Das Sternenkleid – Ein Traum von einem Kleid

16358864_1713760205601126_1557450348_n

Kaiserin Elisabeth im berühmten Sternenkleid, gemalt von Franz Xaver Winterhalter, Foto: @habsburg.net

Wenn man an Kaiserin Elisabeth von Österreich denkt, dann werden die meisten von Euch sie mit dem berühmten Sternenkleid in Verbindung bringen.

Was ist nun aber die Geschichte dieses so besonderen Kleides?

Ein Kleid, das zum Symbol für die schöne Kaiserin wurde.

Sisi sammelte im sogenannten Schönheitsalbum Bilder von schönen Damen. Dies konnten Tänzerinnen, Schauspielerinnen, aber auch „Halbwelt“-Damen sein. Ihr wurde ein Bild von Contessa Virgina di Castiglione zugesandt, wo besagte Dame das Sternenkleid und Sternendiamanten im Haar trug. Sisi war so derartig angetan von dieser Dame, dass sie fortan ihren Stil kopierte.
2 Jahre später ließ sie sich vom Pariser Couturier Charles Worth, in abgeänderter Form (Farbe, Stoff) das Kleid anfertigen. Voila – das weiße Tüllkleid hatte seine Geburtsstunde.

Virginia Oldoini, Countess Verasis of Castiglione (1837-1899). Ca. 1861-1867.

Contessa Virginia di Castiglione im Sternenkleid und Diamantsternen im Haar Foto: @Wikimedia/Commons

Auch die Sterne ließ sie vom Hofjuwelier Köchert anfertigen, jedoch in etwas edlerer und geschmackvollerer Form, als die Mätresse von Napoleon III. Contessa Virgina di Castiglione, war auch die erste Dame, die sich ihre langen Haare zu dicken Zöpfen flechten und um den Kopf wickeln ließ.

Kaiserin Elisabeth war zu diesem Zeitpunkt in ihrer Schönheit noch nicht formvollendet. Ihr Stil war noch nicht geboren und ihre Schönheit noch nicht am Höhepunkt. Erst dieses Kleid und diese Frisur, sollte sie zu dem machen, was sie bis heute ist: „Eine schöne unerreichbare Fee aus dem Märchenland.“

Als am 11.2.1865 ihr Bruder Carl Theodor von Bayern seine geliebte Braut Sophie von Sachsen in Dresden ehelichte, war der abendliche Ball der Zeitpunkt das Kleid und die Sterne zu tragen. Was die meisten von Euch vermutlich nicht wissen, Schwester Helene „Néné“, trug am Abend exakt dasselbe Kleid. Es war aber Sisi, die Aufsehen erregte. Das Kleid wurde wie folgt beschrieben: „Ein weißes, mit Sternen besticktes Kleid, Diamantsterne im Haar und an der Brust ein Camelienbouquet.“  Sisi war zu diesem Zeitpunkt 27 Jahre alt und Mutter von 3 Kindern.

Erzherzog Ludwig Viktor hielt in seinem Brief nach Wien folgendes fest: „Sisi sei blendend schön, auch waren die Leute wie verrückt hier. Ich habe noch nie so einen Effekt machen sehen. Helene ein sehr schlechter Abklatsch von der Kaiserin, auch Sternenkleid.“ (1)

Und Königin Marie von Sachsen, schrieb an eine Freundin: „Von der Begeisterung, welche die Schönheit und Liebenswürdigkeit der Kaiserin erregte, kannst Du Dir keine Vorstellung machen; noch nie sah ich meine ruhigen Sachsen in solcher Aufregung! Man dachte, sprach, hörte nur ihr Lob.“ (2)

Man fragt sich, wie sich wohl die Braut fühlte, wenn die schönste Frau der damaligen Welt, in solch einem prachtvollen Kleid erschien?

Aber das überlasse ich Eurer Fantasie.

Wie die meisten vermutlich wissen, gibt es von der Kaiserin nur wenige Bilder, und noch weniger, bei denen sie tatsächlich Model stand. Diese Ehre wurde allerdings, dem wohl größten Meister seiner Zeit zu Teil. Franz Xaver Winterhalter. Durch Protektion König Louis Philippes stieg Winterhalter zum gefragtesten Porträtmaler in Frankreich auf. Als französischer Hofmaler malte er Bildnisse der gesamten königlichen Familie und der führenden Mitglieder des Hofes. 1852 folgte er dem Ruf von Königin Isabella nach Spanien. Nach der Thronbesteigung Napoléons III. ging er zurück nach Paris. Zu seinen Kunden gehörten auch das belgische Königshaus und die kaiserlichen Höfe in Sankt Petersburg und Wien.

Elisabeth ließ sich von F.X.Winterhalter 1865  im Sternenkleid malen, und machte dieses Kleid somit unsterblich. Ein Kleid, dass wohl für sie nichts weiter als eines unter vielen war. Dieses Gemälde könnt ihr immer noch in der Wiener Hofburg bewundern. Von Winterhalter gibt es noch 2 weitere Bilder, die in die Geschichte eingehen sollten. „Sisi mit offenen Haar.“ Diese Bilder waren für die damalige Zeit sehr intim. Eines davon wurde zu Kaiser Franz Josefs Lieblingsbild. Es stand Zeit seines Lebens vor seinem Schreibtisch (und dort steht es heute noch).

Sisi Stern Foto: @koechert.com

Die Haarsterne, die vermutlich ebenso berühmt sind wie das Kleid selbst sind, waren ein Geschenk des Kaisers. Von den Juwelieren Köchert und Pioté ließ sich Kaiserin Elisabeth ein Set von 27 Haarsternen aus Diamanten herstellen. Einige der Sterne verschenkte die Kaiserin später an Hofdamen, die anderen wurden in der Familie vererbt. Die Tochter von Kronprinz Rudolf, Erzherzogin Elisabeth, trug beispielsweise die Sterne zu ihrer Hochzeit 1902.

 

 

 


 

Von der Geschichte des echten Sternenkleides, möchte ich jetzt zu der Geschichte meines Kleides kommen.

Wobei, eigentlich müsste ich wohl sagen, meiner Kleider!

Der erste Versuch war relativ einfach, ein Kleid aus Sternentüll, nett ja, aber nicht annähernd so wie es sein sollte.
16298455_1277115369015425_268440724073622978_n

Das Problem war der Stoff. Woher bekommt man einen Stoff mit gestickten oder gewebten Sternen, der dem Original so nahe wie möglich kommen würde?

Das zweite Kleid war zwar näher am Original, aber immer noch zu „mickrig“

16298989_1277114215682207_7271330475586259364_n

Nach langem Suchen und überlegen begann ich dann den Schnitt von Grund auf zu ändern.

16195548_1277114212348874_6528641146821128513_n

Verdoppelte die Stoffmenge, verlängerte die Schleppe, stickte ich 500 Sterne mit der Hand auf und hatte ein Kleid, das zwar von Form und Umfang ans Original ran kam, aber es war immer noch nicht so wie ich es wollte.

16195082_1277115352348760_8908099459167338429_n

Ein weiteres Mal erneuerte ich das Oberteil komplett, tauschte die Ärmel, und verdoppelte ein letztes Mal die Tüll Menge um das perfekte Kleid zu erhalten. Inzwischen war ich bei weit mehr als 100m Stoff, und einem Gewicht von über  17 kg

16174449_1277115365682092_8832621594671150027_n

@Foto  Bertl Jost. Hier könnt ihr sehr gut die aufgestickten Sterne erkennen

Nun hatte ich das Kleid, und 27 Haarsterne, fehlte nur noch das richtige Bild.

Was jetzt noch fehlte war ein F.X. Winterhalter, der dieses Kleid ins rechte Licht rücken könnte, und der würdige Rahmen, um es zu tragen, denn das ich mit diesem Kleid nicht eben mal durch die Stadt spazieren würde, sollte jedem klar sein.

16265860_1277115429015419_7427738288987397024_n

@Foto Bertl Jost

 

16195982_1277115425682086_8523979546822708984_n

@Foto Bertl Jost, 500 Sterne zufällig verteilt, oder doch nach System aufgenäht?

Das Fotoshooting im Südbahnhotel am Semmering stand an, und mir war klar, dass es nur einen gibt, der das perfekte Bild von diesem Kleid machen konnte. Der Münchner Fotograf Bertl Jost mit seiner Frau Ingrid!

An dieser Stelle, ein herzliches Danke an die Beiden!

Im großen Speisesaal des alten Südbahnhotels entstand dieses, für mich einmalige Bild.

1484492321096

 

Und ein bisschen träume ich davon, dieses Kleid, mein Kleid, auf einem Ball tragen zu dürfen ….

* Sisi *

 

 


Rechtliche Hinweise:
Bildrechte: Bertl Jost, Privat, Hofburg Wien, Juwelier Köchert
Textrechte: Sisi, Marie Festetics (historischer Teil), Brigitte Hamann – Kaiserin wider Willen, Dr. Martina Winkelhofer – Sisi


Literaturhinweise:

Zitate: 1 – S 198, 2 – S 199
Brigitte Hamann:
Kaiserin wider Willen , Amalthea, 1992, 11. Auflage

Dr. Martina Winkelhofer
Sisi


 

4 Kommentare zu “Das Sternenkleid – Ein Traum von einem Kleid

  1. Pingback: Herzogin Sophie in Bayern | Elisabeth R. als Kaiserin Elisabeth von Österreich

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s