Franz Josef Prinz zu Windisch-Graetz

Wir gedenken heute des Todestages von Franz Josef Marie Otto Antonius Ignatius Oktavius Prinz zu Windisch-Graetz. Er wurde am 22.3.1904 in Prag geboren. 

Franz Josef Prinz zu Windisch-Graetz, Foto: royaltyguide.nl

Erzherzogin Elisabeth Marie, Foto: Wikimedia/Commons

Otto Prinz zu Windisch-Graetz, Foto: Wikimedia/Commons

Sein Vater war Otto Prinz zu Windisch-Graetz. Seine Mutter Erzherzogin Elisabeth Marie. Sie war die Tochter von Kronprinz Rudolf und Kronprinzessin Stephanie. 

Franz Josef war somit der Enkel vom bereits verstorbenen Kronprinz Rudolf und der erneut verehelichten Stephanie, nunmehr Gräfin Lónyay von Nagy-Lónyay. Er war aber auch der Ur-Enkel der bereits verstorbenen Kaiserin Elisabeth und Kaiser Franz Joseph. 

Erzherzogin Marie Valérie eilte an die Geburtsstätte zu Erzsi um ihr beizustehen. Ihr Gatte, Erzherzog Franz Salvator wurde von Kaiser Franz Joseph gebeten ihn als Taufpate zu vertreten. Bereits am 25.3.1904 fand die Taufe statt. Den Namen Franz Josef erbat sich sein Urgroßvater. 

Franzi wie er von seiner Mutter liebevoll genannt wurde, galt wie sein späterer Bruder Ernst, genannt Erni, als besonders schön. „Kinder aus des Olymp entsprungen“, nannte man sie. 

Franz Josef war ein sehr zartes Kind und von leidender Gesundheit. Er litt an Blutarmut und war anfällig für Azetonämie (Kinder erbrechen dabei bis zu 60x am Tag) und Lungentuberkulose, weshalb er oft auf Kur musste. Ihm wurde massenhaft Spinat hineingestopft, weil man glaubte, dass dieser übergesund sei. 

Die erste Schulzeit verbrachte er in der Elementarschule der Marine in Pola. Elisabeth wachte mit Argusaugen über die Lernerfolge, die ausgezeichnet waren. 

Als die Ehe der Eltern zum Scheitern verurteilt war, schenkte Ur-Großvater Kaiser Franz Joseph seiner Mutter das leerstehende Schloss Schönau, welches zuletzt Erzherzog Otto gehörte (Bruder von Erzherzog Franz Ferdinand). Elisabeth zog mit den Kindern von Italien nach Niederösterreich. 

In den 1. Weltkriegs-Wintermonaten 1915/16 wurden Franzi und Erni schwer Lungenkrank. Sie ließ den besten Kinderarzt nach Schönau kommen, der ihr zu einem Ortswechsel am Semmering riet. Der Semmering war damals groß in Mode und der Luftkurort. 

Mit stoischer Ruhe las sie den Kindern vor, ging in Eiseskälte mit ihnen spazieren, spielte mit ihnen, hielt sich an die Therapiepläne der Ärzte, ließ die Hauslehrer kommen und wagte sogar einen Versöhnungsversuch mit Otto. Und das alles, obwohl sie Kälte, Eis, Schnee, das Gebirge und mittlerweile auch Otto hasste. 

Als ihr Großvater im November 1916 starb, wagte sie es die Scheidung zu beantragen. Doch sie hatte mit dem Widerstand von Otto nicht gerechnet. Ein erbitterter Sorgerechtsstreit begann, der darin gipfelte, dass 1921 22 Gendarmen und ein Richter vor Schloss Schönau aufkreuzten um ihr die kreischenden, sich wehrenden Kinder zu entreißen. Bis 1924 sollten die 4 Kinder beim Vater leben. 1924 brachte er die Kinder zu Elisabeth zurück, willigte aber nicht in die Scheidung ein. Die vier Kinderseelen waren für ihr weiteres Leben gebrochen. 

Als Franzi 18 Jahre wurde, schrieb sie ihm einen rührseligen Brief, der allerdings auch Vorhaltungen enthielt. Er solle einen Beruf lernen und sich nicht auf Würde und Titel verlassen, weiters solle er an seiner Religion festhalten und jeden Tag mehrfach zum Kreuz beten. 

Franzi begann in Mödling Landwirtschaft zu studieren, da ihm als Erbe Schloss Schönau versprochen wurde. Doch je älter er wurde, desto mehr nabelte er sich von seiner Mutter ab und entwickelte sich zu einer eigenständigen Persönlichkeit. Dies passte Erzsi so gar nicht. Immer öfter kam es zum Streit. 

Neben dem Studium, war das Jagen und die Zucht der Wolfshunde seiner Mutter sein größtes Hobby. Die Hunde vertrauten ihm blind. Als einer der Jäger einen ungehorsamen Hund mit der Kette schlug, schoss er ihm ins Bein. Der Hund rannte zurück zu Elisabeth und ließ sich von dieser bändigen und gesund pflegen. 

Doch das gute Verhältnis endete abrupt, als Elisabeth mit Leopold Petznek zusammenzog und aus reiner Bosheit Schloss Schönau verkaufen wollte. Sie hatte weder Geld- noch Versorgungssorgen. 

Doch die Kinder waren ihr entglitten, gingen ihre eigenen Wege und so wurde sie herrisch, despotisch, zynisch, aggressiv, launisch und unzufrieden. Als ein Streit eskalierte, zog Franzi mit 30 aus und schmieß das Studium. 

Er zog in eine kleine Garçonniere in ein Palais, das sein Vater vermietet hatte. Da er keinen Beruf erlernt hatte und auch sonst kein Ziel im Leben besaß, wollte er von seiner Mutter eine monatliche Apanage. Als sie diese nicht bezahlen wollte, ging er vor Gericht. Seine Mutter hetzte ihm Anwälte und Detektive auf den Leib, um zu beweisen, dass ihr sehr schöner, 1,90 m groß gewordener Sohn, ein Frauenheld und Lebemann geworden war. 

Erst der SPÖ Mann Julius Deutsch, mit denen Elisabeth zwischenzeitlich durch ihren Lebenspartner Leopold Petznek verkehrte, brachte sie zur Räson. Sie gab nach und willigte ein, ihrem Sohn eine monatliche Apanage von Schilling 400 zu bezahlen. 

Ghislaine D’Arschot-Schoenhoven, Foto: geni.com

Ohne Wissen seiner Mutter heiratete er am 3.1.1934 Ghislaine d’Arschot-Schoenhoven (†6.3.1997) in Brüssel.  Das Paar bekam 2 Kinder, die Ehe wurde sehr glücklich. 

Nach dem Zweiten Weltkrieg verließ er Europa und ging nach Kenia, um als Großwildjäger Karriere zu machen. 

Als Elisabeth dies erfuhr lenkte sie ein. Sie schrieb ihrem Sohn und dieser kam zurück nach Wien, wo sie zwischenzeitlich mit Leopold wohnte. Mutter und Sohn versöhnten sich und so stellte er ihr Ghislaine und die erstgeborene Enkeltochter Stephanie vor. Von nun an schrieben sich die beiden wöchentlich Briefe. 

8 Monate im Jahr verbrachte Franzi weiterhin mit seiner Familie in Kenia, er besuchte seine Mutter allerdings mindestens einmal im Jahr. 

Franz Josef zu Windisch-Graetz starb 76jährig am 1.1.1981 in Nairobi. 

~ Marie ~

 

 

 


Rechtliche Hinweise: 
Text: Marie 
Bildrechte: geni.com, royaltyguide.nl, Wikimedia/Commons 


Literatur Hinweise: 

Kaiseradler und rote Nelke
Ghislaine Windisch-Graetz, nur noch antiquarisch erhältlich 

Friedrich Weissensteiner
Die rote Erzherzogin 

 

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