Archiv | Februar 2018

Träume und Gedichte – Jänner 2018

Meine Hoffnung gibt dich nicht verlorn.
In meinen Träumen halt ich dich wach.
Dorthin kehr ich zu dir zurück
In jeder Nacht.

Und so werde ich hier auf dich warten,
Am äußersten Rande der Zeit.
Die Erinnerung hält mich gefangen
In einem Raum zwischen Hoffnung und Leid.
Ein Traum ohne Anfang und Ende ist alles was bleibt.

🌟Sisi🌟

Ein Traum ohne Anfang und Ende
Die Päpstin – Dennis Martin

Foto: sternenkaiserin.com – Marie


Der Tod steht schon am Orte,
Wo sich ein Leben regt.
Der Tod steht an der Pforte,
Wo man zu Grabe trägt.
Er geht im Leidgefolge
Ungesehen mit,
Wie er dabei gewesen
Im Leben Schritt für Schritt.
Zum König wie zum Bettler
Sagt er sein letztes Du
Und schließt mit stummen Händen
Die dunkle Pforte zu.
Und geht mit uns nachhause
Und ißt das Abendbrot
Und schweigt und weiß doch alles,
Der Herr der Welt, der Tod.

🌟Sisi🌟

Matthias Claudius
Vielen Dank an die Familie Habsburg Lothringen für die Einladung nach Schloss Wallsee

Foto: Prinz Barbara Fotografie mit Herz


„Siehst du Marie, die Südtiroler haben den Gackl genauso gern wie ich. Sie haben ihm sogar eine eigene Büste aufgestellt, nicht weil er ein Kaiser oder ein Kriegherr ist, nein.
Ganz allein weil er nicht müde wird den Menschen zu helfen und als Arzt von ihnen geschätzt und verehrt wird!“

🌟Sisi🌟

Foto: sternenkaiserin.com – Marie


Im Feuer zu verbrennen,
Ist eine schwere Pein,
Doch kann ich eine nennen,
Die schmerzlicher mag sein.

Die Pein ist’s, das Verderben,
Das Los, so manchem fällt:
Langsam dahinzusterben
im Froste dieser Welt…

🌟 Sisi 🌟

Justinus Kerner
Vielen Dank an Schloss Esterházy.

Foto: sternenkaiserin.com – Marie


n dir allein, an dir hab ich gesündigt
und übel oft vor dir getan;
du siehst die Schuld, die mir den Fluch verkündigt,
sieh, Gott auch meinen Jammer an!

Dir ist mein Flehn, mein Seufzen nicht verborgen,
und meine Tränen sind vor dir.
Ach Gott, mein Gott, wie lange soll ich sorgen?
Wie lang entferst du dich mir?

Herr, handle nicht mit mir nach meinem Sünden,
vergilt mir nicht nach meiner Schuld!
Ich suche dich, laß mich dein Antlitz finden,
du Gott der Langmut und Geduld!

Früh wollst du mich mit deiner Gnade füllen,
Gott, Vater der Barmherzigkeit!
Erfreue mich um deines Namens willen,
du bist ein Gott, der gern erfreut.

Laß deinen Weg mich wieder freudig wallen
und lehre mich dein heilig Recht,
mich täglich tun nach deinem Wohlgefallen;
du bist mein Gott, ich bin dein Knecht.

Herr, eile du, mein Schutz, mir beizustehen
und leite mich auf ebner Bahn!
Erhört mein Schrein, der Herr erhört mein Flehen
und nimmt sich meiner Seele an.

🌟Sisi🌟

Seelenheillied, Autor: Christian Fürchtegott Gellert (1715-1769)

Foto: sternenkaiserin.com – Marie


„Er nennt mich ‚mein Engel‘,
verehrt micht fast wie eine Heilige.
Sieht in mir seinen wertvollsten Besitz, ähnlich einer Figur aus Kristall – einem Engel aus Kristall.
Aus Ehrfurcht und Angst mich zu zerbrechen, ist er nicht fähig mir Näher zu kommen.

Doch bei all seiner Verehrung sieht er nicht, dass es genau diese Distanz war, die mich längst zerbrechen ließ….“

🌟Sisi🌟

Vielen Dank an Schloss Hof

Foto: sternenkaiserin.com – Marie


Wenn man Abschied nimmt
geht nach unbestimmt
mit dem Wind wie Blätter weh’n.
Singt man ein Abschiedslied
das sich um Fernweh dreht
um Horizonte Salz und Teer.

Wer seine Sachen packt
sucht wo er hin gehört

hat wie ein Zugvogel nicht nur ein Zuhause.
Man lässt vieles hier
Freund ich danke dir
für den Kuss den letzten Gruß.

Ich will weiter geh’n
keine Träne sehn
so ein Abschied ist lang noch kein Tod.

Niemals geht man so ganz
irgendwas von mir bleibt hier
es hat seinen Platz immer bei dir.

Wenn es auch noch so schmerzt
stutz die Flügel nicht
dem der in der Kälte keine Zukunft sieht.

Mach einem Vagabund doch das Herz nicht wund
flieg ein Stück mit auf seinem Weg.

Doch dann lass‘ mich los
sieh die Welt ist groß
ohne Freiheit bin ich fast schon wie tot. …

🌟Sisi🌟

Niemals geht man so ganz – Trude Herr

Foto: sternenkaiserin.com – Marie


„Denn die einzige Lösung wär der Wahnsinn
Und die einzige Rettung wär der Sturz
Es lockt mich der Abgrund
Ich möchte mich
Fallen lassen –
Warum schaudert mir vor dem Sprung?“

🌟Sisi🌟

Elisabeth – das Musical
Silvester Levay & Michael Kunze
Nichts, nichts, gar nichts.

Vielen Dank an die Familie Habsburg Lothringen für die Einladung nach Schloss Wallsee!

Foto: Prinz Barbara Fotografie mit Herz


Ich habe ein wunderbares Pferd, es hat die Leichtigkeit des Windes und des Feuers Hitze, aber wenn sein Reiter es besteigt, ist seine Sanftmut nichts als die Ruhe vor dem Ausbruch des Sturmes.

🌟Sisi🌟

William Shakespeare

Foto: sternenkaiserin.com – Sisi


Wo bist du hin? Noch eben warst du da –
Was wandtest du dich wieder abwärts, wehe,
nach jenem Leben, das ich nicht verstehe,
und warst mir jüngst doch noch so innig nah.

Ich soll hinab mit dir in deine Welt,
aus der die Schauer der Verwesung hauchen,
ins Reich des Todes soll ich mit dir tauchen,
das wie ein Leichnam fort und fort zerfällt?

Wohl gibt es meinesgleichen, eingeweiht
in eure fürchterlichen Daseinsstufen…
Doch ich bin’s nicht. Nur wie verworrnes Rufen
erschreckt das Wort mich Eurer Zeitlichkeit.

Laß mich mein Haupt verhüllen, bis du neu
mir wiederkehrst, so rein, wie ich dich liebe,
von nichts erfüllt als süßem Geistestriebe
und deinem Urbild wieder strahlend treu.

🌟Sisi🌟

Christian Morgenstern
Vielen Dank an Schloss Hof

Foto: sternenkaiserin.com – Marie


Ich ließ meinen Engel lange nicht los,
und er verarmte mir in den Armen,
und wurde klein, und ich wurde groß:
und auf einmal war ich das Erbarmen,
und er eine zitternde Bitte bloß.

Da hab ich ihm seine Himmel gegeben, –
und er ließ mir das Nahe, daraus er entschwand;
er lernte das Schweben, ich lernte das Leben,
und wir haben langsam einander erkannt …

Seit mich mein Engel nicht mehr bewacht,
kann er frei seine Flügel entfalten
und die Stille der Sterne durchspalten, –
denn er muss meiner einsamen Nacht
nicht mehr die ängstlichen Hände halten –
seit mich mein Engel nicht mehr bewacht.

🌟Sisi🌟

Rainer Maria Rilke
Vielen Dank an Schloss Hof.

Foto: sternenkaiserin.com – Marie


„Was denkst du Marie, sei ehrlich! Ob Rudolf mich irgendwann dafür hassen wird, dass ich ihn in Wien zurück gelassen habe um nicht selbst dort zu Grunde zu gehen?
Ob er eines Tages verstehen wird, dass ich keine andere Wahl hatte als zu gehen, weil ich es nicht mehr mit ansehen konnte?“

🌟Sisi🌟

Vielen Dank an unser Totzi ❤Wasserschloss Totzenbach

Foto: Prinz Barbara Fotografie mit Herz


„Guten Morgen Gräfin,
Wo ist der kleine Kronprinz? Ich wünsche meinen Sohn zu sehen!
Hören Sie, ich wünsche es!“

🌟Sisi🌟

Vielen Dank an das wunderschöne Schlosspark Laxenburg 🌹

Foto: Charlotte Schwarz|Fotogräfin 2017


Ich bin ein Sonntagskind, ein Kind der Sonne;
Die goldnen Strahlen wand sie mir zum Throne,
Mit ihrem Glanze flocht sie meine Krone,
In ihrem Lichte ist es, dass ich wohne,
Doch wenn sie je mir schwindet, muss ich sterben.

🌟Sisi🌟

Elisabeth von Österreich (@guttenberg.de)

Vielen Dank Graf Pilati für den zauberhaften Tag in Schloss Ruegers🌹

Foto: Prinz Barbara Fotografie mit Herz


„Nirgends bin ich mehr zu Hause,
Nirgendwo finde ich Ruhe,
würde ich wissen, ich müsste für immer dort bleiben,
würde mir selbst das Paradies zur Hölle werden….“

🌟Sisi🌟

Vielen Dank an den Majestic Train de Luxe.

Foto: sternenkaiserin.com – Marie


Du innig Rot,
Bis an den Tod
Soll meine Liebe Dir gleichen,
Soll nimmer bleichen,
Bis an den Tod,
Du glühend Rot,
Soll sie Dir gleichen.

🌟Sisi🌟

Karoline von Günderode
Vielen Dank an das Belvedere Museum & das Winterpalais Prinz Eugen.

Foto: Prinz Barbara Fotografie mit Herz


„Komm Marie, ich möchte sehen was sich hinter dieser Tür verbirgt!
Vielleicht finden wir ja alte Bücher oder etwas Ähnliches“

🌟Sisi🌟

Vielen Dank an Wasserschloss Totzenbach

Foto: Prinz Barbara Fotografie mit Herz


Lebe wohl! – du fühlest nicht,
was es heißt, dies Wort der Schmerzen,
mit getrostem Angesicht
sagest du’s und leichtem Herzen.
Lebe wohl! – Ach, tausendmal
hab‘ ich es mir vorgesprochen
und, in nimmersatter Qual,
mir das Herz damit zerbrochen!

🌟Sisi🌟

Eduard Mörike

Vielen Dank an den Majestic Train de Luxe

Foto: sternenkaiserin.com – Marie


Mi atyánk, aki a mennyekben vagy!

Szenteltessek meg a te neved.
Jöjjön el a te országod.
Legyen meg a te akaratod, mint a mennyben, úgy a földön is.
A mi mindennapi kenyerünket add nekünk ma,
és bocsássd meg a mi vétkeinket, miképpen mi is megbocsájtunk az ellenünk vétkezõknek,
és ne vigy minket kisertésbe,
de szabadits meg minket a gonosztól.

Mert tied az ország és a hatalom és a dicsõség mindörrökké.

Ámen.

🌟Sisi🌟

Vater unser – ungarisch
Vielen Dank an Trauttmansdorff – Die Gärten / I Giardini / The Gardens

Foto: sternenkaiserin.com – Marie


Sie haben heut abend Gesellschaft,
Und das Haus ist lichterfüllt.
Dort oben am hellen Fenster
Bewegt sich ein Schattenbild.

Du schaust mich nicht, im Dunkeln
Steh ich hier unten allein;
Noch wenger kannst du schauen
In mein dunkles Herz hinein.

Mein dunkles Herze liebt dich,
Es liebt dich und es bricht,
Und bricht und zuckt und verblutet,
Aber du siehst es nicht

🌟Sisi🌟

Heinrich Heine

Vielen Dank an die Oper Graz.

Foto: sternenkaiserin.com – Marie


„Siehst du mein Herzi,
Wie entzückend die kleinen Dinge am Christbaum sind?
Nicht mehr lange und das Christkind holt ihn wieder ab. Bis dahin werden wir ihn uns noch so oft ansehen, wie du möchtest“

🌟 Sisi 🌟

Herzlichen Dank an Wasserschloss Totzenbach

Foto: Prinz Barbara Fotografie mit Herz


Schwarze Röcke, seidne Strümpfe,
Weiße, höfliche Manschetten,
Sanfte Reden, Embrassieren –
Ach, wenn sie nur Herzen hätten!

Herzen in der Brust, und Liebe,
Warme Liebe in dem Herzen –
Ach, mich tötet ihr Gesinge
Von erlognen Liebesschmerzen.

Auf die Berge will ich steigen,
Wo die frommen Hütten stehen,
Wo die Brust sich frei erschließet,
Und die freien Lüfte wehen.

Auf die Berge will ich steigen,
Wo die dunkeln Tannen ragen,
Bäche rauschen, Vögel singen,
Und die stolzen Wolken jagen.

Lebet wohl, ihr glatten Säle,
Glatte Herren! Glatte Frauen!
Auf die Berge will ich steigen,
Lachend auf euch niederschauen.

🌟Sisi🌟

Heinrich Heine

Vielen Dank an Trauttmansdorff – Die Gärten / I Giardini / The Gardens ❤

Foto: sternenkaiserin.com – Marie


Die größte Krankheit der Seele – das ist die Kälte.

🌟Sisi🌟

Georges Benjamin Clemenceau

Vielen Dank an das Wasserschloss Totzenbach.

Foto: Prinz Barbara Fotografie mit Herz


Eines Tages wird man offiziell zugeben müssen,
daß das, was wir Wirklichkeit getauft haben,
eine noch größere Illusion ist als die Welt des Traumes.

🌟Sisi🌟

Salvatore Dali

Vielen Dank an die Wiener Börse

Foto: Charlotte Schwarz|Fotogräfin 2017


Wenn du den leichten Reigen führest,
Wenn du den Boden kaum berührest,
Hinschwebend in der Jugend Glanz:
In jedem Aug ist dann zu lesen,
Du seiest nicht ein irdisch Wesen,
Du seiest Äther, Seele ganz.

Mir aber grauet: wenn nach oben
Du würdest plötzlich nun enthoben,
Wie wärest, Seele, du bereit? –
Wohlan! der sich auf Blumen schaukelt,
Der Schmetterling, der ewig gaukelt,
Ist Sinnbild der Unsterblichkeit.

🌟Sisi🌟

Ludwig Uhland

Vielen Dank ans Winterpalais – Belvedere Museum

Foto: Prinz Barbara Fotografie mit Herz


Sanfte Ebb‘ und hohe Flut
tief im Mut,
wandr‘ ich so im Dunkel weiter,
steige mutig, singe heiter,
und die Welt erscheint mir gut.

Alles Reine
seh ich mild im Widerscheine,
nichts verworren
in des Tages Glut verdorren:
Froh umgeben, doch alleine.

🌟Sisi🌟

Friedrich von Schlegel
Vielen Dank an Schloss Wallsee – Familie Habsburg Lothringen

Foto: Prinz Barbara Fotografie mit Herz


„Komm Marie, wir wollen Wien hinter uns lassen. Ich kann nicht mehr lächeln nur damit der Kaiser glücklich ist.
Die Zeit, als ich wirklich lächeln konnte in seiner Gegenwart ist längst vorbei“

Sisi

Vielen Dank an den Majestic Train de Luxe und Schloss Hof 🌹

Foto: sternenkaiserin.com – Marie


Tag und Nacht
liegt Frost
in den Feldern
seit Wochen
kennt keiner
die Sonne mehr
die Vögel flohen
schon lange
nach Süden
auch ich
bin näher –
an Dunkel
und Tod

🌟Sisi🌟

Hans-Christoph Neuert

Vielen Dank an Renaissanceschloss Greillenstein.

Foto: Prinz Barbara Fotografie mit Herz


„Komm mein Herzi, wir wollen nachsehen, ob die Kinder vom Dorf einen Schneemann gebaut haben!“

🌟Sisi🌟

Vielen Dank an unser Märchenschloss Wasserschloss Totzenbach.

Foto: Prinz Barbara Fotografie mit Herz


Leben ist nur ein wandelnd Schattenbild;
Ein armer Komödiant, der spreizt und knirscht
Sein Stündchen auf der Bühn‘, und dann nicht mehr
Vernommen wird: ein Märchen ist’s, erzählt
Von einem Dummkopf, voller Klang und Wut,
Das nichts bedeutet.

🌟Sisi🌟

William Shakespeare – Macbeth

Vielen Dank an die Oper Graz für die umwerfende Vorstellung 😘

Foto: Prinz Barbara Fotografie mit Herz


O wunderbares, tiefes Schweigen,
Wie einsam ist’s noch auf der Welt!
Die Wälder nur sich leise neigen,
Als ging‘ der Herr durchs stille Feld.

Ich fühl mich recht wie neu geschaffen,
Wo ist die Sorge nun und Not?
Was mich noch gestern wollt erschlaffen,
Ich schäm mich des im Morgenrot.

Die Welt mit ihrem Gram und Glücke
Will ich, ein Pilger, frohbereit
Betreten nur wie eine Brücke
Zu dir, Herr, übern Strom der Zeit.

Und buhlt mein Lied, auf Weltgunst lauernd,
Um schnöden Sold der Eitelkeit:
Zerschlag mein Saitenspiel, und schauernd
Schweig ich vor dir in Ewigkeit.

🌟Sisi🌟

Joseph Karl Benedikt Freiherr von Eichendorff

Vielen Dank an das wundervolle Schloss Esterházy ⚘

Foto: sternenkaiserin.com – Marie


Aus mir braust finstre Tanzmusik,
Meine Seele kracht in tausend Stücken;
Der Teufel holt sich mein Mißgeschick,
Um es ans brandige Herz zu drücken.

Die Rosen fliegen mir aus dem Haar
Und mein Leben saust nach allen Seiten,
So tanz ich schon seit tausend Jahr,
Seit meiner ersten Ewigkeiten.

🌟Sisi🌟

Else Lasker-Schüler

Vielen Dank an das Winterpalais – Belvedere Museum für den Tanz ⚘

Foto: Prinz Barbara Fotografie mit Herz


„Marie sag dem Herrn Direktor, er soll sich doch ein bisserl Zeit nehmen und sich zu uns setzen. Wir wollen ihm doch gratulieren zu dem schönen Hotel!
Und dann hätt ich gern noch eine Tasse heiße Milch!“

Sisi

Vielen Dank an unser Hotel Kaiserhof Wien für die Einladung zum Frühstück.

Foto: sternenkaiserin.com – Marie


Kind aus der Dunkelheit,
Treibend durch Raum und Zeit,
Dein Weg ist einsam.
Lern, im Dunkeln ihn zu finden.

Wer schweigt und spricht mit Dir,
Wer teilt sein Licht mit Dir?
Dein Weg ist einsam.
Lern, an Dich allein zu glauben.

Von der Hand, die Deine berührt, darfst Du niemals träumen.
Dein Herz bleibt Dein, es schlägt für sich allein.
Drum tanz mit der Einsamkeit,
Kind aus der Dunkelheit.
Dein Weg ist einsam,
Lerne dabei, gerne allein zu sein.

Dein Weg ist einsam.
Lieb diesen Weg, leb diesen Weg allein

🌟Sisi🌟

Andrew Llyod Webber – Phantom der Oper

Vielen Dank an das wunderschöne Palmenhaus Schönbrunn 💗
Schloß Schönbrunn Österreichische Bundesgärten⚘

Foto: sternenkaiserin.com – Marie


Du geleitest mich durch’s Leben,
Sinnende Melancholie!
Mag mein Stern sich strahlend heben,
Mag er sinken – weichest nie!
Führst mich oft in Felsenklüfte,
Wo der Adler einsam haust,
Tannen starren in die Lüfte,
Und der Waldstrom donnernd braust.
Meiner Toten dann gedenk ich,
Wild hervor die Träne bricht
Und an deinen Busen senk‘ ich
Mein umnachtet Angesicht.

🌟Sisi🌟

Nikolaus Lenau

Vielen Dank an Schloss Hof und den Majestic Imperator Train de Luxe.

Foto: sternenkaiserin.com – Marie


Wenn du träumst, dann immer von der Heimat.
Du bist dort inmitten der Deinen,
Umgeben vom rhymtischen Gesang ihrer Stimmen.
In den dein Blut aus jeder Dunkelheit heraus einstimmen möchte.

Dann wachst du auf, und was du hörst,
Ist der Lärm deines Umfeldes
Einen Moment lang zuckt dein Körper zurück
Von der seltsamen Leere deines Da-Seins.

Die Dinge deiner Heimat
Starren dich an; hier fehl am Platze,
Bedeuten sie nur Einsamkeit.

Langsam wird sich dir eine neue Welt eröffnen.
Deines Herzens Augen werden,
Von dieser Wüsten-Zeit geläutert,
Frei sein,
Das neue Leben,
Dem du so viel geopfert,
Zu sehen und zu feiern.

~ Marie ~

Auszug aus dem irischen Segensspruch „Für einen Menschen in der Ferne“
Textänderung: 2. Absatz statt „Lärm deines Umfeldes“ heißt es Original „Verkehrslärm eines anderen Landes“
John O‘ Donohue, Benedictus
S. 130 – 132
Pattloch, 2007, 1. Ausgabe

♥️lichen Dank Touriseum Schloss Trauttmansdorff für die Einladung ♥️

Foto: sternenkaiserin.com – Marie


„Zieh fester Annerl!
Ich wünsche, dass es perfekt aussieht, also zieh!

Wenn Du nur ein bisschen mehr Ahnung von solchen Dingen hättest, würdest du wissen, dass die größte Waffe einer Frau ihre Schönheit ist!

Und jetzt trödel nicht, geh lauf, hol mein Kleid!“

🌟Sisi🌟

Vielen Dank an mein braves „Annerl“

Foto: sternenkaiserin.com – Marie


„Komm her Marie, du musst die kandierten Veilchen versuchen. Sie sind einfach eine Sünde wert!

Herr Oliver, lass‘ er mir wieder einen Vorrat schicken, ich möcht’s mitnehmen wenn wir verreisen.“

🌟 Sisi 🌟

Vielen Dank an die Zuckerzauberkünstler des K. u K. Hofzuckerbäcker DEMEL für diesen sündhaften Nachmittag. 😘

Foto: Charlotte Schwarz|Fotogräfin 2017


„Majestät, haben Sie schon von den Impressionisten Claude Monet gehört? Darf ich mir erlauben zu sagen, dass Sie aussehen, als ob Sie dem Gemälde entstiegen wären. Ich bin Ihnen ergeben und danke Ihnen, bei Ihnen sein zu dürfen.“

~ Marie ~

🌹♥️lichen Dank dem wunderschönen Schloss Ruegers für die Einladung ♥️🌹.

Foto: sternenkaiserin.com – Marie


„Komm Marie, beeil‘ dich! Bei Sonnenaufgang möchte ich los gehen, du weißt doch, dass das die schönste Zeit am Berg ist! Also beeil dich!“

🌟 Sisi 🌟

Vielen Dank an das Restaurant Onkel Taa – Bad Egart für die ausgezeichnete Bewirtung 😘

Foto: sternenkaiserin.com – Marie


„Lass uns gehen Marie, ich habe genug für heute.
Mir ist nicht nach tanzen zu Mute!
Der Rittmeister möge es seiner Majestät mitteilen!“

🌟Sisi🌟

Vielen Dank an das wundervolle Palais Ferstl ⚘

Foto: Charlotte Schwarz|Fotogräfin 2017


Durch die Lüfte möcht‘ ich fliegen,
frei von Kummer, Sorgen, Leid,
alles Wolkengrau besiegen,
Sonne seh´n statt Traurigkeit.

Vogelgleich mich aufwärts schwingen,
immer höher sonnenwärts;
denn dort oben mag’s gelingen,
zu vergessen all den Schmerz.

Wie ein Vogel frei sein, schweben,
bleibt ein Traum für immer bloß:
Flügel sind uns nicht gegeben;
laufen ist der Menschheit Los.

🌟Sisi🌟

Autor unbekannt

Vielen Dank an Schloß Schönbrunn für die Einladung ⚘

Foto: sternenkaiserin.com – Marie


Morgenglanz der Ewigkeit,
Licht vom unerschaffnen Lichte,
schick uns diese Morgenzeit
deine Strahlen zu Gesichte
und vertreib durch deine Macht
unsre Nacht.
Gib, dass deiner Liebe Glut
unsre kalten Werke töte,
und erweck uns Herz und Mut
bei erstand’ner Morgenröte,
dass wir, eh wir gar vergehn,
recht aufstehn.

🌟Sisi🌟
Christian Knorr von Rosenroth

Vielen Dank an das Touriseum Schloss Trauttmansdorff & Trauttmansdorff – Die Gärten / I Giardini / The Gardens ⚘

Foto: sternenkaiserin.com – Marie


„Komm Marie, wir wollen Graf Batthyany nicht warten lassen. Du weißt, ich hasse Unpünktlichkeit.“

„Ich bin direkt hinter Ihnen, Majestät.“

~ Marie ~

Foto: sternenkaiserin.com – Marie


Oben, wo die Sterne glühen,
Müssen uns die Freuden blühen,
Die uns unten sind versagt;
In des Todes kalten Armen
Kann das Leben erst erwarmen,
Und das Licht der Nacht enttagt.

🌟Sisi🌟

Heinrich Heine

Vielen Dank an die wunderschöne Oper Graz ⚘

Foto: Prinz Barbara Fotografie mit Herz


„Majestät, der Hoffotograph hat die Weihnachtsbilder vorbeibringen lassen. Dieses möchte ich Ihnen ganz besonders ans Herz legen. Valérie ist bezaubernd.“

~ Marie ~

🌹♥️lichen Dank an Schloss Totzenbach für diesen Weihnachtstraum. ♥️🌹

Foto: Prinz Barbara Fotografie mit Herz


Solche Bücher läßt du drucken!
Teurer Freund, du bist verloren!
Willst du Geld und Ehre haben,
Mußt du dich gehörig ducken.

Nimmer hätt ich dir geraten,
So zu sprechen vor dem Volke,
So zu sprechen von den Pfaffen
Und von hohen Potentaten!

Teurer Freund, du bist verloren!
Fürsten haben lange Arme,
Pfaffen haben lange Zungen,
Und das Volk hat lange Ohren!

🌟Sisi🌟

Heinrich Heine
Vielen Dank dem Palmenhaus Schönbrunn; Schloß Schönbrunn; Bundesgärten Wien_Schönbrunn/Park Bundesgärten_Wien

Foto: sternenkaiserin.com – Marie


„Marie ich wünsche, dass man meine Termine absagt, ich fühle mich nicht wohl!“

„Aber Majestät, seine Majestät der Kaiser gibt doch heute einen Empfang für seine Regimenter?“

„Das ist mir gleichgültig Marie, dass Militär ist Sache des Kaisers, und jetzt geh und lass nach Dr Seeburger schicken!“

🌟 Sisi🌟

Foto: sternenkaiserin.com – Marie


„Ein neuer Papagei, wie schön er doch ist!
Die Tante Elisabeth lässt mir immer noch jedes Jahr zum Geburtstag ein Geschenk aus Preussen schicken!
Ich hoffe, sie freut sich auch ein bisserl über die Süßigkeiten vom Demel!
Du hast doch meine Bestellung aufgegeben, nicht wahr Marie?“

🌟Sisi🌟

Vielen Dank an unser zauberhaftes Palmenhaus 😘
Schloß Schönbrunn & Bundesgärten_Wien

Foto: sternenkaiserin.com – Marie


„Das liebste an Wien ist mir das Palmenhaus, es hat so gar nichts mit der Stadt zu tun. Schließ deine Augen Marie und sag mir wo wir sind.
Wenn du es nur lange genug versuchst kannst du das Rauschen des Meeres hören wie ich“

🌟Sisi🌟

Herzlichen Dank an das Palmenhaus Schönbrunn, Schloß Schönbrunn & die Bundesgärten_Wien

Foto: sternenkaiserin.com – Marie


Zwischen dem Alten,
Zwischen dem Neuen
Hier uns zu freuen
Schenkt uns das Glück,
Und das Vergangne
Heißt mit Vertrauen
Vorwärts zu schauen,
Schauen zurück.

Stunden der Plage,
Leider, sie scheiden
Treue von Leiden,
Liebe von Lust;
Bessere Tage
Sammeln uns wieder,
Heitere Lieder
Stärken die Brust.

Leiden und Freuden,
Jener verschwundnen,
Sind die Verbundnen
Fröhlich gedenk.
O des Geschickes
Seltsamer Windung!
Alte Verbindung,
Neues Geschenk!

Dankt es dem regen
Wogenden Glücke,
Dankt dem Geschicke
Männiglich Gut!
Freut euch des Wechsels
Heiterer Triebe,
Offener Liebe,
Heimlicher Glut!

Andere schauen
Deckende Falten
Über dem Alten
Traurig und scheu;
Aber uns leuchtet
Freundliche Treue;
Sehet, das Neue
Findet uns neu.

So wie im Tanze
Bald sich verschwindet,
Wieder sich findet
Liebendes Paar;
So durch des Lebens
Wirrende Beugung
Führe die Neigung
Uns in das Jahr.

🌟Sisi🌟

Johann Wolfgang Goethe
Vielen Dank an Trauttmansdorff – Die Gärten / I Giardini / The Gardens und das Touriseum Schloss Trauttmansdorff

Foto: sternenkaiserin.com – Marie


Alle Menschen, welche leben,
Alle, wie sie sich auch geben,
Tragen Masken bis zum Grab;
Nur in tollen Faschingstagen,
Wenn sie Narrenmasken tragen,
Da nur fällt die Maske ab.

🌟Sisi🌟

Unbekannt

Quelle: Aus den Fliegenden Blättern, ersch. 1845-1928 bei Braun & Schneider, München.
Vielen Dank an Belvedere Museum und das Winterpalais Prinz Eugen.

Foto: Prinz Barbara Fotografie mit Herz


Hoffnung auf Hoffnung geht zu Scheiter,
Aber das Herz hofft immer weiter,
Wie sich Wog‘ über Woge bricht,
Aber das Meer erschöpft sich nicht.
Dass die Wogen sich senken und heben,
Das ist eben des Meeres Leben,
Und dass es hoffe von Tag zu Tag,
Das ist des Herzens Wellenschlag.

🌟Sisi🌟

Friedrich Rückert 1788-1866, deutscher Dichter
Vielen Dank an die wunderschöne Oper Graz

Foto: sternenkaiserin.com – Marie


Kaiser Franz Joseph und die Frauen (Teil 5)

Kaiser Franz Joseph, 1848, Foto: billerantik.at

Karlheinz Böhm als Kaiser Franz Joseph. Wer verehrt ihn nicht? In den Sissi-Filmen mit Romy Schneider ein herzensguter liebenswürdiger Mensch, der seine Frau verehrt und mit der Situation rund um Sissi und Erzherzogin Sophie überfordert ist. Sein Schauspiel hat zum Bild des realen Kaisers Franz Joseph viel beigetragen.

Leider ist auch hier vieles verklärt und die Sissi-Geschichte im Film ist so ganz anders, als die harte brutale Realität. Eine Realität, der ich hier auf die Sprünge helfen möchte. Ich zeige in meinem 5. Teil das Bild eines so ganz anderen Kaisers. Ein Kaiser, der ständig fremd ging und mehr oder weniger zahllose uneheliche Kinder gezeugt haben soll.

Zuerst aber noch ein kleines Vorwort von mir: Es gibt in der Literatur zahlreiche Gerüchte, die nicht belegt sind. Auch von Buchautoren. Ich habe mich für diesen Artikel in die gesamte Literatur – auch in die unbelegte – eingelesen. Es bleibt immer dem Leser selbst vorbehalten, was er glauben will oder mag. In diesem Sinne, beginnen wir nun von vorne:

Königin Elisabeth von Preußen, Foto: Wikimedia/Commons

Schon im zarten Alter von 14 Jahren verschaute sich Erzherzog Franz Joseph sehr unstandesgemäß in eine Hofdame seiner Tante Königin Elisabeth Ludovika, genannt „Elise“, von Preußen (*13.11.1801, †14.12.1873).

Bertha von Marwitz (*30.7.1817, †5.4.1879) hatte es dem jungen „Franzi“ angetan. Sophie schreibt besorgt in ihr Tagebuch: „Franzi ist in zarter Art und Weise mit Fräulein von Marwitz beschäftigt. Es ist das erste Mal, daß solch ein Gefühl in ihm erwacht. Ich kann den Eindruck nicht genügend beschreiben, den mir das gemacht hat. Dieser Bub, den ich noch für ein Kind hielt, geht plötzlich, ohne daß ich es merke, zu den Neigungen und den Gefühlen eines jungen Mannes über. Das ließ mich eine vage Unruhe wie eine peinliche Sensation empfinden und es scheint mir, als gehöre er mir nicht mehr so wie früher.“ (1)

Kaiser Franz Joseph war kein unbescholtenes Blatt mehr, als er seine Sisi das erste Mal näher betrachtete und sich entschied sie zu heiraten.

Rund um die Erzherzöge gab es „hygienische Damen“, welche extra ausgesucht wurden, um den jungen Männern die „Liebe zu lehren“. Graf Grünne übernahm die Auswahl für Franz Joseph, selbstverständlich nicht ohne Erzherzogin Sophie miteinzubeziehen. Hygienische Damen waren am Wiener Hof sehr angesehen. Diese Damen waren zwar (meist) nicht aus dem Adel, aber gesunde Witwen, mit einer animalischen Konstitution, die den Herren die Dinge beibrachten, die sie wissen sollten, um mit einer Ehefrau die erhofften Thronfolger zu zeugen. Bei Franz Joseph war es eine reife, üppige Dame aus Krems.

König Friedrich Wilhelm IV von Preußen Foto: Wikimedia/Commons

Eine brisante Äffäre hatte Kaiser Franz Joseph wohl 1848 mit Elisabeth Gräfin von Ugarte (*14.5.1822, †26.8.1896) welche bereits verheiratet war. Franz Joseph zu dem Zeitpunkt 18 Jahre alt, verliebt sich während einem Faschingsball in jene Gräfin. Der Hof tuschelte enorm, als Franz Joseph ihr auf den folgenden Hofbällen sämtliche Tänze schenkte und sogar zweimal den Kotillon mit ihr tanzte. Sie berichtet einer Freundin: „…..da ich jedes Mal mit unserem deliziösen Kaiser tanze. Schon zweimal tanzten wir den Kotillon zusammen, was, wie Du Dir denken kannst, großes Aufsehen erregte und ma petite vanité doch etwas schmeichelte.  Ich bin, so wie alle, entzückt von unserem allerliebsten Monarchen, der alles, was man sich Gutes, Edles denken kann, in sich vereinigt.“ (2)

Hofdame Sophie Scharnhorst notierte: „Der Kaiser tanzte mit Ausnahme der Polka und Mazurka alles, engagierte seine Damen selbst mit der ihm angeborenen Courtoisie und machte jedesmal eine Glücklich. Zu diesen gehörte unsere kleine Ugarte, die er zur Kotillon-Tänzerin wählte. Sie strahlte vor Entzücken und ihr Gemahl war um sie beschäftigt wie die Henne mit den Kücheln.“ (3)

Als Franz Joseph besagte Gräfin auch noch „allein“ in die Hofburg einlud, war Erzherzogin Sophie einer Herzattacke nahe. Sie zitierte die junge, um 8 Jahre ältere Gräfin zu sich und legte ihr nahe Wien für immer zu verlassen. Gräfin Ugarte ist seitdem auch in der weiteren Literatur nirgends mehr zu finden.

In Olmütz, während der Revolution (1848), soll angeblich eine junge Dame der Grund gewesen sein, warum sich Franz Joseph immer gerne an diese Zeit im Exil zurückerinnerte. Näheres konnte ich auch mit besten Absichten nicht herausfinden.

Sophie hatte ab 1852 ernste Absichten ihren jungen Sohn, Kaiser von Österreich, standesgemäß und mit der besten Partie die sie finden konnte, zu verehelichen. Gefühle waren ihr dabei egal.

Prinzessin Anna von Preußen, Winterhalter 1858, Foto: Wikimedia/Commons

Sie ließ Kaiser Franz Joseph unter dem Aspekt „einer politischen Reise“ zu Tante Elise nach Berlin fahren. Wie bereits erwähnt, war Elisabeth eine Schwester von Erzherzogin Sophie und Herzogin Ludovika; somit die Tante von Kaiser Franz Joseph und der noch kleinen Sisi. Sie wurde mit Friedrich Wilhelm IV, König von Preußen (*15.10.1795, †2.1.1861) verheiratet; die Ehe blieb kinderlos. Kaiser Franz Joseph verliebte sich dort in die Nichte von König Friedrich, Prinzessin Marie Anna Friedericke von Preußen (*17.5.1836, †12.6.1918), welche aber bereits mit Prinz Friedrich Wilhelm (*26.11.1820, †14.10.1884) verlobt war.

Prinz Wilhelm I, Foto: Wikimedia/Commons

So sehr sich Elise bemühte, den König und die preußische Regierung zu einem Bündnis mit Österreich durch Heirat, umzustimmen, sie scheiterte kläglich. Sophie schrieb ihrer Schwester einen herzzerreißenden Brief: „… ob es keine Hoffnung gibt, daß diese traurige Heirat, die man dieser reizenden Anna auferlegt und keinerlei Aussicht auf Glück für sie übrigläßt, vermeiden könnte. … das Glück, das sich wie ein flüchtiger Traum gezeigt hat und sein junges Herz – hélas – viel stärker und viel tiefer beeindruckt hat, als ich es zunächst glaubte….Du kennst ihn genug, daß man seinem Geschmack nicht so leicht entsprechen kann und ihm nicht die nächste beste genügt, daß er das Wesen lieben können muß, die seine Gefährtin werden soll …. Allen diesen Bedingungen scheint Eure liebe Kleine zu entsprechen….“ (3a) 

Es half alles nichts, Elise brachte die Hochzeitspläne im Haus nicht durch. Prinz Wilhelm, späterer Kaiser Wilhelm I (*22.3.1797, †9.3.1888) meinte zur Absage sogar: „Wir Preußen beglückwünschen uns, daß Österreich seine Unterwerfung in unserer Hauptstadt bezeugt hat, ohne daß wir nur einen Fußbreit politischen Boden preisgegebenen haben.“ (4)

Erzherzogin Elisabeth, Foto: Wikimedia/Commons

Erzherzog Karl Ferdinand, Foto: Wikimedia/Commons

Wirklich ernste Absichten hatte Kaiser Franz Joseph 1854 das erste Mal mit Erzherzogin Elisabeth Franziska Maria von Österreich-Este (*17.1.1831, †14.2.1903), der ungarischen Linie der Familie Habsburg. Doch Erzherzogin Sophie passte diese Verbindung überhaupt nicht, da sie mit den Ungarn nichts mehr zu tun haben wollte. Elisabeths (Halb) Bruder Erzherzog Stephan Franz Viktor von Österreich (*14.9.1817, †19.2.1867), Palatin von Ungarn, hatte sich während der 48er Revolution auf die Seite der Ungarn gestellt und wurde deshalb aus der Monarchie verbannt. Um Elisabeth und Franz Joseph nicht noch weiter auf dumme Gedanken zu bringen, verheiratete sie die junge Witwe kurzer Hand mit Erzherzog Karl Ferdinand von Österreich (*29.7.1818, †20.11.1874).

Was Sophie zu jener Zeit nicht ahnen konnte, aber mir im nachhinein ein kleines Lächeln auf die Lippen zaubert, ist die Tatsache, dass die Ehe mit Karl sehr glücklich wurde. Das Paar bekam 6 Kinder, u.a. jenen Erzherzog (Friedrich Maria) Albrecht (*4.6.1856, †30.12.1936), der später einmal Erzherzog Franz Ferdinand unverhofft zu seinem Glück verhelfen sollte. Erzherzog Albrecht heiratete Prinzessin Isabella Hedwig Franziska Natalia von Croy-Dülmen (*27.2.1856, †5.9.1931) die jene Hofdame beschäftigte, die als Sophie Gräfin von Chotek oder später Fürstin Sophie von Hohenberg in die Weltgeschichte eingehen sollte. Die Geschichte zu Erzherzog Franz Ferdinand und Fürstin Sophie von Hohenberg können Sie hier nachlesen. Aber ich schweife ab…

Erzherzog Stephan, Foto: Wikimedia/Commons

Wilde Spekulationen gibt es bis heute auch rund um das Libényi-Attentat (mein Beitrag kann hier nachgelesen werden). Angeblich hat Kaiser Franz Joseph in seinen jungen Jahren die Nähe der „Tänzerin“ Margit Libényi gesucht, weshalb es überhaupt zum Attentat(sversuch) kam. Margit Libényi soll die Schwester von Janos Libényi gewesen sein. Jenen Schneidergesellen, der den Attentatsversuch unternommen hat. Also ein Racheakt.

Die abstruse Geschichte, möchte ich euch im gesamten wiedergeben: „Monate vor dem Attentat war Kaiser Franz Joseph während eines Praterbesuches ein Mädchen aufgefallen, das vor einer Schaubude stand und die neugierigen Blicke des Monarchen heftig erwiderte. Um ihn noch mehr für sich zu interessieren, brachte es ihm eine temperamentvolle Csardars-Einlage dar. Der Kaiser ließ Erkundigungen über das Mädchen einholen und erfuhr, daß es eine Nichte des Budenbesitzerin, einer gewissen Frau Danzinger, war, Margit Libényi hieß und aus dem ungarischen Dorf Czakvar stammte. Im Laufe einer folgenden Bekanntschaft soll ihr Kaiser Franz Joseph auch eine Ausbildung als Tänzerin bezahlt haben.

Zu jener Zeit hatte einer der Brüder Kaiser Franz Josephs, Erzherzog (Ferdinand) Maximilian, der spätere Kaiser von Mexiko, das Libretto zu einer Oper verfaßt, deren Aufführung der Kaiser aber zu verhindern wußte. Angeblich hätte nun Erzherzog Max Kontakt zu dieser Tänzerin aufgenommen, ihr eine glanzvolle Tanzrolle in der Oper zugesagt für den Fall, daß es ihr gelänge den Kaiser umzustimmen. Es kam dann tatsächlich zur Aufführung des Werkes, die Künstlerin erntete mit ihrer Darstellung großen Beifall und wurde am Tag nach der Premiere zum Mitglied des kaiserlichen Balletts ernannt. Sie nahm einen Künstlernamen an und tanzte fortan unter dem Pseudonym Mizzi Langer.

Der Ruf der Ungarin als Kaiserliebchen war bis in ihr Heimatdorf gedrungen und soll dort viel Aufruhr unter der Bevölkerung verursacht haben. Die Bitten ihres Bruders, János Libényi, sie möge sich vom Kaiser lossagen, blieben unbeantwortet, und so faßte der „Entehrte“ den Entschluß, die Schuld der Schwester durch ein Attentat auf den Kaiser zu sühnen.

Der weitere Verlauf ist bekannt: …

Beim folgenden Polizei-Verhör soll Libényi den wahren Grund des Attentats zugegeben haben.

Der Kaiser trennte sich in der Folge von der Tänzerin, nachdem er sie und ihre Mutter großzügig abgefunden hatte. Er bestand sogar darauf, den Attentäter zu begnadigen, was die Mitglieder der Regierung mit der Drohung ihres sofortigen Rücktritts verhinderten. Libényi wurde am Morgen des 26. Februar 1853 bei der Spinnerin hinter dem Galgen in der Erde verscharrt. (5)

Foto: amazon.de

Leider nennt die Autorin Gabriele Praschl-Bichler keinerlei Quellen, so dass dieser Text wirklich nicht ernst genommen werden kann.

Gisi Gruber, eine Romanautorin aus den 50er Jahren hat sich dem Thema mit einem Liebesroman angenommen. Vermag man den obigen kitschigen Text zu lesen, möchte man nun wirklich nicht mehr wissen, was Gisi Gruber aus dieser erfundenen Geschichte gemacht hat. Wer es trotzdem wagen möchte: das Buch ist antiquarisch noch erhältlich. 

Ubald Tartaruga (Edmund Otto Ehrenfreund), Foto: wien.gv.at

1922 (also 69 (!) Jahre danach) kam erstmals die These der Liebschaft mit Margit Libényi bzw. Mizzi Langer durch den ungarischen Autor Gyula Kemény auf den Tisch. Auch Oberpolizeirat und Kriminalschriftsteller Ubald Tartaruga (mit bürgerlichem Namen Edmund Otto Ehrenfreund) (*12.2.1875, †21.11.1941), wollte an kein politisches Attentat glauben. Sämtliche namhafte Historiker sind sich jedoch einig, dass dies Hirngespinste waren, die sich ein paar Leute „ausgedacht“ haben; dennoch geistert der Name Mizzi Langer immer noch durch die Literatur.

Paul Freiherr Gautsch von Frankenthum, Foto: Wikimedia/Commons

Der erste uneheliche Sohn von Kaiser Franz Joseph soll Paul Gautsch Freiherr von Frankenthum (*26.2.1851, †20.4.1918) gewesen sein, welcher nach dem Jusstudium ins Unterrichtsministerium wechselte und 1879 Unterrichtsminister wurde. Diesen Posten behielt er ungewöhnlich lange, nämlich bis 1893. Zusätzlich wurde er von Kaiser Franz Joseph zum Direktor und Kurator der Theresianischen Akadamie ernannt. 1895 ernannte ihn der Kaiser zum Herrenhausmitglied. 1895 – 1897 wurde er nochmal Unterrichtsminister. 1899 – 1904 wurde er Präsident des Obersten Rechnungshofes. Gautsch galt als „besonderer“ Vertrauensmann für Kaiser Franz Joseph. (5a)

Wer die Mutter dieses Freiherren gewesen sein soll, das bleibt uns Autorin Gabriele Praschl-Bichler leider (wieder einmal) schuldig. 

Helene Baltazzi, verh. Vetsera, Foto: Wikimedia/Commons

Auch mit Helene Baltazzi, besser bekannt als Helene Vetsera (*1847, †1.2.1925) soll Franz Joseph ein Techtelmechtel gehabt haben. Dies behauptet zumindest Autorin Gabriele Praschl-Bichler. Der Kaiser war 20 Jahre alt und seit 2 Jahren Kaiser. Nach dem Ende des Techtelmechtels, soll Helene eine Abfertigung von 3 Millionen Kronen erhalten haben. (5b)

Sehr großzügig für einen so sparsamen Menschen wie Kaiser Franz Joseph es war. Noch dazu als junger Kaiser, wo er auf die Gunst seines Onkels Ferdinand (*19.4.1793) angewiesen war; denn auch wenn dieser kein Kaiser mehr war, das ganze Geld und das gesamte Vermögen verwaltete dieser bis zu seinem Tod. Erst dann beerbte ihn Kaiser Franz Joseph in allen Belangen. Und Ferdinand starb erst im Jahre (29.6.) 1875. Ob also Erzherzogin Sophie bereit gewesen ist, einer Gespielin von ihrem Sohn so viel Geld auszuzahlen, ist mehr als fraglich. Naja, bilden Sie sich bitte ihr eigenes Urteil.

Nichtsdestotrotz wäre es insofern makaber gewesen, weil Helene auch mit dem blutjungen Kronprinz Rudolf „verkehrte“. Dieser nahm sich später mit der Tochter von Helene, Mary Vetsera (*19.3.1871, †30.1.1889) das Leben. Die Stilblüte, dass Kronprinz Rudolf sich absichtlich mit Mary das Leben nahm, weil sie seine Tochter gewesen sein soll, nimmt hier wieder ganz neue Ausmaße an. Aber ganz ehrlich: Glauben Sie das wirklich? 

Nach den ganzen Affären und Liebschaften, war es nun also an der Zeit zu heiraten und Sophie suchte fieberhaft nach einer neuen und geeigneten Kanditatin, die sie in Dresden zu finden glaubte.

Prinzessin Sidonie von Sachsen, Foto: Wikimedia/Commons

Prinzessin Maria Sidonie Ludovica (*16.8.1834, †1.3.1862) war die Auserwählte. Sie hatte Pech mit ihren Verehrern, die beinahe alle aus falscher Zugehörigkeit der Religion oder politischen Machtspielen, abgelehnt wurden. Auch Kaiser Franz Joseph wollte Sidonie nicht zur Frau. Der banale Grund: sie gefiele ihm nicht. Das Schicksal meinte es nicht gut mit ihr.  Sidonie starb 27jährig unverheiratet an Typhus.

Sophie sah sich schlussendlich in ihrer eigenen Verwandtschaft nach jungen heiratsfähigen Prinzessinnen um. Das Ergebnis ist bekannt. Die beiden großen Berichte können hier  (Verlobung) und hier (Hochzeit) nachgelesen werden.

Die Ehe zwischen den beiden nehme ich in meinem 6. Beitrag über Kaiser Franz Joseph unter die Lupe, weshalb wir dieses Kapitel nun überspringen.

Kaiserin Elisabeth, Foto: dorotheum.com

Was genau der Auslöser 1859 für die sehr überstürzte Abfahrt von Kaiserin Elisabeth nach Madeira war, ist bis heute ungeklärt. Viele Gerüchte und Legenden ranken sich um diesen plötzlichen Aufbruch. Die einen Biografen schreiben, es sei eine Lungenkrankheit gewesen – was aber nicht erklären würde, warum Elisabeth auf der Überfahrt schon ziemlich munter wirkte -, die anderen behaupten, die Krankheit hätte etwas mit einer Geschlechtskrankheit zu tun gehabt, da Kaiser Franz Joseph weiterhin fremdging und keine Rücksicht auf seine zartbesaitete junge Frau nahm. Auch mit ihr selbst soll er nicht zimperlich umgesprungen sein.

Was auch immer der Grund war, ab diesem Zeitpunkt wurde Elisabeth „erwachsen“ und entzog sich ihrem Mann immer mehr, so dass immer neue „Bekanntschaften“ seinen Weg kreuzten.

1863 traf er zum ersten Mal, auf Theresia „Reserl“ Pointinger (*8.4.1846 – 1928).  Was folgte, war eine fast 10jährige Liaison, aus der angeblich 4 Kinder entstammen sollen.

Theresia Pointinger, Foto: Hubert Pointinger

Kaiser Franz Joseph weilte in Mondsee mit seinem Freund Otto Fürst von Wrede (*8.1.1797, †10.10.1871), um zu jagen. Der elterliche Hof auf dem Theresia lebte, war seit langem schon ein beliebter Gutshof für adelige Gäste. So war es nicht verwunderlich, dass er 1863 am Grauwitzgut auf die damals noch 17jährige aufmerksam wurde. Das eng geschnürte Mieder, ließ im Dirndl mehr erahnen, als der 17jährigen wahrscheinlich Recht gewesen wäre. Er war zu diesem Zeitpunkt ein Mann von 30 Jahren. Doch erst im Juli 1869 kam es zur schicksalhaften Begegnung. Reserl hatte sich bereits als 17jährige unsterblich in den Kaiser verliebt und träumte nachts sehnsüchtig von ihm. Als er dann tatsächlich im Juli 1869 auf der einsamen Eisenauer-Alm (im Sommer arbeitete sie auf der elterlichen Alm als Sennerin) erschien, erkannte sie ihn zunächst nicht. Als sie sich von dem Schock erholte, bat sie ihn in die spärlich eingerichtete Hütte. Der Jägersmann, der tatsächlich Kaiser Franz Joseph war, setzte sich artig neben sie und legte seine Hand in ihre: „Wie in Trance legt Reserl ihre zierliche Hand in die Hand des Kaisers, und als sie kurz darauf die warmen Lippen Franz Josephs auf ihrer Haut und ihren geöffneten Lippen spürt, ist ihre Leidenschaft, die sie jahrelang nur für ihn zurückgehalten hat, voll entbrannt.“ (6)

Ein zärtlicher und gefühlsbetonter Liebhaber soll er gewesen sein, der Franzl. Meint zumindest Theresia Pointinger, bzw. ihr Biograph Hubert Pointinger; denn Aufzeichnungen von Theresia gibt es keine. Das ganze ist eine Nacherzählung, einer Nacherzählung, einer Nacherzählung. Anna Nahowski sah das ganz anders. Aber ich greife etwas vor.

4 Kinder sollen der Affäre entsprungen sein:

Anton Pointinger, Foto: Hubert Pointinger

 

Franziska Pointinger, Foto: Hubert Pointinger

Matthias Pointinger, Foto: Hubert Pointinger

Wilhelmine Buchwald, Foto: Hubert Pointinger

Anton Pointinger geb. 6.4.1870
Franziska Pointinger, geb. 1871
Matthias Pointinger, geb. 5.12.1872
Wilhelmine Buchwald, geb. 28.5.1877 (sie wurde Theresia als „eheliches“ Kind mit Wilhelm Buchwald geboren. Wilhelmine soll aber als Kuckuckskind dem Ehemann untergeschoben worden sein. Der tatsächliche Vater soll Kaiser Franz Joseph gewesen sein).

 

 

Hubert Pointinger Foto: Hubert Pointinger

Hubert Pointinger (*25.4.1961), der Verfasser von „Die Salzprinzessin“ ist der Ur-Enkel von Matthias Pointinger, der als einziger dieser Kinder überhaupt eine Familie gründete. Georg Markus und Hugo Portisch, zwei anerkannte Schriftsteller und Historiker haben Hubert Pointinger vorgeschlagen, eine DNA Analyse machen zu lassen. Georg Hohenberg, der Urgroßneffe von Erzherzog Franz Ferdinand, aus der Linie von Maximilian Hohenberg – die Geschichte zu dieser außergewöhnlichen Familie kann hier nachgelesen werden, hat sich für diese zur Verfügung gestellt. Dr. Christa Nussbaumer, „Allgemein beeidete und gerichtlich zertifizierte Sachverständige der forensischen Molekularbiologie“ stellte fest, dass Georg Hohenberg und Hubert Pointinger nicht verwandt sind. Ob also die 3 anderen Kinder von Kaiser Franz Joseph sind, ist sehr fraglich. Was generell an dieser Geschichte wahr ist, ebenso. Herr Pointinger jedoch hält eisern an seiner Version fest und betitelt sich selbst als Ur-Ur-Enkel des Kaisers. (7)

Im Jahr 1878 – Kaiser Franz Joseph hatte schon längst die Beziehung zu Anna Nahowski (ab 1875) aufgenommen -, endet die (angebliche) Affäre endgültig.

Dass Kaiser Franz Joseph aber auch seinen jeweiligen Geliebten nicht treu war, beweist die nachfolgende Geschichte. Währenddessen sein (angebliches) Gspusi mit Reserl noch im vollem Gange war, hatte  er noch zwei weitere Liebschaften in Wien.

Katharina Abel, Foto: DasPhotoquarium/ebay

1870/1 soll es Katharina Abel gewesen sein, die dem Kaiser im Ballett ins Auge stach. Autorin Praschl-Bichler berichtet, Abel sei dem Kaiser noch vor der Hochzeit begegnet und habe ihm vom Liebeskummer mit Gräfin Ugarte geheilt. (8)

Dies kann ich einwandfrei widerlegen. Katharina Abel (*22.2.1856, †6.3.1904) wurde erst lange nach der Affäre mit Gräfin Ugarte geboren. Sie wurde ab 1868 am Kärntnertortheater engagiert und war ab 1871 Mitglied der Hofoper. Von 1880 – 1892 war sie unter Direktor Carl Teile eine der beliebtesten Tänzerinnen. Mit den „Gaben“ des Kaisers konnte sie sich angeblich ein Haus auf der Wieden leisten. Da es zu Katharina kaum Literatur gibt, allerdings so ziemlich alle Biografen ihren Namen zumindest erwähnen, könnte an dieser Affäre etwas dran gewesen sein. Wie lange sie dauerte konnte mir leider keine noch so genaue Recherche offerieren.

Ebenso im Jahr 1870 war es Rosa Moskowitz die Franz Josephs Herz erreichte. Sie war Weißnäherin in der Wiener Hofburg. 3 Jahre soll die Affäre gedauert haben, als sie sich „plötzlich“ ins Privatleben zurückzog.

Hier geht die Literatur auseinander: während Katrin Unterreiner schreibt, dass Rosa später Andreas Graf Zichy heiratete, schreibt Praschl-Bichler, dass Rosa eine uneheliche Tochter namens Bobarle Margarete Braun bekam. (14) Diese habe später einen Graf Andreas Zichy geehelicht. Nach erfolgter Trennung, zog sie nach Paris und erhielt bis zum Jahr 1918 eine Rente von der österreichischen Botschaft. Danach ehelichte sie einen Amerikaner namens Miles. Miles war US-Repräsentant der Internationalen Handelskammer in Basel. Nach dessen Tod heiratet sie einen Herrn Rogers. (9) Leider führen sowohl Gabriele Praschl-Bichler, als auch Katrin Unterreiner keine Literaturverzeichnisse. Auch in der weiterführenden Literatur zu Kaiser Franz Joseph wird außer der Name von einer Rosa Moskowitz nichts weiter erwähnt. Schade, eigentlich…

Anna Nahowski, Foto: Wikimedia/Commons

Viel detaillierter  und aufschlussreicher ist da die Beziehung zu Anna Nahowski (*1860, †23.3.1931) die durch ein (mittlerweile veröffentlichtes) Tagebuch ihre Beziehung notiert hatte. Anna soll das einzige Kind, das jemals „öffentlich als geheime Tochter von Kaiser Franz Joseph anerkannt worden ist“, geboren haben: Helene Nahowksi, verheiratete Berg. Aber beginnen wir von vorne:

Es war der 8.5.1875, als um 6.00 Uhr morgens Anna, damals gerade einmal 15 Jahre alt und mit einem „Haderlump“ verheiratet, im Park vom Schloss Schönbrunn ein stattlicher „Offizier“ begegnete, der ihr auffallend auf die Oberweite starrte und sie musterte. Selbst beim Auseinandergehen, drehte sich der hübsche Offizier um: Kaiser Franz Joseph war zu diesem Zeitpunkt bereits ein Mann in mittleren Jahren – 45. Ihr Dienstmädchen Lini teilte Anna mit, dass es sich nicht um einen „Offizier“ per se, sondern um den Kaiser persönlich handelte. Sie errötete und da sie in ihrer Ehe unglücklich war, suchte sie ab sofort täglich beim frühen Spaziergang den Kaiser – und fand ihn auch.

Am 24.6.1875 notiert sie in ihr Tagebuch: „Ich saß auf einer Steinbank mit Lini im Wald, der Kaiser kam des Weges u. setzte sich auf die nächste Bank. Nach einigen Minuten stand Er auf u. kam auf mich zu. Mein Herz schlug hörbar. Er blieb vor mir stehen, salutierte u. sagte: „Sie gehen aber fleißig spazieren.“ Ich stand von der Bank auf während Röthe mein Gesicht überflog. Ja Majestät, es ist so schön, sagte ich in meiner Verwirrung. „Sie wohnen gewiß am Land, hier in der Nähe?“ frug Er weiter.
Nein, in Wien, sagte ich. „Was? so weit frug Er, da müssen Sie ja schrecklich früh aufstehen? Um 4 das bin ich schon gewöhnt, ich gehe immer sehr früh spazieren. Wo wohnen Sie? frage Er. Am Neubau, meine Antwort. Sie werden alle Tage hier sein? Ja täglich wenn es schön ist. Er nickte mit dem Kopf, salutierte u. ging. Nun hab ich seine blauen Augen genug gesehen u. sie gefallen mir! Wie dumm ich doch bin, sollte ich in Ihm verliebt sein, nein, es eben der Kaiser der mir gefällt. Es schmeichelt mir, daß ich Ihm gefalle.“ (10)

Am 26.6.1875 kam es zum ersten Kuss. Kitschiger hätte es nicht sein können: im Regen. Auch die darauffolgenden Tage kam Anna nach Schloss Schönbrunn um mit dem 45jährigen Kaiser „zu knutschen“. Wie ein Wahnsinniger soll er gewesen sein; oft durchnässt, da es schüttete, und immer allein. Die Begegnungen wurden immer intensiver, sogar das Kleid machte er ihr einmal auf, um sie „näher betrachten zu können“ und reagierte beleidigt, weil Anna nicht weitergehen wollte. Inmitten der Abgeschiedenheit des Tiroler Parks, ihr Dienstmädchen bewachte derweil die Wege. Anna quälten die Gewissensbisse, dennoch war sie verliebt. 3 Jahre dauerte es, bis es zum ersten Akt kam.

Es flossen die ersten Gelder, sie ordnet ihre Verhältnisse und im Jahre 1879 zieht sie in die Nähe von Schloss Schönbrunn, damit der Kaiser sie nun täglich besuchen konnte. Sie solle kein Mieder anhaben, wenn er komme und am besten „bereit im Bett liegen“, so die Aufforderung. Anna haderte im Tagebuch mit sich selbst, macht aber dann doch alles so, wie „Er“ es will. Sie lässt sich von ihrem ersten Ehemann scheiden und heiratet Franz Nahowski.

Alban und Helene Berg, Foto: absw.at

Anna bekommt 4 Kinder. Tochter Carola ist mit Sicherheit von ihrem ersten Ehemann. Jedoch die 3 anderen Kinder Anna, Helene und Franz Joseph sind von großem Interesse. Tochter Anna  dürfte tatsächlich eine „richtige“ Nahowski gewesen sein; allerdings waren auch hier Gerüchte im Umlauf. Anna selbst schreibt aber, dass „sie dasselbe Gesicht wie der Nahowski“ hat. (11f)

Beginnen wir bei Sohn Franz Joseph. Er kommt am 10.12.1889 zur Welt. Seit dem Tod von Kronprinz Rudolf (†30.1.1889) hat Kaiser Franz Joseph Anna nicht mehr besucht. Er hatte längst die Beziehung mit Katharina Schratt aufgenommen und diese gegen Anna eingetauscht.

Anna Nahowski (stehend) mit ihren „Kaiserkindern“: Helene (sitzend) und Franz Joseph (sitzend, dahinter), Foto: PressReader, Kurier

Auch wenn sich einige Biografen sicher sind, dass Franz Joseph – benannt nach seinem Vater (allerdings hieß auch Annas Ehemann Franz) (11) -, nicht von Kaiser Franz Joseph abstammen konnte, so dachte es dieser Zeit seines Lebens selbst. Franz Joseph war ein sehr begabter Maler, aber leider schon von jeher von labiler Gesundheit. Schon früh musste er immer wieder in psychiatrische Einrichtungen.
Zum 100. Geburtstag (18.8.1930) von Kaiser Franz Joseph schnitt er sich in der Kapuzinergruft mit einem Rasiermesser den kleinen Finger ab. Er deponierte diesen „als Sühne“ auf den Sarkophag des Kaisers.
Er kam mit der Diagnose Schizophrenie in die Irrenanstalt Steinhof, welche er für sehr lange Zeit nicht mehr verließ. Nach seiner Entlassung zog er sich in das steirische Landhaus von Helene Berg zurück, wo er schließlich 1942 in ihren Armen starb. Behalten wir Franz Joseph trotzdem noch im Gedächtnis. Ich komme noch einmal auf ihn zurück.

Helene Berg, Foto: mugi.hfmt-hamburg.de

Wenden wir uns also jetzt der „Tochter“ zu. Helene Berg wurde am 29.7.1885 in Wien geboren. 1906 lernte sie Alban Berg (*9.2.1885, †24.12.1935), einen berühmten Komponisten, kennen. Helene und Alban heirateten schließlich 1911. Sie galt als die Tochter von Kaiser Franz Joseph, obwohl sie offiziell als Tochter von Franz Nahowski geboren wurde. Anna hatte Zeit ihres Lebens niemals öffentlich über ihre Affäre gesprochen; auch das Tagebuch war fest verschlossen und wurde erst nach dem Tod von Helene (†30.8.1976) geöffnet. Und obwohl Anna keinen Ton über die Vaterschaft darin verlauten ließ, gilt Helene bis heute als die einzige wahre uneheliche und in der Gesellschaft anerkannte Tochter von Kaiser Franz Joseph. Sowohl Anna, als auch Helene und später Alban haben die Gerüchte niemals dementiert oder gar zerstreut.

Hans Lebert, Foto: Bildarchiv ÖNB

Über Tochter Anna (*20.1.1883, †?), konnte ich leider nichts weiter in Erfahrung bringen. Nur, dass sie einen Herrn Lebert geheiratet und einen Sohn namens Johann, genannt Hans geboren hatte. Hans Lebert (*9.1.1919, †20.3.1993), ein bekannter Schriftsteller, ist im Buch von Hugo Portisch und Georg Markus zu finden. Dort liest man von 2 Kindern von Kaiser Franz Joseph und Anna Nahowski. „Eine DNA-Analyse“ wie im Fall Pointinger war hier nicht nötig. Die Indizien und Beweise sprechen für sich.“ (11a) Eine Anna Lebert findet sich auch in der Biografie von Alban Berg wieder, welche an seinem Sterbetag bei ihm war. (11b)

Hans Lebert erzählt, dass der Neffe von Alban Berg, Erich Alban Berg ein Tonband besaß. Auf diesem ist vom 18.2.1973 die Stimme von Helene Berg zu hören. Sie erzählt: „Dem Franzl hat er eine Uhr geschickt, der Kaiser, da war in Email das Jugendbild vom Kaiser drauf, das lange, schmale Gesicht, wie es auch der Franzl g’habt hat…“ (11c)
Mit „Franzl“ ist hier Sohn Franz Joseph gemeint, also Helene’s Bruder. Also jener Bruder, der sich später den Finger abschnitt und ins Irrenhaus gebracht wurde. Sehr merkwürdig, finden Sie nicht?

Weiter heißt es: „Später, da waren wir schon erwachsen, sind wir die Maxingstraße hinaufgegangen nach Haus, die Mama in der Mitte, und da ist der Kaiser mit dem Tschako an uns vorbeigefahren – und den hat’s gerissen. Da ist er die ganze Zeit bis zur Gloriettegasse, wo er eingebogen ist, verkehrt gesessen und hat uns nachgeschaut.“ (11d)

Diese – von Helene Berg persönlich beschriebene Szene – findet sich auch in der Biografie von Anna Nahowski wieder: „Es war im Jahr 1902 und ich komme mit meinen Kindern Anna u. Helene v. der Stadt u. gehe die Maxingstr. hinauf nachhause. Ein wunderbarar Trapp den ich nur zu gut kannte, lies mich nach rückwärts schauen. Der Kaiser im offenen Wagen allein kam uns nach. Sah mich u. die Kinder freundlich an, u. setzte sich sofort in eine andere Stellung, um den Kopf nach rückwärts gedreht nach uns zu sehen bis Er in der Gloriettegasse einbog.“ (11e)

Ich möchte daran erinnern, dass das Tonband von Helene Berg mit ihrem Neffen Erich im Jahre 1973 aufgenommen wurde. Das Buch über die Affäre von Anna Nahowksi und Kaiser Franz Joseph wurde von Friedrich Saathen im Jahr 1986 veröffentlicht. Dieses beinhaltet – bis auf ein Vorwort – nur Originalzitate aus dem Tagebuch. Es ist hier also gut möglich, dass Helene, dieselbe Szene sehr lebendig vor Augen hatte, als sie über diese mit ihrem Neffen sprach. Immerhin war sie zu diesem Zeitpunkt bereits 17 Jahre alt.

So romantisch wie die Geschichte zwischen der 15jährigen Anna und dem 45jährigen Kaiser Franz Joseph begann, so nüchtern und abrupt endete sie. Kaiserin Elisabeth wusste Zeit ihres Lebens nichts von Anna. Kaiser Franz Joseph achtete stets penibel darauf, wenn Kaiserin Elisabeth anwesend war, dass kein Treffen zwischen ihm und Anna stattfand. Wenn sie sich „zufällig“ im Park begegneten, wandte er stets gelangweilt den Blick ab.

Fridrich Freiherr von Mayr, Generaldirector der Ah. Privat und Familien Fonde bittet um einen gütigen Besuch in seinem Bureau/Hofburg Schweitzerhof/zu einer amtlichen Besprechung. (12) So lautete die nüchterne Visitenkarte die Anna von ihrem Dienstmädchen erhielt. Als Anna Freiherr von Mayr tags darauf aufsucht, wird ihr ein Schriftstück zum Unterzeichnen vorgelegt. Vorher darf sie noch jede x-beliebige Summe nennen, die sie möchte. Die Affäre wurde lapidar beendet. Anna Nahowski wählte klug: 200.000 fl  – damit hatte sie ausgesorgt. 

Das Schreiben, welches sie unterzeichnete lautete: Ich bestätige hiermit daß ich am heutigen Tag 200.000 fl als Geschenk von Seiner Majestät den Kaiser erhalten habe. Ferner schwöre ich, daß ich über die Begegnung mit Seiner Majestät jederzeit schweigen werde. Anna Nahowski Wien, 14.5.1889 (13)

14 Jahre einfach gestrichen aus Franz Josephs Leben. 

Dass zu diesem Zeitpunkt Katharina Schratt bereits in Kaiser Franz Josephs Leben getreten war, wusste Anna. Es kränkte sie sehr, zumal Kaiser Franz Joseph an den Fenstern von ihr vorbei musste, um zum Haus von Katharina zu kommen. Anna ist sogar mehr als wütend, als Katharina die Frechheit besitzt, bei den Nahowskis nachzufragen, ob sie das Haus verkaufen würden.

Bis zu seinem Lebensende hoffte Anna auf ein Zeichen oder eine Erklärung. Sie bekam sie nie. Anna kam weder über die Affäre, noch über seinen Tod hinweg. Zeit ihres Lebens liebte sie ihn bedingungslos, was ihre Ehe zur Hölle werden ließ. Franz Nahowski trank im Überfluss und misshandelte seine Frau schwer. Anna leidet und liebt trotzdem. Auch als „Er“ (sie schreibt immer „der Kaiser“ oder „Er“ in ihr Tagebuch) längst tot ist. Anna überlebte Kaiser Franz Joseph um 15 Jahre. Sie liegt am selben Friedhof wie Katharina Schratt. Eine Fügung des Schicksals, dass sogar im Tode ihre Erzfeindin in ihrer Nähe ist. 

Katharina Schratt, Foto: Wikimedia/Commons

Katharina Schratt (*11.9.1853, †17.4.1940) ist die letzte (zumindest von der die Nachwelt weiß) und die bekannteste Affäre von Kaiser Franz Joseph.

Bis heute halten sich hartnäckig die Gerüchte, dass er diese sogar heimlich geheiratet habe. Im History Magazin vom Kurier kann man folgendes dazu lesen: „Viel Staub wirbelte die Frage auf, ob der Kaiser „die gnädige Frau“, wie sie genannt wurde, miteinander verheiratet waren, zumal das Erzbischöfliche Ordinariat im März 1938 das „Trauungsbuch für Gewissensehen“ (=Geheimehen) vernichtete. Weil die Kirche damals Indiskretionen durch die eben einmarschierenden Nazis befürchten musste, gibt es keinen schriftlichen Beweis für die vielfach vermutete Eheschließung. Sehr wohl aber Aussagen durchaus glaubwürdiger Zeugen, denen die Eintragung vor der Vernichtung des Buches zu Augen kam. Einer, der das bestätigte, war der bekannte Politologe Norbert Leser. Und für den profunden Habsburg-Kenner Adam Wandruszka gab es „aufgrund der Fakten keinen Zweifel, dass Franz Joseph und Katharina Schratt verheiratet waren“. (13a)

Jeder darf glauben und behaupten was er möchte. Ich werde das nicht weiter kommentieren.

Zar Alexander III, Foto: Wikimedia/Commons

Die Schratt, wie sie im Wiener Volksmund genannt wurde, begegnete Kaiser Franz Joseph zum ersten Mal auf einem Ball. Als Burgschauspielerin und prominentestes Mitglied des Hofburgtheaters war sie zu allen großen Festen Wiens eingeladen. Der „Ball der Industriellen“ war 1885 also eine Art Pflichtveranstaltung für beide. Kaiserin Elisabeth sah Katharina Schratt bei einem Souper mit dem russischen Zaren Alexander III (*26.2.1845, †20.10.1894), da die anwesenden Künstler nach der Theatervorstellung zu diesem geladen wurden. Dabei fiel Kaiserin Elisabeth auf, dass Katharina Schratt ähnliche Interessen hatte, wie ihr Ehemann. Da sie annahm, dass ihr Ehemann einsam sei und auch um sich selbst zu befreien, förderte sie ab sofort die Beziehung mit dieser. Kaiser Franz Joseph war zu diesem Zeitpunkt bereits 55 Jahre alt, die Schratt 32.

Kaiserin Elisabeth konnte sich jedoch in ihren Gedichten mit Spott und Hohn nicht zurückhalten. Sie nannte die Schratt „dicklich“ und spottete in ihren Versen über den verliebten Oberon (Gestalt aus dem Sommernachtstraum, Shakespeare).

Dein dicker Engel kommt ja schon
Im Sommer mit den Rosen. 

Fantasiegestalt „Oberon“ nach Shakespeare, Foto und Illustration: Melissa Findley

Gedulde Dich, mein Oberon! 
Und mach nicht solche Chosen! 

Sie bringt sich mit ihr Butterfaß, 
Und läßt sich Butter bereiten, 
Sie macht mit Cognac die Haare naß
Und lernt am End noch reiten. 

Sie schnürt den Bauch sich ins Korsett, 
Daß alle Fugen krachen. 
Hält sich gerade wie ein Brett
Und „äfft“ noch andre Sachen. 

Im Häuschen der Geranien, 
Wo alles so fein und glatt, 
Dünkt sie sich gleich Titanien, 
Die arme dicke Schratt. (13b)

Dieses Gedicht hat Gräfin Marie Larisch-Wallersee (*24.2.1858, †4.7.1940) überliefert und dürfte – laut Brigitte Hamann – echt sein. Kaiserin Elisabeth hat dieses Spottgedicht allerdings nicht in ihr Gedichtbuch aufgenommen. Ein anderes allerdings schon:

Was Ob’ron treibt, das kümmert nicht Titanien, 
Ihr Grundsatz ist: Einander nicht genieren. 
Frist einer Disteln gerne und Kastanien, 
Sie selber will sie ihm offrieren (13c)

Katharina Schratt stellte sich jedoch als Glücksfall für den Kaiser heraus. Bald schon wurden tägliche Spaziergänge vereinbart und sie folgte ihm auch nach Ischl und an den Wolfgangsee. In Ischl wurde eine Villa gekauft, die ca. einen 20minütigen Fußmarsch erforderte; aber beide nahmen diesen gerne in Kauf.

Der alternde Kaiser blühte auf. Er war – wahrscheinlich – das erste Mal in seinem Leben glücklich. Auch wenn die Schratt weitere Affären nebenbei unterhielt, so war sie ihm stets eine loyale Freundin. Kaiser Franz Joseph dürfte von den Affären geahnt haben, denn in den ca. 900 Briefen die erhalten sind, reagiert er manchmal ziemlich eifersüchtig.

Aus heutiger Sicht konnten der Schratt 3 Affären nachgewiesen werden:
Graf Johann (Hans) Wilczek (*7.12.1837, †27.1.1922)
König Ferdinand I von Bulgarien (*26.2.1861, †10.9.1948)
und ihr junger Schauspielkollege Viktor Kutschera (*2.5.1863, †20.1.1933)

Hans Graf Wilczek, Foto: Wikimedia/Commons

König Ferdinand I von Bulgarien, Foto: Wikimedia/Commons

Allerdings kühlte sich das Verhältnis nach dem Tod von Kaiserin Elisabeth merklich ab und 1900/1 gab es gar keinen Kontakt, da sie mit dem Kaiser stritt. Doch ohne Katharina konnte Kaiser Franz Joseph auch nicht mehr und so fingen die beiden wieder an, sich unzählige Briefe zu schreiben bzw. stundenlang spazieren zu gehen.

„Unter all den Menschen, die sich nach den strengen höflichen Vorschriften bewegten und in vollendeten diplomatischen Formen irgendwelche schwer erkennbaren Ziele verfolgten, unter all den Menschen, vor denen man mehr oder minder auf der Hut sein mußte, auch wenn sie offizielle Berater waren, begegnete dem Kaiser ein Mensch, der so redete, wie ihm der Schnabel gewachsen war, der nichts von ihm wollte, dem gegenüber man sich selbst auch ungezwungen geben durfte, ohne etwas zu vergeben. Welche Labsal für den Vereinsamten! Und dieser Mensch hatte die wunderbare Gabe, fesselnd zu plaudern und den Kaiser mit vielem vertraut zu machen, das ihm auf seiner einsamen Höhe unbekannt geblieben war.“ (15)

Viktor Kutschera, Foto: Wikimedia/Commons

Bis heute ist ungeklärt, ob die beiden nun auch eine leidenschaftliche Beziehung gehabt haben, oder ob das Ganze rein platonisch war. Nun, ich persönlich denke, dass hier mehr im Spiel war. Denn wer diese Geschichte gelesen hat, wird merken, dass Franz Joseph ein sehr umtriebiger Mann gewesen ist. Und mit Verlaub: Auch mit 55 Jahren ist ein Mann noch kein altes Eisen.

Beweisen lässt es sich heute natürlich nicht mehr, jedoch gibt es zahlreiche Hinweise aus den Briefen. 

„Unendlich glücklich macht mich die Mittheilung, daß Eure Majestät von mir träumten – wie gerne möchte ich in Wirklichkeit während der Nacht am Bette Eurer Majestät sitzen. Gedankenküsse auf Hand und Mund.“ Kaiser Franz Joseph schreibt zurück: „…, daß Sie mir im Bette Audienz erteilen, wie Sie es mir halb und halb versprochen haben.“ (16)

Katrin Unterreiner schreibt: „Katharina Schratt wurde zwar nicht im Testament Franz Josephs bedacht. Kürzlich entdeckte Verfügungen des Kaisers, wonach Katharina Schratt 2,5 Millionen Kronen – umgerechnet ca. 11 Millionen Euro – zusätzlich zu ihrer kostbaren Schmucksammlung und einem Ringstraßenpalais erhielt, sprechen jedoch eine deutliche Sprache – und sind bei einer reinen Freundschaft kaum vorstellbar. (16a)

Auch ein „Beweis“ sind die Zeilen über die „stille Woche“, wie sie Kaiser Franz Joseph nennt. Die „stille Woche“ ist in diesem Fall die Menstruation die natürlich die junge Schratt noch hatte. Katharina lag in diesem Fall die ganze Woche in ihrem Bett. Schlecht dürfte es ihr dabei nicht gegangen sein, denn in einem Negligé empfing sie sehr wohl den Kaiser. Franz Joseph schreibt darüber, dass diese Stunden sehr gemütlich und vertraulich waren. 

Die Briefe von der Schratt sind nicht vollständig erhalten, jedoch die Briefe an die Schratt. Wer sich mit ihnen beschäftigt, wird bemerken, dass sie nach und nach offener werden. Schreibt Kaiser Franz Joseph zu Beginn noch „Meine gnädige Frau“, wird dies zu „Meine liebe gnädige Frau“ und dann zu „Meine liebe Freundin“. Er ist immer per Sie und unterschreibt immer mit „Ihr treu ergebener Franz Joseph“.

Kaiser Franz Joseph und Katharina Schratt, Foto: Wikimedia/Commons

Kaiserin Elisabeth gegenüber erwähnt Kaiser Franz Joseph die Schratt in fast jedem Brief. Sie wird „die gute Freundin“ genannt und in einem dieser bittet Kaiser Franz Joseph Sisi keinen Kurvorschlag an Katharina zu machen, da sie (Sisi) sowieso schon so mitgenommen aussehe und „die gute Freundin“ sich dazu verleiten ließe, trotzdem mitzumachen. An Katharina wendet er sich mit der Bitte, die Kaiserin nicht genau zu betrachten, da sie verherrend aussehe und er fordert sie auf, das Thema Gesundheit nicht anzuschneiden.

Aus diesen Zeilen entnimmt man, dass Franz Joseph von seiner „Engels-Sisi“ nicht los kam und Katharina dies auch unverblümt mitteilte. Die Schratt eiferte Kaiserin Elisabeth in allem nach: Figur, Frisur, Kleidung – sie konnte sie nicht einmal ansatzweise erreichen.

Wer sich eingehend mit den Briefen von Franz Joseph an Katharina Schratt beschäftigen möchte, kann dies im Buch von Brigitte Hamann machen. Ich picke mir einen heraus, den ich einfach entzückend finde, weil es im Prinzip um Nichtigkeiten geht, aber viel über den privaten Kaiser aussagt:

„Ischl, den 16. Juli 1891.
Heute, theuereste Freundin, wirklich nur ein paar Zeilen, um Ihnen für Ihren lieben, guten Brief vom 13. innigst zu danken, den ich Vorgestern hier erhielt und zu melden, daß ich, wenn Sie erlauben, Morgen um 9 Uhr Früh hoch, oder vielmehr niedrig zu Roß, denn es ist nur ein Ponny, vor der Felicitas, Einlaß bittend, erscheinen werde. Ich hoffe, daß die Stunde keine zu frühe ist, da ich denke, daß die lieben Jünglinge Ihnen leider nicht lange Zeit zum Ausschlafen lassen werden. Gestern Früh habe ich bereits den neuen Übergang über die Ischl von rückwärts inspicirt und bin bis zum versperrten Thürl vorgedrungen. Über das Pfandl auf der Poststraße zurückkehrend, sah ich das neue gegen Räuber, Mörder und sonstige Zudringliche bestimmte Gitter und die neuen Einfahrtsthore auf der Vorderseite des Hauses. Von den Bewohnern war Niemand zu sehen, nur auf dem offenen Fenster des Bubenzimmers standen Gimpel und Kanari. 
Wie ich mich auf das morgige Wiedersehen freue, können Sie wohl denken und indem ich Ihnen eine recht gute, wo möglich ruhige Nacht wünsche und in Gedanken unzählige Stricherln sende, bleibe ich Ihr treu ergebener 
Franz Joseph“ (17) (Anmerkung: Stricherln sind Busserl oder Küsse 17a)

Und mit diesen Stricherln, die Kaiser Franz Joseph gedanklich an Katharina sendete, beende ich nun den 5. Teil.

Wenn man die unehelichen Kinder nun zusammenzählt, käme man auf die Zahl: 8 Eine ungeheure Zahl, die stimmen könnte, wenn es denn beweisbar wäre.

 

~ Marie ~

 


Rechtliche Hinweise:
Textrechte: Marie Festetics, Friedrich Weissensteiner, Michael und Karl Vocelka, Brigitte Hamann, Katrin Unterreiner, Joseph Caché, Gabriele Praschl-Bichler, Hubert Pointinger, Hugo Portisch, Georg Markus, Friedrich Saathen, Hermann Mailler
Bildrechte: billerantik.at, Wikimedia/Commons, amazon.de, dorotheum.com, Hubert Pointinger, ebay.at/DasPhotoquarium, absw.at, mugi-hfmt-hamburg.de, PressReader Kurier, Bildarchiv Österreichische Nationalbibliothek, wien.gv.at, Melissa Findley 


Literatur Hinweise:

1 – S. 46 – 47, 2 – S. 66
Friedrich Weissensteiner
Ich sehne mich sehr nach dir – Frauen im Leben Kaiser Franz Josephs
Amalthea, 2. Auflage 2012

3 – S 121
Michaela und Karl Vocelka
Franz Joseph I – Kaiser von Österreich und König von Ungarn 1830 – 1816
C.H.Beck, 1. Auflage 2015

3 – S. 25, 13b – S 511/12, 13c S. 512 
Brigitte Hamann
Elisabeth Kaiserin wider Willen
Amalthea, 11. Auflage, 1992

4 –  S. 36, 5a S. 92
Katrin Unterreiner
Kaiser Franz Joseph 1830 – 1916 Mythos und Wahrheit
Christian Brandstätter Verlag, 1. Auflage 2006 (nur noch antiquarisch erhältlich) 

5, 5b – S. 162 – 164, 8 – S. 162, 9 – S. 164, 14 – S. 166
Joseph Cachée, Gabriele Praschl-Bichler
Sie haben’s gut, Sie können ins Kaffeehaus gehen!
Amalthea, 1. Auflage 1994

6 – S. 31
Hubert Pointinger
Die Salzprinzessin: Die geheime Geliebte Kaiser Franz Josephs
Ueberreuter, 1. Auflage, 2007

7 – S. 101/2, 11a – S. 137, 11c – S. 140, 11d – S. 140
Hugo Portisch, Georg Markus
Unter uns gesagt: Begegnungen mit Zeitzeugen
Amalthea, 1. Auflage, 2008

10 – S. 42, 43, 11 – S. 146, 12 – S. 141, 13 – S. 144, 11e – S. 151, 11f – S. 81
Friedrich Saathen
Anna Nahowski und Kaiser Franz Joseph
Hermann Böhlaus, 1. Auflage, 1986

11b – S. 217
Wolfgang Gratzer
Zur „wunderlichen Mystik“ Alban Bergs
Boehler Verlag, 1. Auflage, 1998 (nur noch antiquarisch erhältlich)

15 – S. 90
Hermann Mailler
Frau Schratt
Steffel Verlag, 1. Ausgabe, 1947 (nur noch antiquarisch erhältlich)

13a – S. 87, 16 – S 86, 87
History Geschichtsmagazin, Kurier
Kaiser Franz Joseph I – Zum 100. Todestag
nicht mehr erhältlich

16a – S. 112, 17a – S. 112
Katrin Unterreiner
Kaiser Franz Joseph – Mythos und Wahrheit
Brandstätter Verlag, 1. Ausgabe, 2015 (Neuauflage)

17 – S. 251
Brigitte Hamann
Meine liebe, gute Freundin! Die Briefe Kaiser Franz Josephs an Katharina Schratt
Ueberreuter Verlag, 1. Ausgabe, 1992 (nur noch antiquarisch erhältlich)

 

 

Vive tu sueño… Vagón imperial del Museo Técnico de Viena

Cuando estaba en Bad Ischl montando a caballo con mi silla de amazona acompañada de 8 Husares por los terrenos de la Kaiservilla en dirección a Jainzen, pensé que no podía haber nada que superara ese momento.

El dicho „no sueñes tu vida, si no vive tu sueño“ le pega a pocas personas tanto como a mí. 

Yo caminé en soledad por los jardines del palacio de Trauttmansdorff, paseé en carroza por el parque de Schönbrunn y disfruté del atardecer desde el parque del palacio de Laxemburgo.

Estos últimos años he vivido incontables momentos tan inolvidables como estos.

Pero algo era irrealizable, algo que incluso en mis fantasías era solo un sueño:

El vagón imperial de la Emperatriz Elisabeth.

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Foto: Charlotte Schwarz/ Fotografin 2017

Desde mi infancia, me fascinan no solo los carruajes y todo lo que tenga que ver con ellos, si no, además, las locomotoras de vapor.

Seguramente me venga de ahí mi amor por el Tren Imperial, el pequeño tren de vapor que cada verano llega a Bad Ischl trayendo a sus insignes viajeros al lugar de veraneo que tanto amaba el Emperador.

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Foto: Charlotte Schwarz/Fotografin 2017

En el Hofburg de Viena se ha reproducido el vagón-salón de la Emperatriz con mucho mimo para el Museo Sisi.

¡Pero el original se encuentra amorosamente custodiado en el Museo Técnico de Viena!

Con la construcción de la vía férrea en la monarquía del Danubio, se hizo necesaria la contrucción a su vez de vagones especiales para uso de las clases altas, especialmente de la Familia Imperial.

El primer vagón imperial austríaco circuló por el tramo entre Praga y Ölmutz que se había inaugurado en 1845. El vagón del Emperador se distinguía claramentede los demás vagones por su fastuosa decoración en tonos dorados y por el uso de la corona y las armas imperiales.

Este vagón costó 30.000 gulden, que hoy en día serían ¡unos 417.550 €!

También el resto de compañías ferroviarias, como la Kaiserin Elisabeth Bahn o la Kaiser Ferdinand Nordbahn, tenían sus propios vagones imperiales. El Emperador tenía a su disposición incluso un vagón imperial de caza.

Para trayectos cortos, se usaban los vagones de cada compañia unidos formando un tren.

En los trayectos largos, se unían los vagones de varias compañías hasta formar un solo tren. Mas adelante se formaron trenes imperiales enteros, como el de la Emperatriz Isabel.

La composición normal de este tren era: un vagón-Suite, un vagón remolque, en el medio el vagón-salón y el vagón-dormitorio de la Emperatriz, otros dos vagones de segunda clase y un vagón de carga para el equipaje. Para este tren había normas y reglamentos de tránsito especiales.

El tren imperial siempre tenía prioridad. El plan de viaje estaba siempre encaminado a ofrecer la mayor seguridad, puntualidad y comodidad posibles. Se preparaban previamente locomotoras de repuesto a lo largo del recorrido, que previamente había sido controlado a pie, e incluso se colocaban guardias en lugares estratégicos del recorrido.

En Octubre de 1870, la Emperatriz Isabel viajó a Merano para pasar el invierno allí.

La corte que la acompañaba se componía de 102 personas, entre los que se encontraban sus propios funcionarios de telégrafos para mantener una comunicación permanente con la corte de Viena, un encargado de la vajilla y mesa emperial y un repostero de la cocina imperial. 

Junto a sus propios muebles, se llevaron también 27 caballos.

En 1872 se hizo el encargo de construir un vagón-salón imperial para la Emperatriz que tuviera calefacción.

El resultado fueron dos vagones de cuatro ejes cada uno, uno salón y el otro dormitorio.

La parte exterior se decoró en tonos verdes con adornos en dorado.

Por deseo expreso de la Emperatriz, se decoró el interior en pesadas sedas en verde. La madera debía ser pulida hasta quedar mate y solo talladas de manera sencilla.

En 1873 la empresa Ringhoffer de Praga contruyó estos vagones que comenzaron su servicio en 1874.

El vagón-salón:

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Foto: Charlotte Schwarz/ Fotografie 2017

Se compone de dos partes, una con dos ventanas para la Suite de las damas de compañía con diván y una mesa.

Una parte con cuatro ventanas para el salón de la Emperatriz con un escritorio, dos sillones, un sofá-cama y un gran espejo de paréd.

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Foto: Charlotte Schwarz/Fotografin 2017

Un aseo con váter y un pequeño compartimento separado solo por una cortina, destinado a la doncella de servicio.

El vagón se calentaba por medio de dos estufas colocadas en el exterior conectadas a conductos por debajo del suelo por los que se distribuía el calor.

El vagón-dormitorio:

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Foto: Charlotte Schwarz/Fotografin 2017

Un salón-dormitorio con una cama, una mesa móvil, espejos, sillón y banqueta.

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Foto: Charlotte Schwarz/Fotografin 2017

Un tocador con lavabo plateado y un espejo de pared, delante una butaca y el la pared junto a las ventas, un gran diván.

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Foto: Charlotte Schwarz/Fotografin 2017

Un pequeño compartimento para la doncella, también con una banqueta tapizada como en el aseo.

Los dos vagones se iluminaban con lámparas de aceite y con candelabros de cristal.

Tras la muerte de la Emperatriz, los vagones quedaron fuera de servicio e incluso se pensó en venderlos.

En 1905 se donó el vagón-dormitorio al Museo Ferroviario y se decidió que el vagón-salón siguiera usandose para el Emperador. Pero finalmente esto no se llevó a cabo y el vagón-salón de la Emperatriz pasó a formar parte también del museo, y por tanto, se conservó para la posteridad.

Quedó estipulado por orden del Mayordomo Mayor de la corte que: „El vagón queda a disposición del museo, mas por piedad, no debe ser usado.“

El 15 de Septiembre de 1898 viajó la Emperatriz por última vez. Su cadaver fue trasladado hasta Viena usando las vías férreas, lo que supuso para la corte un coste de 1448,85 gulden, unos 12.177,77 € hoy en día.

 


 

¿Como fue posible que Sisi pudiera subir a ese vagón?

Estas fotografías tan únicas fueron obra de nuestra apreciada Charlie Schwarz y fue la increible capacidad de negociación de mi Marie la que hizo posible esta experiencia tan mágica y singular.

Fuimos las únicas hasta la fecha que obtuvieron el permiso para poder fotografiar DENTRO del vagón.

Necesitaba un traje para la ocasión, uno que fuera acorde al año de construcción del vagón y como guiño al Museo, elegimos un traje polisón en seda de Moire azul.

Tras ser recibidas por los guardias del museo, nos acompañaron hasta el vagón donde nos esperaba una restauradora del museo.

Solo con los calcetines y con protectores sobre ellos, pude ascender las escaleras del vagón y pisar la alfombra imperial.

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Foto: Charlotte Schwarz/Fotegrafin 2017

Charlie debía quedarse fuera aunque se le permitió fotografiar a través de las ventanas que se habían abierto para la ocasión.

Parecía como si el vagón fuera a ponerse en marcha en cualquier momento, como si hubiera sido colocado allí ayer mismo y estubiera esperando el momento de salir de viaje, como una bella durmiente esperando a ser despertada de su letargo.

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Foto: Charlotte Schwarz/Fotografin 2017

Caminé por la alfombra, que estaba tan blanda como si caminara sobre algodones y me situé frente al espejo.

¡Su espejo! Una de las melodías del musical „Elisabeth“ me vino a la cabeza y ya no me la pude volver a sacar en todo el día: „Si yo fuera tu espejo…“

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Fue una experiencia tan única que no puedo describirlo con palabras. Estaba en un lugar que muy pocas personas habían podido visitar. Llevaba semanas preparandome para ese día y por fín había llegado.

¡Realmente estaba en ese tren! ¡en EL tren!

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Foto: Charlotte Schwarz/Fotografin 2017

El vagón, que normalmente solo se abre una vez al año para controlar que no este dañado o tenga polillas, volvió a la vida por un momento. Las lámparas iluminaban el interior, el traje hacía un ruido suave sobre la alfombra, una horquilla que se soltó del peinado y fue colocada de nuevo en su sitio ante el espejo.

Los hermosos vasos de cristal tallado esperaban a ser llenados por Marie mientras desprendían destellos por el resplandor de las lámparas y la manta bordada en rosa y violeta lucía en todo su esplendor y pedía a gritos ser usada.

¡Todo era como un sueño!

¡Como en mis sueños!

Un sueño que cada una disfrutó a su manera. Marie suspiró un par de veces, incluso Charlie miraba tras la cámara con mucho respeto. La cita que en principio estaba planeada para una hora, se alargó el doble gracias a la amabilidad de la dama responsable del museo. 

Los visitantes del museo nos observaban desde una distancia respetuosa, e incluso algunos miraban con gran admiración.

Desde aqui, quiero agradecer de corazón a todas las personas que hicieron que fuera posible la realización de este gran sueño. ¡Muchas gracias a las dos!

Mi agradecimiento por supuesto al Museo Técnico de Viena, ya que sin su consentimiento, nada de esto hubiera sido posible.

~Sisi~


 

Derechos del texto: Sisi

Derechos de imagen: Charlotte Schwarz/Fotografin 2017


 

Notas literarias:

Fechas y cifras tomadas del libro: El vagón-salón imperial de la Emperatriz Isabel, del Museo Técnico de Viena.

Erzherzogin Maria Christina von Österreich, Königin von Spanien

Die Regentin Spaniens, unter den Monarchen, eine der Besten der Geschichte des Landes, hatte in ihrer neuen Heimat keinen leichten Anfang. Aus Liebe, heiratete Sie König Alfons den XII obwohl es ihr klar war, dass er nach wie vor in seine vor kurzem verstorbene Ehefrau Königin Mercedes, verliebt war. Sie wusste auch, dass im Herzen des Spanisches Volkes, die Erinnerung an die warmherzige, sympathische und leider viel zu jung verstorbene Mercedes, noch sehr lebendig war.

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Königin Maria Christina. Foto: Wikimedia/Commons

Maria Christina Désirée Henriette Felicitas Rainiera von Habsburg-Lothringen wurde am 21.7.1858 in Gross Seelowitz, Südmähren, als Tochter des Erzherzog Karl Ferdinands, dem zweiten Sohn Erzherzog Karls, und seiner Frau Elisabeth Franziska Maria von Österreich, geboren, und war somit die Cousine mütterlicherseits des Kaisers von Österreich und México.

Sie verbrachte ihre Jugend am Wiener Hof, wo Sie eine katholisch geprägte Erziehung erhielt. Sie war sehr diszipliniert, seriös und pflichtbewusst. Sie lernte gern Sprachen, Geschichte, Literatur und vor allem Musik, was sie leidenschaftlich genossen hat.

Die Erzherzogin lernte ihren zukünftigen Ehemann im Theresianum kennen, wo er, nachdem er mit seiner Mutter Königin Isabella ins Exil nach Paris gehen musste, studierte. Alfons war auch mit dem Kronprinzen Rudolf befreundet. Christa, wie Maria Christina im Familienkreis genannt wurde, gefiel dem charmanten Spanier sehr gut und behielt ihn in guter Erinnerung, als er nach der Wiedereinführung der Monarchie in Spanien, als König zurück nach Madrid ging.

Am 10.10.1878 übernahm sie das ehrenvolle Amt einer Äbtissin des 1755 von Kaiserin Maria Theresia gestifteten adligen Damenstifts der heiligen Theresa in Prag.

Nach dem traurigen und plötzlichem Tod von Königin Mercedes in Juni 1878 und obwohl sich der König im tiefsten Schmerz befand, war es notwendig, eine neue Ehe zu schließen, um einen Thronfolger fürs Land zu zeugen. Der Monarch hatte gar kein Interesse mit zu entscheiden wer als neue Ehefrau in Frage kommen würde. Aber als ihm das Gemälde der heiratsfähigen Prinzessin gezeigt wurde, erkannte er Maria Christina wieder. Weil sie sowieso eine der besten Kandidatinnen war, entschied er sich für sie. Was Alfonso bestimmt nicht erwartete, war der Widerwille der Erzherzogin.

Christa war entschlossen nur aus Liebe zu heiraten und wollte Alfonso persönlich kennenlernen, bevor sie eine Anwort gab. Der König fand diesen Wiederstand sehr amüsant und stimmte einem Treffen in Archachon, Frankreich, zu. Der König soll sehr überrascht gewessen sein, als er beim ersten Treffen mit Christina, auf den Flügel ein Portrait seiner geliebten Mercedes sah. Aber die Bestätigung das Christa die Richtige war, war als sie in sehr korrektem Spanisch sagte: „Majestät, sollte ich eines Tages Königin von Spanien werden, hoffe ich sie mit Würde ablösen zu können, da ich sie niemals werde ersetzen können“.

Als Kaiserin Elisabeth von dieser Hochzeit hörte, sagte sie dazu nur: „Die arme Christa…“

Die Hochzeit wurde auf den 29.11.1879 festgelegt. Es gab eine lustige Anekdote: als die Spanier in den Zeitungen zu lesen bekamen, dass die zukünftige Braut, Äbtissin in Prag war, dachten die meisten, der König würde eine Nonne heiraten, was selbstverständlich, für ein bisschen Wirrwarr sorgte. Trotz einer Erklärung, begrüsste das spanische Volk ihre neue Herrscherin vorbehaltlich. Doch die süsse Erinnerung von Mercedes war noch viel zu frisch in den Herzen von allen und die Vergleiche der beiden Königinnen waren deshalb unvermeidbar.

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Verlobungsbild von König Alfons der XII uns Erzherzogin Maria Christina. Foto: Wikimedia/Commons


Das Königspaar hatte sehr unterschiedliche Persönlichkeiten: Alfonso war extrovertiert und fröhlich, während Christina eher schüchtern und zurückhaltend war. Aber diese Unterschiede waren nicht der Grund, was diese Ehe unglücklich machte. Alfonso respektierte seine Frau und fühlte Zuneigung zu ihr, hat sie aber niemals geliebt. Christina hingegen, liebte ihre Mann leidenschaftlich und leidete sehr unter seinen ständigen Affären.

Das Ehepaar bekamm zwei Töchter: Infantin Maria de las Mercedes (1880-190, dessen Namen hatte Christina selbst entschieden, im Versuch die Liebe ihres Mannes doch noch für sich zu gewinnen) und Infantin Maria Theresia (1882-1912). Doch die spanische Regierung und das Volk sehnten sich nach einem männlichen Thronfolger und interessierte sich folglich wenig für den weiblichen, königlichen Nachwuchs.

Der König führte ein sehr ungesundes Leben, er hat kaum gegessen oder geschlafen, hat zu viel getrunken und hatte unzählige Affären. Weil er von Natur aus eher zart war und eine schwächliche Gesundheit hatte, wurde er sichtlich von Tag zu Tag kränker und schwächer. Alfonso suchte in seinem Leben das, was ihm nur Mercedes geben konnte: Er konnte und wollte nicht ohne sie leben. Nur Elena Sanz, seine langjährige Geliebte, die ihm zwei Söhne schenken solle, konnte das Leiden des König etwas erleichtern.

Maria Christina leidete im Stillen über ihr Unglück und ihren Liebeskummer. Es musste noch etwas Zeit vergehen bis sowohl der König, wie auch die spanische Regierung und das Volk, diese sehr intelligente und fähige Königin zu schätzen wussten. Allerdings trug ihr ihr Schweigen den Spottnamen „Frau Tugend“ ein.

Im Sommer 1885 wurde immer offensichtlicher, dass die Gesundheit des Königs nicht mehr lange anhalten würde. Er hatte immer ein rotes Taschentuch bei sich, um das Blut zu verstecken, dass nach dem Husten aus seinem Mund tropfte. Maria Christina war total verweifelt und ebenso machtlos am harten Schicksal, das auf sie zukommen würde. Um dem Volk gegenüber ein stabiles Bild zu zeigen, wurde der König in Herbst 1885 ins Schloss El Pardo gebracht um sich von einer „starken Erkältung“ zu erholen. Die Königin wollte bei ihrem Ehemann bleiben, doch die Regierung erlaubte ihr dies nicht. Ihre Plficht sei es in Madrid zu bleiben und mit ihrer Routine weiter zu machen, damit niemand von der Ernsthafigkeit der Situation des Königs etwas merkte. Christa erfüllte ihre Pflichten vorbildlich, fuhr aber fast täglich nach El Pardo um ihren Gemahlen zu besuchen.

Während einer diese Besuche, gab Maria Christina dem König, die letzte Freude seines Lebens: Sie war schwanger. Möglicherweise konnte der Thronfolger unterwegs sein. Noch nie stand das Königspaar so nah zueinander, als in diesen letzten und tragischen Wochen.

In der Nacht des 24.11.1885, besuchten Maria Christina und ihre Schwiegermutter Isabella das Königliche Theater. Plötzlich kam ein Diener und berichtete den beiden Damen, dass sich der Zustand des Königs so sehr verschlechtert habe, dass kaum noch Zeit übrig bleibe. Beide Damen rannten in Richtung El Pardo. Man hörte die Mutter vom König, in ihrem Schmerz sagen: „Mein Sohn stirbt, und die Regierung lässt ihn allein sterben wie einen Hund!“. Christa kam rechtzeitig und versuchte mehrmals das Zimmer zu betreten in dem ihr Ehemann lag, doch es wurde ihr nicht erlaubt. Das dürfte sie erst, als der König bereits verstorben war.

Es war der Morgen des 25.11.1885 als Maria Christina (28 Jahre alt und in 4. monat schwanger), Königin und Regentin von Spanien wurde.

Kaum ein Monat nach den Tod ihres Mannes, schwanger, in schwarz bekleidet und in Begleitung ihrer ebenfalls in schwarz bekleideten kleinen Töchtern, übernahm Maria Christina, verfassungsgemäß die Regentschaft für ihre älteste Tochter Maria de las Mercedes.

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Königin Maria Christina leistet Eid auf die Verfassung. Foto: Wikimedia/Commons


Diese Situation sollte sich am 17.5.1886 ändern, als sie den ersehnten männlichen Tronfolger zur Welt brachte. Alfons der XIII wurde zum jüngsten König in der Geschichte Spaniens, da er von der erster Sekunde seit seiner Geburt, König war.  21 Kanonen-schüsse begrüssten den Neugeborenen und informierten gleichzeitig das Volk, das ein König geboren wurde. Christa hatte ihre Pflicht erfüllt. Jetzt erwarteten sie schwierige Jahre als Mutter dreier Kinder und Regentin eines Landes das sich in keiner einfachen Situation befand.

Überraschendenweise, wurde die Regentin zu einer der besten Monarchen in der Geschichte Spaniens. Ihr vorbildliches Leben, ohne Skandale und mit einem fast monastisches Lebensstil, ihr großer Respekt für die Verfassung und die Gewissenhaftigkeit zur Erfüllung ihrer Plfichten, wurden mit den Respekt und der Liebe ihrer Untertanen und ihrer Regierung belohnt.

Sie renovierte und modernisierte das Schloss: Aufzüge und Badezimmer wurden installiert, der Garten wurde saniert und verschönert. Sie stand früh um 7.00 Uhr morgens auf, besuchte den Gottesdienst, danach nahm sie ihr Frühstück ein, wo sie die Zeitungen las. Um 10 Uhr traf sie ihre Minister. Zwischen 11:30 und 13 uhr gab sie Audienzen. Das Mittagessen nahm die Familie zusammen ein und nachmittags ging sie in der Casa de Campo oder im El Retiro spazieren. Als sie zurück kamm, schrieb sie Briefe und spielte Klavier oder nähte an ihrer Handarbeit, welche sie Spitäler und Waisenhaus spendete. 

Während ihrer Regentschaft und obwohl sie alles tat was in ihrer Macht stand,  hat Spanien seine letzten Kolonien in Südamerika und den Philippinischen Inseln 1898 verloren. Merkwürdigerweise hatte dies keinen schlechten Einfluss auf die Popularität der Herrscherin.

Zwischen dem 8.4. und dem 9.12.1888 fand in der spanischen Stadt Barcelona eine Weltausstellung statt. 12.900 Aussteller nahmen daran teil, davon stammten 66 Prozent aus Spanien. Es wurden insgesamt 2,3 Millionen Besucher aus der ganzen Welt gezählt.

Maria Christina war eine hingebungsvolle Mutter die trotz ihrer vielen Verpflichtungen, alles für ihre Kinder tat. Zu ihren Töchtern hielt sie eine liebevolle Beziehung aufrecht. Aber Alfons, Bubi wie sie ihn nannte, hatte immer einen besonderen Platz im Herzen ihrer Mutter. 

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Die Regentin mit ihre Kinder. Foto: Wikimedia/Commons

Alfons wurde am 17.5.1902 für volljährig erklärt und übernahm die Regentschaft. Das erste Dokument, dass er als König unterschrieb, war, dass er seiner Mutter lebenslänglichen Status als „regierende Königin“ zuerkannte. Dass bedeutete, das Christina den bisherigen Platz in allen öffentlichen Sitzungen, Amtshandlugen und Feierlichkeiten behalten konnte. Lediglich die (zukünftige) Ehefrau von König Alfons konnte diese Aufgabe erfüllen, direkt danach kam seine Mutter.

Leider hatte das Schicksal mehrere Familientragödien für Maria Christina bereit. Sie verlor sowohl 1904, als auch 1912 die Töchter jeweils am Kindbett.

Die Freude bei der Hochzeit von Alfons mit Victoria Eugenie von Battenberg, Enkelin von Königin Victoria von England im Mai 1906, überstrahlte das schreckliche Ereignis eines versuchten Attentats auf das Königspaar, bei dem ein Attentäter einen Blumenstrauß in die Menge warf, der detonierte. Das Königspaar blieb zwar unverletzt, jedoch starben 23 Menschen bei diesem Bombenangriff, mehrere wurden verletzt. Aber dies war nicht genug: Victoria Eugenie litt an einer tödlichen Infektion, die zwar per se nicht bei ihr ausbrach, aber vererbbar war, als sie in die Familie einheiratete: Hämophilie

6 Kinder wird das Ehepaar bekommen. Der Thronfolger und der jüngste Sohn erbten die Krankheit und starben daran. Der zweite Sohn wurde nach einer OP taub. Die beiden Töchter litten immer unter Angst, diese Erkrankung an ihre eigenen Söhne weiterzuvererben. Nur der 5 Sohn war gesund und konnte das Thronerbe für sich sichern: Allerdings wurde er selbst nicht König. Er bekam selbst einen Sohn, auf den das Erbe zufiel.

Maria Christina war sehr aktiv in religiösen Wohltätigkeiten, aber vor allem hat sie sich um ihre Familie gekümmert und ihren Sohn unterstützt. Sie verbrachte viel Zeit in San Sebastian und besuchte oft ihre Familie und Freunde.

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Königin Maria Christina. Foto: Wikimedia/Commons

Am 5.2.1929 besuchte sie mit ihrer Schwiegertochter und den beiden Enkelinnen das königliche Theater in Madrid. Danach wurde das Dinner im Schloss eingenommen. Nichts deutete auf irgendwelche gesundheitliche Probleme hin. Als sie aber kurz darauf im Bett lag, fühlte sie einen starken Schmerz in der Brust. Ihre Hofdame machte sich Sorgen und fragte,ob sie den König zu ihr holen sollte. Maria Christina sagte nein und dann bekam einen noch stärkeren Schmerz. Maria Christina schloss für immer ihre Augen. 

Am 8.2.1929 machte sich der Trauerzug auf den Weg vom königlichen Schloss zum Nordbahnhof und weiter zum San Lorenzo de El Escorial, wo sie an der Seite ihres geliebtes Gatten in der königlichen Gruft zur Ruhe gebettet wurde.

 

– Maria José –

 

 

 

 

 

 


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