben.

Ich möchte nochmals betonen, es sind lediglich die Gedanken, die ich mir an diesem Tag zu diesem Thema machte.

Rudolf_von_Österreich-Ungarn,_1862

Foto: Wikimedia/Commons,  Mit nur 2 Jahren trug Rudolf zum ersten Mal die Uniform

 

Mit 101 Salutschüssen hat sein Leben begonnen, mit nur einem Pistolenschuss sollte es auf tragische Weise enden.

Heutzutage kennt man Stillpsychosen und Wochenbettdepressionen, aber zur damaligen Zeit?

Wie kann eine kaum 20 jährige Mutter eine wirkliche Bindung zu ihrem Kind aufbauen, wenn man es ihr weg nimmt?

Wenn kurz zuvor ihre erste Tochter gestorben ist?

All das sind Fragen, die ich mir oft schon gestellt habe, manches Mal ist es aber auch einfacher, etwas aus der Ferne zu lieben.

Wenn man Briefe der Kaiserin an ihren Sohn liest, kann man durchaus meinen, sie liebte ihren Sohn.

Mir ist klar, dass viele hier anderer Ansicht sind, aber für mich steht  fest, dass sie ihn geliebt hat. Auf ihre eigene Weise.

Es ist oftmalig belegt, wie sehr der Kronprinz seine Mutter vergötterte, aber auch darauf will ich nicht wirklich eingehen.

Ich flocht Zopf und Zopf und begann meine Haare aufzustecken, während ich die Szene aus dem Musical vor Augen hatte. Der erwachsene Kronprinz betritt das Zimmer der Kaiserin, bittet sie um Hilfe und beginnt dann das Lied „wenn ich dein Spiegel wär….“

(Elisabeth das Musical – Wenn ich dein Spiegel wär, Michael Kunze & Silvester Levay)

Wie ähnlich waren sich die beiden wirklich? War ihr bewusst, wie sehr er gelitten hatte? Oder waren ihre Fluchten zum Teil auch nur die einzige Möglichkeit – die sie sah – um die „Erziehung“ ihres Sohnes nicht mit ansehen zu müssen?

In einigen erhaltenen Briefen nennt sie ihn „mein liebes Bubi“ selbst die Erzherzogin beschreibt den liebevollen Umgang und den guten Einfluss, den die Kaiserin auf die Kinder hatte.

So schreibt z.B. „das interessante Blatt“ 1889 nach dem Tod des Kronprinzen einen Satz des kleinen Rudi – wie die Wiener ihren Kronprinzen liebevoll nannten – der mich immer wieder berührt:

„der Kaiser nennt mich Rudi, die Mutter ruft mich Bubi und die anderen sagen kaiserliche Hoheit“   (1)

Kronprinz_Rudolf_mit_5_Jahren

Rudolf mit 5 Jahren Foto: Wikimedia/Commons

Maria Jose kam und begann mein Korsett zu schnüren, während meine Gedanken immer weiter kreisten.

Befreite die Geburt des Thronfolgers Elisabeth von ihren ehelichen Pflichten und ermöglichte ihr nun ihre so langersehnte Freiheit?

Dennoch meinte sie später einmal, wenn Rudolf wieder kommen würde, so würde sie sich ihn als Tochter und nicht als Kronprinzen wünschen. (2)

Hatte sie ihn wirklich im Stich gelassen, oder waren es einfach die Umstände, die es nicht erlaubten, den kleinen Prinzen mit derselben Liebe zu überschütten, wie seine jüngere Schwester?

Manches Mal ist es leichter aufzugeben, als zu kämpfen wenn der Gegner übermächtig ist.

Es ist leicht aus heutiger Sicht darüber zu urteilen, ob Elisabeth eine gute Mutter war oder nicht, aber wer fragt sich, wie es ihr dabei gegangen ist?

Franz Josef war als nicht gerade sehr zärtlicher Liebhaber bekannt, wie also hatte eine völlig überforderte und verängstigende 16-jährige all dies empfunden?

Woher stammte ihre lebenslange Abneigung gegen körperliche Nähe?

Vielleicht spielte ja all das auch eine Rolle bei dem Verhältnis zu Rudolf und Gisela?
Während ich vorm Spiegel stand und zusah wie Maria Jose mich Schicht für Schicht anzog, Haken um Haken meines Trauerkleides schloss, kamen mir immer mehr Details in den Sinn, die ich irgendwann und irgendwo einmal gelesen hatte.


 

Wir fuhren über die Landstraße Richtung Heiligenkreuz, ähnlich wie das Kaiserpaar es genau ein Jahr nach dem Unglück tat und ich erinnerte mich an Marie Valeries Worte, die in ihrem Tagebuch diesen Tag ausführlich beschrieb.

Man nahm an einer Messe, in dem inzwischen umgebauten Jagdschloss teil und besichtigte anschließend dann das Kloster, das der Kaiser gestiftet hatte. (3)

Mit welchen Gefühl muss sie in der Kirche gesessen und auf den Altar, an dessen Stelle zuvor das Bett gestanden hatte in dem man den Toten gefunden hatte, geblickt haben?

Unfähig zu weinen und leichenblass soll sie gewesen sein, die Kaiserin.

Geistig ihr „Bubi“ vor Augen und hadernd mit der eigenen Schuld.

Es war ein eisiger Tag, die Sonne schien und das Schloss in dem Rudolf hoffentlich auch schöne Stunden erlebt hatte, lag immer noch im leichten Nebel. Mitten im Wiener Wald, umgeben vom schönsten Jagdgebiet.

19642306_1636991903027768_2180655430536940486_n

Foto: Sternenkaiserin.com – Sisi

 

Die Mauern, die einst das Schloss umgaben, schützen nun das Kloster der Karmelitinnen vor der Außenwelt. Friedlich und still sieht es aus, das kleine Schlössl, in das der Prinz seine Gäste zur Jagd lud.

1024px-Mayerling_1889.jpg

Foto: Wikimedia/Commons

1886 erwarb Rudolf einige Gebäude in Mayerling und tauschte diese dann mit den Patern von Heiligenkreuz gegen die Gebäude neben der Laurentiuskirche mit dazu gehörigen zwei Häusern. (4)

1887 wurden größere bauliche Veränderungen durchgeführt und das Anwesen zum eigentlichen Jagdschloss mit nun 2 Trakten umgebaut. Der obere Teil bestand aus dem ehemaligen Gasthaus Eipeldauer, das zu Wohnräumen des Kronprinzenpaares umgebaut wurde.

Es gab einen ebenerdigen Dienertrakt und einen eigens nach der kleinen Erzherzogin benannten „Elisabeth Trakt“

 

schloss1

skizze Foto: @mayerling.de   1. Gasthaus Gratzer 
2. Villa (sogenanntes Coburg Schlössel) 
3. Pferdestall (von Rudolf erbaut) 
4. Mayerlinghof 
5. Garten (im französischen Stil) mit Teepavillion und Kegelbahn  
6. Jagdschloss 
7. Osttor (Haupteingang zum Schloss) 
8. Dienertrakt 
9. Nordtor 
10. Elisabethentrakt 
11. Laurenzi-Kirche 
12. Südtor (hier wurde Mary hineingeschmuggelt) 
bzw. S Sterbezimmer 
L Loscheks Zimmer 
E Entré-Zimmer 
von hier aus wurde die Tür aufgebrochen

Der Schlosshof bestand aus einem französischen Garten mit Springbrunnen. (5)

Unterhalb des Schlosses befand sich ein zweiter Garten mit einer überdachten Kegelbahn, die auch als Schießstand diente.

Wohnungen für die Hofdame der Prinzessin, die Jäger sowie für die Familie des Prinzen von Coburg befanden sich ebenso im Jagdschloss, wie Gästezimmer und ein Stall für die Pferde. (6))

Am 19. November 1887 wurde das Schloss eingeweiht, als Gäste waren das Kaiserpaar, das Ehepaar Coburg und einige Jagdfreunde von Rudolf geladen.

Erzsibeth

Erzherzogin Elisabeth Marie. Foto: Wikimedia/Commons

In den beiden Jahren bis zu seinem Tod fanden hier nur 10 Jagden statt, Kronprinzessin Stefanie war lediglich 2 mal zu Besuch im Wiener Wald und die kleine Erszi einmal, allerdings ohne ihre Eltern!

 

Graf Hoyos war öfters zu Gast beim Kronprinzen, ebenso wie sein Schwager, Prinz Phillip von Coburg, der bei fast allen Jagden anwesend war.

Heute kommen ebenfalls wieder Gäste nach Mayerling, um das Jagdschloss zu besuchen. Gäste, die das Museum besichtigen und vielleicht das ein oder andere Gebet in der Kirche für den Kronprinzen sprechen wollen.

Statt dem Schlosstor empfängt heute ein modernes Besucherzentrum seine Gäste, um denselben das eine oder andere Souvenir zu bieten.

 

Mir selbst war dieses Eingangsgebäude zu modern, es passte nicht in „mein Bild“ von Mayerling.

Der leicht ansteigende Weg vom Besucherzentrum zur Kirche war in ein seltsames Schweigen gehüllt, unterbrochen nur durch das eine oder andere Schluchzen einer meiner Begleitungen.

26993528_1636991959694429_1029007012039221072_n

Foto: Sternenkaiserin.com – Sisi

Ich muss gestehen, auch wenn ich schon an vielen Orten war, dieser hier hatte eine ganz besondere Aura wenn man es so nennen möchte.

In keinem anderen der Schlösser war für mich der Tod so greifbar wie hier.

Eine eigenartige Stille umfing dieses Gebäude, auch wenn hin und wieder Stimmen von Besuchern erklangen, so wirkten sie doch irgendwie fern und unwirklich.

Eskortiert von Husaren, die die Türen öffneten betraten wir die Kirche.

Man hatte im Mittelgang zwei Stühle bereitgestellt, auf die wir zuschritten.

Nur das Rascheln meiner Schleppe am Steinboden war zu hören, fast ein wenig gespenstisch wirkte die Szene.

Völlig in schwarz gehüllt, wie sollte es auch anders sein, gingen wir an den Bankreihen vorbei, die sich nach und nach mit unserem Gefolge füllten.

Es wäre mir unpassend erschienen, etwas anderes hier zu tragen als Trauer!

Somit war nicht nur ich, sondern an diesem Tag mein „gesamter Hofstaat“ in tiefer Trauer, um dem österreichischen Kronprinzen die letzte Ehre zu erweisen.

Der Begriff der „Hoftrauer“ ist was die Kleidung betrifft exakt festgelegt. Dazu zählt das Tragen von schwarzen Kleidern, schwarzen Schleiern und schwarzen Schmuck.

26904568_1636991793027779_1198592393664766534_n

Foto: Sternenkaiserin.com – Sisi

Die Schwestern erschienen, geschützt durch ihre Gitterwand, um den Gottesdienst beizuwohnen und die Glocken begannen zu läuten.

Der Kronprinz, der von klein auf an Jagden teilnahm und dadurch wohl eine der selten Möglichkeiten fand, Zugang und vielleicht auch ein wenig Zuneigung vom Vater zu bekommen, pflegte die Jagd als eines seiner liebsten Vergnügen.

Kaiser Franz Joseph I und Kronprinz Rudolf

Foto: @austriaforum.at

Je besser die Erfolge des kleinen Rudi wurden, umso mehr Lob erntete er dafür vom übermenschlich verehrten Vater!

 

Bereits mit 8 Jahren erlegte er seinen ersten Hirsch und nahm an der Seite des Kaisers an unzähligen Jagden teil.

Bald schon folgten Hochgebirgsjagden im Salzkammergut und der Hochsteiermark.

Sein Jagdprogramm wurde immer dichter, je mehr Einladungen des Hochadels folgten. So verbrachte er laut seinem Tagebuch von 365 Tagen im Jahr 1885 200 Tage im Revier!!!  (8)

Gegen Ende seines Lebens nahm allerdings diese Jagdleidenschaft zunehmend ab. Eine der letzten Jagden an denen er teilnahm, war an der Seite des Kaisers in Mürzsteg!

Österreichisches Staatsarchiv

Rudolf in Jagdkleidung. Foto: @österr. Staatsarchiv

Am 23. Jänner ging Rudolf das letzte Mal auf die Pirsch.


 

Am Samstag dem 26. Jänner teilte Rudolf seinem Leibjäger Püchel mit, dass er am kommenden Dienstag nach Mayerling fahren wolle, um auf Hochwildjagd zu gehen.

Am Sonntagabend fand anlässlich des Geburtstages von Kaiser Wilhelm II. in der deutschen Botschaft ein großer Empfang statt, bei dem Kaiser Franz Josef, das Kronprinzenpaar und sämtliche Diplomaten erschienen.

Dieser Empfang sollte der letzte öffentliche Auftritt des Kronprinzen werden. (9)

Rudolf_Habsburg_and_Princess_Stephanie

Stephanie und Rudolf bei ihrer Verlobung. Foto: Wikimedia/Commons

Am nächsten Tag arbeitete der Kronprinz wie gewohnt und teilte nach einer Besprechung mit Oberstleutnant Albert Mayer seinem Leibjäger Püchel mit, dass er seine Pläne geändert und nun heute schon hinaus fahren wolle. (10)

Die genauen Umstände, wie Mary Vetsera an diesem Tag in die Hofburg kam und von dort aus mit Hilfe des Kutschers Bratfisch zu dem vereinbarten Treffpunkt gelangte, um in Rudolfs Kutsche Richtung Mayerling zu fahren, möchte ich nicht näher erläutern.

800px-Mary_Vetsera_1887_cropped_(fcm).jpg

Marie Alexandrine Freiin von Vetsera. Foto: Wikimedia/Commons

Den am nächsten Morgen eintreffenden Jagdgästen erzählte Rudolf jedoch von Schwierigkeiten bei der Anreise, dass sein Wagen hängen geblieben sei und er sich beim Anschieben scheinbar erkältet habe, wodurch er an der Jagd nicht teilnehmen würde.

Von der Anwesenheit der Baroness ahnten die hohen Gäste wohl zu diesem Zeitpunkt nichts. (11)


 

Über den Tathergang dieser Nacht, die wohl für immer die österreichische Geschichte veränderte, werde ich mich auch nicht weiter äußern, da es zu diesem Thema mehr als genug Lektüre gibt.

Was genau an diesem Morgen des 30. Jänner 1889 geschah bleibt Spekulation, aufkommende Gerüchte, die sich bis heute halten wurden nicht weiter dementiert und trugen zusätzlich zum Mythos Mayerling bei.

Die beiden einzigen Zeugen Loschek und Graf Hoyos widersprachen sich mehrfach in ihren Aussagen.

Während Prinz Coburg zur Bewachung im Schloss zurück blieb, eilte Graf Hoyos nach Wien, um die Todesnachricht zu überbringen.

 

Dabei wurde den Eltern zuerst die Version einer Vergiftung des Kronprinzen durch Mary Vetsera berichtet.

Erst am nächsten Morgen konnte, der nach Mayerling gerufene Dr. Widerhofer die tatsächliche Todesursache dem Kaiser am Nachmittag selbst mitteilen. (12)

41-42erstammtischlaa.at

Foto: @41-42 stammtischlaa

 

Während bereits erste Zeitungen durch Sonderausgaben über den Tod des Kronprinzen durch Schlaganfall, einen Jagdunfall bzw. einem Herzanfall berichteten, machte sich eine Hofkommission auf den Weg nach Mayerling. (13)

 

In einen kupfernen Sarg gelegt, wurden die sterblichen Überreste des Kronprinzen mit der Bahn zurück nach Wien gebracht.

Die weibliche Leiche wurde erst am nächsten Tag untersucht.

 

Der Sonderzug des Kronprinzen kam am Südbahnhof an und wurde von dort in die Hofburg gebracht, wo Rudolf gegen 2 Uhr morgens in seinem Schlafzimmer aufgebahrt wurde.

27073338_1636992056361086_5541374150343459378_n

Foto: Sternenkaiserin.com – Sisi

Am Abend des 31. Jänner läuteten die Glocken der Laurentiuskirche, in der Abt Grünbeck eine Trauermesse für den verstorbenen Kronprinzen in Mayerling zelebrierte (14)

Die Anwesenheit der 17 jährigen Mary Vetsera wurde der Öffentlichkeit verschwiegen und man setzte sie still und leise im Beisein von Graf Stockau und Alexander Baltazzi am Ortsfriedhof von Heiligenkreuz bei. (15)

26991737_1636991826361109_7664334400429198050_n

Grab Mary Vetsera, Friedhof Heiligenkreuz Foto: Sternenkaiserin.com – Sisi

Die Messe nahm ihren Lauf und in meinen Gedanken lief dieser Tag weiter. Mit welchen Worten teilte der Graf der Kaiserin den Tod Rudolfs mit, die wiederum zum Kaiser ging, um ihm vom Tod des einzigen Sohnes zu berichten.

Wie nun die Kaiserin diese Tage verbrachte, nachdem man ihr den Tod ihres zweiten Kindes mitteilte beschreibt Marie Valerie in ihrem Tagebuch.

Was sie jedoch empfand, bleibt nur zu erahnen. Gibt es für eine Mutter etwas Schlimmeres als ihr Kind zu Grabe zu tragen?
Im Fall von Elisabeth war es nun das zweite Mal, dass sie in dieser Situation war.

Ob es nun die Tränenausbrüche der Schwestern, oder die stoische Ruhe des gebrochenen Vater war, gelitten haben sie wohl alle. Jeder für sich. Jeder auf seine eigene ihm mögliche Art.

Selbst Stefanie ergoss sich für kurze Zeit in Entschuldigungen und Tränen, wirkte aber kurze Zeit darauf zum Entsetzen der restlichen Familie kalt und distanziert. (16)

Genau ein Jahr nach dem Selbstmord des einzigen Sohnes kniete die Kaiserin an der Stelle, an der nun auch ich mich zum Gebet niederließ.

27336910_1637027366357555_4089753036972964720_n

Altar Mayerling, Foto: @christine kubec

Während der teilweise lateinischen Messe machten wir uns wohl alle unsere eigenen Gedanken zu diesen schicksalhaften 30 Jänner.

Was treibt einen Menschen dazu, sein eigenes Leben zu beenden?

Wie aussichtslos muss einem die Lage erscheinen in der man sich befindet, um diesen letzten Schritt zu tun?

Ist Selbstmord überhaupt jemals rational erklärbar?

Selbst die hinterlassenen Abschiedbriefe geben keinen wirklichen Anhaltspunkt über das Warum.

abschiedsbrief_

Foto: @planet-vienna.com – Abschiedsbrief an Stephanie

Rudolf wurde zuerst in seinen Gemächern, streng nach Protokoll und später auch in der Hofburgkapelle aufgebahrt, um dem Volk für 2 Tage die Gelegenheit zu geben, sich zu verabschieden. 

Während in Wien nun die kaiserliche Familie den aufgebahrten Kronprinzen ein letztes Mal besuchte, beschreibt Marie Valerie wieder ein für mich berührendes Detail.

Gisela beugte sich über Rudolf, um ihn auf die Lippen zu küssen. Ein Zeichen der tiefen Liebe der beiden Geschwister. (17)

Gisela war es auch, die ihren Vater am 5. Februar zur Trauerfeier in der Kapuzinerkirche und anschließenden Beisetzung in der Kapuzinergruft begleitete, während die Kaiserin, sowie auch die Kronprinzessin, unfähig an diesem teilzunehmen, mit Erzherzogin Marie Valerie in der Josefikapelle  blieb um zu beten. (23)

Begräbnis von Kronprinz Rudolph

Begräbnis von Kronprinz Rudolph
Vor der Kapuzinergruft.
05.02.1889 Foto: @bildarchiv.austria.at

Kann man es ihr verdenken? Der Gedanke hinter dem Sarg des eigenen Sohnes herzugehen, ist vermutlich für jede Mutter unvorstellbar.

Aus Respekt zu den Toten verstummten die Kanonen an diesem Tag, die vor beinahe 30 Jahren die Geburt des Kronprinzen verkündeten, statt dessen läuteten die Glocken des Landes, in dem man tagelange Messen abhielt, um für die Seele des Kronprinzen zu beten.

In der Zeitung „das interessante Blatt“ wurde die Bestattung sehr eindrucksvoll beschrieben.

Auch das von Otto bekannte „Anklopfritual“ an der Kapuzinergruft ist zu Zeiten Rudolf nicht dokumentiert.

Nach Auskunft der Kapuziner Gruft hatte es auch bei Franz Josef nicht stattgefunden. 

Das ganze Land trauerte um den geliebten Kronprinzen der für Liberalität und Fortschritt stand. „Kaiser Rudolf wird der Zeit entgegen gehen“ lautet eine Textzeile aus dem Musical Elisabeth und damit ist vielleicht alles gesagt. (19)


 

Der Pater, vor dem wir immer noch knieten, rief Heilige und Seelige an, um für die Vergebung der Sünden zu bitten.

Fast als wäre man bei einer Totenmesse eines Angehörigen fühlte es sich an, die gedrückte Stimmung breitete sich immer weiter aus und am Ende war ich ehrlich gesagt froh, diesen Ort bald verlassen zu können.

 

Bereits wenige Tage nach dem Unglück stand der Beschluss des Kaisers fest, aus dem Jagdschloss einen Ort zu machen, an dem Tag und Nacht für die Seele des Prinzen gebetet würde.

Er gab den Auftrag zur Errichtung des Klosters.

Die Wahl der Ordensgemeinschaft fiel auf die unbeschuhten Kameliterinnen. Franz Josef selbst legte im Stiftungsbrief des Klosters fest, dass die Schwestern täglich für das Seelenheil des Kronprinzen zu beten haben.  (20)

In den ersten Seiten der Klosterchronik steht geschrieben, die Schwestern wollen Jesus Christus anbeten und ehren, um dadurch die Beleidigungen Gottes gut zu machen und diese zu sühnen, welche hier geschehen sind. (21)

Der Gottesdienst näherte sich seinem Ende und die Schwestern, die hinter der vergitterten Wand ihren Platz eingenommen hatten, verließen die Kirche wieder.

Kleider raschelten, Säbel klirrten und wir erhoben uns immer noch schweigend, um ebenfalls diesen denkwürdigen Ort zu verlassen.

26992269_1637027336357558_3934872505540335256_n

Foto: Sternenkaiserin.com – Sisi

Franz Josef selbst verließ Mayerling nach seinem ersten Besuch im Kloster am 2. November 1889 mit den Worten „Ich kann Ihnen nicht genug empfehlen, für meinen armen Rudolf zu beten“ (22)

Kaiser Franz Josef war insgesamt 8 Mal in Mayerling zu Besuch bei den Ordensschwestern, vier Mal war Kaiserin Elisabeth an seiner Seite.

Nach der Ermordung der Kaiserin, kam Franz Josef nie wieder in das Jagdschloss im Wiener Wald.

 

26907290_1636992153027743_8376549831024140467_n

Jagdschloss Mayerling – heute Kloster der Kamelitinnen. Foto: Sternenkaiserin.com – Sisi

 

Ein Jagdschloss wird zum Kloster.

Da die Zellen der Kamelitinnen ganz schlicht und einfach ausgestattet sind, wurden sämtliche Parkettböden, Kamine und Holzlamperien herausgerissen.

Unverändert bis heute blieb das Treppenhaus mit der Eichenholzstiege.

Der sogenannte „Elisabeth Trakt“ sollte zum Quartier für die kaiserliche Familie bei möglichen Besuchen dienen, daher wurde das bereits schadhafte Dach erneuert und die Zimmer mit dem nötigsten eingerichtet.

Im ehemaligen Dienertrakt entstanden die Klosterküche und das Refektorium.

Der Garten wurde vergrößert und mit einer hohen Mauer umgeben.

Der Teepavillion des Prinzen blieb unverändert erhalten und ist im Rahmen einer Führung zu besichtigen.

Das Schlafzimmer wird zur Kirche!

Das Sterbezimmer und die angrenzenden Räume wurde abgerissen und auf einem Grundriss von 7.3 x 14m eine neugotische Kirche erbaut.

Der Hochaltar wurde auf Wunsch des Kaisers direkt an der Unglücksstelle errichtet.


 

Schweigend verließen wir diesen Ort, der eine oder andere mit Tränen in den Augen, um unseren Tag fortzusetzen. Einen Tag, der alles verändert hatte, der Türen schloss und Neue öffnen sollte.

Nur eines wird bleiben, die Erinnerung an Rudolf…..

planet-vienna

Rudolf, Kronprinz von Österreich und Ungarn (vollständiger Vorname Rudolf Franz Karl Joseph; * 21. August 1858 auf Neues Schloss Laxenburg; † 30. Jänner 1889 auf Schloss Mayerling) war der einzige Sohn von Kaiser Franz Joseph I. und Kaiserin Elisabeth. Er war staatsrechtlich Kronprinz des kaiserlichen Österreich (Cisleithanien) und des königlichen Ungarn. Wie alle habsburgischen Prinzen trug er, den Hausgesetzen des Hauses Habsburg-Lothringen entsprechend, den Titel Erzherzog, im Ungarischen: főherceg, und war mit Kaiserliche und Königliche Hoheit anzusprechen. Bild: @planet-vienna.com

 


 

Ich bedanke mich beim Stift Heiligen Kreuz und dem Karmel Mayerling für die freundliche Genehmigung zur Aufnahme der Bilder.

Mein Dank gilt auch meinen Damen, die mich an diesem Tag begleitet haben, ganz besonders unserer Maria José, die die Aufgaben einer Zofe an diesen Tagen übernommen hat.

Außerdem möchte ich mich auch bei meinem treuen Husar Alois bedanken, der mir stets mit Rat und Tat in militärischen Dingen zur Seite steht!

Mein Dank geht ebenfalls an das Team der Kapuziner Gruft, das mich mit wertvollen Informationen unterstützte!

~Sisi~

 


 

Textrecht: Sisi

Bildrechte:

ORF/Kirch Media, ORF.at, austriaforum.at, österr. Staatsarchiv, 41-42 stammtischlaa, planet-vienna.com, sternenkaiserin.com – Sisi, Christine Kubec, Mayerling.de

Es konnten keine weiteren Urheberrechte zu den Bildern festgestellt werden. Sollten wir gegen ein Urheberrecht verstoßen haben, bitten wir um Kontaktaufnahme: sternenkaiserin[at]gmx.at

Literaturhinweise:

Nummer / Seite:

4 – S48, 5 – S59, 6 – S60, 7- S61, 8 – S62, 9 – S63, 10 – S64, 11 – S65, 12 – S70, 14 – S71. 15 – S72, 20 – S81, 21 – S82, 22 – S83, 23 – S93

Diplomarbeit von Peter Rückl 2002

„Mayerling im Verlauf seiner Geschichte“

(von der Laurentius-Kapelle zum Karmel St Josef)

Eingereicht an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien zur Erlangung des akademischen Grades eines Magisters der Theologie der fachtheologischen Studienrichtung

Betreuer: Univ. Prof DDr Floridus Röhrig CanReg

 

1, 13, Das interessante Blatt, separat – Ausgabe, 2. Februar 1889 – ÖNB 

Das Tagebuch der Lieblingstochter von Kaiserin Elisabeth, Marie Valerie von Österreich, Herausgegeben von Martha und Horst Schad, Piper Verlag gmbH München Zürich, 6. Auflage – Juli 2011 

2 – S 168, 

17 – S169, 

23 – S174

Textauszug Elisabeth das Musical – Die Schatten werden länger, Silvester Levay & Michael Kunze: 19

Guten Morgen Majestät…

Eigentlich hatte ich mir ja vorgenommen, meine Reiseberichte etwas schneller zu schreiben, aber ihr seht ja, wie viel wir unterwegs sind. Von daher bitte ich um Entschuldigung für die lange Wartezeit!

 

Das letzte Schloss unserer „Sisi Woche“ im August sollte Schloss Ruegers in Niederösterreich sein.

21752163_1845133768844949_66823050819810272_n

Foto: Prinz Barbara Fotografie mit Herz 

Schloss Riegersburg oder Schloss Ruegers ist ein Schloss im Ort Riegersburg bei Hardegg an der Grenze zur Tschechischen Republik.

Riegersburg ist der westlichste Ort im niederösterreichischen Bezirk Hollabrunn.

Nach einem gemütlichen Frühstück machten wir uns an diesem strahlenden Augusttag auf den Weg, um schon bald vor einem wunderschönen Schloss zu stehen, das ein wenig an Gödöllö erinnert. Kein Wunder also, dass es mir auf Anhieb hier gefiel.

Im grünen Samtkleid betrat ich das Schloss, um kurze Zeit später vom jungen Graf Pilati, dem Schlossherren, mit den Worten „Guten Morgen Majestät und einem Handkuss“ begrüßt zu werden.

 

25550574_1600498633343762_7216689372950767127_n

Foto: Prinz Barbara Fotografin mit Herz 

Über die Prunktreppe führte uns Graf Pilati in die ehemaligen Wohnräume, die er uns zur Verfügung stellte.

25442769_1600498656677093_1775225508294001551_n

Foto: Prinz Barbara Fotografie mit Herz 

Wir waren ja schon in einigen Schlössern und wurden auch überall herzlich aufgenommen, aber mit den Worten „fühlen sie sich wie zu Hause“ legte man uns noch kein Schloss zu Füßen.

Kein Möbelstück, kein Stück Porzellan, kein Buch, das nicht benutzt werden durfte, um von Babsi und Marie liebevoll und mit größtmöglicher Vorsicht in Szene gesetzt zu werden.

25508213_1600498826677076_8574416291857385318_n

Foto: Prinz Barbara Fotografie mit Herz 

An diesem Tag war auch dieses Schloss wieder so lebendig, wie es vielleicht früher einmal war.

25591663_1600498790010413_6203176966104839672_n

Foto: Prinz Barbara Fotografie mit Herz 

Der Paravent, der zum Umziehen diente wurde wieder ebenso lebendig, als er zum Kleiderwechsel verwendet wurde, wie der wunderschöne Schreibtisch im Turmzimmer, an dem ich einen Brief an den kleinen Rudi schrieb.

 

25396168_1600508393342786_5767544941699090632_n

Foto: Prinz Barbara Fotografie mit Herz 

Insgesamt wechselte ich an diesem Tag dreimal die Kleider, um jeweils passend gekleidet zu sein.

Nach der Ankunft mit dem grünen Kleid wechselten wir zu Mittag auf ein „Sommerkleid“ aus dem Sissi Film, um den Garten und den Blick auf den See zu genießen.

 

25399193_1600498440010448_8856733711149953782_n

Foto: Prinz Barbara Fotografie mit Herz 

Einige von Euch werden es vielleicht wieder erkennen, es ist das Kleid in dem Romy ihrem Franzl frische Rosen in Schönbrunn bringt.

 

25552028_1600498400010452_6550552229293493653_n

Foto: Prinz Barbara Fotografie mit Herz

 Da es sich hier um ein Filmkleid aus den 50er Jahren handelt, ist es natürlich auch nicht historisch korrekt, das wissen wir auch selbst. Wenn es mit diesem schulterfreiem Kleid Bilder im Freien gibt, was natürlich tagsüber im 19. Jhd. unmöglich gewesen wäre, so ist es lediglich eine nachgestellte Filmszene, die wir hier zeigen.

Wenn ihr unsere Berichte aufmerksam verfolgt, ist es Euch vielleicht schon aufgefallen, dass ich einige Kleider aus dem Film nachgeschneidert habe und wir auch oft versuchen, ähnliche Szenen nachzustellen.

Aber Film ist nun mal Film und wenn Romy im Pünktchenkleid über eine Wiese läuft, dann laufe ich eben auch über eine Wiese, oder mit offenen Haaren durchs Schloss „um die Tiere zu suchen“ 😉

Grundsätzlich sind wir natürlich bemüht, historisch korrekt gekleidet zu sein, was sich an den genagelten Schuhen widerspiegelt und deswegen unterscheiden wir auch hier zwischen Sisi und Sissi!

Die Unterscheidung liegt in dem Fall zwischen Tourismus und Historie! Denn was meint ihr wohl, wollen Touristen, die vielleicht eigens wegen Sissi nach Schloss Trauttmansdorff kommen, lieber sehen, die „schwarze Frau von Meran“ oder das gelbe Kleid, in dem Romy durch Madeira spazierte?

Nachdem sich die Sonne langsam dem Horizont näherte, wurde es Zeit, sich ein weiteres Mal umzuziehen und diesmal kam ein eigens zu Ehren des Grafen gefertigtes Ballkleid zum Einsatz.

25552147_1600498610010431_4619668377541029356_n

Foto: Prinz Barbara Fotografie mit Herz

Ein Kleid aus fliederfarbenem Seidendamast mit Spitzenbesatz und einer 3 m langen Schleppe, die die halbe Treppe ausfüllte.

25550515_1600498480010444_378992118955031434_n

Foto: Prinz Barbara Fotografie mit Herz

 Der Ballsaal, der heute für Konzerte oder ähnliche Veranstaltungen genützt wird, wird geschmückt von einem eindrucksvollen Gemälde Maria Theresias, die oftmals hier zu Gast war.

 

Unter den strengen Augen von Maria Theresia, drückte mir mein Mariechen eine der Teetassen, der vielleicht größten österreichischen Regentin, mit den Worten „bitte nicht fallen lassen“ in die Seidenhandschuhe und verschwand wieder hinter der Kamera.

Es kann sein, dass man am Bild meine vor Angst geweiteten Augen sieht, denn eines kann ich Euch sagen, ich habe noch nie zuvor eine Tasse SO sorgsam gehalten. 😉

 

25446442_1601415896585369_3397711319239615472_n

Foto: Prinz Barbara Fotografie mit Herz

Es war wohl eines der längsten Shootings, die wir jemals hatten und doch fiel uns bei jedem Schritt und in jedem Raum immer wieder etwas Neues ein, so dass wir uns einfach nicht davon trennen konnten.

 

25442925_1600498523343773_2381455212192312909_n

Foto: Prinz Barbara Fotografie mit Herz

Am Abend, als es Zeit zum Abschied wurde und Graf Pilati mir abermals die Hand küsste, konnte ich einfach nicht anders als einen lange gehegten Wunsch zu äußern, und wie hätte es anders sein sollen, der Graf konnte diesen Wunsch seiner Kaiserin nicht abschlagen.

 

25396251_1600498560010436_241873505776931397_n

Foto: Prinz Barbara Fotografie mit Herz

Es war der Wunsch ein spezielle Bildserie nachzustellen, für das Schloss Ruegers den idealen Hindergrund bot.

Die Winterhalter Bilder mit offenen Haaren!

25398911_1600517993341826_7846008304105158600_n

Foto: sternenkaiserin.com – Marie, Foto klein: Wikimedia/Commons

Also kamen wir am nächsten Tag mit frisch gewaschenen Haaren wieder, um Bilder im Morgenmantel zu machen, die einfach einzigartig geworden sind wie ich finde. Da der Urlaub von Babsi zu Ende war, musste sie uns am Vorabend verlassen und so betraten wir am nächsten Morgen nur noch zu Zweit das Schloss

Mein Mariechen kam zu ihrem Fotodepüt und zitterte die halbe Nacht vor Aufregung.

Fast als würde sie mit uns erwachen, fiel die Sonne auf das Bett im Turmzimmer und tauchte den gesamten Raum in goldenes Licht.

25396302_1600498876677071_1020472974699407235_n

Foto: sternenkaiserin.com – Marie 

Mariechen zupfte und kämmte bis alles perfekt war, bis jede einzelne Strähne perfekt lag, die Falten des Morgenmantels richtig fielen und sie so diese Bilder schießen konnte.

 

25551839_1600518020008490_3532881219211100116_n

Foto: sternenkaiserin.com – Marie 

An diesem Vormittag entstanden einige, wie man für diese Zeit meinen möchte, sehr intime Bilder. Alltagssituationen, die der Öffentlichkeit für immer verborgen blieben, denn wer wusste schon wie es aussah, wenn die Kaiserin am Bett sitzt und auf ihre Frisörin wartet. 

25398739_1600498846677074_4205648009266327376_n

Foto: sternenkaiserin.com – Marie 

Nach und nach legte sich die Nervosität meiner Marie und viele, wie ich meine einzigartige Bilder entstanden. Bilder, die es vielleicht vermögen eine unnahbare Kaiserin in einem etwas menschlicherem Licht zu zeigen. Denn in einem waren wir uns einig, all solche Situationen hat es mit Sicherheit so, oder so ähnlich gegeben. 

25399027_1600498896677069_9110780147308957174_n

Foto: sternenkaiserin.com – Marie 


 

Das auch Schloss Ruegers über eine sehr lange und wechselhafte Geschichte verfügt könnt ihr wie immer im Anschluss lesen.

Über die erstmalige Erwähnung von Riegersburg im Grenzbereich von Wein- und Waldviertel (Niederösterreich) gibt es – je nach Quelle – unterschiedliche Angaben: Die älteste Erwähnung stammt aus dem Jahr 1212 (Besitz der Grafen Hardegg bzw. Gefolgsleuten), eine andere Quelle nennt das Jahr 1390 (eine Burg Ruegers wird genannt)

1568 erwarb Sigmund Graf von Hardegg die Burg von den Eyczingern, in deren Besitz sie sich seit 1441 befand. Anstelle der verfallenen Burg ließ er ein Wasserschloss errichteten und richtete hier seinen Verwaltungssitz für die Grafschaft Hardegg, aber auch den Wohnsitz ein. Sein Sohn Johann Wilhelm von Hardegg machte sich, nachdem er die Nachfolge angetreten hatte, daran, verschuldete Herrschaften aufzukaufen und geriet dadurch selbst in eine schwere Finanzkrise. Nach seinem Tod 1635 wurde über seinen Nachlass der Konkurs eröffnet. Sein Erbe Julius von Hardegg übernahm die Schulden und verkaufte, um diese zurückzahlen zu können, 1656 die Grafschaften Riegersburg und Hardegg.

220px-Johann_Joseph_Khevenhüller-Metsch

Johann Joseph Fürst von Khevenhüller-Metsch Foto: Wikimedia/Commons

Käufer waren die Grafen von Saint Julien-Wallsee, die ihrerseits am 1. August 1730 die Grafschaft Hardegg sowie die Herrschaften Riegersburg, Prutzendorf und Ober- und Untermixnitz samt allen Zugehörigkeiten an den 1725 zum Reichsgrafen erhobenen Sigmund Friedrich von Khevenhüller verkauften.

Wenige Tage später machte sich der Käufer gemeinsam mit seinem Sohn Johann Joseph Khevenhüller-Metsch, der den Kaufvertrag mitunterschrieben hatte, auf den Weg nach Riegersburg, wo er ein ramponiertes und höchstwahrscheinlich sogar unbewohnbares Bauwerk vorfand. In mehreren Phasen wurde zwischen 1730 und 1780 nach Plänen von Franz Anton Pilgram, einem Schüler von Johann Lucas von Hildebrandt das Schloss in seiner heutigen Form errichtet.

Die im Nordtrakt des Schlosses liegende Kapelle wurde 1755 geweiht.

Im Jahr 1945 wurden erst einige Heimatvertriebene aus dem benachbarten Südmähren im Schloss untergebracht, dann bezog die russische Besatzungsmacht hier Quartier. Nach deren Abzug im Jahr 1955 war von der Originaleinrichtung nicht mehr viel übrig. Nur in der heute noch funktionstüchtigen Herrschaftsküche hinterließen sie einen neu gesetzten Küchenherd. Aus Anlass des 200. Todestages von Friedrich Schiller wurde 2005 sein Stück „Kabale und Liebe“ für das Fernsehen mit Götz George, Detlev Buck, Katja Flint, Katharina Thalbach und anderen unter der Regie von Leander Haußmann verfilmt.


 

Wer sind nun aber die heutigen Schlossherren von Ruegers?

Die Grafen Pilati von Thassul zu Daxberg sind ein aus Tirol stammendes katholisches Adelsgeschlecht.

Pilati_Grafen_Wappen

Wappen der Grafen Pilati von Thassul zu Daxberg Foto: Wikimedia/Commons

 

Ihr Stammort Tassul liegt im Trentino (Nonsberg). 1571 wurden sie in den bischöflichen, 1602 in den kaiserlichen Adelstand erhoben. 1710 verlieh Kaiser Joseph I. die erbländisch-österreichische Freiherrenwürde an Josef Anton Pilati mit Prädikat „von Thassul“, der die Herrschaften Schlegel und Königshein in der Grafschaft Glatz erwarb. 1795 verlieh Kaiser Franz II. die Grafenwürde an Johann Baptist Freiherr Pilati mit erweitertem Prädikat „von Thassul zu Daxberg“.

 

800px-Dachsberg_Vischer

Schloss Dachsberg um 1674, Stich von Georg Matthäus Vischer Foto: Wikimedia/Commons

 

Das berühmteste Mitglied der Familie Pilati ist Carlo Antonio Pilati (Tassullo 1733–1802), Landeshauptmann von Trient, Jurist und Professor in Halle und Leipzig, Philosoph der Aufklärung, Mitglied der Bayerischen Illuminaten

Der Familie gehörte von 1775 bis 1827 das (teil-) namensgebende Schloss Dachsberg in (Prambachkirchen/Oberösterreich), heute befindet sich dort ein vom Salesianer-Orden betriebenes Gymnasium. Durch Erbschaft von dem Fürsten Khevenhüller befinden sich seit dem 20. Jahrhundert das niederösterreichische Schloss Riegersburg und die nahegelegene Burg Hardegg im Besitz der Grafen Pilati

21765314_1845132272178432_5814817752522478932_n

Foto: Prinz Barbara Fotografie mit Herz

 

Herbert H. Schreiber schreibt in seinem Werk Die grafschaftlich-schlesische Siedlungsgemeinschaft im Kapitel 7: Die Entwicklung der Grundherrschaften zum Geschlecht der Pilatis:

„Die Familie Pilati gehörte zu den vornehmsten, zu den reichsten und vielseitigsten des Fürstentums Trient. Aus ihrem Kreise stammen Mathematiker, Dichter, ein Prätor (von Riva), ein Kapuziner, der im Rufe der Heiligkeit verstarb und ein Reichsritter; ihre verwandtschaftlichen Bindungen reichten bis hinein in den römischen Hochadel.“

 Heute gehört das Schloss dem ausgesprochen charmanten Graf Octavian Pilati, der diesem Juwel neues Leben einhaucht in dem er Ritterspiele veranstaltet und Konzerte organisiert. Mehr darüber könnt ihr auf unter www.ruegers.at finden.

 Wenn ihr nun nach all den Eindrücken und Geschichten einer Führung durch das Schloss eine kleine Stärkung braucht, kann ich Euch das entzückende Cafe im Eingangsbereich des Schlosses empfehlen.

21686350_1845132638845062_2013266467356642865_n

Foto: Prinz Barbara Fotografie mit Herz

Die Sisi Fans unter Euch werden auch auf ihre Kosten kommen, denn an den Wänden des kleinen Cafe´s hängen einige Bilder der Kaiserin!

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Besonders empfehlen können Euch meine  beiden „Hofdamen“, die hausgemachten Mehlspeisen 😉

Ich hoffe unser Ausflug in ein paar vielleicht nicht so bekannte, dafür aber umso schönere Schlösser Österreichs hat Euch genauso gefallen wie uns und ihr besucht bald das eine oder andere davon selbst!

Sehenswert sind sie alle, jedes davon ist etwas ganz Besonderes.

Es sind wahre Schatzkästchen österreichischer Geschichte, die oftmals einen sehr familiären und ungezwungen Einblick in die Vergangenheit fernab vom Massentourismus gewähren.

In diesem Sinne möchte ich mich auch hier nochmals bei dem ausgesprochen großzügigen Graf Pilati für seine Einladung in das zauberhafte Schloss seiner Vorfahren bedanken.

25507672_1601415926585366_8336006700101875892_n

Foto: Prinz Barbara Fotografie mit Herz

Denn auch wenn Schloss Totzenbach vielleicht für immer mein Märchenschloss sein wird, so wurde Schloss Ruegers für mich zu meinem Gödöllö und um mit den Worten von Romy zu enden:

 „ich kann es kaum erwarten wieder in das schöne Ungarn zu reisen“

auch wenn´s in diesem Fall im Waldviertel liegt. 😉

Eure Sisi

 


Rechtliche Hinweise:
Textrechte: Sisi, Schloss Ruegers
Bildrechte:  Prinz Barbara, sternenkaiserin.com, Wikimedia/Commons
Videorechte: sternenkaiserin.com 

Es konnten keine weiteren Urheberrechte zu den Bildern festgestellt werden. Sollten wir gegen ein Urheberrecht verstoßen haben, bitten wir um Kontaktaufnahme: sternenkaiserin[at]gmx.at


 

Prinzessin Elisabeth IN Bayern & Prinzessin Elisabeth VON Bayern

Am 3. Tag unserer „Sisi Woche“ machten wir uns nach einem gemütlichen Frühstück auf den Weg ins nächste Schloss.

Schloss Greillenstein, wie schon in Wallsee sollte es auch dieses Mal ein „Verwandtschaftsbesuch“ werden.

24824502_1865208773789601_1908181479_n

Foto: Prinz Barbara Fotografie mit Herz

Wie wir alle wissen, heiratete Prinzessin Elisabeth in Bayern am 24. April 1854 Kaiser Franz Joseph um damit zur legendären Kaiserin Elisabeth von Österreich zu werden.

Fast 130 Jahre später kam wieder eine bayrische Prinzessin nach Österreich.

1986 fand die Ururenkelin von Kaiserin Elisabeth, Prinzessin Elisabeth von Bayern, im niederösterreichischen Waldviertel ihre große Liebe: Andreas Graf von Kuefstein.

Dieser Verbindung entsprangen fünf Kinder: Marie-Isabell, Marie-Carolin, Marie Eleonor, -, Marie Amelie und Karl – („Karli“).

Es war ein herrlicher Augusttag und die Sonne strahlte vom Himmel, um uns das Schloss, dessen imposanter Turm weithin sichtbar ist, von seiner schönsten Seite zu präsentieren.

24581219_1865208780456267_787133943_n

 

Als wir das Schloss betraten, wurden wir erst vom jüngsten Spross der Familie, dann von Gräfin Kuefstein selbst freundlich begrüßt.

Die Gräfin führte uns in die ursprünglichen Räume der Familie, die heute als Museum dienen und wir staunten nicht schlecht, wie wunderschön erhalten die Einrichtung noch ist.

Stühle, Sofas, ein Schreibtisch, sogar ein Tisch zum Schachspielen warteten nur darauf, wieder zum Leben erweckt zu werden.

greilenstein

Foto: Prinz Barbara Fotografie mit Herz

Das passende Kleid für diesen Besuch zu finden war gar nicht so einfach und kosteten meinem Mariechen und mir einige Diskussionen. Zu bunt, zu blass, zu pompös, zu schlicht. Letztendlich fiel unsere Wahl auf eine Sommertournüre, dessen Schleifchen im selben Rosaton wie das Sofa der Gräfin gehalten waren.

24581163_1865208747122937_1733054025_n

Foto: Prinz Barbara Fotografie mit Herz

Es dauerte nicht lange und wir wurden von zwei weiteren Familienmitgliedern aufs herzlichste begrüßt: Andreas Graf Kuefstein und der Hund der Familie Kiko kamen in den Damensalon um ihre Aufwartung zu machen. Kiko wurde kurzerhand adoptiert und diente uns mit Vergnügen als Fotomodel. Es war ihm sichtlich unangenehm, sich zu mir zu legen und sich kraulen zu lassen. 😉

24726519_1865208753789603_126124842_n

Foto: Prinz Barbara Fotografie mit Herz


 

Wie bereits üblich, möchte ich Euch auch hier ein wenig die Geschichte des Schlosses vorstellen:

Im 12. Jahrhundert wurde erstmals die Veste Greillenstein, im Besitze der Grellen, urkundlich erwähnt. Über diese mittelalterliche Burganlage ist aber so gut wie nichts bekannt.
1534 kaufte Hans Lorenz von Kuefstein die Festung.

Sein Sohn Hans-Georg III. Freiherr von Kuefstein ließ die alte Burg schleifen und von 1570 bis 1590 das Schloss errichten. Dieser Renaissancebau ist in seinen Ausmaßen bis heute unverändert geblieben.
Hoch aufragende Rauchfänge schmücken den zweistöckigen Hof, dessen Nordostfassade von dreistöckigen Arkaden aufgelöst wird.
Dem Schloss wurden um 1720 prächtige Balustraden aus Sandstein zugefügt.

Wer waren nun die Kuefsteiner?

Kuefstein, Kuefsteiner, Kuofstein oder auch Kuffstain ist ein österreichisches Adelsgeschlecht, das dem Hochadel angehört. Die Familie stammte vermutlich aus Tirol (Kufstein), 1180 wird dort ein Sigihart de Kuofstein genannt.

Wappen_der_Grafen_von_Kuefstein_1654

Wappen der Grafen von Kuefstein 1654 Foto: Wikimedia/Commons

Um 1300 erscheinen die Kuffstainer in Niederösterreich und nach 1400 in Wien.  1602 stiegen sie in den Freiherren-, 1634/48 beziehungsweise 1654 in den Reichsgrafenstand auf.

Zu den bedeutendsten Mitgliedern der Familie gehörte Johann Ludwig von Kuefstein (1582–1656), auch Hans Ludwig genannt. Er war Gesandter Kaiser Ferdinands II in Konstantinopel, er erreichte einen 30 Jahre dauernden Waffenstillstand bei Sultan Murad IV. Aus Dank wurde er Vicedom (vergleichbar dem heutigen Landeshauptmann) für Oberösterreich und 1624 erblicher Oberst-Erbland-Silberkämmerer; er wirkte auch als Dichter und Romanübersetzer..

Hans_Ludwig_von_Kuefstein

Johann Ludwig von Kuefstein (1587–1656) Foto: Wikimedia/Commons

Greillenstein wurde als Verwaltungssitz für drei große Grundherrschaften (Feinfeld Schauenstein und Greillenstein) im Waldviertel und als Repräsentations- und Sommersitz für die Familie gebaut.

Dies war notwendig, weil die Kuefsteins damals protestantisch waren und Hans Georg III als Vicedom von Niederösterreich einen Ort brauchte, von wo aus er seine Amtsgeschäfte führen konnte.

Trotz der protestantischen Gesinnung der Familie Kuefstein blieben sie dem Kaiser stets ergeben, aber es kam immer wieder zu kriegerischen Auseinandersetzungen mit dem benachbarten Stift Altenburg

 

24824385_1865208770456268_760660501_n

Foto: Prinz Barbara Fotografie mit Herz

Im Dreißigjährigen Krieg blieb Greillenstein von Verwüstungen verschont, doch musste Hans Jacob Freiherr von Kuefstein 1620 das Schloss verlassen, als es vom Führer der Katholischen Liga, Kurfürst Maximilian von Bayern, besetzt wurde. Greillenstein war kurzzeitig katholisches Hauptquartier. Hier trafen sich Kurfürst Maximilian, Graf Tilly und Feldmarschall Graf Bucquoy vor der Schlacht am Weißen Berg, um hier mehrere Tage eine Taktik für den bevorstehenden Krieg auszuarbeiten.

Kurz vor Ende des Dreißigjährigen Krieges kamen kleine Truppenverbände der Schweden hier vorbei und besetzten das Schloss kampflos, ohne allerdings Schaden anzurichten. 1623 konvertierte Hans Jacob von Kuefstein zum katholischen Glauben und konnte damit die Herrschaft für seine Familie retten.

1634 wurde der Herrschaft von Kaiser Ferdinand II. die hohe Gerichtsbarkeit verliehen. Aus dieser Zeit stammt das auch heute noch vorhandene Landgericht mit einer beachtlichen Sammlung mittelalterlicher Gerichtsakten.

Während des Fünften Koalitionskrieges wurden 1809 über 1000 französische Soldaten  und 1400 Pferde einquartiert. Als diese abgezogen waren, war die Einrichtung so devastiert und die finanzielle Basis der Herrschaft so zerrüttet, dass Johann Ferdinand III. Graf Kuefstein Greillenstein dem Kaiser zum Kauf anbot, was dieser aber ablehnte. Bis 1815 konnten die Schulden abgebaut und die Schäden behoben werden. Nach der Auflösung der Grundherrschaft verlor das Schloss 1848 seine Aufgabe als Amtsgebäude. Im 19. Jahrhundert hielten sich Künstler wie Franz Grillparzer, dessen Cousine mit dem dortigen Verwalter verheiratet war, und der hier zu seinem Stück „Die Ahnfrau“ inspiriert wurde, sowie Anton Romako, der von Gräfin Maria Magda von Kuefstein entdeckt und gefördert wurde, in Greillenstein auf.

Sowohl den Ersten Weltkrieg als auch die russische Besatzung nach dem Zweiten Weltkrieg überstand das Schloss schadlos. Nach 1945 ließ ein gebildeter russischer Offizier das Schloss bewachen, sodass es zu keinen Plünderungen kam. 1945 nach Kriegsende übersiedelte Graf Johann Ferdinand V von Kuefstein mit seiner Familie nach Greillenstein. Bis 1960 wohnte die Familie im Schloss. Sein Sohn Graf Karl II von Kuefstein übersiedelte zu der Zeit mit seiner Familie ins Nebengebäude des Schlosses.

Das Gebäude ist seit 1534 im Privatbesitz der Familie Kuefstein und ist seit den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts nicht mehr bewohnt, sondern dient als Museum. Es ist damit eines der ersten Schlösser, die als Museum der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden.

  • 1967 wurde auf Schloss Greillenstein das Museum für Rechtsgeschichte gegründet, das 1988 ins Schloss Pöggstall übersiedelt ist. Bestandteil dieses Museums war das auch heute noch hier befindliche ehemalige Landgericht, das über eine umfangreiche Sammlung mittelalterlicher Gerichtsakten verfügt und in welchem sich die einzige in Österreich noch erhaltene Gerichtsschranke befindet
  • Schloss Greillenstein verfügt über eine beachtliche Sammlung von Gartenzwergen sowie über einen Drachen aus Sandstein, die um 1700 entstanden sind.
  • Dauerausstellungen
  • Die diplomatischen Beziehungen zwischen Habsburger Kaisern und dem osmanischen Reich
  • Grillparzers Besuche auf Schloss Greillenstein

Das Schloss Greillenstein ist eine vierflügelige Anlage um einen quadratischen Innenhof, in dem sich mehrere Barockvasen befinden, die von Johann Bernhard Fischer von Erlach entworfen wurden. Die Inneneinrichtung ist zum überwiegenden Teil noch im Originalzustand erhalten und wurde teilweise ergänzt.

Das Gebäude besitzt zwei Hauptgeschoße. Im Süden befindet sich ein großer Torturm. Über den Schlossgraben führt eine Brücke mit barocken Steinfiguren. Vor dem Schloss liegt ein englischer Landschaftsgarten, der im 17. und 18. Jahrhundert angelegt wurde

24899064_1865208767122935_1300397266_n

Foto: Prinz Barbara Fotografie mit Herz

Zwischen 1700 und 1720 wurde das Schloss mit einem 47 Hektar großen Tierpark, einer barocken Wasserspielanlage mit einer wasserspeienden Drachenskulptur und 24 Zwergenfiguren,  sowie einer neuen Zufahrt ausgestattet.

Hans Leopold Graf Kuefstein ließ 1720 auch das Schloss vorsichtig barockisieren. Damals erhielt es seinen heutigen Haupteingang im Mittelturm der Südseite. Um 1770 erfolgte eine teilweise Erneuerung der Innenausstattung.

Die Einrichtung der Großen Bibliothek aus dem 17. Jahrhundert ist teilweise erhalten, wobei sich die Kassettendecke heute im Schloss Laxenburg befindet, während die Einrichtung der Kleinen Bibliothek aus dem 16. Jahrhundert vollständig erhalten ist.

24331490_1865208793789599_1466005747_n

Foto: Prinz Barbara Fotografie mit Herz

Auf Wunsch der Gräfin wechselte ich für den Besuch der Bibliothek das Kleid und ging nun in einem Tageskleid um 1860 zur Studierstunde der Modezeitschriften der damaligen Zeit, die die Gräfin selbst für mich heraus suchte.

24581013_1865208787122933_191115267_n

Foto: Prinz Barbara Fotografie mit Herz

 

Im Schloss befinden sich ferner Kamine und Türen aus dem 16. Jahrhundert, Öfen aus dem Rokoko, Gemälde vom 17. Jahrhundert bis zum 19. Jahrhundert und weitere wertvolle Exponate.

24829528_1865208783789600_327065159_n

Foto: Prinz Barbara Fotografie mit Herz

In den ersten Jahren des 21. Jahrhunderts wurde das Gebäude weitgehend renoviert.

Heute dient das Schloss Greillenstein als Museum und freut sich auf Euren Besuch.

Unter http://www.greillenstein.at/ könnt Ihr Euch über aktuelle Veranstaltungen und Ausstellungen informieren.

Ich möchte mich besonders bei der Familie Graf und Gräfin Kuefstein für die Gastfreundschaft bedanken und diesen einzigartigen Einblick in die Vergangenheit.

Wie so oft auch hier noch einmal mein Dank an mein Mariechen, die unermüdlich daran arbeitet unsere Träume wahr werden zu lassen.

Auch an Barbara Prinz und ihren Herbert ein großes Danke, die uns in dieser Woche begleitet haben.

Und zu guter Letzt ein Danke an Peter & Ursi 😉

*Sisi*


Rechtliche Hinweise:
Textrechte: Sisi, Schloss Greilleinstein.at
Bildrechte:  Prinz Barbara, Wikimedia/Commons
Es konnten keine weiteren Urheberrechte zu den Bildern festgestellt werden. Sollten wir gegen ein Urheberrecht verstoßen haben, bitten wir um Kontaktaufnahme: sternenkaiserin[at]gmx.at


 

Liebe auf den ersten Blick – Wasserschloss Totzenbach

Nach dem doch etwas bedrückendem Besuch in Wallsee und einer kleinen Stärkung, machten wir uns auf den Weg in ein weiteres, mir bis dahin völlig unbekanntes Schloss.

Schloss Totzenbach – eines der letzten wirklichen Wasserschlösser Österreichs. Ein wahres Märchenschloss, ein Fleckchen Erde, das schöner nicht sein könnte!

22448446_1537968929596733_9061492176620679104_n

Foto: Prinz Barbara Fotografin mit Herz

Nach einer etwas abenteuerlichen Fahrt durch das Mostviertel, mit immer kleiner werdenden Straßen, die eher an vergangene Urlaube auf griechischen Inseln erinnerten, wurde dann irgendwann doch der Turm des kleinen Schlösschens sichtbar. Eine weitere mittelalterliche Burgmauer war zu erkennen und meine ersten Gedanken waren, noch so eine „Burg“ wie Wallsee.

Zugegeben war es wohl auch auf Grund einer etwas schlaflosen Nacht zuvor, dass meine Laune nicht gerade am Höchstpunkt war. Das schwarze Kleid in Wallsee und der Friedhofsbesuch am Grab von Marie Valerie machten das nicht gerade besser, aber Einladung war  Einladung und so ließ ich mich ein zweites Mal an diesem Tag ins Geschirr spannen.

Am Parkplatz angekommen, richteten wir die letzten Kleinigkeiten, sowie den Strohhut und die Schleifen am Kleid. Die einzige Information, die mir mein Mariechen mitteilte war „zieh was romantisches an!“

22519270_1537967222930237_6910359182876507291_n

Foto: Prinz Barbara Fotografin mit Herz

Also tat ich, wie geheißen und wählte für dieses Schloss ein Krinolinenkleid um 1860. Ein Tageskleid mit Streublumenmuster.

Als ich die ersten Schritte über die Holzbrücke lief und die langersehnten Sonnenstrahlen, die sich inzwischen durch die Regenwolken gedrängt hatten, die Wasserfontäne des Springbrunnen im Innenhof zum Funkeln brachte, war es passiert:

Ich war verliebt, Liebe auf den ersten Blick!

22528428_1537967096263583_7675969360415298938_n

Foto: Prinz Barbara Fotografin mit Herz

Das kleine Schlösschen sollte in den nächsten Stunden zu meinem ganz persönlichen Märchenschloss werden.

Kein Zimmer, kein Winkel des Gartens, der nicht an eine Geschichte oder ein Märchen aus Kinderzeiten erinnerte.

22519528_1537965902930369_8768687939622498463_n (1)

Foto: Prinz Barbara Fotografin mit Herz

Das Kellergewölbe in dem vielleicht die arme Müllerin Stroh zu Gold spann, das Turmzimmer  aus dem Rapunzel ihr Haar fallen lies, oder der kleine Goldfischteich auf der Rückseite des Schlosses, der uns sofort wie könnte es anders sein, an den Froschkönig erinnerte.

22491853_1537967342930225_509478060008019706_n

Foto: Prinz Barbara Fotografin mit Herz

Es ist selten, dass mich ein Plätzchen derart verzaubern kann wie dieses Schloss in der kleinen Gemeinde Kirchstetten.

Jedes Schloss hat seine ganz eigene Geschichte und je mehr ich mit ihnen beschäftige, umso mehr werden mir die Zusammenhänge klar, die Besitzverhältnisse, vielleicht manchmal die Tragödien die hinter solchen Mauern stattgefunden hatten.

Hätten die Gebrüder Grimm einen Ort gebraucht, an dem sie all ihre zauberhaften Geschichten schreiben konnten, Schloss Totzenbach wäre perfekt gewesen.

22528176_1537967592930200_6193833367164872489_n

Foto: Prinz Barbara Fotografin mit Herz

Herr Mag. Berger führte uns mit Stolz durch seinen Besitz, erzählte uns so manche Anekdote und auch die Probleme, die man hat, wenn  man eine mittelalterliche Burg renovieren will.

22491793_1537967392930220_1332350067499149971_n

Foto: Prinz Barbara Fotografin mit Herz

Es war ein sehr persönlicher, ja fast familiärer Nachmittag, den wir in diesen zauberhaften Mauern verbringen durften.

Mauern, die beinah das Schicksal vieler anderer Schlösser erlitten hätten. Um ein Haar wäre aus dem einstigen Schloss eine Ruine geworden.

Totzenbach ist aber der Beweis dafür, dass es manchmal auch den umgekehrten Weg gibt. Denn gelegentlich, man möchte fast meinen, mit ein wenig Magie, Liebe zum Detail und natürlich auch viel Geduld werden auch aus Ruinen wieder Schlösser!

Wie bei all diesen Objekten hat auch „mein Märchenschloss“ eine wechselhafte Geschichte hinter sich:

kirchstetten.at

Foto: @Kirchstetten.at

Es gab zwei Familien, die sich nach Totzenbach nannten. Die ältere mit dem Personennamen Winther trat im Gefolge der Ollersbacher und Hagenauer auf.

1147 wird eine neue Familie, die sich auch nach dem Ort nannte urkundlich erwähnt. Sie kam aus Gleiss bei Waidhofen/Ybbs.

In Ulrich von Liechtensteins Werk „Frauendienst“ verwendet Otto V von Lengenbach immer wieder den turniererfahrenen Ritter Gottfried von Totzenbach als Boten. Er war erster Turniergegner der Frau Venus in Korneuburg und ebenfalls Minnesänger.

Hans von Totzenbach (1335 – 1385) ließ die Pfarre Totzenbach errichten und dotierte sie reichlich. Nach dem Tod des letzten Totzenbachers 1394 fiel die Herrschaft an die Polheimer, danach wechselten die Eigentümer recht häufig.

Um 1513 fiel die Burg an David von Trauttmansdorff. Ein Name dem wir immer wieder begegnen. So war zum Beispiel Schloss Trauttmansdorff in Meran im Besitz derselben Familie.

Die Trauttmansdorffer waren ein hochadeligens, österreichisches und böhmisches Adelsgeschlechts, das dem steiermärkischen Uradel entstammte.

Trauttmansdorff-St-Wappen

Wappen der Familie Trauttmansdorff Foto: @Wikimedia/Commons

In der Zeit der Türkeneinfälle diente die Burg Totzenbach als Zufluchtsort für die Bevölkerung, blieb aber sowohl 1529 als auch 1683 von Angriffen verschont.

1588/89 ließ Job Hartmann von Trauttmansdorff rund um die alte Burg ein Renaissanceschloss errichten. Er spielte in den Türkenkriegen eine militärische Rolle, fiel jedoch 1596 beim Sturm auf die Veste Hatvan in Ungarn.  

totzenbach.at

Foto: @Totzenbach.at

Wie einem Vischer-Stich zu entnehmen ist, war Totzenbach damals ein stattliches Schloss. Es wurde jedoch von den Trauttmansdorffern kaum bewohnt. Die Rechte und Pflichten der Herrschaft wurden von Verwaltern wahrgenommen.

Der bekannteste Schlossherr von Totzenbach war Maximilian Graf von Trauttmansdorff. Er war Ritter des Goldenen Vlieses, Kaiserlicher Geheimer Rat, Kämmerer und Obersthofmeister des Kaisers

Maximilian_von_Trauttmansdorff_(1584-1650) PUBLIC DOMAIN

Maximillian von Trauttmansdorff Foto: @Wikimedia/Commons

Er setzte als Diplomat 1619 die Krönung Ferdinands II zum Deutschen Kaiser durch.

1623 bekam er für seine Verdienste die Grafenwürde verliehen.

1639 kaufte Trauttmansdorf, der zuvor bereits seit 1627 einen kleineren Wohnsitz an den Tuchlauben hatte, das heute Palais Trauttmansdorf genannte Anwesen in der Wiener Herrengasse, nahe dem kaiserlichen Hof, das bis 1940 im Familienbesitz war. 

450px-Palais_Trauttmansdorff-Herrengasse_21 Erich Schmid

Palais Trauttmansdorff, Wien Foto: @Erich Schmid

Er war einer der ersten, der das Doppelspiel Wallensteins durchschaute, leitete im kaiserlichen Auftrag die Untersuchungen gegen den Generalissimus und war maßgeblich am Zustandekommen des Westfälischen Friedens beteiligt, der 1648 den Dreißigjährigen Krieg beendete.

Eine Büste des Grafen ist in der von König Ludwig I. von Bayern errichteten Walhalla aufgestellt. Er hat den Wittelsbachern zur Kurfürstenwürde verholfen.

800px-Walhalla_Aussen2 Michael J. Zirbes

Walhalla Foto: @Michael Zirbes

Wie einflussreich die Familie Trauttmansdorff einst war, zeigen die zahlreichen Besitztümer.

Palais Trauttmansdorff (Graz),

Palais_Trauttmansdorff_Graz Andi oisn

Palais Trauttmansdorff, Graz – Foto: @Andi Oisn

Schloss Trauttmansdorff in Meran, sowie Schloss Trautenfels um nur einige zu nennen. 

Schloss_Trautenfels,_Süd-Ansicht Arcomonte26 -

Schloss Trauttenfels/Steirmark Foto: @Wikimedia/Commons

1822 ging das Schloss an die Fürsten Liechtenstein auf Neulengbach über. Aber auch diese hatten kaum eine Verwendung für den Bau.

Johann Joseph Fürst von Liechtenstein, Herzog von Troppau und Jägerndorf war ein österreichischer Feldmarschall und 10. Fürst von und zu Liechtenstein.

Johann_Josef_I_von_Liechtenstein

Johann Joseph Fürst von Liechtenstein, Herzog von Troppau und Jägerndorf Foto: @Wikimedia/Commons

Johann, der durch den Tod seines älteren Bruder zum Fürst von Liechtenstein wurde, nahm dennoch an der Dreikaiserschlacht bei Austerlitz mit der österreichischen Kavallerie teil. Als Gesandter des Kaisers handelte er erst einen Waffenstillstand und später den Frieden zu Pressburg aus.

1806 wurde er von Kaiser Franz I. zum Kommandeur der Stadt und Festung Wien ernannt.

1809 kämpfte er gegen Napoleon bei Aspern und Znaim und handelte erneut den Waffenstillstand aus.

Nach dem Rücktritt von Erzherzog Karl übernahm Fürst Liechtenstein den Oberbefehl über die k&k Armee und schloss am 14. Oktober 1809 den Schönbrunner Frieden zwischen Napoleon Bonaparte und Kaiser Franz I..

800px-Gros_-_Entrevue_-_1812

Nach der Niederlage von Austerlitz baten Franz I. (links) und Johann von Liechtenstein (Mitte) Napoleon um Waffenstilland und Frieden – Foto: @Wikimedia/Commons

Insgesamt hatte Österreich rund 100.000 km² mit etwa 3.500.000 Einwohnern abzutreten. 85 Millionen Francs Kriegskontribution waren an Frankreich zu zahlen. Das Land musste sich der anti-britischen Kontinentalsperre anschließen und sein Heer auf 150.000 Mann reduzieren. Die Festung auf dem Grazer Schloßberg, die Hackher zu Hart verteidigt hatte, war zu schleifen. Einzig der heute noch bestehende Uhrturm wurde von der Bevölkerung freigekauft und ist heute das Wahrzeichen der steirischen Landeshauptstadt.

414px-Graz_clock_tower (1) Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0

Grazer Uhrturm am Schlossberg – Foto: @Wikimedia/Commons

 

Aber auch nach diesem Gebietsverlust war Österreich mit rund 600.000 km² und über 24 Millionen Einwohnern eine Großmacht.

220px-L'impératriceMarie-Louise

Marie Louise von Österreich
(Porträt von François Gérard) Foto: @Wikimedia/Commons

 

Folgen des mit dem Friedensschluss verbundenen außenpolitischen Kurswechsels durch Metternich waren die Ehe Napoléons mit der österreichischen Kaisertochter Marie Louise und ein Militärbündnis, das Österreich dazu zwang, am Russlandfeldzug 1812 teilzunehmen. 

 

Ab 12. September 1809 wurde Johann Joseph Fürst von Liechtenstein, Herzog von Troppau und Jägerndorf zum Feldmarschall, verließ aber im selben Jahr die k&k Armee um sich seinem eigenem Land zu widmen.

 

Schloss Totzenbach indes lag im Dornröschenschlaf und der Verfall nahm seinen Lauf.

Es diente bald nur mehr dem Förster und dem Dorfschulmeister als Wohnung und verfiel immer weiter.

1857 war der Osttrakt bereits so desolat, dass er abgerissen werden musste. Die Steine wurden zum Teil für den Bau des Bahnhofes Kirchstetten verwendet. Nach der Errichtung einer neuen Dorfschule erfolgte 1894/95 auch der Abbruch des Südtraktes, der bis dahin als Schule diente.

Über die folgende Zeit bis 1970 konnte ich auch nach langem suchen keine Besitzer finden.

1971 kaufte die Gemeinde Totzenbach die nunmehrige Schlossruine und verkaufte sie drei Jahre später an den Antiquitätenhändler Josef Figl. Der Zustand der Gebäude war damals so desolat, dass die Gemeinde bereits die Sprengung der Ruine erwogen hatte.

Herr Figl ließ den Burggraben ausbaggern und baute in vierjähriger Arbeit das Schloss wieder auf.

22489802_1537967716263521_8470851085081328921_n

 Foto: Prinz Barbara Fotografin mit Herz

2002 kaufte die Familie Ruschitzka die Anlage.

Seit 2003 gehört Totzenbach der Familie Berger. Das Schloss ist seither wieder dauerhaft bewohnt und der Festsaal kann für private Veranstaltungen gemietet werden.

22540247_1537967632930196_1413447100468485073_n

Foto: Prinz Barbara Fotografin mit Herz

Das „heutige“ Schloss Totzenbach ist vollständig von einem Wassergraben umgeben und somit eines der wenigen, noch wirklichen Wasserschlössern von Österreich.

Über eine Holzbrücke mit Steinsäulen gelangt man zu einem breitgelagerten Torturm, der mit einem steilen Walmdach gedeckt ist und durch ein eisernes Fallgitter verschlossen werden kann.

22519448_1537967682930191_8607693552070962656_n

Foto: Prinz Barbara Fotografin mit Herz

Der große Innenhof wird von einer relativ niedrigen Wehrmauer umfasst. Sie ist durch einen, in das Wasser vorspringenden Rundturm mit Kegeldach verstärkt.

Inmitten des Hofes, den heute ein Springbrunnen ziert, stand die mittelalterliche Burg, die irgendwann nach 1672 abgerissen wurde.

22489839_1537967809596845_5869628030915821232_n

Foto: Prinz Barbara Fotografin mit Herz

In trockenen Sommern zeichnen sich immer noch die Grundmauern in der Rasendecke des Schlosshofes deutlich ab. Da nur mehr der Nord- und der Westtrakt erhalten sind, wirkt der Hof besonders geräumig.

Der schlichte Nordtrakt ist der jüngste Teil des Schlosses. Er ersetzte vor 1836 den Hauptturm und zwei Wohntrakte.

22528489_1537967479596878_5336260763227137980_n

Foto: Prinz Barbara Fotografin mit Herz

Nach einem Spaziergang um den Schlossteich, dem Besuch der römischen Ruine und des wundervollen Rosenpavillion

22489921_1537967546263538_1467747703056890015_n

Foto: Prinz Barbara Fotografin mit Herz

machten wir eine kurze Rast auf der Terrasse, um noch ein wenig die untergehende Sonne zu genießen bevor wir die Räume des Schlosses betraten.

22491635_1537967772930182_98333881062370862_n

Foto: Prinz Barbara Fotografin mit Herz

Herr Berger führte uns durch einen schmalen hölzernen Übergang in den Rittersaal, der heute oftmals für Veranstaltungen genutzt wird.

Auf halben Weg allerdings, fiel uns fast sprichwörtlich das Herz in Hose: Ein Gaudium vergangener Zeiten war es, die Damen zu erschrecken. Genau auf der Hälfte des Ganges ertönte, mechanisch durch einen Seilzug ausgelöst, das ohrenbetäubende Läuten einer Sturmglocke.

22491644_1537966792930280_2392299427816577953_n

Foto: Prinz Barbara Fotografin mit Herz

Ein Spaß, der in Totzenbach auch heute noch der Belustigung des Burgherren dient.

Nach dem wir uns wieder gefasst hatten, betraten wir den großen Saal. Vollständig mit Holz vertäfelt dient der Raum heutzutage unter anderem als Standesamt.

Foto: Prinz Barbara Fotografin mit Herz

Foto: Prinz Barbara Fotografin mit Herz

Alle unter Euch, die auf der Suche nach einer romantischen Location zum Heiraten sind, liegen in Totzenbach genau richtig. Aber Achtung, das kleine aber sehr feine Schlösschen vergibt jedes Jahr nur wenige Termine, also solltet ihr Euch rechtzeitig darum kümmern, um Euer persönliches Märchen wahr werden zu lassen.

22519489_1537966632930296_4448979660662496396_n

Foto: Prinz Barbara Fotografin mit Herz

Es war inzwischen längst dunkel geworden und aus dem geplanten, kurzen Besuch war inzwischen beinah doch ein ganzer Tag geworden, als uns Herr Berger auch noch in die privaten Räume des Schlosses führte.

22450059_1537966772930282_8621495743353774925_n

Foto: Prinz Barbara Fotografin mit Herz

Er öffnete uns den Salon, der zum Lesen und schreiben einlud, das Speisezimmer und schließlich noch die einstigen Räume der Kinder.

22528209_1537967119596914_4226151009419050745_n

Foto: Prinz Barbara Fotografin mit Herz

Wir waren wohl alle so gefangen von unserem Ausflug in die Vergangenheit, dass selbst der Herr Magister davon infiziert wurde. Er tauschte Bilder gegen Spiegel, verrückte Stühle und öffnete Fensterbalken, nur um „die Kaiserin“ in seinen Mauern glücklich zu machen.

22519247_1537967859596840_3366759570373130443_n

Foto: Prinz Barbara Fotografin mit Herz

Ich bin mir ganz sicher, wäre sie auf einer Ihrer unzähligen Reisen hier vorbei gekommen, es hätte Ihr gefallen.

So ungezwungen und frei erinnert es ein wenig an Possenhofen, vielleicht liegt es aber auch an den schützenden Mauern und dem Wassergraben, die das Schloss vollständig umgeben, die diesen ganz besonderen Zauber ausmachten.

22490049_1537967516263541_517657484105795976_n

Foto: Prinz Barbara Fotografin mit Herz

Ich möchte mich noch einmal ganz herzlich für diesen Ausflug ins Märchenland bei allen die ihn ermöglicht haben bedanken!

Ein Ausflug, der uns wohl allen für immer in liebevoller Erinnerung bleiben wird und nun mit all den Bildern von unserer Babsi wieder auflebt.

Persönlich freue ich mich ganz besonders über die Einladung von Herrn Mag. Berger jederzeit wieder kommen zu dürfen!

22491539_1537967939596832_3559375992138251743_n

Foto: Prinz Barbara Fotografin mit Herz

Eine Einladung, die wir ganz bestimmt wahrnehmen werden.

Da das Schloss öffentlich nicht zugänglich ist, bitte ich Euch dies zu respektieren und den Besitz nicht ungefragt zu betreten!

Ich persönlich freue mich heute schon auf den Tag, an dem es für mich wieder heißen wird: „Es war einmal in einem kleinem, romantischen Schloss am See….“

22552388_1537965789597047_2056010618341656584_n (1)

Foto: Prinz Barbara Fotografin mit Herz


Ich möchte mich hiermit noch einmal recht herzlich bei Herrn Mag. Berger für diesen wirklich zauberhaften Nachmittag bedanken!!!

Mein besonderer Dank gilt natürlich wie immer meinem Mariechen, die diesen Ausflug ins Märchenland als Überraschung für mich geplant hat.

Danke an Maria José für ihre unermüdliche Ausdauer, wenn es darum geht, mich an-aus-und-umzuziehen… :-).

Und nochmals ein besonders herzliches Danke an unsere Babsi, die ihren Urlaub umplante, um uns zu begleiten!

*Sisi*


Rechtliche Hinweise:
Textrechte: Sisi
Bildrechte: totzenbach.at, kirchstetten.at, burgenundschloesser.at, Wikimedia/Commons, Andi Oisn, Michael Zirbes, Erich Schmid, Prinz Barbara
Es konnten keine weiteren Urheberrechte zu den Bildern festgestellt werden. Sollten wir gegen ein Urheberrecht verstoßen haben, bitten wir um Kontaktaufnahme: sternenkaiserin[at]gmx.at