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Das Spanische Hofzeremoniell – Hofetikette

Foto: Wikimedia/Commons Herzog Phillip „der Gute“

Das spanische Hofzeremoniell, wie es Romy Schneider als „Sissi, die junge Kaiserin“ seitenweise von Hofdame Esterházy (Helene Lauterböck) in die Hand gedrückt bekam, um den „Unsinn“ auswendig zu lernen, gab es nicht. Es wurde zwar am Wiener Hof sehr streng das „Hofzeremoniell“ abgehalten, doch wie so vieles in der Sissi-Trilogie ist auch das „Spanische Hofzeremoniell“ eine reine Erfindung eines windigen 50er Jahre Regisseurs.

Das „Spanische Hofzeremoniell“ wurde am Wiener Hof bis zu Kaiser Joseph II (*13.3.1741, †20.2.1790) praktiziert, danach wurde es immer wieder erweitert und nur noch „Hofetikette“ oder „Hofzeremoniell“ genannt. Dabei handelte es sich auch nicht um ein Heft oder Buch mit Paragraphen, welches auswendig gelernt werden musste – und schon gar nicht von Sisi – ergo von Kaiserin Elisabeth.

Das „Hofzeremoniell“ wurde von den Herzögen von Burgund im 15. Jahrhundert entwickelt. Diese Herzöge entstammten aus einer Nebenlinie aus dem französischen Königshaus und herrschten über die Niederlande. Herzog Philipp „der Gute“ (*31.7.1396, †15.6.1467) erweiterte das „Hofzeremoniell“ in dem in weiterer Folge das „Goldene Vlies“ und der „Ritterorden“ dazu gehörte. Damit wollte er seine höchsten Untertanen adeln und auszeichnen.

Durch die Erbfolge gelangte die Niederlande an die Habsburger und so an Kaiser Karl V (*24.2.1500, †21.9.1558), der zuerst das Heilige Römische Reich und später in Spanien regierte. Er übernahm das Hofzeremoniell, nahm es nach Spanien mit und perfektionierte es. Sein Bruder Ferdinand (*10.3.1503, †25.7.1564), der zwischenzeitig Kaiser Ferdinand vom Heiligen Römischen Reich war, übernahm das „Spanische Hofzeremoniell“ seines Bruders, welches bis zu Kaiser Joseph am Wiener Hof als Hofetikette verblieb. Der Rest ist ein Ammenmärchen eines hübschen kitschigen Nachkriegsfilmes, der nichts mit der Wirklichkeit zu tun hat und leider bis heute den Unsinn verbreitet real zu sein.

Jeder Obersthofmeister gab sein Wissen an den neuen Obersthofmeister weiter und so wurde die Hofetikette erweitert und „etikettiert“. Von Audienzen, Hochzeiten, Staatstrauer, Begräbnissen, Huldigungen usw. war alles bis aufs Strengste festgelegt. Wer durfte wie lange vor den Kaiser treten, wie musste die Verbeugung aussehen und wer durfte das Goldene Vlies erhalten.

Wie kam es aber zum Goldenen Vlies oder was ist ein Obersthofmeister oder ein Flügeladjutant. Und welche Aufgabe hat genau eine Hofdame und warum musste diese unverheiratet sein? All diesen Fragen versuche ich mit diesem Beitrag auf die Spur zu gehen.

 

Beginnen wir mit der höfischen Anrede

 

Kaiserin Eisabeth

Foto: ÖNB Kaiserin Elisabeth

Kaiserin Elisabeth wird heute vielerorts, vor allem im Internet, Facebook, Instagram, TV, Medien, Zeitschriften, Büchern und sogar in historischen Büchern Kaiserin Sisi genannt. Ein Fauxpas und ein Frevel sondergleichen. Kaiserin Sisi gab es nicht! Sisi war ihr Kosename und den durften nur ihre aller engsten Vertrauten verwenden. Diese waren ihr Mann Franz (Joseph), ihre Mutter, ihre Geschwister, ihre Schwägerinnen, ihre Nichten und Neffen nannten sie „Tante Sisi“ oder „Tante Elisabeth“. Gisela, Rudolf und ihre geliebte Valérie nannten sie Mama.
Das Volk hatte ausdrücklich „Kaiserin Elisabeth“ zu sagen. Die Anrede war ausdrücklich Ihre Majestät oder Ihre kaiserliche Hoheit.

Die Anrede der Dritten Person „Eure Hoheit“ stimmt auch noch insofern, da es die Ausdrucksweise im 19. Jahrhundert durchaus noch gab und diese im Gespräch mit der Kaiserin verwendet wurde; also zB. „Darf ich Eurer Hoheit oder Eurer Majestät den Tee servieren lassen“.

Kaiser Franz Joseph moderne Schreibweise auch gerne Kaiser Franz Josef, wurde allseits als „Majestät“ angesprochen. Die Anrede war allseits Seine Majestät oder Seine kaiserliche Hoheit. Auch hier gilt noch die Anrede der Dritten Person „Eure Majestät“, vor allem, wenn seine Minister und Adjutanten im Raum waren.

Als Kind wurde er Franzi genannt. Diese Koseform, blieb dem inneren Kreis vorbehalten. Mutter, Vater, seine Brüder nannten ihn Franz(i) oder Majestät. Elisabeth nannte ihren Mann Franz. Er selbst unterschrieb seine Briefe an sie in den ersten Jahren mit Franz, später mit „Kleiner“, was in den letzten Jahrzehnten mit „Kl“ abgekürzt wurde. Aber auch mit „Männeken“ (was so viel wie Männchen bedeutet) unterschrieb er seine Briefe, die von 1859 – 1898 alle veröffentlicht sind. Seine Neffen und Nichten durften ihn Onkel nennen, die meisten nannten ihn trotz allem „Majestät“, waren danach aber zumindest per du. Gisela, Rudolf, Valérie nannten ihn Papa.

 

Kommen wir nun zum Wirr Warr der Begrifflichkeiten

 

Adjutant

Foto: Wikimedia/Commons Maximilian O’Donnell, Flügeladjutant bei Kaiser Franz Joseph

Hier musste man unterscheiden zwischen „Flügeladjutant“ (diesen Begriff lest ihr häufig in meinen Beiträgen) und von Generaladjutanten. Ein Flügeladjutant stand im Rang eines Stabsoffiziers und wurde zur Unterstützung von zB. Kaiser Franz Joseph oder Kronprinz Rudolf eingesetzt. Flügeladjutant waren auch Feldmarschällen unterstellt.

Die Aufgabe eines Flügeladjutanten war es Befehle entgegenzunehmen, diese auszuführen, dem Kaiser oder dem Kronprinz rund um die Uhr zur Verfügung zu stehen (deshalb waren mehrere im Dienst). Gab es eine Botschaft an den Kaiser oder den Kronprinz, war es die Aufgabe des Flügeladjutanten, diese an den Kaiser oder an den Kronprinz persönlich zu überbringen. Die Stelle beinhaltete eine Vertrauens- und Verschwiegenheitsklausel. Wurde diese gebrochen, wurde die Person sofort aus dem k.u.k. Dienst entlassen.

Ein berühmt gewordener Flügeladjutant ist sicherlich Maximilian Graf von O‘ Donnell (*29.10.1812, †14.7.1895) der Kaiser Franz Joseph 1853 vor dem Libényí Attentat bewahrt hat. Die ganze Geschichte kann hier nachgelesen werden.

Ahnenprobe

Es gab ein unglaublich strenges Aufnahmereglement am „Wiener Hof“ zB. für die Ernennung zum „Kämmerer“ oder zur Aufnahme als „Hofdame“. Dabei wurde urkundlich geprüft, ob die eheliche Abstammung der Eltern einer gewissen Anzahl der Adeligen Urahnen bestätigt werden konnte. 8 Adelige Urahnen musste die Stammtafel aufweisen. Nur so durfte es zur Aufnahme als „Hofdame“ bei einer Herrschaft oder als „Kämmerer“ bei der Herrschaft kommen. Dabei war es wichtig, dass diese 8 Urahnen sowohl von der mütterlichen, als auch von der väterlichen Seite nachgewiesen werden konnten.

Aja/Ajo

Foto: ÖNB, Karoline Freifrau von Welden „Wowo“, die Kinderfrau von Erzherzogin Gisel(l)a und Kronprinz Rudolf, Kaiserin Elisabeth

ist spanisch und heißt Kindermädchen/Kindermann. Im Kaiserhaus wurden so die Erzieherinnen der Kaiserkinder genannt. Diese verblieben bis zum 6. Lebensjahr bei ihren Zöglingen und mussten sich dann verabschieden. Bei den männlichen Thronerben wurden dann Erzieher eingesetzt, meist aus dem Militär. Bei

Foto: Wikimedia/Commons Louise von Sturmfeder

den weiblichen Erzherzoginnen wurden danach Erzieherinnen gewählt, die ihnen das weitere Weltgeschehen beibrachten wie zB. das tadellose Benehmen, Tee trinken in guter Gesellschaft usw. Ajas waren stets Adelige Damen, manchmal sogar Witwen, oft sogar nicht einmal selbst Mütter. Damals war auch noch Züchtigung erlaubt. Kaiser Franz Joseph schrieb stets liebevoll von seiner Aja Louise Baronin von Sturmfeder (*3.10.1789, †10.9.1866). Die Kindheit von Kaiser Franz Joseph kann hier nachgelesen werden.

Auch die Kaiserkinder Erzherzogin Gisela (*12.7.1856, †27.7.1932) und Kronprinz Rudolf (*21.8.1858, †30.1.1889) verehrten ihre Aja so sehr, dass sie ihr sogar einen Kosenamen gaben. Karoline Freifrau von Welden (*13.4.1812, †6.8.1912) „Wowo“ wurde innig geliebt und gerade Rudolf, der ihr entrissen und Leopold Graf Gondrecourt (*13.5.1816, †22.5.1888) zum militärischen Drill übergeben wurde, litt Zeit seines Lebens unter diesem Liebesentzug und Züchtigungen dieses bösartigen Grafen. Über die ambivalente Ehe und das Schicksal der Kinder kann hier nachgelesen werden.

 

Foto: hofburg-wien.at Audienzraum mit Stehpult, Hofburg Wien

Audienz

Jeder Bürger durfte dem Kaiser zweimal pro Woche persönlich vorsprechen. In streng reglementierten Audienztagen wurden die Namen in die Audienzbücher (heute im Sisi Museum zu besichtigen) eingetragen. Jeder Bürger bekam einen festen Termin für seine Vorsprache. Die Bittstellung musste vorher dem Ministerium vorgelegt werden, welche danach vom Kaiser persönlich geprüft wurde. Dies konnte eine persönliche Danksagung sein, eine Fürbitte, ein Wunsch oder eine Art Begutachtung. Die Wiener Zeitung veröffentlichte zweimal in der Woche die Audienznehmer, so dass die Bürgernähe des Kaisers demonstrativ vorgeführt wurde.

Die Audienz selbst war streng reglementiert und brachte per se nichts mehr Neues:

Um Punkt 10.00 Uhr morgens begann Kaiser Franz Joseph die Audienz, so dass sich die Bittsteller in den Warteräumen der Hofburg oder von Schloss Schönbrunn einzufinden hatte (je nach dem wo sich Kaiser Franz Joseph gerade aufhielt).

Dabei war eine strenge Kleiderordnung einzuhalten:
Die Herren mussten Frack tragen. Herren vom Militär selbstverständlich ihre Uniform. Die Damen vom Volk ein hochgeschlossenes Kleid. Jeder Bürger und die Herren vom Militär hatten Handschuhe zu tragen. Bürger aus den ländlichen Orten mussten ihre jeweilige Landestracht tragen, was zuweilen ein buntes Bild in den Wartesälen abgab.

Foto: Wikimedia/Commons Kaiser Franz Joseph

Ein Mitarbeiter des Obersthofmeisters machte den Audienznehmer mit den Grundregeln der Audienz vertraut:

– den Kaiser niemals von sich aus ansprechen
– dem Kaiser niemals den Rücken zukehren
– dem Kaiser niemals persönliche Fragen stellen

Danach wurde der Bürger mit dem Namen aufgerufen und vom Adjutant in einen Vorraum gebracht, wo der Name erneut mit dem Audienzbuch verglichen wurde. Schließlich rief ihn der Kammeransager laut auf. Die Türe wurde aufgemacht und der Audienznehmer stand vor dem Kaiser.

Sofort nach dem Eintreten hatte der Bürger eine tiefe Verbeugung und die Bürgerin einen tiefen Knicks zu machen. Konnte dies der Bürger oder die Bürgerin nicht, wurde dieser zuvor im Wartesaal mit einem Mitarbeiter des Hofes geübt. Erst nach der Aufforderung des Kaisers durfte sich der Bürger oder die Bürgerin erheben. Danach fragte der Kaiser nach dem Namen und sah in seinem Audienzbuch nach, ob der Name darin stimmte. Danach durfte der Besuch sein/ihr Anliegen vortragen und bekam die Antwort von Seiner Majestät. Nach exakt 3 Minuten wurde die Türe geöffnet und die Audienz war vorbei. Der Besuch hatte sich nochmals zu verbeugen und mit dem Gesicht zum Kaiser, mit dem Rücken zur Tür, hinauszugehen. Über 100 Personen schaffte Kaiser Franz Joseph so an einem Audienztag. Erst im hohen Alter reduzierte er auf die Hälfte. Bis zuletzt stand der Kaiser all die Stunden an seinem Pult während der Audienz.

Nach den Audienzen fanden die offiziellen Gesprächen mit Ministern, Abgeordneten und

Statthaltern statt, welche von Kaiser Franz Joseph persönlich eingeladen wurde. Es war unumgänglich, dass die Herren gut vorbereitet auf das Gespräch waren, denn der Kaiser liebte es, gut informiert zu sein und war auf jede Antwort gewappnet und konnte die Herren immer wieder aus der Fassung bringen, in dem er mehr wusste, als sie selbst. Er fragte mehrere Personen zum gleichen Thema, um sich so ein besseres Bild von einem Problem zu machen. Er wusste, dass er viele „Speichellecker“ um ihn hatte, die ihm nicht die Wahrheit sagen wollten.

Cortège

ist das französische Wort für Prozession. Dieses Wort wurde eingesetzt für das Gefolge unter einem Herrscher oder Herrscherin bei offiziellen Anlässen. Das heißt nichts anderes, als wenn es zu öffentlichen Auftritten des Königs, der Königin, des Kaisers oder der Kaiserin kam, folgten ihnen 100erte von Adeligen Leuten – der sogenannte Hofstaat. Dieses nannte man Cortège. Unter ihnen befanden sich: Hofdamen (bei Königin/Kaiserin), Geheime Räte, Kämmerer (bei König/Kaiser), Palastdamen, Truchessen (bei König/Kaiser) usw.

Dies war einerseits eine große Ehre, andererseits auch eine lästige Pflicht. Die Damen hatten jedes Mal in schönster Toilette zu erscheinen, was einen unheimlichen teuren Aufwand mit sich brachte.

Goldene Vlies

Foto: Wikimedia/Commons Goldene Vlies

Foto: KHM Wien, Großmeistermantel

Wie oben beschrieben, rief Herzog Philipp „der Gute“ den Orden anlässlich seiner Hochzeit ins Leben. Er wurde der Heiligen Jungfrau Maria gewidmet und steht für den Schutz der Kirche und die unbefleckte Ehre des Rittertums.

An einer Collane (Ordenskette) hängt ein goldenes Widderfell. Sowohl das Haus Habsburg, als auch das Haus Bourbonen, also der spanische König tragen das Goldene Vlies. Heute ist es Karl (von) Habsburg (*11.1.1961) und König Felipe (*30.1.1968). Sie sind die Großmeister des Ordens und können bis heute Ordensmitglieder aufnehmen. In Wien leistet man bis heute den Schwur vor dem Schwurkreuz, welches in der Schatzkammer Wien zu sehen ist. Der Ordenstag ist der 30.11., an dem bis heute feierlich Messen zelebriert und neue Mitglieder aufgenommen werden.

Kaiser Franz Joseph war zu seiner Zeit Großmeister und vergab nicht nur an seine Familie den Orden, sondern auch an jene Personen die seiner Meinung nach die Tugend und Ehre hatten, diesen zu Erlangen. Die Verleihung wurde von Kaiser Franz Joseph in einem Großmeistermantel zelebriert und die zukünftigen Ritter des Ordens sahen dies als Privileg für ihre Verdienste rund ums Hause Habsburg an. Das Goldene Vlies war demnach kein Geburtsrecht.

Alle Ordensmitglieder halten wie ein unzertrennliches Band zusammen und sind gleichberechtigt. Bei allen Feierlichkeiten bei Hofe waren diese nicht nur eingeladen, sondern hatten in allem auch Vorrang und Vortritt. Es gab nur eine Ausnahme: waren gekrönte Häupter anwesend, mussten diese zuerst begrüßt oder bedient werden. In Wien sind bis heute nur katholische Ordensmitglieder erlaubt, in Spanien nimmt man mittlerweile auch protestantische Gläubige auf.

Der Orden des Goldenen Vlieses ist der älteste und bedeutendste Ritterorden der Welt. Obwohl es in Österreich keine Monarchie mehr gibt, wird der Orden im Hause Habsburg bis heute hochgehalten.

Hofdame

Eine Hofdame war ein hoch angesehener Beruf und nur Frauen aus dem Adel vorbehalten. Anders als bei Palastdamen, der rein ehrenamtlich durchgeführt wurde, wurde eine Hofdame entlohnt, bekam eine Abfertigung und wenn sie wegen zu hohen Alters aus dem Dienst ausschied, sogar eine Pension ausbezahlt. Bevor eine Hofdame aufgenommen wurde, musste diese die strenge Ahnenprobe überstehen, welche die Voraussetzung für den Dienst bei Hofe war.

Die Hofdame hatte aus gutem Haus zu sein, eine fundierte Ausbildung zu haben, musste mehrere Sprachen sprechen und musste unverheiratet sein. Man konnte sich für diesen Posten nie bewerben, sondern man wurde ernannt. Die Hofdame die auserkoren wurde, erhielt ein formelles „Ernennungsdekret“.

Ich werde im Anschluss das Thema Hofdame noch ausführlicher erläutern.

Hoffähigkeit

Diese wurde streng reglementiert und war nicht Jedermann gestattet. Den Zutritt zur kaiserlichen Familie war Familien erlaubt, die die Ahnenprobe bestand (die strenge Variante). Diese wurde auch zu Festlichkeiten wie zB. auf Hofbällen eingeladen. Es gab aber auch noch andere Personen die Zutritt erhielten. Diese waren durch ihre besondere Stellung bei Hofe dazu würdig der kaiserlichen Familie vorgestellt zu werden oder an den Festlichkeiten teilzunehmen. Diese waren Diplomaten, Offiziere der Wiener Garnison und Ordensritter. Ansonsten stand der engere Kreis nur standesherrlichen Familien und Hofwürdenträgern zu. Da diese Mitglieder alter Adelsfamilien allerdings zahlreich waren, tummelten sich auf diesen Veranstaltungen zahlreiche Personen und dienten u.a. zur Heiratsvermittlung. Mehr als 300 (!) Familien zählten damals zur ständigen Hocharistokratie und somit zur Hoffähigkeit.

Anders als bei anderen Höfen Europas, hatte man in Wien die Türen für den Geldadel noch nicht geöffnet. Kaiser Franz Joseph liebte es aber ihm treue Bürger in den Adelsstand zu erheben und so Zutritt zum Kaiserhaus zu verschaffen. Dabei war es egal ob diese reich waren oder nicht. Kaiser Franz Joseph erhob so manchen als „Truchsessen“ (weiter unten erklärt), diese durften dann auch an der Hoftafel oder an großen Festlichkeiten teilnehmen, was das Hofzeremoniell ziemlich durcheinander brachte.

Es war von „wer wo gehen, stehen und sitzen durfte“ alles geregelt. Je älter eine Adelsfamilie war, desto höher der Rang bei Hofe. Eine schiere Mammutaufgabe für den Obersthofmeister.

Hofsprache

Foto: Wikimedia/Commons Kaiserin Elisabeth und Helene von Thurn und Taxis

Schon unter Maria Theresia sprach man am Wiener Hof französisch, weshalb so viele Begriffe auch in französisch sind. Allerdings war es schon bei (Kaiserin) Maria Theresia so, dass ein sehr lockerer Umgangston herrschte und der Wiener Dialekt vorrangig gesprochen wurde. Nur wenn das Personal so gar nicht mitbekommen sollte, was besprochen wurde, wurde französisch gesprochen.

Unter Kaiser Franz Joseph war dies nicht anders, wenn auch die französische Sprache schön langsam aus dem Alltag verschwand. Nunmehr zog ungarisch ins Haus ein, nicht alleine wegen Kaiserin Elisabeth, die dadurch Erzherzogin Sophie (*27.1.1805, †28.5.1872) eins auswischte. Die meisten Bediensteten und auch die hohe Herrschaft selbst verstand kein ungarisch. Nur Kaiser Franz Joseph sprach fließend die Landessprache. Am Wiener Hof wurde deutsch, böhmisch, ein bisschen ungarisch (Bedienstete und beim Militär) und natürlich französisch gesprochen. Kaiser Joseph II machte die deutsche Sprache – bzw. das Wienerische – am Hof salonfähig. Er setzte sich auch dafür ein, dass Mozart die Opern in deutscher Sprache schrieb.

Eine völlige unbekannte Sprache war damals noch die englische Sprache. Kaiserin Elisabeth und ihre Schwester Helene „Nénè in Bayern (*4.4.1834, †16.5.1890), verheiratete Thurn und Taxis sprachen Zeit ihres Lebens nur englisch miteinander. Schon allein deshalb, da sie wussten, dass niemand sie belauschen konnte.

Kämmerer

Nur ein Mann durfte beim Kaiser „Kämmerer“ werden. Zuvor hatte man die strenge Ahnenprobe zu bestehen. Das Amt des „Kämmerers“ war ein Ehrenamt und wurde bereits im Mittelalter gegründet. Dieser hatte den „Goldenen Schlüssel“ über. Seine Aufgabe war es bei Festen zu erscheinen, Botschaften und Gratulationen entgegenzunehmen und bei Begräbnissen das Geleit innerhalb der Kaiserfamilie zu übernehmen. Die Aufgabe eines „Kämmerers“ wurde sehr ernst genommen und war eine ehrenvolle Tätigkeit. Wer „Kämmerer“ werden durfte, konnte sich glücklich schätzen.

Marschallstafel

Zu dieser Tafel wurden jene Gäste geladen, die nicht an der Haupttafel mit der kaiserlichen Familie geladen waren. Hier speiste man nicht mit dem Kaiser oder der Kaiserin, sondern mit dem Obersthofmarschall oder einem Kammerherr.

Obersthofmarschall

Er war zuständig für die Fideikommisse der gebundenen Vermögen etlicher adeliger Familien (heute würde man es Familienstiftung nennen) und diente als Zivilgerichtsbehörde der kaiserlichen Familie und anderer Familien die diesen Sonderstatus genossen.

Obersthofmeister

Der Obersthofmeister unterstand dem Kaiser und war der engste Mitarbeiter des gesamtes Hofstaates. Ihm unterstand nicht nur das gesamte Dienstpersonal, sondern auch die Verwaltung der Finanzen und die Garde. Sein Einfluss reichte bis hinunter in die Hofküche und bis zur Hofoper. Was er sagte, war Gesetz. Ab 1895 wurde sogar das Hofmarschallamt in Ungarn dem Obersthofmeister in Wien unterstellt. Diese Stelle war hochbezahlt und hochangesehen. Das Amt wurde hochpolitisch angesehen, hatte der Obersthofmeister direkten Zugang zum Kaiser und so auch enormen Einfluss auf diesen.

Obersthofmeisterin

Foto: Wikimedia/Commons Pauline von Aulendorf-Königsegg geb. Bellegarde

Die Obersthofmeisterin war das Pendant zum Obersthofmeister und der Kaiserin unterstellt. Sie hatte den gesamten Hofstaat der Kaiserin inne, stellte das Personal ein, kündigte ihnen wieder, sorgte für die Einhaltung der Etikette, sorgte für Urlaube und Krankheitsausfälle. Was die Obersthofmeisterin anordnete musste geschehen, so wollte es das Gesetz des Wiener Hofes. Sie sorgte für Zucht und Ordnung. Die Stelle war nicht nur hochbezahlt und hochangesehen, sondern auch enorm anstrengend. Kaiserin Elisabeth verlangte äußerste Disziplin und hatte nicht öfters Querelen mit ihren Obersthofmeisterinnen auszufechten. Diese nahm – in allen Belangen – großen Einfluss auf sie.

Im Gegensatz zu Hofdamen, durften Obersthofmeister und Obersthofmeisterinnen verheiratet oder gar Witwe/r mit Kindern sein. Oftmals sogar miteinander, wie das Beispiel „Gräfin Bellegarde“ zeigt, vormals beliebte Hofdame und Begleiterin nach Madeira.

Die berühmteste Obersthofmeisterin ist sicherlich Pauline Gräfin von Bellegarde (*2.4.1830, †27.5.1912) welche zuvor Hofdame bei Kaiserin Elisabeth war. Ihr einziges Vergehen war, dass sie sich in den schneidigen Flügeladjutant von Kaiser Franz Joseph Alfred von Königsegg-Aulendorf (*30.6.1817, †27.10.1898) verliebte. Um ihre Vertraute nicht zu verlieren (Hofdamen hatten ja aus dem Hofdienst auszuscheiden), machte diese Alfred kurzerhand zu ihrem Obersthofmeister. Obersthofmeisterin Pauline Gräfin Aulendorf-Königsegg und Obersthofmeister Alfred Graf Aulendorf-Königsegg verblieben somit im Dienste Ihrer Majestät, auch wenn das Verhältnis danach nicht mehr ganz so vertraut war. Aber das ist eine andere Geschichte, die ich in den Todestagen rund um die Personen aufarbeite.

Auch hier ist der Sissi-Film mit Romy Schneider eine nicht recherchierte Filmphantasie. Graf Bellegard wurde nicht während des Ungarn Aufstandes erschossen, sondern Gräfin Bellegarde war einfach der Mädchenname der Hofdame.

Ein Schicksal einer Obersthofmeisterin möchte ich hier erwähnen, dass mich schlichtweg traurig stimmte. Jenes von Maria Theresia Landgräfin zu Fürstenberg, geb. Prinzessin zu Schwarzenberg (*14.10.1780, †9.11.1870). Sie war mit Friedrich Landgraf zu Fürstenberg (*26.1.1774, †4.2.1856) per Liebesehe verheiratet und hatte mit ihm 10 Kinder. Kaiser Franz II/I (*12.2.1768, †2.3.1835) hatte Maria Theresia 1831 zur Obersthofmeisterin der zukünftigen Kaiserin Maria Anna bestimmt. Maria Anna (*19.9.1803, †4.5.1884) wurde mit dem geistesschwachen und jähzornigen Sohn von Franz Ferdinand (*19.4.1793, †29.6.1875) verheiratet und ertrug ihr Schicksal bravourös. Die Familie lebte auf Schloss Weitra und so musste Vater Friedrich sich um die Kinderschar kümmern. Nur in ihren Urlauben sah die Mutter ihre Kinder. Ein Glück im Unglück hatte das Ganze. Friedrich konnte nicht gut mit Geld umgehen und spekulierte sich ein paar Mal, so dass er viel Geld verlor. Das hohe Gehalt seiner Gattin bot der großen Familie einen guten Lebensstil. Aus heutiger Sicht kann man sagen, dass die Familie zu Fürstenberg, damals schon eine moderne Ehe führte. Die Frau brachte das Geld nach Hause und der Mann kümmerte sich dafür um die Kinder.

Oberzeremonienmeister – Zeremonienmeister

Foto: Schloss Schönbrunn Kaiser Franz Joseph ist hier in Begleitung des adeligen Cortèges abgebildet: Voranschreitend der Oberzeremonienmeister und der Obersthofmeister, danach Franz Joseph mit seiner Tochter Marie Valerie, gefolgt vom Adel des Hofes, nach Rang geordnet.

Der Oberzeremonienmeister hatte die Aufgabe bei den Hofbällen oder Ball bei Hofe die organisatorische, logistische und repräsentative Aufgabe zu übernehmen. Der Oberzeremonienmeister hatte unter sich noch Zeremonienmeister die ihm halfen die Aufgaben zu bewältigen. Alle unterstanden aber dem Obersthofmeister.

Am Tag des Balles war es seine Aufgabe das Eintreten der Herrschaft anzukündigen.

Palastdame

Im Gegensatz zur Hofdame, war die Palastdame ein Ehrenamt und durfte von verheirateten Frauen ausgeübt werden. Die Palastdame war ein sehr begehrtes Amt, allerdings auch sehr kostspielig (wie übrigens auch jenes der Hofdame, doch untenstehend mehr dazu). Wie die Kämmerer hatten die Palastdamen zu gewissen Terminen pflichtmäßig zu erscheinen, weshalb diese im Turnus Dienst hatten und verschiedene Repräsentationsaufgaben übernahmen. So mussten die Palastdamen zu den Hofbällen erscheinen, zum Ball bei Hof, Neujahrscours (Neujahrsempfang des Kaisers), allen hohen kirchlichen festlichen Feiertagen und zur Fronleichnamsprozession. Dies war insofern kostspielig, da jedes Mal eine neue Toilette her musste, da die Palastdame nicht im selben Kleid auf jedem Fest erscheinen konnte/durfte.

Standesgemäß

Foto: Wikimedia/Commons Franz Ferdinand und Sophie mit ihren Kindern Sophie, Max und Ernst

Foto: Wikimedia/Commons Ferdinand und Berta Burg

Wurde in einem Kaiser- oder Königshaus geheiratet, musste die Ahnenprobe gemacht werden. Diese war jetzt nicht so streng, wie bei der Aufnahme zur „Hofdame“, allerdings, musste die Heiratskandidatin „standesgemäß“ sein. Das hieß hier musste sie aus einem regierenden standesherrlichen Herrscherhaus kommen. War dies nicht der Fall, wurde die Ehe als „morganatisch“ – also nicht ebenbürtig – eingestuft.

Diese morganatische Ehe hatte oft zur Folge, dass die Kinder nicht als Thronerben eingesetzt werden durften oder die Ehe gar nicht zustande kam. Beispiele dieser Art gibt es in meinen Beiträgen viele. Erzherzogin Isabella (*17.11.1888, †6.12.1973) die ihren Arzt nicht heiraten durfte und lieber unverheiratet blieb, Erzherzog Franz Ferdinand der sich in die Hofdame Sophie von Chotek verliebte, diese ehelichen durfte, allerdings mit der Auflage, dass die Kinder keine Thronansprüche stellen dürften. Seine Frau wurde Fürstin von Hohenberg. Die ganze Geschichte dazu findet ihr hier.

Es gab aber auch traurige Fälle von morganatischen Ehen. Hier wurde derjenige aus dem Kaiserhaus ausgeschlossen, wie zB. Erzherzog Ferdinand Karl, der sich in Berta Czuber verliebte. Die unglückliche Geschichte, könnt ihr in der Biografie seiner Mutter nachlesen (hier).

Sternkreuzdame – Sternkreuzorden

Der Sternkreuzorden wurde am 3.5.1668 von Kaiserin Eleonore (*18.11.1628, †6.12.1686) gegründet. Papst Clemens IX gab am 28.7.1668

Foto: Wikimedia/Commons Sternkreuzorden

seinen Segen dazu. Dieser sollte zur Andacht „zum heiligen Kreuz, des tugendhaften Lebens und wohltätiger Handlungen in Wien“ gestiftet werden. Die Aufnahme in den Sternkreuzorden entsprach in etwa dem Ehrentitel eines Kämmerers, der zur selben Zeit gegründet wurde.

Die Anzahl der Sternkreuzdamen wurde wie die eines Kämmerers nicht beschränkt, allerdings wurde auch hier eine strenge Ahnenprobe vorgeschrieben. Die Ernennung zu einer Sternkreuzdame darf immer nur von einer österreichischen Erzherzogin vorgenommen werden. Immer noch steht die Verehrung des Heiligen Kreuzes und die Barmherzigkeit an oberster Stelle. Der Orden besteht bis heute. Seit 2010 trägt diese Würde Gabriela (von) Habsburg-Lothringen (*14.10.1956).

Stiftsdamen

Foto: Wikimedia/Commons Ordensgewand einer Kanonissin

Dies waren klosterähnliche Stifte in denen adelige Damen, meistens Witwen oder unverheiratete adelige Frauen lebten, die sich Gott widmeten (oder Gott widmen mussten). Die adelige Äbtissin (Oberste des weltlichen Stiftes) nahm der adeligen Kanonissin (die eintretende Gläubige) das Gelübde ab. Hierbei handelte es sich lediglich um das Keuschheits- und das Gehorsamkeitsgelübde des weltlichen Klosters. Die Einrichtung des Stiftes war komfortabler als jenes eines geistlichen Klosters. Die Damen durften ein paar ihrer eigenen Möbel mitnehmen, die Dienerschaft durfte in anliegenden Häusern unterkommen, das Essen war nahrhafter und mit Pfründen (Schenkungen) wurde das Stift erhalten. Vor allem Witwen nahmen dies gerne als Alterssitz in Anspruch. Familien deren Tochter unverheiratet blieb, steckten sie oft in solche weltliche Klöster, weil sie hofften, dass sie aus diesem doch noch verheiratet wurden. Oftmals hatten die Familien Erfolg. Stiftsdamen hatten das Glück heiraten zu dürfen.

Suite

bedeutet „Gefolge“ und kommt ebenfalls aus dem Französischen. Die Suite ist die Begleitung eines jeden Feldherren durch seinen Adjutanten oder seiner höchsten Offiziere, die ihn stets begleiten. Zum Teil ist in historischen Büchern von „a la suite“ zu lesen. Hier ist das gesamte Gefolge des Feldherren gemeint (falls es nicht übersetzt wurde, wisst ihr jetzt was gemeint ist).


Truchsessen

Foto: Wikimedia/Commons Verleihung der Truchsessen-Würde im Königreich Ungarn für Anton Pongracz, 1780

Auch dieser Begriff kam aus dem Mittelalter, hatte aber im Gegensatz zu diesem im 19. Jahrhundert unter Kaiser Franz Joseph bereits eine andere Funktion. Während es im Mittelalter noch der Aufseher für die fürstliche Tafel war und dies sich im Laufe der Zeit zum Vorsteher der Hofhaltung geändert hatte, nahm der Verlauf im 19. Jahrhundert eine völlig andere.

Das Amt wurde ehrenamtlich ausgeführt, weshalb Kaiser Franz Joseph die Freiheit hatte tausende Bürger in den Adelsstand zu erheben und ihnen diesen Titel und damit Zugang bei Hofe zu gestatten. Selbstverständlich war auch hier dieses Amt dem Obersthofmeister unterstellt. Man kann diesen Titel heute mit einem Beamtenstand oder einem Ministerialsekretär vergleichen.

Kaiser Franz Joseph ernannte die Truchesse mit dem Erlag einer vorgeschriebenen Gebühr und danach wurde diesem das Truchessenehrenabzeichen ausgehändigt. Dies galt Lebenslang. Somit konnte der Besitzer bei Hofe Ein und Ausgehen und wurde zur Hoftafel und zu Festlichkeiten geladen. Es galt im Bürgertum als höchste Ehre diese Auszeichnung zu erhalten. Natürlich wäre ein Ritterschlag noch besser gewesen, aber immerhin bekam der Ernannte die Erlaubnis bei Hofe Ein und Auszugehen. Mehr als so manchem „Geldadel“ ermöglicht wurde. 

 


Hofdamen

Foto: Wikimedia/Commons Ida von Ferenczy

Wie schon in der Erklärung erwähnt, war das Amt der Hofdame eine Ehre für die Familie, allerdings auch eine finanzielle Last. Obwohl die Stellung bezahlt wurde, musste die adelige Familie ihrer Tochter finanziell immer aushelfen. Deshalb war es nicht nur von Nöten, dass die Hofdame die Ahnenprobe bestand, sondern auch die Familie reich genug war, die Tochter finanziell zu unterstützen. Ein Umstand, der zB. bei Hofdame und Vertraute Marie von Festetics ein unabdingbarer „Fehler“ war, denn ihre Familie hatte durch viele Spekulationen beinahe ihr gesamtes Vermögen verloren. Elisabeth war es, die Marie immer wieder unter die Arme griff.

Zu jedem Anlass – und es gab derer viele – verlangte die Etikette ein neues Kleid. Dies durfte zwar nicht schöner sein, als das der Kaiserin oder eben der Herrschaft wo man diente, musste aber zumindest gleichwertig sein. Es war dabei wichtig, die Toilette genau abzustimmen. Schmuck, Haare, Kleid hatten genau zueinanderzupassen. Ein kostspieliges und aufwendiges Vorhaben, dass vom Gehalt einer Hofdame nicht bezahlt werden konnte, wenn man bedenkt, dass die Hofdame auch ständig mit ihrer Dame auf Reisen war. Hofdamen gab es ja nicht nur bei der Kaiserin, sondern auch bei Königinnen, bei den Erzherzoginnen, bei Herzoginnen, bei Fürstinnen usw.

Hofdamen begleiteten ihre Herrschaft überall hin. Auf die Reisen, ins Hotel, zu Soireen, zu Teegesellschaften, zu Dinnerpartys, zu Hofbällen, zu Bällen und Einladungen aller Art, zu karitativen Besuchen, in die Kirche, zum Lunch und zum Frühstück. Es gab im Prinzip keine Minute des Tages, an dem keine Hofdame zugegen war, außer die Herrschaft wünschte dies ausdrücklich und dann nur, wenn diese zu Hause war. Ansonsten fungierte die Hofdame natürlich als Anstandsdame und durfte erst recht das Zimmer nicht verlassen. Deshalb gab es immer mehrere Hofdamen, um im Turnusdienst zu arbeiten. Kaiserin Elisabeth begleiteten an die 10 Hofdamen permanent auf Reisen, allerdings waren nur 2-3 wirklich ihre engsten Vertrauten. Alle anderen versahen ihren Dienst und gingen wieder. Nie hätte Elisabeth Privates mit ihnen besprochen. Marie und Ida (beide weiter unten) sind die berühmtesten Namen unter ihnen und waren beinahe rund um die Uhr für ihre Kaiserin da.

Da am kaiserlichen Hof es nur so von Offizieren, Diplomaten, Ministern, Bediensteten usw. wimmelte, war dies ein großer Heiratsmarkt. In Schloss Schönbrunn lebten rund ums Jahr an die 4000 Personen. So verliebten sich natürlich auch die jungen, bei Kaiserin Elisabeth immer sehr hübschen Hofdamen. Kaum hatte diese den Wunsch geäußert sich zu verloben und ehelichte dann ihren Verlobten, wurde die Hofdame aus dem Dienst entlassen. Eine verheiratete Hofdame war bei Hofe nicht zugelassen.

Beispiele für berühmte Hofdamen gibt es in der Geschichte viele:

Foto: Wikimedia/Commons Ida von Ferency und Marie von Festetics auf Maultieren

Nehmen wir das größte Beispiel Vorleserin Ida von Ferency (*7.4.1839, †28.6.1928). Wie ihr Name 1864 auf jene Liste kam, als Kaiserin Elisabeth eine Gesellschafterin suchte, ist ein ungelöstes Rätsel, welches sich nach so vielen Jahren nicht mehr klären lässt. Ich möchte mich hier auch gar nicht all zu lange mit Ida beschäftigen, da sie einen eigenen Beitrag erhält und sicherlich auch verdient hat; eines sei jedoch erwähnt. Ihr Posten musste erst geschaffen werden. Zuerst wurde sie zur Gesellschafterin und Sprachlehrerin. Da aber Max von Falk den vertrauensvollen Posten des ungarischen Sprachlehrers Innehatte, war es schnell vorbei mit diesem Synonym. Also erfand man den Posten „Vorleserin“, da Ida die Ahnenprobe nicht bestanden hatte. Sie kam aus dem einfachen Landadel und hatte weder 8 Urahnen vorzuweisen, noch generell einen Hofdamen-Posten zu erhalten. Ihr Rang war viel zu niedrig. Kaiserin Elisabeth ob ihrer Schönheit allerdings Feuer und Flamme, wollte sie unbedingt behalten. Zu dem waren sich die beiden Frauen vom ersten Moment an sympathisch. So wurde der am Hof einzigartige Posten der „Vorleserin“ geschaffen. In manchen historischen Büchern ist von der Hofdame Ferenczy zu lesen. Das ist falsch. Ida blieb bis zu ihrer Pension „Vorleserin“. Befreundet blieben die beiden Frauen bis zum Tode der Kaiserin.

Foto: Wikimedia/Commons, Marie von Festetics

Hofdame Marie Gräfin von Festetics (*20.10.1839, †16.4.1923) reiht sich in die berühmten Namen der Hofdamen ein, die man sicherlich unter Kaiserin Elisabeth kennt. Niemand geringerer als Julius „Gyula“ Graf Andrássy von Csik-Szent-Király und Kraszna-Horka (*8.3.1823, †18.2.1890) schlug 1871 Marie als Hofdame vor. Marie war ursprünglich auf einem anderen Posten und gar nicht glücklich zur Ernennung bei der Kaiserin. Doch Gyula bekniete sie hinzugehen und einer Kaiserin gibt man bekanntlich keinen Korb. Als sie Elisabeth das erste Mal sah, schrieb sie wahre Entzückungen über Sisi in ihr Tagebuch. Sie sollte zwei Heiratsanträge ablehnen, um bei ihrer geliebten Kaiserin bleiben zu können. Es nahm niemand so viel Einfluss auf Elisabeth wie Marie von Festetics. In der Familie wurde Marie deshalb argwöhnisch beäugt. Erzherzogin Sophie und sogar Elisabeths Tochter Erzherzogin Marie Valérie (*22.4.1868, †6.9.1924) hassten Marie regelrecht. Der gesamte Beitrag zu Marie von Festetics und warum ich mir ihr Pseudonym ausgesucht habe, kann hier nachgelesen werden.

Dann gab es noch Lily von Hunyady (*26.12.1836, †28.2.1907) die Elisabeth nach Madeira begleitete. Leider auch ihr Bruder, der sich in Elisabeth verliebte und sofort aus ihren Augen entfernt wurde. Lily verliebte sich selbst zu guter Letzt und musste den Hofdienst verlassen. Der Beitrag zu ihr kann hier nachgelesen werden.

 

Foto: sternenkaiserin.com – Marie Marie von Redwitz, Enthüllung der Oskar von Redwitz Statue vor dem Hotel Austria, Meran, 22.10.1894

Foto: sternenkaiserin.com – Marie Marie von Redwitz, Enthüllung der Oskar von Redwitz Statue vor dem Hotel Austria, Meran, 22.10.1894

Marie von Redwitz* (*9.12.1856, †11.4.1933) wiederum ist berühmt, da sie die Hofchronik von der Bayern-Linie aus schrieb. Sie war die Hofdame von Amelie von Urach, besser bekannt als Amelie Herzogin in Bayern (*24.12.1865, †26.51912). Ihr Vater war Carl Theodor in Bayern „Gackel“ (*9.8.1839, †30.11.1909) und Sophie Prinzessin von Sachsen (*15.3.1845, †9.3.1867) .

Carl Theodor war ein Bruder von Kaiserin Elisabeth und Sophie war ihre Cousine. Leider starb die geliebte Ehefrau und Mutter recht bald, so dass Carl Theodor einige Jahre später noch einmal heiraten musste.

Die traurige Geschichte zu Sophie kann hier nachgelesen werden. Amelie heiratete später Wilhelm von Urach (*30.5.1864, †24.3.1928) und so wurde Marie von Redwitz ihre Hofdame. Diese erlebte natürlich die gesamte Familie Wittelsbach und einen Teil der Familie Habsburg und urteilte darin in ihrer Hofchronik, die nur noch antiquarisch erhältlich ist.

 

Sophie von Scharnhorst* sei erwähnt. Sie schrieb die Hofdamenbriefe, die ebenfalls erhalten und antiquarisch erhältlich sind. Sie arbeitete bei Prinzessin Amalie Marie von Schweden (*22.2.1805, †31.8.1853), die über vielfache Ecken mit dem Kaiserhaus verwandt war und dort ein und aus ging. Sie selbst lebte in Wien und war bei fast allen familiären Anlässen eingeladen. Sophie schrieb alles nieder und so erhält der Leser einen guten Einblick in jene Zeit rund um Erzherzogin Sophie als noch Erzherzog Franzi, Maxi, Karl Ludwig und Luzi-Wuzi klein waren. Natürlich erwähne ich hier niemand geringeren als Kaiser Franz Joseph und dessen Brüder.

Foto: Wikimedia/Commons Erzherzogin Hildegard

Und dann gabs noch Clementine Gräfin von Taaffe* (*20.10.1827, †13.9.1882), der Name wird aufmerksamen Habsburg Kennern vor allem durch Eduard Taaffe (*24.2.1833, †29.11.1895) ein Begriff sein. Er war der einzige lebenslange Freund und Vertraute von Kaiser Franz Joseph, zumindest nannte ihn dieser so.

Kaiser Franz Joseph übergab ihm nach der Mayerling Affäre Dokumente von Rudolf, die bis heute nicht mehr aufgetaucht sind. Taaffe war für die Bespitzelung von Kronprinz Rudolf verantwortlich, da dieser die liberale Einstellung des Kronprinzen nicht ertragen konnte und ihn hasste wie die Pest.

Clementine Gräfin von Taaffe wurde am 31.10.1856 29jährig Hofdame bei Erzherzogin Hildegard (*10.6.1825, †2.4.1864). Empfohlen hatte sie die heißgeliebte Aja von Kaiser Franz Joseph Louise Baronin von Sturmfeder. Sie ehelichte am 1.5.1844 in der Allerheiligen-Hofkirche in München Erzherzog Albrecht (*3.8.1817, †18.2.1895) und war eine Cousine von Kaiserin Elisabeth und Kaiser Franz Joseph. Hildegard war die Tochter von König Ludwig I von Bayern, der der (Halb)Bruder von Erzherzogin Sophie (*27.1.1805, †28.5.1872) und Herzogin Ludovika (*30.8.1808, †26.1.1892) in Bayern war.

Zuerst wurde sie Hofdame und als Erzherzogin Hildegard an einer Rippenfellentzündung starb, blieb sie bei auf Wunsch von Albrecht bei den Kindern und zog diese auf. Clementine war nicht nur äußerst gebildet, sie interessierte sich sehr für Geschichte und für die Theologie. Die Kinder des Paares liebten sie sehr und schrieben ihr häufig Briefe oder zeichneten ihr Bilder. Am 26.6.1864 wurde sie Sternkreuzordensdame und in der Marienkapelle „St. Christoph“ in Baden bei Wien hängt links neben dem Eingang eine Gedenktafel für Clementine von Taaffe „Gesellschaft der adeligen Frauen“. 

Das war es nun vorläufig aus dem Reich der Hofetikette und dem Wirr Wirr der Begrifflichkeiten. Wenn euch ein Begriff auffällt oder einfällt den ihr erklärt haben wollt, scheut euch nicht mir zu schreiben. Ich werde ihn gerne in die Liste aufnehmen. 

~ Marie ~ 

 

 

 


*Fußnote: Nicht von jeder Hofdame gibt es Fotos. Ich hatte schon Schwierigkeiten die Daten herauszufinden. Bei Clementine von Taafe darf ich mich rühmen, dass ich die erste und einzige bin, die herausgefunden hat, wann sie geboren wurde und wann sie bei Hofe ihre Anstellung fand. In keinem historischen Buch fand ich diese Daten. Es hat mich stundenlange detektivische Arbeit gekostet, die sich schließlich ausgezahlt hat.

Auch bei Sophie von Scharnhorst bin ich noch auf der Suche, aber hier lässt sich leider wirklich nichts finden. Ich vermute, dass ihr Vorname nicht Sophie, sondern dies ihr 3ter oder 4ter Vorname ist. Sollte ich die Daten noch finden, werde ich diese selbstverständlich ergänzen.

Marie von Redwitz ist ein begehrtes Ziel für ein Foto. Ich besitze ein Familienfoto bei der Enthüllung des Oskar von Redwitz-Denkmals vor dem Hotel Austria in Meran, welches heute das Hotel Adria ist. Oskar von Redwitz (*28.6.1823, †6.7.1891) war ein berühmter Dichter und Schriftsteller und ihr Vater. Nicht nur, dass Marie Hofdame war, so trat sie auch in die Fußstapfen ihres Vaters. Sollte ich jemals in den Besitz eines besseren Fotos kommen, werde ich es hier einfügen.


Rechtliche Hinweise:
Text: Marie
Bildrechte: hofburg-wien.at, Schloss Schönbrunn, sternenkaiserin.com – Marie, Wikimedia/Commons, Kunsthistorisches Museum Wien (KHM), Österreichische Nationalbibliothek (ÖNB)


Literatur Hinweise:

Georg Nostitz-Rieneck
Briefe Kaiser Franz Josephs an Kaiserin Elisabeth 1859-1898 Band I und Band II
Herold Verlag, Wien 1966 (nur noch antiquarisch erhältlich)

Gudula Walterskirchen
Der Franzi war ein wenig unartig
Hofdamen der Habsburger erzählen
Residenz Verlag, 2013, 1. Auflage (nur noch antiquarisch erhältlich)

Karin Schneider
Norm und Zeremoniell
Das Etiquette-Normale für den Wiener Hof von circa 1812
Böhlau Verlag, 2019, 1. Auflage (in jeder Buchhandlung erhältlich)

Hofdamenbriefe
Sammlung von Briefen an und von Wiener Hofdamen a.d. 19. Jahrhundert
Verlag Caesar Schmidt, 1903, 1. Auflage (nur noch antiquarisch erhältlich)

Der Hofstaat des Hauses Österreich
Ivan Zolger
Deuticke, Wien, 1917 (nur noch antiquarisch erhältlich)

Kaiserin Elisabeth ganz privat
Briefe an ihre intimste Vertraute Ida Ferenczy
Beatrix Meyer
Allitera Verlag, 1. Auflage 2020 (in jeder Buchhandlung erhältlich)

Kaiserin Elisabeth – als Mutter (Teil 3)

Foto: Golfhotel Kaiserin Elisabeth

Da fast jeder Beitrag von mir mit einem Vergleich zu den Sissi Filmen anfängt, möchte ich auch jetzt meine einleitenden Worte dafür nutzen. Voriges Jahr zu Weihnachten sah ich mir die Trilogie mit ganz anderen Augen an, als bisher. Mit dem Wissen, dass ich mir mühsam erarbeitet habe, wurde mir bewusst, wie viel Klischee und kaum ein Funken Wahrheit diese in die Welt tragen. Noch heute sehen die meisten das Gesicht unserer Kaiserin mit dem von Romy Schneider. Natürlich ist sie entzückend und süß in dem Film, das mag ich gar nicht bestreiten. Aber mittlerweile kann ich Romy verstehen, als sie sagte, dass sie mit dem Sissi Kitsch nichts mehr zu tun haben möchte. In Wahrheit stimmt an den Filmen gar nichts. Mit der Angelszene beginnend, bis hin zu den Namen der ersten Tochter ist nichts richtig. Wenn schon ein Kind in Venedig in die Richtung ihrer Mutter läuft, so hätte dies Gisela sein müssen und nicht Sophie. Aber wenn man der Tochter schon die falschen Namen „Sophie Anastasia Amalie Elisabeth Franziska Stephanie Karoline Maria“ gibt, so kann man auch vom Rest nicht verlangen, sich an korrekte historische Fakten zu halten. Schade ist nur, dass bis heute die Filme mehr zählen, als die Geschichte unserer Kaiserin per se. Ich versuche nun, dieses Klischee aufzuheben.

Nach der Verlobung (die ihr hier nachlesen könnt) und der aufwändigen Hochzeit (hier zum Nachlesen) war die einzige Pflicht, die Kaiserin Elisabeth hatte, ein Kind zu bekommen.

Die Flitterwochen verbrachte das junge Paar im Schloss und Schlosspark Laxenburg, welches Sisi zwar ans Herz wuchs, sie allerdings auch an Einsamkeit beinahe zu Grunde gehen ließ.

Foto: Wikimedia/Commons Sophie Gräfin von Esterházy

Kaiser Franz Joseph hatte kaum Zeit für seine junge schöne Braut und so musste sie sich mit den ihr völlig fremden Hofdamen begnügen, allen voran die verhasste Erzherzogin Sophie Prinzessin von und zu Liechtenstein, Gräfin Esterházy von Galántha, bekannt als „Gräfin Esterházy“ (*5.9.1798, †17.6.1896). Pünktlich um 5.00 Uhr früh verließ der junge Kaiser Laxenburg, fuhr mit der Kutsche zurück nach Wien, entweder in die Hofburg oder nach Schloss Schönbrunn, um an seinem Schreibtisch Staatsgeschäfte zu verrichten und kam erst abends zum Diner, welches um 18.00 Uhr serviert wurde, zurück.

Schlosspark Laxenburg mit der Franzensburg Foto: Schloss Laxenburg

Elisabeth blieb allein. Also allein in ihrem Kummer. Denn vollkommen fremde Personen hatten es sich zur Aufgabe gemacht, das junge, verschüchterte, von Heimweh geplagten Mädchen zu zähmen und die Hofetikette einzudrillen. Von Erzherzogin Sophie beauftragt, wurde jeder Fauxpas, den die junge Kaiserin betrieb, an diese gemeldet.

Kein Reiten ohne Begleitung, kein Spazieren gehen ohne neugierige Blicke ihrer ihr fremden Hofdamen. Sogar am Abend, während des Diners, durfte sie mit ihrem Mann nicht alleine Speisen. Flügeladjutant Hugo von Weckbecker (*1820, †1866) wurde neben Sisi platziert, damit die schüchterne Kaiserin endlich sprechen lerne. Eine Kaiserin habe schließlich die Gäste des Kaisers charmant zu unterhalten. Und auch hier war Sophie von Esterházy stets an Elisabeths Seite. Jeder Fehler wurde sofort korrigiert. Auch coram publico. Ich glaube, es kann sich jeder selbst vorstellen, wie unangenehm dies ist.

Vierzehn Tage nach ihrer Hochzeit, schrieb sie verzweifelt in ihr Tagebuch:

Es kehrt der junge Frühling wieder
Und schmückt den Baum mit frischen Grün
Und lehrt den Vögeln neue Lieder
Und macht die Blumen schöner blüh’n. 

Doch was ist mir die Frühlingwonne
Hier in dem fernen, fremden Land?
Ich sehn‘ mich nach der Heimat Sonne, 
Ich sehn‘ mich nach der Isar Strand. (1)

Auch die ersten Wehklagen über ihre verlorene und einzig wahrhaften Liebe kamen wieder ans Tageslicht. Wir erinnern uns an ihren Jugendfreund Richard, der ihr seitens ihrer Mutter entrissen wurde. Die glücklichen Kindertage könnt ihr hier nachlesen.

Nur einmal konnt ich wahrhaft lieben
Es war das erstemal. 
Nichts konnte meine Wonne trüben
Bis Gott mein Glück mir stahl…

Nur kurz warn diese schönsten Stunden, 
Nur kurz die schönste Zeit. 
Nun ist mein Hoffen all entschwunden, 
Ihn geb ich nicht in Ewigkeit. (2)

Gräfin Marie Festetics, Hofdame, Foto: Wikimedia/Commons

Viel später kehrte sie mit ihrer Hofdame und Vertrauten Marie Gräfin von Festetics (*20.10.1839, †17.4.1923) zurück und zeigte ihr den Schreibtisch, an dem sie stundenlang Briefe und Gedichte schrieb und sich die Seele aus dem Leib weinte. Marie von Festetics notierte in ihr Tagebuch: „Elisabeth ging von Zimmer zu Zimmer – sagte von jedem, was es war – aber ohne näheren Commentar, bis Sie endlich in einem Eckzimmer stehen blieb, wo ein Schreibtisch zwischen Fenstern stand u. ein Schreibsessel davor; lange stand Sie mäuschentill da – plötzlich sagte Sie: … Hier habe ich viel geweint, Marie. Allein der Gedanke an diese Zeit preßt mein Herz zusammen. Hier war ich nach meiner Hochzeit… Ich fühlte mich so verlassen, so einsam. Der Kaiser konnte tagsüber natürlich nicht hier sein, er ist täglich in der Früh nach Wien gegangen. Um sechs Uhr ist er zum Diner zurückgekehrt. Bis dahin war ich den ganzen Tag allein und hatte Angst vor dem Augenblick, da Erzherzogin Sophie kam. Denn sie kam jeden Tag, um jede Stunde zu spionieren, was ich tue. Ich war ganz à la merci dieser ganz bösartigen Frau. Alles war schlecht was ich tat. Sie urteilte abfällig über jeden, den ich liebte. Alles hat sie herausbekommen, weil sie ständig gespitzelt hat. Das ganze Haus hat sie so gefürchtet, daß alle zitterten. Natürlich haben sie ihr alles mitgeteilt. Die kleinste Sache war eine Staatsaffäre…“ (3)

Erzherzogin Sophie Foto: Wikimedia/Commons

Sisi, welche in Possenhofen immer vor Gesundheit strotzte, wurde labil. Ihre Stimmungsschwankungen waren enorm. Ihr Leiden wurde täglich mehr. Erzherzogin Sophie nahm dieses Leiden als Kränkung auf. Sie selbst, die immer Kaiserin werden wollte, musste zusehen, wie dieses Kind die Stellung die man ihr auftrug als Bürde ansah. Erzherzogin Sophie (*27.1805, †28.5.1872) kümmerte die instabile Lage ihrer Schwiegertochter nicht. Sie sah nur das glückliche Gesicht ihres Sohnes und schrieb Briefe an ihre Schwestern nach Bayern und Sachsen, wo sie vom „glücklichsten Ehepaar aller Zeiten“ schrieb. Auch die Flitterwochen erwähnte sie als „ländliche Idylle“ und „herzerquickender Anblick der beiden glücklichen Kinder“.

Kaiserin Elisabeth sah dies jedoch ganz anders. Auch Erzherzogin Marie Valerie schrieb darüber in ihrem Tagebuch. Doch wenden wir uns nun dem Thema, Elisabeth als Mutter zu.

Nach dem „ländlichen Idyll“ der Flitterwochen, fingen die Pflichten der jungen Kaiserin an. Die erste Reise des Kaiserpaares führte Anfang Juni nach Mähren und Böhmen, wo ihnen ein wohlgesonnenes Volk entgegen winkte. Elisabeth sollte als Erstes böhmisch lernen, doch die Sprache war ihr verhasst, weshalb es außer dem Zählen bis 10 nicht recht voranging. Auch hier reiste das Paar natürlich nicht allein. Neben dem

Graf Carl Grünne, Foto: Wikimedia/Commons

Dr. Johann Nepomuk Seeburger, Foto: Wikimedia/Commons

Flügeladjutant, reiste auch das Militär mit, Leibarzt Freiherr Dr. Johann Seeburger (*29.4.1800, †7.5.1870) , Graf Karl Grünne (*25.8.1808, †15.6.1884) und natürlich die Obersthofmeisterin und Obersthofmeister Ihrer Majestät, sowie zwei Hofdamen und ein Sekretär. All diese Personen brachten natürlich wiederum ihre Diener, Friseure und Lakaien mit. Auch das Dienstpersonal des Kaiserpaares durfte nicht fehlen. Ein Tross der Unendlichkeit ritt dem Kaiserpaar voraus und hinten nach. Ziemlich befremdlich für eine 16jährige, die gerade einmal ein paar Wochen Kaiserin war.

Elisabeth trat als charmante und liebreizende Kaiserin auf, deren Art mit den „einfachen“ Leuten zu sprechen auffiel. Die Hoffnung stieg bei Hofe, dass aus ihr doch noch einmal eine gute Kaiserin werden möge, die sich dem sozialen Engagement annehmen würde. Auf dieser Reise wurde sichtbar, dass Sisi mit Böhmen und der böhmischen Aristokratie, die immerhin auch in Wien den Ton angab, nichts anfangen konnte. Hauptsächlich waren sie es, die über die einfache herzögliche Abstammung die Nase rümpften und Elisabeth in allen Belangen auslachten. Kein Adel war ihr weniger Wohlgesonnen als der Böhmische. Immerhin waren dies aber die bekanntesten Namen des Landes: Schwarzenberg, Waldstein, Lobkowitz, Kinsky, Khevenhueller, Liechtenstein, Auersperg und einige andere.

Kaiser Ferdinand, Foto: habsburger.net

Kaiserin Maria Anna, Foto: Wikimedia/Commons

Ein kleiner Höhepunkt der Reise sollte der Besuch beim abgedankten Kaiser Ferdinand (*19.4.1793, †29.6.1875) und Kaiserin Maria Anna (*19.9.1803, †4.5.1884) werden, welche nun in Prag lebten. Der kleine, gutmütige Mann, dessen Kopf schief auf seinem Körper hing, stundenlang Domino spielte und mit seinem Neffen Franz Joseph wenig anfangen konnte, freute sich über den Besuch der hübschen Nachfolgerin seiner Frau. Maria Anna war ebenfalls entzückt, hatte aber am Wiener Hof nichts mehr zu melden.

14 Tage sollte die Reise dauern, welche an Strapazen kaum zu überbieten war. Doch zurück in Wien, wurde Elisabeth keine Ruhe gegönnt. Fronleichnam stand vor der Türe, weshalb eine große Prozession geplant war. Elisabeths Einwand noch nicht alt genug für diese Bürde zu sein, wurde abgeschmettert. Obwohl ihr die Verbindung Kirche und Politik völlig fremd war, erwartete man von ihr, dass sie eine große Staatstoilette trug. Kaiserin Maria Anna hatte jahrelang diese Aufgabe mit vollem Glanz und Hingabe absolviert. Sisi fürchtete sich in die Fußstapfen der beliebten Kaiserin zu treten. Doch Kaiser Franz Joseph und seine Mutter Erzherzogin Sophie hatten kein Mitleid mit ihr. Elisabeth galt als die große Hauptattraktion. Mit Schleppkleid und Brilliantendiadem geschmückt, stieg sie in den Hofgalawagen, der mit acht Schimmeln bespannt war. Doch Elisabeths Sorgen waren unbegründet. In frommer, demütiger Haltung überstand sie den Tag gekonnt und meisterlich, als habe sie nie etwas anderes zuvor gemacht.

Herzogin Ludovika, Foto: Wikimedia/Commons

Elisabeth, die weiterhin Tanzstunden und Sprachunterricht nahm und immer noch gerne Ausritt, musste dies bald nach der Hochzeit einstellen. Die ersten Zeichen einer Schwangerschaft stellten sich ein, welche Sophie mit Argusaugen beobachtete. Sisi litt unter schweren Schwangerschaftsproblemen: sie erbrach ständig, litt an Schwindelgefühl und Müdigkeit. Die meiste Zeit vom Tag musste sie liegend verbringen. Mutter Ludovika wurde Bang um ihre Tochter, doch traute sie sich nicht nach Wien. Der Dank, dass ihre Schwester die junge Elisabeth als Heiratskandidatin ihres Sohnes anerkannte, war so enorm, dass Ludovika Sophie beinahe devot begegnete.

Herzogin Mathilde in Bayern, Foto: Wikimedia/Commons

Herzog Carl Theodor in Bayer, Foto: Wikimedia/Commons

Der Sommer stand bevor und so zog die Familie nach Ischl. Hier kam es zu einem lustigen Vorfall, den ich euch unbedingt erzählen möchte: Herzogin Ludovika (*30.8.1808, †25.1.1892) telegrafierte nach Ischl, um Sisi die Ankunft von Spatz, Gackel und sich selbst anzukündigen. Sie unterschrieb das Telegramm mit Mimi, da dies der Spitzname war, mit dem Sisi ihre Mutter seit ihrer Kindheit ansprach. Mimi gab noch den Zug und die Ankunftszeit in Lambach bekannt, da der Zug dort halten würde. Von dort sollte eine Kutsche für die Familie bereitstehen, um diese zur frisch umgebauten Kaiservilla zu bringen. So der Plan. Doch das Telegramm kam nicht in der Kaiservilla, sondern im Hotel Elisabeth an.

Kaiserin Elisabeth und Kaiser Franz Joseph Foto: ÖNB

Als Herzogin Ludovika, Schwester Herzogin Mathilde und Bruder Herzog Carl Theodor in Lambach ankamen, stand jedoch keine Kutsche bereit. Helle Aufregung entstand, noch dazu in einer Zeit ohne Telefon. Wir können uns das heute kaum noch vorstellen, oder? Zumindest eine Telefonzelle haben wir älteren Leser schon gekannt. Plötzlich erschien ein Hotelpage des Hotels Elisabeth in Ischl. Er hielt in der Hand 3 Käfige. Diese sollten für die Vögel „Mimi“, „Spatz“ und „Gackel“ sein.

Um hier eine kleine Erklärung abzugeben. Ludovika hatte für alle Kinder Kosenamen. Spatz war Mathilde (*30.9.1843, †18.6.1925), Gackel war Carl Theodor (*9.8.1839, †30.11.1909) und Mimi war, wie gesagt, sie selbst. Man mag sich das Gesicht des Pagen gar nicht vorstellen, als er den Irrtum bemerkte. Noch dazu wo er die Mutter und Geschwister Ihrer Majestät vor sich stehen hatte. Natürlich klärte sich der Irrtum als baldigst auf und so wurde die Familie mit der grell lackierten Hotelkutsche zur Kaiservilla gebracht.

Schon während der Schwangerschaft zogen dunkle Wolken über das Mutterglück auf. Erzherzogin Sophie riss alles an sich. Sie bestimmte, wo die Kindskammer eingerichtet wurde. Diese wurde so eng an ihre eigenen Appartements gelegt, so dass es Elisabeth niemals gelingen würde, ohne dem Wissen von Sophie ihr Kind zu besuchen. Auch die Einrichtung suchte Sophie aus.

Kaiserin Elisabeth wurde von Erzherzogin Sophie angeherrscht, sich beim Volk zu zeigen. Später erzählte sie dies ihrer Hofdame, welche die Geschichte in ihr Tagebuch notierte: „Kaum war sie da, schleppte sie mich schon hinunter in den Garten und erklärte, es sei meine Pflicht, meinen Bauch zu produzieren, damit das Volk sehe, daß ich tatsächlich schwanger bin. Es war schrecklich.“ (4) Sobald Sisi allein war, weinte sie sich in den Schlaf. Allein und von niemanden verstanden, durfte sie sich auch keinem in ihrer Umgebung anvertrauen. Es wurde ihr von Sophie verboten, irgendjemand als Freund oder Freundin anzusehen. Einzig Graf Grünne kümmerte sich väterlich um die junge verzweifelte Kaiserin, die das Hofleben immer mehr und mehr verabscheute.

Auch die Aja wurde von Erzherzogin Sophie gewählt. Freifrau von Welden, kinderlos und Witwe, ohne Kindererfahrung wurde aus politischen Gründen dazu auserkoren, das erste gemeinsame Kind von Kaiserin Elisabeth und Kaiser Franz Joseph zu erziehen. Die Einwände seiner Frau konnte Franz Joseph weder verstehen, noch hörte er ihr richtig zu. Was Mutter entschied, wird schon gut für alle sein, so sein unumstößliches Motto zu allen Dingen die Sophie entschied. Umso mehr weinte sich Sisi immer mehr und mehr in den Schlaf.

Huldigungsblatt zur Geburt der kleinen Tochter Sophie, Foto: ÖNB

Am 5.3.1855 kam Sophie Friedericke Dorothea Maria Josepha um 3.00 Uhr nachts zur Welt. Die Geburt und warum das kleine Mädchen bereits am 29.5.1857 wieder verstarb, könnt ihr hier nachlesen. Wir sind also vom Sissi-Film Kitsch wirklich weit entfernt. Die (Film)Tochter, die auf die Namen Sophie Anastasia Amalie Elisabeth Franziska Stephanie Karoline Maria getauft wurde, hat nichts gemeinsam mit der kleinen Erzherzogin, welche am 5.3.1855 zur Welt kam. Und das ist nur die Spitze des Eisbergs an falschen Informationen aus den Filmen, die Weltruhm erlangten und leider bis heute als der Inbegriff einer Sis(s)i am Wiener Hof gelten. Auch das zweite „s“ im Namen von Sisi hält sich hartnäckig. Elisabeth hat sich niemals SiSSi genannt. Vielleicht kann ich mit dem Kitsch endlich ein wenig aufräumen.

Die erste Zeit verbrachte Sisi mit der kleinen Sophie in Laxenburg. Kaiser Franz Joseph schrieb beinahe täglich an seine Mutter und kündigte an, dass seine Frau im Juni für 10 Tage das Land verlassen würde, um nach Possenhofen zu fahren. Die kleine Sophie lernte also schon recht früh ihre bayrische Verwandtschaft kennen.

Am 7.8.1855 telegrafierte ein liebevoller Vater an seine Mutter: „Wir sind sehr wohl und die Kleine war besonders heute sehr lustig. Sie jauchzte in einem fort und war sehr damit beschäftigt, ihren Fuß in den Mund zu stecken und daran zu schnullen. Sie scheint viele gymnastische Anlagen zu haben. Ich küsse Ihnen und dem Papa mit Sisi die Hände und bleibe Ihr treuer Sohn Franz.“ (5)

Schon bald machten sich die nächsten Schwangerschaftszeichen bemerkbar. Sobald diese öffentlich wurden, las der Erzbischof von Wien und der Bischof von Linz eine Messe, um eine glückliche Entbindung zu erbitten. Selbstverständlich nicht ganz Uneigennützig um einen Thronfolger zu bitten.

Erzherzogin Gisela, Foto: Dorotheum Wien

Erzherzogin Sophies Gesicht soll starr gewesen sein, als man ihr mitteilte, dass am 12.7.1856 um 6.35 Uhr in Schloss Laxenburg eine kleine Erzherzogin zur Welt kam. Auch bei dieser Geburt war Herzogin Ludovika nicht anwesend. Ebenso erschien sie zur Taufe nicht, obwohl sie offiziell die Taufpatin war. Am 13.7.1856 wurde die kleine Erzherzogin auf die Namen Gisella Ludovika Marie getauft. Gisella wurde später zu Gisela und Ludovika zu Louise, weshalb man heute in sämtlichen Geschichtsbüchern von Erzherzogin Gisela Louise Marie lesen kann. Erzherzogin Sophie wurde als Taufpatin-Stellvertreterin bestimmt. Sie selbst hatte schon Sophie Friedericke getauft.

Elisabeth, nun stärker und selbstbewusster, fing an, um Sophie und Gisela zu kämpfen. Die Enttäuschung ihrer Schwiegermutter, keinen Thronfolger auf die Welt gebracht zu haben, nutzte sie aus, um die Kinderzimmer in die „Radetzky-Räume“ der Hofburg zu verlegen. Sophie tobte, doch diesmal hatte Elisabeth Schützenhilfe durch Franz Joseph. Er stellte sich nicht nur vor Sisi, so nannte er sie auch eine hingebungsvolle Mutter. Sophie drohte mit Auszug, was Franz Joseph verstimmte. Er schrieb einen Bettelbrief an seine Mutter: „Nie würde ich es zugeben, daß Sie Ihre jetzige Wohnung verlassen oder gar, was ich nicht gelesen haben will, ganz aus der Burg ziehen würden. Ich hoffe noch immer, daß sich alles sehr gut machen wird; die Kinder bekommen eine viel bessere Wohnung, in der sie auch künftig bleiben können, und Alles wird zufrieden sein.“ (6)

Erzherzogin Sophie Friederike, Foto: Wikimedia/Commons

1856 unternahm das Kaiserpaar eine 4monatige Reise nach Italien. Kaiser Franz Joseph wollte Lombardo-Venetien wieder mehr an das österreichische Reich binden. Obwohl Erzherzogin Sophie massive Einwände hatte, nahm Kaiserin Elisabeth die kleine Sophie mit auf die Reise. Baby Gisela verblieb bei ihrer Großmutter in Wien. Das Weihnachtsfest verbrachte die Familie getrennt. Sophie mit Gisela in Wien, Franz Joseph, Elisabeth und Sophie Friedericke in Venedig. Als Weihnachtsgeschenk wurde Sisi mit einem Portrait von Gisela überrascht. Elisabeth wurde auf dieser Reise zum ersten Mal ernsthaft krank. Ihre Lungen machten ihr große Probleme. Sie hustete unentwegt, was Kaiser Franz Joseph schwere Sorgen bereitete. Er kündigte bei seiner Mutter die Rückkehr für den 12.3.1857 an. Erzherzogin Sophie Friedericke wurde bereits am 2.3.1857 mit ihrer Kinderfrau Anna Kathrein auf die Reise geschickt. Franz Joseph schrieb in einem Brief an seine Mutter, dass er hoffte, dass die Kleine ihr die Hände küssen möge und sie artig sei.

Wenige Monate später kam es in Ungarn zu einem folgenschweren Schicksal, von dem sich Elisabeth – vor allem als Mutter – nie wieder erholen sollte. Aus Trotz setzte sie sich gegen ihre Schwiegermutter durch und nahm beide Kinder mit auf die Ungarnreise. Nicht nur, dass Erzherzogin Sophie Ungarn aus tiefstem Herzen hasste (das Libenyi-Attentat hatte sie nie vergessen; hier nachzulesen), so riet sie dem Kaiserpaar, die Kinder in Wien zu lassen. Das Unheil nahm seinen Lauf. Kaiserin Elisabeth verfiel das erste Mal in ihrem Leben in tiefe Trauer.

Im Dezember 1857 wurde erneut an Kaiserin Elisabeth eine Schwangerschaft festgestellt. Zur unendlichen Trauer, mischte sich freudige Erwartung, welche Sisi mit ihren üblichen Schwangerschaftsleiden quittierte. Sie erbrach ständig, war müde und bettlägrig. Die Abnabelung zu ihrer Tochter Gisela begann. Immer öfter war Sisi unpässlich, wollte das kleine Mädchen nicht sehen und machte sich selbst die größten Vorwürfe, ihre Tochter Sophie umgebracht zu haben.

Kaiser Max und Kaiserin Carlota, Foto: sternenkaiserin.com – Marie

Als am 27.7.1858 auch noch ihr Lieblingsschwager Erzherzog Ferdinand Maximilian, genannt Max (*6.7.1832, †19.6.1867), die schöne belgische Prinzessin Charlotte (*7.6.1840, †19.1.1927) heiratete und diese ab sofort ihr vorgezogen wurde, verfiel Sisi noch mehr in Depressionen. Charlotte kam aus einem unfassbar reichen Haus, war gebildet und schön. Erzherzogin Sophie und ihre gesamte Anhängerschaft ließen keine Möglichkeit aus, um Charlotte zu loben, zu huldigen oder zu bezirzen. Der labilen, schüchternen und unbeliebten Kaiserin muss das bis ins Mark erschüttert haben. Noch mehr als jemals zuvor, zog sie sich zurück. Leider auch vor ihrer Tochter. Mittlerweile vergingen Wochen bis sie Gisela wieder an sich ran ließ oder nach dem kleinen Töchterchen fragte.

Am 21.8.1858 setzten gegen 22.00 Uhr die letzten Wehen ein. Beide Mädchen waren leichte Geburten, kaum eine Wehe war zu spüren und schon waren die Kinder auf der Welt. So war es im August nicht. Erzherzogin Sophie und Gräfin Esterházy knieten am Boden und beteten, während sich Elisabeth die Seele aus dem Leib schrie. Um 22.15 Uhr war es endlich soweit. Der Thronfolger wurde geboren.

Völlig erschöpft fragte die Kaiserin ihren am Bett sitzenden Mann ob es ein Bub sei. Dieser erwiderte, dass die Hebamme Gruber es noch nicht so genau wisse. In Wirklichkeit wollte Kaiser Franz Joseph seine Frau schonen. Die Geburt hatte sie stark geschwächt. Man wollte ihr jede Aufregung ersparen. Vor lauter Enttäuschung, dass sie keine Antwort bekam, glaubte sie, wieder „nur“ ein Mädchen zur Welt gebracht zu haben. Doch Franz Joseph verneinte dies mit dem Satz „Nun, und wenn es ein Knabe wäre?“ (7)

Lithografie mit Kronprinz Rudolf in der Wiege, Foto: sternenkaiserin.com – Marie

Karoline Freifrau von Welden „Wowo“, die Kinderfrau von Erzherzogin Gisel(l)a und Kronprinz Rudolf, Kaiserin Elisabeth, Foto: Nationalbibliothek

Das ganze Land feierte die Geburt von Kronprinz Rudolf Franz Karl Joseph, dessen Vorname genauso aus den Habsburger Vorfahren gewählt wurde, wie Giselas. Nicht nur Wien feierte, auch das ganze Reich schloss sich den Huldigungen an. Kaiser Franz Joseph der seinen Sohn zwar nicht hübsch fand, dafür aber kräftig und stark, weinte jedes Mal vor Freude, wenn ihm ein Minister, das Militär oder ein Bediensteter gratulierte. Seine Freude kannte kaum eine Grenze.

Elisabeth, die wieder einmal nicht stillen durfte, hatte extreme Probleme mit dem Milcheinfluss. Sie bekam hohes Fieber. Trotzdem wurde ihr nicht erlaubt den Sohn zu stillen. Sie gab jeden Widerstand auf. Sie ließ die Kinderzimmer in die Räumlichkeiten von Erzherzogin Sophie verlegen und übergab die gesamte Erziehung in ihre Hände.

Ab sofort waren sich Gisela und Rudolf am nächsten. „Wowo“, wie Aja Karoline Freifrau von Welden (*13.4.1812, †6.8.1892) von den Kindern genannt  und „Nono“, wie die Kammerfrau Leopoldine Nischer (*1813, †1883) genannt wurde, wurden zum Lebensmittelpunkt der beiden. Noch als Erwachsene sprachen beide überaus liebevoll über Wowo und Nono.

Gisela und Rudolf als Kinder, Foto: Wikimedia/Commons

Gisela, die etwas herb wirkte und das stämmige Wesen von Franz Joseph geerbte hatte und Rudolf, der das Aussehen seiner Mutter, sowie deren Intelligenz und Sensibilität erbte, waren unzertrennlich. Obwohl Rudolf es nicht leiden konnte, wenn Gisela mit seinen Sachen spielte und Gisela sich beschwerte, wenn er ihre Spielsachen versteckte, hielten zusammen wie Pech und Schwefel.

Die ersten Jahre fiel ihnen die Abwesenheit von Elisabeth gar nicht auf. Großmutter Sophie, Nono und Wowo kümmerten sich rührend um die Kinder und Kaiser Franz Joseph nahm sich so viel Zeit wie möglich. Mittlerweile hatte sich die Beziehung zwischen Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Elisabeth zu einer ambivalenten Ehe entwickelt (der Beitrag kann hier nachgelesen werden).

Um die Abnabelung zu ihren Kindern zu verstehen, muss ich ins Jahr 1860 springen und euch bitten obigen Beitrag zu lesen. Kaiserin Elisabeth fing an, sich immer mehr gegen ihren Mann durchzusetzen, kränkelte aber stets vor sich hin. Wie in meinem Bericht erwähnt, ist die Wahrheit über den Bruch zwischen Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Elisabeth bis heute nicht erforscht. In allen Filmen wird es vereinfacht mit einer Lungenkrankheit dargestellt. So steht es auch in (wirklich) allen Geschichtsbüchern, dennoch bleiben Zweifel. Schon der erste Biograf Conte Corti sprach vom „Deckmantel der Krankheit“. Bleiben wir also dabei.

Im November 1860 verließ Kaiserin Elisabeth Laxenburg und kehrte erst am 16.8.1862 nach Wien zurück. Nur in Venedig hatte Elisabeth ihre Kinder gesehen. Viel zu kurz, wenn man bedenkt, wie klein die Kinder damals noch waren.

kaiserliche Familie, Foto: ÖNB

Gisela war zum Zeitpunkt der Rückkehr bereits 6 Jahre alt, Kronprinz Rudolf knapp 4 Jahre alt. Auch als Kaiserin Elisabeth zurück war, kümmerte sie sich nicht um die Kinder, die sie so sehr vermissten. Vor allem der kleine Rudolf hing sehr an seiner Mutter. Er vergötterte sie Zeit seines Lebens und buhlte immer um ihre Liebe. Vergeblich.

Graf Leopold Gondrecourt, Foto: Wikimedia/Commons

Als er 6 Jahre alt war, wurde er von Gisela getrennt. Er wurde von Graf Leopold Gondrecourt (*1816, †22.5.1888) militärisch erzogen. Den Buben traf damit ein hartes Schicksal. Rudolf, der überhaupt nicht für den militärischen Drill geeignet war, weinte sich jeden Abend isoliert in den Schlaf. Er fürchtete sich allein vor der Dunkelheit, zitterte vor Angst vor dem Knallen der Pistolen und konnte die Einsamkeit nicht ertragen. Er wurde physisch und psychisch von Gondrecourt misshandelt. Elisabeth weilte außerhalb von Wien, weshalb sie von den Qualen die Rudolf erlitt zunächst nichts wusste. Vater Kaiser Franz Joseph sah geflissentlich weg und nannte seinen Sohn einen „Kepierl“. Erzherzogin Sophie vor Treue zur Krone blind, sah über den Leidensdruck des geliebten Enkels hinweg. Gondrecourt sah seine Macht und quälte den Buben bis aufs Blut. Er zerrte ihn früh morgens mit Trompetenklänge neben dem Bett aus selbigen, ließ ihn bis zum Umfallen stehen und tränkte ihn für Disziplin und Ordnung im eiskalten Wasser. Rudolf wurde kränker und blasser als jemals zuvor in seinem Leben.

Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Elisabeth weilen gerade in Bad Ischl, als Elisabeth von der Wildschwein-Affäre erfuhr, war das Maß voll. Rudolf wurde von Gondrecourt zum Tierpark Lainz geschliffen, dort hinter die Mauer gestellt, während sich der General in Sicherheit brachte, schrie er, dass ein Wildschwein käme. Das Kind schrie in Todesangst wie am Spieß und je lauter es schrie, desto nervöser wurden die Wildschweine, die in der Nähe ihr Revier hatten.

Sie eilte zum Kaiser und schrie ihn förmlich an: „Entweder Gondrecourt oder ich!“ (8). Danach eilte sie in ihr Zimmer und schrieb das berühmte förmliche Ulitimatum:

Ich wünsche, dass mir vorbehalten bleibe, unumschränkte Vollmacht in Allem, was die Kinder betrifft, die Wahl ihrer Umgebung, den Ort ihres Aufenthaltes, die complette Leitung ihrer Erziehung, mit einem Wort, alles bleibt mir ganz allein zu bestimmen, bis zum Moment der Volljährigkeit. Ferner wünsche ich, dass, was immer meine persönlichen Angelegenheiten betrifft, wie unter anderem die Anordnungen im Haus p.p. mir allein zu bestimmen vorbehalten bleibt. 

Elisabeth, Ischl, 27.8.1865 (9)

Josef Latour, Foto: Wikimedia/Commons

Dr. Hermann Widerhofer, Foto: Wikimedia/Commons

Kaiser Franz Joseph gab nach. Rudolf wurde aus den Klauen des Folterers befreit. Zuerst wurde er in die ärztliche Obhut von Dr. Hermann Widerhofer (*24.3.1832, †28.7.1901) aufgenommen, danach übernahm ihn Josef Latour von Thurmburg (*2.2.1820, †28.12.1903), zu dem Kaiserin Elisabeth ein freundschaftliches Verhältnis hatte. Doch es war zu spät. Gondrecourt hatte ganze Arbeit geleistet. Das Trauma begleitete Rudolf Zeit seines Lebens.

Erzherzogin Gisela und Kronprinz Rudolf bekamen, als sie knapp 12 und 10 Jahre alt waren, noch eine Schwester. Kaiserin Elisabeth war zum Zeitpunkt der erneuten Schwangerschaft 30 Jahre alt. Am 8.6.1867 fand in Budapest die Krönung zur Königin von Ungarn statt. Am 11.6.1867 fuhr das Königspaar nach Schloss Gödöllo, welches ihnen als Krönungsgeschenk übergeben worden war. Im November 1867 wurde in Wien die Schwangerschaft bekanntgegeben. Es stellte sich zum ersten Mal seit Jahren so etwas wie ein Familienleben ein, an welchem auch die Kinder Gisela und Rudolf teilnehmen durften. Im Jänner 1868 erfuhr Herzogin Ludovika von Sophie in einem Brief von der freudigen Botschaft.

Königin Marie von Neapel, Foto: Wikimedia/Commons

Die Schwangerschaft verlief ruhig und ohne gröbere Vorkommnisse. Elisabeth hatte es sich zum Ziel gesetzt, ihr Kind in Ungarn zur Welt zu bringen, weshalb sie sich im Februar 1868 Richtung Ofen auf machte. Sollte es ein Bub werden, beschloss sie, sollte er Stefan heißen. Stefan war der erste heilige König und beim ungarischen Volk sehr beliebt. Kaiser Franz Joseph befürchtete, dass die Geburt in Ungarn ihr in Wien viele Minuspunkte einbringen würde. Seine Frau war mittlerweile sehr unpopulär geworden. Nur noch Randnotizen in den Zeitungen und beim Volk nicht sonderlich beliebt. Ihre Schwester Königin Marie von Neapel (*4.10.1841, †19.1.1925) war angereist, um ihr bei der Geburt beizustehen. Die Geburt selbst war musterhaft. Erst kurz vor der Geburt, musste die Hebamme helfen, bis dahin hatte es Marie allein geschafft. Am 22.4.1868 wurde das letzte Kind des Paares, Erzherzogin Marie Valerie Mathilde Amalie geboren.

Kaiserin Elisabeth im Krönungskleid, Foto: ÖNB

Kaiser Franz Joseph, stolz nochmals Vater geworden zu sein, telegraphierte an die daheim gebliebenen Kinder: „Sie ist recht hübsch, hat große, dunkelblaue Augen, eine noch etwas zu dicke Nase, sehr kleinen Mund, ungeheuer dicke Backen und so dichte dunkle Haare, daß man sie jetzt schon frisieren könnte. Auch am Körper ist sehr stark, und sie schlägt sehr frisch mit den Händen und Füßen herum… sie schreit sehr selten…und stinkt …“ (10) Die Kinder erschrocken über so viel Liebe in wenigen Sätzen, rückten noch näher zusammen, da sie befürchteten, die neue Schwester würde alle Aufmerksamkeit auf sich lenken. Doch es kam für die beiden noch viel schlimmer.

Erzherzogin Marie Valerie, Foto: ÖNB

Das „ungarische Kind“ wie Marie Valerie bald genannt wurde, bekam vom Wiener Hof den Namen „die Einzige“. Elisabeth selbst hatte ihr also den „Beinamen“ nicht gegeben. Wieder eine Mär mehr, die sich bis heute hartnäckig hält. „Das ungarische Kind“ entstand dadurch, dass der Tratsch des Wiener Hofes und bald des Volkes Sisi eine Affäre mit Julius „Gyula“ Graf Andrássy von Csík-Szent-Király und Kraszna-Horka (*8.3.1823, †18.2.1890) andichtete.

Elisabeth sorgte mit großem Pflichteifer dafür, dass Erzherzogin Sophie „ihr“ Kind nicht in die Obhut bekam. Die nächsten Jahre tat Kaiserin Elisabeth keinen Schritt ohne ihrer Valerie. Entweder war sie in der Obhut ihr vertrauter Menschen oder direkt bei Elisabeth selbst. Kein Tag verging, an dem sie Valerie nicht zu Bett brachte oder dafür sorgte, dass es ihr gut ging. Wollten die Geschwister sie sehen, war Elisabeth stets an der Seite ihrer Tochter. Rudolf und Gisela eiferten sehr und bemühten sich nicht sonderlich um ihre Schwester. Dies nahm ihnen ihre Mutter übel.

Schon mit drei Wochen begann für Marie Valerie das Reisen. Von Ofen nach Gödöllö, von Gödöllö nach Ischl, von Ischl nach Possenhofen usw. In Schloss Garatshausen, wo Elisabeth zu Gast ihrer Schwester Helene von Thurn und Taxis (*4.4.1834, †16.5.1890) war, schrieb sie halb hysterisch an Franz Joseph, da Valerie kränkelte. Sie habe das grässliche Gefühl von unverlässlichen Menschen umzingelt zu sein, denn sie befürchtete, dass „ihr teuerster Schatz“ durch die Amme die schlechte Milch abgebe, vergiftet worden sei. Sie entledigte sich derer und stellte eine Neue ein. Über die Ungarin, die eine Männerstimme hatte, permanente Csárdás Lieder sang und fürchterliche Angst vor Mäusen hatte, amüsierte sie sich allerdings königlich, wenn nicht sogar kaiserlich.

Stammbaum: Marie, Fotos: Wikimedia/Commons

Während sie sich fürsorglich um Marie Valerie kümmerte, vergaß sie vollends Gisela und Rudolf und sah diese nur ab und an in Wien oder in Gödöllö, wenn sie diese besuchten.

Die weiteren Schicksale der Kinder, werde ich in einzelnen Berichten erzählen, so viel sei jedoch erwähnt:

Gisela und Leopold von Bayern, Foto: Wikimedia/Commons

Max Emmanuel und Amelie in Bayern, Foto: Wikimedia/Commons

Erzherzogin Gisela verheiratete sie mit 16 Jahren an Prinz Leopold von Bayern (*9.2.1846, †28.9.1930) damit dieser nicht die erwählte Braut Amelie von Sachsen-Coburg und Gotha (*23.10.1848, †6.5.1894) ehelichen konnte. In diese hatte sich nämlich ihr Bruder Max Emmanuel (Mapperl) in Bayern (*7.12.1849, †12.6.1893) verliebt. Um Leopold von seiner Braut loszusagen, musste sie eingreifen und ihm die Hand ihrer Tochter anbieten. Da Prinz Leopold diese nicht verwehren konnte, wurde als baldigst Hochzeit gefeiert. Die Trennung von Bruder Rudolf war tränenreich und kaum zu ertragen. Der 14jährige war nun wirklich auf sich allein gestellt. Sie starb am 27.7.1932. 

Kronprinz Rudolf ehelichte auf Druck seines Vaters die belgische Prinzessin Stephanie (*21.5.1864, †23.8.1945) und ging mit ihr eine lieblose Ehe ein, die in kräftezehrenden Streitigkeiten ausartete. Als er seine Mutter in vielerlei Hinsicht um Hilfe bat (verschiedene politische Ansichten gegenüber seines Vaters Kaiser Franz Joseph, lieblose Ehe, Krankheit, Scheidung) und diese ihn in Stich ließ, brachte er sich am 30.1.1889 in Mayerling um. Kaiserin Elisabeth trug ab diesem Zeitpunkt nur noch schwarz, zumindest wenn sie in der Öffentlichkeit stand. Mit dem Tod des Sohnes verlor sie das zweite Kind. Sie versank in Selbstmitleid und schweren Depressionen. Sie wurde rastlos und reiste von Land zu Land, um nirgendwo zu bleiben. Ihr Tod war eine Erlösung für sie.

Kronprinz Rudolf und Kronprinzessin Stephanie, Foto: Wikimedia/Commons

Marie Valerie und Franz Salvator, Foto: Wikimedia/Commons

Erzherzogin Marie Valerie verliebte sich auf einem Ball in Erzherzog Franz Salvator (*21.8.1866, †20.4.1939) und musste lange für diese Liebe kämpfen. Im Trauerjahr von Kronprinz Rudolf feierte sie in Bad Ischl Hochzeit. Kaiserin Elisabeth trauerte sehr um ihre Tochter und konnte deren Entscheidung so früh zu heiraten nicht verstehen. Sie reiste zu den Geburten der ersten Kinder an, was sowohl Gisela, als auch Schwiegertochter Stephanie versagt blieb. Marie Valerie war Zeit ihres Lebens ihrer Mutter für die tiefempfundene Liebe dankbar und bemühte sich nach deren Tod um ein Familienleben am Wiener Hof. Sie starb am 6.9.1924. 

Alles in allem war Kaiserin Elisabeth eine Mutter die viel zu geben hatte, aber durch die frühen Schwangerschaften einfach zu überfordert war. Auch das strenge spanische Hofzeremoniell, mit dem die Kinder aufgezogen werden sollten, war ihr Fremd. Sie selbst wurde frei und ohne großartige konventionelle Erziehungsmaßnahmen erzogen, sollte ein strenges Protokoll abhalten, was sie selbst hasste. Nur mit Marie Valerie und gereifter durch ihr Alter, konnte sie die Mutter sein, die sie sein wollte und konnte. 

~ Marie ~

kaiserliche Familie vor dem Schloss Gödöllö, Foto: Wikimedia/Commons


Rechtliche Hinweise:
Textrechte: Marie
Stammbaum: Marie
Bildrechte: Österreichische Nationalbibliothek (ÖNB), sternenkaiserin.com – Marie, Wikimedia/Commons, Dorotheum Wien


Literarische Hinweise:

1 – S. 75/76, 2 – S. 76/77, 3 – S. 79/80, 4 – S. 91
Elisabeth Hamann
Elisabeth Kaiserin wider Willen
Piper Verlag, TB, 8. Auflage 2017,

5 – S 22, 6 – S. 29, 10 – S 92
Martha Schad
Kaiserin Elisabeth und ihre Töchter
Piper Verlag, TB, 2. Auflage 2013

7 – S 79, 8 – S 121
E.C. Conte Corti
Elisabeth von Österreich, Tragik einer Unpolitischen
Wilhelm Heyne Verlag, 15. Auflage, 1975 (nur noch antiquarisch erhältlich)

9 – S 26
Sisi Magazin, Kronen Zeitung – vergriffen (nur noch antiquarisch erhältlich)