Archiv | Februar 2017

Hofdame Lily, Gräfin von Hunyady

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Caroline, Gräfin von Hunyady, ca 1860/1, Madeira

Wir gedenken heute einer der liebsten Hofdamen, Freundin und Vertrauten von Kaiserin Elisabeth. Caroline, Gräfin Hunyady von Kéthely, genannt Lily.

Ihr Vater József János Nepomuk Antal Zsigmond Graf Hunyady von Kéthely, genannt Josef Graf von Hunyady ( *13.1.1801, † 9.3.1869) war der erste Obersthofmeister am österreichischen Kaiserhof.

Josef ehelichte am 1.10.1825 Henriette Prinzessin von Liechtenstein, welche die Tochter des österreichischen Feldmarschalls Johann I. Josef von Liechtenstein war.
Am 22.7. 1827 kam Imre Joachim Ferenc Graf Hunyady von Kéthely zur Welt († 8.6.1902). Am 26.12.1836 kam Caroline Hunyady Gräfin von Kéthely in Wien zur Welt.

Lily wurde Hofdame, als Kaiserin Elisabeth auf den österreichischen Kaiserhof kam. Leider gibt es keine Quellen, die das innige Verhältnis der beiden Frauen näher beschreiben könnte. Es wird nur bei Brigitte Hamann „Kaiserin wider Willen“ erwähnt, dass Lily jeder anderen Hofdame vorgezogen wurde, was zu Tratsch und Eifersüchteleien der anderen Hofdamen führte. Es wurde auch ein „Verhältnis“ angedichtet.

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Kaiserin Elisabeth, Helene von Thurn und Taxis, Lily Hunyady und Mathilde Windischgrätz, Foto ca. 1860/1 Madeira

Lily und ihr Bruder Imre, sowie Prinzessin Helene und Mathilde Windischgrätz begleiteten 1860 die Kaiserin auf Madeira, wo man sich teilweise zu Tode langweilte. Außer Leierkasten- und Kartenspiele und ewgi lange Spaziergänge, fand auf Madeira nichts statt. Kaiserin Elisabeth ließ sich extra Papageien, Hunde (aus Großbritannien) und andere Tiere bringen, damit die Langeweile eingedämmt wird.

Ein Foto ging in Wien wie ein Lauffeuer herum. Es zeigt Kaiserin Elisabeth mit der Mandoline, Helene hält einen kleinen Hund, Lily steht im Hintergrund und sieht alle an, Mathilde hält einen Tubus in der Hand. Alle sind mit Matrosenhemden und -hüten gekleidet.

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Imre, Graf von Hunyady

Imre war als erster Ungarischer Lehrer mit auf der Reise, hat sich aber unglücklicherweise während dieses Aufenthaltes in die Kaiserin verliebt, was prompt seinen sofortigen Abzug von Madeira zum Auftrag hatte.

Lily und Imre waren auf alle Fälle der Grundstein für die große Liebe der Kaiserin zu Ungarn.

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Lily und Imre in Madeira 1860/1

Lily beging einen der größten Fehler im Leben einer Hofdame. Sie verliebte sich in Otto Wilhelm, Graf von Walterskirchen (*19.6.1833, † 16.11.1912), welcher als Diplomat arbeitete. Da das Protokoll den sofortigen Ausschluss aus dem Hofdienst vorsah, wurde Lily sofort nach ihrer Hochzeit mit Otto entlassen.

Danach gibt es unterschiedliche Aussagen der Biografen. Bei Gudula Walterskirchen heißt es, dass sich die beiden nie wieder sahen und sich auch sonst Kaiserin Elisabeth nicht mehr um ihre einstige engste Vertraute kümmerte. Otto sei verarmt gewesen, da ihm als Letztgeborener kein eigener Besitz mehr zustand. Das Paar lebte nur von den Einkünften die Otto als Diplomat einnahm. Diese Karriere verlief aber alles andere als steil, er musste oft sehr lange auf seine Botschafterposten warten. Brigitte Hamann jedoch schrieb, dass sich die beiden auch noch nach der Heirat immer wieder trafen, da Lily nun zum österreichischen Adel gehörte, obwohl sie Ungarin war. Angeblich schrieb Kaiserin Elisabeth auch immer noch Briefe an Lily , da aber weder Tagebuchaufzeichnungen von Lily erhalten sind (ob sie jemals eines geführt hat, ist nicht bekannt), noch die Briefe, kann diese Aussage nicht weiterverfolgt werden. Auch über das weitere Leben von Lily als Gräfin von Walterskirchen ist nichts bekannt.

Lily starb am 28.2.1907 in Wien.

~ Marie ~


Rechtliche Hinweise:
Textrechte: Marie Festetics
Bildrechte: Es konnten keine Urheberrechte zu den Bildern festgestellt werden. Sollten wir gegen ein Urheberrecht verstoßen haben, bitten wir um Kontaktaufnahme: sternenkaiserin[at]gmx.at


Literatur Hinweise:

Gudula Walterskirchen
„Der Franzi war ein wenig unartig“ Hofdamen der Habsburger erzählen

Brigitte Hamann
Elisabeth Kaiserin wider Willen


 

 

Erzherzogin Sophie

Copyright Archiv, frei lt. Hrn Georg Markus

Erzherzogin Sophie, Foto:  Wikimedia/Commons

„Und eine Kaiserin gehört zum Kaiser.“
Wer hört sie nicht? Dieses „Singsang“  in der Stimme von Vilma Degischer, die in der Sissi-Trilogie mit Romy Schneider die böse intrigante Schwiegermutter dargestellt hat und man sie als Sissi – Fan so richtig schön hassen konnte. Wirklich viel wusste man von Erzherzogin Sophie nicht zum Zeitpunkt der Filme, aber mittlerweile gibt es 2 Biografien, die so ein ganz anderes Bild der Kaiserin Mutter zeigen; aber leider ist das Bild der bösen Schwiegermutter auf ewig geprägt.

Hier erfolgt ein Versuch, das etwas andere Bild der Erzherzogin Sophie zu zeigen, die eigentlich viel mehr Aufmerksamkeit verdient hätte.

König Maximilian I. Maria Michael Johann Baptist Franz de Paula Joseph Kaspar Ignatius Nepomuk, kurz Maximilian Joseph I. oder König Max, hatte bereits 5 Kinder aus erster Ehe, aber Königin Auguste Wilhelmine Marie von Hessen-Darmstadt starb am 30.3.1796.

Stammbaum von Vater Max mit seiner 1. Ehefrau Auguste Wilhelmine, Fotos: @Wikimedia/Commons

Am 9.3.1797 ehelichte der König Prinzessin Friedericke Karoline Wilhelmine von Baden.

Prinzessin Sophie Friederike Dorothea Wilhelmine von Bayern kam mit ihrer Zwillingsschwester Maria Anna Leopoldine Elisabeth von Bayern (spätere Königin Maria Anna von Sachsen, † 13.9.1877) am 27.1.1805 in München zur Welt. Ihre Schwester Ludovika kam 1808 zur Welt und wurde in späterer Folge die Mutter von Kaiserin Elisabeth. Unser Beitrag zu Ludovika kann hier nachgelesen werden.

Stammbaum Erzherzogin Sophie Fotos: @Wikimedia/Commons

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Luise (Ludovika), Sophie und Maria Anna, Bild nach Joseph Karl Stieler, 1812, Foto: @Wikimedia/Commons 

Sophie und ihre Geschwister wuchsen sehr liebevoll auf. Ihre Eltern haben sich beide – zumindest es deren Zeit zuließ – außerordentlich liebevoll um die Kinder gekümmert. Bereits mit 5 Jahren konnte Sophie lesen und schreiben und schrieb ihrem Vater und ihrer Mutter heiße Liebesbriefe, wenn diese abwesend waren. Sophie wurde in der Familie Fefe, Pipi, Pifi, Bibi, Fifi, Soph oder Sinpilfer genannt. (1)

Ab ihrem 4. Lebensjahr bekam Sophie Unterricht in Französisch, Physik, Geschichte, Lesen/Schreiben usw.; auch Theater- und Ballettabende standen auf dem Programm. Sophie war Zeit ihres Lebens eine glühende Verehrerin von den schönen Künsten. Sie ging ausgesprochen gerne ins Theater und in die Oper.

Sophie und Maria Anna waren die erklärten Lieblingskinder ihres Vaters, Sophie verehrte Zeit ihres Lebens ihre Mutter, was zahlreiche Briefe belegen. Als ihre Mutter am 13.11.1841 starb, fing Sophie an, ihre Gedanken in ein Tagebuch zu schreiben.

Schon zu Kinderzeiten schrieb sie glühende Briefe an ihre Eltern:

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Elisabeth und Amalie mit der kleinen Maximiliane „Nini“, 1814 nach Joseph Karl Stieler, Foto: @Wikimedia/Commons

An ihre Mutter, die mit ihrem Mann König Max, zum Wiener Kongress 1814/15 in Wien weilte schrieb die 9jährige Sophie:
„Es ist derzeit ein wenig zu heftig, schon seit zwei Monaten habe ich nicht die Freude gehabt, Sie zu sehen und zu umarmen. Das trifft mich so sehr, dass ich heiße Tränen vergießen könnte. Sagen Sie den Kaisern und Königen aber, dass sie sich ein wenig beeilen, ihre Angelegenheiten zu Ende zu bringen, um den armen Waisenmädchen ihre Eltern zurückzugeben, die ihren kleinen Herzen so teuer sind.“ (2)

Schon zu Kinderzeiten musste Sophie einen herben Verlust verarbeiten. Das Nesthäckchen, Maximiliane Josepha Karoline von Bayern, welche am 21.7.1810 geboren wurde und der erklärte Liebling von Mutter und Kindern war, starb am 4.2.1821 11jährig an Typhus. Zeit ihres Lebens gedachte Sophie ihrer geliebten „Nini“, wie sie genannt wurde, zum Todestag.

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Erzherzogin Sophie, nach einer Lithographie von Josef Kriehuber 1836, Bild @erzherzoginsophie.at

Als Sophie 19 Jahre alt war, wurde sie mit Erzherzog Franz Karl vom Österreichischen Kaiserhaus verlobt. Franz Karl soll angeblich gleich Feuer und Flamme gewesen sein, als er seine zukünftige Braut erblickte. Bei Sophie war es eher Fügung in ein Schicksal. Ihr zukünftiger Ehegemahl war leider geistig schwach und auch sonst nicht wirklich fähig, eine große Karriere einzuschlagen. Unser Beitrag zu Erzherzog Franz Karl kann hier nachgelesen werden.

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Erzherzog Franz Karl, Lithographie, 1850 Josef Kriehuber, Foto: @Wikimedia/Commons

Sein Bruder Ferdinand, der in die Geschichte als Kaiser Ferdinand I. „der Gütige“ einging, traf es noch schlimmer. Seine geistigen Eigenschaften waren noch weniger vorhanden als bei Franz Karl.  Wobei auch hier die Mythen um sich ranken. Die einen Biografen schreiben, er sei geistig minderbemittelt gewesen, die anderen, er hatte überaus geistige Fähigkeiten, da er 5 Sprachen sprach. Fakt ist, Ferdinand hatte schwere epileptische Anfälle, in späteren Jahren schrieb Sophie sehr spöttische Briefe über sein Aussehen und sein Verhalten.

Am 4. November 1824 wurde die Hochzeit in Wien in der Augustinerkirche abgehalten und Sophie nahm einen sehr tränenreichen Abschied von München, ihrer Mutter und ihren verbliebenen Geschwistern. Sie schrieb lange, auch 3 Jahre später, immer noch tränenreiche Briefe an ihre Mutter, wie sehr ihr die Heimat fehlen würde.

Wenn man dazu die Szenen mit Vilma Degischer und Karlheinz Böhm vergleicht, wo Vilma Degischer als Erzherzogin Sophie ihrem Sohn Kaiser Franz Joseph das Tagebuch von Kaiserin Elisabeth vorlegt, wo diese über Heimatweh klagte, vermag man sich das kaum vorstellen, dass Erzherzogin Sophie kein Verständnis für diese überaus schwierige Situation gehabt haben mochte. In den Biografien lassen sich hier nur ein paar Kapitel finden, wo Sophie mit Sisi nicht zufrieden war, aber Erzherzogin Sophie hasste Sisi nicht so sehr, wie allgemein die Auffassung war. Aber dazu kommen wir später.

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Kaiser Franz II./I., 1832, Ölgemälde, Friedrich von Amerling, Bild: @habsburg.net, Schloss Schönbrunn

Auch die echte Erzherzogin Sophie litt unter der Trennung und konnte den Schmerz kaum verarbeiten. Ein glühender Sophie Verehrer wurde ihr Schwiegervater Kaiser Franz II./I. „…der Kaiser überhäuft mich mit seiner Güte und es scheint, als wolle er mir den zärtlichen, den besten Vater ersetzen, den ich verloren habe.“ (Brief an Großmama) (3)

Auch über ihre Ehe und ihre Schwangerschaftsfortschritte schrieb sie viele Briefe, vor allem an ihre Mutter Königin Karoline und Großmama „…man kann nicht liebenswürdiger sein als mein Gemahl – und er liebt mich so zärtlich – ….“ (4)

Sophie erlitt insgesamt 11 Fehlgeburten. Die erste Zeit machte sie sich noch keine allzu große Sorgen, doch auch nach 6 Jahren Ehe wollte sich kein Thronfolger einstellen und sowohl Sophie, als auch Kaiser Franz II./I. wurden nervös. Sie wurde auf verschiedene Kuren geschickt, u.a. ins gerade entdeckte Bad Ischl zu den Solebädern. So kurte Sophie in Bad Ischl und 1830 stellte sich endlich der ersehnte Erfolg ein.

Am 18.8.1830 kam jedenfalls der ersehnte Sohn und Thronerbe Erzherzog Franz Joseph Karl, nach einem 2 Tage und Nächte dauernden Geburtsmarathon zur Welt. Sophie war trotz schwerster Strapazen im 7ten Himmel. Der Thronfolger wurde mit 101 Kanonenschüssen begrüßt.

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Stammbaum mit den überlebenden Kindern von Erzherzog Franz Karl und Erzherzogin Sophie, Fotos: @Wikimedia/Commons 

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Gustav, Prinz von Wasa, Lithographie von Josef Kriehuber ca. 1830, Foto: @Wikimedia/Commons

Zeit seines Lebens, wurde gemunkelt und getuschelt, dass nicht die Kuren in Bad Ischl für den Erfolg der Kindsgeburt zuständig waren, sondern Gustav von Holstein-Gottorp, Prinz von Schweden, ab 1829 Prinz von Wasa (*9. Nov. 1799, † 4.8.1877). Dieser lebte im Exil in Wien und ging bei Hofe ein und aus. Sophie und Prinz Wasa wurde eine heftige, leidenschaftliche Affäre nachgesagt. Nicht nur Erzherzog Franz Joseph, auch Erzherzog Ferdinand Maximilian sollen angeblich die Kinder dieser Affäre sein. Bestätigt werden konnte das Gerücht nie. Sophie war eine sehr strenggläubige Frau und in ihren Tagebuchaufzeichnungen lassen sich keine Hinweise zu einem Betrug finden. Trotzdem wurden beide Söhne „Wasa-Buben“ genannt.

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Napoleon Franz Bonaparte, Herzog von Reichstadt, Radierung, Bild: @Habsburg.net, Schloss Schönbrunn

Bei Erzherzog Ferdinand Maximilian wurde aber auch Napoelon Franz Bonaparte, besser bekannt als Herzog von Reichstadt (*20.3.1811, † 22.7.1832) als Vater gehandelt. Herzog von Reichstadt war ein inniger Vertrauter von Sophie und ging Privat bei ihr Ein und Aus. Um diese Freundschaft näher zu beleuchten, werden wir in weiterer Zukunft einen eigenen Beitrag zu Herzog von Reichstadt veröffentlichen.

Das Gerücht, dass er der Vater sei, wurde sogar von Erzherzog Ferdinand Maximilian, der Kaiser von Mexiko werden wollte, selbst wieder angeheizt. Auch dieses Gerücht bestätigte sich nie.

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Erzherzogin Sophie und Erzherzog Franz Joseph; Joseph Karl Stieler, etwa 1831, Foto: @Wikimedia/Commons

Sophie war eine sehr liebende Mutter, etwas übervorsichtig und leicht hysterisch. So durfte der kleine Erzherzog einmal sein Zimmer im gesamten Winter bis fast Ende März nicht verlassen, weil er sich mit einer Verkühlung anstecken hätte können. Heute würde man zu einer solchen Mutter „Helikopter-Mutter“ sagen. Aber den Ausdruck gab es damals noch lange nicht und man hätte sich sowieso nicht getraut, am Wiener Hofe so etwas auszusprechen.

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Erzherzogin Maria Anna Karolina Pia, 1837, Lithographie Josef Kriehuber Foto: @Wikimedia/Commons

Herbe Verluste erfuhr Sophie als ihr inniger Vertrauter Herzog von Reichstadt, Napoleon Franz Bonaparte, mit 21 Jahren am 22.7.1832 in Schloss Schönbrunn an Tuberkulose starb. Sophie trauerte lange um ihren Freund. Als 1840 ihr kleines Mädchen, Erzherzogin Maria Anna starb (unser Beitrag zu Maria Anna Carolina Pia) war Sophie untröstlich. Auch musste sie 1840 eine Totgeburt (Sohn) hinnehmen, ihr Körper war zu diesem Zeitpunkt stark geschwächt. Die vielen Fehlgeburten und Verluste nagten an Sophie und ihre Krankheiten kurierte sie nicht mehr so richtig aus. Auch nach der Geburt von Erzherzog Ludwig Viktor (1842) erlitt Sophie noch Fehlgeburten, die ihr immer mehr zu schaffen machten.

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Erzherzog Franz Karl, Erzherzogin Sophie mit Erzherzog Franz Joseph, Erzherzog Ferdinand Maximilian, Erzherzogin Karl Ludwig und Erzherzogin Maria Anna, ca. 1836, Bild: @Donaumonarchie.com

Sie liebte alle ihre Kinder, aber bei keinem verschwendete sie so viel Energie und Aufmerksamkeit wie an Franzi. Franzi wurde teilweise sogar abgesondert, durfte mit den Kindern der am Hof lebenden Familien nicht spielen und wurde immer als „etwas Höheres“ gesehen. Sophie wurde in späteren Jahren immer vorgeworfen, dass genau das der Grund sei, warum Kaiser Franz Joseph mit anderen Menschen nur schwer oder gar nicht umgehen konnte. Zeit seines Lebens tat er sich mit Small Talk schwer und hatte kaum, bis gar kein Feingefühl für andere Menschen. Er galt als gefühlsarm und oberflächlich. Franzi war ein einsames Kind und Kaiser Franz Joseph sollte es bis zum Tod bleiben.

Sophie glaubte an die Monarchie und war immer davon überzeugt, dass die Monarchie die einzig Wahre ist. Der Monarch hatte die Macht und das Volk hatte dankbar zu sein. Auch wenn sie Zeit ihres Lebens Schirmherrin für verschiedene Vereine und Institutionen Geld aus ihrem Privatvermögen spendete, stand sie auf dem Standpunkt: „Das Volk habe dem Kaiser zu dienen.“ Dass aber das Volk nach einer Änderung dürstete und die Knechtschaft unter den Habsburgern satt hatte, sah sie nicht. Sie lehnte jede Reform ab. Allerdings geriet ihre Welt ein paar Mal ins Wanken, vor allem, als ihr Schwiegervater Kaiser Franz II./I. am 2.3.1835 starb. Ihr größtes Problem wurde es, Kaiser Ferdinand I. anzuerkennen. Ihr einziger Triumpf am Wiener Hofe, waren die Kinder. Vor allem Franz Joseph, da er als Thronfolger galt. Schon Kaiser Franz II./I. nahm keine Reformen an, Ferdinand I. war dazu noch weniger in der Lage. Die erste Zeit lobte Sophie die Regentschaft ihres Schwiegervaters. Erst Jahre später ärgerte sie sich sehr, dass Kaiser Franz II./I. so langsam und stagnativ seine Herrschaft betrieben hatte. An Änderungen war sie selbst aber nicht interessiert. Auch Franz Joseph sollte keine Reformen zulassen und steckte genauso in den alten starren Gepflogenheiten seines Großvaters fest.

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Erzherzogin Sophie, 1866 Foto: @Wikimedia/Commons

Sophie legte Wert auf einen geregelten Tagesablauf: 7.00 Uhr – 7.30 Uhr Aufstehen, Messe, danach Frühstück mit den Kindern. Nachdem sie die Post erledigt hatte, wurde mit den Kleinen gespielt (Schnick Schnack Schnuck, Schwarzer Peter usw.). Bei Franz Joseph und Max wohnte sie beim Unterricht bei. Mittagessen um 16.00 Uhr (was sehr spät war). Hier empfing sie Gäste. Abends empfing sie in ihrem Salon weitere Gäste und hielt „Thee“stunde ab. Sophie schätzte auch „Diners“, fuhr gerne nach Laxenburg, ging gern im Schlosspark von Schloss Schönbrunn spazieren, liebte die Menagerien und den botanischen Garten. In späteren Jahren ging sie mehrmals am Tag in die Messe. Weiters liebte sie es zu sticken. Bis ins hohe Alter stickte sie Messgewänder.

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Kaiser Ferdinand I. „der Gütige“, 1847, Leopold Kupelwieser, Bild: @Habsburger.net, Schloss Schönbrunn

Sie war auch die Einzige am Wiener Hof, die sich für Politik interessierte. So war sie diejenige, die sehr viele Zeitungen (u.a. Neue Freie Presse, Wiener Zeitung etc.) abonniert hatte, die sie überall mithin nahm, um sie am Tag verteilt zu lesen. Während der Regentschaft von Kaiser Ferdinand I. war sie zum Nichtstun verpflichtet. Sie wusste, wenn sie sich einmischen würde, ihr das sehr Übel genommen werden würde.  Als aber 1848 die Revolution ausbrach, sah sie ihre Chance. Ferdinand, gesundheitlich schwer angeschlagen, musste abdanken. An seiner Stelle wäre Sophies Ehemann, Erzherzog Franz Karl an den Thron gekommen. Doch Sophie dirigierte ihren einfältigen Mann in die andere Richtung. Als der schließlich zustimmte, wurde am 2. Dezember 1848 ihr 18jähriger Sohn Franz Joseph Karl zum Kaiser. Auch der Name von Kaiser Franz Joseph wurde von Sophie bestimmt. Ihr Franzi, sollte einzigartig in der Geschichte sein. Sophie bestimmte den Namen Kaiser Franz Joseph I. Dass dieser Kaiser 68 Jahre regieren würde, konnte damals noch keiner ahnen. Und das es ausgerechnet der nicht allzu sehr beachtete Erzherzog Karl Ludwig sein würde, der mit seinen Kindern die Monarchie retten würde, auch nicht. Aber ich greife viel zu weit vor.

Sophie war auch vor ihrer Mutterschaft eine ausgezeichnete Reiterin, die an Treibjagden teilnahm. Oft und gerne begleitete sie ihren Mann zum Jagen. Allerdings hasste sie es, dass die Tiere getötet wurden und atmete immer auf, wenn Franz Karl nicht traf oder sich kein Wild finden ließ. Das änderte sich aber schlagartig, als sie anfing schwanger zu werden und die Kinder wieder verlor. In späteren Jahren verfiel sie auch den Geisterséancen, die zu dieser Zeit sehr häufiger Zeitvertreib war. Franz Joseph nahm bei einigen Séancen teil, nahm es aber nicht ernst. Dass es gerade ihr Enkel, Kronprinz Rudolf, sein würde, der einem der größten Scharlatane dieser Zeit sein Handwerk legen würde, hätte sich Sophie, die an diesen ganzen Humbug tatsächlich glaubte, niemals gedacht. Aber auch das ist Thema eines anderen Beitrages.

Als Kaiserin Mutter war Sophie eine noch resolutere Erscheinung, als sie ohnehin schon war. Sie erlaubte sich sogar die wichtigsten Gespräche mit Ministern zu unterbrechen, wenn sie meinte, ihren Franz sprechen zu müssen. Es ist nicht verwunderlich, dass der Wiener Hof sie „Der einzige Mann bei Hofe“ nannte. In wie weit Sophie in die Politik von Franz Joseph eingriff ist nicht bekannt; allerdings kann man einen gewissen Einfluss nicht verbergen, denn die Ansichten, die gerade der junge Kaiser vertrat, waren gleichgestellt mit der seiner Mutter.

An dieser Stelle sei erwähnt, dass wir die politischen Probleme und Schachzüge, ob gut oder schlecht, nicht aufarbeiten werden. Uns geht es einzig darum, die Personen und deren Charakter bzw. Leben zu beschreiben. Wer an der Politik der Habsburger interessiert ist, wendet sich bitte an die zahlreich erschienenen Publikationen. Danke!

Als der Kaiser 23 Jahre alt wurde, wurde es Zeit für ihn zu heiraten. Auch hier zeigte sich Sophie als die Strippenzieherin. Sie fackelte nicht lange herum und sah sich in ihrer eigenen Familie um und wurde schnell fündig. Die Auserwählte war Herzogin Helene in Bayern“, Tochter von Herzogin Ludovika in Bayern und Herzog Max in Bayern“ Das es „ausgerechnet“ Elisabeth war, in die sich Franz Joseph verliebte, war von Sophie weder vorhergesehen, noch gewollt. Doch für dieses eine Mal – eines der wenigen Augenblicke im Leben von Franz Joseph – setzte er sich gegen die strenge Mutter durch. Er heiratete Sisi.

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Erzherzogin Sophie und Erzherzog Franz Karl mit Familie Familie Kaiser Franz Joseph mit Kaiserin Elisabeth, Rudolf und Gisela, Erzherzog Maximilian mit Erzherzogin Charlotte, Erzherzog Karl Ludwig, Erzherzog Ludwig Viktor). Fotografie von Ludwig Angerer, 1860, Foto: @Wikimedia/Commons

Sophie fügte sich und nahm Sisi unter ihre Fittiche. An dieser Stelle sei erwähnt, dass wir der Beziehung Elisabeth und Sophie einen eigenen Beitrag widmen werden.

Auch bei Erzherzog Ferdinand Maximilian, Sophies erklärter Lieblingssohn und Erzherzog Karl Ludwig ging sie auf Brautschau. Erzherzog Karl Ludwig musste insgesamt sogar 3x heiraten, weil 2 seiner Frauen verstarben, dies arbeiten wir jedoch gesondert beim Beitrag zu Karl Ludwig auf. Erzherzog Ludwig Viktor sollte nie verheiratet werden, warum und weshalb, wird auch in seinem Beitrag näher erörtert werden.

Sophies größter Verlust war, als sich ihr Sohn Ferdinand Maximilian, genannt Max, 1864 entschloss nach Mexiko zu gehen, um Kaiser von Mexiko zu werden. Sophie und Sisi waren entsetzt und versuchten den ehrgeizigen Bruder/Schwager aufzuhalten. Doch dessen Frau Charlotte war enorm ehrgeizig. Sie wollte Kaiserin werden und stand damit in direkter Linie zur Rivalität zu Elisabeth. Das einst sehr gute Verhältnis zu Max änderte sich schlagartig mit der Hochzeit mit Charlotte. Sisi hasste fortan die belgische Prinzessin, die zu dem auch als Schönheit bekannt war. Aber auch Max war sehr ehrgeizig. Zwischen Max und Franz bestand immer eine gewisse Rivalität und er konnte es nicht ertragen, dass Franz Joseph den höheren Status hatte, er wollte ebenso Kaiser eines Landes sein. Auch zu Max, wird es noch einen eigenen Beitrag geben.

Als Sophie 1867 vom Tod des Sohnes in Mexiko erfuhr, brach sie zusammen. Ihr Schmerz war grenzenlos. Sie zog sich nach Bad Ischl zurück, allerdings fand sie keine Ruhe.

Hofdame Fürstenberg schrieb an ihre Schwester: „Meine arme Erzherzogin ist recht gealtert, das Wort cassée (gebrochen) ist das richtige. Es ist ein stiller Schmerz, voll Ergebung, ohne Bitterkeit und dabei das Bestreben, keinem Menschen damit zur Last zu fallen. Fremde sind ihr peinlich, sie meidet sie und ging Sonntag um 7 Uhr in die Messe, zur Betrübnis der Ischler, die gerne gesehen und sich erzählt hätten, welches Gesicht sie macht. Das hübsche kleine Gartl, in das ihr niemand sehen kann, ist jetzt die wahre Wohltat für sie.“ (5)

Der Schmerz war so enorm, dass sich Sophie für lange Zeit nach Possenhofen zurückzog, wo gerade Helene Thurn und Taxis (Nénè) den Tod ihres Mannes Maximilian Anton und Carl Theodor den Tod seiner Frau Sophie betrauerte. Dort empfing sie Admiral Wilhelm Tegetthoff, der ihr die Jacke von Max brachte. Nach und nach trafen auch die letzten Briefe von Max ein, in denen er sich für die Liebe und Freundschaft bedankte.

Sophie notierte in ihr Tagebuch: „Aber die Erinnerung an die Martern, durch die er gehen musste, an seine Verlassenheit fern von uns geht mit mir durchs Leben und ist ein unbeschreiblicher Schmerz.“ (6)

Kronprinz Rudolf schrieb seiner Großmutter seinen süßen Brief: „Meine liebe, liebe Großmama! Mir ist um den Onkel Max sehr leid und ich bedaure Dich, liebe Großmama sehr, weil du wieder so viel Kummer und Schmerz hast. Ich will alles Mögliche tun, um Dir, liebe Großmama Freude zu bereiten.“ (7) (MF Anmerkung – Kronprinz Rudolf war zum Zeitpunkt des Todes von Onkel Max 9 Jahre alt).

3 Monate dauerte die Überstellung des Leichnams von Mexiko nach Wien. Der Leichnam war in einem exorbitanten Zustand. Leider sind sich hier die Biografen nicht einig. Ingrid Haslinger beschreibt in ihrem Buch „Erzherzogin Sophie – Eine Biografie nach den persönlichen Aufzeichnungen der Mutter Kaiser Franz Josephs“ -, dass Sophie den Leichnam, aufgrund der monatelangen Odyssee der Überstellung, nicht mehr zu Gesicht bekam.  Anna Ehrlich und Christa Bauer schreiben in ihrem Buch „Erzherzogin Sophie – Die starke Frau am Wiener Hof“, dass Sophie den Leichnam ihres Sohnes zu Gesichte bekam und der „Leichnam in einem wohl erhaltenen Zustand sei“. Das vermag ich persönlich kaum zu Glauben. Wie auch immer; beide Varianten waren für die gramgebeugte Mutter wohl zuviel.

 

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Erzherzogin Sophie, 1872, von Vinzenz Katzler, Foto: Wikimedia/Commons

Nach diesem schweren Schicksal erholte sich Sophie nicht mehr. Sie zog sich komplett zurück, ging noch mehr zur Messe und nahm auch die Eskapaden ihrer Schwiegertochter Sisi nicht mehr ernst. Eine Krankheit jagte die andere, keine wurde mehr richtig kuriert.

 

Nur 5 Jahre nach Max verließen Sophie die Kräfte. Am 28. Mai 1872 starb sie in der Wiener Hofburg. Sie wurde in der Kapuzinergruft beerdigt. ∏

Grab, Kapuzinergruft Foto: sternenkaiserin.com – Marie

Tafel zum Grab, Kapuzinergruft Foto: sternenkaiserin.com – Marie

 

 

~ Marie ~

 

 

 

 

 


Rechtliche Hinweise:
Bildrechte: habsburg.net, erzherzoginsophie.at, donaumonarchie.at, Peter Geymayer, Forum.Alexanderpalace.org, Wikimedia/Commons
Es konnten keine weiteren Urheberrechte zu den Bildern festgestellt werden. Sollten wir gegen ein Urheberrecht verstoßen haben, bitten wir um Kontaktaufnahme: sternenkaiserin[at]gmx.at
Stammbaum: Marie Festetics
Textrechte: Marie Festetics, Ingrid Haslinger, Anna Ehrlich und Christa Bauer, Michaela und Karl Vocelka


Literaturhinweise:

Zitate: 1 – S. 23, 2 – S 25, 3 – S 35, 4 – 35
Ingrid Haslinger
Erzherzogin Sophie – Eine Biographie nach den persönlichen Aufzeichnungen der Mutter Kaiser Franz Josephs, Residenz Verlag, 2016, 1. Ausgabe

Zitate 5 – S 176, 6 – S 273, 7 – S 274
Anna Ehrlich, Christa Bauer
Erzherzogin Sophie – Die starke Frau am Wiener Hof, Amalthea, 2016, 1. Ausgabe

Michaela und Karl Vocelka
Franz Joseph I. Kaiser von Österreich König von Ungarn 


 

„Je mehr ich die Menschen kennen lerne, desto mehr liebe ich die Hunde“ (Madame de Sévigné)

 

Ein Satz, der wohl auch auf die Kaiserin zutraf.

Elisabeth war bekannt für ihre Liebe zu allen Tieren, sie war eine der besten Reiterinnen ihrer Zeit und besaß unzählige Hunde.

Eine besondere Vorliebe hatte sie für große Hunde, so sagte sie einmal zu Ida:

 „ich fürchte fast, ein so großer Hund wie ich ihn mir wünsche, existiert gar nicht“

Conte Corti beschrieb einige ihrer Hunde.

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Kaiserin Elisabeth Foto: @Wikimedia/Commons

Unter anderem hatte sie 2 Zwergpintscher, einen Schwarzen und einen Weißen. Sie besaß einen schwarzen Pudel namens Plato

Von den größeren Hunden hatte sie hauptsächlich Doggen, 5 schwarze namens Hamlet, Fanton, Dragon, Mohamed und Shadow

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Zwei graue Doggen namens „Morphy“ und „Diana“, 2 Leonberger namens „Roma“ und „Brave“, 2 persische Windhunde

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Kaiserin Elisabeth mit ihrem Wolfshund Houseguard, Fotografie von Rabending um 1869


 

Auf meinen unzähligen Ausflügen treffe ich natürlich nicht nur auf Menschen allen Alters, sondern auch auf alle möglichen Vierbeiner.

Oft wenn die Gelegenheit passt, entstehen dann auch ein paar unvergessliche Bilder.

Einer meiner kleinen vierbeinigen Freunde ist Elvis aus Bayern, ein Foxterrier, der nicht mal vor dem Rascheln der Unterröcke zurück schreckt, und „seine Sisi“ anhimmelt.

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@Foto A. Berger, Elvis

 

Ein paar Wauzis, deren Namen ich nicht einmal weiß, stellten sich immer wieder mal gern als „Fotopartner“ zur Verfügung.

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@Foto Artgraphy

 

Die spannendste Begegnung allerdings war mit Chiba & Garret.

Seit langen bin ich auf der Suche nach Wolfshunden, um ein paar Bilder zu machen, die denen von Elisabeth und Houseguard ähneln.

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@Foto:Artgraphy

Durch einen lieben Freund bekam ich die Adresse eines Wolfiebesitzers. Es dauerte nicht lange, und wir vereinbarten einen Termin.

Ein Nachmittag am grünen See, eine Kulisse die schöner nicht hätte sein können!

Begleitet von Tobi, dem Fotografen traf ich zum ersten Mal auf die Wölfe, und war sofort vom „Wolfsfieber“ infiziert.

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@Foto Artgraphy

 

Die Größe und die Eleganz die diese Rasse ausstrahlt, ist absolut einzigartig. Ihr freundliches Wesen, der stolze und federnde Gang ist mit nichts zu vergleichen.

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@Foto Artgraphy

Ich muss zugeben, ein kleines Bisschen hatte ich schon bedenken, mich mit 2 so riesigen, fremden Hunden zu treffen, aber alle meine Zweifel verfolgen sofort als ich sah, wie ruhig und gelassen die beiden waren.

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@Foto Artgraphy

Nicht Sisi hatte Angst vor den Hunden, sondern der Wolf fürchtete sich vor Sisi 😉

Nach einiger Zeit, und zugegeben ein wenig Bestechung, wich die Angst der Neugier und wir konnten doch noch wunderschöne Bilder machen.

 

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@Foto Artgraphy

 

Mein Dank gilt besonders den beiden Besitzern, die mit viel Geduld und guten Zureden diese wundervollen Bilder ermöglichten.

Ich freue mich jetzt schon auf den nächsten, gemeinsamen Ausflug mit „meinen Wölfen“

*Sisi*

 


Rechtliche Hinweise:
Bildrechte: Privat, Artgraphy.at, A. Berger
Es konnten keine Urheberrechte zu den Bildern festgestellt werden. Sollten wir gegen ein Urheberrecht verstoßen haben, bitten wir um Kontaktaufnahme: sternenkaiserin[at]gmx.com


Literatur Hinweis:
Egon Caesar Conte Corti
Elisabeth: Die seltsame Frau


 

Das Sternenkleid – Ein Traum von einem Kleid

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Kaiserin Elisabeth im berühmten Sternenkleid, gemalt von Franz Xaver Winterhalter, Foto: @habsburg.net

Wenn man an Kaiserin Elisabeth von Österreich denkt, dann werden die meisten von Euch sie mit dem berühmten Sternenkleid in Verbindung bringen.

Was ist nun aber die Geschichte dieses so besonderen Kleides?

Ein Kleid, das zum Symbol für die schöne Kaiserin wurde.

Sisi sammelte im sogenannten Schönheitsalbum Bilder von schönen Damen. Dies konnten Tänzerinnen, Schauspielerinnen, aber auch „Halbwelt“-Damen sein. Ihr wurde ein Bild von Contessa Virgina di Castiglione zugesandt, wo besagte Dame das Sternenkleid und Sternendiamanten im Haar trug. Sisi war so derartig angetan von dieser Dame, dass sie fortan ihren Stil kopierte.
2 Jahre später ließ sie sich vom Pariser Couturier Charles Worth, in abgeänderter Form (Farbe, Stoff) das Kleid anfertigen. Voila – das weiße Tüllkleid hatte seine Geburtsstunde.

Virginia Oldoini, Countess Verasis of Castiglione (1837-1899). Ca. 1861-1867.

Contessa Virginia di Castiglione im Sternenkleid und Diamantsternen im Haar Foto: @Wikimedia/Commons

Auch die Sterne ließ sie vom Hofjuwelier Köchert anfertigen, jedoch in etwas edlerer und geschmackvollerer Form, als die Mätresse von Napoleon III. Contessa Virgina di Castiglione, war auch die erste Dame, die sich ihre langen Haare zu dicken Zöpfen flechten und um den Kopf wickeln ließ.

Kaiserin Elisabeth war zu diesem Zeitpunkt in ihrer Schönheit noch nicht formvollendet. Ihr Stil war noch nicht geboren und ihre Schönheit noch nicht am Höhepunkt. Erst dieses Kleid und diese Frisur, sollte sie zu dem machen, was sie bis heute ist: „Eine schöne unerreichbare Fee aus dem Märchenland.“

Als am 11.2.1865 ihr Bruder Carl Theodor von Bayern seine geliebte Braut Sophie von Sachsen in Dresden ehelichte, war der abendliche Ball der Zeitpunkt das Kleid und die Sterne zu tragen. Was die meisten von Euch vermutlich nicht wissen, Schwester Helene „Néné“, trug am Abend exakt dasselbe Kleid. Es war aber Sisi, die Aufsehen erregte. Das Kleid wurde wie folgt beschrieben: „Ein weißes, mit Sternen besticktes Kleid, Diamantsterne im Haar und an der Brust ein Camelienbouquet.“  Sisi war zu diesem Zeitpunkt 27 Jahre alt und Mutter von 3 Kindern.

Erzherzog Ludwig Viktor hielt in seinem Brief nach Wien folgendes fest: „Sisi sei blendend schön, auch waren die Leute wie verrückt hier. Ich habe noch nie so einen Effekt machen sehen. Helene ein sehr schlechter Abklatsch von der Kaiserin, auch Sternenkleid.“ (1)

Und Königin Marie von Sachsen, schrieb an eine Freundin: „Von der Begeisterung, welche die Schönheit und Liebenswürdigkeit der Kaiserin erregte, kannst Du Dir keine Vorstellung machen; noch nie sah ich meine ruhigen Sachsen in solcher Aufregung! Man dachte, sprach, hörte nur ihr Lob.“ (2)

Man fragt sich, wie sich wohl die Braut fühlte, wenn die schönste Frau der damaligen Welt, in solch einem prachtvollen Kleid erschien?

Aber das überlasse ich Eurer Fantasie.

Wie die meisten vermutlich wissen, gibt es von der Kaiserin nur wenige Bilder, und noch weniger, bei denen sie tatsächlich Model stand. Diese Ehre wurde allerdings, dem wohl größten Meister seiner Zeit zu Teil. Franz Xaver Winterhalter. Durch Protektion König Louis Philippes stieg Winterhalter zum gefragtesten Porträtmaler in Frankreich auf. Als französischer Hofmaler malte er Bildnisse der gesamten königlichen Familie und der führenden Mitglieder des Hofes. 1852 folgte er dem Ruf von Königin Isabella nach Spanien. Nach der Thronbesteigung Napoléons III. ging er zurück nach Paris. Zu seinen Kunden gehörten auch das belgische Königshaus und die kaiserlichen Höfe in Sankt Petersburg und Wien.

Elisabeth ließ sich von F.X.Winterhalter 1865  im Sternenkleid malen, und machte dieses Kleid somit unsterblich. Ein Kleid, dass wohl für sie nichts weiter als eines unter vielen war. Dieses Gemälde könnt ihr immer noch in der Wiener Hofburg bewundern. Von Winterhalter gibt es noch 2 weitere Bilder, die in die Geschichte eingehen sollten. „Sisi mit offenen Haar.“ Diese Bilder waren für die damalige Zeit sehr intim. Eines davon wurde zu Kaiser Franz Josefs Lieblingsbild. Es stand Zeit seines Lebens vor seinem Schreibtisch (und dort steht es heute noch).

Sisi Stern Foto: @koechert.com

Die Haarsterne, die vermutlich ebenso berühmt sind wie das Kleid selbst sind, waren ein Geschenk des Kaisers. Von den Juwelieren Köchert und Pioté ließ sich Kaiserin Elisabeth ein Set von 27 Haarsternen aus Diamanten herstellen. Einige der Sterne verschenkte die Kaiserin später an Hofdamen, die anderen wurden in der Familie vererbt. Die Tochter von Kronprinz Rudolf, Erzherzogin Elisabeth, trug beispielsweise die Sterne zu ihrer Hochzeit 1902.

 

 

 


 

Von der Geschichte des echten Sternenkleides, möchte ich jetzt zu der Geschichte meines Kleides kommen.

Wobei, eigentlich müsste ich wohl sagen, meiner Kleider!

Der erste Versuch war relativ einfach, ein Kleid aus Sternentüll, nett ja, aber nicht annähernd so wie es sein sollte.
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Das Problem war der Stoff. Woher bekommt man einen Stoff mit gestickten oder gewebten Sternen, der dem Original so nahe wie möglich kommen würde?

Das zweite Kleid war zwar näher am Original, aber immer noch zu „mickrig“

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Nach langem Suchen und überlegen begann ich dann den Schnitt von Grund auf zu ändern.

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Verdoppelte die Stoffmenge, verlängerte die Schleppe, stickte ich 500 Sterne mit der Hand auf und hatte ein Kleid, das zwar von Form und Umfang ans Original ran kam, aber es war immer noch nicht so wie ich es wollte.

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Ein weiteres Mal erneuerte ich das Oberteil komplett, tauschte die Ärmel, und verdoppelte ein letztes Mal die Tüll Menge um das perfekte Kleid zu erhalten. Inzwischen war ich bei weit mehr als 100m Stoff, und einem Gewicht von über  17 kg

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@Foto  Bertl Jost. Hier könnt ihr sehr gut die aufgestickten Sterne erkennen

Nun hatte ich das Kleid, und 27 Haarsterne, fehlte nur noch das richtige Bild.

Was jetzt noch fehlte war ein F.X. Winterhalter, der dieses Kleid ins rechte Licht rücken könnte, und der würdige Rahmen, um es zu tragen, denn das ich mit diesem Kleid nicht eben mal durch die Stadt spazieren würde, sollte jedem klar sein.

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@Foto Bertl Jost

 

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@Foto Bertl Jost, 500 Sterne zufällig verteilt, oder doch nach System aufgenäht?

Das Fotoshooting im Südbahnhotel am Semmering stand an, und mir war klar, dass es nur einen gibt, der das perfekte Bild von diesem Kleid machen konnte. Der Münchner Fotograf Bertl Jost mit seiner Frau Ingrid!

An dieser Stelle, ein herzliches Danke an die Beiden!

Im großen Speisesaal des alten Südbahnhotels entstand dieses, für mich einmalige Bild.

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Und ein bisschen träume ich davon, dieses Kleid, mein Kleid, auf einem Ball tragen zu dürfen ….

* Sisi *

 

 


Rechtliche Hinweise:
Bildrechte: Bertl Jost, Privat, Hofburg Wien, Juwelier Köchert
Textrechte: Sisi, Marie Festetics (historischer Teil), Brigitte Hamann – Kaiserin wider Willen, Dr. Martina Winkelhofer – Sisi


Literaturhinweise:

Zitate: 1 – S 198, 2 – S 199
Brigitte Hamann:
Kaiserin wider Willen , Amalthea, 1992, 11. Auflage

Dr. Martina Winkelhofer
Sisi


 

Erzherzog Franz Karl

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Erzherzog Franz Karl; Lithographie 1850 Josef Kriehuber Fotos: @Wikimedia/Commons

„Na Bravo“. (Vilma Degischer/Erzherzogin Sophie)
„Jetzt hast das aber Du gsagt.“ (Erich Nikowitz/Erzherzog Franz Karl)
Das wohl beliebteste Filmzitat der Sissi-Filme.

Wer kennt ihn nicht? Erich Nikowitz als Erzherzog Franz Karl in den Sissi Filmen mit Romy Schneider. Mittlerweile haben wir ja auch schon kurz Magda Schneider und Gustav Knuth in den Rollen der Filme verglichen, jetzt kommt der Vater, Erzherzog Franz Karl, zu Wort.

Niemand von den Filmfiguren ist so derartig unwahr dargestellt worden, wie Erzherzog Franz Karl. Erich Nikowitz hat diesen schrulligen alten Herren, der schlecht hört um seiner herrschsüchtigen Ehefrau zu entkommen, so liebenswert dargestellt, dass man leicht peinlich berührt ist, wenn man merkt, dass Erzherzog Franz Karl einen relativ bedeutungslosen Eindruck hinterlassen hat.

 

 

Stammbaum von Erzherzog Franz Karl, Fotos: @Wikimedia/Commons

 

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Erzherzog Franz Karl in jungen Jahren, 1836, Lithographie Josef Kriehuber, Fotos: @Wikimedia/Commons

Franz Karl wurde am 7.11.1802 als 3ter Sohn von Kaiser Franz Joseph Karl und Prinzessin Maria Theresia Karolina Guiseppina von Neapel und beider Sizilien geboren.

Leider schlug in dieser Linie, die Habsburgerische Heiratspolitik brutal zu. Der Erstgeborene Sohn Ferdinand I. Karl Leopold Joseph Franz Marcellin war geistig äußerst schwach und ging in die Geschichte als Kaiser Ferdinand I. „der Gütige“ ein. Einige seiner Schwestern überlebten das Kindheitsalter nicht. Auch der 4te Sohn starb mit 4 Jahren.

Leider ist über Franz Karl aus seiner Kindheit nichts bekannt, aber da Franz Karl geistesschwach war, konnte er der normalerweise sehr strengen Erziehung der Habsburger nicht so folgen, wie man es sich wohl gewünscht hätte. Ferdinand war dazu noch schwer epileptisch und von geistig noch schwächerem Verstand.

Franz Karl liebte die Natur und ging gern auf die Jagd. Aber vor allem das Theater hatte es ihm angetan. Als er heiratsfähig wurde, wurde Herzogin Sophie Friedericke von Bayern auserkoren, in die er sich angeblich augenblicklich verliebte.

Sophie war ein hübsches junges Mädchen und ihre Familie sehr bedeutend. In ihren Briefen und Tagebuchaufzeichnungen finden sich immer positive Worte zu ihrem Mann und auch wenn sie von den geistigen Schwächen ihres Mannes wusste, stimmte sie der Hochzeit zu.

Am 4. November 1827 fand die Hochzeit mit der schönen bayrischen Prinzessin statt und Franz Karl war in Hochstimmung.

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Stammbaum von Erzherzog Franz Karl und Erzherzogin Sophie, Fotos: @Wikimedia/Commons

 

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Erzherzog Franz Karl, Erzherzogin Sophie mit ihren Kindern: Erzherzog Franz Josef, Erzherzog Ferdinand Max, Erzherzog Karl Ludwig und Erzherzogin Maria Anna Karolina Pia, 1836 Bild: @donaumonarchie.com

In weiterer Folge wurde Franz Karl Vater von 4 Kindern, die überlebt haben. Seine Frau Erzherzogin Sophie erlitt aber leider sehr viele Fehlgeburten, welches unter ihrem eigenen Beitrag erörtert wurde.

Franz Karl selbst blieb als Vater wenig bis gar nicht vorhanden. Er hatte keinerlei Interesse an seinen Kindern und die Kinder nicht an ihm. Wenn er auftauchte, dann war es Respekt, dass die Kinder ihrem Vater entgegenbrachten, aber eine innige Verbundenheit oder tiefe Liebe konnte nie aufgebaut werden.

Er wurde von den vielen Beobachtern, Wegbegleitern oder engen Vertrauten des Hofes nicht unbedingt positiv angesehen.

Lulu Gräfin Thürheim schrieb über ihn: „Es sei schwer zu erraten, womit eigentlich Franz Karl die Anhänglichkeit seiner Frau verdient hätte.“ (1)

Zar Nikolaus I. ging noch härter mit dem Erzherzog ins Gericht, nach dem er ihn 1835 traf: „Dieser junge Mann erweckt den Eindruck, als sei er in seiner Entwicklung stehen geblieben. Dürfte ich ihn als Achtzehnjährigen betrachten, dann hegte ich große Hoffnungen für seine Zukunft, aber es ist zum Verzweifeln, daß er die Dreißig schon passiert hat.“ (2)

11 Jahre später fällt Graf Coronini ein ähnliches Urteil: „Ein en pauvre sire, und miserablen Wichten bei all seier passiven Herzensgüte, wird Gift sein für diese Kinder.“ (3)

Erzherzog Franz Karl liebte den Müßiggang und das Theater. Zweiteres so sehr, dass er schon am Nachmittag Vorstellungen besuchte bzw. sich sogar Vorstellungen mehrmals ansah. Er unterstützte die schönen Künste auch finanziell. Auch lange Spaziergänge im Prater waren seine Tagesbeschäftigung. Oftmals fuhr er allein nach Ischl um zu Jagen und zu Kuren.

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Erzherzogin Sophie und Erzherzog Franz Karl Fotos: @Wikimedia/Commons

Zeit seines Lebens verehrte er seine Frau zutiefst und war ihr in Liebe verbunden. Am Hof allerdings wurde oft getrascht und bösartige Kommentare zum „rauhen“ Ton von Sophie abgegeben. So nach dem Motto: Früher herrschte sein Vater Kaiser Franz ihn an und jetzt seine Frau.

Als Kaiser Ferdinand I. wegen seiner epileptischen Anfälle und immer schwächer werdenden Gesundheit am 2. Dez. 1848 abdankte (er starb allerdings 82jährig in Prag am 29.7.1875), war es Erzherzogin Sophie die ihren Mann Erzherzog Franz Karl bat, die Verzichtserklärung zu unterschreiben. Da Franz Karl nie wirklich politisches Interesse zeigte, aber etwas bessere geistige Fähigkeiten, wie Ferdinand I. besaß, aber dennoch nicht genug, war dieser Schachzug von Erzherzogin Sophie ihr größter politischer Triumpf. Zwar wurde sie selbst nicht Kaiserin, aber zumindest ihr gemeinsamer Sohn Franzi, besser bekannt als Kaiser Franz Joseph.

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Erzherzog Franz Karl im Alter, kolorierter Holzstich, Bild: @AntiquariatPflugmacher

 

 

Das weitere Leben von Erzherzog Franz Karl verlief genauso wie vorher. Ruhig und ohne politischen Eindruck hinterlassen zu haben. Er starb 6 Jahre nach Erzherzogin Sophie am 8. März 1878.

~ Marie ~

 

 

 


Rechtliche Hinweise:
Stammbaum: Marie Festetics
Bildrechte: donaumonarchie, Heeresgeschichtliche Mueum Wien, habsburg.net, Antiquariat Pflugmacher
Textrechte: Marie Festetics, Ingrid Haslinger


Literaturhinweis:
Zitate 1 S – 33, 2-3 – S 34
Ingrid Haslinger
Erzherzogin Sophie – Eine Biografie nach den persönlichen Aufzeichnungen der Muter Kaiser Franz Josephs, Residenz Verlag, 2016, 1. Ausgabe


 

Erzherzogin Maria Anna Karolina Pia von Österreich

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Erzherzogin Maria Anna Karolina Pia, 1837, Lithographie Josef Kriehuber

Kaum jemand weiß, dass Kaiser Franz Joseph eine kleine Schwester hatte. Um sie nicht ganz der Vergessenheit Preis zu geben, erzählen wir hier ihre Geschichte. 

Maria Anna Karolina Pia, von allen nur liebevoll „Ännchen“ genannt, wurde am 27.10.1835 in Wien geboren.

Wäre die kleine Erzherzogin Maria Anna, in Geschichtsbüchern auch Maria Anna Pia oder Anna Pia oder Anna genannt, am Leben geblieben, wäre sie die um 2 Jahre ältere Schwägerin von Kaiserin Elisabeth geworden.

Erzherzogin Sophie (den Beitrag zu ihr, kann hier nachgelesen werden)hatte schon viele Fehlgeburten zu erleiden und hoffte diesmal ganz besonders auf einen kleinen Engel. Der Wunsch ging in Erfüllung.

Das Kind war äußerst liebreizend und wurde von jedem sofort in die Arme genommen. Entgegen der guten Sitten damals und wie schon bei Franz Joseph, Ferdinand Max und Karl Ludwig, stillte Sophie auch das Mädchen selbst. 

 

Ännchen entwickelte sich prächtig. Sie hatte einen ausgesprochenen Lebenswillen und war ein sehr hübsches und quirliges Mädchen. Sophie und alle ihr nahestehenden Personen liebten Ännchen aus vollem Herzen, auch die drei großen Brüder, Erzherzog Franz Joseph, Erzherzog Ferdinand Max und Erzherzog Karl Ludwig waren von ihrer kleinen Schwester begeistert. 

Stammbaum von Maria Anna „Ännchen“ Karoline Pia, Foto: sternenkaiserin.com

Sophie reiste mit der 2jährigen Maria Anna nach Bayern und schrieb glückselig in ihr Tagebuch: „Ännchen hat sehr viel succès hier – man treibt es rasend mit ihr…“ (1)

Königin Karoline, Sophies Mutter Foto: @Wikimedia/Commons

Sophie war glücklich über ihre sehr hübsche Tochter und schrieb an ihre Mutter in Tegernsee: „…dass ich Ihnen Anna jetzt nicht zeigen kann – sie ist liebenswürdiger, viel hübscher als in Tegernsee und so dick, dass Franzi unlängst vor Coudenhove sagte – was mich ganz glücklich machte – sie hätt‘ Auswüchse an der Brust und alle Frauen hätten es so….“  (2) (MF Anmerkung – mit Franzi ist hier Erzherzog Franz Joseph gemeint, dem späteren Kaiser, der zu diesem Zeitpunkt 7 Jahre alt war).

Maria Anna war ein aufgewecktes, fröhliches Kind, das keinerlei Scheu vor fremden Personen hatte.

Doch leider erkrankte Ännchen bald darauf schwer. Sie bekam Krämpfe und Fieber und die Hofärzte waren sich weder einig, noch intelligent genug die Gefahr zu erkennen. Auch hier trat wieder die Habsburgerische Heiratspolitik zu Tage. Epilepsie war eine gängige Erkrankung im Kaiserhaus. Doch die Krämpfe und Fieberanfälle wurden auf das „Zahnen“ zurückgeführt. Wie sehr sich sowohl Sophie, als auch die Ärzte täuschen würden…

Ännchen erholte sich von diesen Krämpfen und entwickelte sich weiter. Bis zu ihrem 4ten Lebensjahr gibt es keine weiteren veröffentlichten Aufzeichnungen.

Im Winter 1838/40 erkrankte Anna nochmals schwer. Die Ärzte waren sich so derartig uneinig über die Behandlung, dass man Anna die wunderschöne Haarpracht abrasierte und ihr Blutegeln anlegten. Das Kind quälte sich mit hohem Fieber und Krämpfen. Eine kleine Besserung war Ende Jänner zu sehen, da Anna aufstehen durfte und sogar ihrer geliebten Mutter zum Geburtstag gratulieren konnte.

Dr. Johann Malfatti, Foto: @Wikimedia/Commons

Doch der Rückfall war verherrend. Vor allem der unfähige Hofarzt Dr. Johann Malfatti (*12.6.1775, †12.9.1859) erkannte weder die Krankheit, noch die Gefahr und behandelte die schweren Fieberschübe mit den üblichen Hausmitteln. Dr. Malfatti stritt sich sogar mit den anderen Ärzten, die alle leider weder Ahnung, noch ihren Stolz hinunterschlucken konnten, um einen Homöopathen hinzuzuziehen.

Sophie wachte Tag und Nacht an dem Bett ihrer kleinen, immer schwächer werdenden Tochter und weinte bittere Tränen, als Ännchen am 5.2.1840 unter furchtbaren Krämpfen den Kampf gegen den Tod verlor.

Sophie war untröstlich. Die vielen Fehlgeburten hatten ihr viele Kräfte geraubt, ihre Gesundheit war angegriffen und der Tod der Tochter sollte sie für immer verändern.

Sophie übergab den Leichnam der kleinen Anna den Kapuzinern, ließ ihn aber – wie für Habsburg üblich – nicht zerstückeln. Nur der Kopf wurde geöffnet und angeblich wurde Wasser darin gefunden. Was auch immer das bedeuten sollte.

Foto: sternenkaiserin.com – Maria José

Erzherzogin Maria Anna Karolina Pia von Österreich wurde in der Kapuzinergruft, Ferdinandsgruft Grab Nr. 11 begraben. Bei der letzten Renovierung wurden die sterblichen Überreste von Maria Anna, gemeinsam mit anderen Kindern, in einem Mauerabteil begraben. Eine gemeinsame Grabplatte erinnert an die toten Kinder. Wer genau liest, wird auch den Namen von Sophie entdecken. Sie war die Tochter von Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Elisabeth. Der Beitrag zu ihr, kann hier nachgelesen werden.

 

~ Marie ~

 


Rechtliche Hinweise:
Bildrechte: Wikimedia/Commons, sternenkaiserin.com
Es konnten keine weiteren Urheberrechte zu den Bildern festgestellt werden. Sollten wir gegen ein Urheberrecht verstoßen haben, bitten wir um Kontaktaufnahme: sternenkaiserin[at]gmx.at
Stammbaum: Marie Festetics 

Textrechte: Marie Festetics, Ingrid Haslinger


Literaturhinweis:

Zitate 1-2 – S. 71
Ingrid Haslinger
Erzherzogin Sophie – Eine Biografie nach den persönlichen Aufzeichnungen der Mutter Kaiser Franz Josephs
Residenz Verlag, 2016, 1. Ausgabe


 

Träume und Gedichte – Jänner 2017


Die Welt so schön
Die Welt so schön und der Himmel so blau,
Und die Lüfte die wehen so lind und so lau,
Und die Blumen winken auf blühender Au,
Und funkeln und glitzern im Morgentau,
Und die Menschen jubeln wohin ich schau…. (…)

Heinrich Heine

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Foto: @Bertl Jost


Rudolf, wo bist du?
Hörst du mich rufen?
Du warst wie ich –
du hast mich gebraucht.
Ich ließ dich im Stich,
um mich zu befrei’n.
Wie kannst du mir je verzeih’n?
Ich hab‘ versagt… Ich trag die Schuld…

Könnt ich nur einmal
dich noch umarmen
und dich beschützen vor dieser Welt!
Doch es ist zu spät.
Sie schließen dich ein.
Beide bleiben wir allein…

Textrechte: Auszug aus dem Song „Rudolf wo bist du“, Elisabeth Musical
Text: Michael Kunze, Musik: Sylvester Levay

 

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Foto: @Privat


Mein lieber Rudolf!
Mit deinem Gebetbuche hast du mir eine große Freude gemacht, und ich küsse die recht herzlich dafür, so wie für deinen lieben Brief. (…)
Gott mit dir mein Herzenskind, ich umarme dich mit Papa und Gizela und küsse dich im Gedanken.
Deine Mama

Textrechte: Auszug aus einem Brief an Rudolf, Briefe und Gedichte aus ihrem Nachlass, Weltbild Verlag

 

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Foto: @Schloss Trauttmannsdorff


Mein lieber Rudolf
(…) um 8 Uhr gehe ich jeden Tag mit der Großmama in die Hauskapelle, wo ein Franziskaner viel schneller die Messe liest wie unsere Sonntagsmesse. Dann frühstücken wir alle bei der Großmama, um die Zeit, wo du sonst zu mir kommst, da denke ich immer an dich, auch abends. (…)
Adieu lieber Rudolf, ich unarme dich, und den Papa, an Gizella habe ich selbst geschrieben, auf Wiedersehen deine dich innigst liebende Mama.

Textrechte: Aus einem Brief aus München, 31. März 1865; Briefe und Gedichte aus ihrem Nachlass, Weltbild Verlag

 

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Foto: @Bertl Jost


„Ich war so stolz und mußte den Kronprinz anschauen! – er sah seine Mutter an, dann zur Braut. Mir war leid, denn zu ihrem Vorteil konnte das nicht sein! aber ich finde, er sieht mehr unterhalten als glücklich aus!“(Bahnhof Brüssel, Kronprinz Rudolf empfängt seine Mutter zur Brautschau.)

Textrechte: Tagebuchaufzeichnung von Marie Festetics, Elisabeth Kaiserin wider Willen, Brigitte Hamann

 

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Foto: @Privat

 


Lieber Papa!

Ich weiß wohl, daß Du jetzt sehr viel zu thun hast. Wo ist jetzt der Onkel Ernst? (….)
Ich schicke Dir mein Gebet, was ich für Dich in der Früh immer bete. (…)
Dein Rudolf

Textrechte: Briefauszug aus Rudolf, Brigitte Hamann

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Foto: @Privat


Ich habe ein förmliches Ultimatum aufgesetzt. Wenn du mich nicht verlieren willst, erfüll es.
Ich möchte selbst über die Erziehung meiner Kinder bestimmen…

Textrechte: Textauszug aus dem Musical Elisabeth
Text: Michael Kunze, Musik: Sylvester Levay

 

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Foto: @Bertl Jost

 


Du ziehst mich an
und lässt mich doch niemals zu dir.
Seh ich dich an,
weicht dein Blick immer aus vor mir.
Wir sind uns fremd
und sind uns zutiefst verwandt.
Ich geb dir Zeichen,
will dich erreichen,
doch zwischen uns steht eine Wand.
Wenn ich dein Spiegel wär,
dann würdest du dich in mir sehn.
Dann fiel`s dir nicht so schwer,
was ich nicht sage, zu verstehn.

Textrechte: Auszug aus dem Song  „Wenn ich dein Spiegel wär“, Musical Elisabeth
Text: Michael Kunze, Musik: Sylvester Levay

 
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Foto: @Bertl Jost

 


 
Mein lieber Rudolph
Ich habe ja gehört, du warst ja ganz bös, dass ich dir nicht auch geschrieben habe.
Ich habe gedacht, du wärest zu klein, um das zu verstehen, aber du bist ja jetzt auch schon ganz vernünftig, ich werde dir recht viele, schöne Spielsachen mitbringen.
Es küsst dich innigst und von ganzen Herzen, mein liebes Bubi
Deine Mama
 
Ein Brief an den kleinen Kronprinzen, vermutlich verfasst auf Korfu 1861

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Foto: @Bertl Jost

 

 


Märchen sind so wunderschön weil die Kinder sie verstehen
Und der Prinz am Ende doch, den bösen Drachen stets besiegt…

Si les contes sont merveilleux,
c’est parce que les enfants les comprennent.
Et le prince , à la fin, vainc toujours les méchants dragons…

Wer den Regenbogen fand
der am hohen Himmel stand
der allein weiss wo der schönste
Schatz der Welt begraben liegt…

Celui qui trouva l’arc en ciel,
Qui atteignit le ciel,
Celui-ci seul sait où
Est enterré le plus beau trésor du monde…

(Jo)Achim Relin 1965

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Foto: @Bertl Jost


Sie hielten mich an Drähten fest,
als Puppe die man tanzen lässt,
doch ich werd‘ keine Marionette sein.
Wenn ich tanzen will, dann tanz ich so wie’s mir gefällt.
Ich allein bestimm‘ die Stunde, ich allein wähl die Musik.
Wenn ich tanzen will, dann tanze ich auf meine ganz besondre Art,
am Rand des Abgrunds, oder nur in deinem Blick.

Textrecht: Auszug aus dem Song: „Wenn ich tanzen will“ aus dem Musical Elisabeth
Musik: Silvester Levay, Text: Michael Kunze

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Foto: @Bertl Jost


Wird mir die Welt zu bitter,
Die Menschen zu fatal,
So schwing‘ ich mich aufs Flügelross
Und mach‘ mich von der Erde los;
Ich flieh‘ die bösen Zwitter
Und die Canaillen all‘.

Ich lass sie wütig kläffen
Und giftig nach mir spei’n;
Ich wieg‘ mich oben hoch im Blau,
Kaum, dass ich noch die Erde schau,
Kein Schmutzpfeil wird mich treffen;
Die Luft ist hier zu rein.

Textrecht: Gedichtauszug aus Elisabeth von Österreich – Das Poetische Tagebuch, Brigitte Hamann

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Foto: @Privat

 


It’s the heart, afraid of breaking,
That never learns to dance
It’s the dream, afraid of waking,
That never takes a chance
It’s the one who won’t be taken,
Who cannot seem to give
And the soul, afraid of dyin‘,
That never learns to live.

Textrecht: Auszug aus dem Song „The Rose“ – Bette Middler

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Foto: @Bertl Jost


Blüht nicht zu früh, ach blüht erst, wenn ich komme,
dann sprüht erst euer Meer und euren Schaum,
Mandeln, Forsythien, unzerspaltene Sonne –
dem Tal den Schimmer und dem Ich den Traum.

Ich, kaum verzweigt, im Tiefen unverbunden,
Ich, ohne Wesen, doch auch ohne Schein,
meistens im Überfall von Trauerstunden,
es hat schon seinen Namen überwunden,
nur manchmal fällt er ihm noch flüchtig ein.

Gottfried Benn (Brief nach Meran)

 

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Foto: @die Gärten von Trauttmannsdorff

 


Märchen schreibt die Zeit,
es ist ein altes Lied,
bittersüß verwirrt,
einseh’n, daß man irrt,
und auch mal vergibt.
Textrechte: Auszug aus dem Song „Märchen schreibt die Zeit“ Musical „Die Schöne und das Biest“
Musik: Tim Rice, Howard Ashman
 
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Foto: @Dagmar Esser

 
 

Wildverwachsne, dunkle Fichten,
Leise klagt die Quelle fort;
Herz, das ist der rechte Ort
Für dein schmerzliches Verzichten!

Grauer Vogel in den Zweigen!
Einsam deine Klage singt,
Und auf deine Frage bringt
Antwort nicht des Waldes Schweigen.
Nikolaus Lenau
Auszug aus dem Gedicht „Einsamkeit“
 
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Foto: @Artgraphy by Toby

 

Verschneit liegt rings die ganze Welt,
Ich hab nichts, was mich freuet,
Verlassen steht ein Baum im Feld,
Hat längst sein Laub verstreuet.
Der Wind nur geht bei stiller Nacht

und rüttelt an dem Baume,
Da rührt er seine Wipfel sacht
Und redet wie im Traume.
Er träumt von künftger Frühlingszeit,
Von Grün und Quellenrauschen.
 
Joseph Freiherr von Eichendorff
 
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Foto: @Artgraphy by Toby


Die Kaiserin stand in einem blauen Kleid (…..) , eine große Dogge neben ihr….
Sie war so schön, daß ich das Gefühl hatte, eine Fee stünde vor mir.“

Textrecht: Auszug aus dem Tagebuch der Gräfin Marie Festetics
Autoren: Gudula Walterskirchen, Beatrix Meyer

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Foto: @Privat

 


Da kamen viele gute Feen und legten ihr eine schöne Gabe in die Wiege, Schönheit, Lieblichkeit, Anmut, Vornehmheit, Einfachheit, Güte, Edelmut, Geist, Witz, Schalkhaftigkeit, Scharfsinn, und Klugheit.
Da aber kam die böse Fee und sagte: „ Alles hat man dir gegeben, wie ich sehe, alles. Ich aber will diese Eigenschaften gegen dich selbst kehren und keine Freude soll dir daraus erblühen. Ich gebe dir nichts.
Ich nehme dir aber ein hohes Gut, das wenig beachtet ist, aber ach , so nötig um das Gleichgewicht der Seele zu erhalten, um in Harmonie des Herzens glücklich zu sein, und dem Gemüte Frieden zu geben. Ich nehme dir, was der Mensch unbewusst in sich trägt, das Maßhalten in deinem Tun, Treiben, Denken und Empfinden.

Nichts soll dir zur Freude werden, alles sich gegen dich kehren, selbst deine Schönheit dir nur Leid schaffen.
Dein hoher Geist soll so tief in die Dinge dringen, bis er dich auf Irrwege bringt und du die Menschen verachtest, so wirst du den Glauben an Güte und Liebe und das Vertrauen in die Besten verlieren und gerade dort geben, wo es dann missbraucht wird.
So wirst du deine Seele mit Widerwillen und Bitterkeit erfüllen, bis du deinen Frieden nicht mehr finden kannst!“

Textrecht: Sisi

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Foto: @Bertl Jost

 


Natürlich kann man ohne Hund leben,
es lohnt sich nur nicht.
Es gibt wohl kaum einen treuern Freund, als einen Hund!

Heinz Rühmann

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Foto: @Artgraphy by Toby

 


 
Und will ich die Sterne, dann finde ich selbst dorthin.
Ich wachse und lerne und bleibe doch wie ich bin.
Ich wehr mich, bevor ich mich verlier!
Denn ich gehör nur mir.

Ich will nicht mit Fragen und Wünschen belastet sein,
vom Saum bis zum Kragen von Blicken betastet sein.
Ich flieh‘, wenn ich fremde Augen spür‘.
Denn ich gehör nur mir.“
 
Textrecht: Songauszug „Ich gehör nur mir“ aus dem Musical Elisabeth
Text: Michael Kunze, Musik: Sylvester Levay
 
 
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Foto: @Privat