Johann Graf Mailath von Székhely

Johann Graf Mailath von Székhely, Foto: oocities.org

Wir gedenken heute des Todestages von Johann Graf Mailath von Székhely, bekannt als Geschichtsprofessor von Herzogin Elisabeth in Bayern. Er wurde am 3.10.1786 in Pest geboren. 

Johann war eines von 18 Kindern, welche sein Vater Janos mit 2 Ehefrauen zeugte. 

Schon schnell war klar, dass der kleine Johann eine Beamtenlaufbahn einzuschlagen hatte. Er wurde deshalb am Erzbischöflichen Lyzeum von Erlau unterrichtet. Er studierte danach Philosophie und Jura an der Rechtsakademie in Raab. 

1808 übersiedelte er nach Wien und trat als Konzipist in die Hofkanzlei in Wien ein, wo er 1812 zum Sekretär wurde. 

In dieser Zeit lernte er Gräfin Anna Revay kennen und heiratete sie. 1811 wurde Tochter Henriette, 1815 Sohn Kálmán geboren. 

Ein schweres Augenleiden verhinderte eine große Beamtenlaufbahn. Graf Mailath versuchte sich als freier Schriftsteller, was aber misslang. 

Als Graf von Székhely war er zwar adelig, hatte aber bei 17 Geschwistern keine Güter mehr zu erwarten. Er verarmte daher fast, da ihm auch seine Arbeit als Schriftsteller nicht genügend einbrachte. 

Seine Gedichte, Sagen und Märchen waren nicht mit großem Erfolg gesegnet. Ab 1842 beschäftigte er sich mit Randthemen der Wissenschaft und der Kunst, was allerdings als Dilettantismus angesehen werden muss. Ab 1851 etablierte er sich allerdings als Autor und Vermittler historischer ungarischer Literatur, welche er übersetzte. 

Graf Mailath galt als überaus intelligent und dürfte ein fotografisches Gedächtnis gehabt haben: er rezitierte Gedichte, die er nur ein einziges Mal gehört hatte verkehrt herum. Er begann demnach mit der letzten Zeile und endete mit der Ersten. Auch Würfelspiele, mit locker 200 Würfelfolgen, konnte er der Reihe nach aufsagen, ohne einen Fehler zu machen. 

Er galt als eloquenter Erzähler und war in der Gesellschaft gerne gesehen, obwohl er kein Geld vorweisen konnte. Graf Mailath verfolgte die „österreichische Gesamtstaatsidee“. Er hielt den Adel und die Kaiserzeit für veraltet. Er schrieb Artikel für die Zeitschrift „Iris“, in welcher auch (erstmals) Adalbert Stifter und Franz Grillparzer veröffentlichten. 

1848 übersiedelte er nach München, wo er auf eine bessere Verdienstmöglichkeit hoffte. Er wurde in die Gelehrtenkreise aufgenommen und war viel- und gerngesehener Gast. 

Sein ganzes Bestreben und sein ganzes Handeln wurde von der Liebe zur Tochter Henriette bestimmt. Sie formte er. Sie schrieb seine Schriften nieder und er widmete ihr jedes Werk. Henriette war von blinder Ergebenheit an ihren Vater gebunden. 

1853/54 wurde Professor Mailath an den herzöglichen Hof gerufen. Er sollte die Verlobte von Kaiser Franz Joseph, Herzogin Elisabeth in Bayern, in ungarischer und österreichischer Geschichte unterrichten. 

Dabei prägte Graf Mailath Sisi so sehr, dass sie später immer wieder ihren Professor aus der Verlobungszeit zitierte und die Gesellschaft mit Aussagen, dass der Adel veraltet sei in höchsten Schrecken versetzte. 

Nach der Anstellung am herzöglichen Hofe, verarmte Professor Mailath komplett. Fast 70jährig und mittlerweile fast erblindet, sah er keinen anderen Ausweg mehr. Seine Tochter, aus Liebe und Hingabe zum Vater, wollte nicht alleine zurückbleiben. 

Am 3.1.1855 fuhren die beiden von München an den Starnberger See, nicht unweit vom Schloss Possenhofen, füllten ihre dürftigen Kleider mit Steine, banden sich ein großes Tuch um die Hände und ertränkten sich gemeinsam – 69jährig und 44jährig – im See. 

~ Marie ~ 

Info nebenbei: 

Wer mehr über den Lieblingsprofessor aus Elisabeths Jugend erfahren möchte, liest, den großen Verlobungsbeitrag: 

https://sternenkaiserin.com/2017/08/18/verlobung-kaiser-franz-joseph-und-herzogin-elisabeth-in-bayern-teil-4/


Rechtliche Hinweise: 

Text: Marie 
Bildrechte: oocities.org


Literarische Hinweise: 

ungarische Webseite, übersetzt 
mittlerweile nicht mehr aktiv 

Beatrix Meyer 
Kaiserin Elisabeth und ihr Ungarn 

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