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Marie Sophie Amalie Herzogin in Bayern

Foto: rct.uk, Königin Marie von Neapel-Sizilien

Wir gedenken heute des Todestages von Marie Sophie Amalie Herzogin in Bayern, bekannt als Marie Sophie Königin von Neapel-Sizilien. Sie wurde am 4.10.1841 im Schloss Possenhofen geboren.

Foto: Wikimedia/Commons Herzog Max und Herzogin Ludovika, 50. Hochzeitstag

Ihr Vater war Herzog Max in Bayern. Ihre Mutter Ludovika Prinzessin von Bayern.

Marie wuchs, wie alle Kinder des Paares frei und liebevoll in Schloss Possenhofen und im Palais Max in München auf. Sie war eine Schwester von Kaiserin Elisabeth und Schwägerin von Kaiser Franz Joseph.

Obwohl ihr Vater nicht oft zugegen war, war Ludovika eine liebevolle Mutter, die sich um die immer größer werdende Kinderschar kümmerte. Sie engagierte Hauslehrer, ließ die Kinder auch in Sport unterrichten, so dass diese Schwimmen, Bergwandern und die Buben Jagen lernten. Selbstverständlich gehörte der Reitunterricht dazu. Gerade Sisi perfektionierte diesen Sport in der Zirkusarena im Palais Max bis zum Umfallen.

Herzogin Ludovika kannte allerdings keine Gnade, wenn es um die Wahl ihrer Schwiegersöhne ging. Von Ehrgeiz zerfressen ihre Töchter so hoch wie möglich zu verheiraten, war ihr jedes Mittel Recht. Ob diese dabei glücklich wurden, spielte dabei keine Rolle. Erst im Nachhinein jammerte sie in ihren Briefen wie viel Unglück sowohl Sisi, Marie, Sophie und Mathilde mit ihren Ehen erfuhren. Dabei wurde sie jedes Mal zuvor gewarnt.

Auch bei der Wahl auf den neapolitanischen Kronprinzen Francesco (Franz) schlug der bayrische Gesandte Freiherr von Verger Alarm. Er warnte das Herzogspaar ausdrücklich vor dem völlig ungebildeten 16jährigen, der auch noch körperliche Mängel vorzuweisen hatte. Nicht nur, dass das Reich Neapel auf dünnen Beinen stand (die Aufständischen wurden immer mehr im Land), so könne der schwache Jüngling auf lange Zeit gesehen weder regieren, noch das Reich erhalten. Er sei weder geistig, noch körperlich in der Lage dazu. Marie musste ob dieser Worte Angst und Bang werden. Doch ihre Eltern kannten kein Erbarmen.

Nach einem Kaiser, sollte ein König Einzug ins Herzogshaus halten. Max und Ludovika schlugen als erste Begegnung wieder Ischl vor. Doch die Schwiegereltern erschienen ohne ihren Sohn. Diese hatten in weiser Voraussicht den Jüngling nicht mitgenommen. Marie weinte sich in den Schlaf. Elisabeth merkte, dass etwas nicht stimmte, doch es half nichts. Ihr Vater verkündete am 2.9.1857 die Verlobung. Als Marie dann noch ein Bild ihres Verlobten geschenkt bekam, ahnte sie nicht, dass dieses geschönt war.

Zwischenzeitig fand noch am 24.8.1858 die Hochzeit zwischen Néné (Helene in Bayern) und Maximilian von Thurn und Taxis auf Possenhofen statt. Das Paar war sich in Liebe zugeneigt und wurde – als einziges der Mädchen – sehr glücklich. Marie weinte bei der Hochzeit beinahe ununterbrochen.

Foto: Wikimedia/Commons, König Franz II von Neapel-Sizilien

Am 8.1.1859 fand in der Allerheiligen-Hofkirche der Residenz München die Trauung per procurationem (in Abwesenheit des Bräutigams) statt. Die 17jährige Marie trug ein wunderschönes weißes Spitzenkleid, auf der Brust ein Medaillon ihres Bräutigams. Als Stellvertreter führte sie ihr Cousin Luitpold Prinz von Bayern vor den Altar. Schenkt man Beobachtern Glauben, war sie eine sehr unglückliche Braut, die mit Ungewissen in ihre Zukunft ging und ihren Bräutigam noch immer nicht persönlich kannte.

Am 13.1.1859 war es so weit. Sie reiste mit ihrer Familie nach Bari, Italien, um Franz endlich persönlich gegenüber zu stehen. Es muss für die wunderschöne, gertenschlanke, Elisabeth unglaublich ähnlich sehende Marie ein unfassbarer Schock gewesen sein, als sie den Kronprinzen zu Gesicht bekam.

Er war nicht nur um einen Kopf kleiner als sie (gut, dass war Kaiser Franz Joseph gegenüber von Kaiserin Elisabeth auch), aber er war auch noch unsagbar hässlich. Mit stoischer Miene ehelichte sie am 3.2.1859 in Bari den Kronprinzen noch einmal.

In der Hochzeitsnacht dann die große Überraschung. Die Ehe konnte nicht vollzogen werden. Franz litt an einer Vorhautverengung. Ganze 10 Jahre ließ er sich nicht operieren und die Ehe blieb nicht vollzogen.

Marie litt unter schrecklicher Einsamkeit und trauerte ihrer Kindheit hinterher. Wie in dieser Zeit üblich, durfte auch sie von ihrem alten Leben nichts mitnehmen, so dass ihr alle Personen fremd waren und auch die Kleider nicht die ihren waren. So kam sie auf die Idee den Bruder von Franz Ludwig Graf von Trani mit ihrer Schwester Mathilde „Spatz“ zu verheiraten. Der Verkupplungsversuch gelang und schon bald wurde Hochzeit gefeiert, so dass Spatz wieder bei ihr war und sie gemeinsam leben konnten.

Kurz nach der Trauung starb ihr Schwiegervater König Ferdinand II am 22.5.1859, weshalb ihre Schwiegermutter Königin Maria Theresia, eine geborene von Habsburg „pro forma“ die Regierungsgeschäfte übernahm. Dies deshalb, da Franz geistig nicht fähig war zu regieren. Marie wurde „pro forma“ Königin.

Die Aufständischen Giuseppe Garibaldi und Francesco Crispi planten einen Putschversuch um die Bourbonen zu entthronen. Die Armee und eine Horde Freiwilliger halfen ihnen bei ihrem Plan und stürmten den Palast.

Marie wandte sich hilfesuchend an ihren Schwager Kaiser Franz Joseph und ihre Schwester Kaiserin Elisabeth. Doch Österreich unterlag dem Sardinischen Krieg, Hilfe war daher ausgeschlossen.

General Felix von Schumacher, Marie und Franz fanden Zuflucht auf der Festung Gaeta, die allerdings kurz darauf ebenso beschossen wurde. Ihr schwachsinniger Mann wollte sich ergeben. Doch er hatte nicht mit dem Kampfgeist seiner schönen Frau gerechnet. Die 19jährige Marie versorgte die Verwundeten, verteilte die Vorräte und schoss sogar selbst mit einem Gewehr auf die Aufständischen. Tag und Nacht verteidigte sie die Festung vor den Rebellen.

Doch der Kampf war zwecklos. Am 13.2.1861 musste König Francesco die Kapitulation unterzeichnen. Dem königlichen Paar wurde ein feierlicher Abgang beschert. Die Aufständischen hatten den allergrößten Respekt vor Königin Marie, die so viel Kampfgeist bewiesen hatte. Auf einem französischen Schiff fuhr die Familie Richtung Rom, wo sie zunächst im Vatikan ihr Exil fanden.

Danach blühte Marie erst so richtig auf. Kein Skandal war ihr zu klein. Am 24.11.1862 bekam sie ein uneheliches Kind. Laut Marie Gräfin von Larisch Zwillinge. Der Vater soll ein gewisser Armand Graf de Lavayss gewesen sein; der in der päpstlichen Armee gearbeitet haben soll. Doch Larisch Biografin Brigitte Sokop konnte dies widerlegen. Es gab weder im Vatikan einen Lavayss, noch gab jemals dieses Adelsgeschlecht. Historiker Dr. Graf fand heraus, dass die Mädchen die angeblich auf die Namen Marie Luise und Luise Marie im Dominikanerinnenorden St. Ursula in Augsburg getauft worden waren, kein Eintrag finden ließ. Der Name des Pfarrers der die Taufe vollzogen haben soll, war derselbe Name, der Marie von Wallersee getauft hat, bekannt als verheiratete Marie von Larisch, welche später von Kaiserin Elisabeth durch die Kronprinz Rudolf Affäre Zeit ihres Lebens geschnitten wurde.

Dennoch wird heute noch dieser Name als Vater des Kindes von vielen Biografen übernommen.

Sokop fand heraus, dass das Mädchen vom Gesandten Salvador Bermudez de Castro oder aber von Ludwig von Trani abstammen könnte. Ludwig von Trani war niemand geringer als der Ehemann ihrer Schwester Mathilde. Was aus dem Kind wurde, ist bis heute ungeklärt.

Aus Dankbarkeit für die monatelange Versorgung schenkte Marie dem Orden ihr italienisches Brautkleid, ihren Spitzenschleier und eine wertvolle Alabaster Petrusstatue. Weiters übergab sie jedem Kind der dazugehörigen Volksschule eine Silbermedaille mit der Aufschrift „Zur Erinnerung an den hohen Besuch Marie Königin von Neapel“. Immerhin gehörten 500 Kinder zur Schule.

Foto: Wikimedia/Commons Kaiserin Elisabeth zu Pferd

Danach zog sie sich nach München ins Schloss Biederstein zurück, um sich auf die Annullierung ihrer Ehe vorzubereiten. Doch die Familie Wittelsbach zeigte sich entsetzt und redete vehement auf Marie ein und so kehrte sie zu Franz nach Rom zurück, der sie mit offenen Armen empfing. Das Paar sprach sich aus und rückte nun näher zusammen. Ab sofort sollte so etwas wie ein Eheleben stattfinden.

1869 ließ sich ihr Mann endlich operieren, so dass nach 10jähriger Ehe diese nun vollzogen werden konnte. Das gemeinsame Kind Maria Christina Pia kam am 7.12.1869 zur Welt, starb allerdings bereits am 28.3.1870. Danach war Marie eine Zeitlang nicht mehr zu bändigen.

Sie ging oft und gerne mit ihrer Schwester Mathilde auf Europa-Reise. Dabei begegnete sie allzu häufig ihrer Schwester Kaiserin Elisabeth.

Als diese ihre Reitleidenschaft für England und Irland entdeckte, lernte Marie auch Bay Middleton kennen. Was nun folgte war eine Beispiellosigkeit an Neid, Eifersucht und Intrigen.

Foto: Wikimedia/Commons Kronprinz Rudolf hoch zu Pferd Ölbild Tadeuz Ajdukiewicz

Marie von Festetitcs, Hofdame und Vertraute gab diese Intrige und neidvollen Tage seitens Marie in ihrem Tagebuch wieder. Von Anfang an war Marie außer Rand und Band, als sie den rothaarigen, kleinen Reitlehrer von Elisabeth sah. Obwohl Franz sie zu dieser Reise begleitete und das Paar mittlerweile sich versöhnt hatte und auch in Liebe zugetan war, missachtete sie Franz und herrschte ihn in einer Tour an. Sie brüskierte ihn vor allen Leuten, machte ihn zum Hanswurst und flirtete vor allen mit Bay herum, der sie links liegen ließ.

Als Kronprinz Rudolf anreiste, von seiner Mutter eingeladen und stolz darauf, bei der Reitleidenschaft und -tagen dabei sein zu dürfen, ahnte er nicht, was auf ihn zukommen würde. Von Anbeginn an, merkte er, dass etwas nicht stimmte. Marie okkupierte ihn beinahe und ließ ihn nicht aus. Sie führte ihn vor wie einen Dackel und Elisabeth konnte kaum an ihren eigenen Sohn heran.

Foto: Wikimedia/Commons Bay Middleton

Am Reittag selbst sprang Kronprinz Rudolf mit Bay herum, als sei er ein Diener und nicht einmal würdig, ihm die Schuhe auszuziehen und nicht der 1. Reiter und höchste Reitlehrer seiner Mutter. Doch Elisabeth merkte nichts, da sie Voranritt, dem Tode näher, als dem Leben, denn am Pferd war sie wie eine Wilde und alle rund um sie hatten um sie Todesangst.

Marie von Festetics sah den Kronprinz in einem Salon und nach einem längeren Gespräch, gestand ihr dieser, dass ihm seine Tante zur Seite genommen und ihn aufgeklärt habe, dass eine Mutter eine Affäre mit Bay hätte. Die Hofdame, die Marie sowieso nicht leiden konnte, da sie alle von oben herab behandelte, fiel beinahe in Ohnmacht. Sie versicherte mit allen Schwüren die ihr einfielen, dass ihre Herrschaft, auf infamste diffamiert worden sei. Noch am selben Abend klärte Marie von Festetics die Kaiserin auf.

Schon am nächsten Tag stellte Kaiserin Elisabeth ihre Schwester persönlich zur Rede. Zuerst stritt Marie alles ab. Diese war so beleidigt, dass Bay die Kaiserin trainierte, Marie aber weder trainieren, noch eines Blickes würdigte, dass sie diese Intrigen sponn. Der Neid und die Eifersucht floss Marie beinahe aus den Augen. Denn auch sonst ließ sie kein Fettnäpfchen aus. Sie rauchte öffentlich Zigarillos, ging nackt baden und brüskierte wo sie nur konnte.

Gräfin Marie Festetics, Hofdame, Foto: Wikimedia/Commons

Foto: Wikimedia/Commons Mathilde Gräfin von Trani

Um Rudolf zu zeigen, dass es Elisabeth ernst und sie vollkommen unschuldig war, brach sie mit ihrer Schwester Marie. Da Spatz Marie zu Hilfe eilte und sich auf die Seite von Marie stellte, brach Elisabeth auch mit ihr. Zeit ihres Lebens sprach Elisabeth kein Wort mehr mit Marie. Dies ging so weit, dass Marie nach dem gewaltsamen Tod von Kaiserin Elisabeth nicht zu den Begräbnisfeierlichkeiten eingeladen wurde.

Marie zog sich mit Franz nach Paris zurück, wo sie mit Sophie Herzogin von Alençon zusammen traf. Das Paar kaufte in Neuilly-sur-Seine eine Villa und wohnte von da an feudal. Immer mehr freundeten sie sich an, bis sie nicht mehr voneinander lassen konnten. Von nun an, sah man die beiden nur noch gemeinsam. Franz und Marie hatten endlich zueinander gefunden.

Im Gegensatz zu Marie, konnte Mathilde das Verhältnis zu Sisi wieder aufnehmen. Spatz und Elisabeth waren wieder Schwestern, Marie und Elisabeth blieben Todfeinde. Sophie unglücklich in ihrer Ehe mit Ferdinand Herzog d’Alençon und auch Mathilde ließ sich in Paris nieder, als ihr Mann Ludwig sich schließlich umbrachte. Die drei Schwestern sahen sich jeden Tag und verbrachten viel Zeit miteinander. Umso härter traf es Marie, als ihr Franz am 27.12.1894 starb. Sie sollte ihn als Witwe um 31 Jahre überleben. Von nun an zog sie sich aus dem öffentlichen Leben zurück.

Herzogin Sophie
Foto: jourfixe-muenchen-ev.com

Als Sophie 1897 beim Brand im Bazar de la Charité zu Tode kam, nahm es ihr beinahe den Atem. Mathilde und Marie verließen Paris für immer und zogen nach München zurück, wo sie auch die Strapazen des 1. Weltkrieges gemeinsam erlebten.

Königin Marie von Neapel-Sizilien starb 83jährig am 19.1.1925 in München. Sie ruht neben ihrem Mann und Tochter in Rom in der Kirche „Via Giulia“.

~ Marie ~

Info nebenbei:

Wer die Geschichte rund um Bay Middleton lesen möchte, kann dies gerne hier tun:

https://sternenkaiserin.com/2017/04/09/william-george-bay-middleton/

Wer die Geschichte von Sophie Herzogin d‘ Alençon lesen möchte (Achtung, die Geschichte ist nicht für Jedermann!) ist hier richtig:

https://sternenkaiserin.com/2020/05/04/der-grausame-tod-von-herzogin-sophie-charlotte/


Text: Marie
Blogbeiträge: Marie
Bildrechte: rct.uk, Wikimedia/Commons, jourfixe-muenchen-ev.com


Literarische Hinweise: 

Hermann von Witzleben 
Herzöge in Bayern (nur noch antiquarisch erhältlich 

Bernhard Graf 
Sisis Geschwister Bildband (nur noch antiquarisch erhältlich) 

Charlotte Prinzessin von Belgien oder auch Erzherzogin Charlotte oder auch Kaiserin Carlota von Mexiko

Foto: sternenkaiserin.com – Marie (*) Erzherzogin Charlotte

Wir gedenken heute des Todestages von Marie Charlotte Amélie Augustine Victoire Clémentine Prinzessin von Belgien, Erzherzogin Charlotte von Österreich, später Kaiserin Carlota von Mexiko. Sie wurde am 7.6.1840 auf Schloss Laeken geboren.

Foto: Wikimedia/Commons König Leopold I von Belgien, Bild: F.X. Winterhalter

Foto: Wikimedia/Commons Prinzessin Louise von Orléans

Ihr Vater war König Leopold I von Belgien. Ihre Mutter Prinzessin Louise von Orléans.

Ihr Vater war vernarrt in die kleine Prinzessin. Auch deshalb, weil sie besonders schön war. Als Charlotte mit 10 Jahren ihre geliebte Mutter verlor, ließ ihr Vater sie beinahe nicht mehr aus den Augen.

Sie wuchs mit ihren Geschwistern sehr liebevoll und behütet auf. Ihre Cousine war Prinzessin Alexandrina, welche später als Queen Victoria in die Annalen einging. Aber auch Victorias Ehemann Albert war ein Cousin 1. Grades.

Leopold war nicht nur in der eigenen Familie sehr beliebt. So war er auch bei Alexandrina, ihr Lieblingsonkel.

Von ihren Geschwistern ist uns lediglich Leopold II bekannt, welcher als Teufel vom Kongo Angst und Schrecken verbreitete. Bei all der Fürsorglichkeit und Liebe im Elternhaus vermag man es sich nicht vorzustellen, warum aus ihm so ein Tyrann wurde.

Charlotte war 16 Jahre alt, als sie Erzherzog Ferdinand Maximilian, genannt Max, einen Bruder von Kaiser Franz Joseph kennenlernte und sich in ihn verliebte. Die Mär vom verliebten Max, der die schöne Charlotte fand, ist leider nicht der Wahrheit entsprechend. Max hatte hohe Schulden und das belgische Königshaus war schwer reich. Max verhandelte hart um Charlottes Mitgift.

Erzherzog Ferdinand Maximilian, Kaiser Maximilian I von Mexiko, Foto: Wikimedia/Commons

Am 27.7.1857 heiratete das Paar schließlich in Brüssel. Charlotte wurde somit die Schwägerin von Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Elisabeth. Das Paar zog nach Triest ins Schloss Miramare. Als Hochzeitsgeschenk machte ihn Kaiser Franz Joseph zum Generalgouverneur von Lombardo-Venetien.

Kaiserin Elisabeth sah sie als Konkurrentin, da Charlotte sehr schön und äußerst liebenswürdig war. Erzherzogin Sophie bevorzugte Charlotte bei jeder sich bietenden Gelegenheit.

Aufgrund von falschen Versprechungen und auf Drängen von Napoleon III und seiner Frau Eugénie nahm Max die mexikanische Krone an.

Am 10.4.1864 wurden Max und Charlotte zu Kaiser und Kaiserin von Mexiko. Gekrönt wurden die beiden im eigens dafür eingerichteten Krönungszimmer in Schloss Miramare in Triest.

Max wurde damit zum Kaiser Maximilian I von Mexiko. Charlotte zur Kaiserin Carlota von Mexiko.

Charlottes Lebenstraum ging damit in Erfüllung. Charlotte galt als sehr ehrgeizig und wollte denselben Status erreichen wie ihre schöne und berühmte Schwägerin Kaiserin Elisabeth. Alle Mittel waren ihr dazu Recht. Dass Elisabeth keine Kaiserin sein wollte, entging ihr dabei völlig.

Das Paar hatte keine Kinder. Um Thronfolger zu haben adoptierten sie 1865 Augustin de Itúrbide y Green und Salvador de Itúrbide y de Marzan.

Die Ehe der beiden wurde schnell zur Farce. Max ging permanent fremd und soll mit der Frau seines Gärtners ein uneheliches Kind gezeugt haben. Sein Kammerdiener Grill erzählte, dass Charlotte ihn so angewidert habe, dass er die Schlafzimmertüre zumauern ließ. Ab diesem Zeitpunkt galt die Ehe auch in der Öffentlichkeit als zerrüttet.

Charlotte selbst soll sich mit Alfred Baron van der Smissen getröstet haben. Max wusste von der Affäre und tolerierte sie.

1865 endete der Amerikanische Bürgerkrieg, was die Truppen veranlasste Mexiko zu verlassen.

Charlotte fuhr mit dem Schiff nach Europa um bei Kaiser Napoleon III und Papst Pius IX Hilfe zu erbitten. Vergeblich. Pius ließ sie mit den Worten „er werde um Max Seele beten“ abblitzen. Sie erlitt einen schweren Nervenzusammenbruch, da ihr niemand Gehör schenkte.

Laut Gerüchten zufolge soll Charlotte zu diesem Zeitpunkt schwanger gewesen sein. Am 21.1.1867 wurde ein unehelicher Sohn geboren, welcher später als General Maxime Weygand identifiziert und in Frankreich berühmt wurde. Er weigerte sich jedoch Zeit seines Lebens den Namen seiner Eltern preiszugeben, weshalb das Geheimnis mit ins Grab genommen wurde.

Foto: David Conway via findagrave.com, Grab Kaiserin Carlota von Mexiko

Von dem schweren Zusammenbruch erholte sie sich nicht mehr und ihr Bruder Leopold zwischenzeitig König von Belgien ließ sie für Unzurechnungsfähig erklären.

Sie lebte völlig abgeschottet eine Zeitlang auf Miramare und wurde dann ins Wasserschloss Bouchout in Belgien gebracht.

Bis zu ihrem Tod glaubte sie, dass sie noch Kaiserin von Mexiko war. Vom Tod ihres Mannes erfuhr sie ihr Leben lang nichts.

Kaiserin Carlota von Mexiko starb am 19.1.1927 87jährig auf Schloss Bouchout in Meise. Sie ruht in der Notre Dame Kirche in Laeken in Belgien.

~ Marie ~

 


Rechtliche Hinweise:
Text: Marie
Bildrechte: David Conway via findagrave.com, (*) Mit herzlichen Dank für die Fotorechte an Schloss Artstetten, sternenkaiserin.com – Marie, Wikimedia/Commons 


Literarische Hinweise: 

Egon Conte Corti 
Maximilian und Charlotte von Mexiko Nach dem bisher unveröffentlichten Geheimarchive des Kaisers Maximilian und sonstigen unbekannten Quellen (nur noch antiquarisch erhältlich) 

Brigitte Hamann 
Mit Kaiser Max in Mexiko Aus den Tagebüchern des Fürsten Carl Khevenhüller 1864 – 1867 (nur noch antiquarisch erhältlich)

Brigitte Hamann 
Die Habsburger: Ein biografisches Lexikon (nur noch antiquarisches erhältlich) 

Maximilian Eugen Ludwig Friedrich Philipp Ignatius Joseph Maria Erzherzog von Österreich

Foto: Wikimedia/Commons Erzherzog Maximilian Eugen

Wir gedenken heute des Todestages von Maximilian Eugen Ludwig Friedrich Philipp Ignatius Joseph Maria Erzherzog von Österreich. Er wurde am 13.4.1895 in Wien geboren.

Foto: ÖNB Erzherzog Otto

Foto: Wikimedia/Commons Maria Josepha Prinzessin von Sachsen

Sein Vater war Erzherzog Otto Franz. Seine Mutter Maria Josepha Prinzessin von Sachsen. Er war der 2te Sohn des Paares.

Erzherzog Otto war ein Sohn von Erzherzog Karl Ludwig. Er wiederum ein Bruder von Kaiser Franz Joseph. Otto war somit der Neffe von Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Elisabeth.

Maximilian Eugen war somit der Großneffe von Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Elisabeth. Gleichzeitig war er aber auch der Neffe von Erzherzog Franz Ferdinand und der Bruder vom letzten Kaiser von Österreich, Karl I.

Erzherzog Maximilian durfte das Schottengymnasium besuchen und studierte – sehr zum Missfallen von Kaiser Franz Joseph- danach Rechtswissenschaften. Habsburger hatten zu dieser Zeit keine weitere Ausbildung zu haben, als eine militärische. Sie lernten zwar noch einen Handwerksberuf „für den Fall der Fälle“, aber das galt eher dem Alibi.

Während der Kriegszeit diente er teilweise an der Front und stieg bis zum Major auf.

Foto: Wikimedia/Commons Franziska zu Hohenlohe-Waldenburg-Schillingsfürst

Am 29.11.1917 heiratete er in Schloss Laxenburg Franziska zu Hohenlohe-Waldenburg-Schillingsfürst. Sein Bruder Kaiser Karl hielt sich in der Kriegszeit hauptsächlich in Laxenburg auf, weshalb die Hochzeit dort stattfand. Das Paar bekam 2 Söhne.

Erzherzog Maximilian wollte sich dem Adelsaufhebungsgesetz von 1919 nicht unterwerfen und wurde – obwohl weiterhin österreichischer Staatsbürger – des Landes für immer verwiesen.

Er promovierte noch als Dr. jur und ließ sich als Rechtsanwalt in Bayern und der Schweiz nieder.

Während des 2. Weltkrieges flüchtete die Familie in die Schweiz und nannte sich vorsichtshalber „Grafen von Kyburg“.

Erzherzog Maximilian Eugen starb 56jährig am 19.1.1952 in Nizza. Er ruht in der St. Michael Kirche, Schloss Altshausen in Baden Württemberg.

~ Marie ~

 

 


Rechtliche Hinweise:
Text: Marie
Bildrechte: Österreichische Nationalbibliothek (ÖNB), Wikimedia/Commons


Literarische Hinweise: 

Brigitte Hamann
Die Habsburger: Ein biografisches Lexikon (nur noch antiquarisch erhältlich) 

 

Ludwig Viktor Joseph Anton Erzherzog von Österreich oder auch Luzi-Wuzi

Foto: Österreichische Nationalbibliothek, Erzherzog Ludwig Viktor „Luzi-Wuzi“

Foto: austria-forum.org, Erzherzog Franz Karl

Erzherzogin Sophie, Foto: Wikimedia/Commons

Wir gedenken heute des Todestages von Ludwig Viktor Joseph Anton Erzherzog von Österreich. Er wurde am 15.5.1842 in Wien geboren.

Sein Vater war Erzherzog Franz Karl. Seine Mutter Sophie Prinzessin von Bayern.

Nach dem das Paar zwei Jahre zuvor ihre geliebte Tochter Ännchen (*) verloren hatten, hofften sie, dass die erneute Schwangerschaft eine Tochter hervorbringen würde. Etwas Enttäuschung war der Mutter anzusehen, als sie den 4ten Buben entbunden hatte. Trotzdem wurde er schnell der Star in der Familie.

Sophie verhätschelte „Luzi-Wuzi“ oder „Luziwuzi“ (beide Schreibweisen sind korrekt) – wie er in der Familie und auch im Erwachsenenleben genannt wurde – bis auf äußerste, weshalb das Nesthäkchen von Franzi, Maxi und Karli misstrauisch und neidvoll beäugt wurde. Die drei Buben waren natürlich niemand geringere als der zukünftige Kaiser Franz Joseph (Franzi), Lieblingssohn Erzherzog Ferdinand Maximilian (Maxi) und Erzherzog Karl Ludwig (Karli).

Ludwig Viktor erhielt dieselbe schulische Ausbildung wie seine Brüder, allerdings war seine Mutter bei weitem nicht mehr so streng und mit Drill dahinter wie bei Franzi und Maxi, weshalb sich der Bub so manche Späße mit seinen Hauslehrern erlaubte. Schon Max hatte einige Freiheiten mehr, als der von Gott begnadete auserwählte Erstgeborene Franz, der zum Teil völlig isoliert aufwachsen musste.

Schon früh fiel bei Luzi-Wuzi jene Begabung auf, die später gefürchtet war. Er konnte sehr gut mit seiner spitzen Zunge zynische Bemerkungen fallen lassen. Als Bub diente dies noch der Belustigung der Hofdamen von Sophie, zumal der blondgelockte Ludwig Viktor ein sehr hübscher Knabe war. Später war er für seine spitze Zunge, pointierten Aussagen, tiefschwarzen Bemerkungen, gesponnenen Intrigen und hinterlistigen Geschichten über das Kaiserhaus gefürchtet.

Foto: Wikimedia/Commons, Luzi-Wuzi

Ebenfalls zeitig fiel seine Passion auf, sich in Frauenkleidern zu zeigen. Zuerst verkleidete er sich nur im Fasching oder wenn er jemanden nachäffen und diese Darstellung besonders treffend darstellen wollte. Franzi, Maxi und Karli kringelten sich oft vor Lachen, wenn Luzi-Wuzi mit verstellter Stimme, in Mädchenkleidung irgendeine Cousine nachäffte. Nicht umsonst nannte ihn Elisabeth später und heimlich in ihren Gedichten auch „Affe“.

Doch schon bald fiel dem Kaiserhaus seine Andersartigkeit auf.

Wie seine Brüder wurde auch er militärisch erzogen. Er brachte es bis zum General eines Infanterieregiments, schied aber nach dieser Ernennung aus selbigen wieder aus, da er mit dem Militär nichts anfangen konnte. Das Regiment erhielt trotzdem seinen Namen.

Foto: theatermuseum.at Claudia Couqui Fotograf Carl Mahlknecht

Luzi-Wuzi war beliebt bei seinen Tanten vor allem bei Tante Ludovika in Bayern und gern gesehener Gast bei den Kaffeekränzchen. Er vergaß nie einen Geburtstag, einen Namenstag, einen Hochzeitstag oder sonst einen Ehrentag der Damen oder der Herrschaft, schickte Blumen, Karten und Pralinen. Luzi-Wuzi wusste immer den neusten Tratsch aus dem Kaiserhaus, vor allem über seine Schwägerin Sisi, die ihn dafür regelrecht verachtete und hasste. Nicht einmal beschwerte sie sich bei ihrem Ehemann über ihren Schwager, dass er Missstimmung in die Familie brächte und er es sei, der die Familie entzweien würde. Doch Kaiser Franz Joseph hielt an seinem Bruder genauso fest, wie an Sisi oder an seiner Mutter.

Als es Zeit war zu heiraten, wollte man ihn mit Elisabeths Schwester Sophie in Bayern verehelichen, welche aber brüskiert ablehnte. Sein Bruder Max wünschte sich als Ehefrau Isabel Prinzessin von Brasilien. Dies hätte die Länder Mexiko und Brasilien (wieder) vereint. Doch Luzi-Wuzi lehnte eine Ehe kategorisch ab.

Foto: Wien Museum, Michael Frankenstein, um 1870, Ludwig-Viktor-Palais

Obwohl die sexuelle Orientierung von Ludwig Viktor ein offenes Geheimnis war und dies im 19. Jahrhundert mit Gefängnis bestraft wurde, akzeptierte die kaiserliche Familie im stillen Abkommen seine Homosexualität. Allerdings dürfte er nach heutigem Wissen trotzdem Bisexuell gewesen sein, denn er hatte ein jahrelanges Verhältnis mit der schönen Schauspielerin und Tänzerin Claudia Couqui, welche in seinem „Erzherzog Ludwig Viktor Palais“ Ein und Aus ging.

Das Palais wurde von 1863-1866 von Heinrich von Ferstel erbaut und war das erste Palais am Schwarzenbergplatz 1 (heute ist das TGI Fridays darin). Auf seine Initiative wurde von Heinrich von Ferstl das Palais Ferstl, das Palais Schwarzenberg (heute ein Casino) gebaut und das Schloss Klessheim in Salzburg umgebaut.

Da Kaiser Franz Joseph an niemanden Aufgaben abgab, hatte auch Ludwig Viktor nicht viel zu tun. Er hing im Prinzip den ganzen Tag herum, besuchte Kunstausstellungen und war der Bruder des Kaisers. Für einen jungen, überaus intelligenten Mann war dies zu wenig an Aufgaben.

Foto: readymap.at Kaiserbründl Bad

Zu einem Affront kam es, als es im Kaiserbründlbad zu einer Schlägerei kam. Dort irrte sich der Erzherzog bei einem jungen Mann ob seiner sexuellen Orientierung und bekam eine Ohrfeige. Da der Mann Ludwig Viktor erkannte, drohte er mit einem Skandal und einer öffentlichen Kundmachung. Um dieser zu entgehen, schickte Kaiser Franz Joseph Luzi-Wuzi nach Salzburg.

Eine Mär besagt, dass der Kaiser seinen Bruder auf ewig verbannt hätte. Dies widerlegt die zahlreiche Korrespondenz und die vielen Briefe der beiden Brüder. Kaiser Franz Joseph legte in vielen Dingen auch immer wieder Wert auf die Meinung von Ludwig Viktor, so dass dieser zwischen Wien und Salzburg pendelte. Die beiden Brüder verstanden sich ausgezeichnet. Von Verbannung oder gar Peinlichkeit ob der sexuellen Orientierung seitens Ludwig Viktors kann keine Rede sein. Kaiser Franz Joseph hat ihn zwar immer wieder zur Räson gebeten, aber das musste er bei verheirateten Paaren auch.

1866 baute er das Winterschloss „Kavaliershaus“ in Klessheim aus, so dass er auch im Winter in Salzburg bleiben konnte. Hier feierte Luzi-Wuzi ausschweifende Partys, die bald über Salzburg hinaus berüchtig waren. Die Offiziere hatten bald vom Militärcasino Verbot beim Erzherzog aufzutauchen, da es Gerüchte für „einseitige Ausschweifungen“ gab.

Foto: Österreich Werbung Weinhäupl, Schloss Klessheim

Die Salzburger selbst begannen ihren Erzherzog an zu lieben. Wo er auftauchte floss das Geld. Er half den Bürgern wo er konnte. Er baute Krankenhäuser, Schulen und Universitäten. Er setzte sich für die Armen ein und ließ Frauen- und Waisenhäuser bauen. Er war sich nicht zu Schade dafür den Kranken der Stadt einen Besuch abzustatten, ihnen die Hand zu schütteln und Geld für Medizin dazulassen. Es gab keinen Habsburger vor und nach ihm, der sich so für die Belange der Menschen einsetzte wie Luzi-Wuzi.

Als am 25.8. und 26.8.1877 Salzburg von einem der schlimmsten Hochwasserkatastrophen des Jahrhunderts betroffen war, half er nicht nur finanziell aus, sondern half den Menschen direkt vor Ort. Die Salzach trat über das Ufer am Elisabethkai, Rudolfskai und Franz-Josefskai, so dass die Altstadt völlig überschwemmt und abgeschnitten war. Erzherzog Ludwig Viktor kaufte Boote an, um die Menschen retten zu lassen, ließ frisches Wasser und Essen verteilen.

Obwohl Fürstin (Ele)Nora Fugger von Babenhausen in ihrer eigenen Biografie gar garstige Worte über Luzi-Wuzi findet, so war sie Zeit seines Lebens mit ihm in Kontakt. Sei es per Brief oder auf zahlreichen Festen. Auch bei seiner Nichte Gisela und ihrem Mann Leopold in München ging er des Öfteren Ein und Aus.

Doch je älter er wurde, desto mehr zog er sich nach Salzburg zurück. Um 1900 verlor einen seiner besten Freunde, weil er wieder einmal seine spitze Zunge nicht im Zaum halten konnte. Erzherzog Franz Ferdinand hatte schon zu viele Hürden und Bosheiten mitgemacht, so dass die eine Bosheit von Luzi-Wuzi gegen seine Frau Sophie zu viel war. Er konnte und wollte die Beleidigung nicht verzeihen.

Foto: sternenkaiserin.com – Maria José, Grab Erzherzog Ludwig Viktor, Friedhof Siezenheim

Foto: sternenkaiserin.com – Maria José, Grab Erzherzog Ludwig Viktor, Friedhof Siezenheim

Sein 60. Geburtstag wurde am 15.5.1902 in Salzburg groß gefeiert. Alles war vor Ort was Rang und Titel hatte. Am 24.8.1902 eröffnete er die „Erzherzog-Ludwig-Viktor-Brücke“ über der Salzach und der „Alte Markt“ wurde in „Ludwig-Viktor-Platz“ umgetauft.

Danach zog er sich mehr und mehr aus der Öffentlichkeit zurück. Keine wilden Partys mehr. Keine Reisen mehr nach Wien in sein schönes Palais, welches Kaiser Franz Joseph 1911 in ein Militärcasino umwidmen ließ. Immer häufiger zeigten sich geistige Verwirrung und beginnende „Demenz“. 1915 wurde er entmündigt und unter ein Kuratel gestellt. Er durfte Schloss Klessheim alleine nicht mehr verlassen.

Erzherzog Ludwig Viktor starb am 18.1.1919 76jährig in Schloss Klessheim. Er ruht am öffentlichen Friedhof in Siezenheim.

~ Marie ~

Info nebenbei:

Luzi-Wuzi starb als Letzter der kaiserlichen Brüder. Er ruht auf eigenem Wunsch in Siezenheim.

Luzi-Wuzis Biografin wurde der Zugang zu den Unterlagen von Karl (von) Habsburg leider verwehrt. Grund: sie hatte die Biografie von Kaiser Karl nicht in seinem Sinne geschrieben.

(*) Wer mehr über Erzherzog Ludwig Viktors frühverstorbene Schwester erfahren möchte, ist hier richtig:

https://sternenkaiserin.com/2017/02/05/erzherzogin-maria-anna-karolina-pia-von-oesterreich/

Maria José hat das Grab von Erzherzog Ludwig Viktor besucht. Wer sich das Video noch einmal ansehen möchte, ist hier richtig:

Video: Maria José


Rechtliche Hinweise
Text: Marie
Blogbeitrag: Marie
Video: Maria José
Bildrechte: sternenkaiserin.com – Maria José, Österreich Werbung Weinhäupl, readmap.at, Wien Museum Michael Frankenstein, Österreichische Nationalbibliothek, Wikimedia/Commons, austria-forum.org, theatermuseum.at (Carl Mahlknecht)


Literarische Hinweise: 

Brigitte Hamann
Die Habsburger: Ein biografisches Lexikon (nur noch antiquarisch erhältlich) 

Katrin Unterreiner 
Luzi Wuzi Das provokante Leben des Kaiserbruders Ludwig Viktor

Karl Salvator Maria Joseph Johann Baptist Philipp Januaris Ludwig Erzherzog von Österreich, Prinz von Toskana

Foto: Erzherzog Karl Salvator

Wir gedenken heute des Todestages von Karl Salvator Maria Joseph Johann Baptist Philipp Januaris Ludwig Erzherzog von Österreich, Prinz von Toskana. Er wurde am 30.4.1839 in Florenz geboren.

Foto: Wikimedia/Commons, Großherzog Leopold II von Toskana

Foto: Wikimedia/Commons, Großherzogin Maria Antonia von Toskana

Sein Vater war Leopold II Erzherzog von Österreich, Großherzog der Toskana. Seine Mutter Maria Antonia Prinzessin von Neapel-Sizilien.

Sein Vater Leopold II war ein Enkel von Kaiser Leopold II, sowie ein Ur-Enkel von (Kaiserin) Maria Theresia. Sein Vater war der Großherzog Ferdinand III von Toskana, Erzherzog von Österreich. Außerdem war Leopold von Geburt an bis zur Geburt von Erzherzog Franz Joseph Karl der Dritte in der Thronfolge. Vor ihm waren nur Erzherzog Ferdinand und Erzherzog Franz Karl, die beide – vor allem aber Ferdinand – als geistesschwach galten. Beides waren Söhne von seines Onkel Franz, welcher Kaiser Franz II/I war. Als Erzherzogin Sophie allerdings den Stammhalter der Dynastie geboren hatte (Erzherzog Franz Joseph Karl), rutschte Leopold in der Rangordnung ab. Als die Erzherzöge Ferdinand Maximilian, Karl Ludwig und Ludwig Victor geboren wurden, wurde die Thronfolge für Leopold unerreichbar.

Karl Salvator war der zweite Sohn und das fünfte Kind von insgesamt 10 Kindern. Sein jüngster Bruder war Erzherzog Johann Salvator, auch bekannt als Johann Orth (Schloss Orth). Sein vorletzter Bruder Ludwig Salvator ging ebenfalls in die Geschichte ein. Er lebte auf Mallorca, scherte sich wenig um die Konventionen der Habsburger und machte sogar heimlich ein Bild von Kaiserin Elisabeth.

Schon früh zeigte Karl Salvator Interesse für das Militär und begann sich für technische Dinge an zu interessieren. Bereits mit 10 Jahren wurde er zum Rittmeister des Galizischen Ulanen Regiment „Kaiser Joseph II Nr. 6“. Schon 1857 wurde er zum Major befördert

1859 verließ die Familie Florenz, da der Sardinische Krieg ausbrach. Er meldete sich als Major in der Lombardei bei seinem Regiment und nahm am Krieg teil. Innerhalb kürzester Zeit wurde er Oberleutnant.

1860 verlor Österreich die Toskana für immer an Italien. „Die Schlacht um Solferino“ sollte in die Geschichte eingehen. Erzherzog Karl Salvator wurde trotz allem Oberstinhaber des „k.u.k. Galizischen Infanterie Regiments Philipp Herzog von Württemberg“ Nr 77. Dieses Regiment trug ab sofort seinen Namens. Karl Salvator nahm an weiteren Kriegen teil und musste 1886 seinen Dienst nehmen, da ihn ein rheumatisches Fußleiden an einer weiteren Karriere hinderte. Allerdings hatte er es bis zu diesem Zeitpunkt bereits bis zum Feldmarschallleutnant gebracht.

Aber auch der Ruhestand war für den Technikaffinen Erzherzog kein Problem. Schon lange entwickelte er gemeinsam mit seinem Freund und Hauptmann Georg Ritter von Dormus Schusswaffen. Dabei halfen ihm seine exzellenten Mathematikkenntnisse.

1888 wurde die Feuerwaffe M.93 kurz „Salvator/Dormus“ in die k.u.k. Kriegsführung aufgenommen und erst 1907 durch das erste Maschinengewehr ersetzt. Im 1. Weltkrieg wurde die M.93 allerdings noch bzw. wieder eingesetzt, da es zu wenig Maschinengewehre gab.

Foto: Wikimedia/Commons, Maria Immaculata Prinzessin von Neapel-Sizilien

Karl Salvator arbeitete gemeinsam mit Dormus auch an einer Repetierpistole, von der lediglich 50 Stück produziert wurden. 31 davon wurden für den Truppenversuche eingesetzt. Doch die Handhabung stellte sich am Truppenübungsplatz als äußerst kompliziert heraus. Als Karl Salvator dann auch noch erkrankte, gab Dormus den Versuch auf, die Waffe zu verbessern.

Erzherzog Karl Salvator hatte aber nicht nur das Militär und Waffen im Kopf. Auch die Architektur war ein großes Interessensgebiet von ihm. Die schönsten Gebäude skizzierte er auf Blatt Papier. Sein größtes Hobby war allerdings, wie bei allen männlichen Habsburgern, die Jagd. Er besaß zu dem die größte Waffensammlung.

Foto: sternenkaiserin.com – Marie, Wandnische, Erzherzog Karl Salvator, Kapuzinergruft

Am 19.9.1861 heiratete er in Rom seine Cousine Maria Immaculata von Neapel-Sizilien. Das Paar war sich sehr wohlwollend zugetan. Am bekanntesten ihrer 10 Kinder ist wohl der zweite Sohn Erzherzog Franz Salvator. Er ehelichte am 31.7.1890 Erzherzogin Marie Valérie, wodurch Erzherzog Karl Salvator der Schwiegervater von Erzherzogin Marie Valérie wurde.

Erzherzog Karl Salvator starb 52jährig am 18.1.1892 an einer Influenza in Wien. Er ruht in einer Wandnische neben seiner Frau in der Kapuzinergruft.

~ Marie ~






Info nebenbei:

Wer sich die Geschichte zum Schloss Orth noch einmal anhören möchte, ist hier richtig:
Video: sternenkaiserin.com – Marie 

Wer meinen Beitrag zu Ludwig Salvator nachlesen möchte, ist hier richtig:

https://sternenkaiserin.com/2019/10/12/erzherzog-ludwig-salvator-mallorca-museumsbericht/


Rechtliche Hinweise: 
Text: Marie
Video: sternenkaiserin – Marie
Blogbeitrag: Marie
Bildrechte: Wikimedia/Commons


Literarische Hinweise: 

Brigitte Hamann
Die Habsburger: Ein biografisches Lexikon (nur noch antiquarisch erhältlich)

Karl Joseph Emanuel Johann Nepomuck Anton Prokop Erzherzog von Österreich

Foto: Wikimedia/Commons, Erzherzog Karl Joseph

Wir gedenken heute des Todestages von Karl Joseph Emanuel Johann Nepomuck Anton Prokop Erzherzog von Österreich. Er wurde am 1.2.1745 in Wien geboren.

Foto: Akademie der Bildenden Künste, Maria Theresia

Foto: Wikimedia/Commons Kaiser Franz I Stephan

Sein Vater war Kaiser Franz I. Stephan. Seine Mutter (Kaiserin) Maria Theresia von Österreich.

Karl Joseph war das 7te Kind des Paares und der erklärte Lieblingssohn seiner Mutter, was ihm bei seinem Bruder Joseph (später Kaiser Joseph II) Missgunst einbrachte. Ansonsten war der Bub überall beliebt; am Hof und bei seinen Geschwistern. Er galt als extrovertiert, aufgeschlossen, lernbegierig und klug.

Karl Joseph war für die Nachfolge seines Vaters im Großherzogtum Toskana vorgesehen. Als Braut wurde Maria Ludovica von Spanien versprochen. Doch auch hier schlug das Schicksal erbarmungslos zu: Der junge Erzherzog steckte sich mit den Pocken an.

Foto: Wikimedia/Commons, Braut Maria Ludovica Infantin von Spanien

 

Foto: sternenkaiserin.com – Marie

Foto: sternenkaiserin.com – Marie, Sarkophag, Erzherzog Karl Joseph, Kapuzinergruft

Erzherzog Karl Joseph starb 15jährig am 18.1.1761 in Wien. Er ruht in der Kapuzinergruft.

~ Marie ~

 

Info nebenbei:

Sein Bruder Leopold (späterer Kaiser Leopold II – auf den alle bekannten Habsburger zurückgehen) übernahm die Regentschaft des Großherzogtums Toskana und ehelichte die Braut Maria Ludovica von Spanien. 

Erzherzog Karl Joseph war der Ur-Großonkel von Kaiser Franz Joseph.

 

 


Text: Marie
Bildrechte: Wikimedia/Commons, sternenkaiserin.com – Marie, Akademie der Bildenden Künste 


Literarische Hinweise:

Brigitte Hamann
Habsburg Ein biografisches Lexikon (nur noch antiquarisch erhältlich)


 

Elizabeth Rosanna Gilbert oder auch Lola Montez

Foto: Wikimedia/Commons, Lola Montez, Schönheitengalerie, Joseph Stieler 1847

Wir gedenken heute des Todestages von Elizabeth Rosanna Gilbert, bekannt als Lola Montez. Sie wurde am 17.2.1821 in Grange (Irland) geboren.

Ihr Vater war Edward Gilbert. Ihre Mutter Eliza Oliver.

Ihr Vater war ein schottischer Offizier, ihre Mutter eine irische Landadelige. 1822 übersiedelte die Familie nach Kalkutta, wo der Vater kurz nach der Ankunft an Cholera starb. Ihre Mutter musste die Familie allein durchbringen, ehelichte aber relativ bald nach dem Tod des Ehemannes wieder. Ab ca. 1826/7 zog die Familie wieder nach Schottland, wo Eliza, wie sie genannt wurde, das Höhere Mädcheninternat besuchte.

Um einer aufgezwungenen standesgemäßen Ehe zu entgehen, ließ sie sich vom englischen Offizier Thomas Jane nach Irland entführen. 1838 ehelichte sie Thomas und ging mit ihm wieder nach Kalkutta. 1839 trennte sich das Paar allerdings wieder.

1842 kehrte Eliza von Kalkutta zurück und zog nach London. Dort begann sie einen spanischen Sprachkurs und lernte spanische Tänze. Auf einer Spanien-Reise vervollständigte sich ihr Plan, sich fortan als Spanierin auszugeben. 1843 kehrte sie als „Maria de los Dolores Porrys y Montez“ nach London zurück. Sie gab an aus Sevilla zu sein. Doch nach ihrem Debüt als Tänzerin wurde sie enttarnt und somit floh sie aus England.

Als nunmehrige Lola Montez reiste sie durch Europa und mischte die noble Gesellschaft auf. Sie hatte zahlreiche Affären und in jedem Land hinterließ sie einen Skandal und gebrochene Herzen nach dem anderen.

Sie tanzte u.a. vor Fürst Heinrich LXXII, König Friedrich Wilhelm IV (verheiratet mit Elisabeth von Bayern, (Paten)Tante von Sisi und Kaiser Franz Joseph), Zar Nikolaus I usw. Franz Liszt und die beiden Schriftsteller Alexandre Dumas der Ältere und Jüngere (Vater und unehelicher Sohn) gehörten zu ihren Verehrern. Aus allen Ländern wurde sie schließlich wegen Skandalen ausgewiesen.

Eines der früheren größten Skandale löste sie in Paris aus. Ihr Gebliebter Alexandre Duarier, ein Redakteur der französischen Zeitung „La Press“, starb 30jährig 1845 bei einem Duell.

Nach dem „Mord“ an ihrem Geliebten tauchte sie in die Pariser Halbwelt unter und floh schließlich 1846 nach München. Sie bewarb sich am Münchner Hoftheater. Da ihr aber ihr Ruf vorauseilte, verweigerte ihr der Intendant ein Engagement. Sie suchte daraufhin um eine Audienz bei König Ludwig I an. Dieser empfing sie am 7.10.1846. Was danach geschah, war eines der größten Skandale im bayrischen Königshaus: Ludwig verfiel der Schönheit

Bereits am 10.10.1846 gab sie ihr Debüt am Münchner Hof- und Nationaltheater.

König Ludwig I., Foto: Wikimedia/Commons

Die 25jährige Schönheit begann mit dem bereits alternden 60jährigen König eine leidenschaftliche Liaison. Schon bald wohnte sie in der Theresienstraße. 1847 ließ sie König Ludwig I porträtieren. Ihr Bild ist heute in der Schönheitengalerie im Schloss Nymphenburg zu sehen.

König Ludwig war seiner Frau Königin Therese zwar in Liebe zugetan, langweilte sich aber maßlos. Da kam ihm das „spanische“ Energiebündel Lola natürlich gerade Recht. Und obwohl er seine Frau finanziell sehr kurz hielt, gab er Unmengen für Lola aus. Er kaufte ihr eine Villa und bedachte sie 1 Monat und 10 Tage nach dem Kennenlernen im Testament. Sie solle nach seinem Ableben 100.000 Gulden bekommen, vorausgesetzt sie sei unverheiratet und/oder keine Witwe.

Bis zum Ende des Verhältnisses (1850) gab Ludwig für Lola 158.084 Gulden aus. Ich habe es umgerechnet und in heutiger Währung sind das € 2.759.278,76! Klingt für uns heute schon viel. Auf die damalige Zeit gesehen, müssten wir Euro 27 Mio rechnen, um die Relation zu begreifen.

Das Verhältnis zwischen Lola und Ludwig wurde von der Münchner Bevölkerung mit Argwohn betrachtet. Als er sie am 25.8.1847 (Ludwigs Geburtstag) auch noch zur „Marie Gräfin von Landsfeld“ machte, kam es zu ersten Tumulten.

Lola, nunmehr Gräfin Landsfeld, gründete eine eigene Studentenverbindung, wodurch es zu heftigen Unruhen kam. König Ludwig ließ die Universität aus Protest sperren. Danach befahl er, dass die Studenten München zu verlassen hätten, was zu noch mehr Unruhen führte. Am nächsten Tag wurde die Universität wieder geöffnet. Um dies zu erreichen, musste Lola am 11.2.1848 die Stadt verlassen. Sie wurde somit verbannt.

Am 16.3.1848 kam Lola wieder heimlich zurück, was erneut heftige Unruhen auslöste. Ludwig musste zähneknirschend Lola auf die Fahndungsliste setzen. Lola floh endgültig. König Ludwig musste abdanken. Das Paar sah sich nie wieder.

Nach dem Skandal um König Ludwig ließ sie sich in der Schweiz nieder. Sie erhoffte sich ein Wiedersehen mit ihrem Geliebten, was zahlreiche Briefe belegen. Sie lernte den Hochstapler Auguste Papon kennen, der sich als „Marquis de Sard“ ausgab. Dieser versuchte den abgedankten König zu erpressen. Als dieser von einer erneuten Affäre von Lola erfuhr und die Briefe immer öfter „Geldangelegenheiten“ enthielt, flaute das Verhältnis ab.

1849 kehrte sie nach London zurück, wo sie im Covent Garden zum Drama „Lola Montez ou la Comtesse pour une heure“ auftreten sollte. Doch der Auftritt wurde abgesagt.

Als sie den britischen Offizier George Trafford Heald ehelichte, brach Ex-König Ludwig endgültig den Kontakt ab. Da sie aber noch immer mit Thomas James verheiratet war, wurde sie wegen Bigamie angezeigt. Sie floh erneut aus England, nahm aber George mit. Am Mittelmeer hatte das illegitime Ehepaar einen heftigen Streit was wiederum zur Trennung führte.

Lola ging erneut nach Paris, wo sie einige Auftritte hatte. Dort veröffentlichte sie auch in einer Tageszeitung ihre Biografie. 1851 ging sie nach New York, wo sie in einer Revue „Lola Montez in Bavaria“ als sie selbst auftrat. Von 1851-53 tourte sie mit diesem Stück an der Ostküste. Im Mai 1853 blieb sie in San Francisco, wo sie Patrick Hull ehelichte, welcher kurz nach der Eheschließung starb. Im August desselben Jahres, ließ sie sich in der Goldgräberstadt Grass Valley (Kalifornien) nieder.

Foto: Matthew Fatale via findagrave.com, Eliza Gilbert (Lola Montez), Green-Wood-Cementary, Brooklyn

Foto: Lorenzo Brieba via findagrave.com, Rückseite des Grabsteins von Eliza Gilbert (Lola Montez), Green Wood Cementery, Brooklyn

1855 ging sie erneut auf Tournee, welche sie nach Australien führte. 1857 zog sie endgültig nach New York. Lola schrieb nunmehr Schönheitsratgeber und kümmerte sich rührend um „Gefallene Mädchen“. Gefallene Mädchen waren Mädchen aus (sehr) gutem Haus, welche ihre Jungfräulichkeit – ohne verheiratet zu sein – verloren hatten. Durch diese Arbeit lernte sie Charles Chauncey Burr kennen, der sie zum christlichen Glauben bekehrte.

Ab 1860 zeigten sich erste Krankheitsprobleme. Ein Schlaganfall und ähnliche Symptome machten ihr das Leben schwer. Im Sommer verschlechterte sich ihr Gesundheitszustand. Zu Weihnachten zog sie sich eine Grippe zu, die sich schnell zu einer Lungenentzündung ausbreitete.

Eliza Gilbert (Lola Montez) starb exakt 1 Monat vor ihrem 40. Geburtstag, am 17.1.1861 in New York. Sie ruht am Green-Wood-Cementery in Brooklyn.

~ Marie ~


Text: Marie
Bildrechte: Matthew Fatale via findagrave.com, Lorenzo Brieba via findagrave.com, Wikimedia/Commons 


Literatur Hinweise: 

Reinhold Rauh
Lola Montez Die königliche Mätresse (nur noch antiquarisch erhältlich) 

Sonja Still
Joseph Stieler: Der königlich-bayrische Hofmaler (Maler der Schönheitengalerie)

Rudolf Reiser 
Ludwig I und seine 30 Mätressen (nur noch antiquarisch erhältlich) 

 

 

Luitpold Emanuel Ludwig Maria Herzog in Bayern

Foto: Schloss Ringberg Tegernsee (Burg Ringberg nennt sich heute Schloss Ringberg)

Wir gedenken heute des Todestages von Luitpold Emanuel Ludwig Maria Herzog in Bayern. Er wurde am 30.6.1890 in München geboren.

Max Emmanuel und Amelie in Bayern, Foto: Wikimedia/Commons

Sein Vater war Max Emanuel „Mapperl“ Herzog in Bayern. Seine Mutter Amalie Prinzessin von Sachsen-Coburg-Gotha.

Max Emanuel „Mapperl“ war ein Bruder von Kaiserin Elisabeth. Er war somit ein Neffe von Kaiserin Elisabeth und Kaiser Franz Joseph.

Als Luitpold 3 Jahre alt war, starb sein Vater. Als er 4 Jahre alt war, starb seine Mutter.

Seine beiden Geschwister und er wurden damit zu Vollwaisen. Sie verblieben in der Obhut der Hofdame ihrer Mutter Gräfin Fugger. Ihre Großmutter mütterlicherseits Klementine von Coburg kam monatelang nach Schloss Biederstein, um Nahe bei ihren Enkelkindern zu sein. Mit zunehmenden Alter blieben jedoch die längeren Besuche aus. Als „Eltern“Ersatz waren Herzog Carl Theodor „Gackel“ und Herzogin Maria José eingesprungen, die die Buben nicht nur auf Biederstein besuchten, sondern sie auch nach Schloss Possenhofen mitnahmen.

Dort wuchsen sie zum Teil völlig unbeschwert auf und konnten mit den Kindern von Gackel und Maria José spielen. Sie lernten Reiten, Tennis, Segeln, Schwimmen, Jagen, Wandern usw. Die Kinder hatten so eine unbeschwerte und glückliche Kindheit. Wenn Tante Sisi zu Besuch kam, war die Rasselbande kaum zu bändigen.

Bereits als 7jähriger zeigte er eine außergewöhnliche Begabung für die Kunst. Dies hatte er anscheinend von seinem Vater geerbt. Beim Spielen mit seinem Cousin Franz Josef (Sohn von Carl Theodor und Maria José) imitierte er voller Inbrunst und zum Erstaunen aller phantasievoll die Oper Lohengrin von Wagner.

Völlig neu im Land Bayern war die Sportart Skifahren. Luitpold war einer der Ersten im Land, der diesen Sport bis zur Perfektion erlernte und bis ins hohe Alter ausübte.

1911 trat er als Leutnant in das königliche bayrische Erste Ulanenregiment Kaiser Wilhelm II ein. Als der 1. Weltkrieg ausbrach ging er mit diesem Regiment an die Front, erkrankte aber schwer an einer Lungenentzündung. In Folge dessen war sein Kriegseinsatz vorbei und er trat aus dem Militär aus.

Luitpold hatte auf Schloss Biederstein verschiedene Hauslehrer und hatte die übliche Ausbildung, so dass er später an der Universität Kunstgeschichte und Philosophie studieren konnte. Seinen Abschluss machte er 1922.

Foto: maxplanckfoundation.org/Schloss Ringberg

Das Ulanenregiment war am Ringberg untergebracht und Herzog Luitpold war begeistert vom Ausblick auf den Tegernsee. Wie besessen kaufte er Bauernhöfe und Gründe am Ringberg, um sich hier den Traum einer Burg zu verwirklichen. Sein ganzer Lebensinhalt strebte nach dem Bau dieser Burg. Diese Besessenheit kann mit König Ludwig II verglichen werden, auch wenn er diesen nicht nachahmte. Allerdings ging seine Liebe zur Burg so weit, dass er vergaß sich zu verlieben. So stand schon vor dem 1. Weltkrieg der Hauptbau, verheiratet war er allerdings noch nicht.

Während des 2. Weltkrieges ging er auf Reisen. Seine Burg blieb weitgehend verschont, so dass er nach dem Krieg am Weiterbau weiterarbeiten konnte. Die Einflüsse seiner Reisen sind am Ausbau deutlich zu sehen.

Nachdem Schloss Biederstein nicht zu halten und von den Brüdern verkauft worden war, wurde es abgerissen. Das gesamte Inventar wurde versteigert und damit in alle Herren Länder verteilt.

Herzog Luitpold in Bayern war der Erbe von Schloss Possenhofen. 1943/44 wurde er von den Nazis gezwungen dieses zu verkaufen, da diese ein Schulungszentrum daraus machten.

1945 übernahm der Bayrische Staat das desolate Schloss und brachte bis zum Dach Flüchtlinge unter und zerstörte damit den Rest. Was nicht schon geplündert war, wurde jetzt noch zerstört, geplündert, beschmiert und zerstückelt.

Luitpold in Bayern traf halb der Schlag als er das einst schöne und so stolze Possi der Familie sah und lehnte den Rückkauf vom Staat Bayern ab. Diese ließen es danach einige Jahre komplett verfallen. Heute befindet es sich in Privatbesitz. Im Schloss befinden sich Eigentumswohnungen.

Er zog sich auf seine mittlerweile fertig gestellte Burg Ringberg zurück. Er konnte sich nie zum Heiraten überwinden und blieb dadurch auch ohne Erben. Luitpold vermachte die Burg dem Max Planck-Institut, dass sich mit der Grundlagenforschung auseinandersetzt. Diese führt bis heute die Geschäfte der Burg, welche unter Denkmalschutz steht.

Luitpold Herzog in Bayern starb 83jährig am 16.1.1973 in Wildbad Kreuth. Er ruht in einer Urne in einer eigens gegründeten kleinen Gruft in der Burg Ringberg.

~ Marie ~


Text: Marie
Bildrechte: Wikimedia/Commons, Schlossberg Ringberg, maxplanckfoundation.org


Literatur Hinweise: 

Hermann von Witzleben 
Herzöge in Bayern (nur noch antiquarisch erhältlich) 

Joseph Anton Johann Baptist Erzherzog von Österreich, Palatin von Ungarn

Foto: Wikimedia/Commons Joseph von Österreich, Palatin von Ungarn, Bild: Miklós Barabás, 1846

Wir gedenken heute des Todestages von Joseph Anton Johann Baptist Erzherzog von Österreich. Er wurde am 9.3.1776 in Florenz geboren.

Foto: Wikimedia/Commons, Leopold Erzherzog von Österreich, Großherzog der Toskana

Foto: Wikimedia/Commons, Maria Ludovica Infantin von Spanien

Sein Vater war Leopold Erzherzog von Österreich, Großherzog der Toskana. Seine Mutter Maria Ludovica Infantin von Spanien.

Er war der 7te Sohn des Paares von insgesamt 16 Kindern. Sein Vater war zu dieser Zeit noch Großherzog in der Toskana, weshalb Joseph recht frei in Italien aufwuchs. Seine Sprachbegabung zeigte sich früh, weshalb er bereits in jungen Jahren perfekt Deutsch, Lateinisch, Italienisch und Französisch (Hofsprache) sprach.

1790 wurde sein Vater Kaiser vom Heiligen Römischen Reich, weshalb die Familie nach Wien übersiedelte. Die nächsten Jahre verbrachte er lernend in Wien und sah zu, wie seine Geschwister verheiratet wurden. 1792 starb sein Vater völlig überraschend und sein Bruder Franz (Kaiser Franz II/I) übernahm den Thron.

Als sein älterer Bruder Alexander Leopold starb, ernannte ihn sein Bruder Franz, am 20.9.1795 zum Statthalter von Ungarn. Er ging für einige Zeit nach Ofen, wo er sehr rasch die ungarische Sprache erlernte.

1796 wurde er vom ungarischen Reichstag einstimmig zum Palatin gewählt. Durch seine sympathische Art und seine Sprachbegabung war er beim Volk sehr beliebt. Das Amt und die Würde behielt er 50 Jahre lang.

Joseph stellte sich als wahrer Segen für die Ungarn heraus. Er gründete die ungarische Offiziersschule, die Akademie der Wissenschaften, eröffnete die erste Blindenschule in Pest und sicherte damit den Blinden ein Einkommen, er förderte die ungarische Literatur und Kunstszene und setzte sich für die Probleme der ungarischen Bevölkerung ein. Er kaufte von seinem Geld die Margareteninsel und ließ einen Park errichten, der bis heute die ungarische Bevölkerung erfreut. Ebenso half er mit privaten Mitteln aus, als Pest 1838 von einer Überschwemmung betroffen war. Nach dem Unglück setzte er sich für die Regulierung der Donau ein und verhinderte in weiterer Folge solche Naturkatastrophen.

Die Ungarn liebten und verehrten ihren Palatin, wie keinen zweiten zuvor und danach. Es gab kein Ohr das er nicht anhörte und versuchte die Probleme zu lösen. Er war sich auch nicht zu schade, Bettlern die Hand zu schütteln und ihnen eine Krone zu geben. Er galt als Volksnah und freundlich.

Joseph war auch dafür verantwortlich, dass Ungarn an das Eisenbahn-Netz angeschlosse und die Bahnlinie Wien-Pest ausgebaut wurde. Weiters setzte er sich für die erste Bank ein und gründete die ersten Schulen für die Landbevölkerung und baute die erste Technische Universität in der Stadt.

Aber nicht nur die Reichen, Adeligen und Intelligenten förderte er, er kümmerte sich auch um die Armen. Er gründete Waisenhäuser, Frauenvereine und ließ Krankenhäuser bauen.

Foto: Wikimedia/Commons, Alexandra Pawlowna Großfürstin Romanowa

1799 verließ er für einige Zeit Ungarn, um auf Brautschau zu gehen. Er heiratete am 30.10.1799 die wunderschöne Alexandra Pawlowna Großfürstin Romanowa. Sie war die Tochter von Zar Paul I. Die Hochzeit fand mit großen Prunk in Sankt Petersburg statt. Das Paar lernte sich erst im Februar kennen und wurde gleich verlobt. Joseph und Alexandra waren sich sehr zugetan. Obwohl sich das Paar sehr liebte, verlebte es in Wien schwere Zeiten.

Kaiserin Maria Theresia, zweite Ehefrau von Kaiser Franz II/I, eiferte extrem gegen Alexandra. Die ansonsten so friedfertige und liebevolle Mutter Theresia, konnte es nicht ertragen, dass Alexandra ihrer Vorgängerin Elisabeth von Württemberg so ähnlich sah. Auch der mitgebrachte Schmuck der Romanovs war von unschätzbaren Wert und brachte Neid an den Wiener Hof. Joseph und Alexandra wurden von allen Seiten misstrauisch beäugt. Aber nicht nur das führte zu Neid und Missgunst. Auch die Schönheit von Alexandra war im Gespräch, während Maria Theresia eher hausbacken aussah. Aber auch der Glaube machte dem Habsburg Haus Sorgen. Alexandra war nicht in den katholischen Glauben übergetreten. Im Gegenteil. Joseph war nicht darauf bedacht, ihr ihren orthodoxen Glauben zu nehmen und hat sowohl orthodox, als auch katholisch geheiratet. Um hier nicht noch mehr Zwietracht zu ernten und weil es Zeit war, für das Paar nach Ungarn zurückzukehren, bat Franz seinen Bruder als baldigst abzureisen. Doch das Schicksal meinte es nicht gut mit dem schwerverliebten Paar.

Am 3.1.1801 kam Tochter Erzherzogin Paulina zur Welt, welche leider nur wenige Stunden leben durfte. Die Geburt von Paulina war so schwer, dass Alexandra sich nicht mehr erholte und am 16.3.1801 17jährig verstarb.

Joseph verfiel in tiefe Trauer und schloss sich tagelang ein. Erst 1815, mit 39 Jahren, wagte er die nächste Ehe. Seine Braut war 19 Jahre alt.

Foto: Wikimedia/Commons, Hermine Prinzessin von Anhalt-Bernburg-Schaumburg-Hoym

Am 30.8.1815 heiratete er in Schloss Schaumburg Hermine Prinzessin von Anhalt-Bernburg-Schaumburg-Hoym. Hermine galt als wohltätig und setzte sich für die Reformation der Glaubensgemeinschaften in Ungarn ein. Auch Hermine und Joseph waren sich zugetan und liebten sich sehr. Doch das Schicksal schlug ein zweites Mal unbarmherzig zu.

Am 14.9.1817 wurde dem Paar ein Zwillingspärchen geboren. Hermine Amalie Marie und Stephan von Österreich. Doch leider starb Hermine (die Mutter) bei der Geburt 19jährig. Joseph war untröstlich.

Stephan von Österreich ist in meinen Biografien vertreten, da er als Nachfolger bestimmt war und als der größte Mineraliensammler der Habsburger in die Geschichte einging. Außerdem war er Erzherzogin Sophie verhasst, da er sich bei der Revolution 1848 nicht auf die Seite von Kaiser Franz Joseph stellte.

 

Joseph verfiel wieder in Trauer, wartete aber diesmal nicht mehr so lange bis zur nächsten Hochzeit. Er musste seinen Kindern eine Mutter geben. 43jährig entschloss er sich zur nächsten Hochzeit, seine Braut war 22 Jahre alt.

Foto: Wikimedia/Commons, Maria Dorothea Prinzessin von Württemberg

Am 24.8.1819 ehelichte er Maria Dorothea Prinzessin von Württemberg, die die 4jährigen Zwillinge als Stiefmutter übernahm und noch 5 Kinder mit Joseph bekam. 2 Kinder sind uns bestens bekannt.

Erzherzogin Elisabeth Franziska und Kaiser Franz Joseph verliebten sich und wollten heiraten, als Erzherzogin Sophie dahinter kam und diese Liebe hintertrieb. Nicht nur, dass sie keine Witwe mit Kind in ihrem Haus wollte, so akzeptierte sie auch keine ungarische Verbindung am Wiener Hof. (*) 

Die zweite Tochter war niemand geringerer als Erzherzogin Marie Henriette. Die Arme musste Leopold von Belgien heiraten. Die Ehe endete in einer Katastrophe. Sie wurde allerdings die Mutter von Kronprinzessin Stephanie, welche wiederum Kronprinz Rudolf heiratete. Auch diese Ehe endete in einer Tragödie.

Foto: Samuel Taylor Geer via findagrave.com, Sarkophag Joseph von Österreich, Palatinusgruft, Ofen

Doch auch Joseph und Maria Dorothea wurden sehr glücklich miteinander, obwohl der Wiener Hof wieder einmal einen großen Anlass zum Tratsch hatte. Denn auch die dritte Ehefrau wurde mit Argusaugen beobachtet und man hatte schon Angst, dass diese ebenfalls sterben würde. Beinahe erwartete man schon, dass die nächste Ehefrau eine Jüdin sein könnte.

Der Palatin machte keinen Hehl daraus, dass er bei seinen Frauen nie auf einen Konfessionswechsel bestand. So war seine erste Frau Alexandra orthodoxen Glaubens, seine zweite Frau Hermine gehörte der reformierten Kirche an und Maria Dorothea war lutherischen Glaubens. Der feine katholische Wiener Hof rümpfte die Nase und konnte es kaum fassen. Der Palatin und die gottlosen Religionen. Ein Skandal.

Am 12.11.1846 wurde zum 50jährigen Jubiläum der Erwählung zum Palatin ein großes Fest im ganzen Land gefeiert. Joseph selbst begann in der königlichen Residenz eine Gruft an zu bauen und erwirkte im Testament, dass seine gesamte Familie darin begraben werden dürfte. Bis 1944 ist dies auch geschehen.

Joseph Erzherzog von Österreich, Palatin von Ungarn, starb 70jährig am 13.1.1847 in Ofen. Er ruht in der Palatinusgruft, neben all seinen Ehefrauen, in der Burg in Ofen.

~ Marie ~

 

Info nebenbei: 

Wer sich mit der Geschichte rund um Kaiser Franz und Josef und Erzherzogin Elisabeth Franziska beschäftigen will, ist hier richtig: 
Kaiser Franz Joseph und die Frauen (Teil 5)


Text: Marie
Bildrechte: Wikimedia/Commons, findagrave.com 


Literatur Hinweise: 

Brigitte Hamann 
Die Habsburger: Ein biografisches Lexikon (nur noch antiquarisch erhältlich) 

Karl Thomas Robert Maria Franziskus Georg Bahnam (von) Habsburg-Lothringen

Karl (von) Habsburg, Foto: karlvonhabsburg.at

Wir feiern heute den Geburtstag von Karl Thomas Robert Maria Franziskus Georg Bahnam (von) Habsburg-Lothringen. Er wurde am 11.1.1961 in Starnberg geboren.

Hochzeitspaar: Erzherzog Otto von Habsburg und Regina Prinzessin von Sachsen-Meiningen, Foto: AP

Sein Vater war der letzte Kronprinz Österreichs, Otto von Habsburg-Lothringen. Seine Mutter war Regina von Sachsen-Meiningen.

Karl wuchs in Pöcking am Starnberger See auf. Er ging in Tutzing sowohl in die öffentliche Volksschule, als auch ins Gymnasium.

Ab 1982 studierte er Rechtswissenschaften in Salzburg und machte 1984 das erste Staatsexamen. Im selben Jahr ging er für ein Auslandssemester nach Michigan, USA.

Am 31.1.1993 ehelichte er in Mariazell Francesca Freiin Thyssen-Bornemisza de Kászon. Das Paar hat 3 Kinder. Erstgeborene Eleonore (*1994), danach kam Ferdinand Zvonimir (*1997) und zum Schluss Gloria (*1999).

Francesca Habsburg-Lothringen, Foto: Wikipedia.org

Seit 2003 lebte das Paar offiziell getrennt. Am 30.11.2020 wurde bekannt, dass das Paar seit einigen Jahren heimlich geschieden ist. Man munkelt, dass dies mit der Volljährigkeit von Gloria (2017) vonstatten ging. Karl (von) Habsburg ist seit Jahren mit der Portwein-Dynastie-Erbin Christian Reid aus Portugal liiert.

Seit 1994 ist er Mitglied des Internationalen Präsidiums der Paneuropa-Union und bekleidet seit 2015 die Funktion des Vizepräsidenten.

Von 1992 – 1994 leitete er als Fernsehmoderator die ORF Quizsendung „Who is who“.

1994 – 1995 bekam Karl die Vorzugsstimmen bei den Nationalratswahlen und wurde 1996 ins Europäische Parlament gewählt. Dem gehört er 3 Jahre lang an.

Die Karriere endete abrupt als der World Vision Spendenskandal Österreich erschütterte. Sein damaliger Paneuropa-Geschäftsführer Wolfgang Krones zweigte für den Wahlkampf eine Summe von (umgerechnet) € 46.500 ab.

Karl (von) Habsburg wurde vorgeworfen, sich zu wenig um die Machenschaften seines Geschäftsführers gekümmert zu haben.

1996 wurde er beim Schmuggeln eines Diadems erwischt. 1999 wurde er dafür zu einer Geldstrafe von (umgerechnet) € 13.081 verurteilt.

2003 nahm er sein Studium wieder auf und schloss dieses mit einem Master in Betriebswirtschaft, Wirtschaftsrecht und Rechtswissenschaft in Wien ab.

2004 wurde Wolfgang Krones rechtskräftig verurteilt. Karl (von) Habsburg zahlte an die Nachfolger der World Vision einen Betrag von € 36.899 zurück.

Heute ist er Medienconsultant mit Projekten in Holland, Bulgarien und der Ukraine.

Kürzlich wurde er angezeigt, weil er auf seiner Homepage den Beinamen „von“ verwendet. Nach dem Adelsaufhebungsgesetz von 1919 ist dies verboten. Der österreichische Amtsschimmel ahndet dies aber mit einer lächerlichen Geldstrafe im Centbereich.

Karl (von) Habsburg ist das Oberhaupt der Familie Habsburg-Lothringen.

~ Marie ~

Info nebenbei:

Karl (von) Habsburg ist der Enkel von Kaiser Karl. Der Ur-Enkel von Erzherzog Otto und der Ur-Ur-Enkel von Erzherzog Karl-Ludwig.

Erzherzog Otto war der Vater vom letzten Kaiser (Karl) und Erzherzog Karl Ludwig war der Vater von Otto und Großvater von Karl.

Somit ist Karl (von) Habsburg der „Ur-Ur-Neffe“ von Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Elisabeth. Erzherzog Otto war der Neffe vom Kaiserpaar. Karl war somit der Großneffe von Kaiserin Elisabeth und Kaiser Franz Joseph.


Rechtliche Hinweise: 
Text: Marie
Bildrechte: karlvonhabsburg.at, Wikipedia.org, AP


Literatur Hinweise: 

Text recherchiert von der Homepage von Karl (von) Habsburg