Wie wird man eine Kaiserin?

In dem man einen Kaiser heiratet? Früher einmal ja, heute gleicht es eher einem Märchen!

Und alle Märchen beginnen mit „Es war einmal…“ 

Mein Märchen beginnt ebenso.

Es war einmal ein Ball in Bad Ischl, zu dem Tanzpaare aus ganz Österreich anreisten. Im Gedenken an die Verlobung von Kaiser Franz Joseph und seiner Sisi tanzten wir in Kleidern aus der Zeit der k.u.k. Monarchie die Eröffnung.

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Aus dem zuerst einmaligem Vergnügen wurde inzwischen ein jahrelanges Hobby.

Als „Tourismus Kaiserin“ von Bad Ischl wurde ich auch die Kaiserin Elisabeth der Sisi Straße, und kam dadurch an viele einzigartige Plätze, an denen ich die Kaiserin repräsentieren durfte.

Mein erstes großes Erlebnis im kaiserlichen Auftrag war der Kaiserzug – Bad Ischl.

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Und wer jemals von Euch einen Reifrock getragen hat, der kann sich vorstellen, welches Erlebnis es ist, mit einem solchen in einen alten Dampfzug zu steigen.

Der Kaiserzug am 15. August ist und bleibt jedes Jahr ein Highlight für mich, das Dampfen der Lokomotive, die winkenden Menschen am Bahnsteig, all das ist fast wie ein Ausflug in die Vergangenheit.

Natürlich kann man nicht mit einem Ballkleid auf Reisen gehen, und so mussten weitere Kleider her!

Nur woher bekommen? Für mich war der Anspruch die ehemals „schönste Frau der Monarchie“ darzustellen immer weit mehr, als nur „ein weißes Kleid mit Sternen in den Haaren“.

Wer kennt es nicht, das weltberühmte Gemälde von F.X.Winterhalter?

Die Kaiserin im Sternenkleid und den Diamantsternen im kunstvoll geflochtenem Haar.

Doch wer weiß schon, dass dieses Kleid eigentlich nur ein Ballkleid war, das Elisabeth zur Hochzeit ihres Bruders trug?

Selbst eine Kaiserin ging nicht 365 Tage im Jahr in einem solchen Aufzug durchs Leben. Es gab Tageskleider, Dinnerkleider, Reitkleider, eigene Trauerkleider und selbstverständlich auch Ballkleider.

Ich begann mich mit der Mode der damaligen Zeit intensiv zu beschäftigen, und die jeweils zum Anlass passenden Kleider zu schneidern.

Ihr könnt Euch nicht vorstellen, wie es jetzt nach fast 6 Jahren bei mir aussieht. Ein eigener Raum nur mit Kleidern, Hüten, Schirmen, etc.

Denn eine Dame des 19. Jhd. ging zum Beispiel niemals ohne Schirm außer Haus.

Zu Beginn war ich zugegebener Maßen mehr „touristisch“ als „historisch“.

Inzwischen lege ich allerdings großen Wert auf korrekte Bekleidung, und trage diese wenn möglich auch dementsprechend.

Ein weiterer Fixpunkt in meinem „Elisabeth – Jahr“ ist das Traubenfest in Meran, mit den Gärten von Schloss Trauttmansdorff habe ich einen wundervollen Partner gefunden, um für ein paar Tage im Jahr die Kaiserin in Meran aufleben zu lassen.

Für mich ist es immer wieder berührend, wie die Menschen reagieren, nicht nur kleine Mädchen, die plötzlich eine Prinzessin vor sich sehen. Erwachsene alles Alters, egal ob Mann oder Frau, kaum jemand, dem nicht plötzlich ein Lächeln im Gesicht erscheint.

Und wer von uns kennt nicht die Filme von Romy Schneider?

Sissi, die bayrische Prinzessin, die sich in den Kaiser verliebt, und dann vom Wiener Hof und der bösen Schwiegermutter flüchtet?

Neben Kleidern, die denen der Kaiserin nachempfunden sind, habe ich dann begonnen auch Filmkleider nach zu schneidern.

Das gelbe Kleid aus Korfu, das weiße Kleid vom Schiff, oder Sissi´s Reitkleid aus Ungarn sind nur einige davon.

Egal in welchem Kleid, ob nun mit oder ohne Sterne – die ich nur zu diesem einem bestimmten Kleid trage -, gibt es kaum jemanden, der nicht erkennt, wen er vor sich hat.

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Foto: @Bertl Jost

Ich lade Euch ein, mit mir in eine andere Zeit zu reisen, eine Zeit in der Höflichkeit und Etikette noch einen anderen Stellenwert hatten.

Meine Reisen begehe ich nicht mehr wie zu Beginn meist alleine, inzwischen scharrt sich ein regelrechter Hofstaat um mich als Kaiserin.

Den einen oder anderen davon werde ich Euch in Zukunft vorstellen, gemeinsame Ausflüge erzählen, oder auch so manchen kleine Ausrutscher. Wie den, als der Kaiser seinen Säbel zu Hause vergaß….

Sisi


Rechtliche Hinweise:
Bildrechte: Bertl Jost, Privat
Textrechte: Sisi


 

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