Tag-Archiv | Kaiserin Elisabeth Kleider

Burg Rappottenstein

[bezahlte Partnerschaft]
Am zweiten Tag unserer Waldviertelreise besuchten wir die Burg Rappottenstein.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Ich muss gestehen, zuerst war ich ein wenig skeptisch, ob ich auf eine Burg passen würde, vor allem aber stellte ich mir auch die Frage, welches Kleid würde auf eine Burg passen?

Irgendwie hat man ja immer ein gewisses Bild vor Augen wenn man an eine Ritterburg denkt. Zumindest für mich war eine Burg immer irgendwie düster.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Als ich mir dann die ersten Bilder im Internet ansah  war ich mehr als nur erstaunt.

Die vermeintliche Raubritterbehausung entpuppte sich als märchenhafter Renaissancebau.

Schon als ich auf den Bildern die Arkaden entdeckte war mir klar: es musste etwas Romantisches her.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Nach kurzer Fahrt angekommen waren wir überwältigt vom Anblick der Burg. Der Burgvogt erwartete uns bereits und begrüßte uns herzlich.

Das volle Ausmaß der Burg wurde uns erst bewusst, als er meinte, wir sollen erstmal weiter hoch fahren.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Spätestens beim ersten Burgtor wurde uns allen klar, dass mittelalterliche Fuhrwerke wesentlich schmäler waren, als moderne Autos…

Nach mehreren Toren, einem steilem Steinweg und gefühlten 20 Nervenzusammenbrüchen stand mein Auto dann im Innersten der Burg Rappottenstein…

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Die letzten paar hundert Meter bewältigten wir dann zu Fuß. Unser Begleiter führte uns durch die Arkaden in ein entzückendes Turmzimmer – ganz in rosa! Dass ich darin natürlich sofort verliebt war, brauche ich an dieser Stelle gar nicht erst zu erwähnen…

Ich sah all die unglaublichen Ecken dieses Prunkstücks, während unser Mariechen kurz vorm Verzweifeln war, denn diese unglaubliche Burg würden wir niemals in den vereinbarten 3 Stunden schaffen… So kam es wie es kommen musste, es folgte sofort die Einladung für einen zweiten Besuch.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Die mächtige Burg thront auf einem aus dem Tal des Kleinen Kamp steil aufragenden Felskegel. Sie ist eines der ältesten Wahrzeichen des nordwestlichen Waldviertels.

Der Burg Rappottenstein kam von allem Anfang an große Bedeutung zu. Einerseits lag sie in der Mitte des ausgedehnten Kuenringerbesitzes, war also stabiles Zentrum in einer bewegten Zeit, andererseits schützte sie aber auch den uralten, noch heute im Gemeindegebiet nachweisbaren Verbindungsweg („Pehamsteig“), der von der Donau durch den Nordwald ins böhmische Land führte.

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Foto: Rappottenstein.at

Außerdem bildete die Burg Rappottenstein eines der stärksten Glieder in jener am Flusslauf des Kamp entstandenen Kette von Befestigungen, denen die Aufgabe zukam, das Land vor Einfällen der Böhmen zu schützen und damit auch der Babenbergermark Flankenschutz zu gewähren.

Im Nordwald – „SILVA NORTICA“ -, wie das Waldviertel in alten Urkunden genannt wird, erhielten die Herren von Kuenring, ein aus Bayern stammendes Geschlecht, bereits im elften Jahrhundert größere Gebiete zur Rodung und Besiedlung als königliche Schenkung verliehen. Rapoto von Kuenring, in Urkunden aus den Jahren 1157 und 1176 erstmals erwähnt, ist Erbauer und Namensgeber der Burg.

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Wappen der Kuenringer, Foto: wikimedia/commons

Nach kaum mehr als 150 Jahren verloren die Herren von Kuenring Rappottenstein und starben in der Verbannung, da sie sich mit König Ottokar von Böhmen gegen Rudolf von Habsburg verbündet hatten.

Bild 1: Ottokar Přemysl als Markgraf von Mähren – wikiedia/commons

Bild 2: Rudolf von Habsburg, Grabplatte um 1285 im Speyerer Dom – Haselburg-müller


 Nach dem Sturz der Kuenringer kam die Burg

 1305 an die Herren von Dachsberg,

 1423 an die Herren von Starhemberg und

 1546 an die Herren von Landau.

 Im Jahre 1664 hat sie Ernst Reichsgraf von Abensperg und Traun Rappottenstein käuflich erworben. Die Burg mit dem dazugehörigen Gut ist somit seit mehr als 350 Jahren bis zum heutigen Tage ununterbrochen Eigentum der Grafen von Abensperg und Traun.

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Generalkriegskommissär Graf Ernst von Abensperg und Traun (1608–1668) – wikimedia/commons


Für mich ist es ja immer wieder ein Erlebnis Mariechen mit neuen Kleidern zu überraschen und ihre Reaktion darauf zu erleben.

Das Rappottenstein Kleid war an Romantik kaum noch zu überbieten, weiße Lochstickerei, Spitzenrüschen und lila Schleifen.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Inzwischen hat fast jedes meiner Kleider einen Namen, damit meine Mädels und ich wissen, von welchem Kleid wir gerade sprechen, denn ihr könnt Euch vorstellen, bei einer Auswahl von über 60 verschiedenen Kleidern kann es sonst schnell zu Verwechslungen kommen.

Also haben wir ein Demel Kleid, ein Totzikleid, ein Meran Kleid, ein Florian Kleid…. usw, usw… Diese Liste lässt sich noch lange fortsetzen und wurde nun um das „Rappotti Kleid“ erweitert, dem neuem Lieblingskleid unserer Marie. Aber auch das ändert sich fast täglich, da sie sich ständig in ein anderes neu verliebt.

Video: sternenkaiserin.com – marie


Rappottenstein ist eine Festung, die drei Bauepochen, Romanik, Gotik und Renaissance vereint.

Aus der Zeit der Kuenringer stammt der südliche Teil der Hochburg.

Der Bergfried im Norden – Hauptturm der Burg – bewacht die Anlage von der höchsten Stelle des Felsmassives aus. Zwischen dem Bergfried und dem Torturm, der einst das starke Gemäuer überragte und den Zugang in die Hochburg sperrte, erstrecken sich die ältesten Gebäude, die aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts stammen und einen kleinen Burghof umschließen.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Über die Jahrhunderte wurde die Burg mehrfach umgebaut und erweitert um sie auch Abwehrtechnisch auf den neuesten Stand zu halten. So entstand eine Vorburg mit einem wohl durchdachten Verteidigungssystem von acht Toren und fünf Höfen. Zu ihr führt ein enger Zugang zwischen den Umfassungsmauern und dem steilen Felsen, auf dem die Hochburg steht. Die Höfe wurden so angelegt, dass der vordringende Gegner mit seinem ungeschützten Schwertarm (seiner rechten Seite) dem Beschuss durch die Verteidiger ausgeliefert war.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Einlass in den ersten Hof gewährt ein Tor mit spätgotischer Steinfassung, welches früher mittels einer Zugbrücke gesichert war. An der Nordwestseite des ersten Hofes steht das ehemalige Brauhaus. Dessen Renaissancemerkmale und die Jahreszahlen 1548 und 1549 weisen auf die Bauzeit hin, in der auch die beiden Rundtürme beim Eingangstor erbaut wurden. Zur rechten Hand blickt von einem mächtigen Felsmassiv die Hochburg herab.

Ein weiteres Tor führt in den engen zweiten Hof, durch den man in den Stall- oder Wirtschaftshof gelangt. Geräumige Gebäude dienten dort der Versorgung der Burgbewohner mit den notwendigsten landwirtschaftlichen Erzeugnissen und der Unterbringung der Pferde.

Von diesem Hof, der auch zugleich der Richthof war, führt der Eingang in die finsteren Burgverliese mit ihren mächtigen Tonnengewölben. Aus einer tiefen Zisterne im Hof wurde das Trinkwasser geschöpft.

Hoch über den Verliesen steht der Uhrturm aus dem 16. Jahrhundert. Zu ihm gelangt man durch den Rittergarten, der durch seine romantische und zugleich idyllische Lage zu den reizvollsten Plätzchen der Burg zählt.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Vom Richthof aus, ging es dann zu Fuß weiter über einen Weg mit extremer Steigung zum vierten und weiter zum fünften Vorhof, zum Doppeltor vor dem Hauptgebäude.

Die Hochburg wurde in den vierhundert Jahren seit ihrer Gründung mehrfach erweitert.

Mächtige dreigeschossige Arkadengänge aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts zieren den westseitigen Hoftrakt.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Ein mittelalterliches Bild bieten dagegen im Erdgeschoss die Burgküche und die Knappenhalle mit gezogenem gotischen Kreuzrippengewölbe.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Der gotischen Bauzeit gehört im ersten Stockwerk auch die Trinkstube an, die ein gespanntes schönes Sternrippengewölbe aufweist. Wände und Gewölbe schmücken reich bewegte ornamentale und figurale Fresken, die mit den Wandgemälden in den weiteren Gemächern zu den wertvollsten Profanmalereien des 16. Jahrhunderts in Niederösterreich zählen.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Das Herzstück der Hochburg ist jedoch die von den Dachsberger Herren im Jahre 1378 errichtete zweigeschossige Kapelle. Das sakrale Kleinod befindet sich im ältesten Teil der Burg, an der bestgeschützten Stelle, oberhalb der Torhalle. Im Jahre 1947 ist die Kapelle mit großer Sorgfalt restauriert worden. Die schwere Steinplatte des mittelalterlichen Altars wurde freigelegt.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Im Altaraufbau fand sich ein Gefäß mit Reliquien. Es stammt aus dem Jahre 1379, trägt das Bischofssiegel und dokumentiert das Jahr der Konsekrierung, an die auch die zwölf an den Wänden sichtbaren Weihekreuze erinnern.

 Auf der Mensa steht heute wieder der kleine kostbare Flügelaltar aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts, der den Schutzheiligen der Burg, Sankt Georg und Pankraz, geweiht ist.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Alles in allem kann man sagen, wir waren alle drei hin und weg vom Zauber dieser außergewöhnlichen Burg, die wir uns in keinster Weise derart beeindruckend vorgestellt haben, sodass eines für uns fest stand: wir kommen wieder….

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

An diesem Vormittag durften wir einen Bruchteil dieses Baujuwels kennen lernen. Um den Rest zu erkunden würden vermutlich nicht einmal zwei ganze Tage ausreichen.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Ein ganz besonderes Projekt auf der Burg Rappottenstein ist die „Kinderburg“

Die Kinderburg Rappottenstein ist eine gemeinsame Initiative des Österreichischen Roten Kreuzes, dem Landesverband NÖ und der Familie Abensperg und Traun.

Eine Einrichtung die Familien mit schwer/chronisch kranken Kindern oder Eltern

und Familien, die den Tod eines nahen Familienmitgliedes verarbeiten müssen Erholung und Trauerbegleitung bietet.

Ein großartiges Projekt, das Hauptsächlich aus Spenden finanziert wird. Wer mehr darüber erfahren möchte, kann das hier tun:

https://www.hospiz-noe.at/kinderburg-rappottenstein/


Aber wer ist nun die Familie, die hinter all dem steht?

Die Familie Abensperg und Traun ist eine ursprünglich aus dem oberösterreichischen Traungau stammende, zum Uradel zählende Adelsfamilie mit dem ursprünglichen Namen Traun, deren namensgebender Stammsitz Schloss Traun sich seit 1120 bis heute im Familienbesitz befindet.

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Stammwappen derer von Abensperg und Traun – Foto: Aladyn0815

Die Familie zählt zu den sogenannten „Apostelgeschlechtern“, jenen rund zwölf Familien, die schon zur Zeit der Babenberger (976 bis 1246) in Österreich eine Rolle spielten und von denen bis heute nur noch vier in Österreich existieren (neben den Abensperg und Traun die Liechtenstein, Starhemberg und die Fürstenberg-Weitra).

Die bekannteste Persönlichkeit des Hauses ist wohl Feldmarschall Otto Ferdinand Graf von Abensperg und Traun (1677–1748), der 1696 in kaiserliche Kriegsdienste trat, 1712 ein eigenes Regiment erhielt, 1735 zum Feldzeugmeister und 1740 zum Feldmarschall befördert wurde. Im Österreichischen Erbfolgekrieg siegte er 1743 am italienischen Kriegsschauplatz bei Camposanto am Panaro über die Spanier und manövrierte 1744 die preußischen Streitkräfte aus Böhmen, wofür er im gleichen Jahr mit dem Orden vom goldenen Vlies ausgezeichnet wurde.

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Feldmarschall Graf Otto Ferdinand von Abensperg und Traun (1677–1748) Foto: wikimedia/commons

In die Militärgeschichte ist Otto Ferdinand Abensperg und Traun als einer der größten österreichischen Feldherren des 18. Jahrhunderts eingegangen. Durch die kaiserliche Entschließung von Franz Joseph I. vom 28. Februar 1863 wurde Otto Ferdinand von Abensperg und Traun in die Liste der „berühmtesten, zur immerwährenden Nacheiferung würdiger Kriegsfürsten und Feldherren Österreichs“ aufgenommen.

Auf dem 1888 feierlich enthüllten Denkmal der Kaiserin Maria Theresia in Wien ist der Feldmarschall in Form einer großen bronzenen Reiterstatue als einer der vier „Paladine der Kaiserin“ im Kreise der Generäle Daun, Loudon und Khevenhüller hoch zu Ross dargestellt.

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Statue des O.F. Traun am Maria Theresia Denkmal in Wien
Foto: Aladyn0815

Etwas wehmütig sagten wir der Burg Lebewohl und freuen uns jetzt schon auf den Tag, wenn es heißt: wir fahren wieder nach Rappotti 😉

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Vielen Dank für die Einladung an
Burg Rappottenstein & Waldviertel Tourismus
Mit der bezahlten Kooperation mit Waldviertel Tourismus „Mit Unterstützung von Interreg V-A Österreich – Tschechische Republik | Kofinanziert aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung.

Sisi


Rechtliche Hinweise:

Bildrechte: Sternenkaiserin,com – marie, wikimedia/commons, Aladyn0815

Videos: sternenkaiserin.com – marie

Textrechte: Sisi, Burg Rappottenstein

Zwischen Auerhahn und Dampflok…

Es war ein sonniger, strahlend blauer Herbsttag als wir uns in Reichenau, einem ehemaligen k&k Kurort trafen. Die Berge schienen zum Greifen nah und das Laub begann sich bereits leicht zu färben.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Vor uns erstrahlte die Rudolfsvilla im goldenen Licht der Herbstsonne und ließ den längst vergangenen Glanz des Anwesens erahnen. Durch ein großes, reichlich verziertes, schmiedeeisenes Tor betraten wir den Park der einst hochherrschaftlichen Villa.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Die Rudolfsvilla steht in der Thalhofstraße in der Marktgemeinde Reichenau mit Blick auf das wunderschöne Raxgebirge im Bezirk Neunkirchen in Niederösterreich.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Als am 5. Mai 1842 der erste Abschnitt der Südbahn von Wien bis Gloggnitz eröffnet wurde, avancierte das Semmeringgebiet zur bevorzugten Sommerfrische der Wiener Gesellschaft.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Als Unterkunftsmöglichkeit für das allerhöchste Paar wurde 1856/1857 eine schlossartige Villa an der Stelle vom ehemaligen „Haus an der Waag“ nach den Plänen des Architekten der Ringstraße, Anton Hefft errichtet.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Der Kaiser nutzte das Gebiet rund um die Rax zur Jagd, während Kaiserin Elisabeth ausgedehnte Ausritte und Wanderungen unternahm, Gesellschaften gab oder die Kinder besuchte.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Wie auch andernorts üblich, folgte der Adel und die feine Gesellschaft der kaiserlichen Familie und erbaute rund um den Semmering viele herrschaftlichen Villen, die teilweise heute noch erhalten sind.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Den Hobbies der Kaiserin entsprechend, wählte ich ein Reitkleid für diesen Besuch. Da sie sogar ihren langjährigen Freund Graf Andrassy hier empfangen hatte, konnte ich nicht anders, als das Kleid aus der Szene der Sissi Trilogie anzuziehen, in dem Romy mit dem Graf durch die ungarische Puszta ritt, fehlte nur noch das Pferd.

Video: sternenkaiserin.com – marie

Die im romantischen Historismus mit Elementen der Tudor-Gotik erbaute Villa steht oberhalb der Schwarza in einer gestalteten Parkanlage des Vorgängerbaues. Die Villa verfügt über 2 Stockwerke, die Fassade besticht durch schmale, polygonale Pfeiler und einem Fries aus Terrakotta. Talseitig zeigt sich ein Giebelrisalit mit einem Gitterbalkon, zur Straße wartet ein kleiner Ehrenhof mit einem Gitterzaun und Pfeilern auf seine Besucher.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

In mitten des Ehrenhofes steht ein Marmorwandbrunnen mit Maskarons und Muschelschalen, ursprünglich stand dieser als Einzelbrunnen beim alten Burgtheater und wurde später hier her gebracht. In der Mitte des Brunnens befindet sich nun eine Büste von Kaiser Franz Josephs auf einem Pyramidenpfeiler. Die Büste stand ehemals vor der Schule des Ortes und wurde erst um 1970 hier aufgebaut.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Elisabeth´s Aufenthalte in Reichenau sind dokumentiert durch Aufzeichnungen im Haus-, Hof- und Staatsarchiv und in den lokalen Pfarrgedenkbüchern.

Am 23.Juli 1859 begleitete sie ihre Kinder zum ersten Mal in die Reichenauer Sommerfrische und kam später zu tage- oder wochenweisen Séjours alleine, in Begleitung des Kaisers, der Kinder oder auch ihrer Schwester Nene wieder.

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Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Elisabeth zu Pferde von rechts; links in einem vierspannigen Pomirwagen Kronprinz Rudolf und Herzogin Gisela; im Hintergrund das Tal von Reichenau mit dem Schneeberg / Foto: europeana.eu

Des Öfteren tauchte die Kaiserin mitten in der Nacht auf, um vom strengen Wiener Hof zu fliehen und reiste bereits am nächsten Morgen wieder ab.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

1862 blieb sie – unterbrochen von einer kurzen Kur – mehrere Monate und verbrachte die Tage wie auch in den Folgejahren mit Empfängen, Ausfahrten, Promenaden, Ausritten und am liebsten mit Forellenfischen.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

1865 feierte sie gemeinsam mit ihrer Familie den eigenen Geburtstag mit einer Vokalmesse zu ihren Ehren in der St.Barbarakirche am 23. Dezember.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Neben Kaiserin Elisabeth waren noch viele andere Mitglieder der kaiserlichen Familie in Reichenau zu Gast.

Kaiser Franz-Josef I nutzte das Anwesen vor allem für seine Jagdaufenthalte.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Kronprinz Rudolf verbrachte die ersten sechs Jahre als Kind jeden Sommer in der Reichenauer Sommerfrische, wodurch das zuvor als „Kaiservilla“ bekannte Haus zur „Rudolfsvilla“ wurde.

Erzherzogin Gisela begleitete den um zwei Jahre jüngeren Rudolf in die Reichenauer Villa.

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 Kronprinz Rudolf und Erzherzogin Gisela von Österreich in Reichenau an der Rax vor dem „Jagdhaus“ das er zum Geburtstag erhalten hatte und die im Park der Rudolfsvilla aufgestellt wurde. Fotografie von Ludwig Angerer / Foto: Bundesmobilienverwaltung

Erzherzog Karl-Ludwig, der jüngere Bruder von Kaiser Franz Josef mietete nach dem Auszug des Kaiserpaares die Rudolfsvilla drei Sommer lang für seine eigene große Familie.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Thronfolger Franz Ferdinand, Sohn von Erzherzog Karl Ludwig und späterer Thronfolger verbrachte dadurch ebenfalls mehrere unbeschwerte Sommer mit seiner Familie im Sisi-Schloss Rudolfsvilla.

Nachdem wir herzlich in der Rudolsvilla empfangen wurden, besichtigten wir die inzwischen leider leeren Räume, die jedoch gerade zu entzückenden Ferienwohnungen umgebaut werden.

(Wer mehr dazu wissen möchte: http://sisi-schloss.at/ )

Heute ist die Rudolfsvilla nach ihrem vielleicht berühmtesten Gast zu „Sisi Schloss -Rudolfsvilla“ umbenannt worden

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Der Luster im Treppenhaus stammt möglicherweise noch aus adeligen Besitz. Die jetzigen Besitzer sind damit beschäftigt in liebevoller Kleinarbeit, dem einstigen kaiserlichen „Wochenendhaus“ wieder neues Leben einzuhauchen.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Bilder und Gemälde im und am Haus zeigen eindrucksvoll dessen Geschichte und so kann man bereits im Vorbeifahren erkennen, wer einst hier wohnte.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Über einen kleinen Steig erreichten wir den großzügigen Landschaftsgarten, der das Haus umgibt und in dem man noch heute die Schienen der ehemaligen Privatbahn des Kronprinzen erkennen kann.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Die Sonne versank hinter den Berggipfeln und langsam wurde es auch für uns Zeit, diesem märchenhaften Fleckchen österreichischer Geschichte Lebe wohl zu sagen.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Wir bedanken uns für die Einladung und den herrlichen Nachmittag in Reichenau und freuen uns schon darauf, bald wieder auf „Sommerfrische“ zu fahren.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Sisi 


Rechtliche Hinweise:
Bildrechte: Sternenkaiserin,com – marie, wikimedia/commons, Bundesmobilienverwaltung

Videos: sternenkaiserin.com – marie

Textrechte: Sisi, Sisi Schloss – Rudolfsvilla

Das Sternenkleid – Kleid aller Kleider

Welches Bild habt ihr als erstes vor Augen, wenn ihr an Kaiserin Elisabeth denkt?Vermutlich dasselbe wie Millionen von Menschen auf der ganzen Welt:

Elisabeth im weißen Tüllkleid mit Diamantsternen im Haar!

Bald schon war klar, dass ich dieses Kleid brauchen würde, und so begann ein Näh- und Lernprozess, der bis heute andauert. Aus einem Anfangs schlichten Tüllkleidchen wurde eine pompöse Robe mit einer gigantischen Schleppe. Der erste Versuch war relativ einfach, ein Kleid aus fertigem Sternentüll, nett ja, aber nicht annähernd so, wie es sein sollte.

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Foto sternenkaiserin.com – sisi

Das Problem war damals, ich hatte keine Ahnung und auch nicht das Wissen, woher ich den passenden Stoff bekommen könnte. Einen Stoff mit gestickten oder gewebten Sternen, der dem Original so nahe wie möglich kommen würde?


Das zweite Kleid war zwar näher am Original, aber immer noch zu „mickrig“ und dient heute, nach ebenfalls unzähligen Änderungen als „kleines“ Sternenkleid bei Veranstaltungen, da es einen wesentlich kleineren Umfang und keine Schleppe hat ist es wesentlich „Publikumstauglicher“

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Allerdings war das immer noch nicht DAS Kleid und so begann ich wieder von vorne. Mehr Umfang, mehr Tüll, mehr Sterne!

Ich änderte den kompletten Schnitt, fügte eine Schleppe an, deren wahre Länge am Winterhalter Bild ein Geheimnis bleibt und beschloss, dieses Mal die Sterne zu Sticken.

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Foto: Foto Hofer, Bad Ischl

Auch dieser erste Versuch brachte nicht die völlige Zufriedenheit, es sah zwar prächtiger und eindrucksvoller aus, als das vorherige, aber es fehlte die „Leichtigkeit“


Also erneuerte ich das Oberteil komplett, tauschte die Ärmel, und verdoppelte noch einmal die Tüllmenge um daraus ein Kleid zu erschaffen, dass für meine damaligen Nähkünste das perfekte Kleid zu sein schien.

Wie ja viele von Euch wissen, hab ich die Schneiderkunst nie erlernt, sondern sie mir selbst von Kleid zu Kleid beigebracht.  Inzwischen war ich bei weit mehr als 100 Meter Stoff, und einem Gewicht von über  17 kg angelangt.

Foto: Bertl Jost

Eines meiner ersten wirklich großen Fotoshootings war jenes im Südbahnhotel am Semmering, dort entstand auch das erste wirklich großartige Bild dieses Kleides, dessen Fertigstellung beinahe ein ganzes Jahr in Anspruch genommen hatte.

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Foto: Bertl Jost


Es folgten viele unvergessliche Shootings, in allen Möglichen Kleidern und natürlich war es irgendwann ein Thema zwischen Mariechen und mir, ein „Winterhalter Bild“ zu erschaffen.

Video: sternenkaiserin.com – marie

Und ihr könnt Euch vorstellen, was das bedeutete?

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Foto: Barbara Prinz, Fotografie mit Herz

Richtig, ich begann erneut das Kleid zu optimieren, noch mehr Tüll, noch mehr Sterne, ein weiteres Oberteil, da ich inzwischen gelernt hatte, diese ebenfalls mit Stahl zu versteifen.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Wir bekamen die Erlaubnis in der Oper Graz einen Tag lang zu shooten und nutzten diesen zauberhaften Ort für genau dieses Kleid.

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Foto: Barbara Prinz, Fotografie mit Herz

Begleitet von unserer Babsi gelangen uns unzählige wundervolle Bilder!

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Foto: Barbara Prinz, Fotografie mit Herz


Aber das sollte immer noch nicht die letzte Änderung sein, denn eines Tages kam eine Einladung aus dem schönen Kärnten. Die Stadt Klagenfurt feierte ihren 500. Geburtstag. Am Abend hatte ich die Ehre Gast auf einem wundervollen, ausgesprochen eleganten Ball zu sein. Und wir wären nicht wir, wenn wir eine solche Gelegenheit nicht gleich mit einem Fotoshooting verbinden würden.

Also trafen wir uns am Nachmittag mit unserem charmanten Gastgeber Hr. Bauer im vermutlich schönsten Saal Kärntens, dem Wappensaal, um dort ein paar Bilder zu machen.

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Foto sternenkaiserin.com – marie

Für diesen Zweck hatte ich ein weiteres Mal die Schleppe des Kleides auf nun 3 Meter verlängert.

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Foto: sternenkaiserin.co – marie

Eine besondere Überraschung für mich war, dass mich in dem Saal ein Chor erwartete und „nur für die Kaiserin“ sang.

Video: sternenkaiserin.com – marie

Ihr könnt Euch vorstellen, welches Gefühl das war. Ich gebe zu, es war gar nicht so leicht, vor Rührung nicht zu weinen 😉


Das nächste Highlight in diesem Kleid war sicherlich die Sisi Nacht im Schloss Eckartsau, dass inzwischen zu einem unserer Stamm- und Lieblingsschlösser wurde.

Wer den unermüdlichen Einsatz unseres Mariechens kennt, ahnt das sie sich natürlich auch dafür etwas Besonderes einfallen ließ.

Sie besorgte die ausdrückliche Erlaubnis der Vereinigten Bühnen Wiens, den Titelsong aus dem Musical Elisabeth verwenden zu dürfen!

Im Sternenkleid im Ballsaal eines so wunderschönen Schlosses zu stehen, dessen Türen sich genau in diesem Moment öffneten, als „Ich gehör nur mir“ erklang, wurde zum nächsten Höhepunkt in meinem Leben als Sternenkaiserin.

Video: Sternenkaiserin.com – marie


Aber wie kam es nun zu diesem Kleid?

Ein Kleid, das zum Symbol für die schöne Kaiserin wurde. Elisabeth sammelte in einem sogenannten Schönheitsalbum Bilder von schönen Damen aus der ganzen Welt. Dies konnten Tänzerinnen, Schauspielerinnen, aber auch „Halbwelt“-Damen sein. Ihr wurde ein Bild von Contessa Virgina di Castiglione in einem Sternenkleid mit Schmucksternen im Haar zugesandt

Virginia Oldoini, Countess Verasis of Castiglione (1837-1899). Ca. 1861-1867.

Virginia Oldoini, Countess Verasis of Castiglione (1837-1899). Ca. 1861-1867. Foto: wikimedia/commons

2 Jahre später ließ sie sich vom Pariser Couturier Charles Worth ein Kleid erschaffen, dass seinen Ursprung in dem der Contessa hatte.

Vom Hofjuwelier A.E.Köchert ließ sie sich Diamantsterne für ihre Haare, jedoch in edlerer und geschmackvollerer Form anfertigen, als die der Mätresse von Napoleon III. Diese Art Schmuck in den Haaren zu tragen war eine absolute Neuheit, denn üblicherweise trugen die Damen Diademe als Haarschmuck.

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Sisi und Florian Köchert mit der Original Zeichnung von den Sisi-Sternen von Alexander Emanuel Köchert
Foto: Michaela Handrek-Rehler

Die Haarsterne, die vermutlich ebenso berühmt sind wie das Kleid selbst sind, waren ein Geschenk des Kaisers. Von den Juwelieren Köchert und Pioté ließ sich Kaiserin Elisabeth ein Set von 27 Haarsternen aus Diamanten herstellen.

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Florian Köchert präsentiert einen original Sisi Stern Foto: the munich show

 

Einige der Sterne verschenkte die Kaiserin später an Hofdamen, die anderen wurden in der Familie vererbt. Die Tochter von Kronprinz Rudolf, Erzherzogin Elisabeth, trug beispielsweise die Sterne zu ihrer Hochzeit 1902.

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Foto: Barbara Prinz, Fotografie mit Herz

Erst dieses Kleid und diese Frisur, sollte sie zu dem machen, was sie bis heute ist: „Eine schöne unerreichbare Fee aus dem Märchenland.“

Premiere hatte dieses Ensemble am Ball des Abends am 11.2.1865 als ihr Bruder Carl Theodor von Bayern seine geliebte Braut Sophie von Sachsen in Dresden heiratete. Viele von Euch werden vielleicht nicht wissen, dass an diesem Abend auch Sisi´s Schwester im Sternenkleid erschien. Mehr Aufsehen erregte aber Sisi.

Zeitzeugen beschrieben das Kleid wie folgt „Ein weißes, mit Sternen besticktes Kleid, Diamantsterne im Haar und an der Brust ein Camelienbouquet.“  Sisi war zu diesem Zeitpunkt 27 Jahre alt und Mutter von 3 Kindern.

Erzherzog Ludwig Viktor schrieb in einem Brief nach Wien:

„Sisi sei blendend schön, auch waren die Leute wie verrückt hier. Ich habe noch nie so einen Effekt machen sehen. Helene ein sehr schlechter Abklatsch von der Kaiserin, auch Sternenkleid.“ (1)

Marie, Königin von Sachsen schrieb an eine Freundin:

„Von der Begeisterung, welche die Schönheit und Liebenswürdigkeit der Kaiserin erregte, kannst Du Dir keine Vorstellung machen; noch nie sah ich meine ruhigen Sachsen in solcher Aufregung! Man dachte, sprach, hörte nur ihr Lob.“ (2)

Wie die meisten vermutlich wissen, gibt es von der Kaiserin nur wenige Bilder, und noch weniger, bei denen sie tatsächlich Model stand. Diese Ehre wurde allerdings, dem wohl größten Meister seiner Zeit zu Teil. Franz Xaver Winterhalter. Durch Protektion König Louis Philippes stieg Winterhalter zum gefragtesten Porträtmaler in Frankreich auf. Als französischer Hofmaler malte er Bildnisse der gesamten königlichen Familie und der führenden Mitglieder des Hofes. 1852 folgte er dem Ruf von Königin Isabella nach Spanien. Nach der Thronbesteigung Napoléons III. ging er zurück nach Paris. Zu seinen Kunden gehörten auch das belgische Königshaus und die kaiserlichen Höfe in Sankt Petersburg und Wien.

Elisabeth ließ sich von F.X.Winterhalter 1865  im Sternenkleid malen, und machte dieses Kleid somit unsterblich. Dieses Gemälde könnt ihr immer noch in der Wiener Hofburg bewundern.

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Kaiserin Elisabeth von Österreich (Porträt von Franz Xaver Winterhalter, Öl auf Leinwand, 1865 Foto: wikimedia/commons

 

Von F.X.Winterhalter gibt es noch 2 weitere Bilder, die in die Geschichte eingehen sollten. „Sisi mit offenen Haar.“

Diese Bilder waren für die damalige Zeit sehr intim. Eines davon wurde zu Kaiser Franz Josefs Lieblingsbild. Es stand Zeit seines Lebens vor seinem Schreibtisch (und dort steht es heute noch).

Fotos: Wikimedia/commons


Zum Abschluss bleibt nur eines zu sagen, egal wann und wo ich dieses Kleid trage, es ist immer mit unvergesslichen Erinnerungen verbunden.

In diesem Sinne, träumt nicht nur von den Sternen, sondern greift danach 😉

Eure Sisi


Rechtliche Hinweise:
Bildrechte: Bertl Jost, Sternenkaiserin,com – marie, Sternenkaiserin.com – sisi, Barbara Prinz – Fotografie mit Herz; Michaela Handrek-Rehler, the munich show

Videos: sternenkaiserin.com – marie

Textrechte: Sisi, Marie, Brigitte Hamann – Kaiserin wider Willen, Dr. Martina Winkelhofer – Sisi


Literaturhinweise:

Zitate: 1 – S 198, 2 – S 199
Brigitte Hamann:
Kaiserin wider Willen , Amalthea, 1992, 11. Auflage

Dr. Martina Winkelhofer

Rechtliche Hinweise:

Bildrechte: Bertl Jost, Privat, Hofburg Wien, Juwelier Köchert

Textrechte: Sisi, Marie Festetics (historischer Teil), Brigitte Hamann – Kaiserin wider Willen, Dr. Martina Winkelhofer – Sisi

Literaturhinweise:

Zitate: 1 – S 198, 2 – S 199

Brigitte Hamann:

Kaiserin wider Willen , Amalthea, 1992, 11. Auflage

Dr. Martina Winkelhofer

Sisi

Liebe auf den ersten Blick – Wasserschloss Totzenbach

Nach dem doch etwas bedrückendem Besuch in Wallsee und einer kleinen Stärkung, machten wir uns auf den Weg in ein weiteres, mir bis dahin völlig unbekanntes Schloss.

Schloss Totzenbach – eines der letzten wirklichen Wasserschlösser Österreichs. Ein wahres Märchenschloss, ein Fleckchen Erde, das schöner nicht sein könnte!

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Foto: Prinz Barbara Fotografin mit Herz

Nach einer etwas abenteuerlichen Fahrt durch das Mostviertel, mit immer kleiner werdenden Straßen, die eher an vergangene Urlaube auf griechischen Inseln erinnerten, wurde dann irgendwann doch der Turm des kleinen Schlösschens sichtbar. Eine weitere mittelalterliche Burgmauer war zu erkennen und meine ersten Gedanken waren, noch so eine „Burg“ wie Wallsee.

Zugegeben war es wohl auch auf Grund einer etwas schlaflosen Nacht zuvor, dass meine Laune nicht gerade am Höchstpunkt war. Das schwarze Kleid in Wallsee und der Friedhofsbesuch am Grab von Marie Valerie machten das nicht gerade besser, aber Einladung war  Einladung und so ließ ich mich ein zweites Mal an diesem Tag ins Geschirr spannen.

Am Parkplatz angekommen, richteten wir die letzten Kleinigkeiten, sowie den Strohhut und die Schleifen am Kleid. Die einzige Information, die mir mein Mariechen mitteilte war „zieh was romantisches an!“

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Foto: Prinz Barbara Fotografin mit Herz

Also tat ich, wie geheißen und wählte für dieses Schloss ein Krinolinenkleid um 1860. Ein Tageskleid mit Streublumenmuster.

Als ich die ersten Schritte über die Holzbrücke lief und die langersehnten Sonnenstrahlen, die sich inzwischen durch die Regenwolken gedrängt hatten, die Wasserfontäne des Springbrunnen im Innenhof zum Funkeln brachte, war es passiert:

Ich war verliebt, Liebe auf den ersten Blick!

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Foto: Prinz Barbara Fotografin mit Herz

Das kleine Schlösschen sollte in den nächsten Stunden zu meinem ganz persönlichen Märchenschloss werden.

Kein Zimmer, kein Winkel des Gartens, der nicht an eine Geschichte oder ein Märchen aus Kinderzeiten erinnerte.

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Foto: Prinz Barbara Fotografin mit Herz

Das Kellergewölbe in dem vielleicht die arme Müllerin Stroh zu Gold spann, das Turmzimmer  aus dem Rapunzel ihr Haar fallen lies, oder der kleine Goldfischteich auf der Rückseite des Schlosses, der uns sofort wie könnte es anders sein, an den Froschkönig erinnerte.

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Foto: Prinz Barbara Fotografin mit Herz

Es ist selten, dass mich ein Plätzchen derart verzaubern kann wie dieses Schloss in der kleinen Gemeinde Kirchstetten.

Jedes Schloss hat seine ganz eigene Geschichte und je mehr ich mit ihnen beschäftige, umso mehr werden mir die Zusammenhänge klar, die Besitzverhältnisse, vielleicht manchmal die Tragödien die hinter solchen Mauern stattgefunden hatten.

Hätten die Gebrüder Grimm einen Ort gebraucht, an dem sie all ihre zauberhaften Geschichten schreiben konnten, Schloss Totzenbach wäre perfekt gewesen.

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Foto: Prinz Barbara Fotografin mit Herz

Herr Mag. Berger führte uns mit Stolz durch seinen Besitz, erzählte uns so manche Anekdote und auch die Probleme, die man hat, wenn  man eine mittelalterliche Burg renovieren will.

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Foto: Prinz Barbara Fotografin mit Herz

Es war ein sehr persönlicher, ja fast familiärer Nachmittag, den wir in diesen zauberhaften Mauern verbringen durften.

Mauern, die beinah das Schicksal vieler anderer Schlösser erlitten hätten. Um ein Haar wäre aus dem einstigen Schloss eine Ruine geworden.

Totzenbach ist aber der Beweis dafür, dass es manchmal auch den umgekehrten Weg gibt. Denn gelegentlich, man möchte fast meinen, mit ein wenig Magie, Liebe zum Detail und natürlich auch viel Geduld werden auch aus Ruinen wieder Schlösser!

Wie bei all diesen Objekten hat auch „mein Märchenschloss“ eine wechselhafte Geschichte hinter sich:

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Foto: @Kirchstetten.at

Es gab zwei Familien, die sich nach Totzenbach nannten. Die ältere mit dem Personennamen Winther trat im Gefolge der Ollersbacher und Hagenauer auf.

1147 wird eine neue Familie, die sich auch nach dem Ort nannte urkundlich erwähnt. Sie kam aus Gleiss bei Waidhofen/Ybbs.

In Ulrich von Liechtensteins Werk „Frauendienst“ verwendet Otto V von Lengenbach immer wieder den turniererfahrenen Ritter Gottfried von Totzenbach als Boten. Er war erster Turniergegner der Frau Venus in Korneuburg und ebenfalls Minnesänger.

Hans von Totzenbach (1335 – 1385) ließ die Pfarre Totzenbach errichten und dotierte sie reichlich. Nach dem Tod des letzten Totzenbachers 1394 fiel die Herrschaft an die Polheimer, danach wechselten die Eigentümer recht häufig.

Um 1513 fiel die Burg an David von Trauttmansdorff. Ein Name dem wir immer wieder begegnen. So war zum Beispiel Schloss Trauttmansdorff in Meran im Besitz derselben Familie.

Die Trauttmansdorffer waren ein hochadeligens, österreichisches und böhmisches Adelsgeschlechts, das dem steiermärkischen Uradel entstammte.

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Wappen der Familie Trauttmansdorff Foto: @Wikimedia/Commons

In der Zeit der Türkeneinfälle diente die Burg Totzenbach als Zufluchtsort für die Bevölkerung, blieb aber sowohl 1529 als auch 1683 von Angriffen verschont.

1588/89 ließ Job Hartmann von Trauttmansdorff rund um die alte Burg ein Renaissanceschloss errichten. Er spielte in den Türkenkriegen eine militärische Rolle, fiel jedoch 1596 beim Sturm auf die Veste Hatvan in Ungarn.  

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Foto: @Totzenbach.at

Wie einem Vischer-Stich zu entnehmen ist, war Totzenbach damals ein stattliches Schloss. Es wurde jedoch von den Trauttmansdorffern kaum bewohnt. Die Rechte und Pflichten der Herrschaft wurden von Verwaltern wahrgenommen.

Der bekannteste Schlossherr von Totzenbach war Maximilian Graf von Trauttmansdorff. Er war Ritter des Goldenen Vlieses, Kaiserlicher Geheimer Rat, Kämmerer und Obersthofmeister des Kaisers

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Maximillian von Trauttmansdorff Foto: @Wikimedia/Commons

Er setzte als Diplomat 1619 die Krönung Ferdinands II zum Deutschen Kaiser durch.

1623 bekam er für seine Verdienste die Grafenwürde verliehen.

1639 kaufte Trauttmansdorf, der zuvor bereits seit 1627 einen kleineren Wohnsitz an den Tuchlauben hatte, das heute Palais Trauttmansdorf genannte Anwesen in der Wiener Herrengasse, nahe dem kaiserlichen Hof, das bis 1940 im Familienbesitz war. 

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Palais Trauttmansdorff, Wien Foto: @Erich Schmid

Er war einer der ersten, der das Doppelspiel Wallensteins durchschaute, leitete im kaiserlichen Auftrag die Untersuchungen gegen den Generalissimus und war maßgeblich am Zustandekommen des Westfälischen Friedens beteiligt, der 1648 den Dreißigjährigen Krieg beendete.

Eine Büste des Grafen ist in der von König Ludwig I. von Bayern errichteten Walhalla aufgestellt. Er hat den Wittelsbachern zur Kurfürstenwürde verholfen.

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Walhalla Foto: @Michael Zirbes

Wie einflussreich die Familie Trauttmansdorff einst war, zeigen die zahlreichen Besitztümer.

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Palais Trauttmansdorff, Graz – Foto: @Andi Oisn

Schloss Trauttmansdorff in Meran, sowie Schloss Trautenfels um nur einige zu nennen. 

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Schloss Trauttenfels/Steirmark Foto: @Wikimedia/Commons

1822 ging das Schloss an die Fürsten Liechtenstein auf Neulengbach über. Aber auch diese hatten kaum eine Verwendung für den Bau.

Johann Joseph Fürst von Liechtenstein, Herzog von Troppau und Jägerndorf war ein österreichischer Feldmarschall und 10. Fürst von und zu Liechtenstein.

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Johann Joseph Fürst von Liechtenstein, Herzog von Troppau und Jägerndorf Foto: @Wikimedia/Commons

Johann, der durch den Tod seines älteren Bruder zum Fürst von Liechtenstein wurde, nahm dennoch an der Dreikaiserschlacht bei Austerlitz mit der österreichischen Kavallerie teil. Als Gesandter des Kaisers handelte er erst einen Waffenstillstand und später den Frieden zu Pressburg aus.

1806 wurde er von Kaiser Franz I. zum Kommandeur der Stadt und Festung Wien ernannt.

1809 kämpfte er gegen Napoleon bei Aspern und Znaim und handelte erneut den Waffenstillstand aus.

Nach dem Rücktritt von Erzherzog Karl übernahm Fürst Liechtenstein den Oberbefehl über die k&k Armee und schloss am 14. Oktober 1809 den Schönbrunner Frieden zwischen Napoleon Bonaparte und Kaiser Franz I..

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Nach der Niederlage von Austerlitz baten Franz I. (links) und Johann von Liechtenstein (Mitte) Napoleon um Waffenstilland und Frieden – Foto: @Wikimedia/Commons

Insgesamt hatte Österreich rund 100.000 km² mit etwa 3.500.000 Einwohnern abzutreten. 85 Millionen Francs Kriegskontribution waren an Frankreich zu zahlen. Das Land musste sich der anti-britischen Kontinentalsperre anschließen und sein Heer auf 150.000 Mann reduzieren. Die Festung auf dem Grazer Schloßberg, die Hackher zu Hart verteidigt hatte, war zu schleifen. Einzig der heute noch bestehende Uhrturm wurde von der Bevölkerung freigekauft und ist heute das Wahrzeichen der steirischen Landeshauptstadt.

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Grazer Uhrturm am Schlossberg – Foto: @Wikimedia/Commons

 

Aber auch nach diesem Gebietsverlust war Österreich mit rund 600.000 km² und über 24 Millionen Einwohnern eine Großmacht.

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Marie Louise von Österreich
(Porträt von François Gérard) Foto: @Wikimedia/Commons

 

Folgen des mit dem Friedensschluss verbundenen außenpolitischen Kurswechsels durch Metternich waren die Ehe Napoléons mit der österreichischen Kaisertochter Marie Louise und ein Militärbündnis, das Österreich dazu zwang, am Russlandfeldzug 1812 teilzunehmen. 

 

Ab 12. September 1809 wurde Johann Joseph Fürst von Liechtenstein, Herzog von Troppau und Jägerndorf zum Feldmarschall, verließ aber im selben Jahr die k&k Armee um sich seinem eigenem Land zu widmen.

 

Schloss Totzenbach indes lag im Dornröschenschlaf und der Verfall nahm seinen Lauf.

Es diente bald nur mehr dem Förster und dem Dorfschulmeister als Wohnung und verfiel immer weiter.

1857 war der Osttrakt bereits so desolat, dass er abgerissen werden musste. Die Steine wurden zum Teil für den Bau des Bahnhofes Kirchstetten verwendet. Nach der Errichtung einer neuen Dorfschule erfolgte 1894/95 auch der Abbruch des Südtraktes, der bis dahin als Schule diente.

Über die folgende Zeit bis 1970 konnte ich auch nach langem suchen keine Besitzer finden.

1971 kaufte die Gemeinde Totzenbach die nunmehrige Schlossruine und verkaufte sie drei Jahre später an den Antiquitätenhändler Josef Figl. Der Zustand der Gebäude war damals so desolat, dass die Gemeinde bereits die Sprengung der Ruine erwogen hatte.

Herr Figl ließ den Burggraben ausbaggern und baute in vierjähriger Arbeit das Schloss wieder auf.

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 Foto: Prinz Barbara Fotografin mit Herz

2002 kaufte die Familie Ruschitzka die Anlage.

Seit 2003 gehört Totzenbach der Familie Berger. Das Schloss ist seither wieder dauerhaft bewohnt und der Festsaal kann für private Veranstaltungen gemietet werden.

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Foto: Prinz Barbara Fotografin mit Herz

Das „heutige“ Schloss Totzenbach ist vollständig von einem Wassergraben umgeben und somit eines der wenigen, noch wirklichen Wasserschlössern von Österreich.

Über eine Holzbrücke mit Steinsäulen gelangt man zu einem breitgelagerten Torturm, der mit einem steilen Walmdach gedeckt ist und durch ein eisernes Fallgitter verschlossen werden kann.

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Foto: Prinz Barbara Fotografin mit Herz

Der große Innenhof wird von einer relativ niedrigen Wehrmauer umfasst. Sie ist durch einen, in das Wasser vorspringenden Rundturm mit Kegeldach verstärkt.

Inmitten des Hofes, den heute ein Springbrunnen ziert, stand die mittelalterliche Burg, die irgendwann nach 1672 abgerissen wurde.

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Foto: Prinz Barbara Fotografin mit Herz

In trockenen Sommern zeichnen sich immer noch die Grundmauern in der Rasendecke des Schlosshofes deutlich ab. Da nur mehr der Nord- und der Westtrakt erhalten sind, wirkt der Hof besonders geräumig.

Der schlichte Nordtrakt ist der jüngste Teil des Schlosses. Er ersetzte vor 1836 den Hauptturm und zwei Wohntrakte.

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Foto: Prinz Barbara Fotografin mit Herz

Nach einem Spaziergang um den Schlossteich, dem Besuch der römischen Ruine und des wundervollen Rosenpavillion

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Foto: Prinz Barbara Fotografin mit Herz

machten wir eine kurze Rast auf der Terrasse, um noch ein wenig die untergehende Sonne zu genießen bevor wir die Räume des Schlosses betraten.

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Foto: Prinz Barbara Fotografin mit Herz

Herr Berger führte uns durch einen schmalen hölzernen Übergang in den Rittersaal, der heute oftmals für Veranstaltungen genutzt wird.

Auf halben Weg allerdings, fiel uns fast sprichwörtlich das Herz in Hose: Ein Gaudium vergangener Zeiten war es, die Damen zu erschrecken. Genau auf der Hälfte des Ganges ertönte, mechanisch durch einen Seilzug ausgelöst, das ohrenbetäubende Läuten einer Sturmglocke.

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Foto: Prinz Barbara Fotografin mit Herz

Ein Spaß, der in Totzenbach auch heute noch der Belustigung des Burgherren dient.

Nach dem wir uns wieder gefasst hatten, betraten wir den großen Saal. Vollständig mit Holz vertäfelt dient der Raum heutzutage unter anderem als Standesamt.

Foto: Prinz Barbara Fotografin mit Herz

Foto: Prinz Barbara Fotografin mit Herz

Alle unter Euch, die auf der Suche nach einer romantischen Location zum Heiraten sind, liegen in Totzenbach genau richtig. Aber Achtung, das kleine aber sehr feine Schlösschen vergibt jedes Jahr nur wenige Termine, also solltet ihr Euch rechtzeitig darum kümmern, um Euer persönliches Märchen wahr werden zu lassen.

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Foto: Prinz Barbara Fotografin mit Herz

Es war inzwischen längst dunkel geworden und aus dem geplanten, kurzen Besuch war inzwischen beinah doch ein ganzer Tag geworden, als uns Herr Berger auch noch in die privaten Räume des Schlosses führte.

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Foto: Prinz Barbara Fotografin mit Herz

Er öffnete uns den Salon, der zum Lesen und schreiben einlud, das Speisezimmer und schließlich noch die einstigen Räume der Kinder.

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Foto: Prinz Barbara Fotografin mit Herz

Wir waren wohl alle so gefangen von unserem Ausflug in die Vergangenheit, dass selbst der Herr Magister davon infiziert wurde. Er tauschte Bilder gegen Spiegel, verrückte Stühle und öffnete Fensterbalken, nur um „die Kaiserin“ in seinen Mauern glücklich zu machen.

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Foto: Prinz Barbara Fotografin mit Herz

Ich bin mir ganz sicher, wäre sie auf einer Ihrer unzähligen Reisen hier vorbei gekommen, es hätte Ihr gefallen.

So ungezwungen und frei erinnert es ein wenig an Possenhofen, vielleicht liegt es aber auch an den schützenden Mauern und dem Wassergraben, die das Schloss vollständig umgeben, die diesen ganz besonderen Zauber ausmachten.

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Foto: Prinz Barbara Fotografin mit Herz

Ich möchte mich noch einmal ganz herzlich für diesen Ausflug ins Märchenland bei allen die ihn ermöglicht haben bedanken!

Ein Ausflug, der uns wohl allen für immer in liebevoller Erinnerung bleiben wird und nun mit all den Bildern von unserer Babsi wieder auflebt.

Persönlich freue ich mich ganz besonders über die Einladung von Herrn Mag. Berger jederzeit wieder kommen zu dürfen!

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Foto: Prinz Barbara Fotografin mit Herz

Eine Einladung, die wir ganz bestimmt wahrnehmen werden.

Da das Schloss öffentlich nicht zugänglich ist, bitte ich Euch dies zu respektieren und den Besitz nicht ungefragt zu betreten!

Ich persönlich freue mich heute schon auf den Tag, an dem es für mich wieder heißen wird: „Es war einmal in einem kleinem, romantischen Schloss am See….“

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Foto: Prinz Barbara Fotografin mit Herz


Ich möchte mich hiermit noch einmal recht herzlich bei Herrn Mag. Berger für diesen wirklich zauberhaften Nachmittag bedanken!!!

Mein besonderer Dank gilt natürlich wie immer meinem Mariechen, die diesen Ausflug ins Märchenland als Überraschung für mich geplant hat.

Danke an Maria José für ihre unermüdliche Ausdauer, wenn es darum geht, mich an-aus-und-umzuziehen… :-).

Und nochmals ein besonders herzliches Danke an unsere Babsi, die ihren Urlaub umplante, um uns zu begleiten!

*Sisi*


Rechtliche Hinweise:
Textrechte: Sisi
Bildrechte: totzenbach.at, kirchstetten.at, burgenundschloesser.at, Wikimedia/Commons, Andi Oisn, Michael Zirbes, Erich Schmid, Prinz Barbara
Es konnten keine weiteren Urheberrechte zu den Bildern festgestellt werden. Sollten wir gegen ein Urheberrecht verstoßen haben, bitten wir um Kontaktaufnahme: sternenkaiserin[at]gmx.at

 

 

Was ein Fächer alles verspricht…

Das ein Fächer weit mehr kann als einer Dame an schwülen Sommertagen etwas Kühlung zu verschaffen, werde ich Euch hiermit versuchen näher zu bringen.

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Foto: @feitzi

Denn die sagenumwobene Fächersprache ist wohl die zauberhafteste Möglichkeit zu flirten. Mit ihr kann jedes Gefühl verstärkt ausgedrückt oder auch nur angedeutet werden.

Ein Fächer gehörte, sowie Hut und Schirm, zur Grundausstattung jeder anständigen Dame des 19. Jahrhunderts.

In Paris und London gab es eigene Fächerakademien, um den jungen Damen diese besondere Art der Konversation zu lernen.

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Fächermuseum London, Foto: @sternenkaiserin.com

Der Sinn dieser so einzigartigen Sprache war, wie könnte es anders sein, die Liebe!

Es war eine unauffällige, aber auch elegante Art, dem Herren der Wahl, Dinge mitzuteilen die nicht für fremde Ohren gedacht waren.


 

Ein paar dieser „eindeutigen“ Gesten werde ich Euch nun vorstellen und wer weiß, vielleicht könnt ihr ja die eine oder andere am nächsten Ball anwenden.

Vorausgesetzt natürlich, der Herr versteht diese Zeichen!

Hält man den Fächer mit der linken Hand vor das Gesicht bedeutet das: Ich sehne mich nach Gesellschaft

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Foto: Prinz Barbara Fotografie mit Herz


 

Hält man ihn mit der rechten Hand vors Gesicht bedeutet es: Folgen Sie mir!

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Foto: Charlotte Schwarz|Fotogräfin 2017


 

Zieht man ihn leicht über die Stirn: Wir werden beobachtet!

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Foto: Charlotte Schwarz|Fotogräfin 2017


 

Streicht man sich mit dem Fächer über die Wange: Ich liebe Sie!

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Foto: Charlotte Schwarz|Fotogräfin 2017


 

Den geschlossenen Fächer durch die Hand ziehen: Ich hasse Sie!

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Foto: Prinz Barbara Fotografie mit Herz


 

Streift man damit leicht über die Augen: Es tut mir Leid! Verzeihen Sie mir!

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Foto: Prinz Barbara Fotografie mit Herz


 

Tippt man mit dem geschlossenen Ende an die Lippen: Küssen Sie mich!

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Foto: Charlotte Schwarz|Fotogräfin 2017


 

Der Fantasie waren scheinbar keine Grenzen gesetzt, so gab es angeblich noch einige weitere Zeichen. 

  • Mit der rechten Hand flattern lassen: Ich liebe einen anderen!
  • Langsam fächeln: Ich bin verheiratet.
  • Schnell fächeln: Ich bin verlobt.
  • Zeigt man den Fächer geschlossen: Lieben Sie mich?
  • Tippt man mit den Fingern an eine bestimmte Anzahl der Stäbchen so ist das eine Zeitangabe für die Verabredung.

 

Man kann sich vorstellen, dass sich aus dieser Art der Konversation oftmals auch interessante Missverständnisse ergaben, dennoch war es eine gängige Methode, geheime Liebschaften zu koordinieren.

Wobei meine Vermutung eher in die Richtung geht, dass man sich ganz eigene, geheime Zeichen vereinbarte, denn welchen Sinn hätte eine Geheimsprache, wenn alle anderen Gäste bei Tisch oder auf einem Ball diese nonverbale Konversation ebenso deuten konnten?

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Foto: Charlotte Schwarz|Fotogräfin 2017

Der Fächer diente mit Sicherheit als eine Art Spielzeug, ein Hilfsmittel der Koketterie, denn welcher Gentleman würde sich nicht bücken, um der Dame den „zufällig“ fallen gelassen Fächer wieder aufzuheben, um so einen Blick in die Augen der Angebeteten zu erhaschen oder gar ihre Hand für einen Moment zu berühren?

Mit Sicherheit aber war der Fächer ein beliebtes Mittel, ungeliebten Blicken zu entgehen!

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Foto: Charlotte Schwarz|Fotogräfin 2017

So trug etwa Kaiserin Elisabeth in späteren Jahren stets Schirm und Fächer bei sich, um den immer mehr werdenden Paparazzis zu entkommen oder sich vor den, wie sie es nannte „Gaffern“ zu schützen.

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Foto: Charlotte Schwarz|Fotogräfin 2017

 

Sieht man sich ein wenig die Geschichte des Fächers an, so findet man bereits Wandmalereien der alten Ägypter, an denen sie sich von Sklaven kühlende Luft zu wedeln ließen.

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Bild aus „die Kunst Ägyptens/Walter Wolf“ -Aufn. EME 150

Die ersten Handfächer findet man in Europa auf Gemälden des 16. Jahrhunderts.

Der Fächer galt als Statussymbol der Damenwelt. Daher wurden sie aufwendig bemalt und die Stäbe kunstvoll geschnitzt oder sogar vergoldet.

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Fächermuseum London, Foto @sternenkaiserin.com

In vielen Museen kann man heute noch diese Kunstwerke bewundern und die vielen Arten bestaunen. In London gibt es das weltweit einzige Fächermuseum, dass sich ausschließlich diesem Kleinod der Weiblichkeit widmet. 

https://www.thefanmuseum.org.uk/

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Fächermuseum London, Foto @sternenkaiserin.com

Fächer wurden aus den unterschiedlichsten Materialien gefertigt. Die Stäben waren aus Holz, Elfenbein, Schildpatt oder Horn. Das sogenannte „Blatt“ war mitunter aus Schwanenhaut, oder Pergament, später auch aus bemalter Seide oder Spitze.

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Fächermuseum London, Foto @sternenkaiserin.com

Die Feinheit eines solchen Fächers war Zeichen der Weiblichkeit, ein Sinnbild für Eleganz und Grazie.

Das der Fächer allerdings nicht nur der holden Weiblichkeit zuzuordenen war, zeigt der „eiserne Fächer“ der Samurai, der als versteckte Waffe diente. James Bond lässt grüßen 😉

Heute hat der Fächer in Europa weitgehend seine Bedeutung verloren, und wird hauptsächlich nur noch aus Asien für Dekorationszwecke oder für Kostüme verschiedenster Art importiert. Eine europäische Ausnahme stellt Spanien dar, wo man sie heute noch als Souvenir bzw für die Flamencotänzer herstellt.

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Flamencotänzerin; Foto: @Christian Henking

In Asien allerdings gehören Fächer nach wie vor zum alltäglichen Erscheinungsbild und werden dort von beiden Geschlechtern verwendet. 

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Fächermacher mit Beistellmöbeln und Truhen, Korean Folk Village, Suwon @Foto:Roman & Daniela Jost

Zum Schluss möchte ich Euch noch einen kleinen Tipp mitgeben: Für alle die im Sommer in überhitzen Theaterräumen sitzen, oder am Heimweg in Bus und Straßenbahn schwitzen, ein Fächer findet in jeder Handtasche Platz, und ihr werdet wirklich überrascht sein wie angenehm es ist einen solchen zu verwenden.

*Sisi*

 


Rechtliche Hinweise:
Textrecht: Sisi, Fächermuseum London
Bildrechte: Charlotte Schwarz; Feitzi; sternenkaiserin.com; Prinz Barbara; Roman & Daniela Jost; Christian Henking, Walter Wolf
Es konnten keine weiteren Urheberrechte zu den Bildern festgestellt werden. Sollten wir gegen ein Urheberrecht verstoßen haben, bitten wir um Kontaktaufnahme: sternenkaiserin[at]gmx.at