Archiv | Januar 2017

Herzog Max „in“ Bayern und Ludovika Prinzessin „von“ Bayern. Wo war der Unterschied?

Das kleine Wörtchen „in“ und „von“ Bayern, bereitet vielen Menschen immer wieder Kopfzerbrechen. Wo war der Unterschied?

Ich habe mich bemüht, ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen: 

Wer sich mit Kaiserin Elisabeth beschäftigt, wird immer wieder die Bezeichnung „in“ Bayern und „von“ Bayern lesen. Und in den meisten Büchern ist das nicht ausreichend – oder nur in einem Nebensatz – erklärt.

Pfalzgraf Johann Karl Birkenfeld-Gelnhausen  Foto:Wikimedia/Commons

Sophie Amalie Pfalz-Zweibrücken, Foto: Wikimedia/Commons

Esther-Maria von Witzleben Foto: Wikimedia/Commons

Begonnen hat alles mit Pfalzgraf Johann Karl von Birkenfeld-Gelnhausen (*17.10.1638, †21.2.1704) welcher im Jahr 1685 Sophie Amalie von Pfalz-Zweibrücken (15.12.1646, †20.11.1695) ehelichte. Nach deren Tod im Jahr 1695, schloss Johann Karl die morganatische Ehe (die Ehe war nicht standesgemäß; Erben hatten keinen Anspruch) mit Esther-Maria von Witzleben (*28.7.1665, †1725).

Mit seinem Bruder Christian schloss er darauf hin einen Vertrag, um die Erbfolge zu bestimmen. Johann versuchte allerdings seine Ehefrau als Reichsgräfin zu erheben und den Vertrag mit Bruder Christian für nichtig erklären zu lassen, welches aber durch Johanns frühen Tod scheiterte. Johann und Esther bekamen 5 Kinder. Esther klagte beim Reichshofrat und wollte die Anerkennung die ihr und ihren Kindern zustehen würde zu erreichen. 1715 wurde darauf hin die Erblinie „in“ Bayern gegründet.

 

Wilhelm in Bayern, Foto: Wikimedia/Commons

Maria Anna Pfalzgräfin von Birkenfeld-Zweibrücken Foto: genee.org

Aus dem zweiten Sohn dieser Ehe, ging Johann von Pfalz-Gelnhausen (*24.5.1698, †10.2.1780 ) hervor. Im Jahr 1743 ehelichte dieser Sophie Charlotte von Salm-Daum (*1719,†1770). Das Paar hatte 8 Kinder. 

König Maximilian I von Bayern, Foto: Wikimedia/Commons

 

Das vierte Kind aus dieser Verbindung war Wilhelm in Bayern  (*10.11.1752, †8.1.1837). Wilhem war der einzig lebende Verwandte des späteren Kurfürst und König Maximilian I. (*27.5.1756, †13.10.1825), weshalb die beiden den „Ansbacher Hausvertrag“ abschlossen. Dieser beinhaltete die Einhalt und Unteilbarkeit der Länder der Wittelsbacher. Am 16.2.1799 wurde ihm von Max I. der Titel „Herzog in Bayern“ verliehen. 1803 bekam Wilhem das Herzogtum Berg und wurde Statthalter. 

 

 

 

 

Pius August Herzog in Bayern, Foto: Wikimedia/Commons

Amalie Luise von Arenberg, Foto: Wikimedia/Commons

Wilhelm ehelichte Maria Anna Pfalzgräfin von Birkenfeld-Zweibrücken (*18.7.1753, †4.2.1827) und bekam mit ihr 4 Kinder. Das dritte Kind aus dieser Verbindung, war niemand geringer als Pius August Herzog in Bayern (*1.8.1768, †3.8.1837).

Pius ehelichte Amalie Luise von Arenberg (*10.4.1789, †4.4.1823). Das Paar bekam nur ein Kind und dieser war niemand geringer als Maximilian Joseph Herzog in Bayern (*4.12.1808, †15.11.1888). Der Beitrag zu Max kann hier nachgelesen werden.

Max heiratete die Tochter von König Maximilian I., Ludovika Prinzessin von Bayern (*30.8.1808, †25.1.1892). Diese beiden bekamen 10 Kinder. Darunter die berühmten Namen wie Kaiserin Elisabeth, Königin Marie von Neapel, Gräfin Mathilde von Trani, Helene von Thurn und Taxis, Carl Theodor in Bayern und Sophie Charlotte Herzogin d’Alencon. Pius August und Amalie Luise waren somit die Großeltern der soeben Genannten. 

 

Herzog Max in Bayern, Foto: Wikimedia/Commons

Ludovika war die Tochter des Königs Maximilian I. und somit eine „von“ Bayern. Durch ihre Hochzeit wurde sie in eine „in“ Bayern degradiert, was ihr Zeit ihres Lebens schwer zu schaffen machte. Sie konnte weder mit ihrem Gatten Max etwas anfangen, noch er mit ihr. Auch der unbeliebte Titel „in Bayern“, war ihr verhasst. Der Beitrag von Ludovika kann hier nachgelesen werden.

Die Linie „in“ Bayern, auch Links genealogische Linie genannt, hatte kein Recht auf die Thronfolge und wurde nicht mit königlicher Hoheit angesprochen. Lediglich „Hoheit“ oder „Herzog/in“ war der Titel dieser Linie. Somit ist der ewige Mythos einer „Prinzessin Elisabeth“ ebenso falsch. Kaiserin Elisabeth und ihre Geschwister waren als Kinder niemals „Prinzessin“ oder „Prinz“. Die Filme, Bücher und Zeichentrickserien machen sich hier also an einen Titel heran, der Herzogin Elisabeth niemals zustand. Auch im berühmten Film Sissi mit Romy Schneider, wird sie als „Prinzessin Elisabeth in Bayern“ tituliert. Der richtige Titel von Elisabeth als Kind war: Herzogin in Bayern, Hoheit oder ab 1845 „königliche Hoheit“. 

 

Herzogin Elisabeth in Bayern (als ca 14jährige) Foto:: sternenkaiserin.com – Marie

Jahrelang wurde die Linie „in“ Bayern von dem verwandten Adel „von“ Bayern als minder betrachtet.

Erst König Ludwig I. (*25.8.1786, †29.2.1868) von Bayern änderte dies in Herzog Max Leben.

König Ludwig I., Foto: Wikimedia/Commons

König Ludwig I. war selbst kein großer Freund der Linie „in“ Bayern, allerdings ein gut und gern gesehener Gast in Possenhofen. Ludwig und Ludovika waren Halbgeschwister (König Max war ihr beider Vater), somit war er Max Schwager.

Man mag sich den Ausdruck des Neides nicht verkneifen, denn Max lebte sicherlich das freiere und ungezwungenere Leben, als Ludwig I. es je konnte. Der Skandal um Lola Montez, kostete Ludwig den Thron, aber Max wurde wegen seiner zahlreichen außerehelichen Kinder und Gspusis nie belangt.

Dass deshalb Ludwig I. trotzdem oder gerade deswegen Herzog Max, nach der Thronübernahme zum Oberstinhabers des 3. Cheveaulegers-Regiments machte, zeigte, dass er dem Herzog Max ein bisschen Hofleben einimpfen wollte.

Doch auch hier zeigte Max wieder einmal seinen außergewöhnlichen Humor: Er ließ Sonntag Mittag das Regiment zur Inspektion vor dem Herzog-Max-Palais in der Ludwigstraße aufmarschieren. Dadurch fühlten sich die Anrainer und Kirchenväter dieser Straße sehr gestört. Als die Beschwerden beim König eintrafen, wollte Max seinen Dienst quittieren, doch das ließ dieser nicht zu. Und so verlieh er dem Schwager 1845 den Titel „königliche Hoheit“ und erhob diese in den Adelsstand. Dies galt (gilt noch immer) von nun auch für alle Nachkommen der Linie „in“ Bayern. 

Leider kam dies für Sisi zu spät. Aufgrund ihrer „minderen“ Herkunft, wurde sie Zeit ihres Lebens am Wiener Hof verspottet. 

~ Marie ~

 


Rechtliche Hinweise:
Textrechte: Marie 
Bildrechte: Wikimedia/Commons, genee.org, sternenkaiserin.com – Marie 


 

Kaisertage in Mödling

Im August letzten Jahres erhielten der Kaiser und ich eine Einladung der Stadt Mödling und  der MÖDLINGER TRADITIONS-MOBILISTEN zur Regimentsweihnachtsfeier zu kommen. Im September wurde kurzerhand aus der Weihnachtsfeier ein Hofball, und aus der nachmittäglichen Kutschenfahrt ein 3 Tages Programm und eine Einladung für meinen gesamten Hofstaat.

  • Laxenburg
  • Mayerling
  • Heiligenkreuz
  • der Husarentempel

Wer mich kennt, kennt auch meine Vorliebe für oftmaligen Kleiderwechsel und somit stand ich vor der Herausforderung eine gesamte Winterkollektion in 2 Monaten zu 16195555_1275893612470934_184215218456329533_nentwerfen und zu nähen. Eigentlich bin ich es gewohnt mich mit Hitze, oder Regen herum zu schlagen, denn die meisten Veranstaltungen an denen ich teilnehme sind im Sommer, mit Minus Temperaturen, Eis und Schneegestöber hatte ich noch keinerlei Erfahrung.

Nun aber brauchte ich Kleider für 3 Tage, die Winterfest waren. Und wie auch heute, hatte man natürlich auch damals nicht nur ein Kleid an.

Es fehlte also hinten und vorne. Angefangen von warmer historischer Unterwäsche, Schnürschuhen mit Wollfutter, Handschuhen, Muffs, Cape`s, passenden Hüte war mehr oder weniger nichts da, dass ich hätte im Winter tragen können.

Wie viel Arbeit es war, diese Ausstattung in knappen 2 Monaten zu fertigen, könnt ihr Euch selber vorstellen. Meine Kleider sind, wir ihr wisst, selbst genäht und meist findet man nur „hin und wieder“ eine Vorlage dazu. Ich nähe grundsätzlich aber immer nur die Kleider der Kaiserin oder von Romy Schneider aus den Sissi-Filmen.


 

Wir reisten am 8. Dezember aus allen Himmelsrichtungen an. Der erste Tag begann, dass wir erstmals damit beschäftigt waren die Autos zu entladen. Nachdem wir alles so gut es ging verstaut hatten, und wer schon einmal 9 historische Kleider samt Zubehör in einem Hotelzimmer hatte, weiß wovon ich rede, machten wir uns fertig für unseren ersten Ausflug.

Donnerstag

Schloss Laxenburg

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Es wurde uns von der Stadt Laxenburg gestattet Fotoaufnahmen im alten Schloss zu machen, wir gingen in die Kaiserloge des ehemaligen Theaters, und spazierten durch den Park.

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Der Besuch in der Kaiserloge kam so unerwartet, dass wir natürlich keine Abendkleidung dabei hatten. Den Ausblick von dort oben, haben wir dennoch genossen. Und wer ganz still war, konnte vielleicht sogar ein paar leise Geigenklänge aus längst vergangenen Zeiten hören…

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Das Schloss selbst ist völlig leer, man kann allerdings immer noch die wunderschönen Parkettböden, die Stuckdecken und die alten Öfen bewundern.

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Das Wetter war anfangs besser als erwartet, und so beschloss ich kurzerhand durch den Schlosspark zu laufen. Wie üblich, keuchte der Hofstaat hinterher.

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Ihr könnt Euch denken, dass man dafür warm angezogen sein muss. So  trug ich ein Kleid aus schwerem grünen Samt, dazu ein Fuchspelzcape samt passenden Muff mit einem Gesamtgewicht von ca 15 kg!

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Na, erkennt Ihr dieses Kleid?

Romy Schneider trug es, als sie Graf Andrássy empfing.

 

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Der Kaiser kam uns auf halben Weg, im Park mit seinem Gefolge entgegen, und so setzten wir das letzte Stück gemeinsam fort.

16195666_1275893899137572_935301695687491031_nAm frühen Abend besuchten wir den Adventmarkt am Schlosshof und wurden von der Bevölkerung freudig begrüßt. Der Bürgermeister der Stadt lud uns zum gemeinsamen Abendessen ein und wir verbrachten einen lustigen ersten Abend im Laxenburgerhof.


Freitag

Husarentempel

Am Freitag bekamen wir durch Genehmigung der Stadt Mödling, die Möglichkeit zum Husarentempel zu fahren.

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Wer es vielleicht nicht weiß, Kronprinz Rudolf hielt sich dort häufig auf und versuchte ein Jahr zuvor dort einen Selbstmordversuch mit Mizzi Kasper, der zum Glück scheiterte. Mizzi wohnte zu dieser Zeit in Mödling.

Von der kleinen Anhöhe aus hat man eine wunderschöne Aussicht auf die Stadt.

Das Programm für diesen Tag war eine Kranzniederlegung an der Krypta.16142362_1275894879137474_5006810581010441498_n

16142880_1275894689137493_5877600126444224590_nSomit war klar, ein dunkles Kleid zu wählen. Ein dunkelgraues Kleid mit einfacher Schleppe, ein silbernes Pelzcape und der Mode entsprechend passendem Muff. Ein Kleid das aus der Zeit nach Rudolfs Tod stammte, denn für mich wird dieser Ort, den die Kaiserin nach dem Tod ihres Sohnes häufig aufsuchte, für immer mit ihm verbunden bleiben.

Nun möchte ich folgendes dazu sagen, auch wenn ich privat niemals echten Pelz tragen würde, so wäre es einfach historisch unpassend Kunstpelz zu verwenden. Auf Grund dessen fragte ich die liebe Verwandtschaft, stöberte auf Flohmärkten und fand dann wirklich 3 uralte Pelzmäntel.

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Als erstes einmal fragte ich mich, kann man sowas waschen? Nicht wirklich, also hing das ganze Zeug erstmals tagelang ihm Freien um den Duft der Mottenkugeln loszuwerden. Nebelige Herbsttage eignen sich übrigens hervorragend dafür. Danach zerlegte ich die guten Stücke mit Schere und Skalpell um daraus die passenden Schnittteile zu bekommen. Soweit so gut, aber wie näht man so etwas? Das werde ich Euch einmal extra erklären, da gibts ein paar gute Tricks, und schon wurde aus 50 Jahre alten Jacken, die sonst irgendwann im Müll gelandet wären, wärmende Kleidung der Kaiserin.

 


 

Am Abend erwartete uns der Bürgermeister von Mödling, Hans Hinter mit seiner reizenden Karin zum Abendessen.

Was trug man nun am Abend? Dem Anlass entsprechend natürlich kein Ballkleid, und doch wäre ein gewöhnliches Tageskleid zu schlicht gewesen. Und schon sind wir beim nächsten Kleid:

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Ein Dinnerkleid aus blaugrauer Seide mit Samt und Spitze besetzt, ein passendes Jäckchen und da ich nun wieder in die Zeit der Krinolinen wechselte, die ja meine persönliche Lieblingsmode ist, brauchte ich dazu ein langes Samtcape.

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Wie immer wenn die bayrische Verwandtschaft versammelt ist, wurde auch daraus ein lustiger Abend mit Mamili und meiner Néné, die extra aus München samt meinem Lieblingsschwager anreiste, um für den großen Ball am Samstag an meiner Seite zu sein.

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Nach einem langen und doch recht kalten Tag, fielen wir alle halbtot in die Betten.


SAMSTAG

Mayerling, Heiligenkreuz, Dragonerritt & Hofball

Der Samstag begann früh, Haare flechten, Schminken und anziehen, all das dauert meist so an die 2 1/2 Stunden. Von drei Kutschen abgeholt, starteten wir eine Fahrt durch die Altstadt, und nahmen an einer weiteren Messe in der Stadtpfarrkirche teil.

Da ich davon ausging, dass es in der offenen Kutsche noch kälter sein würde, entschied ich mich für einen schwarzen, pelzbesetzten Samtmantel und darunter ein Kleid aus schwarzem Samt. Das Gewicht davon überlasse ich Eurer Fantasie.

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Bis wir wieder zurück im Zimmer waren, war die Zeit so knapp, dass ich ohne die Hilfe meiner beiden guten Seelen Tami und Angela niemals rechtzeitig ins Trauerkleid gekommen wäre.


 

Kaum umgezogen saßen wir auch schon in den Bussen, die uns zum Friedhof von Heiligenkreuz brachten. Mit Erlaubnis des Stifts Heiligenkreuz machten wir auch am Grab von Mary Vetsera ein paar Bilder.

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Wir hielten eine kurze Andacht und zündeten eine Kerze an, so wie es Kaiserin Elisabeth nach dem Vorfall in Mayerling tat.


 

Im Leben der Kaiserin gab es viele Schicksalsschläge, einer davon, von dem sie sich wohl nie wieder erholte, war der Tod ihres Sohnes, deswegen entschied ich mich, nach Absprache mit meinem Hofstaat, dass wir alle in Hoftrauer in Mayerling erscheinen sollten.

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Das bedeutet, dass die gesamte Kleidung bis hin zum Schmuck tiefschwarz zu sein hat.

Ein Tournürenkleid mit langer, schwarzer Schleppe aus Duiponseide und Samt. Dazu passend ein Samtcape mit einem originalem Hut von 1890, einem ebenso alten Trauerschleier und einem schwarzen Pelzmuff aus demselben Jahr.

Da die Nonnen des heutigen Kloster ein Schweigegelübde abgelegt haben, wurden wir von einer älteren Dame empfangen und bekamen die Erlaubnis den ehemaligen Teepavillion des Kronprinzen zu besuchen. Wir gingen  über einen kleinen Weg aufwärts zur jetzigen Kapelle.

Die Schwestern die uns anlässlich meines Besuches zu einer Andacht einluden, erschienen hinter dem Gitter und ein Priester des Stift Heiligenkreuz zelebrierte die wohl einzigartigste Messe meines Lebens.

An der Seite des Kaisers kniete ich direkt vor dem Altar und lauschte Gedankenversunken der Andacht.

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Es folgte eine Besichtigung der jetzigen Ausstellung im Karmel Mayerling, die Ehrwürdige Mutter Priorin Regina verabschiedete uns persönlich und schon hieß es schnell, schnell wieder zurück, denn der nächste Programmpunkt stand bereits an.


 

Zurück im Zimmer hieß es raus aus dem Trauerkleid und rein in eines das wieder kutschentauglich war, obwohl die Stimmung ein wenig befangen war, auf Grund der Eindrücke, waren wir in absoluter Rekordzeit umgezogen, um wieder in die Kutsche zu steigen und am Adventritt der Dragoner teilzunehmen.

An diesem Kleid ist das besondere die typische Verziehrung der Ärmel, sowie die Posamentrie der Verschnürung, als Zeichen der Verbundenheit der Kaiserin zu ihren Ungarn! Denn wie schon am Vormittag wurden die Kutschen wieder von Husaren eskortiert.

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Und dann war es weit, zurück ins Zimmer, raus aus dem Winterkleid und fertig machen für den Ball.

Habt ihr je ein Korsett getragen? Dann könnt ihr (nicht) erahnen, wie es ist, es solches ohne Unterbrechung von morgens bis nach Mitternacht zu tragen.

Eines der vielen Dinge, die mich mit der Kaiserin verbinden, ist der Anspruch auf Perfektion, so kam meine liebe Ida wieder einmal zum Einsatz um nachzuschnüren und die gewünschte Taille zu erreichen.

Die Haare mussten von einer Frisur die unter einen Hut passte, neu geflochten und zur Ballfrisur gesteckt werden.

Ich stand mitten im Raum um geschnürt, geschminkt und frisiert zu werden, um dann zum Höhepunkt der letzten Tage zu kommen.

 

DEM BALLKLEID

 

Ein vielleicht für Euch unbekanntes Kleid, doch für mich war es eine Hommage an die Ungarn.

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Dieses Kleid war im Original ein Geschenk von Erzherzogin Sophie, angelehnt an die ungarische Volkstracht, erschien Kaiserin Elisabeth damit beim ersten Empfang der ungarischen Delegation.

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In einem Kleid aus dunkelblauem Samt und altrosa Seide, Tüllspitze, Perlen und der für Ungarn typisch bestickten Schürze erschien ich am Ball.

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Die anwesenden Husaren, die eigens aus Sopron angereist waren huldigten ihrer Königin, und der Herr Schwager unterhielt die anwesenden Damen.

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Nach einer durchtanzten Nacht und fast 20 Stunden „im Geschirr“ wie Elisabeth es nannte, war ich wahrlich am Ende.

 

Abschließend bleibt nur noch eines, wie mein „Gemahl“ sagen würde:

„Es war sehr schön, es hat uns sehr gefreut“

 

*Sisi*


Rechtliche Hinweise:
Bildrechte: Sisi, Christine Kupec
Textrechte: Sisi
Fotos mit ausdrücklicher Genehmigung und großem Dank an Stift Heiligenkreuz und Karmel Mayerling.


 

 

 

 

 

 

Herzogin Ludovika Wilhelmine in Bayern

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Herzogin Ludovika Foto: Wikimedia/Commons

Wer die „Sissi“ Filme kennt, wird natürlich auch Herzogin Ludovika, dargestellt von Magda Schneider (Mutter von Romy Schneider) verehren. Die gütige liebende Mutter, die ihrer Tochter Sissi versucht beizustehen, als sich der Kaiser für die „Lisl von Possenhofen“ entscheidet.

In vielerlei Hinsicht haben die Filme sogar Recht. Ludovika war eine liebende Mutter, allerdings auch hier gibt es zur Darstellung von Magda Schneider relativ wenig Bezug zur realen Person Ludovika Wilhelmine, die aber in die Geschichte nur als Herzogin Ludovika eingehen sollte.

Ihr Vater König Maximilian I. Maria Michael Johann Baptist Franz de Paula Joseph Kaspar Ignatius Nepomuk, bekannt als König Max(imilian) I. Joseph (*27.5.1756, †13.10.1825) ehelichte am 30.9.1785 Prinzessin Auguste Wilhelmine (*14.4.1765, †30.3.1796). Mit ihr bekam er 5 Kinder.

Durch politische Unruhen durchs Land getrieben und geschwächt durch die Geburten, starb Auguste Wilhelmine schließlich in Rohrbach 31jährig am 30.3.1796 an Lungentuberkulose.

Max der Verzweiflung nahe, da er nicht nur mit 4 Kindern alleine dastand, sondern auch um seine geliebte Frau trauerte, lernte im Exil in Ansbach Prinzessin Karoline von Baden (*13.7.1776, †13.11.1841) kennen und lieben.

 

Stammbaum von König Maximilian I und Prinzessin Auguste Wilhelmine, Fotos: Wikimedia/Commons

 

König Max Joseph I, Foto: Wikimedia/Commons

Max war bereits 41 Jahre alt, als er die junge Prinzessin kennenlernte. Er bat deren Mutter Amalie von Hessen-Darmstadt (*20.6.1754, †21.7.1832) in einem rührenden Brief und die Hand der Tochter. Karoline war anfangs nicht sehr begeistert, stimmte einer Hochzeit – wohl weil die Mutter sie überredet hatte – zu. Sie war erst 21 Jahre alt, als sie am 9.3.1797 die Ehe mit Max einging. Karoline und Max bekamen 8 Kinder, wovon 2 Zwillingspärchen waren. Die Ehe galt als ausgesprochen glücklich und liebenswert. 

Ludovikas Halbgeschwister wurden zum Teil sehr berühmte Menschen; u.a. wurde der Erstgeborene (üchHalb)Bruder Ludwig I. von Bayern, König von Bayern, der mit der unleidlichen Affäre mit Lola Montez in die Annalen der Geschichtsber einging. Aber das ist eine ganz andere Geschichte.

Stammbaum von Herzogin Ludovika, Fotos: @Wikimedia/Commons

Königin Karoline Foto: Wikimedia/Commons

Luise (Ludovika), Sophie und Maria Anna, Foto: Wikimedia/Commons 

Ludovika wurde am 30.8.1808 auf Schloss Nymphenburg geboren. Ihre älteren Geschwister waren die Zwillinge Elisabeth und Amalie Auguste und die Zwillinge Maria Anna und Sophie Friedericke. Auch hier werden die Geschwister Berühmtheiten; allerdings ist Sophie Friederike sicherlich die Berühmteste. Sie wurde Erzherzogin Sophie – die Mutter von Kaiser Franz Joseph. Nach Ludovika erblickte nur noch Nesthäkchen Maximiliane Josepha (*21.7.1810, †4.2.1821) das Licht der Welt. Die beiden Brüder überleben das Kindheitsalter leider nicht. Der erste Sohn stirbt gleich bei der Geburt, Maximilian stirbt mit 3 Jahren.

 

 

Schloss Nymphenburg in München, Foto: samot/shutterstock.com

Ludovika wuchs in Schloss Nymphenburg sehr liebevoll auf. Ihre Eltern waren fürsorglich, die sich gut um die Kinderschar kümmerte. Ein seltenes Familienidyll in jener Zeit – vor allem für Königshäuser.

Königin Karoline wurde Zeit ihres Lebens von ihren Kindern sehr verehrt und geliebt. Wie sehr die Eltern vergöttert wurden, bezeugen Liebesbriefe der Kinder an die Eltern, die in Wien am Wiener Kongress (1814/15) ihre Pflicht taten. 8 Monate waren sie von zu Hause weg. Die 9jährige Sophie schrieb verzweifelt: „Es ist derzeit ein wenig zu heftig, schon seit zwei Monaten habe ich nicht die Freude gehabt, Sie zu sehen und zu umarmen. Das trifft mich so sehr, dass ich heiße Tränen vergießen könnte. Sagen Sie den Kaisern und Königen aber, dass sie sich ein wenig beeilen, ihre Angelegenheiten zu Ende zu bringen, um den armen Waisenmädchen ihre Eltern zurückzugeben, die ihren kleinen Herzen so teuer sind.“ (1)

Die Kinder hatten lustige Kosenamen für sich – vor allem Sophie wurde damit reich beschenkt: Fefe, Pipi, Pifi, Bibi, Fifi, Soph oder Sinpilfer, Ludovika wurde zu „Louise“ und Nesthäkchen Maximiliane Josepha wurde von allen nur „Ni“ gerufen. 

Die Innschrift des Grabreliefs von Prinzessin Maximiliane Josepha Caroline von Bayern: „Innigst geliebt und heftigst beweint“ Foto: Wikimedia/Commons

Die kleine Ni war generell der erklärte Liebling der Familie, aber am meisten von ihrer Mutter. Während Max seine Kinder Sophie und Anna Maria am meisten liebte. Ni war Zeit ihres Lebens immer kränklich gewesen. Als sie aber am 4.2.1821 im 11ten Lebensjahr an Schleimfieber verstarb, brach für die Familie eine Welt zusammen. Karoline trauerte lange und tief. Auch die Kinderschar musste diesen Verlust erst verarbeiten. Sophie nagte Zeit ihres Lebens am Verlust ihrer Schwester. Wie tief der Schock über den viel zu frühen Tod gewesen sein muss, zeigt das Grabrelief der kleinen Ni.

Trotz allem mussten Ludovika und ihre Geschwister schon sehr früh (ab dem 4. Lebensjahr) am Hofleben teilnehmen; sie mussten das Hofzeremoniell lernen, ins Theater gehen und Pflichten des höfischen Lebens erlernen.

Sie wurde in Französisch (Hofsprache), Deutsch, Literatur, Geschichte und Geographie unterrichtet. Die Kinder durften im Schlossgarten toben und auch allerlei Streiche oder Unsinn machen. Die Liebe zur Freiheit und Ungezwungenheit war es, welche Ludovika auch ihren Kindern weitergeben sollte. Aber ich greife vor.

König Michael I. von Portugal „Dom Miguel“, Foto: geneall.net

Ludovika verliebte sich in Miguel Maria do Patrocínio João Carlos Francisco de Assis Xavier de Paula Pedro de Alcântara António Rafael Gabriel Joaquim José Gonzaga Evaristo de Bragança e Bourbon, kurz Dom Miguel (*26.10.1802, †14.11.1866), der aber von ihren Eltern abgelehnt wurde. Den Schmerz über dieses Verbot, vergaß sie nie.

St. Quirinus, Tegernsee Foto: Christian Sepp

Ludovika wurde gegen ihren Willen mit dem sehr lebhaften Herzog Max in Bayern verlobt. Angeblich war er Prinzessin Maximiliane Josepha versprochen, als diese aber starb, rückte Ludovika nach. Ob dies der Wahrheit entspricht, ist sehr schwer zu glauben. Viel glaubwürdiger ist die Tatsache, dass „eine“ Königstochter geheiratet werden sollte, welche war dabei wohl eher nebensächlich. Wie auch immer. Auf alle Fälle gab es kein Wehklagen und kein Zetern: am 9.9.1828 wurde in der Schlosskapelle St. Quirinus der Bund der Ehe geschlossen.

Max entstammte aus der Linie „in“ Bayern (Beitrag kann hier nachgelesen werden), weshalb Ludovika zur Herzogin „in“ Bayern degradiert wurde. Dieser Titel war ihr Zeit ihres Lebens verhasst. 

Herzog Max in Bayern, vom Volk „Zithermaxl“ genannt. Foto: @Wikimedia/Comons

Der unglückliche Spruch, den Ludovika am Tag ihrer Hochzeit ausgestoßen haben soll: „Dieser Ehe und allem, was daraus hervorgeht, soll der Segen Gottes fehlen bis ans Ende“, der auf Wikipedia zu lesen ist, ist wohl der reinen Erfindung der gekränkten und verstoßenen Gräfin Marie Larisch zu verdanken; die hat sich in ihren beiden Büchern nach der Verbannung (wegen Kronprinz Rudolfs Tod) an ihrer Familie bitter gerächt hat. Das sie dabei ihre Großmutter in Verruf brachte, dürfte Gräfin Larisch billigend in Kauf genommen haben. Ich greife aber wieder einmal viel zu weit vor. 

Tatsache war allerdings, dass Ludovika todunglücklich war. Sie fand ihren Mann nicht einmal sympathisch. Für Max wiederum war Ludovika hausbacken und langweilig. Trotzdem bekam das Paar 10 Kinder, wovon 8 Kinder das Erwachsenen Alter erlebten.

 

 

Stammbaum Herzog Max und Herzogin Ludovika, Fotos: Wikimedia/Commons

Herzog Max und Herzogin Ludovika, 50. Hochzeitstag Foto: Wikimedia/Commons

Die Ehe verlief Zeit ihres Lebens unglücklich, das Paar sah sich kaum. Erst im Alter und bei der goldenen Hochzeit versöhnte sich das Ehepaar. Marie von Redwitz (*9.12.1856, †11.4.1933), Hofdame der Tochter von Carl Theodor, Herzogin Amalie in Bayern (*24.12.1865, †26.5.1912), schreibt dazu in ihrer Hofchronik 1888: „Einmal nur erwähnte die alte Hoheit, die ihn besuchte, sie finde ihn nicht gut aussehend, und daß er auch am Tage bei geschlossenen Läden bei Licht säße, mache ihr einen traurigen Eindruck. Er behauptete, in seinen Zimmern (den Hochparterreräumen des Palais) würde es doch nie recht hell. Die Hofdamen haben den „alten Herrn“, wie er meist genannt wurde, seit zehn Jahren nicht gesehen, selbst die Dienerschaft, die nicht speziell in seinen Diensten stand, kannte ihn nicht. Er verließ das Haus und seine Zimmer nie mehr.“ (2)

Die erste Zeit reiste das Paar viel und zog schließlich in das bombastische Herzog-Max-Palais in der Ludwigstraße in München. 1834 kaufte Herzog Max schließlich das Sommerschloss Possenhofen, von allen nur liebevoll Possi genannt und gab damit den Kindern und Ludovika ein zu Hause, das diese sehr liebten.

Schloss Possenhofen, heute, Eigentumswohnungen, Betreten verboten, Foto: sternenkaiserin.com – Marie 

Possi und Ludovika wurden zum Lebensmittelpunkt der Kinder. Herzogin Ludovika hielt nichts vom strengen Hofzeremoniell und ließ die Kinder zu Hause von Hauslehrern unterrichten.

Schloss Possenhofen, Aquarell Franz Xaver Nachtmann, 1839, Foto: Wikimedia/Commons

Wichtigste Stütze als Freund und Erzieher der Kinder ist ihr dabei Baron Carl von Wulffen, den sie später zu ihrem Obersthofmeister macht.

Der Unterricht wurde auch oft in die Natur verlegt, denn der große Garten, der See und die umliegenden Wälder luden zum Toben, Reiten und Schwimmen ein. Auch wenn es sich nicht ziemte, aber die Kinder lernten alle Schwimmen. Vor allem Kaiserin Elisabeth sollte dies ihr Leben lang beibehalten.

Herzog Max-Palais, München Foto: Wikimedia/Commons

Ludovika liebte lange Spaziergänge, den Wald, die Tiere und so ging sie mit den Kindern stundenlang spazieren und brachte ihnen die Natur näher. Sie sprach mit den Kindern hauptsächlich deutsch, was auch nicht dem strengen Hofzeremionell entgegenkam, da man dort französisch sprach. Und so lernten die Kinder bayrischen Dialekt.

Possi wurde für die Kinder der Inbegriff von Freiheit, von Liebe und von Heimat. Alle Kinder kamen immer gerne nach Possenhofen zurück und hatten Zeit ihres Lebens schweres Heimweh. Keiner von den Kindern konnte die Freiheit so derartig bewahren, wie sie es als Kinder genossen haben.

Ludovika selbst ging in ihrer Aufgabe als Mutter voll auf. Sie legte Wert darauf, die Kinder selbst zu erziehen und beschäftigte sich viel mit ihnen. Auch zu ihren zahlreichen Enkelkinder hatte „Großmama“ ein äußerst gutes Verhältnis. Marie von Redwitz schreibt folgendes in ihr Tagebuch, als sie 1888 die alte Dame kennenlernt: „Ich war erstaunt über die Erscheinung, und die einst schöne und große Frau kam mir mit der gebeugten Gestalt ihrer einundachtzig Jahre um den verwelkten Zügen wie ein Spitalweibchen vor. Das noch dicke melierte Haar war um den Kopf gelegt, und da sie keine Haarnadeln ertrug, mit einem schwarzen Filetnetz gehalten. Das grüne schlafrockartige Kleid hatte auffallendes gelbes Muster. Sie sprach mich liebenswürdig an, mit schwachem Lächeln auf den Lippen und den gesenkten Augen der getrübten Sehkraft.“ (3)

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Herzogin Ludovika Foto: Wikimedia/Commons

Um Ludovika jedoch näher kennenzulernen, müsste man sich mit ihren Briefen beschäftigen. Sie schrieb an alle ihre Lieben und hielt auch bis ins hohe Alter mit allen Schwestern und Brüdern engen Kontakt. Als ihre Augen immer schlechter wurden, ließ sie ihre jüngste Tochter Sophie Charlotte ihre Korrespondenz erledigen. 

Auch wenn die alte Patriarchin ihre Sprösslinge gut im Griff hatte, so war sie Zeit ihres Lebens mit der Lebensweise ihrer Kindern „etwas“ überfordert.

Als Sophie Charlotte im heiratsfähigen Alter war, war ihre ältere Schwester Elisabeth bereits seit Jahren Kaiserin von Österreich. Ludovika hielt engen Kontakt mit Erzherzogin Sophie, die ihre Schwester und gleichzeitig die Mutter von Kaiser Franz Joseph war. 

Und genau hier unterscheidet sich auch wieder die Filmvorlage Ludovika von Magda Schneider zur realen Herzogin. Es war nicht Ludovikas Aufgabe zwischen Elisabeth und Erzherzogin Sophie zu vermitteln. Im Gegenteil. Immer wieder schrieb Ludovika traurige Briefe nach Wien, um sich bei ihrer Schwester zu entschuldigen:„…wenn man nur erkennte, was Du Alles thust, wie gut Du es mit anderen meinst! Gott, gebe, daß es noch einmal anders wird.“ (4)

Damit kritisierte sie Elisabeths ablehnende Haltung gegenüber Erzherzogin Sophie. Ludovika zeigte sich deren ganzes Leben dankbar, dass sie die junge unerfahrene Elisabeth in Obhut genommen hatte.

Herzogin Sophie Charlotte Foto: Wikimedia/Commons

Als – um auf Sophie Charlotte (*22.2.1847, †4.5.1897) zurückzukommen – nun die jüngste, schöne Tochter zu verheiraten war, wurde noch einmal der Wiener Hof zur Brautschau herangenommen. Erzherzog Ludwig Viktor (*15.5.1842, †18.1.1919) der jüngste Bruder von Kaiser Franz Joseph, sollte der Ehemann werden. Doch Sophie Charlotte lehnte entrüstet ab.

Erzherzog Ludwig Viktor Foto: Wikimedia/Commons

Und wieder schrieb Ludovika an Sophie: …“es hat mir viele Thränen gekostet, ein solcher Schwiegersohn wäre ein Glück für mich gewesen. Aber Gott meine es mit Dir, Du viel geprüfte Schwester, gut, wenn nicht auch noch die kapriziöse Sophie in die Wiener Hofburg einzöge. Vielleicht hätte Sophie, trotz ihrer gewiß guten Eigenschaften, Deiner Erwartung nicht in Allem entsprochen, und der liebe Gott führt Dir eine verzüglichere zu, die Dich und Deinen guten Ludwig recht glücklich macht, wie Ihr beide es verdient.! Gott gebe Dir einen heiteren, ruhigen, friedlichen Lebensabend und reichen Ersatz für so viele stille Opfer, die Dein armes Herz hat bringen müssen…. und Deinem Ludwig eine schöne Zukunft.“ (5)

Sophie Charlottes Leben verlief sehr tragisch. Sie ging als „Kurzzeitverlobte“ von König Ludwig II von Bayern (25.8.1845, †13.6.1886) in die Geschichte ein. Ludwig und Sophie waren vom 22.1.1867 bis zum 7.10.1867 verlobt. Danach ehelichte sie am 28.9.1868 relativ gleichgültig Herzog Ferdinand von Alençon (12.7.1844, †29.6.1910), mit dem sie 2 Kinder bekam.

Extrem schwer verkraftete sie den Tod der geliebten Schwiegertochter Sophie von Sachsen (*15.3.1845), welche kurz nach der großen Verlobungsfeier von Ludwig und Sophie Charlotte kaum 22jährig am 9.3.1867 verstarb. Der Verlust traf Ludovika und ihren Lieblingssohn Gackel – Carl Theodor – mit voller Wucht. Noch dazu, weil die kleine Amalie, gerade einmal im 2ten Lebensjahr war. Den Bericht über Sophie von Sachsen könnt ihr hier nachlesen. 

Herzog Carl Theodor mit Maria José, Foto: @Wikimedia/Commons

Erst am 29.4.1874 heiratete Carl Theodor erneut. Um sich doch noch mit dem portugiesischen Haus zu vereinen (Miguel war allerdings bereits seit 1866 verstorben), verheiratete sie ihren Sohn Carl Theodor (*9.8.1839, †30.11.1909) in 2ter Ehe mit Miguels Tochter Maria Josepha (Maria José) von Portugal (*19.3.1857, †11.3.1943). 

Herzogin Marie Sophie Foto: Wikimedia/Commons

Herzogin Mathilde Foto: Wikimedia/Commons

Die beiden anderen Töchter Marie Sophie (*4.10.1841, †19.1.25) und Mathilde (*30.9.1843, †18.6.1925) verheiratete sie unglücklich. Um kurz einen Einblick zu gewähren:
Marie Sophie wurde nach Neapel verheiratet, wo ein kleinwüchsiger König auf sie wartete, das Unglück nahm seinen Lauf. Marie Sophie gebar ein uneheliches Kind, von dem man bis heute nicht weiß, wo es nach der Geburt verblieben ist. Und Mathilde wurde mit einem schweren Alkoholiker verheiratet, der sich schließlich 50jährig in Paris das Leben nahm. 

Wie man sieht, besaß Ludovika in der Wahl der Ehemänner kein gutes Händchen. Sie war sehr ehrgeizig auf Titel und Krone und so war ihr der Titel Königin von Neapel (Marie) wichtiger, als das Glück der Tochter. Immerhin hätte schon Sophie Charlotte Königin von Bayern werden sollen. 

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Hezogin Ludovika mit Spitz Lupa, ca. 1890 Foto: Wikimedia/Commons

Herzogin Ludovika in Mitten ihrer Lieben (v.l.n.r.) Sophie Charlotte, Mathilde (stehend), Carl Theodor und Max Emanuel Foto: Wikimedia/Commons

Eine weitere Liebe von Ludovika waren ihre Hunde. Sie liebte Spitze über alles, vor allem weiße. Und die durften im Haus alles, sogar bei Tisch sitzen, was bei so manchem Gast großen Ekel erregte, denn die Flöhe der Hunde sprangen auf den Tellern herum, die zwar sofort ausgetauscht, dennoch die Hunde nicht vom Tisch entfernt wurden.

Während der großen Trauer um Sophie von Sachsen, kam auch Erzherzogin Sophie nach Possenhofen. Der Tod ihres geliebten Sohnes Ferdinand Maximilian (Kaiser Max von Mexiko) (*6.7.1832, †19.6.1867) traf die alte Frau sehr. 

Und so war Ludovika immer der Ruhepol der Familie. Wer Schutz, Trost oder Heimweh hatte, war jederzeit bei Ludovika willkommen.

Sophie von Sachsen Foto: Wikipedia/Commons

Auch Kaiserin Elisabeth weilte sehr gerne bei ihrer Mutter in Possi, belegte aber das gesamte „Kaiserin Elisabeth Hotel“ in Feldafing, da ihre Gefolgschaft für das kleine Schloss zu groß war. Kaiserin Elisabeth war zufällig in Feldafing anwesend, als am 13.6.1886 König Ludwig vis á vis im Starnberger See ums Leben kam.

Zum 80. Geburtstag der alten Dame kamen alle Kinder und Enkelkinder von fern und nah, um den großen Ehrentag mit ihr zu feiern. Nur Herzog Max erscheint zum Geburtstag nicht. Der alte Herr hatte einen Schlaganfall erlitten, sein Gesundheitszustand ließ keine Reise nach Possenhofen zu. 

Kaiserin Elisabeth schrieb ein rührendes Gedicht für ihre Mutter zum 80. Geburtstag, welches allerdings erst weit nach dem Ableben aller beteiligten Personen an die Öffentlichkeit kam:

Ich bitte Gott, Er möge gnädig senden
Dir manchen Sommer noch, wie du ihn liebst, 
Wo Frische dir die Sonnenstrahlen spenden
Und Stunden du im Buchenhain verbliebst. 
Nachts aber soll der Mond sein Antlitz wenden
Dir zu, wie Du entzückt mir jüngst beschriebst. 
Wem die Natur so lieblich weiss zu blühen, 
Vor dem wird lange noch das Alter fliehen! (6)

Herzogin Ludovika Foto: Wikimedia/Commons

Am 24.1.1892 erkrankte Ludovika jedoch schwer. Eine Lungenentzündung schwächte die alte Dame, sie war mittlerweile knapp 84 Jahre alt, so sehr, dass sie am 25.1. das Bett nicht mehr verlassen konnte. Sofort wurde die gesamte Familie benachrichtigt.

Sophie Charlotte ist die erste bei ihr, da sie gerade in München weilte, Erzherzog Ludwig Viktor und sogar der Sohn von Miguel, Miguel II. von Bragança, Albert Thurn und Thaxis (Enkelsohn/Helene), Carl Theodor, Maria Josè und alle anderen eilten herbei.

Nur Kaiserin Elisabeth ließ sich entschuldigen: Marie Valérie kränkelte und war hochschwanger. Die Kaiserin halb hysterisch vor Angst um die Tochter, fuhr deswegen nicht nach München.

Marie von Redwitz schreibt: „Der Morgen des 25. verlief ruhig, die Kranke stand sogar auf, weil es ihr schrecklich war, im Bette zu sein, das ihr immer wie ein Sarg vorkam. Alle Töchter wurden telegraphisch berufen und kamen, bis auf die Kaiserin, die Erzhogin Valérie in diesem Moment nicht verlassen konnte.
Herzog Carl geht es sehr nahe, erregt und ängstlich war er mit der Herzogin beständig bei der Leidenen. Die Ärzte gingen ein und aus.
Nach aufgehobener Tafel blieben wir alle in den Nebenräumen, schauten auch selbst wieder zur Kranken hinein, die schlummernd und ruhig atmend dalag, und der man die letzte Ölung erteilt. Wie sehr hat sie sich vor dem Tode gefürchtet, und wie unbemerkt ist er ihr genaht. Um vier Uhr morgens hat sie den letzten Atemzug getan, und sie lag nun wie eine Schlummernde auf der Chaiselongue friedlich und unverändert. Ihre immer noch dichten Flechten hingen herab, und man ließ sie im Schlafrock, in dem sie gestorben.“ (7) 

Herzogin Ludovika Wilhelmine in Bayern starb am 26.1.1892 im Herzog Max-Palais. Sie wurde in der Familiengruft im Kloster Tegernsee bestattet.

 

~ Marie ~

 


Danksagung:
Ich möchte dem Historiker Christian Sepp danken, der mir mit Rat und Tat und vielen Hinweisen durchgeholfen hat. Seine Biografie über Herzogin Ludovika wird im Frühjahr 2018 im August Dreesbach Verlag erscheinen. 


Rechtliche Hinweise:
Stammbaum: Marie 
Textrechte: Marie, Brigitte Hamann, Christian Sepp, Marie von Redwitz 
Bildrechte: Wikimedia/Commons, geneall.net, samot/shutterstock.com, Christian Sepp, sternenkaiserin.com – Marie


Literaturhinweis:

Christian Sepp

Sophie Charlotte – Sisis leidenschaftliche Schwester
August Dreesbach Verlag, 2014, 1. Auflage

1 – S 35
Ingrid Haslinger
Erzherzogin Sophie – Eine Biographie nach den persönlichen Aufzeichnungen der Mutter Kaiser Franz Josephs, Residenz Verlag, 2016, 1. Ausgabe

2 – S 21, 3 – S 13/14, 7 – S 136 
Marie von Redwitz
Hofchronik 1888 – 1921 (Nur noch antiquarisch erhältlich)
Kulturpolitik, München 1924

4 – S 133, 5 – S 416, 6 – S 432
Brigitte Hamann
Elisabeth Kaiserin wider Willen,
Amalthea, 1992, 11. Ausgabe


 

Herzog Max Joseph in Bayern

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Herzog Max mit Zither, im Hintergrund Sisi-Schloss, Aichach, Foto: Wikimedia/Commons

Bis heute ist der Mythos Herzog Max in Bayern lebendig. Nicht allein deshalb, weil Gustav Knuth ihn so prachtvoll in den berühmten Sissi-Filmen mit Romy Schneider dargestellt hat.

Doch so prachtvoll und liebevoll, wie er in den Filmen dargestellt wurde, war natürlich der reale Max nicht.

Pius August Herzog in Bayern, Foto: Wikimedia/Commons

Amalie Luise von Arenberg, Foto: Wikimedia/Commons

Max Joseph in Bayern wurde am 4.12.1808 in Bamberg geboren. Seine Mutter war Amalie Luise von Arenberg (*10.4.1789, †4.4.1823) , sein Vater Herzog Pius August in Bayern (*1.8.1768, †3.8.1837). Max entstammte der Linie „in“ Bayern. Wie dieser Titel zustande kam, kann hier nachgelesen werden. 

Seine Eltern waren ein sehr unglückliches Paar. Pius neigte zu cholerischen Anfällen und fing sehr gerne Schlägereien an (ob er Frau und Kind geschlagen hat, ist nicht bekannt).

Um seine Erziehung kümmerte sich deshalb sein liberal denkender Großvater Wilhelm in Bayern. Seine Mutter übergab ihn deshalb ganz in dessen Obhut und konnte ihren Sohn erst nach fast drei Jahren 1820 besuchen. Nach dem zweiten Besuch, 1823 starb Amalie Luise in Bayern. Pius zog sich daraufhin komplett privat zurück.

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Stammbaum von Herzog Max, Fotos: Wikimedia/Commons

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Herzog Max Palais, München Foto: Wikimedia/Commons

Max erbte im Jahr 1824 ein beträchtliches Vermögen, da sein Großvater starb. So ließ er sich 1828 das berühmte Palais Herzog Max in der Ludwigstraße in München bauen. Eine Residenz, wie sie bis dahin kaum einer je gesehen hat. Leo von Klenzes setzte den Prachtbau um; es galt bis zu seinem Abriss 1937 als das schönste Palais Münchens und war bis über die Grenzen hinaus bekannt. Das Palais wurde 1833 noch um eine kleine Zirkusarena erweitert. Diese Zirkusarena wurde der Grundstein für Kaiserin Elisabeths Reitleidenschaft, aber ich hole zu weit nach vorne aus.

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Herzog Max, ca. 1850, Unbekannt Foto: Wikimedia/Commons

Max war ein freiheitsdenkender Mensch. Alle höfischen Konventionen und Zwänge gingen ihm auf die Nerven. Der regierende König Ludwig I. von Bayern (Stiefbruder seiner Ehefrau) sah dieses freie Denken und Leben ohne Konventionen nicht gern, konnte aber nichts dagegen tun.

Ludovika Herzogin in Bayern, Foto: Wikimedia/Commons

Am 9.9.1828 fand die arrangierte Hochzeit mit Ludovika Wilhelmine Prinzessin von Bayern (*30.8.1808, †25.1.1892) statt.

Ludovika wurde von allen immer nur Luise genannt und ging als Herzogin Ludovika n Bayern in die Geschichte ein.

Eigentlich war Max der jüngeren Schwester Maximiliane Josepha Karoline Prinzessin von Bayern (*27.1.1810, †4.2.1821) versprochen, doch diese verstarb 11jährig an Thyphus. So rückte Ludovika nach. Ihre Biografie kann hier nachgelesen werden.

Ludovika und Max bekamen 10 Kinder.

Stammbaum Herzog Max und Herzogin Ludovika in Bayern Fotos: Wikimedia/Commons

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Herzog Max, Foto: Wikimedia/Commons

Max war ein geübter Zither Spieler. Die Zither galt als „Lumpeninstrument“ und erst Max war es, der dieses Musikinstrument in die höfischen Kreise einführte. Deshalb wurde er von allen „Zither-Maxl“ genannt. Seine freie Denkweise war beim Volk sehr beliebt. Er galt als Volksnah und gab viel auf bürgerliche Volksstücke und Kartenspiel. Zu seinen besten Freunden zählten oft normale Bürger, wie Kaufleute, Postmeister oder Wirtsleute. Max schrieb Horrorgeschichten, las viel Literatur und dichtete boshafte Gedichte auf die Gesellschaft. Er liebte das Reiten, das Theater und generell alles was mit Vergnügen zu tun hatte. An seine väterlichen Pflichten dachte er dabei sehr wenig, bis gar nicht. Einzig seine Tochter Sisi stand ihm am Nächsten. Wie ähnlich sie ihm war, sollte der Wiener Hof, in den Elisabeth als Kaiserin einheiraten sollte, bald erfahren. Gerade im Alter entwickelte Sisi fast eine manische Passion, die sehr ihrem Vater ähnelte. Doch auch hier greife ich wieder vor. Max jedenfalls genoss sein Leben in vollen Zügen und am liebsten war es ihm, wenn seine Frau und Kinder in Possenhofen weilten.

Natürlich war Gustav Knuth in den Filmen der liebende Vater, der Patriarch der Familie, der es schätzte wenn alle seine Schäfchen glücklich waren.

Ganz so real war dies natürlich nicht. Herzog Max konnte ein ziemlicher Despot sein. Seine Wutausbrüche waren berüchtigt. War ihm der Trubel zu viel oder merkte er, dass er nicht im Mittelpunkt war, schrie er herum und sei es nur, weil ihn ein Hühnerauge drückte.
Seine Kinderschar ging ihm (meist) auf die Nerven und wirklich viel unternahm er mit ihnen nicht. Mit den Mädchen allerdings unternahm er lange Bergtouren, denn es war ihm wichtig, dass die Mädchen „ordentlich Gehen lernten.“ Mit den Söhnen ging er richtig Bergsteigen und das über Stunden und Tage.

Herzog Max führte auch sehr viele außerehelichen Liebschaften und so entstanden zahlreiche Kinder außerhalb der Ehe. Von 2 Töchtern weiß man, ebenso wie von Max Kolb, der 1829 geboren wurde. Letzterer könnte aber auch ev. ein Sohn von König Maximilian II von Bayern gewesen sein, wird aber eher Herzog Max zugewiesen. Max Kolb wurde ein berühmter Gartenarchitekt und seine Tochter Annette Kolb war eine deutsche Schriftstellerin († 1967).

Als seine Tochter Königin Marie von Neapel ein uneheliches Kind gebar, war es Max, der seine Frau Ludovika zur Räson brachte, in dem er sagte, dass dies in den besten Familien vorkäme. Aber ich greife vor.

Schloss Possenhofen  Eigentumswohnungen, Betreten verboten Foto: sternenkaiserin.com – Marie

1834 erwarb er für die große Familie den Landsitz in Possenhofen, wo Ludovika und die Kinder die meiste Zeit des Jahres verbrachten. Nur in den Wintermonaten musste die Familie nach München ins Herzog Max Palais, da das Sommerschloss über keine ausreichenden Öfen verfügte. Das Schloss wurde in der Familie liebevoll „Possi“ genannt.

Schloss Possenhofen ist heute ein für öffentliche Zutritte versperrtes Schloss, in dem Eigentumswohnungen errichtet wurden. Das Schloss kann daher nur von Außen besichtigt werden und ist weiträumig eingezäunt.

Sisi Schloss, Aichach, Foto: sternenkaiserin.com – Marie

1838 erwarb Max das Wasserschloss Unterwittelsbach, das berühmte Sisi-Schloss. Dieses ist Teil der Sisi-Straße, welches durch jährliche Ausstellungen besichtigt werden kann.

Zum Besitz gehörte auch das Kloster Banz und das Kloster Tegernsee, wo Herzog Max und Herzogin Ludovika begraben sind.

Die längste und berühmteste Reise die Max mit kleinem Gefolge unternahm, war sicherlich die Reise ins „Heilige Land“, das heutige Israel. Die Route führte ihn von München, Venedig, Korfu, Patras, Athen, Alexandria und Kairo, schließlich nach Jerusalem. Nach 8 Monaten kam er zurück. Als Mitbringsel hatte er 4 schwarze Sklaven mit dabei, die er am Sklavenmarkt freikaufte. Da die Münchner Gesellschaft bis dahin noch keine schwarzen Bürger gesehen hatte, waren diese Menschen eine Sensation. Die Männer verblieben Zeit ihres Lebens im Dienste der Familie.

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Herzog Max und Herzogin Ludovika, anlässlich der goldenen Hochzeit, Foto: Wikimedia/Commons

Das alles hatte zur Folge, dass Max und Ludovika sich nie wirklich annäherten. Erst im Alter und bei der goldenen Hochzeit (50 Jahre Ehe) söhnten sich die beiden aus. Trotzdem blieben ihm die Kinder und die zahlreichen Enkelkinder fremd.

Max starb nach zwei Schlaganfällen am 15.11.1888. Der Tod des Patriarchen wurde sehr unterschiedlich aufgenommen. Kaiser Franz Joseph und Kronprinz Rudolf, sowie alle Kinder und Enkel nahmen an der Bestattung teil. Nur eine fehlte: Kaiserin Elisabeth. Sie weilte auf Korfu und sagte „aus gesundheitlichen Gründen“ ab.

~ Marie ~

 

 

 

 

 

 


Rechtliche Hinweise:
Bildrechte: sternenkaiserin, Wikimedia/Commons
Stammbaum: Marie 
Textrechte: Marie


Literaturhinweise:
Alfons Schweiggert
Herzog Max in Bayern: Sisis wilder Vater

Christian Sepp
Sophie Charlotte – Sisis leidenschaftliche Schwester


Reiseinformationen:
Sisi Straße – Sisi Schloss
Sisi-Straße – Reiseroute