Charles Louis Napoléon Bonaparte – Kaiser Napoléon III

Kaiser Napoléon III, Bild Alexander Cabanel, 1865 Foto: Wikimedia/Commons

Wir gedenken heute des Todestages von Charles Louis Napoléon Bonaparte, bekannt als Kaiser Naploéon III. Er wurde am 20.4.1808 in Paris geboren.

Louis Bonaparte, Foto: Wikimedia/Commons

Hortense de Beaurharnais, Foto: Wikimedia/Commons

Sein Vater war Louis Bonaparte (ein Bruder von Kaiser Napoleon I). Seine Mutter Hortense de Beaurharnais.

1815 wurde Kaiser Napoléon I gestürzt, weshalb Hortense mit ihrem Sohn Louis fliehen musste, was Monate dauern sollte. Erst die Ostschweiz gewährte der Familie Zuflucht. Louis verbrachte den größten Teil seiner Jugend bei Konstanz am Bodensee. Er sprach perfekt deutsch.

Louis ging von 1821 – 1823 aufs Gymnasium bei St. Anna in Augsburg. 1829 trat er der Schweizer Armee ein und ging in Thun in die Artillerieschule. 1832 erlangte er die Schweizer Staatsbürgerschaft, ohne die Französische ablegen zu müssen.

1829 wollte Louis am Russisch-Türkischen Krieg teilnehmen, was ihm sein Vater allerdings verbat. Daraufhin schloss er sich gemeinsam mit seinem Bruder Napoléon Louis den italienischen Carbonari an. Napoléon Louis starb allerdings im Feld an Masern (gest. 1831, 27jährig). Louis floh mit seiner Mutter danach nach Frankreich.

In Straßburg versuchte er 1836 einen Putschversuch gegen seinen Onkel König Louis-Philippe. Der beliebte „Bürgerkönig“ war Louis ein Dorn im Auge. Unter dem Motto „Ruhm und Ehre Frankreichs“ wieder herzustellen, scharrte er einige Artilleristen um sich. Der Putschversuch misslang allerdings und Louis wurde festgenommen. König Louis-Philippe begnadigte seinen Neffen, schenkte ihm das Leben und verbannte ihn in die USA, wo Louis im Dezember auch ankam.

Als seine Mutter im Oktober 1837 im Sterben lag, kehrte er in die Schweiz zurück. Sehr zum Missfallen seines Onkels König Louis-Philippe, der die sofortige Ausweisung seines Neffen verlangte. Da die Schweiz Louis sehr zugetan war, weigerten sich diese. König Louis-Philippe erklärte der Schweiz den Krieg. Bevor es allerdings dazu kommen konnte, reiste Louis nach London.

Dort lernte er Eleonore Vergeot kennen und lieben. Sie schenkte ihm 2 uneheliche Kinder, die Louis anerkannte und später in den „Grafenstand“ erhob.

Am 6.8.1840 versuchte er den nächsten Putschversuch, der ebenfalls misslang. Nun wurde er zur endgültigen lebenslangen Haft auf der Festung Ham verurteilt.

Am 22.5.1846 konnte Louis auf sehr abenteuerliche Weise entkommen. Er floh erneut nach Großbritannien, wo er die bekannte Mätresse Harriet Howard kennen- und lieben lernte. Sie redete ihm ein, dass ein Zurückkehren nach Frankreich die einzige Möglichkeit sei, die Macht zurückzuerlangen. Sie unterstützte dieses Vorhaben reichlich mit finanzieller Hilfe.

Nach der Februarrevolution kehrte Louis endgültig nach Frankreich zurück und begann erneut an der Entmachtung seines Onkels König Louis-Philippe zu arbeiten.

Eine unruhige Zeit begann, mit mehreren Machtwechsel und Kriegserklärungen. Doch am 2.12.1852 hatte Louis sein Ziel erreicht. Er wurde zum Kaiser Louis Napoléon III ausgerufen, nannte sich ab sofort nur noch Kaiser Napoléon III. Niemand geringerer als Franz Xaver Winterhalter malte das Krönungsbild.

Danach begann Napoléon III Kriege zu führen. Der Krimkrieg war die Folge; er selbst herrschte als Diktator.

Gräfin Eugénie de Montijo, Foto: Wikimedia/Commons

Am 29./30.1.1853 ehelichte er die spanische Gräfin Eugénie de Montijo. Die Hochzeit war eine exakte Kopie der Feierlichkeit von Kaiser Napoléon I. Bald nach der Hochzeit wurde er Eugénie überdrüssig und begann wieder zahlreiche Affären. Napoléon und Eugénie bekamen nur einen Sohn, danach entzog sie sich ihm vollkommen. Beriet ihn aber bei seinen Machtspielen.

1855 überlebte er 2 Attentatsversuche. Er zwang Vietnam die französische Anwesenheit zu akzeptieren und führte die französische Kolonialherrschaft ein.

Ähnlich wie in Wien das Projekt der Ringstraße (die alte Stadtmauer wich einer Prachtstraße), baute Napoléon Paris um. Die meisten Gebäude und Prachtstraßen aus dieser Zeit stammen von seinen Ideen; zB die Rue de Rome.

Ab 1860 änderte er seine Regierungsform. Er führte die Pressefreiheit wieder ein, ließ Gewerkschaften zu und gab dem Parlament mehr Stimmrechte. Auch den Salon de Paris gewährte er mehr Zugänge. So konnte sich die Kunst vervielfältigen und die Impressionisten konnten sich gründen (wir haben davon am Monet-Tag erzählt).

Ab 1861 verfolgte er die Idee Mexiko einzunehmen. Die Regierung weigerte sich die Staatsschulden an Frankreich zu bezahlen. Napoléon III verbündete sich mit Spanien und England und so schickten diese, gemeinsam mit Frankreich, Truppen nach Mexiko. Als England und Spanien aber bemerkten, dass es Napoléon ums Land per se, aber nicht um die Schulden ging, zogen sich diese zurück.

Mit einer List überredete er allerdings den machtbesessenen und ewigen zweiten, Erzherzog Ferdinand Maximilian von Österreich – Bruder von Kaiser Franz Joseph, Lieblingsschwager von Kaiserin Elisabeth, die Krone von Mexiko anzunehmen.

Trotz massiver Gegenstimmen seiner Familie (auch von Kaiserin Elisabeth, die Max eindringlich warnte) nahm er am 10.4.1864 im Schloss Miramare (Triest) die Kaiserkrone an. Das Unglück sollte 3 Jahre später mit der standesrechtlichen Erschießung Kaiser Maximilians I enden (19.6.1867).

Diese Niederlage kostete ihm im eigenen Land massive Sympathiepunkte. Frankreich sah seinen Einfluss schwinden.

1867 kam es zur Luxemburg-Krise. 1870 zum Deutsch-Französischen Krieg, den die Preußen für sich entscheiden konnten (Schlacht bei Sedan).

Am 4.9.1870 endete die Machtherrschaft Napoléons III. Er wurde nach Kriegsende ins Exil nach Großbritannien geschickt.

Am 21.3.1871 erreichte er Chislehurst, heute ein Stadtteil von London. Kaum angekommen, plante er schon wieder seine Rückkehr nach Frankreich.

Sarkophag, Napoleon III, St-Michaels-Abtei, Farnbourough, Hampshire, Foto: Julia&Keld via findagrave.com

Geschwächt durch eine schwere Blasenentzüdung, ließ er sich von Dr. Henry Thompson, dem ersten Urologen Englands, am 3.1. und 6.1.1873 die Blasensteine entfernen.

Am 9.1.1873 sollte die 3te Operation folgen. Doch der schlechte Gesundheitszustand Napoléons und das ihm verabreichte neue Medikament Chloroform, deren Nebenwirkungen noch nicht bekannt waren, führten zu einem Herzstillstand.

Napoléon III starb 64jährig am 9.1.1873 im Exil. Seine letzten Worte waren: „Henri, warst du in Sedan?“

Napoléon sollte nie wieder französischen Boden betreten: Er ruht, neben seiner Frau und seinem Sohn, in der Krypta der St-Michaels-Abtei in Farnbourough, Hampshire. 

~ Marie ~

 


Rechtliche Hinweise:
Text: Marie
Bildrechte: Wikimedia/Commons, Julia&Keld via findagrave.com, 


Literatur Hinweise:

Franz Herre
Napoleon III. Glanz und Elend des zweiten Kaiserreiches (nur noch antiquarisch erhältlich)

 

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