Tag-Archiv | Kaiserin Maria Theresia

Hofburg Innsbruck

Vor zwei Jahren machte ich Urlaub in Tirol und musste natürlich auch die Hofburg in Innsbruck besuchen. Was verbindet ihr mit Innsbruck? Ich muss zugeben, das erste woran ich dachte war natürlich das Goldene Dachl, gleich gefolgt vom Alpenzoo.

Da ich eine Österreich Rundreise machte, suchte und plante ich natürlich bereits Wochen im Voraus kaiserliche Ziele.

Dabei stieß ich dann auf die Sisi Appartements in der Hofburg.

Nun verbinden die meisten vermutlich Wien mit dem Namen Hofburg, ohne zu wissen, dass es in Innsbruck ebenfalls eine solche gibt, die ihrem Wiener Pendant um nichts nachsteht.

Ich besuchte also das Museum und war begeistert von den Räumen der Kaiserin, die ihr Schwager eigens für sie errichten ließ!  Man könnte anhand dieser Räume fast ein wenig den Sissi Filmen Glauben schenken und denken Karl Ludwig wäre ein bisschen in seine Schwägerin verliebt. 

Kaum war ich zu Hause rief ich natürlich mein Mariechen an und schwärmte von diesem Besuch. Nicht nur die Räume für die Kaiserin, sondern auch der Riesensaal hatte mich schwer beeindruckt.

Da wir letztes Jahr nach Meran im Palast Hohenems zu Gast waren, (Link: Gräfin Hohenembs – Ein Pseudonym das Weltruhm erlangte….. – Palast Hohenems)  behielten wir die Möglichkeit im Zuge dieser Reise Westösterreich zu besuchen bei und suchten nach möglichen Zielen.

Schloss Ambrass, Schloss Tratzberg, Schlösser und Burgen gibt es unzählige im Heiligen Land Tirol, eines schöner wie das andere. Irgendwann bei einem unserer fast täglichen Telefonate scherzte ich dann und sagte, „wieso fragen wir nicht gleich in der Hofburg?“

Wie ihr alle wisst, sind meine Wünsche Maries Befehle und so dauerte es nicht lange, dass sie mich zurück rief und erstmal nur ins Telefon quietschte.

Beim ersten Ton war mir sofort der Grund für diesen Ausbruch klar.

Wir hatten tatsächlich die Erlaubnis bekommen in diesen Räumen zu fotografieren.

Aber nicht nur das, man erlaubte uns auch das Benutzen sämtlicher Möbel…

Könnt ihr Euch vorstellen, was das für ein Gefühl war?

Nachdem der erste Schock verdaut war kam sofort der nächste Gedanke… WELCHES KLEID???

Wir gingen gemeinsam alle Kleider durch, fanden ein scheinbar passendes und verwarfen es sofort wieder. Je mehr ich darüber nachdachte, umso deutlicher wurde die Erinnerung an die grellen Farben der Seidentapeten, das bunte Muster des Teppichs und im nächsten Augenblick war eines klar:

„Ich habe nichts anzuziehen, ich brauche ein neues Kleid“

Nun könnte man meinen, bei über 60 Kleidern müsste doch was Passendes dabei sein, aber nein, es war nichts dabei, das dieser Einladung gerecht werden würde.

Historisch korrekt sollte es sein, dezent in den Farben und auf jeden Fall einer Kaiserin würdig. Und schon begann es in meinem Kopf zu rattern. Nun, vielleicht sollte ich dazu sagen, all das geschah ungefähr 3 Wochen vor unserer Abreise. Also könnt ihr Euch denken, wie kurz meine Nächte wurden… Nachdem unsere Mädels davon erfahren haben kam sofort Hilfe aus der Schweiz und unser Minnerl bot im nächsten Augenblick ihre Hilfe an. Denn so weit entfernt Innsbruck von mir ist, so nah ist es in die Schweiz.

Nun zu dritt hatten wir natürlich weit mehr Möglichkeiten und einstimmig beschlossen wir, dass das Sternenkleid in diesem Fall mit musste!

Link:    Das Sternenkleid – Kleid aller Kleider

Keines der Ballkleider würde besser dorthin passen als das weltberühmte Sternenkleid.

78172737_2339566223020518_5663554669205520384_o

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Wir verließen Meran mit einem lachenden und einem weinenden Auge und machten uns auf den Weg nach Innsbruck.

Die Sonne strahlte und das Kaisergebirge lud ein die Gipfel zu erklimmen.

Nachdem wir im Burghof unsere „Kutsche“ abgestellt hatten wurden wir sofort freundlich empfangen und man zeigte uns die Garderobe.

Minnerl begann die Unterröcke auszubreiten, zog die Schnüre am Korsett an, enger und noch enger…

Dann war es soweit. In einem schwarz weißen Tageskleid, bestehend aus Bluse mit einer Swisswaist und einem aufwendig gerafften Rock mit Spitzenfransen besetzt folgte ich dem Aufsichtspersonal durch die Gänge und durchquerte den Riesensaal.

Die beiden Mädels staunten nicht schlecht und waren kaum dazu zu bewegen sich weiter zu bewegen.

Im Riesensaal begegneten wir der Familie von Maria Theresia, hier sind all ihre Kinder und Enkelkinder verewigt. Der Name Riesensaal stammt allerdings aus früheren Zeiten, als Fresken der griechischen Mythologie die Wände schmückten.


Aber bevor ich Euch jetzt in die Räume der Kaiserin entführe, werfen wir einen Blick auf die eindrucksvolle Geschichte des Hauses.

Bereits 1350 bestand die romanische Stadtmauer, die später in den Osttrakt der Hofburg integriert wurde.

Ab 1396 kaufte Herzog Leopold von Österreich die ersten Grundstücke auf denen nun die heutige Hofburg steht.

Zwischen 1453 und 1463 erbaute Herzog Sigmund der Münzreiche eine rechtwinkelige Burg um das Stadttor.

Sigismund_of_Tirol_(Alte_Pinakothek)_colour

Sigismund von Tirol – Foto: wikimedia/commons

Nachdem Kaiser Maximillian die damalige Burg ausbauen und umbauen ließ, galt sie als schönstes Bauwerk der Spätgotik.

Albrecht_Dürer_-_Portrait_of_Maximilian_I_-_Google_Art_Project

Maximilian I. Kaiser des Heiligen Römischen Reiches – Foto: wikimedia/commons

Zwischen 1536 und 1570 wurde aus der Burg ein Renaissance Schloss und erhielt Wandmalereien in den Innenhöfen.

1577 ließ Kaiser Ferdinand II. die Silberkapelle im Verbindungsgang zur Hofkirche errichten.

1665 verlegten die Habsburger ihren Regierungssitz nach Wien und somit diente Innsbruck nur noch als kaiserliche Unterkunft auf der Durchreise.

Zwischen 1754 und 1756 wurde die Hofburg erneut umgebaut, Maria Theresia machte aus der Hofburg ein Barockschloss.

Nach einem weiteren Umbau gehörte die Hofburg nun zu den bedeutendsten Repräsentationsbauten von Österreich.

1805 wurde die Hofburg zur bayrischen Nebenresidenz, nachdem Tirol an Bayern gefallen war.

Erst 1815 kam Tirol nach dem Wiener Kongress zurück an Österreich und somit die Hofburg wieder in Habsburger Besitz.

1848 flüchtete Kaiser Ferdinand im März mit der gesamten kaiserlichen Familie nach Innsbruck und kehrte erst im August wieder nach Wien zurück.

1858 kam es dann unter Karl Ludwig dem Stadthalter von Innsbruck zur Neugestaltung der Wohnräume. Die Sisi Appartements wurden errichtet.

1900 wurde ein Großteil der wertvollen Möbel nach Wien überstellt.

Bereits vor dem ersten WK war es erlaubt die Kaiserappartements an gewissen Tagen zu besichtigen.


Durch ein Vorzimmer gelangten wir anschließend in die Wohnräume der Kaiserin.

Der erste Raum war der Salon der Kaiserin, der zeitgemäß im Stil des zweiten Rokokos gestaltet wurde. Die Seidentapeten wurden originalgetreu nach Originalmustern von 1858 in einem aufwendigen Verfahren nachgewebt und wieder hergestellt.

77204708_2339434606367013_4395768108262883328_o

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Mein absolutes Lieblingszimmer kam als nächstes. Wir betraten das Toilettezimmer ihrer Majestät der Kaiserin von Österreich. Ganz in rosa gehalten ist dieses Zimmer, wohl der Inbegriff jedes Mädchentraumes!  Ab hier begann auch der Privatbereich.

78860505_2339433953033745_2663314137987153920_o

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Man nutzte diesen Raum zur Körperpflege, zum Kämmen, zum Wiegen und zum Erfrischen hieß es bereits im Elisabeth Musical, und ich muss sagen, es gibt vermutlich kaum einen schöneren Ort um sich die Haare flechten oder die Hände maniküren zu lassen.

79522349_2339436116366862_7013663503965749248_o

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Allen Protesten zum Trotz musste ich mich aus der rosa Chaiselongue erheben und mich ins Schreibzimmer begeben, denn mein Mariechen drängte zur Eile. Man wollte ja in jeden Raum, auch wenn sie kaum ein Argument finden konnte um mich von meinem Traum in Rosa weg zu bringen. Ihr könnt Euch nicht vorstellen, wie es ist in ihren Räumen auf ihren Stühlen zu sitzen, auf ihrer Chaiselongue zu liegen, aus dem Fenster zu sehen und zu träumen…

77183093_2339435803033560_861594628833411072_o

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Nicht nur die Besucher des Museums staunten nicht schlecht, als diese Räume so wieder zu neuem Leben erwachten. Auch die Mitarbeiter, die an Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft nicht zu überbieten waren, kamen um zu helfen und um zu staunen. Wir lachten herzlich als dann irgendwann die Aussage fiel „die Kaiserin ist wieder zu Hause“

Der nächste Raum den ich betreten durfte war das Schreibzimmer der Kaiserin. Ein Turmzimmer vollkommen in Türkis tapeziert.

78331679_2339442949699512_6933932250773848064_o

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Fast sah es so aus als würde der Schreibtisch nur darauf warten, benutzt zu werden. Standen doch Tintenfass und andere Gebrauchsgegenstände bereit einen Brief an die Lieben zu verfassen.

78349135_2339436336366840_7451024249965248512_o

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Ein Sofa gegenüber dem Tisch auf dem vielleicht Ida oder Marie gesessen haben und vorlasen, während Marie Valerie auf dem Teppich spielte.

78292454_2339443056366168_5090600706159673344_o

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Wir verließen das Schreibzimmer und gingen durch das Toilettezimmer weiter in ein kleines Kabinett, das als Ankleidezimmer und Aufenthaltsraum der Dienstboten diente, um das Schlafzimmer der Kaiserin zu betreten.

78303108_2339444313032709_7432250333734109184_o

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Elisabeth selbst war 4 Mal in der Hofburg in Innsbruck zu Gast und ganz wie es sich für die damalige Zeit gehörte, stand auch hier neben dem Bett der Kaiserin ein Betstuhl.

78498432_2339443979699409_1754032530215927808_o

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Wie schon im Toilettezimmer stand auch im Schlafzimmer eine Chaiselongue, die wie man uns erzählte eigens für die Kaiserin gefertigt wurde.

Vielleicht um sich am Nachmittag ein wenig auszuruhen?

78292054_2339444636366010_7567193365746286592_o

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Denn komplett geschnürt und mit Krinoline ist selbst das Sitzen am Sofa nicht sonderlich entspannend.

Ganz anders jedoch auch bei diesem besonderen Stück, auch wenn es diesmal wie der restliche Raum dunkelgrün und nicht rosa war. Es war dennoch ausgesprochen entspannend hier Platz zu nehmen, denn ein kleines Geheimnis will ich Euch nun verraten: man kann natürlich ein Korsett enger oder weniger eng schnüren, was sich massiv auf den Tragekomfort auswirkt.

Wir machen es meist von Ort und Anlass abhängig, nur welchen Ort könnte es geben, der einen höheren Stellenwert als die Hofburg haben würde?

78717635_2339444886365985_5925257549220675584_o

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Dann wurde es Zeit die kaiserlichen Appartements wieder zu verlassen und Lebewohl zu sagen, wenn auch nur um das Kleid zu wechseln.

Denn wir hatten ja noch etwas ganz Besonderes vor.

Wir wollten das Sternenkleid im Riesensaal fotografieren.

Also gingen wir zurück in unser „Kabinett“ und Minnerl begann das Tageskleid zu öffnen, das Korsett nach zu schüren und mir dann Schicht für Schicht das Sternenkleid anzulegen.

Aber seht selbst, ich denke, in diesem Fall sprechen die Bilder für sich….

78798927_2339565773020563_4120586512771317760_o

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Ich möchte mich hiermit aufrichtig und aus tiefsten Herzen bei der Burghauptmannschaft Österreich für diese einzigartige Möglichkeit bedanken.

Die Innsbrucker Hofburg wird für immer eines der absoluten Highlights nicht nur für mich, sondern auch für mein Team bleiben!

76747413_2339565889687218_5808223427026223104_o

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Euch, meine Lieben, kann ich nur sagen, „auf nach Tirol!“ besucht die kaiserliche Hofburg, ein Ort an dem die Kaiserin beinahe immer noch spürbar ist ;

Das Museum hat täglich von 9.00 bis. 17.00 geöffnet!

Genau Infos findet ihr unter:  

http://www.hofburg-innsbruck.at/623/php/portal.php?language=de

78335218_2339565499687257_4245913877511929856_o

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Sisi


Rechtliche Hinweise:

Bildrechte: Sternenkaiserin,com – marie, wikimedia/commons, 

Videos: sternenkaiserin.com

Textrechte: Sisi 

Königin Marie Antoinette – Von Versailles nach Paris

historische Person:

Wir gedenken Maria Antonia Josepha Johanna Erzherzogin von Österreich, bekannt als Königin Marie Antoinette von Frankreich. Sie wurde am 2.11.1755 in Wien geboren.

Ihr Vater war Kaiser Franz I. Stephan von Lothringen. Ihre Mutter Maria Theresia Erzherzogin von Österreich. Sie war das 15. Kind der beiden.

Maria Antonia wurde bereits mit 3 Jahren ins Korsett geschnürt, was dem kleinen Mädchen große Atemprobleme verursachte.

Sie galt als quengelig, unruhig, hatte massive Konzentrationsprobleme und fiel dadurch ihren Erziehern und Lehrern unangenehm auf.

König Louis XVI, Foto: Wikimedia/Commons

1769 wurde Maria Antonia aus politischen Gründen mit dem Dauphin Louis Auguste (*23.8.1754, †21.1.1793) verlobt.

Maria Theresia genierte sich in Grund und Boden als sie die Bildungsmängel bemerkte. Maria Antonia bekam eine Schnellbleiche in Sachen Erziehung.

Am 19.4.1770 heiratete Erzherzogin Maria Antonia in der Augustinerkirche mit gerade einmal 14,5 Jahren in procuram ihren Gemahl Dauphin Louis.

Zwei Tage später verließ sie ihre Eltern und Geschwister. Mit ihrem Gefolge kam sie in Straßburg an und wurde von diesem sofort getrennt. Aus Erzherzogin Maria Antonia wurde Marie Antoinette, sie durfte weder ihr Gefolge, noch ihre Kleidung behalten.

Am 16.5.1770 heiratete sie Dauphin Louis in Versailles. Am 30.5.1770 kam es am Place Louis XIV zu einem schweren Unglück. Durch den Knall der Feuerwerkskörper kam es zu einer Massenpanik. Dabei wurden 139 Menschen getötet. Der Place Louis XIV, heute Place de la Concorde, wurde ihr später zum Verhängnis.

Im Mai 1774 bestieg der junge Dauphin seinen Thron. Marie Antoinette wurde damit zur Königin von Frankreich.

Sie galt als unnahbar, war unbeliebt und durch vielfache und niederträchtige Intrigen wurde ihr Ruf schwer beschädigt.

Louis und Marie Antoinette bekamen 4 Kinder. Sie galt als liebenswerte und aufopferungsvolle Mutter. Vor allem ihr kleiner Sohn Louis-Charles teilte eine grausame Geschichte.

Ab 1789 wurde das Leben von Königin Marie Antoinette auf den Kopf gestellt:

Sohn Louis Joseph starb am 4.6.1789 8jährig an Rachitis. Am 5. und 6.10.1789 brach die französische Revolution aus. Marie Antoinette wurde von Versailles in den Tuilerienpalast zwangsumgesiedelt.

Am 20.7.1791 versuchte die königliche Familie zu fliehen, doch in Varennes wurde der König erkannt und verhaftet. Am 10.8.1791 stürmte der aufgebrachte Mob den Tuilerenpalast und zündete diesen an. Die königliche Familie wurde in eine Festung des Templerordens gebracht und bewacht.

Am 1.3.1792 starb ihr Lieblingsbruder Kaiser Leopold II von Österreich. Kaiser Franz I/II folgte nach und obwohl er ihr Neffe war, half er seiner Tante – wie von ihr erwartet – nicht. Königin Marie Antoinette verblieb im Templerorden in Haft.

Am 21.1.1793 wurde ihr Gemahl König Louis XVI nach einem widerlich zur Schau gestellten Prozess enthauptet. Am 1.8.1793 überstellte man Marie Antoinette und ihren kleinen Sohn Louis Charles in die La Conciergerie – einem ehemaligen Palast – der zum Gefängnis und Jusitzpalast umfunktioniert wurde.

Was folgte, war beispiellos an Widerlichkeiten und ekelhaften Verhören: Louis Charles wurde von seiner Mutter getrennt, in Isolation gehalten, malträtiert und solange gefoltert, bis er zugab, dass ihn seine Mutter sexuell missbrauchte. Zu diesem Zeitpunkt war er 8 Jahre alt.

Foto: sternenkaiserin.com – Marie

Als man schließlich dieses Geständnis erzwungen hatte, konnte man Königin Marie Antoinette einen Prozess machen, der beispielloser nicht hätte sein können. Sämtliche Anklagepunkte waren falsch. Trotzdem wurde sie von den Geschworenen für schuldig befunden und zum Tode verurteilt.

Am 16.10.1793 wurde Marie Antoinette um 12.00 Uhr per Guillotine auf dem heutigen Place de la Concorde enthauptet. Ihre Haare waren über Nacht schlohweiß geworden, sie war völlig ruhig und im Reinen mit sich.

Marie Antoinette wurde im Massengrab bei der La Madelaine verscharrt. Mehr als 20 Jahre später wurde sie ausgegraben, an ihrem Strumpfband erkannt und neben ihrem Mann in der St. Denis Basilika begraben.

Info nebenbei:

Königin Marie Antoinette war die Ur-Großtante von Kaiser Franz Joseph.

 


Marie Antoinette Reisebericht – Versailles, Paris und St. Denis Basilika

König Louix IV, Foto: sternenkaiserin.com – Marie

 

Chateau Versailles
Adresses: Place d’Armes 78000 Versailles France
Öffnungszeiten Palast: Dienstag bis Sonntag 9.00 Uhr – 18.30 Uhr
Garten: täglich 8.00 Uhr bis 20.30 Uhr
Trianon Paläste: Dienstag bis Sonntag 12.00 Uhr – 18.30 Uhr
Wagenburg: Dienstag bis Sonntag 12.30 – 18.30 Uhr
Preise: unterschiedlich, bitte der Homepage entnehmen: Chateau Versailles
Kommen Sie so zeitig wie möglich!!
Dauer: ganzer Tag 

 

Versailles: Diesen Ort hat König Ludwig II wie keinen Zweiten bewundert.

Den größeren Spiegelsaal hat Herrenchiemsee – um ganze 2 Meter (75 Meter versus 73 Meter in Versailles). Wäre sein Traum in Erfüllung gegangen, wäre Herrenchiemsee größer geworden, als Versailles. Bevor ihr zum Video kommt, hier ein paar kleine Eindrücke vom berühmtesten Saal der Welt:

Wer die Dimensionen von Versailles kennt, kann sich das auf Herrenchiemsee kaum vorstellen; baulich wäre es jedoch möglich gewesen.

So bleibt uns nur die Vorstellung und das Original. Beides ist jedenfalls sehenswert.

Beginnen wir nun also mit der Geschichte von Versailles, welche ich hier ausführlich erzähle:

Video: sternenkaiserin.com

Das beeindruckende Areal von Versailles.

Foto: sternenkaiserin.com – Marie

Um sich von den Räumen ein Bild zu machen, habe ich euch einige kurze Videos gedreht.

Die Möbel sind nicht Original. Als die französische Revolution war, wurde das Schloss gestürmt und geplündert. Auch die Nazis haben hier im 2. Weltkrieg brutal ihr Unwesen getrieben. Man hat aber zumindest versucht, aus anderen Schlössern oder durch Nachbau und Rekonstruktion die Räume einzurichten. Deckenmalerei und Gemälde sind (zum Teil) Original oder restauriert.

Leider waren die Marie Antoinette Räume gesperrt – hier einige Impressionen zu den Zimmern, die man nur von der Seite einsehen kann:

 

Und nun wünsche ich euch nun viel Spaß mit dem Rundgang vom wohl berühmtesten Schloss der Welt.

Videos: sternenkaiserin.com – Marie

Saal der Toten – die wunderschöne Galerie ist voll mit Bildern von Schlachten, hauptsächlich von Napoleon Bonaparte.

Video: sternenkaiserin.com – Marie

Bevor wir das innere Areal des Schlosses Versailles verlassen, möchte ich euch noch zwei wunderschöne Besonderheiten zeigen:

Zum einen die „private Kathedrale“, in der auch Marie Antoinette ihren Dauphin Louis XVI heiraten musste. Privat deshalb, weil sie sich innerhalb der Mauern von Versailles befindet, allerdings durch den stetigen Personenandrang von 3000 – 10000 Personen so überdimensional ist, dass sie mit dem Stephansdom mithalten kann.

Zum anderen die „private Oper“. Hier fanden für den inneren Kreis Opernaufführungen statt. Zu besichtigen nur über 2 geöffnete Fenster. Man darf beides nicht betreten.

In der Oper von Versailles finden allerdings noch Aufführungen statt. Solltet ihr an einem Ticket interessiert sein, wendet euch bitte hier her.

 

Lust auf einen Spaziergang durch den Garten?

Nehmt euch Zeit. Und zieht euch bitte bequeme Schuhe an. Ich meine das Ernst. Der Garten ist an Dimension nicht fassbar.

Es gibt einen kleinen Zug der zwischen den beiden Trianons, dem Grande Canale und dem Schloss hin und her fährt. Einen Platz zu ergattern ist gar nicht so leicht; vor allem bei der Rückfahrt. Die Züge fahren nur unregelmäßig, unbedingt an die Fahrpläne halten.

Man kann auch für ein hübsches Sümmchen Geld einen Golfwagen mieten und selbst im Garten herumfahren. Doch die meisten Wege sind für den Wagen gesperrt, weshalb einem dann wieder nur die Seitenwege bleiben. Am meisten sieht man, wenn man in der Mitte zum großen Brunnen runter geht und dann links und rechts in die Gärten wandert. Es gibt oftmals kleine versteckte Labstellen, mit Getränken und Erfrischungen. Nicht gerade billig, aber man kommt nicht darum herum, da man mit eigenen mitgebrachten Sachen nicht ins Schloss darf.

! Kleiner Souvenir Kauftipp : Wenn ihr Souvenirs kaufen möchtet, kauft diese im großen Souvenirshop im Schloss. Doch Achtung: Es gibt keine Schließfächer, weshalb ihr den ganzen Tag die Sachen mittragen müsst. Da ihr auf einem Seitenausgang das Schloss endgültig verlasst, könnt ihr auch nachher nicht mehr einkaufen. Lediglich im Grand Trianon gibt es noch einen kleinen Souvenirshop; hier geht es aber hauptsächlich um Marie Antoinette „Kitsch“ (Seifen, Marmeladen, Geschirrtücher etc.). !

Hier ein Rundumblick vom Schloss Versailles, Neptunbrunnen und die erste Etage vom Garten. Wer von euch den wunderschönen Film „Die Gärtnerin von Versailles“ mit Kate Winslet und dem wunderbaren Alan Rickman (sein letzter Film) kennt, wird allerdings enttäuscht sein. Der Film ist reine Fiktion (dennoch sehenswert).

Videos: sternenkaiserin.com – Marie 

Absolut sehenswert ist das „kleine Schloss Schönbrunn“, wie Marie Antoinette ihr Petit Trianon genannt hat.

Auch dieses wurde brutal geplündert, von den Nazis zerstört und dann wieder liebevoll restauriert und hergerichtet.

Die Möbel stammen größtenteils aus dem Besitz der Königin.

 

Marie Antoinette flüchtete aus Versailles aus mehreren Gründen:

Zum einen frequentierten täglich (!) 10.000 Personen Versailles. 4000 lebten permanent im Schloss, weitere 2700 Menschen rundum.

Versailles war ein „offenes“ Schloss; d.h. man konnte ohne weiteres jederzeit in die Privatgemächer der Königin und des Königs ohne aufgehalten zu werden.

So musste auch Marie Antoinette „öffentlich“ gebären, was ihr zusätzlich – zur ohnehin schweren Geburt – persönlich große Last bereitete. Nach der ersten Geburt unterband König Louis XVI dies aber und Marie Antoinette durfte „privat“ – also unter Aufsicht der Hebamme, Hofdamen, König Louis XVI und einige Staatswürdenträger und Pfarrer – gebären.

Da Marie Antoinette fast nie vor die Tore Versailles durfte, war sie dort mehr oder weniger seit 1770 (Hochzeitsjahr) eingesperrt. Das Petit Trianon diente als Lustschloss der Mätresse von König Louis XV und wurde 1763-1768 gebaut.

Als König Louis XV. starb, schenkte ihr ihr Ehemann das Petit Trianon. Marie Antoinette flüchtete vor der täglichen Menschenmenge, ließ sich einen Privatgarten errichten und sperrte sich mehr oder weniger permanent mit ihren Kindern dort ein.

Wer die Königin sehen wollte, musste zum Petit Trianon.

Nur zu offiziellen Anlässen, wie Bälle, Staatsdinner etc kam sie ins große Schloss. Hier ein Rundgang.

Videos: sternenkaiserin.com – Marie

Das Untergeschoss vom Petit Trianon, wurde leider komplett geplündert. Mit wenigen Mitteln entsteht hier der Eindruck, wie es einmal ausgesehen haben könnte. Das Geschirr ist Original und konnte rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden.

Ich befinde mich nun mehr im Privatgarten von Königin Marie Antoinette.

Hinweis: Mir sind meine französischen Notizen etwas durcheinander geraten: so erwähne ich als Mätresse Madame DuBarry von Louis XVI, in Wirklichkeit war sie die Mätresse von Louis XV und hat vor Marie Antoinette im Petit Trianon gelebt. Bitte um Entschuldigung. Der Rest meiner Erzählung sollte stimmen.

Absolutes Highlight ist das „Dorf der Königin“, welches sich Marie Antoinette bauen ließ, um die Einsamkeit loszuwerden, ließ sie das „bäuerliches Landleben“ nachstellen. Dafür wurden Kühe, Hühner, Schweine etc angeschafft. Die Idylle war natürlich mit dem echten Leben „vor den Toren“ nicht vergleichbar. Die Häuser sind leider nicht öffentlich zugänglich. 

Das Dorf ist über einen kleinen Weg vom Petit Trianon zu finden:

Video: sternenkaiserin.com – Marie

Wir verlassen nun das Petit Trianon und fahren (oder geht, es ist nicht weit) zum Grand Trianon. Um ehrlich zu sein, hat es mich ziemlich erschreckt. Es ist nicht im besten Zustand.

Gartenansicht Grand Trianon Foto: sternenkaiserin.com – Marie

König Louis XIV kaufte das Dorf Trianon, welches unmittelbar an Versailles angrenzte. Er wollte den Garten erweitern. Er ließ die Menschen umsiedeln (Zwangsräumung) und das Dorf komplett abtragen.

Auf dem abgetragenen Land ließ er zwischen 1687 und 1688 das Grand und Petit Trianon bauen. Das Grand für sich, das Petit für seine Mätresse Madame de Maintenon.

Hauptsächlich um sich von dem Wirbel im Schloss Versailles zu erholen, zum Vergnügen und um den strengen Zeremoniell zu entkommen.

Es galt als Ehre ins Grand Trianon eingeladen zu werden, da man ansonsten wirklich vor verschlossenen Türen stand.

Später richtete sich Napoleon mit seiner Mutter hier ein. Die Möbel stammen großteils aus seiner Zeit.

Video: sternenkaiserin.com – Marie

Leider gab es einen Lesefehler bei zweiten Video, deshalb noch ein paar Bildeindrücke vom Grand Trianon.

Danach solltet ihr den Weg zurück antreten. Ihr werdet nicht nur halbtot sein, sondern die Zeit wird euch auch davon laufen. Sobald ihr das Schloss verlässt, geht über die Straße und seht euch noch die Wagenburg an – Eintrittskarte ist gültig. So viel Prunk ist kaum zu fassen. Solltet ihr die Wagenburg im Schloss Schönbrunn kennen – vergesst diese. Unfassbar. Passend zum Prunk des soeben Gesehenen.

Video: sternenkaiserin.com – Marie

Einige der Wagen haben mich so beeindruckt, dass ich sie nochmals einzeln gefilmt habe:

Dieser Traumwagen ist die Hochzeitskutsche von Erzherzogin Marie Louise mit Napoleon Bonaparte. Erzherzogin Marie Louise war die Tochter von Kaiser Franz II/I, die aus Staatsinteressen von Fürst Metternich an Frankreich „verkauft“ wurde. Die Hochzeit fand am 1.4.1810 statt. Sie war somit die Schwester von Erzherzog Franz Karl und die Tante von Kaiser Franz Joseph.

Video: sternenkaiserin.com – Marie

 

Hier der Prachtvollste von Allen: Die Staatskarosse von König Charles X. Auch Napoleon III verwendete sie bei offiziellen Anlässen. Ich liebe ja den Imperialwagen von der Wagenburg von Schloss Schönbrunn. Aber der Imperialwagen von Versailles schlägt diesen um ein Vielfaches.

Video: sternenkaiserin.com – Marie

Im Team werde ich ja „Leichenfledderer“ genannt. Das kommt daher, weil ich ständig über die Toten jener Zeit recherchiere und mich immer intensiv mit deren Tod und Gräbern auseinandersetze. Demnach brauch ich euch nicht zu sagen, dass ich vom Leichenwagen in der Wiener Wagenburg immer schon fasziniert war. Nichtsdestoweniger weil der Nachbau auf der Bühne beim Elisabeth Musical eine größere Rolle spielt. Als ich aber den Totenwagen von Versailles sah, blieb mir mein Mund offen stehen.

Video: sternenkaiserin.com – Marie

 

Hier noch einmal die für mich schönsten Wägen aus der Wagenburg:


Foto: sternenkaiserin.com – Marie

Wir verlassen nun Versailles und fahren zurück nach Paris und besuchen das „La Conciergerie“, welches das Gefängnis von Marie Antoinette war.

La Conciergerie
Adresse: 2 Boulevard du Palais, 75001 Paris
Öffnungszeiten: täglich von 9.30 – 18.00 Uhr (außer 1.1., 1.5. und 25.12.)
Eintrittspreis: Erwachsene € 8,50, Kinder: € 6,50 
Kleiner Tipp: Mit kleinen Kindern nicht zu empfehlen – sehr duster und bedrückend
Dauer: 1-3 Stunden

 

Der gothische Eingangsbereich, des ehemaligen Schlosses, ist beeindruckend:

Video: sternenkaiserin.com – Marie

4000 Namen an den Wänden – 2700 davon wurden während der französischen Revolution hingerichtet.

Videos: sternenkaiserin.com – Marie

 

Vom La Conciergerie ging es für Marie Antoinette zur Guillotine. Am heutigen Platz „Place de la Concorde“ wurde sie geköpft.

Hier fanden 139 Personen am 30.5.1770 bei den Hochzeitsfeierlichkeiten von Dauphin Ludwig und Prinzessin Marie Antoinette den Tod. Hier wurden König Ludwig XVI und Königin Marie Antoinette 1793 hingerichtet.

Video: sternenkaiserin.com – Marie


Zum Abschluss des Marie Antoinette Gedenktages zeige ich euch noch ihre Gruft. 

Foto: sternenkaiserin.com – Marie

Sie wurde im Massengrab bei der La Madelaine Kirche begraben. 

Mehr als 20 Jahre später wurde sie aus dem Grab geholt und an ihrem Strumpfband, dass immer noch um ihren Oberschenkel war, erkannt. 

Ihre Gebeine wurden in der Gruft in St. Denis Basilika beerdigt. Marie Antoinette wurde nur 38 Jahre alt.

St. Denis Basilika 
Adresse: 1 Rue de la Légion d’Honneur, 93200 Saint-Denis, Frankreich
Öffnungszeiten: Mo – Sa: 10.00 Uhr – 18.15, So: 12.00 Uhr – 18.15 Uhr 
Eintrittspreise: Erwachsene € 7,50, Kinder bis 18 Jahre gratis, Behinderte gratis
Dauer: 2 Std. 

St. Denis Basilika: Mit ihr wurde die Gothik begründet und weltweit nachgebaut. Sie ist Vorbild für Ken Folletts Buch „Die Säulen der Erde“ und sie ist die Grabkapelle der französischen Könige.

Videos: sternenkaiserin.com – Marie

Diese große Habsburgerin, die die Ur-Großtante von Kaiser Franz Joseph war, hat eine bewegende Geschichte hinter sich, die ich euch nun – zumindest das gesamte letzte Kapitel ihres Lebens – erzählt habe.

Was wurde aus den Kindern von Marie Antoinette? Die Geschichte der Tochter erzähle ich euch noch ein anderes Mal.

Die traurige Geschichte ihres Sohnes, Dauphin Louis Charles, welches sich erst am 8.6.2004 schloss, erzähle ich hier.

Achtung: für zartbesaitete Menschen nicht unbedingt zu empfehlen.

Video: sternenkaiserin.com – Marie

Grab von Marie Antoinette in der Krypta, nicht unweit der Gräber ihrer Kinder.

Foto: sternenkaiserin.com – Marie

~ Marie ~

 


Rechtliche Hinweise:
Text: Marie
Bildrechte: sternenkaiserin.com – Marie, Ahmed Ertrug, Wikimedia/Commons
Videorechte: Marie