Tag-Archiv | Kaiser

Schloss Artstetten – oder der Besuch der Tante…

[bezahlte Partnerschaft]

Im Zuge des Projekts Denkmäler Leben führte uns unsere Reise in eines der vielleicht schönsten Schlösser an der Donau. Schloss Artstetten ist ein Schloss in der Marktgemeinde Artstetten-Pöbring im Bezirk Melk in Niederösterreich und befindet sich immer noch im Besitz der Familie Hohenberg. Der Name Hohenberg ist vermutlich den meisten von Euch ein Begriff, da er untrennbar mit der österreichischen Geschichte verbunden ist, mehr dazu aber später.

67556680_2244004569243351_9029215244215386112_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Schloss Artstetten war eines der ersten Schlösser, die ich gemeinsam mit Mariechen und unserer damaligen Fotografin besucht hatte, somit war dieser Besuch im Juni bereits das zweite Mal dass wir zu Gast bei der reizenden Gräfin Alix waren.

18893416_1740570305958790_3479276824322422782_n.jpg

Foto: Charlotte Schwarz|Fotogräfin

Heute noch erinnern wir uns mit Freude an ihre Worte, als wir uns zum ersten Mal begegneten:

 „Es ist, als wenn die Tante zu Besuch wäre…“

Ein Kompliment, das schöner nicht hätte sein können.

Etwas ganz Besonderes war mit Sicherheit die Bitte der Gräfin, die Gruft zu besuchen, da Franz Ferdinand die Tante so sehr gemocht hatte.

67578370_2244004425910032_2510145910470606848_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Mitte des 13. Jahrhunderts wurde der Name Artstetten erstmals urkundlich erwähnt. Aus der mittelalterlichen Feste wurde im Laufe der Jahrhunderte ein Schloss, das unzählige verschiedene Besitzer hatte, bis es 1823 Kaiser Franz I. erwarb und es dadurch zu Habsburger Besitz wurde.

Kaiser Franz I. wurde auch „Der Blumenkaiser“ genannt. Schloss Artstetten war nur eines unter vielen in der Region, die er besaß. Im Umkreis von zwanzig Kilometern gehörten ihm vierzehn weitere Schlösser wie z.B. Persenbeug, Leiben, Pöggstall und Luberegg.

Francis_II,_Holy_Roman_Emperor_by_Friedrich_von_Amerling_003.jpg

Franz I. mit den Insignien des Kaisertums Österreich, (Friedrich Amerling 1832) Foto wikimedia/commons

Schloss Artstetten wurde ursprünglich als Witwensitz für die Kaiserin Karolina Augusta, die vierte Frau von Kaiser Franz I. und Halbschwester von Erzherzogin Sophie, der Schwiegermutter von Kaiserin Elisabeth, vorgesehen.

Karoline_Auguste_von_Bayern.jpg

Karoline Charlotte Auguste von Bayern, Foto: wikimedia/commons

Dreißig Jahre später ging das Schloss in den Besitz seines Sohnes, Erzherzog Franz Carl, dem Vater von Kaiser Franz Josef und Erzherzog Carl Ludwig über.

800px-Franz_Karl_Erzherzog_Litho.jpg

Franz Karl von Österreich, Lithographie von Josef Kriehuber, 1850 Foto:wikimedia/commons

Erzherzog Carl Ludwig, Vater von Erzherzog Franz Ferdinand, erbte das Schloss im Jahr 1861. Er gestaltete das Haus innen wie außen großzügig um.

20228516_1804510606231426_4695535923277430658_n.jpg

Foto: Charlotte Schwarz|Fotogräfin

Er ließ u.a. jenes Badezimmer installieren, das heute im Museum zu sehen ist. Auch der Pool oberhalb des Schlosses wurde von Carl Ludwig errichtet.

67465816_2244001209243687_889441118016503808_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

1889 übergab Erzherzog Carl Ludwig das Schloss Artstetten seinem ältesten Sohn, Erzherzog Franz Ferdinand von Österreich-Este, der es nach seinen Vorstellungen weiter umbauen ließ.

HGM_Wilhelm_Vita_Porträt_Franz_Ferdinand.jpg

Franz Ferdinand als Kaiser von Österreich, Porträt von Wilhelm Vita (HGM) Foto:wikimedia/commons

Seit 1913 präsentiert sich Schloss Artstetten so wie wir es heute kennen:

als architektonisch reizvolle, von sieben charakteristischen Türmen flankierte Anlage.

67556680_2244004569243351_9029215244215386112_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Erzherzog Franz Ferdinand ließ das Schloss weiter modernisieren. Es wurden nicht nur elektrische Leitungen und ein Lift eingebaut, sondern auch der „englische Landschaftsgarten“ wurde von ihm angelegt.

67802292_2244001785910296_2873983443497123840_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Um Teile seiner umfangreichen Sammlungen auch in Artstetten unterbringen zu können, ließ er den so genannten  „Neubau“ errichten, in dem sich heute große Teile des Museums befinden.

Wer mehr über das tragische Schicksal von Erzherzog Franz Ferdinand und seiner geliebten Sophie erfahren möchte, kann das hier:

Erzherzog Franz Ferdinand von Österreich-Este und Herzogin Sophie von Hohenberg

Die Schloss- und Pfarrkirche „St. Jakobus der Ältere“ an der Ostseite des Schlosses  ist durch eine Treppe mit dem tiefer liegenden Markt Artstetten-Pöbring verbunden. Die ehemals gotische Kirche wurde 1691–1698 zu einem barocken Saalbau erweitert und bis zum Schloss verlängert.

Erzherzog Franz Ferdinand gestaltete die Pfarrkirche im Stil des Historismus um.

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Da seine Frau Sophie, Herzogin von Hohenberg, wegen ihrer aus der Sicht des Kaisers nicht standesgemäßen Herkunft nicht in der Kapuzinergruft bestattet werden durfte, errichtete er eine eigene Gruft unter der Schloss- und Pfarrkirche. Auch Franz Ferdinand verzichtete auf eine Beisetzung in Wien und wurde seinem Wunsch gemäß ebenfalls in der Gruft in Artstetten beigesetzt. Auf dem gemeinsamen Sockel sind die Worte „Verbunden durch das Band der Ehe, vereint durch das gleiche Geschick“ eingraviert und zeugen heute noch von der großen Liebe, die das Paar verband.

67966542_2244004219243386_8677979810955264000_n.jpg

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Nach dem Attentat vom 28. Juni 1914 erbte der älteste, damals erst zwölfjährige Sohn des Thronfolgers, Maximilian, Schloss Artstetten.

Franz_Ferdinand_with_his_family.jpg

Franz Ferdinand mit seiner Familie Foto: Hoffotograf 

Nach dem Anschluss von 1938 wurden Maximilian und sein Bruder Ernst (beide erklärte und bekannte Gegner des NS-Regimes) ins Konzentrationslager Dachau deportiert und Artstetten enteignet.

Nach Ende des 2. Weltkrieges (1945) wählten die Bewohner Artstettens mit Zustimmung der sowjetischen Besatzungsmacht Herzog Maximilian für zweimal fünf Jahre zum Bürgermeister des Ortes.

csm_Herzog_Maximilian_ea5712ecc0

Herzog Maximilian Foto: schloss-artstetten.at

Erst 1949 erfolgte die Rückgabe des Schlosses durch die Republik Österreich.

Nachdem Herzog Maximilian 1962 starb, wurde er in der Familiengruft beigesetzt, in der bereits sein Bruder Ernst seit 1954 ruhte.

1962 trat Herzog Franz, als ältester Sohn Herzog Maximilians, das Erbe Schloss Artstetten an.

Bereits 1977 nach dem frühen Tod von Herzog Franz überschrieb seine Frau, Herzogin Elisabeth von Hohenberg, Prinzessin von Luxemburg, ihrer ältesten Tochter, Anita Hohenberg, Schloss und Gut Artstetten.

csm_Anita_Hohenberg_30df679014.png

Anita Hohenberg Foto: schloss.artstetten.at

1980 kehrte Anita Hohenberg mit ihrer Familie nach Artstetten zurück und begann mit der Errichtung des Erzherzog Franz Ferdinand Museums, das 1982 eröffnet wurde.

Um das aus Schloss, Forst- und Landwirtschaft bestehende „Ensemble Artstetten“ als Ganzes zu erhalten wurde 2003 die Anita Hohenberg-Stiftung gegründet.

Als fünfte Generation nach Erzherzog Franz Ferdinand übernahm im Dezember 2015 ihre Tochter Alix de La Poëze d’Harambure-Fraye die Leitung des Familienunternehmens Schloss Artstetten. Das Schloss wird ganzjährig von der Familie bewohnt.

68384382_2244005669243241_2056613547449778176_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Bei unserem ersten Besuch damals trug ich ein hellblaues Kleid, das ebenso aus der Sissi Trilogie hätten stammen können.

Für den Besuch der wunderschönen Kirche wählten wir bereits beim ersten Besuch ein Tageskleid.

20258036_1804510536231433_8028325353410839885_n.jpg

Foto: Charlotte Schwarz|Fotogräfin

Als wir dieses Mal nach Artstetten zurück kehrten fiel unsere Wahl auf ein ganz besonderes Kleid. Wer kennt nicht die Szene, in der Romy Schneider in Bad Aussee Narzissen pflückt und ihrem Franzl dann in die Arme sinkt?

Ein Kleid mit weißer Lochstickerei und einem bestickten Gürtel, sommerlicher hätte es kaum sein können.

67729533_2244002612576880_7140817436692971520_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Das Wetter passte perfekt zum Kleid und so hatten wir an diesem Frühsommertag bereits mehr als 30 Grad.

67459401_2244003155910159_5439331670975053824_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Wie schön beim ersten Besuch wurden wir auch dieses Mal überaus herzlich empfangen.

67466591_2244003275910147_2550191519818579968_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Nachdem wir mit dem ausgedehnten Garten und seiner einzigartigen Pfingstrosensammlung fertig waren, dachte ich schon beinahe ich wäre erlöst und dürfte aus dem „Geschirr“, wie die Kaiserin selbst ihre Kleider immer nannte.

Allerdings hatte ich die Rechnung ohne mein Mariechen gemacht. Nachdem sie im Garten zuvor einen blühenden Jasminstrauch entdeckt hatte, schwante mir bereits schreckliches.

67620906_2244003232576818_5147508601924878336_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

So wunderte es mich dann auch nicht wirklich als sie mit Hundeblick fragte: „Sisiiiiiii…. Hast du den Jasmin gesehen? Du hast doch das schwarze Kleid auch mit???“

Natürlich wusste sie, dass ich dieses Kleid mit hatte. Natürlich wusste sie auch, dass ich ihr niemals einen Wunsch abschlagen würde.

Also ließ ich mich noch enger schnüren um mir dann das hochgeschlossene Trauerkleid anzuziehen und mit ihr gemeinsam die Familiengruft zu besuchen um den Verstorbenen die letzte Ehre zu erweisen.

67393795_2244004135910061_8962196398434942976_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

In einem solchen Kleid an einem so persönlichen Ort sein zu dürfen, ist für mich jedes Mal wieder sehr ergreifend.

67403973_2244003929243415_4082929042678874112_n.jpg

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Ich bedanke mich bei Gräfin Alix de La Poëze d’Harambure-Fraye für die Einladung und freue mich jetzt schon auf das Sommerfest in Schloss Artstetten, an dem ich nächstes Jahr ebenfalls teilnehmen darf. Ich hoffe natürlich ihr kommt uns zahlreich besuchen. 

Wer das Schloss samt Museum besuchen möchte, kann das von 1. April bis 1. November tun. 

Die genauen Öffnungszeiten findet ihr auf:

https://www.schloss-artstetten.at/besucher/oeffnungszeiten/

Einen kleinen Einblick in das Museum bekommt ihr hier:

Ihr solltet auf jeden Fall einen ganzen Tag einrechnen, um die Schönheiten von Schloss und Garten ausreichend genießen zu können.

67625377_2244004315910043_4223222345516449792_n.jpg

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Vielen Dank für die Einladung an
Schloss Artstetten & Waldviertel Tourismus
Mit der bezahlten Kooperation mit Waldviertel Tourismus „Mit Unterstützung von Interreg V-A Österreich – Tschechische Republik | Kofinanziert aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung

Sisi


Rechtliche Hinweise:

Bildrechte: Sternenkaiserin,com – marie, wikimedia/commons, schloss-artstetten.at, hoffotograf, Charlotte Schwarz|Fotogräfin

Videos: sternenkaiserin.com – marie

Textrechte: Sisi, Schloss Artstetten

Hotel Adria – Meran

Kennt ihr das Hotel Adria?

47386340_2089647004679109_6986968512694583296_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Nein, es hat nichts mit dem Mittelmeer zu tun, wie man vielleicht auf Grund des Namens meinen könnte, sondern es liegt mitten im Villenviertel von Obermais in Meran.

Ihr wisst nicht wo Obermais ist? Gut ich gebe zu, vor ein paar Jahren wusste ich das auch noch nicht.

72726308_2562431103817172_5401142793169010688_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Als ich damals zum ersten Mal in Meran war, um am Traubenumzug teilzunehmen war ich einigermaßen überrascht, als man mir ausrichten ließ, Herr Florian, der Besitzer vom Hotel Adria, würde sich sehr freuen, wenn „die Kaiserin“ am Sonntag zum Frühstück kommen würde.

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Natürlich konnte ich diese Einladung nicht ausschlagen und betrat Sonntag am Morgen das Foyer dieses ehrwürdigen, alten Hauses. Der Hausherr begrüßte mich charmant mit einem Handkuss und führte mich zum eigens für mich gedeckten Tisch.

Kaffee im Silberkännchen, kleiner Wiener Gugelhupf, Sacherwürfel und viele andere, eigens für dieses Frühstück kreierte Köstlichkeiten erwarteten mich.

47497774_2089646551345821_4048063859674578944_n (1)

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Die Gäste des Hauses staunten nicht schlecht, als ich mitten im Speisesaal Platz nahm und natürlich wurde auch das eine oder andere Foto gemacht.

Video: sternenkaiserin.com – marie

Aber dieser „Sissi Brunch“ sollte nicht alles gewesen sein.  Nach kurzer Zeit trat der Herr Direktor wieder an unseren Tisch um die Ankunft der Musikkapelle Obermais zu melden, die eigens gekommen war, um mir ein Ständchen zu spielen.

Video: sternenkaiserin.com – marie

Nach und nach entpuppte sich unser lieber Herr Direktor als wahrer Sisi-Fan, so gibt es nicht nur eine eigene Vitrine über die Kaiserin im Haus, sondern sogar eine ganze Sissi Suite. Mehr dazu aber später.

72368083_2562431657150450_4144286485908029440_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Erbaut wurde das Hotel Adria als Hotel Austria von einem Kellner aus Thüringen, der eine Tirolerin geheiratet hatte.

Ferdinand Langguth, so hieß der gute Mann, kam 1868 zum ersten Mal nach Meran um hier für 3 Jahre als Kellner zu arbeiten. Danach ging er nach Belgien, Frankreich und England. Erst 1884 sollte er wieder nach Meran zurückkehren und hier heiraten.

Zusammen mit seiner Frau und seiner Schwiegermutter pachtete er einen Gasthof am Brenner und begann nach nur einem Jahr den Bau des Hotels in Obermais.

langguthf

Maria und Franz Ferdinand Langguth, die Erbauer des Hotel Austria, Foto: hotel-adria.com

1885 begann der Bau nach Plänen von Musch & Lun, die zu den führenden Hotelplanern ihrer Zeit zählten. Den Namen Hotel Austria bekam das Haus „Hotel und Pension Langguth“ erst im Laufe der Bauzeit.

72404037_2562431550483794_6734417903044526080_n

Zu Ostern 1886 wurde das Hotel  eröffnet und die Meraner Zeitung schrieb am 29. April:

„Das stattliche Gebäude, in gefälligem Renaissance-Style ausgebaut, enthält im Souterrain Kellerräume, Küche, Speise-, Wirthschaftsräume und die Wohnung für die Bediensteten, im Parterregeschoß einen eleganten Speisesaal, Buffet, Restauration, Lesezimmer und fünf Fremdenzimmer. Im ersten und zweiten Stock über zwanzig Fremdenzimmer, ein Badezimmer und mehrere Dienerzimmer. Gegen Süden sind in sämtlichen Etagen breite Balcons […] Die gesamte innere Ausstattung muß als eine sehr comfortable bezeichnet werden, welche allen Anforderungen an ein modernes Hotel in jeder Beziehung entspricht.“

47576550_2089646028012540_7412979287923359744_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Obermais ist das Villenviertel von Meran, in dem auch Kaiserin Elisabeth zwischen 1870 und 1889 dreimal weilt. 1870/71 im Schloss Trauttmansdorff, 1871/72 im Schloss Rottenstein, 1889 erneut in Schloss Trauttmansdorff. Es folgen weitere Mitglieder des Hochadels und der kaiserlichen Familie, so kauft zB. Carl Ludwig um 1860 das Schloss Rottenstein und Carl Theodor, der Lieblingsbruder der Kaiserin, richtet im heutigen Hotel Bavaria seine Arztpraxis ein.

42580841_2050857875224689_6513119932161458176_n

Wandelhalle Meran mit der Büste von Carl Theodor, Foto: sternenkaiserin.com – marie

Zahlreiche Villen und Schlösser der im 19. Jh. noch eigenständigen Gemeinde gehen bis auf das späte Mittelalter zurück.

Ab 1881 führt eine eigene Eisenbahnlinie nach Meran und weitere Hotels werden in Bahnhofsnähe errichtet. Das Hotel Austria jedoch steht in der Topgegend von Meran und liegt damals inmitten von Weinbergen und Streuobstwiesen.

hotel_adria_historisch

Aufnahme ist von vor 1914, zur Zeit als das Hotel Adria noch 2 Stockwerke hatte. Foto: hotel-adria.com

In der Rolandin-Anlage, dem späteren Elisabeth-Garten, baute der Architekt Karl Möser 1870 eine offene Wandelhalle, in der nun regelmäßig das Kurorchester spielte.

Nicht nur der Adel wohnte in Meran und somit auch im Hotel Austria, sondern auch zahlreiche Künstler wußten das milde Meraner Klima zu schätzen und wurden zu gern gesehenen Gästen. Darunter fand man Namen wie Carl Spitzweg, Béla Bartók, Wassily Kandinsky, Stefan Zweig, Franz Kafka – die Reihe ließe sich lange fortsetzen.

Oskar von Redwitz war einer der Ersten, der Meran zu seinem dauerhaften Wohnsitz machte, weswegen ihm 1894 ein Denkmal im damaligen Elisabeth Park direkt vor dem Hotel Austria gewidmet wurde.

72835368_2562431470483802_1629429606199066624_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Das Austria lief so gut, dass bald ein prächtiges Palais hinzu kam. Die Villa Impériale, 30 Zimmer, die Fürsten von Thurn und Taxis mieteten sie gleich für eine ganze Saison. Man schrieb das Jahr 1900, der Tourismus florierte, es war Belle Époque.

47347088_2089646168012526_8578430822745374720_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Langguth´s Frau starb unerwartet mit 46 Jahren und hinterließ Witwer samt 6 Kinder. Ein paar Jahre später starb auch noch der älteste Sohn im Kindesalter. Mit Hilfe der Schwiegermutter erhöhte Langguth das Austria um eine weitere Etage auf die heutige Größe, er ließ Bäder und einen Aufzug einbauen und versah das gesamte Hotel mit Zentralheizung.

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Kaum ist alles fertig brach der Erste Weltkrieg aus, der Erbauer erlitt einen Schlaganfall und starb nur einige Jahre später. Seine Kinder verkauften den Besitz am Brenner und auch die Villa Imperiale um das Austria zu retten. Es ging zu gleichen Teilen an Maria und Oscar, Langguths Kinder. Da Maria allerdings mit einem Deutschen verheiratet war, verlor sie auf Grund des Friedensvertrags von Versailles und den damit verbundenen Zwangsenteignungen deutscher Staatsbürger auf italienischem Boden ihre Hälfte des Hotels.

Ihr Bruder konnte kein Hotel führen das zur Hälfte dem Staat gehört und verkaufte nur wenig später an Rosa Lardschneider, eine Hotelierin aus Gröden. Sie benannte möglicherweise aus Marketing Gründen das Haus um in Hotel Adria und kaufte 1941 sogar die zweite Hälfte vom italienischen Staat zurück, um von nun an alleinige Besitzerin zu sein.

austriahotel

Ein Prospekt aus der Zwischenkriegszeit, Foto: hotel-adria.com

Ab 1943 diente das Hotel Adria vermutlich als deutsches Lazarett, wobei man darüber keine eindeutigen Aufzeichnungen fand.

Rosa´s einziger Sohn Josef übernahm das Haus und modernisierte weiterhin, er hatte viele Pläne, wollte ein Hallenbad bauen. Allerdings fanden seine Pläne ein jähes Ende. Er starb im Sommer 1971 bei einem Autounfall am Weg nach Kärnten… dort wollte er ein Hallenbad besichtigen….

Seine Witwe führte das Hotel bis 1983 weiter und verkaufte es schließlich an die heutigen Eigentümer, die das Adria wieder zum alten Glanz erwecken.

Dieses Haus ist nicht nur Geschichte, darin wird Geschichte lebendig. Das Team rund um Herrn Florian ist Tag und Nacht bemüht, seinen Gästen jeden Wunsch von den Augen abzulesen.

47573484_2089646318012511_778555679592939520_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Kein Winkel, der nicht liebevoll geschmückt, keine Ecke, die nicht dekoriert ist.

Im Lesezimmer bietet eine umfangreiche Büchersammlung genügend Möglichkeit einiges über Meran und die Umgebung zu erfahren.

47683037_2089646068012536_6752440698215071744_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

An der Bar umsorgt der gute alte Piero seine Gäste. Er ist nicht nur mein erklärter Liebling des Hauses, sondern wird stets von allen Gästen, nicht nur den weiblichen, umschwärmt.

72134524_2562431927150423_5850349711805906944_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Ob im Service oder in der Küche, es gibt keinen Wunsch, der unerfüllt bleibt!

Streifzug durch die Küche – Foto: sternenkaiserin.com – marie

Der kleine, familiäre Rahmen ist es, der dieses Haus zu etwas ganz Besonderem macht.

Zeitlose Eleganz trifft modernen Komfort, ein Satz, der hier zu tausend Prozent zutrifft!

Wenn man aufmerksam durch dieses Haus geht findet man nicht nur eine Dienstmann Kappe oder das gravierte Silber des ehemaligen Hotel Austria, man findet viel mehr als das. Man findet überall die Liebe zum Detail, die sich in jeder noch so winzigen Kleinigkeit widerspiegelt.

Aber genug geschwärmt, ich hab euch ja noch versprochen, die Sissi Suite vorzustellen;

Sissi Suite – Foto: sternenkaiserin.com – marie

In diesem besonders hübschen Zimmer, das über einen wunderschönen Balkon verfügt, findet ihr die Kaiserin nicht nur am Türschild.

Sissi Suite – Foto: sternenkaiserin.com – marie

Aber seht selbst:

Sissi Suite – Foto: sternenkaiserin.com – marie

Für mich ist es inzwischen einer der Höhepunkte des Jahres, wenn ich ins Adria „nach Hause“ komme.

Video: sternenkaiserin.com – marie

Meran mit seinen im Oktober meist schneebedeckten Bergspitzen und den riesengroßen Palmen ist zum Sehnsuchtsort geworden.

47506439_2089646828012460_6782480094620286976_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Ich freue mich jedes Jahr aufs Neue, wenn ich diesem wundervollen Haus wieder einen Besuch abstatten darf und dort die liebgewonnenen, bekannten Gesichter wiedersehe.

Denn nicht nur das Personal ist beständig, auch die Gäste kehren jedes Jahr aufs Neue wieder ein, wenn sich im Herbst das Meraner Laub zu färben beginnt.

Vom Hotel aus seid ihr in wenigen Gehminuten über die Sissi Promenade an der Wandelhalle in der übrigens der Gackel abgebildet ist, bis zur Kaiserin Elisabeth Statue.

42627930_2050857991891344_750207259056799744_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Wenn ihr dann am Abend zurückkommt steht euch noch der einzigartig ausgestattete Spa Bereich des Hotels zur Verfügung.

72285023_2562431280483821_8418455261043228672_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Alles in Allem ist das Adria der perfekte Ort um ein paar Tage auszuspannen und sich zu erholen.

Und wer ein so großes Glück hat wie ich, trifft vielleicht sogar einen Filmstar … Cornelia (Conny) Froboess, bekannt als Mariandl, logierte zufällig wegen Filmaufnahmen gleichzeitig im Hotel Adria und ließ sich gerne mit mir fotografieren. Bussi nochmals an dieser Stelle.

Foto: sternenkaiserin.com – Marie
Foto: IMDb.com

Ich bin davon überzeugt, dass Euch dieses zauberhafte Hotel genauso gut gefallen wird, wie mir und wünsche Euch einen schönen Aufenthalt im Hotel Adria!

Sisi

47504644_2089645728012570_5830446438219251712_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie


Rechtliche Hinweise:
Bildrechte: Sternenkaiserin.com – marie, hotel-adria.com, IMDb.com

Videos: sternenkaiserin.com – marie

Textrechte: Sisi, Hotel Adria

Schloss Trauttmannsdorff – Die schwarze Frau von Meran

Immer wieder werde ich gefragt, wie viele Kleider ich habe und wie es dazu gekommen ist.

Der erste Anlass für ein „bestimmtes“ Kleid war meine Einladung nach Meran in die Gärten von Trauttmansdorff.

Wenn man die Treppen zum Schloss hinauf steigt, wird man von einer Holzstatue im schwarzen Kleid begrüßt, die am Balkon steht.

23722797_1853160161661129_1432317541626639107_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Eben dieses Kleid, das Symbol der „schwarzen Frau von Meran“, wie die Kaiserin ab ihrem letzten Besuch in Meran, kurz nach dem Tod des Kronprinzen genannt wurde, diente mir als Vorlage. Denn eines war klar, wenn ich dort hinfahren würde, musste ich auch auf diesen Balkon!

23621299_1853160324994446_6040144360673895380_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

So begann meine „Leidenschaft“, jeweils das passende Kleid zum passenden Ort zu nähen. Inzwischen sind dadurch an die 60 verschiedene Kleider entstanden. Den genauen Überblick habe ich längst verloren.

Jedes Jahr am dritten Sonntag im Oktober findet in Meran der größte Erntedankumzug von ganz Südtirol statt. An diesem Umzug beteiligt sich auch das Schloss Trauttmansdorff mit drei Wägen.

44936497_2067753066868503_5058072522235314176_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Ein Wagen symbolisiert die Gärten, einer das Schloss Trauttmansdorff und der vermutlich aufsehenerregendste ist der Wagen der Kaiserin.

Geschmückt mit roten Begonien und einem goldenen Baldachin, ist dieser Wagen jedes Jahr derjenige, bei dem die Menge zu winken und zu applaudieren beginnt.

66762644_1574666316003111_6587129021899735040_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Als ich zum ersten Mal diesen Wagen erblickte, schoss mir ein Gedanke durch den Kopf: „Wie soll ich da in diesem Kleid da hinauf kommen ???“. Ich stand im weißen Spitzenkleid vor der Aufgabe, irgendwie auf dieses Gefährt zu kommen, ohne das halb Meran meine Unterwäsche sieht oder gar das Kleid schmutzig wird, oder ich im schlimmsten Falle wieder herunterfalle.

Wer jemals ein Krinolinenkleid trug, kann sich vielleicht vorstellen, wie mir zu Mute war.

Das Problem war schneller gelöst, als ich ahnte, denn ich hatte nicht mit der tatkräftigen Unterstützung der Gärtner gerechnet. Gesagt getan, die Kaiserin wurde kurzerhand auf den Wagen hinauf gehoben und nur wenige Sekunden später saß ich auf meinem „Thron“ und konnte der jubelnden Menge zuwinken.

43952688_2059908427652967_4426805139671613440_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

An dieser Stelle meinen herzlichen Dank an „meinen Haus- und Hofgärtner Werner“ der seither jedes Jahr treu zur Stelle ist, um mich auf und auch wieder vom Wagen zu heben.

Könnt ihr Euch vorstellen, wie es ist, wenn man von geschmückten Pferden durch eine Menge von 250.000 winkenden Menschen gezogen wird?

Ich konnte es nicht! Es ist wirklich ein unvergessliches Erlebnis, und ich muss zugeben, ich bin froh darüber, auf dem Wagen zu sitzen, denn sonst müsste ich vermutlich Romy´s Text in den Mund nehmen und am Ende des Tages meinem Mariechen berichten:

„Die Meraner waren so begeistert, sie haben mir beinahe das Kleid zerfetzt“ 😉

Bis zu 50 verschiedene Gruppen aus Italien, Deutschland und Österreich nehmen jedes Jahr an diesem Umzug, begleitet von unzähligen Trachtenkapellen, teil und lassen so ein Stück Brauchtum wieder aufleben.

Für mich ist es jedes Jahr auf’s Neue eine große Ehre, Teil davon zu sein und das Schloss Trauttmansdorff mit seinen wundervollen Gärten repräsentieren zu dürfen.


Es war Liebe auf den ersten Blick, als ich zum ersten Mal nach Meran kam und sich mir eine malerische Kulisse bot. Palmen, soweit das Auge reicht, umrahmt von einem Bergpanorama, dessen schneebedeckte Gipfel jedes Wandererherz höher schlagen lassen.

47574538_2089536718023471_2694618204692545536_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Ich nutzte den Tag vor dem Umzug, um ein wenig durch die Gärten zu wandeln, denn auch wenn diese erst 2001 eröffnet wurden, der Ausblick von der Terrasse in das Meraner Land ist dennoch derselbe, wie ihn Elisabeth 1870 bei ihrem ersten Besuch erlebte.

Aus diesem ursprünglich privaten Tag im Garten wurde im Laufe der Jahre der „Sissi Tag“ in den Gärten von Trauttmansdorff. Ein Tag, an dem der gesamte Garten sowie das Touriseum ganz im Zeichen der Kaiserin stehen.

Sissi Tag in den Gärten von Trauttmansdorff, Fotos: sternenkaiserin.com – marie 

Wie kam es überhaupt dazu, dass die österreichische Kaiserin in dem damals noch recht unbekannten Südtiroler Dorf logierte?

Zwei von insgesamt vier Kuraufenthalten in Meran verbrachte Kaiserin Elisabeth auf Schloss Trauttmansdorff.

43950824_2059902974320179_6225083740071133184_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Am 16. Oktober 1870  reiste sie mit der neu in Betrieb genommenen Brennerbahn „in strengstem Inkognito“ und mit einem Hofstaat von 102 Personen an und bezog erstmals die eigens für sie prunkvoll eingerichteten und renovierten Räume mit der kleinen, kränkelnden Marie Valerie.

43879682_2059902277653582_5077603246063747072_n

Unter anderem wurde deswegen sogar ein neues Hoftelegrafenamt mit direkter Verbindung nach Wien errichtet.

Ungewöhnlich für eine Kaiserin, bezog die Monarchin nur wenige Räume des Schlosses, die jedoch wegen der grandiosen Aussicht auf das Etschtal und den wertvollen Kachelöfen, Fresken und kunstvoll verzierten Holzdecken zu den schönsten im gesamten Schloss zählten und die ich Euch nun vorstellen möchte:

Das Kaiserzimmer

Als Elisabeth von Österreich im Herbst 1870 für sieben Monate auf Schloss Trauttmansdorff einzog, kam Kaiser Franz Joseph viermal zu Besuch.

23559633_1853160358327776_7704324715999077498_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Er bezog einen hell erleuchteten, getäfelten Raum mit Blick ins Etschtal, der von einem blauweißen Kachelofen und einem großen Schreibtisch dominiert wurde. Auch im Herbst 1889, als die Kaiserin für sechs Wochen in dem Schloss wohnte, kam Franz Joseph einmal zu Besuch und bezog erneut dieses Zimmer. Von der damaligen Einrichtung ist nur der Ofen und das Getäfel erhalten geblieben


Das Grafenzimmer:

Elisabeth von Österreich bezog bei ihren beiden Aufenthalten auf Schloss Trauttmansdorff jeweils vier Räume im zweiten Stock. Das einstige Esszimmer von Joseph Graf Trauttmansdorff mit reich verzierter Holzdecke, einem Kachelofen aus dem 17. Jahrhundert und schönem Blick nach Süden nutzte die Kaiserin als Aufenthaltsraum.

In diesem Zimmer wohnte 1886 für einige Wochen auch Königin Carola von Sachsen. Später diente es Baron Friedrich von Deuster als Repräsentationsraum. Holzdecke und Kachelofen sind noch erhalten, sämtliche Möbelstücke aber gingen nach der Enteignung des Schlosses verloren.

Es ist der älteste erhaltene Raum im Schloss mit einer reich verzierten Holzdecke und mit Fresken aus dem Jahr 1564. Sie zeigen elf Szenen aus dem öffentlichen Wirken Christi und werden Bartlme Dill Riemenschneider zugeschrieben.

Grafenzimmer(1)

Grafenzimmer, Foto: touriseum


Das Freskenzimmer:

Die Fresken gab Franz von Trauttmansdorff in Auftrag, der Sohn von Nikolaus aus der Steiermark. Dieser war um 1520 im Krieg gegen die Venezianer und die Franzosen zu Geld gekommen und hatte sich neben zwei Schlössern bei Trient auch die Burg Neuberg bei Meran zugelegt. Drei Generationen nach Nikolaus, starb dieser Zweig der Trauttmansdorff um 1860 aus, die Burg zerfiel und wurde erst Mitte des 19. Jahrhunderts von Graf Trauttmansdorff wieder aufgebaut. Der Graf nutzt diesen Raum als Schlafzimmer. Beim ersten Aufenthalt von Kaiserin Elisabeth 1870/71 befand sich hier ihr Schlafzimmer, 1889 ihr Toilettezimmer. Die Verzierungen unterhalb der Fresken waren zu Elisabeths Zeiten noch intakt.

fresken.jpg

Freskenzimmer, Foto: touriseum


Das Studiolo:

Dieser Raum mit Fenstern gen Westen und Norden ist über mehrere Stufen zu erreichen und wurde von Joseph Graf Trauttmansdorff um 1850 im Stil eines italienischen Studiolo der Renaissance getäfelt. Hier ging der Graf seiner großen Leidenschaft für die Geschichte nach und verwahrte seine vielen Urkunden, Curiosa und bibliophilen Raritäten.

23722753_1853159551661190_4515656464542503448_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Kaiserin Elisabeth nutzte den Raum 1870 als Toilette- und Ankleidezimmer, 1889 als Schlafzimmer. Baron Friedrich von Deuster, der 1897 Schloss Trauttmansdorff kaufte, folgte dem Sissi-Kult, der nach der Ermordung der Kaiserin aufkam und ließ in der Decke des Studiolo ein großes Wappen der Wittelsbacher und der Habsburger anbringen.


Der Salon:

In diesem Raum an der Nordseite des Schlosses, vorgelagert von einer geräumigen Veranda, hatte Graf Trauttmansdorff seine Sammlungen von Zinngeschirr, Krügen und Venedigerglas untergebracht. Außerdem hingen dort ein Rembrandt, drei Canaletto und antike venezianische Spiegel. Kaiserin Elisabeth nutzte den Raum als Salon und Empfangszimmer.

Während ihres Aufenthalts in Trauttmansdorff lebte die Kaiserin äußerst zurückgezogen, sie liebte ausgiebige Spaziergänge und lange Wanderungen.


Wenn man heute nach Meran kommt, kann man den Spuren der Kaiserin folgen und unter anderem dem „Sissi Weg“ von Trauttmansdorff bis Meran folgen.

Dem Aufenthalt von Kaiserin Elisabeth in Trauttmansdorff und der raschen Genesung ihrer kränkelnden Tochter Marie Valerie ist es zu verdanken, dass das Städtchen Meran als Luftkurort Weltruhm erlangte.

Schloss Trauttmansdorff wurde zu einer begehrten und stets ausgebuchten Unterkunft für Adelige und andere Betuchte.

Erst 18 Jahre nach ihrem ersten Aufenthalt auf Schloss Trauttmansdorff in Meran und ein halbes Jahr nach dem Tod ihres Sohnes Rudolf gab die österreichische Kaiserin 1889 die Anweisung, das Schloss für einen weiteren Aufenthalt anzumieten.

Dass es sie wieder nach Meran zog, lag wohl an den „Erinnerungen an frühere, glücklichere Zeiten“, wie der Kaiser später über die Besuche auf Trauttmansdorff schrieb. Die Kaiserin bewohnte dieselben Räumlichkeiten wie Jahre zuvor, nun aber als tieftraurige, dunkel gekleidete „Schwarze Frau“.

23659371_1853159391661206_9048297409720862995_n

Doch schon nach knapp sechs Wochen musste Sisi wegen eines drohenden Unwetters abreisen.


Der Name Trauttmansdorff ist uns ja bisher bereits in einigen Schlössern begegnet, erinnert Euch nur an die Geschichte meines persönlichen Lieblingsschlosses, denn auch das Wasserschloss Totzenbach war in Besitz dieser Familie 😉

Aber lasst uns nun in der Geschichte zurück reisen, weit vor die Zeit der unglücklichen und so wunderschönen Kaiserin. Wir befinden uns nun im 13. Jahrhundert. Um 1300 entstand auf dem Gelände des heutigen Schlosses die kleine Burg Neuberg, die 1327 erstmals urkundlich erwähnt wurde.

Schloss

Burg Neuberg, Foto: touriseum

Von 1307 bis 1354 war die Burg im Besitz der Angerheim. Diesen folgte die Familie von Suppan mit Jakob Suppan von Taransberg bis 1399, danach die Feigenstein durch die Brüder Hans und Ulrich, die auch die erste Kapelle erbauten, von 1400 bis 1488. Danach ging die Burg an die Zwingenstein bis 1537, dies gemeinsam mit der Familie Rästler, die aber schon 1514 wieder ausschied und ihren Anteil an die Santner vermachte, die bis 1537 in Teilbesitz war.

Die Adelsfamilie Trauttmansdorff kaufte die Burg im Jahr 1543.

Trauttmansdorff-St-Wappen

Stammwappen derer von Trauttmansdorff, Foto: wikimedia/commons

Die Trauttmansdorffer sollen bereits im 12. Jahrhundert auf Burg Trautmannsdorf in Trautmannsdorf an der Leitha sesshaft gewesen sein. Der Name soll sich von einem Trutman herleiten, der um 1100 unter den Babenbergern diente.

Das tatsächliche, gleichnamige Stammhaus des Geschlechts befand sich jedoch im südoststeirischen Trautmannsdorf bei Feldbach.

Stammvater der Familie war Herrand von Trautmansdorf, der urkundlich von 1308 bis 1325 genannt wird und zu Beginn in Diensten der Ministerialen von Wildon war und dann in die der von Wallsee über ging.

Rasch wurden die Trauttmansdorffer  zu einem der bedeutendsten Ministerialengeschlechter in Österreich und bekamen 1598 in Prag den erbländisch-österreichischen Freiherrnstand zuerkannt.

Zweige waren in der Steiermark und in Tirol, in Niederösterreich wurden die Trauttmansdorff 1513 mit dem Erwerb von Totzenbach ansässig. Wer mehr darüber erfahren will, liest meinen Beitrag über das Wasserschloss Totzdenbach:

Hier

1623 erhielten sie die reichsgräfliche Würde (1625 mit böhmischer Bestätigung und ungarischem Indigenat; 1667 böhmischem Inkolat), sowie 1805 die reichsfürstliche und böhmische fürstliche Würde.

Adam_von_Trauttmansdorff.png

Adam Freiherr von Trauttmansdorff, kaiserlicher Hofkriegsrat und Kommandant der Militärgrenze gegen Kroatien, Foto: wikimedia/commons

1861 wurde dem Geschlecht Trauttmansdorff die erbliche Mitgliedschaft des Herrenhauses des österreichischen Reichsrats zuteil.

Maximilian_von_und_zu_Trauttmansdorff_-_Minister

Maximilian Graf von und zu Trauttmansdorff, kaiserlicher Berater und Minister, Foto: wikimedia/commons

Der Sohn des Käufers, Franz, ließ die Burg in großem Stil erweitern. Nachdem diese Linie der Trauttmansdorffer 1678 ausgestorben war, kam der Besitz 1697 an die Edlen von Stachelburg, die diesen bis 1729 besessen haben sollen.

Später kamen die von Mamming und Mohr in gemeinschaftlichen Lehensbesitz. Im 18. Jahrhundert verfiel die Burg zusehends.

1777 stürzte sogar ein Turm ein, der die Burgkapelle zerstörte. 1805 unter bayerischer Herrschaft wurde der Besitz allodialisiert und an Bauern verkauft.

Im Jahr 1846 zog Joseph von Trauttmansdorff, Graf der Steiermark, ins Meraner Land und kaufte 1847 die bereits zerfallene Burg auf, die 150 Jahre zuvor von seinen Verwandten verlassen worden war. Die neugotische Kapelle an der Nordseite des Schlosses wurde um 1850 von Graf Trauttmansdorff gebaut. 

23519186_1853159731661172_4604797736733092547_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Auch Joseph von Trauttmansdorff erweiterte die Burg, viele neogotische Elemente wurden eingeführt. Die seitdem Schloss Trauttmansdorff genannte Burg wurde zum Vorbild für viele neugotische Schlösser in Südtirol. Reichsritter Moritz von Leon, vermutlich ein unehelicher Sohn Josephs, erbte das Schloss 1867 und besaß es bis 1893.

Moritz von Leon, der Gastgeber der Kaiserin, musste schließlich nach und nach all seine Besitztümer verkaufen, darunter auch Schloss Trauttmansdorff.

Nachfolger waren die Gyulay von 1892/1893 bis 1896. Von diesem ging nach Konkurs der Besitz an Friedrich von Deuster aus Kitzingen. Er stockte das Schloss auf, legte Obstwiesen und Gärten an und verlieh dem Schloss einen neuen Glanz. Die Blütezeit des Schlosses wurde durch den Beginn des Ersten Weltkriegs beendet, da Südtirol direkt an der Frontlinie lag.

Deutster.jpg

Friedrich von Deuster, Deustersaal, Foto: touriseum.it

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde der Besitzer vom faschistischen Regime enteignet, das Schloss fiel an die Opera Nazionale per i Combattenti, einen Hilfsfonds für italienische Soldaten, und hieß seitdem Castel di Nova. Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Schloss von der Wehrmacht genutzt.

Nach Ende des Krieges stand das Schloss leer und die Opera Nazionale per i Combattenti suchte einen Käufer. Als sie im Jahr 1977 aufgelöst wurde und das Schloss noch immer nicht veräußert war, fiel es an die Südtiroler Landesverwaltung, die 1990 endlich eine Verwendung dafür fand:

Im Inneren wurde das Südtiroler Landesmuseum für Tourismus, das Touriseum, eröffnet und rundherum wurde der botanische Garten angelegt. Auf dem zwölf Hektar großen Areal wurden vier Zonen geschaffen, die fließend ineinander übergehen: Waldgärten, Sonnengärten, Wasser- und Terrassengärten und die Landschaften Südtirols.

43951346_2059902357653574_1258972523547066368_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Die Gärten von Schloss Trauttmansdorff wurden als „Schönster Garten Italiens 2005“ ausgezeichnet.

47148350_2088493684794441_4141175026915213312_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Inzwischen sind diese Tage in Meran fixer Bestandteil in meinem „Sisi-Jahr“ geworden und ich freue mich jedes Jahr aufs Neue, ein paar Tage im schönen Südtirol zu verbringen.

47578818_2089536694690140_3848708876706775040_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Was es mit dem Hotel Austria in Meran und dem Sissi Brunch auf sich hat, werde ich Euch aber in einer meiner nächsten Geschichten verraten.

Bis dahin, merkt Euch schon einmal das Datum vom nächsten Sissi Tag vor:

70386602_2203739926420142_4882747275698241536_n

Foto: Gärten von Trauttmansdorff

Eure Sisi


 

Rechtliche Hinweise:
Textrechte: Sisi, Gärten von Trauttmansdorff, Touriseum
Bildrechte: Wikimedia/Commons, sternenkaiserin.com, touriseum.it,                       

Video: sternenkaiserin.com

 

Burg Rappottenstein

[bezahlte Partnerschaft]
Am zweiten Tag unserer Waldviertelreise besuchten wir die Burg Rappottenstein.

67888239_2242160172761124_7660866739911000064_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Ich muss gestehen, zuerst war ich ein wenig skeptisch, ob ich auf eine Burg passen würde, vor allem aber stellte ich mir auch die Frage, welches Kleid würde auf eine Burg passen?

Irgendwie hat man ja immer ein gewisses Bild vor Augen wenn man an eine Ritterburg denkt. Zumindest für mich war eine Burg immer irgendwie düster.

67405768_2242156889428119_5537431348240711680_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Als ich mir dann die ersten Bilder im Internet ansah  war ich mehr als nur erstaunt.

Die vermeintliche Raubritterbehausung entpuppte sich als märchenhafter Renaissancebau.

Schon als ich auf den Bildern die Arkaden entdeckte war mir klar: es musste etwas Romantisches her.

67390404_2242155659428242_3108208406947692544_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Nach kurzer Fahrt angekommen waren wir überwältigt vom Anblick der Burg. Der Burgvogt erwartete uns bereits und begrüßte uns herzlich.

Das volle Ausmaß der Burg wurde uns erst bewusst, als er meinte, wir sollen erstmal weiter hoch fahren.

67547003_2242160656094409_5957196824409276416_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Spätestens beim ersten Burgtor wurde uns allen klar, dass mittelalterliche Fuhrwerke wesentlich schmäler waren, als moderne Autos…

Nach mehreren Toren, einem steilem Steinweg und gefühlten 20 Nervenzusammenbrüchen stand mein Auto dann im Innersten der Burg Rappottenstein…

67292901_2242159652761176_501646588125380608_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Die letzten paar hundert Meter bewältigten wir dann zu Fuß. Unser Begleiter führte uns durch die Arkaden in ein entzückendes Turmzimmer – ganz in rosa! Dass ich darin natürlich sofort verliebt war, brauche ich an dieser Stelle gar nicht erst zu erwähnen…

Ich sah all die unglaublichen Ecken dieses Prunkstücks, während unser Mariechen kurz vorm Verzweifeln war, denn diese unglaubliche Burg würden wir niemals in den vereinbarten 3 Stunden schaffen… So kam es wie es kommen musste, es folgte sofort die Einladung für einen zweiten Besuch.

67674381_2242158669427941_3389269275796570112_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Die mächtige Burg thront auf einem aus dem Tal des Kleinen Kamp steil aufragenden Felskegel. Sie ist eines der ältesten Wahrzeichen des nordwestlichen Waldviertels.

Der Burg Rappottenstein kam von allem Anfang an große Bedeutung zu. Einerseits lag sie in der Mitte des ausgedehnten Kuenringerbesitzes, war also stabiles Zentrum in einer bewegten Zeit, andererseits schützte sie aber auch den uralten, noch heute im Gemeindegebiet nachweisbaren Verbindungsweg („Pehamsteig“), der von der Donau durch den Nordwald ins böhmische Land führte.

41_Ansicht-West-300x225

Foto: Rappottenstein.at

Außerdem bildete die Burg Rappottenstein eines der stärksten Glieder in jener am Flusslauf des Kamp entstandenen Kette von Befestigungen, denen die Aufgabe zukam, das Land vor Einfällen der Böhmen zu schützen und damit auch der Babenbergermark Flankenschutz zu gewähren.

Im Nordwald – „SILVA NORTICA“ -, wie das Waldviertel in alten Urkunden genannt wird, erhielten die Herren von Kuenring, ein aus Bayern stammendes Geschlecht, bereits im elften Jahrhundert größere Gebiete zur Rodung und Besiedlung als königliche Schenkung verliehen. Rapoto von Kuenring, in Urkunden aus den Jahren 1157 und 1176 erstmals erwähnt, ist Erbauer und Namensgeber der Burg.

Kuenringer-Wappen

Wappen der Kuenringer, Foto: wikimedia/commons

Nach kaum mehr als 150 Jahren verloren die Herren von Kuenring Rappottenstein und starben in der Verbannung, da sie sich mit König Ottokar von Böhmen gegen Rudolf von Habsburg verbündet hatten.

Bild 1: Ottokar Přemysl als Markgraf von Mähren – wikiedia/commons

Bild 2: Rudolf von Habsburg, Grabplatte um 1285 im Speyerer Dom – Haselburg-müller


 Nach dem Sturz der Kuenringer kam die Burg

 1305 an die Herren von Dachsberg,

 1423 an die Herren von Starhemberg und

 1546 an die Herren von Landau.

 Im Jahre 1664 hat sie Ernst Reichsgraf von Abensperg und Traun Rappottenstein käuflich erworben. Die Burg mit dem dazugehörigen Gut ist somit seit mehr als 350 Jahren bis zum heutigen Tage ununterbrochen Eigentum der Grafen von Abensperg und Traun.

Ernst_Graf_von_Abensberg_und_Traun

Generalkriegskommissär Graf Ernst von Abensperg und Traun (1608–1668) – wikimedia/commons


Für mich ist es ja immer wieder ein Erlebnis Mariechen mit neuen Kleidern zu überraschen und ihre Reaktion darauf zu erleben.

Das Rappottenstein Kleid war an Romantik kaum noch zu überbieten, weiße Lochstickerei, Spitzenrüschen und lila Schleifen.

67375183_2242160109427797_2856824924595552256_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Inzwischen hat fast jedes meiner Kleider einen Namen, damit meine Mädels und ich wissen, von welchem Kleid wir gerade sprechen, denn ihr könnt Euch vorstellen, bei einer Auswahl von über 60 verschiedenen Kleidern kann es sonst schnell zu Verwechslungen kommen.

Also haben wir ein Demel Kleid, ein Totzikleid, ein Meran Kleid, ein Florian Kleid…. usw, usw… Diese Liste lässt sich noch lange fortsetzen und wurde nun um das „Rappotti Kleid“ erweitert, dem neuem Lieblingskleid unserer Marie. Aber auch das ändert sich fast täglich, da sie sich ständig in ein anderes neu verliebt.

Video: sternenkaiserin.com – marie


Rappottenstein ist eine Festung, die drei Bauepochen, Romanik, Gotik und Renaissance vereint.

Aus der Zeit der Kuenringer stammt der südliche Teil der Hochburg.

Der Bergfried im Norden – Hauptturm der Burg – bewacht die Anlage von der höchsten Stelle des Felsmassives aus. Zwischen dem Bergfried und dem Torturm, der einst das starke Gemäuer überragte und den Zugang in die Hochburg sperrte, erstrecken sich die ältesten Gebäude, die aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts stammen und einen kleinen Burghof umschließen.

67320047_2242160199427788_3190232103228801024_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Über die Jahrhunderte wurde die Burg mehrfach umgebaut und erweitert um sie auch Abwehrtechnisch auf den neuesten Stand zu halten. So entstand eine Vorburg mit einem wohl durchdachten Verteidigungssystem von acht Toren und fünf Höfen. Zu ihr führt ein enger Zugang zwischen den Umfassungsmauern und dem steilen Felsen, auf dem die Hochburg steht. Die Höfe wurden so angelegt, dass der vordringende Gegner mit seinem ungeschützten Schwertarm (seiner rechten Seite) dem Beschuss durch die Verteidiger ausgeliefert war.

67702539_2242160999427708_1156977813455110144_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Einlass in den ersten Hof gewährt ein Tor mit spätgotischer Steinfassung, welches früher mittels einer Zugbrücke gesichert war. An der Nordwestseite des ersten Hofes steht das ehemalige Brauhaus. Dessen Renaissancemerkmale und die Jahreszahlen 1548 und 1549 weisen auf die Bauzeit hin, in der auch die beiden Rundtürme beim Eingangstor erbaut wurden. Zur rechten Hand blickt von einem mächtigen Felsmassiv die Hochburg herab.

Ein weiteres Tor führt in den engen zweiten Hof, durch den man in den Stall- oder Wirtschaftshof gelangt. Geräumige Gebäude dienten dort der Versorgung der Burgbewohner mit den notwendigsten landwirtschaftlichen Erzeugnissen und der Unterbringung der Pferde.

Von diesem Hof, der auch zugleich der Richthof war, führt der Eingang in die finsteren Burgverliese mit ihren mächtigen Tonnengewölben. Aus einer tiefen Zisterne im Hof wurde das Trinkwasser geschöpft.

Hoch über den Verliesen steht der Uhrturm aus dem 16. Jahrhundert. Zu ihm gelangt man durch den Rittergarten, der durch seine romantische und zugleich idyllische Lage zu den reizvollsten Plätzchen der Burg zählt.

67819534_2242155986094876_3483782487866343424_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Vom Richthof aus, ging es dann zu Fuß weiter über einen Weg mit extremer Steigung zum vierten und weiter zum fünften Vorhof, zum Doppeltor vor dem Hauptgebäude.

Die Hochburg wurde in den vierhundert Jahren seit ihrer Gründung mehrfach erweitert.

Mächtige dreigeschossige Arkadengänge aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts zieren den westseitigen Hoftrakt.

67567581_2242156609428147_523924106748362752_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Ein mittelalterliches Bild bieten dagegen im Erdgeschoss die Burgküche und die Knappenhalle mit gezogenem gotischen Kreuzrippengewölbe.

67574645_2242158622761279_5461931063037132800_n.jpg

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Der gotischen Bauzeit gehört im ersten Stockwerk auch die Trinkstube an, die ein gespanntes schönes Sternrippengewölbe aufweist. Wände und Gewölbe schmücken reich bewegte ornamentale und figurale Fresken, die mit den Wandgemälden in den weiteren Gemächern zu den wertvollsten Profanmalereien des 16. Jahrhunderts in Niederösterreich zählen.

67238114_2242159036094571_2188002816147062784_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Das Herzstück der Hochburg ist jedoch die von den Dachsberger Herren im Jahre 1378 errichtete zweigeschossige Kapelle. Das sakrale Kleinod befindet sich im ältesten Teil der Burg, an der bestgeschützten Stelle, oberhalb der Torhalle. Im Jahre 1947 ist die Kapelle mit großer Sorgfalt restauriert worden. Die schwere Steinplatte des mittelalterlichen Altars wurde freigelegt.

67384333_2242159949427813_2934452477036068864_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Im Altaraufbau fand sich ein Gefäß mit Reliquien. Es stammt aus dem Jahre 1379, trägt das Bischofssiegel und dokumentiert das Jahr der Konsekrierung, an die auch die zwölf an den Wänden sichtbaren Weihekreuze erinnern.

 Auf der Mensa steht heute wieder der kleine kostbare Flügelaltar aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts, der den Schutzheiligen der Burg, Sankt Georg und Pankraz, geweiht ist.

67783846_2242160892761052_5837346045482237952_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Alles in allem kann man sagen, wir waren alle drei hin und weg vom Zauber dieser außergewöhnlichen Burg, die wir uns in keinster Weise derart beeindruckend vorgestellt haben, sodass eines für uns fest stand: wir kommen wieder….

67564301_2242156112761530_6905659421662117888_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

An diesem Vormittag durften wir einen Bruchteil dieses Baujuwels kennen lernen. Um den Rest zu erkunden würden vermutlich nicht einmal zwei ganze Tage ausreichen.

67703257_2242160026094472_2693352825722765312_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Ein ganz besonderes Projekt auf der Burg Rappottenstein ist die „Kinderburg“

Die Kinderburg Rappottenstein ist eine gemeinsame Initiative des Österreichischen Roten Kreuzes, dem Landesverband NÖ und der Familie Abensperg und Traun.

Eine Einrichtung die Familien mit schwer/chronisch kranken Kindern oder Eltern

und Familien, die den Tod eines nahen Familienmitgliedes verarbeiten müssen Erholung und Trauerbegleitung bietet.

Ein großartiges Projekt, das Hauptsächlich aus Spenden finanziert wird. Wer mehr darüber erfahren möchte, kann das hier tun:

https://www.hospiz-noe.at/kinderburg-rappottenstein/


Aber wer ist nun die Familie, die hinter all dem steht?

Die Familie Abensperg und Traun ist eine ursprünglich aus dem oberösterreichischen Traungau stammende, zum Uradel zählende Adelsfamilie mit dem ursprünglichen Namen Traun, deren namensgebender Stammsitz Schloss Traun sich seit 1120 bis heute im Familienbesitz befindet.

Abensberg-traun_wappen

Stammwappen derer von Abensperg und Traun – Foto: Aladyn0815

Die Familie zählt zu den sogenannten „Apostelgeschlechtern“, jenen rund zwölf Familien, die schon zur Zeit der Babenberger (976 bis 1246) in Österreich eine Rolle spielten und von denen bis heute nur noch vier in Österreich existieren (neben den Abensperg und Traun die Liechtenstein, Starhemberg und die Fürstenberg-Weitra).

Die bekannteste Persönlichkeit des Hauses ist wohl Feldmarschall Otto Ferdinand Graf von Abensperg und Traun (1677–1748), der 1696 in kaiserliche Kriegsdienste trat, 1712 ein eigenes Regiment erhielt, 1735 zum Feldzeugmeister und 1740 zum Feldmarschall befördert wurde. Im Österreichischen Erbfolgekrieg siegte er 1743 am italienischen Kriegsschauplatz bei Camposanto am Panaro über die Spanier und manövrierte 1744 die preußischen Streitkräfte aus Böhmen, wofür er im gleichen Jahr mit dem Orden vom goldenen Vlies ausgezeichnet wurde.

Otto_Ferdinand_von_Abensberg_und_Traun

Feldmarschall Graf Otto Ferdinand von Abensperg und Traun (1677–1748) Foto: wikimedia/commons

In die Militärgeschichte ist Otto Ferdinand Abensperg und Traun als einer der größten österreichischen Feldherren des 18. Jahrhunderts eingegangen. Durch die kaiserliche Entschließung von Franz Joseph I. vom 28. Februar 1863 wurde Otto Ferdinand von Abensperg und Traun in die Liste der „berühmtesten, zur immerwährenden Nacheiferung würdiger Kriegsfürsten und Feldherren Österreichs“ aufgenommen.

Auf dem 1888 feierlich enthüllten Denkmal der Kaiserin Maria Theresia in Wien ist der Feldmarschall in Form einer großen bronzenen Reiterstatue als einer der vier „Paladine der Kaiserin“ im Kreise der Generäle Daun, Loudon und Khevenhüller hoch zu Ross dargestellt.

Traun_Statue.jpg

Statue des O.F. Traun am Maria Theresia Denkmal in Wien
Foto: Aladyn0815

Etwas wehmütig sagten wir der Burg Lebewohl und freuen uns jetzt schon auf den Tag, wenn es heißt: wir fahren wieder nach Rappotti 😉

67964807_2242155672761574_4459567979134189568_n

Vielen Dank für die Einladung an
Burg Rappottenstein & Waldviertel Tourismus
Mit der bezahlten Kooperation mit Waldviertel Tourismus „Mit Unterstützung von Interreg V-A Österreich – Tschechische Republik | Kofinanziert aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung.

Sisi


Rechtliche Hinweise:

Bildrechte: Sternenkaiserin,com – marie, wikimedia/commons, Aladyn0815

Videos: sternenkaiserin.com – marie

Textrechte: Sisi, Burg Rappottenstein

Gräfin Hohenembs – Ein Pseudonym das Weltruhm erlangte….. – Palast Hohenems

Der Kaiser von Österreich-Ungarn trug unzählige Titel, einer davon war auch „Graf von Hohenembs“. Ein Titel, den auch Elisabeth des Öfteren nutzte, wenn sie unerkannt reisen wollte. Zur traurigen Berühmtheit gelangte er bei ihrer letzten Reise nach Genf…

csm_Das_Attentat__Xylografie__1898__c__Schloss_Schoenbrunn_Kultur-_und_Betriebsges.m.b.H__Foto__Sascha_Rieger_0c66285811

Das Attentat, Xylografie, 1898 (c) Schloß Schönbrunn Kultur- und Betriebsges.m.b.H, Foto: Sascha Rieger

Wie jedes Jahr verbrachten wir den Oktober in Meran, nur setzten wir dieses Mal unsere Reise direkt fort und fuhren weiter über Innsbruck nach Hohenems.

Video: sternenkaiserin.com – marie

Der Palast Hohenems war das Residenzschloss der Grafen von Hohenems und befindet sich bis heute in Privatbesitz der Familie Waldburg-Zeil.

800px-Waldburg_Hohenems_Wappen_004

Wappen Waldburg-Zeil-Lustenau-Hohenems Foto: wikimedia/commons

Nach einer etwas abenteuerlichen Fahrt kamen wir an diesem verregneten Dienstag Vormittag nach Hohenems, einer Stadt im Bezirk Dornbirn in Vorarlberg in deren Zentrum sich der imposante Palast erhebt.

47396417_2089596428017500_2298263736261017600_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Nach kurzer Begrüßung betraten wir die Ausstellungsräume im ersten Stock. Auf Grund des doch recht kühlen Wetters entschlossen wir uns für ein Tageskleid mit Jäckchen, Schirm und Hut.

In der großen Halle erwartete uns dann ein vertrautes Gesicht. Seine Majestät, Kaiser Franz Josef. 😉

47392987_2089596678017475_8253878612546027520_n.jpg

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Der Palast Hohenems geht auf eine Vorarlberger Adelsfamilie zurück.

Ihr Aufstieg beruhte einerseits auf militärischen Verdiensten die sich Merk Sittich I. von Ems (1466–1533) als Landsknechtsführer in Diensten Karls V. in Italien erworben hatte, andererseits auf der Verheiratung von Merks Sohn Wolf Dietrich (1507–1538) mit Chiara de Medici. Durch ihre direkte Verwandtschaft zu Giovanni Angelo Medici, der 1559 zum Papst gewählt und am 6. Jänner 1560 als Pius IV. gekrönt wurde, erhielt die Emser Verwandtschaft 1560 den Reichsgrafenstand durch Ferdinand I.

800px-214Merk_Sittich_von_Ems.jpg

Marx Sittich von Embs zu der Hohen Embs Ritter und Obrister Foto: wikimedia/commons

Auftraggeber des Renaissancepalastes war Kardinal Mark Sittich III. von Hohenems (1533–1595), Sohn von Wolf Dietrich und der Chiara de Medici.

800px-Anthony_Bays_Hohenemser_Festtafel_1578_Markus_Sittikus.jpg

Kardinal Markus Sittikus (1578) Foto: wikimedia/commons

Mark Sittich hatte zunächst eine militärische Laufbahn in kaiserlichen Diensten begonnen, wurde dann aber von seinem Onkel Pius IV. zum Bischof von Cassano (27. April 1560) berufen. Er war Statthalter der Mark Ancona (2. Mai 1560) und päpstlicher Legat am Wiener Hof, am 26. Februar 1561 wurde er zum Kardinal der römischen Titelkirche Santi XII Apostoli und anschließend zum Bischof von Konstanz geweiht.

1562 erteilte er den Auftrag zum Bau des neuen Palastes Hohenems an den italienischen Architekten Martino Longhi (“il vecchio”), der von 1562 bis etwa 1567 den Rohbau fertigte.

47580993_2089596324684177_1061789685929476096_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Im Norden und Süden befinden sich zweiachsige Eckrisalite unter Zeltdächern und die Mittelachse wird durch ein plastisch gegliedertes Rundbogenportal betont.

Damit ist der Palast von Hohenems der bedeutendste Renaissancebau Westösterreichs.

Durch das große Portal betraten wir den wunderschönen Innenhof, wo wir gleich darauf begrüßt wurden.

47683088_2089596338017509_1352359625256599552_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Erweitert wurde der Palast Anfang des 17. Jahrhunderts (1603–1610) von einem Neffen Mark Sittichs, Graf Kaspar von Hohenems (1573–1640).

800px-Kaspar_von_Hohenems

Kaspar von Hohenems (Porträt von Lucas Kilian) Foto: wikimedia/commons

Nach dem Tod des letzten regierenden Reichsgrafen von Hohenems, Franz Wilhelm III., im Jahre 1759 erbte seine Tochter Maria Rebecca (1742–1806) den Besitz. Sie war verheiratet mit dem k.u.k. Feldmarschall Franz Xaver Graf Harrach-Rohrau-Kunewald (1732–1781). Deren einzige Tochter Maria Walburga Erbgräfin Harrach-Lustenau-Hohenems (1762–1828) heiratete 1779 Clemens Alois Reichserbtruchsess Graf Waldburg-Zeil-Trauchburg. Sie wurden 1806 regierende Grafen von Lustenau.

1813 erwarb Clemens Waldburg-Zeil-Lustenau-Hohenems (1753–1817) die Besitzungen Lustenau und Hohenems von seiner Frau.

Clemens_Waldburg-Zeil_300dpi_8569.jpg

Clemens Alois, Porträt um 1785 Foto: wikimedia/commons

Da seine eigenen vier Kinder verstorben waren, adoptierte er noch im selben Jahr seinen Neffen, Sohn des 1. regierenden Fürsten Waldburg-Zeil, den Reichserbtruchsessen Graf Maximilian Clemens Waldburg-Zeil-Hohenems (1799–1869), der nach seinem Tod zu seinem Universalerben bestimmt wurde.

1840 wurde der Palast zur Kaserne umfunktioniert und ab 1882 von Graf Clemens Waldburg-Zeil und seiner Familie renoviert und bewohnt.

47580761_2089596014684208_3976287787858001920_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Im Jahr 1912 heiratete sein zweiter Sohn Georg die Erzherzogin Elisabeth Franziska (1892–1930).

FranziskaÖ-GeorgWaldburg

Verlobungsfoto von Erzherzogin Elisabeth Franziska und Graf Georg von Waldburg-Zeil-Hohenems 1912 Foto: wikimedia/commons

Sie starb mit 38 Jahren an einer Lungenentzündung. Elisabeth, genannt Ella, war die erstgeborene Tochter von Erzherzog Franz Salvator von Österreich-Toskana und Erzherzogin Marie Valerie von Österreich und somit eine Enkelin von Kaiser Franz Joseph I. und Kaiserin Elisabeth.

Elisabeth Franziska, Erzherzogin von Österreich-Toskana

Erzherzogin Elisabeth Franziska, 1914 Foto: wikimedia/commons

Aus dieser Ehe stammten vier Kinder:

Marie Valerie Waldburg-Zeil (1913–2011)

Klementine Waldburg-Zeil (1914–1941)

Elisabeth Waldburg-Zeil (1917–1979)

Franz Josef Waldburg-Zeil (* 1927)

Begraben wurde Ella am Friedhof in Maria Thann im Allgäu.


Am 29. Dezember 1931 heiratete ihr verwitweter Ehemann Georg ihre Schwester Gertrud. Sie wurde am 23. November 1900 in der Schlosskapelle von Wallsee unter Beisein von Kaiser Franz Josef auf den Namen Gertrude Maria Gisela Elisabeth Ignatia getauft. Taufpatin war Prinzessin Gisela von Bayern, die ältere Schwester ihrer Mutter.

Gertrudaustria

Ölgemälde von Erzherzogin Gertrud Foto: wikimedia/commons

Mit Gertrud hatte Georg zwei weitere Kinder:

Sophie (* 5. Dezember 1932), ∞ Wessel Freiherr von Loë (* 1928)

Joseph (* 12. April 1934), ∞ Maria Benedikta von Redwitz (* 12. April 1937)

Gertrud starb am 20. Dezember 1962 mit 62 Jahren im oberschwäbischen Ravensburg, sie hinterließ ein Archiv mit Dokumenten und Briefen der kaiserlichen Familie das von Historikern und Autoren wie etwa Egon Caesar Conte Corti oder Richard Sexau verwendet wurde. In diesem Archiv befand sich auch das Tagebuch von Erzherzogin Marie Valerie!


1954 übernahm der aus dieser ersten Ehe stammende älteste Sohn Franz Josef (* 1927; Urenkel von Kaiser Franz Joseph I. und Elisabeth) den Palast sowie das Schloss Glopper.

Beide Immobilien befinden sich bis heute in Besitz und wurden von Franz Josef Waldburg-Zeil und seiner kürzlich verstorbenen Frau Priscilla, geborene Gräfin Schönborn bewohnt. Sie öffneten den Palast für Konzerte, Empfänge und Opern.

priscilla-und-franz-josef-waldburg-zeil-600x400

Priscilla und Franz-Josef Waldburg-Zeil. Foto: Neue.at

2016 übernahm Franz Clemens Graf von Waldburg – Zeil mit seiner Frau Stephanie, geborene Gräfin Blanckenstein mit deren 4 Töchtern den Palast.


Im Palast befinden sich ein Standesamt und Veranstaltungsräume.

Die Ausstellungsräume könnt ihr nach Voranmeldung besichtigen.

Besonders interessant fand ich das „Spielzimmer“, Kinderspielzeug aus verschiedenen Epochen, sowie verschiedene Kinderwägen sind dort ausgestellt.

47437162_2089595958017547_1289786852311564288_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

In mehreren Vitrinen sind auch persönliche Dinge der ehemaligen Gräfinnen zu bewundern, von Spitzen über Handschuhen bis hin zu mehreren Fächern, zeigt die Ausstellung in der auch seltene und kaum bekannte Fotografien aus dem Leben der kaiserlichen Familie ausgestellt sind, auch alltägliche Dinge des 19. Jahrhunderts, wie zb eine Nähmaschine.

47168254_2089596694684140_7398760957603741696_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Abschließend lade ich Euch jetzt noch ein, mit uns eine etwas andere Schlossführung zu machen und freue mich bereits wieder darauf, wenn es heisst….

„die Schuhe sind geputzt….“

Video: sternenkaiserin.com – marie

Eure Sisi


Rechtliche Hinweise:

Bildrechte: Sternenkaiserin,com – marie, wikimedia/commons, Neue.at

Videos: sternenkaiserin.com – marie

Textrechte: Sisi, Palast Hohenems

Burg Heidenreichstein

[bezahlte Partnerschaft]
Was die Hofreitschule mit einer Wasserburg zu tun hat….

Nachdem wir den ganzen Vormittag auf der Burg Rappottenstein verbracht hatten und immer noch von den luftigen Arkaden schwärmten, führte uns unsere Reise im Rahmen des Projekts „Denkmäler leben“ durch das wunderschöne Waldviertel direkt zum nächsten Highlight der Region.

Die Burg Heidenreichstein ist eine Wasserburg, 17 km nordöstlich von Gmünd in Niederösterreich. Schon von außen erschien uns diese Burg völlig anders als jene zuvor und wir waren gespannt, was uns im Inneren erwarten würde.

72636359_2591464444247171_1267953643760386048_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Auf einer kleinen Anhöhe, mitten im Ort Heidenreichstein gelegen, wird die Burg von Wassergräben, Türmen und hohen, schroffen Mauern gegen Angreifer geschützt.

Über eine der zwei Zugbrücken betraten wir den Innenhof, wo wir bereits am Weg dorthin mit den Worten „die Sissi kommt“ begrüßt wurden.

67711305_2243807562596385_1906440011650170880_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Die Burg verfügt über runde Ecktürme mit spitzem, kegelförmigem Dach. Die ältesten Teile des Bergfrieds gehen auf das 12. Jahrhundert zurück und wurden 1190 von Burggraf Heidenreich von Gars errichtet. Der Wehrgang des größten Turmes wird vom vorragenden Dach geschützt, die Wirtschaftsgebäude wurden zwischen dem 15. und 16. Jahrhundert errichtet. Der gotische Dachstuhl mit gehackten Balken wird von geschnitzten Holznägeln zusammengehalten und das Dach ist mit Schindeln gedeckt.

67493624_2243809615929513_7904407573325938688_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Nachdem wir uns im Burghof umgesehen hatten, betraten wir die Innenräume um einen ersten Eindruck zu bekommen. Sofort war klar: zu dieser einzigartigen, immer noch großteils originalen Einrichtung konnte nur ein historisch korrektes, schlichtes Tageskleid passen.

67545975_2243809929262815_2835832636281192448_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Die Einrichtung der Burg stammt aus verschiedenen Zeitepochen, einige Tische und Truhen stammen noch aus der Gotik, auch alte Rüstungen und Waffen sind erhalten bis hin zu Porzellan und Möbeln des späten 19. Jahrhunderts.

67710652_2243808309262977_1057803002796048384_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Ähnlich wie Burg Rappottenstein ist auch Burg Heidenreichstein eine Minnesängerburg. Wie die Babenberger förderte auch der Burggraf Heidenreich von Gars den Minnegesang.

Im 15. Jahrhundert wurde Heidenreichstein von Anhängern des Jan Hus und rebellischen Bauern während der Hussitenkriege belagert, konnte aber nicht eingenommen werden.

BildnisJanHus1562.jpg

Bildnis Jan Hus von Johann Agricola, 1562/ Foto: wikimedia/commons

Fast 300 Jahre lang war die Burg von 1679 bis 1942 im Besitz der ungarischen Adelsfamilie Pálffy.

Die Pálffy von Erdőd waren ein ungarisches Adelsgeschlecht. Sie zählten zum ungarischen Uradel, als Herkunftsorte gelten die Bibersburg in der heutigen Slowakei oder Várfalva in Siebenbürgen.

Palffy-Fürsten-Wappen.png

Fürstliches Wappen der Pálffy – Foto: wikimedia/commons

Im Laufe der Jahrhunderte stellte die Familie Pálffy von Erdőd viele bekannte Offiziere und Beamte der Habsburgermonarchie. Die ungarische Baronie wurde ihnen 1581 verliehen, 1599 erhob man sie zu Reichsgrafen, 1634 dann zu ungarische Grafen mit dem Prädikat „von Erdőd“. Zu dem Namen „Erdőd“ gelangte man durch die Vermählung von Paul Pálffy mit Klara Bakocz von Erdőd.

67607720_2243807695929705_7142940211394117632_n.jpg

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Nikolaus Graf Pálffy von Erdöd, (1. März 1657; † 20. Februar 1732 in Pressburg) war ab 1718 Generalfeldmarschall der Kaiserlichen Armee und ab 1714 Palatin von Ungarn. Graf Pálffy erzielte gemeinsam mit Prinz Eugen große Erfolge im Kampf gegen die Türken und erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter auch das Goldene Vlies! Nikolaus IV. war Gründer der nikolaischen Linie.

800px-Erdödi_gróf_Pálffy_Miklós_1827_Kriehuber

Palatin Nikolaus Pálffy von Erdöd (Lithographie von Josef Kriehuber, 1827) Foto: wikimedia/commons

Nikolaus Pálffy ab Erdöd, Sohn des Stephan Pálffy, war mit Elisabeth, geborener Freiin von Weichs vermählt. Dieser Ehe entsprossen vier Söhne:

Nikolaus, Christoph, Franz und Johannes

Ihr erster Ast erlangte 1807 den österreichischen Fürstenstand.

Der zweite Ast dieser Linie erbte 1851 den Besitz der erloschenen Grafen Daun.

Maria Theresia Daun (Tochter des berühmten Leopold Joseph Graf von Daun, Fürst von Teano) heiratete Leopold Pálffy von Erdöd.

800px-Leopold_Joseph_Graf_Daun.jpg

Leopold Joseph Graf von Daun Foto: wikimedia/commons

Mehr zur Familie Daun Kinsky könnt ihr hier erfahren: Zu Besuch bei Graf Daun Kinsky – Palais Kinsky

Durch die Namens- und Wappenvereinigung 1853 wurden sie zu Pálffy-Daun von Erdőd und erhielten 1876 die österreichische Genehmigung zur Fortführung des Titels Fürst von Teano.

Der dritte Ast der nikolaischen Linie der Pálffy von Erdőd blieb gräflich.

Die johannische Linie des Geschlechtes, die 1852 im Mannesstamm erlosch wurde begründet durch Johann Bernhard Stephan Graf Pálffy von Erdöd, (20. August 1664 in Rothenstein; † 24. März 1751 in Pressburg), der Bruder von Nikolaus IV. war ab 1709 kaiserlicher Feldmarschall und ab 1741 Palatin von Ungarn.

Johann Palffy war ebenfalls Träger des Goldenen Vlies und wurde von Kaiser Karl VI. zum Schutz dessen Tochter Maria Theresia empfohlen. (Insgesamt fünf Mitglieder der Familie wurden Träger dieses höchsten Ordens).

800px-Pálffy_János_V

Graf Johann Pálffy Foto: wikimedia/commons

Am 25.6.1741 erfolgte die Krönung Maria Theresias zur Königin von Ungarn. Johann Graf Pálffy, neugewählter Palatin legte im Dom zu Pressburg Maria Theresia zuerst die uralte Dalmatika, die seit der Zeit der Arpádenkönige bei den Krönungsfeierlichkeiten verwendet wurde um und setzte ihr anschließend die Krone des Hl. Stephan aufs Haupt.

Die Dankbarkeit und Zuneigung Maria Theresias zeigte sich in sehr persönlichen Geschenken wie ihrem persönlichen Reitpferd, einem Diamantring oder einem mit Diamanten besetzten goldenen Degen und einem sehr persönlichen Schreiben, dessen Inhalt und der Burgvogt frei zitierte:

„..Mein Vater Pálffy! Ich sende Euch dieses Pferd, welches nur allein von dem Eifrigsten Meiner Unterthanen bestiegen zu werden würdig ist. Empfanget zugleich diesen Degen, um Mich wider Meine Feinde zu beschützen, und nehmet diesen Ring als Kennzeichen Meiner gegen Euch tragenden Zuneigung an…“

Franz Joseph I. beschloss am 28. Februar 1863 Johann Palffy in die Liste der „berühmtesten, zur immerwährenden Nacheiferung würdiger Kriegsfürsten und Feldherren Österreichs“ aufzunehmen, zu deren Ehren und Andenken eine lebensgroße Statue in der Feldherrenhalle des damals neu errichteten k.&.k. Hofwaffenmuseums (Heeresgeschichtliches Museum Wien) errichtet wurde.

Ladislaus Fürst Pálffy ab Erdöd, geboren in Malacka am 30. November 1867, Kämmerer, Rittmeister, Inhaber vieler militärischer Orden, Herrschaftsbesitzer von Marchegg, starb am 19. Jänner 1947 in Wien im 80. Lebensjahr als letzter Fürst der Nikolaus Pálffy’schen Linie und wurde am 25. Jänner in Heidenreichstein beerdigt.

Da der letzte Pálffy-Fürst kinderlos war, vermachte er die Burg seinem guten Freund Rudolf van der Straten-Ponthoz.

74907694_2591464394247176_5838448993083850752_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Die Adelsfamilie „van der Straten-Ponthoz“ gehörte zum österreichischen und belgischen Adel. Sie galten als gefürstete Grafen. Während der Namensteil van der Straten ein niederdeutscher Herkunftsname ohne Adelsprädikat ist, steht Ponthoz wörtlich im Ungarischen für „zum Punkt“.

Graf van der Straten war nicht nur der Adjutant von Erzherzog Franz Ferdinand und anschließend auch von Kaiser Karl, sondern machte sich auch unter Pferdefreunden einen Namen.

73187691_2591464300913852_6543516373492957184_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Nach Ende des 1. WK wurde er zum Leiter der Spanischen Hofreitschule, die er durch Gastspielreisen international so bekannt machte, dass 1925 ein Aufschrei um die Welt ging, als man deren Auflösung überlegte.

1938 kurz nach dem Einmarsch der Wehrmacht trat Graf van der Straten als Leiter der Spanischen Hofreitschule zurück. Er vermachte die Burg Heidenreichstein seiner zweitgeborenen Tochter Josephine, die mit Christian Graf Kinsky verheiratet ist.

Dadurch ist die Burg Heidenreichstein 1961 von den Grafen Van der Straten-Ponthoz im Erbweg auf die Grafen Kinsky übergegangen und heute teilweise öffentlich zugängig.

Wie bereits üblich bekamen wir eine Privatführung vom Burgvogt durch die Innenräume, die so anders als in Rappottenstein, aber nicht weniger beeindruckend waren.

67622655_2243807612596380_7881624532757250048_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

In der Burg Heidenreichstein hat man beinahe das Gefühl, hie und da würden noch ein paar alte Ritter durch die Räume huschen, denn im Gegensatz zu anderen Burgen ist diese noch mehr oder weniger vollständig möbliert.

67661561_2243808442596297_8318991205811617792_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

So findet man hier nicht nur die älteste Tischplatte von Österreich, sondern auch einen Giebelschrank aus dem 14. Jahrhundert.

67364939_2243808415929633_72704240019046400_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Mein Mariechen und ich staunten nicht schlecht, als wir die innovativen Möbel sahen. Wer denkt, Klappstühle sind eine Erfindung aus Schweden, der irrt ;

Denn bereits im Mittelalter baute man Stühle zu Betstühlen um, machte aus einem Sessel eine Sitzgelegenheit für zwei bis drei Leute, oder fertigte Bänke, deren Rückenlehne die Richtung ändern konnte.

Ein paar dieser Tricks seht ihr in unserer ganz privaten Burgführung:

Führung durch die Burg Heidenreichstein – Video: sternenkaiserin.com – marie

Für alle Mittelalterfans ist die Burg Heidenreichstein sicherlich ein Geheimtipp, denn die Vielfalt der ausgestellten Stücke ist unvergleichlich.

67741164_2243809495929525_4404606820245569536_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Wir erfuhren nicht nur, warum man vorzog im Sitzen zu schlafen, sondern machten Bekanntschaft mit ehemaligen Burgherren und Helden längst vergangener Zeiten.

67740576_2243809525929522_9012688527887958016_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Besonders beeindruckend fand ich das chinesische Damenschränkchen aus dem 16. Jahrhundert und die Sanduhr, die Viertelstunden messen konnte.

67567866_2243807255929749_5649575929341542400_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Als mir dann aber auch noch klar wurde, in wessen Burg wir uns hier befanden schlug mein Reiterherz sofort höher. Ich entdeckte unter anderem einen Bericht über die Teilnahme von Graf van der Straten an einem Distanzritt von Wien nach Berlin. Da ich selbst einmal an einem Ritt von Gmunden nach Krumau (244km) beteiligt war, konnte ich mir ansatzweise vorstellen, welche Anstrengung eine solche noch viel längere Strecke bedeutet haben musste.

74604641_2591464310913851_2551315624429092864_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Neben einem wundervollen Gemälde von Rudolf van der Straten auf einem Lipizzaner Hengst, entdeckten wir auch noch ein Bild der Kaiserin hoch zu Ross.

73267535_2591464414247174_1678625832349728768_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Unsere Führung endete dort wo sie begonnen hatte, nämlich beim Stammbaum der Familie Kinsky.

67564056_2243808492596292_1081108483186622464_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Über die Zugbrücke verließen wir die Burg auf demselben Weg wie wir gekommen waren um uns auf den letzten Tag im Waldviertel vorzubereiten.

67638032_2243810145929460_40233905009197056_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Von April bis Oktober könnt ihr die Burg Heidenreichstein selbst besichtigen, die genauen Öffnungszeiten findet ihr hier: 

http://www.kinsky-heidenreichstein.at

Vielen Dank für die Einladung an
Burg Rappottenstein & Waldviertel Tourismus
Mit der bezahlten Kooperation mit Waldviertel Tourismus „Mit Unterstützung von Interreg V-A Österreich – Tschechische Republik | Kofinanziert aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung

Sisi


 

Rechtliche Hinweise:

Bildrechte: Sternenkaiserin,com – marie, wikimedia/commons, 

Videos: sternenkaiserin.com – marie

Textrechte: Sisi, Burg Heidenreichstein

 

 

 

Lebende Denkmäler, oder wie der Kaiser ins Waldviertel kam… – Schloss Zogelsdorf

[bezahlte Partnerschaft]
Es war einmal im schönen Monat April…

Ich teilte auf Instagram ein Video aus meinem geliebten „Gödöllö“ alias Schloss Ruegers, das innerhalb kürzester Zeit die unfassbare Reichweite von 59.420 Personen erreichte. Darunter war auch der Waldviertel Tourismus.

Es dauerte nicht lange und man kontaktierte mein Mariechen, um mich Teil des Projektes „lebenden Denkmäler“ werden zu lassen, oder besser gesagt, diese zu beleben…

58787570_1515360368600373_7382517601743667200_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Zahlreiche Mails und Anrufe später hatten wir die perfekte Runde zusammen gestellt und unsere Reise konnte losgehen.

Am Plan standen 2 Schlösser und 2 Burgen, von denen ich zugeben musste, zuvor noch nie gehört zu haben! Umso größer war meine Bewunderung für diese Kulturschätze, als ich sie dann betreten durfte!


Aber nun folgt mir ins 1. Schloss.

Das Auto war vollgepackt, Sommerkleider, Ballkleider, Trauerkleider, Tageskleider…

Wir wussten ja nicht wirklich was uns erwartete und so packte ich eben alles ein, von dem ich dachte, es könnte eventuell für diese Locations passen.

Wobei ich von Anfang an das Gefühl hatte, für Zogelsdorf, denn so hieß das erste Schloss, musste das rosa Kleid das Richtige sein. Mariechen wollte es romantisch, sie sollte ein Kleid vor ihre Kamera bekommen, das romantischer nicht sein konnte.

67193577_2240090056301469_8336639058927157248_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Schloss Zogelsdorf liegt direkt an der Bundesstraße des Ortes Zogelsdorf im Waldviertel. Bekannt ist der Ort unter anderem durch den Zogelsdorfer Stein, einem Kalksandstein den man hier abbaute und der teilweise als Baumaterial für Schloss Schönbrunn und den Wiener Stephansdom diente. Mitunter wurden damit auch verschiedenste Figuren von zb.: Stift Geras, Stift Altenburg, der Karlskirche, dem Michaelertor sowie an der Nationalbibliothek (Hofburg), am Stadtpalais des Prinzen Eugen, im Palais Liechtenstein oder auch im Schloss Esterházy in Ungarn gefertigt. Damit war dieses Gestein zusammen mit dem Kaiserstein aus dem Kaisersteinbruch eines der wichtigsten Baumaterialien vor allem in Wien.

Das Waldviertel, wurde früher „Viertel ober dem Manhartsberg“ genannt  und ist der nordwestliche Teil Niederösterreichs. Die ursprüngliche Anlage stammt aus dem 16. Jahrhundert.

67161716_2240091342968007_4744471125726068736_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Ab 1522 war der ehemalige Gutshof im Besitz verschiedener adeliger Familien. 1628 ging er an Harmannsdorf, wurde 1670 umgebaut und um die doppelgeschossigen Arkaden an der Süd- und Ostseite des Innenhofs erweitert. Diese haben im Untergeschoss ein Kreuzgratgewölbe auf toskanischen Säulen und im Obergeschoss Steinbalustraden.

67108564_2240091492967992_5410081041018781696_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Kaum das wir angekommen waren, wurden wir bereits von der Dame des Hauses, samt dazu gehörenden Schlosshund freudig begrüßt. Nach einer kurzen Unterhaltung führte uns dann der Hausherr durch Schloss und Garten. 1831 wurde aus dem Gutshof ein Gasthof und gehörte ab 1839 der Familie Suttner. Diesen Namen werden die meisten von Euch natürlich kennen 😉 

67494220_2240090486301426_2204510690452963328_n.jpg

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Die Freiherrn von Suttner waren ein österreichisches Adelsgeschlecht, aus dem der kaiserliche Leibarzt und Protomedicus Dr. med. et phil Matthias Suttner 1715 in den Ritterstand erhoben und am 10. Dezember 1727 unter die neuen niederösterreichischen Ritterstandsgeschlechter aufgenommen wurde.

Das berühmteste Mitglied dieser Familie war Bertha Freifrau von Suttner (geboren 1843, gestorben 1914), eine geborene Gräfin Kinsky von Wchinitz und Tettau die 1905 als erste Frau den Friedensnobelpreis bekam. Mehr über die Familie Kinsky werden wir auf unserer Reise noch erfahren. 

Bertha_von_Suttner_1903_Pietzner.png

Bertha von Suttner (Fotografie von Carl Pietzner, 1903) Foto: wikimedia/commons

Wie kam aber jetzt der Kaiser ins Waldviertel?

Im Revolutionsjahr 1848 war es in Wien nicht mehr sicher genug und so verließ man die Stadt und verbrachte ganze 3 Monate bei Freiherrn Karl Gundakar Ritter von Suttner in Zogelsdorf. Er beherbergte nicht nur den kaiserlichen Hof und somit auch den künftigen Kaiser Franz Josef,  sondern in den Folgejahren auch die Mitglieder des Reichskriegsministeriums in seinem Schloss.

67429290_2240091389634669_3177424390493044736_n.jpg

Foto: sternenkaiserin.com – marie

An der Südfront von Schloss Zogelsdorf befindet sich mittig ein Balusterbalkon mit volutenförmigen Konsolen und einem Pultdach, der auf zwei toskanischen Säulen ruht.

67354216_2240090879634720_6084833069078937600_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Im Erdgeschoß des Hauses befinden sich die Eingangshalle und Räume aus dem 16. Jahrhundert mit Tonnengewölben. Dort ist ein Ordensmuseum untergebracht, das von der IOU-Gesellschaft für Ordenskunde, Heraldik und Familienforschung betrieben wird und der ganze Stolz des Hausherren ist. Zu sehen sind verschiedene Ehrenzeichen, Auszeichnungen, Medaillen und Ordensinsignien.

Das restliche Schloss befindet sich im Privatbesitz und wird von der Familie Perko bewohnt.

67545452_2240090972968044_6405677872098312192_n.jpg

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Im Innenhof versteckt sich ein romantischer Garten mit einem Steinbrunnen, der die Martinslegende zeigt.

67411703_2240091419634666_8763651029687336960_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Es war ein ebenso heißer wie interessanter Besuch in einem verborgenem Juwel österreichischer Geschichte, der noch lange in unserer Erinnerung bleiben wird. 

67388695_2240090409634767_1510340621326352384_n.jpg

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Und so machten wir uns auf, um weiter zu reisen, aber das ist eine andere Geschichte….

67115318_2240090136301461_5460927780151623680_n.jpg

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Vielen Dank für die Einladung an
Schloss Zogelsdorf & Waldviertel Tourismus
Mit der bezahlten Kooperation mit Waldviertel Tourismus „Mit Unterstützung von Interreg V-A Österreich – Tschechische Republik | Kofinanziert aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung. 

Sisi


Rechtliche Hinweise:

Bildrechte: Sternenkaiserin,com – marie, wikimedia/commons, 

Videos: sternenkaiserin.com – marie

Textrechte: Sisi, Schloss Zogelsdorf

Zwischen Auerhahn und Dampflok…

Es war ein sonniger, strahlend blauer Herbsttag als wir uns in Reichenau, einem ehemaligen k&k Kurort trafen. Die Berge schienen zum Greifen nah und das Laub begann sich bereits leicht zu färben.

44074970_2060106800966463_1911686773763735552_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Vor uns erstrahlte die Rudolfsvilla im goldenen Licht der Herbstsonne und ließ den längst vergangenen Glanz des Anwesens erahnen. Durch ein großes, reichlich verziertes, schmiedeeisenes Tor betraten wir den Park der einst hochherrschaftlichen Villa.

44067931_2060106977633112_3139060948036222976_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Die Rudolfsvilla steht in der Thalhofstraße in der Marktgemeinde Reichenau mit Blick auf das wunderschöne Raxgebirge im Bezirk Neunkirchen in Niederösterreich.

44091721_2060106840966459_2391630209242628096_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Als am 5. Mai 1842 der erste Abschnitt der Südbahn von Wien bis Gloggnitz eröffnet wurde, avancierte das Semmeringgebiet zur bevorzugten Sommerfrische der Wiener Gesellschaft.

43952985_2060106327633177_1264940672662634496_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Als Unterkunftsmöglichkeit für das allerhöchste Paar wurde 1856/1857 eine schlossartige Villa an der Stelle vom ehemaligen „Haus an der Waag“ nach den Plänen des Architekten der Ringstraße, Anton Hefft errichtet.

44178839_2060105774299899_1848415085085589504_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Der Kaiser nutzte das Gebiet rund um die Rax zur Jagd, während Kaiserin Elisabeth ausgedehnte Ausritte und Wanderungen unternahm, Gesellschaften gab oder die Kinder besuchte.

66416687_2392545537472397_431379239535640576_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Wie auch andernorts üblich, folgte der Adel und die feine Gesellschaft der kaiserlichen Familie und erbaute rund um den Semmering viele herrschaftlichen Villen, die teilweise heute noch erhalten sind.

66797035_2392545527472398_8573983250966380544_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Den Hobbies der Kaiserin entsprechend, wählte ich ein Reitkleid für diesen Besuch. Da sie sogar ihren langjährigen Freund Graf Andrassy hier empfangen hatte, konnte ich nicht anders, als das Kleid aus der Szene der Sissi Trilogie anzuziehen, in dem Romy mit dem Graf durch die ungarische Puszta ritt, fehlte nur noch das Pferd.

Video: sternenkaiserin.com – marie

Die im romantischen Historismus mit Elementen der Tudor-Gotik erbaute Villa steht oberhalb der Schwarza in einer gestalteten Parkanlage des Vorgängerbaues. Die Villa verfügt über 2 Stockwerke, die Fassade besticht durch schmale, polygonale Pfeiler und einem Fries aus Terrakotta. Talseitig zeigt sich ein Giebelrisalit mit einem Gitterbalkon, zur Straße wartet ein kleiner Ehrenhof mit einem Gitterzaun und Pfeilern auf seine Besucher.

44028120_2060106677633142_2708580052450148352_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

In mitten des Ehrenhofes steht ein Marmorwandbrunnen mit Maskarons und Muschelschalen, ursprünglich stand dieser als Einzelbrunnen beim alten Burgtheater und wurde später hier her gebracht. In der Mitte des Brunnens befindet sich nun eine Büste von Kaiser Franz Josephs auf einem Pyramidenpfeiler. Die Büste stand ehemals vor der Schule des Ortes und wurde erst um 1970 hier aufgebaut.

44042045_2060106517633158_442323516285517824_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Elisabeth´s Aufenthalte in Reichenau sind dokumentiert durch Aufzeichnungen im Haus-, Hof- und Staatsarchiv und in den lokalen Pfarrgedenkbüchern.

Am 23.Juli 1859 begleitete sie ihre Kinder zum ersten Mal in die Reichenauer Sommerfrische und kam später zu tage- oder wochenweisen Séjours alleine, in Begleitung des Kaisers, der Kinder oder auch ihrer Schwester Nene wieder.

15508_5031.jpeg

Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Elisabeth zu Pferde von rechts; links in einem vierspannigen Pomirwagen Kronprinz Rudolf und Herzogin Gisela; im Hintergrund das Tal von Reichenau mit dem Schneeberg / Foto: europeana.eu

Des Öfteren tauchte die Kaiserin mitten in der Nacht auf, um vom strengen Wiener Hof zu fliehen und reiste bereits am nächsten Morgen wieder ab.

66835188_2392545664139051_8370277534847205376_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

1862 blieb sie – unterbrochen von einer kurzen Kur – mehrere Monate und verbrachte die Tage wie auch in den Folgejahren mit Empfängen, Ausfahrten, Promenaden, Ausritten und am liebsten mit Forellenfischen.

44022894_2060106627633147_2771388503135617024_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

1865 feierte sie gemeinsam mit ihrer Familie den eigenen Geburtstag mit einer Vokalmesse zu ihren Ehren in der St.Barbarakirche am 23. Dezember.

44083351_2060106150966528_586442178989916160_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Neben Kaiserin Elisabeth waren noch viele andere Mitglieder der kaiserlichen Familie in Reichenau zu Gast.

Kaiser Franz-Josef I nutzte das Anwesen vor allem für seine Jagdaufenthalte.

44047457_2060106477633162_7486963728844324864_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Kronprinz Rudolf verbrachte die ersten sechs Jahre als Kind jeden Sommer in der Reichenauer Sommerfrische, wodurch das zuvor als „Kaiservilla“ bekannte Haus zur „Rudolfsvilla“ wurde.

Erzherzogin Gisela begleitete den um zwei Jahre jüngeren Rudolf in die Reichenauer Villa.

375px-Rudolf_und_Gisela_1861

 Kronprinz Rudolf und Erzherzogin Gisela von Österreich in Reichenau an der Rax vor dem „Jagdhaus“ das er zum Geburtstag erhalten hatte und die im Park der Rudolfsvilla aufgestellt wurde. Fotografie von Ludwig Angerer / Foto: Bundesmobilienverwaltung

Erzherzog Karl-Ludwig, der jüngere Bruder von Kaiser Franz Josef mietete nach dem Auszug des Kaiserpaares die Rudolfsvilla drei Sommer lang für seine eigene große Familie.

67118041_2392545607472390_8434769810281201664_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Thronfolger Franz Ferdinand, Sohn von Erzherzog Karl Ludwig und späterer Thronfolger verbrachte dadurch ebenfalls mehrere unbeschwerte Sommer mit seiner Familie im Sisi-Schloss Rudolfsvilla.

Nachdem wir herzlich in der Rudolsvilla empfangen wurden, besichtigten wir die inzwischen leider leeren Räume, die jedoch gerade zu entzückenden Ferienwohnungen umgebaut werden.

(Wer mehr dazu wissen möchte: http://sisi-schloss.at/ )

Heute ist die Rudolfsvilla nach ihrem vielleicht berühmtesten Gast zu „Sisi Schloss -Rudolfsvilla“ umbenannt worden

66496534_2392545744139043_1008246892745719808_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Der Luster im Treppenhaus stammt möglicherweise noch aus adeligen Besitz. Die jetzigen Besitzer sind damit beschäftigt in liebevoller Kleinarbeit, dem einstigen kaiserlichen „Wochenendhaus“ wieder neues Leben einzuhauchen.

44077237_2060106340966509_1246741483185242112_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Bilder und Gemälde im und am Haus zeigen eindrucksvoll dessen Geschichte und so kann man bereits im Vorbeifahren erkennen, wer einst hier wohnte.

66430622_2392545700805714_8912535830485008384_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Über einen kleinen Steig erreichten wir den großzügigen Landschaftsgarten, der das Haus umgibt und in dem man noch heute die Schienen der ehemaligen Privatbahn des Kronprinzen erkennen kann.

44050720_2060105920966551_7603904843521982464_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Die Sonne versank hinter den Berggipfeln und langsam wurde es auch für uns Zeit, diesem märchenhaften Fleckchen österreichischer Geschichte Lebe wohl zu sagen.

44028937_2060105514299925_4974356754868469760_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Wir bedanken uns für die Einladung und den herrlichen Nachmittag in Reichenau und freuen uns schon darauf, bald wieder auf „Sommerfrische“ zu fahren.

44040572_2060106714299805_1130148454132088832_n

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Sisi 


Rechtliche Hinweise:
Bildrechte: Sternenkaiserin,com – marie, wikimedia/commons, Bundesmobilienverwaltung

Videos: sternenkaiserin.com – marie

Textrechte: Sisi, Sisi Schloss – Rudolfsvilla

Die süßeste Versuchung seit es Kaffeehäuser gibt – k.u.k. Hofzuckerbäcker Demel

Bereits zum zweiten Mal erhielten wir eine Einladung in Wien´s schönste Zuckerbäckerei, der k&k Hoflieferant Demel verwöhnte uns mit Wiener Apfelstrudel und wie könnte es anders sein, dem von der Kaiserin so geliebten Veilcheneis.

demel_multiblockitem_anschnitt.jpg

Foto: Demel

Nachdem mein Mariechen mir mitteilte, dass wir erneut die Ehre hätten beim Demel zu gastieren, überlegte ich natürlich sofort welches Kleid denn nun passen könnte?

Bei unserem ersten Besuch trug ich ein violettes Tageskleid, passend zu Sisi´s geliebten kandierten Veilchen, also wollte ich nicht noch einmal in der selben Farbe erscheinen. Ein Filmkleid? Nein, das würde nicht zu einer der traditionsreichsten Konditoreien Wien´s passen.

61192088_2197957863848022_3418528611651551232_n.jpg

Foto sternenkaiserin.com – marie

Also musste ein neues Kleid her! Eines, das farblich und auch historisch zur Geschichte des Hauses passte.

 

Gegründet wurde der Demel bereits im Jahre 1786 und noch heute präsentieren sich die Demel-Salons im wunderschönen Rokoko–Stil der Architekten Portois & Fix, einer der vornehmsten und solidesten Einrichtungsfirmen der Monarchie.

60959899_2197830613860747_1859767942074335232_n

Foto sternenkaiserin.com – marie

Der aus Württemberg stammende Zuckerbäcker Ludwig Dehne eröffnet am Michaelerplatz, gegenüber dem Bühneneingang des alten K.u.K. Hofburgtheaters seine erste Konditorei.

Einige Jahre später wird der Betrieb bereits zum offiziellen Hoflieferanten und betreut als Monopol das Hofburgtheater.

1799 stirbt Ludwig an Tuberkulose und seine Witwe führt mit ihrem späteren 2. Ehemann Gottlieb Wohlfahrt den Betrieb weiter, nach dessen Tod übernimmt August Dehne, Sohn aus erster Ehe gemeinsam mit der Mutter die Zuckerbäckerei und verkauft sie 1857 an seinen ersten Lehrling, Christoph Demel, da sein eigener Sohn lieber Jurist statt Zuckerbäcker wurde.

August_Dehne_1875_Illustrirtes_Wiener_Extrablatt

August Dehne (Illustrirtes Wiener Extrablatt, 1875 Foto: wikimedia/commons

10 Jahre später übernehmen seine Söhne Joseph und Karl die nun gleichnamige Zuckerbäckerei: Ch. Demel’s Soehne.

1887 dann die Übersiedlung ins Palais am Kohlmarkt, 1888 wird das alte Burgtheater am Michaelerplatz abgerissen und der gesamte Platz umgestaltet, daher siedeln die Gebrüder Demel vom Michaelerplatz in das Palais am Kohlmarkt. Die Architekten Portois & Fix werden mit der Gestaltung der Gewölbe beauftragt, welche die Räume im Stil des Rokoko und die Einrichtung im Stil des Regency gestalten.

Neben Kaiserin Elisabeth sind viele weitere bekannte Mitglieder der Wiener Gesellschaft wie Katharina Schratt und Pauline Metternich Stammgäste beim Demel.

Eine Besonderheit sind auch die Demelinnerinnen, die stets weibliche Bedienung wurde ursprünglich aus Klosterschulen rekrutiert und trug eine einheitliche lange, schwarze Tracht mit weißer Schürze.

Traditioneller Weise pflegten diese Damen auch eine eigene Sprache, das „Demel – Deutsch“ eine Art Höflichkeitsform in der dritten Person Mehrzahl ohne persönlicher Anrede. Geklungen hat das dann ungefähr so „Haben schon gewählt?“ oder „wünschen zu Speisen?“

61776781_2197830623860746_577976759794794496_n

Foto sternenkaiserin.com – marie

Nachdem Carl Demel stirbt (sein Bruder Josef starb noch früher), führt seine Witwe, Maria Demel, geb. Griensteidl, die Tochter des bekannten Cafetiers, die nächsten zwanzig Jahre den Demel.

Nach ihrem Tod übernimmt deren Sohn Karl Demel das Geschäft, das er bis zu seinem Tode 1917 offiziell führt.

Die eigentliche Hausfrau ist allerdings seine Schwägerin, Anna Demel, geb. Siding. Anna´s Schwester, Flora Siding, die beim Theater war, lebte ebenfalls zurückgezogen im Hause am Kohlmarkt. Ihre, aus einer unglücklichen Verbindung zu dem ungarischen Magnaten Nikolaus von Szemere entstammende Tochter Klara, wurde von Anna Demel adoptiert und war mehr oder weniger die letzte Frau, die ihr Leben ganz in den Dienst des Demel stellte.

annademel1_medium

Anna Demel Foto: geni.com

Wie bereits üblich wurden wir sofort freudig begrüßt und zu unserem Platz geführt.

Ein Tisch am Fenster, mit Blick auf den Kohlmarkt, dessen Name jeder Sissi Fan natürlich kennt, denn wer erinnert sich nicht an die Szene, in der Romy ihrem Kaiser freudestrahlend erzählt, wie ihr die Wiener Bevölkerung am Kohlmarkt beinahe vor Begeisterung das Kleid zerrissen hat?

61218884_2197831767193965_1226079628179800064_n

Foto sternenkaiserin.com – marie

Ein Zustand, den ich nur zu gut nachvollziehen kann. 😉

Meine ganz persönliche Demelinnerin brachte wie stets ein Kännchen warmer Milch und dazu dieses Mal ein Wiener Frühstück.

Ein Kaisersemmerl und Ei im Glas, kennt ihr das? Weiches Ei in einem kleinen Schüsserl ohne Schale serviert?

61512730_2197831230527352_1646732289972895744_n

Foto sternenkaiserin.com – marie

Nach ein paar, zumindest damals verbotenen Blicken in die Tageszeitung folgte ich einer weiteren Tradition. Ich durfte die Tortenkünstler in der Backstube besuchen und man bot mir die feinsten Köstlichkeiten zum Probieren an.

61039360_2197831357194006_7269821568316866560_n

Foto sternenkaiserin.com – marie

Nun könnt ihr Euch ja vorstellen, dass es mir unmöglich war all diese Herrlichkeiten zu versuchen und so beschränkte ich mich, wie üblich, auf meine Lieblingsnascherei, die ich auch stets auf all unseren Reisen mitführe, die kandierten Veilchen.

61136044_2197830993860709_5685184515350200320_n

Foto sternenkaiserin.com – marie

Zuckerbäcker aus der ganzen Welt bemühen sich um eine Ausbildungsstelle in diesem altehrwürdigen Haus und so staunte ich nicht schlecht, als mir ein Mädchen aus Boston/Amerika eine Kostprobe reichte.

61063811_2197830983860710_4842829368612880384_n

Foto sternenkaiserin.com – marie

Nun ist der Demel nicht nur für „meine“ Veilchen bekannt, sondern bietet natürlich eine Vielfalt von Köstlichkeiten, die das Herz jeder Naschkatze höher schlagen lassen.

Spezialität des Hauses ist jedoch die Anna Demel Torte, benannt nach der Grand Dame des Hauses.

18033361_1689893994359755_7975273215719553916_n

Foto: Charlotte Schwarz|Fotogräfin 2017

Als die Österreichisch – Ungarische Monarchie unterging, schien im Demel die Zeit still zustehen. Anna Demel wachte streng darüber, dass der alten Ordnung Genüge getan wurde.

Im Demel blieb ein Graf auch in der Republik noch ein Graf, man hielt seinem aristokratischen, verarmten Vorkriegspublikum die Treue.

Trotz Verbot und Strafe ließ Anna Demel weder auf dem Portal noch auf den Konfektschachteln das Emblem K. u. K. Hofzuckerbäcker entfernen.

Anna Demel ist auch heute noch, lange nach ihrem Tod im Jahre 1956, als Pionierin bekannt, die als erste Frau den Titel „Kommerzialrat“ erhielt (1952) und der im Demel mit der berühmten Anna Torte – einer Verführung aus feinsten Nougat, auch heute noch Tribut gezollt wird.

Nach Anna’s Tod übernimmt ihre Adoptivtochter Klara Demel die Geschicke der Hofzuckerbäckerei.

Nach dem Tode seiner Gemahlin Klara 1965 führt ihr Mann Baron Federico v. Berzeviczy-Pallavicini den Demel weiter. Der hochbegabte Künstler Federico v. Berzeviczy-Pallavicini begründet die bis heute bestehende maßgebende Stellung des Demel. Während seiner Zeit bei Demel begründete er die Tradition, aus Schaustücken des Zucker- und Schokoladenhandwerks extravagante, neobarocke Inszenierungen zu gestalten.

federico-berzeviczy_pallavicini_klein.jpg

Federico Berzeviczy-Pallavicini Foto: Demel

Er prägt mit seinen faszinierenden Auslagen und kunstvoll gestalteten, verspielten Designs das Erscheinungsbild des Demel.

Zahlreiche dieser Motive sowie viele weitere wunderschöne Jahrhundertwende- und Wiener Werkstättenmotive, finden sich bis heute zum Teil unverändert auf den einzigartigen Bonbonschachteln und Verpackungspapieren wieder.

18010691_1689893784359776_3997225798891676588_n

Foto: Charlotte Schwarz|Fotogräfin 2017

Nachdem Federico v. Berzeviczy-Pallavicini das Familienunternehmen 1972 verkaufte, um sich in Italien und New York künstlerisch zu betätigen, begann für den Demel eine unruhige Zeit, als er kurzer Hand vom österreichischen Enfant Terrible Udo Proksch,- damals unter dem Synonym Serge Kirchhofer, Besitzer von 17 Telefonnummern, 38 Mänteln im Military-Look und zahlreichen Geburtsdaten,- übernommen wurde.

Proksch gründet daraufhin den, im zweiten Stock residierenden „Club 45“ in dem sich sämtliche Politiker, Künstler und Medienrepräsentanten trafen die damals Rang und Namen hatten.

20 Jahre später wechselt der Demel wieder den Besitzer, nachdem Proksch aufgrund der Versenkung des Schiffes ‚Lucona‘ verhaftet wird.

Ende 2002 wird der Demel Teil des international-tätigen Österreichischen Cateringunternehmen DO & CO, das stets darauf achtet den Betrieb traditionsgerecht weiterzuführen und die wertvolle Marke Demel zu bewahren.

Nach dem Ausflug in die Backstube kehrte ich unter den neugierigen und staunenden Blicken der internationalen Gäste zu meinem Platz zurück und ließ mir die Köstlichkeit, der auch die Kaiserin persönlich verfallen war servieren, das Veilchensorbet.

61045188_2197831753860633_6132178293174042624_n

Foto sternenkaiserin.com – marie

Falls ihr jemals im Frühling (dies Köstlichkeit ist nur im Frühjahr erhältlich) in Wien seid, müsst ihr es unbedingt versuchen, es gibt nichts Vergleichbares.

Eine weitere Köstlichkeit, die auch von Elisabeth sehr geschätzt wurde, ist natürlich der handgezogene Apfelstrudel, sehr zum Leid meines Mariechens natürlich standesgemäß mit Rosinen! Daneben gibt es nicht nur Demeltorte, Dobostorte, Fächertorte, russische Punschtorte, Esterházy-Torte und weitere Konditorei-Spezialitäten sondern auch die Demel Sachertorte, die zum Unterschied zur „Original Sacher Torte“ keine zusätzliche Marmeladeschicht in der Mitte hat. Erfunden hat sie Franz Sacher, vollendet zur heutigen Form hat sie allerdings sein Sohn Eduard Sacher, während seiner Ausbildung beim Demel.

Nach einem jahrelangen Rechtsstreit heißt die Demelsche Torte heute „Demel´s Sachertorte“, die andere „Original Sacher Torte“

61192296_2197831370527338_958759334668402688_n

Foto sternenkaiserin.com – marie

Wie immer war es ein ausgesprochen süßer, wenn auch kalorienreicher Besuch in unserem Lieblings Kaffeehaus.

Ich bedanke mich für die Einladung und vielen Köstlichkeiten und freue mich auf das nächste Mal.

Sisi


Rechtliche Hinweise:
Bildrechte: Sternenkaiserin,com – marie, Demel, Foto: Charlotte Schwarz|Fotogräfin 2017

Text: Sisi

Videos: sternenkaiserin.com – marie

Das Sternenkleid – Kleid aller Kleider

Welches Bild habt ihr als erstes vor Augen, wenn ihr an Kaiserin Elisabeth denkt?Vermutlich dasselbe wie Millionen von Menschen auf der ganzen Welt:

Elisabeth im weißen Tüllkleid mit Diamantsternen im Haar!

Bald schon war klar, dass ich dieses Kleid brauchen würde, und so begann ein Näh- und Lernprozess, der bis heute andauert. Aus einem Anfangs schlichten Tüllkleidchen wurde eine pompöse Robe mit einer gigantischen Schleppe. Der erste Versuch war relativ einfach, ein Kleid aus fertigem Sternentüll, nett ja, aber nicht annähernd so, wie es sein sollte.

16298455_1277115369015425_268440724073622978_n - Kopie

Foto sternenkaiserin.com – sisi

Das Problem war damals, ich hatte keine Ahnung und auch nicht das Wissen, woher ich den passenden Stoff bekommen könnte. Einen Stoff mit gestickten oder gewebten Sternen, der dem Original so nahe wie möglich kommen würde?


Das zweite Kleid war zwar näher am Original, aber immer noch zu „mickrig“ und dient heute, nach ebenfalls unzähligen Änderungen als „kleines“ Sternenkleid bei Veranstaltungen, da es einen wesentlich kleineren Umfang und keine Schleppe hat ist es wesentlich „Publikumstauglicher“

The munich show – Fotos sternenkaiserin.com – marie


Allerdings war das immer noch nicht DAS Kleid und so begann ich wieder von vorne. Mehr Umfang, mehr Tüll, mehr Sterne!

Ich änderte den kompletten Schnitt, fügte eine Schleppe an, deren wahre Länge am Winterhalter Bild ein Geheimnis bleibt und beschloss, dieses Mal die Sterne zu Sticken.

16195082_1277115352348760_8908099459167338429_n - Kopie

Foto: Foto Hofer, Bad Ischl

Auch dieser erste Versuch brachte nicht die völlige Zufriedenheit, es sah zwar prächtiger und eindrucksvoller aus, als das vorherige, aber es fehlte die „Leichtigkeit“


Also erneuerte ich das Oberteil komplett, tauschte die Ärmel, und verdoppelte noch einmal die Tüllmenge um daraus ein Kleid zu erschaffen, dass für meine damaligen Nähkünste das perfekte Kleid zu sein schien.

Wie ja viele von Euch wissen, hab ich die Schneiderkunst nie erlernt, sondern sie mir selbst von Kleid zu Kleid beigebracht.  Inzwischen war ich bei weit mehr als 100 Meter Stoff, und einem Gewicht von über  17 kg angelangt.

Foto: Bertl Jost

Eines meiner ersten wirklich großen Fotoshootings war jenes im Südbahnhotel am Semmering, dort entstand auch das erste wirklich großartige Bild dieses Kleides, dessen Fertigstellung beinahe ein ganzes Jahr in Anspruch genommen hatte.

1484492321096 (1)

Foto: Bertl Jost


Es folgten viele unvergessliche Shootings, in allen Möglichen Kleidern und natürlich war es irgendwann ein Thema zwischen Mariechen und mir, ein „Winterhalter Bild“ zu erschaffen.

Video: sternenkaiserin.com – marie

Und ihr könnt Euch vorstellen, was das bedeutete?

28378068_1903781653265646_4828192855580219171_n (1)

Foto: Barbara Prinz, Fotografie mit Herz

Richtig, ich begann erneut das Kleid zu optimieren, noch mehr Tüll, noch mehr Sterne, ein weiteres Oberteil, da ich inzwischen gelernt hatte, diese ebenfalls mit Stahl zu versteifen.

24129458_1858008384509640_5614795643166760460_n - Kopie

Foto: sternenkaiserin.com – marie

Wir bekamen die Erlaubnis in der Oper Graz einen Tag lang zu shooten und nutzten diesen zauberhaften Ort für genau dieses Kleid.

28379575_1903781719932306_8460219061816972936_n

Foto: Barbara Prinz, Fotografie mit Herz

Begleitet von unserer Babsi gelangen uns unzählige wundervolle Bilder!

28166532_1903781243265687_4229648643703448068_n - Kopie

Foto: Barbara Prinz, Fotografie mit Herz


Aber das sollte immer noch nicht die letzte Änderung sein, denn eines Tages kam eine Einladung aus dem schönen Kärnten. Die Stadt Klagenfurt feierte ihren 500. Geburtstag. Am Abend hatte ich die Ehre Gast auf einem wundervollen, ausgesprochen eleganten Ball zu sein. Und wir wären nicht wir, wenn wir eine solche Gelegenheit nicht gleich mit einem Fotoshooting verbinden würden.

Also trafen wir uns am Nachmittag mit unserem charmanten Gastgeber Hr. Bauer im vermutlich schönsten Saal Kärntens, dem Wappensaal, um dort ein paar Bilder zu machen.

33170144_1946476888996122_8020509606012780544_n

Foto sternenkaiserin.com – marie

Für diesen Zweck hatte ich ein weiteres Mal die Schleppe des Kleides auf nun 3 Meter verlängert.

33092234_1946476028996208_3582266448740876288_n

Foto: sternenkaiserin.co – marie

Eine besondere Überraschung für mich war, dass mich in dem Saal ein Chor erwartete und „nur für die Kaiserin“ sang.

Video: sternenkaiserin.com – marie

Ihr könnt Euch vorstellen, welches Gefühl das war. Ich gebe zu, es war gar nicht so leicht, vor Rührung nicht zu weinen 😉


Das nächste Highlight in diesem Kleid war sicherlich die Sisi Nacht im Schloss Eckartsau, dass inzwischen zu einem unserer Stamm- und Lieblingsschlösser wurde.

Wer den unermüdlichen Einsatz unseres Mariechens kennt, ahnt das sie sich natürlich auch dafür etwas Besonderes einfallen ließ.

Sie besorgte die ausdrückliche Erlaubnis der Vereinigten Bühnen Wiens, den Titelsong aus dem Musical Elisabeth verwenden zu dürfen!

Im Sternenkleid im Ballsaal eines so wunderschönen Schlosses zu stehen, dessen Türen sich genau in diesem Moment öffneten, als „Ich gehör nur mir“ erklang, wurde zum nächsten Höhepunkt in meinem Leben als Sternenkaiserin.

Video: Sternenkaiserin.com – marie


Aber wie kam es nun zu diesem Kleid?

Ein Kleid, das zum Symbol für die schöne Kaiserin wurde. Elisabeth sammelte in einem sogenannten Schönheitsalbum Bilder von schönen Damen aus der ganzen Welt. Dies konnten Tänzerinnen, Schauspielerinnen, aber auch „Halbwelt“-Damen sein. Ihr wurde ein Bild von Contessa Virgina di Castiglione in einem Sternenkleid mit Schmucksternen im Haar zugesandt

Virginia Oldoini, Countess Verasis of Castiglione (1837-1899). Ca. 1861-1867.

Virginia Oldoini, Countess Verasis of Castiglione (1837-1899). Ca. 1861-1867. Foto: wikimedia/commons

2 Jahre später ließ sie sich vom Pariser Couturier Charles Worth ein Kleid erschaffen, dass seinen Ursprung in dem der Contessa hatte.

Vom Hofjuwelier A.E.Köchert ließ sie sich Diamantsterne für ihre Haare, jedoch in edlerer und geschmackvollerer Form anfertigen, als die der Mätresse von Napoleon III. Diese Art Schmuck in den Haaren zu tragen war eine absolute Neuheit, denn üblicherweise trugen die Damen Diademe als Haarschmuck.

44964351_1380635732072838_2048421344009256960_n

Sisi und Florian Köchert mit der Original Zeichnung von den Sisi-Sternen von Alexander Emanuel Köchert
Foto: Michaela Handrek-Rehler

Die Haarsterne, die vermutlich ebenso berühmt sind wie das Kleid selbst sind, waren ein Geschenk des Kaisers. Von den Juwelieren Köchert und Pioté ließ sich Kaiserin Elisabeth ein Set von 27 Haarsternen aus Diamanten herstellen.

47375071_2415339071841390_917595904247070720_n

Florian Köchert präsentiert einen original Sisi Stern Foto: the munich show

 

Einige der Sterne verschenkte die Kaiserin später an Hofdamen, die anderen wurden in der Familie vererbt. Die Tochter von Kronprinz Rudolf, Erzherzogin Elisabeth, trug beispielsweise die Sterne zu ihrer Hochzeit 1902.

28059127_1903781443265667_7050754293466310578_n - Kopie

Foto: Barbara Prinz, Fotografie mit Herz

Erst dieses Kleid und diese Frisur, sollte sie zu dem machen, was sie bis heute ist: „Eine schöne unerreichbare Fee aus dem Märchenland.“

Premiere hatte dieses Ensemble am Ball des Abends am 11.2.1865 als ihr Bruder Carl Theodor von Bayern seine geliebte Braut Sophie von Sachsen in Dresden heiratete. Viele von Euch werden vielleicht nicht wissen, dass an diesem Abend auch Sisi´s Schwester im Sternenkleid erschien. Mehr Aufsehen erregte aber Sisi.

Zeitzeugen beschrieben das Kleid wie folgt „Ein weißes, mit Sternen besticktes Kleid, Diamantsterne im Haar und an der Brust ein Camelienbouquet.“  Sisi war zu diesem Zeitpunkt 27 Jahre alt und Mutter von 3 Kindern.

Erzherzog Ludwig Viktor schrieb in einem Brief nach Wien:

„Sisi sei blendend schön, auch waren die Leute wie verrückt hier. Ich habe noch nie so einen Effekt machen sehen. Helene ein sehr schlechter Abklatsch von der Kaiserin, auch Sternenkleid.“ (1)

Marie, Königin von Sachsen schrieb an eine Freundin:

„Von der Begeisterung, welche die Schönheit und Liebenswürdigkeit der Kaiserin erregte, kannst Du Dir keine Vorstellung machen; noch nie sah ich meine ruhigen Sachsen in solcher Aufregung! Man dachte, sprach, hörte nur ihr Lob.“ (2)

Wie die meisten vermutlich wissen, gibt es von der Kaiserin nur wenige Bilder, und noch weniger, bei denen sie tatsächlich Model stand. Diese Ehre wurde allerdings, dem wohl größten Meister seiner Zeit zu Teil. Franz Xaver Winterhalter. Durch Protektion König Louis Philippes stieg Winterhalter zum gefragtesten Porträtmaler in Frankreich auf. Als französischer Hofmaler malte er Bildnisse der gesamten königlichen Familie und der führenden Mitglieder des Hofes. 1852 folgte er dem Ruf von Königin Isabella nach Spanien. Nach der Thronbesteigung Napoléons III. ging er zurück nach Paris. Zu seinen Kunden gehörten auch das belgische Königshaus und die kaiserlichen Höfe in Sankt Petersburg und Wien.

Elisabeth ließ sich von F.X.Winterhalter 1865  im Sternenkleid malen, und machte dieses Kleid somit unsterblich. Dieses Gemälde könnt ihr immer noch in der Wiener Hofburg bewundern.

Elisabeth_of_Austria,_by_Franz_Xaver_Winterhalter

Kaiserin Elisabeth von Österreich (Porträt von Franz Xaver Winterhalter, Öl auf Leinwand, 1865 Foto: wikimedia/commons

 

Von F.X.Winterhalter gibt es noch 2 weitere Bilder, die in die Geschichte eingehen sollten. „Sisi mit offenen Haar.“

Diese Bilder waren für die damalige Zeit sehr intim. Eines davon wurde zu Kaiser Franz Josefs Lieblingsbild. Es stand Zeit seines Lebens vor seinem Schreibtisch (und dort steht es heute noch).

Fotos: Wikimedia/commons


Zum Abschluss bleibt nur eines zu sagen, egal wann und wo ich dieses Kleid trage, es ist immer mit unvergesslichen Erinnerungen verbunden.

In diesem Sinne, träumt nicht nur von den Sternen, sondern greift danach 😉

Eure Sisi


Rechtliche Hinweise:
Bildrechte: Bertl Jost, Sternenkaiserin,com – marie, Sternenkaiserin.com – sisi, Barbara Prinz – Fotografie mit Herz; Michaela Handrek-Rehler, the munich show

Videos: sternenkaiserin.com – marie

Textrechte: Sisi, Marie, Brigitte Hamann – Kaiserin wider Willen, Dr. Martina Winkelhofer – Sisi


Literaturhinweise:

Zitate: 1 – S 198, 2 – S 199
Brigitte Hamann:
Kaiserin wider Willen , Amalthea, 1992, 11. Auflage

Dr. Martina Winkelhofer

Rechtliche Hinweise:

Bildrechte: Bertl Jost, Privat, Hofburg Wien, Juwelier Köchert

Textrechte: Sisi, Marie Festetics (historischer Teil), Brigitte Hamann – Kaiserin wider Willen, Dr. Martina Winkelhofer – Sisi

Literaturhinweise:

Zitate: 1 – S 198, 2 – S 199

Brigitte Hamann:

Kaiserin wider Willen , Amalthea, 1992, 11. Auflage

Dr. Martina Winkelhofer

Sisi